BHKW für Altbau (Denkmalschutz) - wirtschaftlich sinnvoll oder nicht?

  • Hallo allerseits,


    nach ein paar Tagen hin- und herlesens im Forum und auch dem Auffinden von durchaus ähnlich gelagerten Anfragen möchte ich doch die hier gebündelten Erfahrungen gern nutzen, um auch mein konkretes Projekt in den Raum zu stellen und um Hilfe und "sachdienliche Hinweise" zu bitten.


    Zunächst habe ich den Fragebogen gefunden und möchte meine Daten liefern:


    Verbrauchsdaten
    Jährlicher Stromverbrauch: 10.000kWh
    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 70.000kWh


    Derzeitige Heizung
    Energieträger der Heizung: Gas
    Alter und Typ der der Heiztechnik: Vaillant-Gasthermen, 4 Stück, 20 Jahre alt, noch kein Brennwert, VC116....VCW247
    Art der Warmwasserbereitung: 1x VCW-integr. Durchlauferhitzer, 1x VC mit externem WW-Speicher
    Pufferspeicher, Solarthermie: -
    Temperaturen der Heizkreise: max. 70°C Vorlauftemperatur, wird erst ab unter -10°C benötigt
    Hydraulischer Abgleich: -
    Art der Heizkörper: Blechplatten-HK, i.d.R. zwei wassergefüllte Platten und zwei Trapezbleche ( "22er" HK)


    Immobilie und Rahmendaten
    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 3 Eatgen, zusammen 450 qm, 3 Wohnungen: 6 Erwachsene und 3 Kinder, 1 Gewerbeeinheit (Büro): 3 Personen (Gewerbeeinheit ohne WW), voll unterkellert
    Art und Baujahr der Immobilie: Bj. ca. 1890, freistehendes Mehrfamilienhaus ("Stadtvilla"), Klinkerfassade mit Stuck, einschaliges Mauerwerk mit innen Ziegeln und außen Klinker, Keller weitgehend grobe Granitsteine
    Erfolgte Modernisierungen: Fenster, doppelt verglast, KW = 1,3
    Weitere geplante Modernisierungen: Dämmung oberste Geschossdecke, Außendämmung wegen Stuckfassade und Denkmalschutz nicht wirtschaftlich möglich
    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: derzeit nur 1 in Betrieb (Dm 150mm, Edelstahl), aber von früherer Ofenheizung mehrere Kamine reaktivierbar
    Zusammenschluss von Nachbarhäusern: -




    Da sich aber in den letzten Jahren die Ausfälle und immer mit ein paar Hundert Euros verbundenen Reparaturen der Gasthermen summieren, steigt der Druck, sich nach einer neuen Alternative umzusehen.



    Da sich die Neuanschaffung von 4 Brennwertthermen auch auf über 15 T€ summiert, wurde der Gedanke geboren, sich einmal über alternative Konzepte zumindest zu informieren. EInhellige Meinung der bisher befragten Heizungsbauer ist die Umrüstung von 4 Etagenheizungen auf eine Zentralheizung als Stand der Technik. Dazu eine Brennwerttherme in den Keller und einen Warmwasserspeicher mit Zirkulationsleitung im Haus daneben und dann wäre erst einmal gut, so die Aussagen. Moderne Niedertemperaturanlagen wie Wärmepumpen kommen wohl wegen der erforderlichen Vorlauftemperaturen nicht in Frage.


    Damit ist aber m.E. auch der Grundstein für die Einbindung eines BHKW gelegt, evtl. einfach ergänzend oder auch anstelle der Bernnwerttherme. Die befragten Handwerker waren bisher der Meinung, dafür sei die Zeit noch nicht reif und die Produkte noch nicht ausgegoren. Zumindest diesen Teil wird man hier im Forum wahrscheinlich anders sehen , auch wenn mann hier eine ganze Menge vor allem über Probleme lesen kann.


    Ich beobachte seit ein paar Wochen täglich die Stromzähler im Haus, der tägliche Verbrauch insgesamt bewegt sich um die 25kWh, wovon etwa die Hälfte auf uns als Eigentümer (5-Personen-Familie) entfällt.


    Damit würde ja eines der Stirling-Geräte doch genau passen? Bei einem größeren könnte der Strom doch dann nicht mehr selbst verbraucht werden, was ja wohl vorrangig angestrebt werden sollte?


    Das soll jetzt als Einleitung erst einmal genügen. Ich bitte um Meinungen / Hinweise / Empfehlungen und danke im Voraus allen Hilfswilligen!


    Einen schönen Abend allen!

  • Hallo,
    ich denke mal deine Ansicht dürfte so zimmlich richtig sein. Gastherme Zentral, Dachisolation, KWK-Anlage ist Zukunft der richtige Handwerker muß her. Ein Stirling hat von den Werten her schon die richtige Anlage.
    Aber du benötigst etwas mehr wie 1kW zu flauten und Spitzen werden es auch mehr oder weniger sein. So würde ich mich auf ein 4-Takter mit einer Thermischen Leisung von 4-7kW suchen oder ein Stirling.
    siehe Link: http://www.bafa.de/bafa/de/ene…wk_anlagen_01_01_2014.pdf
    Eine Anlage nur aus KWK würde ich mich nicht anschaffen.( außer mit Spitzenlast)
    Die Fassadenisolation wird in den nächsten Jahren bestimmt auch wirtschaftlich.


    Gruß
    Pfleger

  • Mit Stromverkauf an die übrigen Bewohner könnte ein Ecopower 1.0 gut reinpassen. Die Stirling haben viel zu wenig Wärmeleistung für das Objekt


    Es liest sich aber raus das euer HZB für das Projekt nicht der richtige Ansprechpartner ist. Brauchwasserspeicher würde ich bei BHKW keinen installiert haben wollen.
    Und bei der Vorlauftemperatur ist mit Brennwert an der Therme auch nix. Vielleicht könnte man die alten Heizkörper durch welche mit ner zusätzlichen Lage ersetzen?


    Im Gegensatz zu ner Wärmpepumpe stört der hohe Vorlauf ein BHKW nicht, bin mir jetzt nur nicht ganz sicher ob die Therme zum Eco (2,5 bis 28,3 kW Nennwärmeleistung 60/40°C) bei dem Objekt ausreicht...


    Der Invest könnte ähnlich hoch wie mit den 4 Thermen werden.



    mfg JAU

  • Ich würde ein BHKW nur noch auf den Strombedarf dimensionieren und den restlichen Wärmebedarf über Gastbrennwerttherme(n) decken. In diesem Fal wäre ein ecopower 3.0 von der Dimension her recht passend. Ich selbst produziere mit einem 3.0 ca. 12000 kWh Strom pro Jahr. Wärme liegt so ca. bei 40-45000 kWh bei insgesamt 4500h Laufzeit im Jahr. Das würde hier gut passen. Für die restliche Wärme reicht eine mittlere Gasbrennwerttherme... vielleicht eine ecoTec plus VC316 (6,3 - 31kW) oder je nach Spitzenlast im Winter eine grosse ecoTec plus VC 806 (16-80 kW)? Naja, die ist vielleicht ein wenig gross, aber auch andere Hersteller haben schoene Toechter.....
    Zusammen könnte ich mir vorstellen, dass sich das auch rechnet. BHKW auf Wärmebedarf dimensioniert ist jedenfalls nicht kostendeckend.


    Ist dein Strombedarf auch in der Nacht vorhanden, oder staut sich das ausschliesslich am Tag ? Bei dieser Dimension würde ich dann sogar über einen kleinen Pufferakku nachdenken um den Eigenverbrauch des Stroms zu maximieren. In den Dimensionen dürfte sich das rechnen...


    Sowas z.B: http://www.victronenergy.de/inverters-chargers/ecomulti/
    Ich weiss jetzt nicht was das Ding hier kostet, aber vom Konzept her könnte das passen.

  • Da simmer also. 3 Antworten, 3 Geräte. :D


    Warum ich den Ecopower 3.0 für die falsche Wahl halte:
    Der Strombedarf liegt bei ~10000kWh/a, im Druchschnitt sind das 1,1kW.
    Da es mehrere Haushalte sind dürte die Grundlast recht hoch liegen. Der Bedarf im Büro schaut sehr niedrig aus, könnte aber für die Eigenutzung ziemlich gut sein. Man müsste dann halt mal schauen wann es im Sommer am besten wäre wäre das BHKW fürs Warmwasser laufen zu lassen. Mittags, Nachmittags, Abends?
    Aber ich seh Potenzial für 70-90% Stromeigennutzung. Mit einem 3.0 wäre das nicht zu schaffen.
    Freilich erzeugt der (nach gemms Beispiel) 12000kWh Strom. Aber halt für die Hälfe des Jahres (4500h). Selbst wenn er alle Stromspitzen abdecken könnte läge der Eigenverbrauch bei höchsten 5000kWh. Die übrigen 7000kWh müssten eigespeist werden. Das halte ich für unrentabel.


    Vitron: Das gute Stück kostet laut Liste >6000€, die Endkundenpreise die ich finden konnte auch. :S


    Stirling: Nochmal nachgeschaut liegt die Wärmeleistung der Stirling bei ~25kW. Welche Leistung die Geräte bei 70° Vorlauf noch bringen konnte ich leider nicht nachsehen (hab an dem Rechner hier Ärger mit pdf). Der aktuell Bedarf liegt wohl bei 27kW oder drunter. Wegen des dezentralen Systems dürften die Verluste recht hoch liegen, trau mir da aber keine genauere Schätzung zu.


    Mit dem 1.0 wirds auch knapp. Die Dämmung der obersten Geschossdecke dürfte aber einen merklichen Unterschied machen. Meine Empfehlung: zeitnah mit erledigen.



    mfg JAU

  • Weitere geplante Modernisierungen: Dämmung oberste Geschossdecke, Außendämmung wegen Stuckfassade und Denkmalschutz nicht wirtschaftlich möglich

    Wäre eine Innendämmung mit Wandheizung möglich? Die Wandheizung läuft mit niedriger Vorlauftemperatur wie eine Fussbodenheizung, bei richtiger Auslegung vermeidet man auch das Risiko dass der Taupunkt in die Wand wandert. Außerdem verliert man im Vergleich zu einer Fussbodenheizung keine Aufbauhöhe.
    Beim Denkmal kann man häufig keine Solaranlagen anbringen, da sie das Gesamtbild doch erheblich verändern - vorsichtig formuliert... vom BHKW sieht niemand etwas.
    Ich habe mich daher für mein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus für Wandheizung und eco 1.0 entschieden. Bisher sind die Erfahrungen - noch in der Sanierungsphase - echt gut, das Haus ist angenehm warm ohne bullernde Heizkörper.


    Dirk

  • Moin,


    das Eco1.0 könnte bei dem Objekt durchaus seine 8600h laufen bei über 90% Eigenstrom. Man kann zum 1.0 auch eine größere Vaillant Therme dazubauen - die Pakete sind aufgeweicht.


    Man müsste mal mit spitzem Stift rechnen wie sich ein 3.0 das auf 1,3kW gedrosselt läuft in Sachen Wartungskosten und Verbrauch verhält ??


    Vorstellen könnte ich mir hier auch ein Kirsch - wenn die Dinger tatsächlich aus den Kinderkrankheiten herausgewachsen sind eine Überlegung wert! |__|:-)



    :~~

  • Hallo,
    ich habe bei 33 00 kw ein 3,1 el.,und bin mit der Eigennuzung (90 % ) im grünen Bereich.
    Alternativ :Bhkw mit 2-3 Kw , und Elektro Speicher.
    Sanierung des Hauses ist oberstes Ziel.
    Ich habe auch Denkm.gesch. Altbau--einzelne kalte Aussenwände haben bei mir nach einem Heizkörper --aus dem Rücklauf raus-- eine widerum reduzierte Wandheizung--ganz einfach mit extra thermostat nochmal herunter auf ca 28 Grad VL.
    Dies ergibt super Raumklima, und die kalten Räume brauchen keine überhöhte VL .
    oberste Geschossdecke Isolierung brachte guten Erfolg.
    bei deinem Vorhaben ist viel zu beachten, bzw. zu investieren.
    Planung mit objektiven Fachleuten !!

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • Zitat

    Man müsste mal mit spitzem Stift rechnen wie sich ein 3.0 das auf 1,3kW gedrosselt läuft in Sachen Wartungskosten und Verbrauch verhält ??


    Das 3.0 kann man glaube ich gar nicht auf 1,3kW drosseln. Das wäre Leerlaufdrehzahl von 1300 U/min und damit würde man jegliche Modulationsmöglichkeit wegnehmen. Irgndwas um 2000U/min geht wohl. Dann moduliert es noch von 1300-2000U/min.


    Zitat

    Freilich erzeugt der (nach gemms Beispiel) 12000kWh Strom. Aber halt für die Hälfe des Jahres (4500h).


    Naaa, das waren Vollbenutzungsstunden. Betriebsstunden habe ich ca. 6200h/Jahr. Immer noch kein durchgängiger Betrieb, aber im Sommer ist mit einem 1.0 auch keine Laufzeit zu gewinnen. Da hilft nur PV (und damit wird ein Akkupuffer immer interessanter).


    Zitat

    Vitron: Das gute Stück kostet laut Liste >6000€, die Endkundenpreise die ich finden konnte auch. :S


    Jo, das überrascht mich nicht. Victron ist eben teuer. Aber das sind Listenpreise...und die zahlt man bei denen eher selten. Es gibt in dieser Richtung auch zunehmend Alternativen (Kostal bietet was mit 15kWh Speicher an, Oscar hat was ähnliches auf einem SMA 6000 aufgebaut und meine Anlage läuft auf Basis eines Studer XTM). Frage ist immer, ob das ins Konzept passt.


    Dämmmaßnahmen im Denkmalbau sind ähnlich unbeliebt wie PV aufs Dach. Ein paar Sachen sind sicher umsetzbar, aber wenn man alles will, dann wird es schnell unübersichtlich und teuer (und damit unwirtschaftlich). Mussm an im Einzelfall genau prüfen. Erstmal alles dämmen und dann weitersehen ist sicher der falsche Ansatz.

  • Guten Abend allseits,


    und vielen Dank für die reichlich eingegangenen Anregungen! Dass sich zunächst einmal viele verschiedene Meinungen ergeben, überrascht mich nicht. Da müssen wir halt noch etwas weiter machen...


    Also weiter:
    1. Das der Wärmebedarf des Hauses über das BHKW nicht annähernd vollständig gedeckt werden kann, ist mir klar. Daher muss in jedem Fall extern oder integriert eine Spitzenlasttherme her. Wenn das so ist verstehe ich die Aussage von JAU nicht: "... könnte ein Ecopower 1.0 gut reinpassen. Die Stirling haben viel zu wenig Wärmeleistung für das Objekt..."
    Der Ecopower hat doch m.W. mit nur 3kW nur die Hälfte der Wärmeleistung eines Stirling BHKW. Außerdem muss ohnehin zugeheizt werden.
    2. noch mal @ JAU "...Und bei der Vorlauftemperatur ist mit Brennwert an der Therme auch nix...." In welchem Zusammenhang stehen Brennwert und Vorlauftemperatur? (Entschuldigung, ich bin noch neu ) Warum hat ein Warmwasserspeicher für Trink-WW in Zusammenhang mit einem BHKW keinen Sinn?


    3. Oft wurden mir in den Beiträgen Vaillant ecoPower 1.0 oder 3.0 empfohlen. An anderer Stelle wird hier im Forum aber immer wieder massiv über die ausufernden Wartungskosten bei Vaillant gewettert. Aus Sicht der Wartungskosten hielt ich bisher ein Stirling-BHKW für durchaus interessant.
    4. Außerdem möchte ich das BHKW nur am Rande zum Heizen einsetzen, um irgendwann einmal eine Amortisation erreichen zu können, möchte ich primär auf einen eingesparten Strombezug hinaus. Und da nützen mir doch hohe erzeugte Energiemengen nichts, bei denen ich überwiegend einspeisen müsste. Mir schwebte da eher eine el. Grundlastabdeckung vor. Und da sollte doch eigentlich so ein 1kW el Gerät passen.? Kennt ihr auch Stirling-Geräte mit mehr als 1kW el.?


    5. Elektrische Leistungsspeicher mit größerer Speicherkapazität sprengen derzeit wohl noch den Preisrahmen, vielleicht in Zukunft mal ergänzend dazustellen.
    6. Wandheizung innen ist derzeit nicht realisierbar, da alle Einheiten voll bewohnt sind und der Umbau mit minimalem "Dreck" abgehen muss.
    7. Dämmung der obersten Geschossdecke ist der nächste Schritt, aber mehr wird auch nicht werden.
    8. Das ganze Projekt muss wirtschaftlich sinnvoll bleiben. Ich will kein BHKW einbauen, nur um mir nachher selber auf die Schulter klopfen zu können und überspitzt formuliert, mittels der Wartungen irgendeinem Heizungsbauer das Überleben der nächsten 15 Jahre zu finanzieren. Zumindest über die Lebensdauer insgesamt betrachtet muss das Projekt in der Summe aller Kosten und Erträge nachvollziehbar günstiger sein als lediglich eine Brennwerttherme zu benutzen. Andernfalls hätte der Aufwand für mich keinen Sinn.


    Wieder Danke für alle Antworten und einen schönen Abend noch!


    Hans

  • Und da nützen mir doch hohe erzeugte Energiemengen nichts, bei denen ich überwiegend einspeisen müsste. Mir schwebte da eher eine el. Grundlastabdeckung vor. Und da sollte doch eigentlich so ein 1kW el Gerät passen.?


    Servus Hans,
    genau so sehe ich das auch in deinem Fall. Mit den ca. 10000kWh Stromverbrauch p.a. würdest du mit einem BHKW mit einer Leistung von mehr als 1kWel. viel zu viel Netzeinspeisung haben, denn die el. Grundlast liegt oft viel niedriger, als man denkt oder berechnet. Bei mir liegt der Fall ähnlich wie bei ah_df. Bei einem jährlichen Stromverbrauch von ca. 35000kWh komme ich mit 3kWel. auf einen Eigenverbrauch von ca. 90%. Und das EVU will schließlich auch leben :D . Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen ist der Stromverkauf aus mikroKWK-Anlagen doch bestenfalls kostendeckend, wenn überhaupt. Es gibt ja welche, die anderes behaupten, aber das ist aus meiner Sicht doch alles schönrechnerei.
    |__|:-)

    PV-Anlage 4,2kWp und 7,92kWp seit Mai 2010, seit April 2012 umgestellt auf Überschussseinspeisung, Eigenverbrauch ca. 65-70%
    BHKW Kirsch L 4.12 (2012 bis † 2017), RMB Neotower Living 2.6 (09/2017), Pufferspeicher 800L. mit 8m² Wellrohr-WT,
    Spitzenlasttherme Paradigma Modula NT 15kW seit 20.03.2014
    Stromverbrauch p.a. ca. 36.000 - 40.000kWh

  • 1. Das der Wärmebedarf des Hauses über das BHKW nicht annähernd vollständig gedeckt werden kann, ist mir klar. Daher muss in jedem Fall extern oder integriert eine Spitzenlasttherme her.


    Ja. Tut mir leid falls das unklar war, aber mit der Zeit nimmt solche "Kleinigkeiten" zu gern als Selbstverständlich hin.


    Zitat

    Der Ecopower hat doch m.W. mit nur 3kW nur die Hälfte der Wärmeleistung eines Stirling BHKW. Außerdem muss ohnehin zugeheizt werden.


    Der 1.0 wird von Vailant gerne im Paket mit einer Therme verkauft. Laut alikante ist man da bei der Auswahl flexibel.
    Bei den Stirling ist der "Nachbrenner" aber fest im Gerät integriert. Da musst du nehmen was du kriegst.


    Zitat

    In welchem Zusammenhang stehen Brennwert und Vorlauftemperatur?


    Hohe Vorlauftemperatur bedeutet auch hohe Rücklauftemperatur und damit kein (nennenswerter) Brennwerteffekt.


    Zitat

    Warum hat ein Warmwasserspeicher für Trink-WW in Zusammenhang mit einem BHKW keinen Sinn?


    Für ein BHKW braucht man eh einen Puffer und aus Hygienegründen (und gesetzlichen Vorgaben) halte ich eine Frischwasserstation für besser.


    Zitat

    Oft wurden mir in den Beiträgen Vaillant ecoPower 1.0 oder 3.0 empfohlen. An anderer Stelle wird hier im Forum aber immer wieder massiv über die ausufernden Wartungskosten bei Vaillant gewettert.


    Das kommt meiner Meinung aber auch daher weil Vailant seinen Vollwartungsvertrag zu Beginn praktisch "verschenkt" hat.
    Aber schön das du genauer nachschaust und nicht alles frisst was man dir auftischt. :D


    Zitat

    Aus Sicht der Wartungskosten hielt ich bisher ein Stirling-BHKW für durchaus interessant.


    Bringt nur leider nix wenn die Bude nachher kalt ist.
    Ich kanns zwar überschlägig rechnen, wenns "Spitz auf Knopf" geht halt ich mich lieber raus...
    Kannst ja mal fragen ob ein (BHKW-tauglicher) Heizungsbauer grünes Licht gibt oder gleich abwinkt.


    Ausm Viessmann Datenblatt:

    Zitat

    Nenn-Wärmeleistungsbereich (Angaben nach EN 677)
    T V /T R = 50/30 °C kW th 3,6 - 26,0
    T V /T R = 80/60 °C kW th 3,2 - 24,6


    Also bei 70°C ~25kW thermisch. Elektrische Leistung bei 50°C Rücklauftemperatur max. 970W.


    Zitat

    Und da sollte doch eigentlich so ein 1kW el Gerät passen.?


    Warum hier jetzt so viele unbedingt ein größeres Gerät implantieren wollen ist mir nicht ganz klar.


    Zitat

    Kennt ihr auch Stirling-Geräte mit mehr als 1kW el.?


    Ist mir keines bekannt.


    Zitat

    mittels der Wartungen irgendeinem Heizungsbauer das Überleben der nächsten 15 Jahre zu finanzieren.


    Bei den Betriebsstunden die da zusammenkommen sind 15 Jahre arg hoch gegriffen. Du solltest dich jetzt schon mit dem Gedanken anfreunden das ein BHKW mit Ende der Förderung (10J.) auch mechanisch am Ende ist.



    mfg JAU

  • 8. Das ganze Projekt muss wirtschaftlich sinnvoll bleiben. Ich will kein BHKW einbauen, nur um mir nachher selber auf die Schulter klopfen zu können und überspitzt formuliert, mittels der Wartungen irgendeinem Heizungsbauer das Überleben der nächsten 15 Jahre zu finanzieren. Zumindest über die Lebensdauer insgesamt betrachtet muss das Projekt in der Summe aller Kosten und Erträge nachvollziehbar günstiger sein als lediglich eine Brennwerttherme zu benutzen. Andernfalls hätte der Aufwand für mich keinen Sinn.

    Bei mir war ausschlaggebend, dass ich das BHKW über verschiedene Förderungen / Zuschüsse "grün" rechnen konnte. Auf die "dickste" Förderung bin ich nur durch Zufall gestoßen, der
    Gasversorger hatte sein Förderprogramm nur winzig klein auf der Webseite
    angekündigt... Sprich: Klapper Gas- und Stromversorger ab, schau' ob Du über die KfW Zuschüsse oder günstige Kredite bekommen kannst. Wenn es ein Einzeldenkmal ist, könnte auch die Abstimmung mit den Denkmalpflegern interessant sein.

  • Zitat

    Wenn es ein Einzeldenkmal ist, könnte auch die Abstimmung mit den Denkmalpflegern interessant sein.


    Wenn es ein Einzeldenkmal ist MUSS eine abstimmung mit dem Denkmalschutz erfolgen. Der Einbau eines Heizsystems ist eine genehmigungspflichtige Umbaumaßnahme. Dafür stehen im dann steuerliche Möglichkeiten offen, die die Kosten reduzieren....und hier komme ich nochmals auf die Frage 1kW el oder 3kW el. zurück. Betrachtet man die Preise nach Abschreibungen für eine eco 1.0 und eine eco 3.0, so ist die Differenz evtl. nicht mehr so gross (kommt auf die Situation beim TE an). Folglich kann eine 3.0 Anlage sich durch höheren Eigenverbrauch trotzdem rechnen. Hierzu sollte man genau des Lastprofil beim Stromverbrauch betrachten. Liegt nachts nur geringe Grundlast an, tagsüber ist aber ein Verbrauch von deutlich über 1kW elektrisch die Regel, dann ist ein 3.0 evtl. sinnvoller. man könnte sich überlegen die Anlage dann nachts gar nicht laufen zu lassen und mit Gas zu heizen, tagsüber aber den Großteil des Stomes selbst zu produzieren.
    Wie gesagt - das kommt auf die steuerliche und verbrauchsabhängige Situation beim TE an. Die pauschale Aussage dass eine 1kW el. Anlage wegen der Grundlast bei diesem Gesamtverbrauch generell besser geeignet sei ist nicht korrekt.


    Von Stirling Anlagen würde ich generell die Finger lassen. Ich halte die Maschinen nicht für langlebig. Hauptkritikpunkt ist das, das Arbeitsgas unter hohem Druck stehen muss um einigermassen Leistungsdichte zu erhalten. Es ist in einen Zylinder mit beweglichem Kolben eingesperrt. Das ist nie dauerhaft dicht zu bekommen und im Zweifelsfall für den Endanwender nicht selbst zu beheben. Das Ganze ist zudem mit höheren Investitioneskosten verbunden.


    Die beiden ecopower 1.0 und 3.0 habe ich übrigens nur als Beispiel herangezogen. Andere Hersteller bieten evtl. vergleichbares zu besseren Konditionen an (das weiss ich nicht), so dass hier genug Spielraum für Beratungen duch einen fachlich fähigen Heizungsbauer besteht.


    Zitat

    Bei den Betriebsstunden die da zusammenkommen sind 15 Jahre arg hoch gegriffen. Du solltest dich jetzt schon mit dem Gedanken anfreunden das ein BHKW mit Ende der Förderung (10J.) auch mechanisch am Ende ist.


    Kommt darauf an, was in der Laufzeit alles getasucht wurde. Nach 10 jahren endet jedenfalls die garantierte Stromabnahme und der KWK zuschuss. Daher muss sich die Anlage bis dahin selbst tragen...und das macht sie NUR durch Eigenverbrauch des Stroms.

  • Von Stirling Anlagen würde ich generell die Finger lassen. Ich halte die Maschinen nicht für langlebig. Hauptkritikpunkt ist das, das Arbeitsgas unter hohem Druck stehen muss um einigermassen Leistungsdichte zu erhalten. Es ist in einen Zylinder mit beweglichem Kolben eingesperrt. Das ist nie dauerhaft dicht zu bekommen und im Zweifelsfall für den Endanwender nicht selbst zu beheben. Das Ganze ist zudem mit höheren Investitioneskosten verbunden.

    Als Rudolf Diesel diesen "neuen" Motor erfunden hat, hat man ähnliche Argumente gehabt, von wegen hoher Druck und Langlebigkeit ... :D