Modulation Bluegen BG-15?

  • Modulation macht schon Sinn, wenn man temporär niedrige elektrische Last hat und 6 ct/kWh Gas in 4 ct/kWh Einspeisevergütung wandelt. Daher würde ich natürlich das Bluegen-Gerät bevorzugt dahin stellen, wo die elektrische Erzeugung komplett von der Grundlast abgenommen wird.

    Das ist so ein Punkt, wo ich dem Hans_Dampf (sachlich) beipflichten würde. Die Modulation erscheint mir wenig sinnvoll. Ein BlueGen kann sich doch nur über einen hohen EV rechnen, ich denke, das ist inzwischen weitgehend Konsens? Dabei sprechen wir aber von absoluten Zahlen. Der EV bzw. die Einnahmen steigen ja nicht absolut, wenn ich moduliere, er wird nur relativ besser. Natürlich tut es weh, wenn ich pro kWh auch noch 2 ct. mitbringe (ich bin Schwabe und die sind diesbezüglich besonders schmerzempfindlich;( ) , aber wie viele kWh sollten das denn sein? Um welche Summen handelt es sich denn?

    20% von 13.000(kWh Jahresleistung) sind 2600 kWh mal €0,02 = €52 (wenn ich mich nicht verrechne) Dafür braucht der neu BlueGen dann soviel mehr Gas, dass das auch schon wieder weg ist. Lohnt das zusätzliche Kosten bei der Maschine, um sie modulierfähig zu machen? Und welches Risiko ist damit verbunden bzw. welchen Schaden richte ich damit an?


    Wenn ich eine Situation habe, wo ich 80% von 1,5 kW als Grundlast annehmen kann, dann würde ich nach einem Weg suchen, den überschüssigen Strom als WW zu verheizen . Das sollte bei der minimalen Abwärme des BlueGen eine denkbare Option sein.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Wenn ich eine Situation habe, wo ich 80% von 1,5 kW als Grundlast annehmen kann, dann würde ich nach einem Weg suchen, den überschüssigen Strom als WW zu verheizen . Das sollte bei der minimalen Abwärme des BlueGen eine denkbare Option sein.

    Seit ich das BlueGEN habe, habe ich 90,90% direkt verbraucht.

    Der Rest ist in den Akku gegangen.

  • Der Rest ist in den Akku gegangen.

    "Otto find ich gut", ähm, meine natürlich Akku.

    Dazu hatte ich an anderer Stelle schon postuliert, dass ein BlueGen nach meiner Meinung für Akkubetrieb prädestiniert sei. Das fand hier aber keine positive Resonanz. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass man auch Rechungen mit Akku recht kontrovers aufstellen kann.


    Für den "Überschuss aus dem BlueGen alleine wäre es auch schwierig. Deshalb wäre es interessant, wenn ein "Täter" das mal rechnerisch darstellen würde.

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    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
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  • Wie gesagt, ich bin auch extrem.

    Habe durch meinen Teich alleine über 800W Grundlast.

    Plus Haus sind das +-1,2kW.

    Ich hatte früher schon 13.000kWh pro Jahr verbraucht.

    Dann kam der Tesla dazu.

    Deshalb kam vor dem Tesla noch die 22kWp PV-Anlage.

    Ein Jahr später der Speicher, weil ich meinen PV-Strom nicht verkaufen wollte, um Nachts den doppelten Preis zu zahlen.

    Aber der Akku ist für mich eher Hobby und wird keinen Gewinn einfahren.

    Dann kam noch das BlueGEN, damit ich auch im Winter mehr Selbstversorger werde.

    Im Dezember habe ich den Speicher günstig auf 3 SI aufrüsten können und kann jetzt meinen Tesla mit 11kW laden und brauche nichts zu kaufen.

  • Ein BlueGen kann sich doch nur über einen hohen EV rechnen, ich denke, das ist inzwischen weitgehend Konsens?

    Aber genau darum geht es doch, wievie mehr Gas verbraucht er denn tatsächlich beim Modulieren, und ist die Energie aus dem Gas dann im Warmwasser oder im Schornstein? Hätten wir hier Zahlen könnte man rechnen. Vielleicht sind dann die einzigen nicht variablen Kosten die für die Wartung?

    Für den "Überschuss aus dem BlueGen alleine wäre es auch schwierig. Deshalb wäre es interessant, wenn ein "Täter" das mal rechnerisch darstellen würde.

    Das wird sehr komplex, ich habe ja PV, Speicher und Dachs. Aber um das wirklich exakt zu rechnen bräuchte man einen präziesen Fall. Wie hoch ist der Überschuss über dem direktverbrauch? Von welcher Lebensdauer der WR, Batterie und BSZ gehen wir aus? Zu welchem Preis und in welcher höhe wird, und das ist nur bei Dauerläufern wie der Bluegen relevant, der PV Strom verdrängt? Also wie hoch ist der Verbrauch oberhalb der Bluegen Erzeugung wenn die Sonne scheint? Und wieviel ist er ggf. unter der Bluegen Erzeugung wenn die Sonne nicht scheint?

    Was ich sagen will ist das man da zu viele Variablen hat um eine ansatzweise repräsentative Musterberechnung zu machen.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Modulation macht schon Sinn, wenn man temporär niedrige elektrische Last hat und 6 ct/kWh Gas in 4 ct/kWh Einspeisevergütung wandelt.

    Man müsste mal ein Beispiel errechnen. Es gibt ja gerade bei der Bluegen die durchläuft kaum variable Kosten. Gas braucht man klar weniger, aber Wartungskosten und AfA bleiben ja pro Betriebsstunde gleich.

    AfA sind fix, das ist ja nichts anderes als der CAPEX, der am Anfang investiert wurde, auf einen gewissen Zeitraum umgelegt. Wartungskosten sind auch fix, war da nicht die rede von 600 € Vollwartungspauschale pro Jahr? Also spart man nichts, wenn man mit kleiner Flamme fährt, verliert aber auch nichts bei Vollgas. Es sind im Wesentlichen die Gaskosten und Erträge durch den elektrischen und thermischen Output. Mit dem effektiven el. Wirkungsgrad von 60% und 6 ct/kWh erzielt man Grenzkosten der Stromerzeugung von 10 ct/kWh, bei 400% effektivem th. Wirkungsgrad sind die variablen Wärmekosten 1,5 ct/kWh.


    Die Wärme kann man gut zwischenspeichern, d.h. ich würde auch hier einen stromorientierten Betrieb bevorzugen, der bei leerer werdenem Wärmespeicher umschaltet auf eine Wärmeführung (vgl. Micro Cogeneration With A Price-variable Heat Storage Switch), damit der Zusatzkessel nicht so häufig zuschaltet. Das wird mit der geringen Wärmeleistung von 850 W wohl häufiger passieren.


    Bei variablen Stromgestehungskosten von 10 ct/kWh und vermiedenem Strombezug von 30 ct/kWh und 5 ct/kWh üblichem Preis kann man die volle Leistung von 1,5 kW erzeugen, wenn man x % 30 ct/kWh + (1-x) % 5 ct/kWh = 10 ct/kWh <=> 30x% + 5 - 5x% = 10 => 20% Eigenverbrauch hat, um auf der Stromseite 0 auf 0 herauszukommen. Dann verdient man immer noch an der günstigeren KWK-Wärme, die billiger ist als Kesselwärme.


    Gruß,

    Gunnar

  • Ab ende des 1. Absatzes versteh ich nur Bahnhof, falls das was ich mir aus dem Rest zusammenreime einigermaßen hinkommt fällt mir folgendes auf:


    Wieso ist KWK Wärme günstiger als die der Therme?

    Wenn wie andere angedeutet haben das Gerät durchs drosseln stärker verschleißt (in unbekanntem Ausmaß) müsste de AfA angepasst werde. Nur an welche Werte???

    Für eine einigermaßen genaue Berechnung wäre es schon wichtig zu wissen wie sich Wirkungsgrad elektrisch, thermisch, gesamt und der Gasverbrauch zueinander verhalten.


    Ich denke am wichtigsten wäre eine Antwort auf die Frage ob die AfA (nach Betriebsstunden) sich durch teillastbetrieb erhöht oder verringert. Hier kann wenn überhaupt nur der Hersteller Informationen liefern, oder in einigen Jahren die Langzeiterfahrungen.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Stimmt grundsätzlich aber, man kann davon abweichen wenn z. B. durch Mehrschichtbetrieb der Verschleiß begründet höher ist. Das könnte auch der Fall sein wenn z. B. durchs Modulieren nachweislich der Verschleiß erhöht ist.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

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  • Stimmt grundsätzlich aber, man kann davon abweichen

    Die Frage ist doch, was es bringt hier was hin oder her zu schieben. Die abschreibbare Summe ist am Ende immer die gleiche. Eine höhere Abschreibung bringt Dich allenfalls in die Bredouille, dass Dir der eifrige Finanzbeamte die Gewinnabsicht streitig macht.

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  • Stimmt, aber mir geht es hier nicht nur ums Finanzamt, sondern um Anhaltspunkte bzgl. der Lebenserwartung. Der einfachheit halber habe ich die Abkürzung AfA dafür verwendet, diese soll ja die übliche Nutzungsdauer wiederspiegeln, und um die geht es. Ich benutze AfA als kürzel für zu erwartende Lebensdauer einer Anlage. Das, wie bei jedem andern Wirtschaftsgut auch eine längere Nutzung, meist mit erhöhtem Wartungs und Reperaturaufwand möglich ist ist mir klar.


    Mir fällt auf das ich wohl übertrieben vereinfacht habe. Also bitte AfA in den vorherigen Beiträgen Sinngemäß durch Abnutzung oder Verschleiß ersetzen, ich denke dann ergibt es wieder Sinn.


    Dennoch bleibt interessant wie sich die Lebenserwartung verändert durch die Fähigkeit zu modulieren, bzw. deren gebrauch. Würde die BSZ üblicherweise bis zum vielleicht wirtschaftlichen Totalschaden (auch das wissen wir nicht) des Stacks z. B. 11 Jahre brauchen und durchs Modulieren wären es nur noch 9 Jahre wäre es ja sogar vorteilhaft da nun der Stack noch wärend der VoWa getauscht wird... Wir wissen einfach zu wenig über das Produkt, weshalb wir uns immer im Kreis drehen. Es könnte ja genauso sein das es keinen Einfluss gibt, oder das der Sack modulationsbedingt nach 5 statt 9 Jahren defekt geht. Vielleicht ist auch ein anderes teueres Teil vor dem Stack dran? Oder der Stack würde ohne 15 und mit Modulation nur 11 Jahre halten. All das führt zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen in der wirtschaftlichkeit, ebenso wie die Preise für entsprechende Reperaturen. Hier wären kalkulierte Werte vom Hersteller hilfreich.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

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    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

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  • Wieso ist KWK Wärme günstiger als die der Therme?

    Weil im Kuppelprozess der Input (Gaskosten, Primärenergie, CO2-Emissionen, etc.) auf die zwei Produkte aufgeteilt wird.

    Bei einer Therme ist es einfach: Gas rein, Wärme raus. Bei 10% Verlusten hat man also 90% Wirkungsgrad.


    Bei der Bluegen (wie auch bei anderen KWK-Anlagen) ist es etwas komplexer:

    100 Einheiten Gas rein, 55 Einheiten elektrische Energie plus 33 Einheiten thermische Energie raus.

    Wieviel vom Input gehört nun zur Wärme und wieviel gehört zum Strom? Kniffelige Frage, über die sich BWLer und Juristen jahrelang die Köpfe heiss reden. Gott sei Dank haben wir es aber hier mit energetischen Produkten zu tun, bei der ein Thermodynamiker weiss:


    Strom und Wärme sind ineinander überfürbar!


    Mann kann sie also vergleichen, im simpelsten mit dem Gedankenexperiment, den Strom per Wärmepumpe in Wärme zu wandeln, oder Wärme per ORC oder Dampfprozess nachzuverstromen. Man nimmt bei der Bewertung von Wärme im Vergleich zum Strom dann den Carnot-Faktor (und eben keine reale Maschine mit einem Gütefaktor kleiner 1) damit man keine Pfadabhängigkeit beachten muss, sondern nur den Systemzustand bewerten braucht.


    Daraus ergibt sich dann die Brennstoff-Allokation im KWK-Prozess und einem Carnot-Faktor von 0,15 für NT Wärme (Vorlauf 70°C, Rücklauf 30°C; Außentemperatur 0°C) die obige Aufteilung, bei der der Wärme nur ein viertel PE zugewiesen wird. Damit ist sie günstiger als Kesselwärme.


    Gruß,

    Gunnar

  • Daraus ergibt sich dann die Brennstoff-Allokation im KWK-Prozess und einem Carnot-Faktor von 0,15 für NT Wärme (Vorlauf 70°C, Rücklauf 30°C; Außentemperatur 0°C) die obige Aufteilung, bei der der Wärme nur ein viertel PE zugewiesen wird. Damit ist sie günstiger als Kesselwärme.

    Sorry, aber da stellst Du doch Zusammenhänge her, wo keine sind.

    1.    Eine BSZ hat nichts mit Carnot zu tun, genau so wenig, wie eine Lithiumbleibatterie. Dass da „relativ viel“ Wärme bleibt, ist einfach dem chemischen Prozess geschuldet.

    2.    Auch wo Carnot im Spiel ist, macht es für mich keinen Sinn, den Wert der Wärme danach zu berechnen. In meinen Augen ist die Wärme ganz genau so viel wert, wie ich Einsparung habe, weil ich sie nicht anders produzieren muss. Das ist die Auswirkung auf meinen Geldbeutel und daher kommt der finanzielle Wert. Wenn meine Wärme ansonsten aus Gas produziert wird, dann entspricht der Wert dem eingesparten Gaspreis. Wenn ich die Wärme ansonsten aus Kohle produzieren müsste, dann entspricht der Wert der eingesparten Kohle. Und wenn ich sie nicht nutzen kann, weil es sowieso zu warm ist, dann ist sie wertlos. (imho)

    Wo liegt der Sinn, hier akademische Werte zuordnen zu wollen, die sich so nicht in meinem Geldbeutel niederschlagen?

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

    Einmal editiert, zuletzt von bluwi () aus folgendem Grund: Zur Klarstellung: . . den Wert der Wärme danach . . hier spreche ich nur von der Abwärme, die nicht mehr zur Krafterzeugung genutzt wird. Wenn da ORC dran hinge, wäre das natürlich anders.

  • Moin Bluwi,

    Sorry, aber da stellst Du doch Zusammenhänge her, wo keine sind.

    1. Eine BSZ hat nichts mit Carnot zu tun, genau so wenig, wie eine Lithiumbleibatterie. Dass da „relativ viel“ Wärme bleibt, ist einfach dem chemischen Prozess geschuldet.

    es geht nicht darum, ob die Brennstoffzelle einen Rankine-Prozess oder einen elektrochemischen Prozess benutzt. Es geht darum, dass am Ende (Stichwort Bewertung des Systemzustands, nicht Bewertung der Prozesses) zwei Energieformen vorliegen: Wärme und elektrische Energie - völlig unabhängig mit welchem technischen Gerät diese erzeugt wurden. Und wie man Wärme in elektrische (bzw. mechanische) Energie überführen kann, das beschreiben die Gesetze der Thermodynamik. Noch mal vereinfacht: es spielt keine Rolle wie man zum Ergebnis kommt, es ist relevant wie man das Ergebnis bewertet.


    Eine Brennstoffzelle produziert ja auch keine elektrische Energie aus der Wärme, sondern es ist eine Redoxreaktion aus der chemischen Bindung heraus (Atomkraft ungleich Kernkraft). Es gab vor Jahren mal von der EnBW die Idee für ein SOFC-Demokraftwerk, das die HT-Abwärme auch per Mikrogasturbine weiter nutzen wollte. Damit kann man für jene, die sich ein technisches Analogon vorstellen müssen, auch ein Bild bauen, welchen Wert die Wärme hätte, wenn diese Maschine mit Carnot-Wirkungsgrad laufen würde

    Auch wo Carnot im Spiel ist, macht es für mich keinen Sinn, den Wert der Wärme danach zu berechnen. In meinen Augen ist die Wärme ganz genau so viel wert, wie ich Einsparung habe, weil ich sie nicht anders produzieren muss. Das ist die Auswirkung auf meinen Geldbeutel und daher kommt der finanzielle Wert. Wenn meine Wärme ansonsten aus Gas produziert wird, dann entspricht der Wert dem eingesparten Gaspreis. Wenn ich die Wärme ansonsten aus Kohle produzieren müsste, dann entspricht der Wert der eingesparten Kohle. Und wenn ich sie nicht nutzen kann, weil es sowieso zu warm ist, dann ist sie wertlos. (imho)

    Was Du da beschreibst, ist die sogenannte Restwertmethode. Man hat Produkt A, dem erstmal der volle Input zugewiesen wird, und zieht den Wert (Primärenergie, CO2-Emissionen, Geldeinheiten) vom Produkt B ab. Das ist für Ökonomen voll in Ordnung, weil sie für die Lösung eines zweidimensionalen Gleichungssystems eine zweite Gleichung benötigen. Bei energetischen Kuppelprodukten haben wir diese zweite Gleichung in Form der Überführbarkeit von Strom und Wärme gemäß dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (Entropie bleibt gleich oder nimmt zu, d.h. Exergie nimmt ab oder bleibt im besten Fall gleich) .


    Neben der Tatsache, dass die Restwertmethode gegen diesen zweiten Hauptsatz verstößt (das bedeutet, sie reizt ein Verhalten an, dass ein Perpetuum Mobile bauen will), hat sich auch noch mathematische Schwächen. Seite 6 zeigt die verschiedenen Allokationsmethoden im Vergleich. Bei Restwertmethode (hier substitution method genannt) kommt es zu einem Nulldurchgang des PEF für die Wärme, sobald die KWK-Anlage den elektrischen Wirkungsgrad des Referenzkraftwerks überschreitet. Somit wird mit einem PEF kleiner Null suggeriert, dass man Primärenergie spart, indem man die Wärme zum Fenster raus heizt. Das ist natürlich Quatsch, weil sowohl Wärme als auch elektrische Energie einen Anteil des Inputs tragens

    Wo liegt der Sinn, hier akademische Werte zuordnen zu wollen, die sich so nicht in meinem Geldbeutel niederschlagen?

    Ganz praktische Antwort: Die Mikro-KWK-Branche gräbt sich ihr Grab, wenn sie länger an der Restwertmethode in der Berechnung der effektiven Wirkungsgrade verharrt als unbedingt notwendig und nicht zügig umstellt auf die Carnot-Methode. Die Restwertmethode braucht einen externen Referenzwirkungsgrad und der ist momentan bei den EnEV-Berechnungen 35% (2,8 PEF der Elektrizität). Wenn man ins Kleingedruckte schaut, ist das aber eine Ausnahme für die KWK und in Deutschland liegt der PEF für elektrische Energie aktuell normativ festgesetzt bei 1,8 (man kann darüber streiten, ob der Durchschnitt das angemessene Maß ist und nicht besser durch das durchschnittliche Grenzkraftwerk ersetzt werden sollte). Nichtsdestoweniger geht der Referenzwert runter, je mehr der EE-Zubau erfreulicherweise Erfolg hat. Weil der Referenzwert runter geht, wird der PEF für die Wärme rauf gehen. Wer wird denn am Ende in eine Mini-KWK-Anlage investieren, wenn die Wärme auf dem Papier nach Restwertmethode genausogut mit einem Kessel geliefert werden kann? Die Carnot-Methode ist referenzsystemfrei und liefert damit stabile Ergebnisse, unabhängig in welchem (zeitlich variablen) Referenzsystem sie eingesetzt wird.


    Mit der Carnot-Methode hat ein Betreiber auch eine realistische Einschätzung der variablen Gestehungskosten. Mit den Bluwin-Beispieleffizienzen wären es bei 6 ct/kWh (Großabnehmer zahlen nur 2 ct/kWh) Gaskosten für die elektrische Energie rund 10 ct/kWh (60% effektiver Wirkungsgrad) und Grenzkosten für die Wärme 1,5 ct/kWh (400% effektiver Wirkungsgrad). Der Unterschied zwischen 1,5 ct/kWh und 6,6 ct/kWh (Gaskessel mit 90% thermischen Wirkungsgrad) gibt eine saubere ökonomische Grundlage für die Speicherdimensionierung. Je billiger die KWK-Wärme ist, desto größer kann der Wärmespeicher für KWK-Wärme ausfallen.


    Gruß,

    Gunnar

  • es ist relevant wie man das Ergebnis bewertet.

    OK, da bin ich 100% bei Dir

    Neben der Tatsache, dass die Restwertmethode gegen diesen zweiten Hauptsatz verstößt (das bedeutet, sie reizt ein Verhalten an, dass ein Perpetuum Mobile bauen will),

    Da widerspreche ich, weil eine Kostenrechnung nichts mit Thermodynamik zu tun hat, kann sie auch nicht gegen einen Hauptsatz verstoßen. Hier ist so ein Punkt, wo Du Dinge verkoppelst, die imho nicht miteinander zu tun haben. Das zeigt auch der Satz in Klammern, weil niemand (jedenfalls nicht ich) was mit einem Perpetuum Mobile am Hut hat und sich nicht durch eine Kostenrechnung dazu animiert fühlt..


    Somit wird mit einem PEF kleiner Null suggeriert, dass man Primärenergie spart, indem man die Wärme zum Fenster raus heizt. Das ist natürlich Quatsch, weil sowohl Wärme als auch elektrische Energie einen Anteil des Inputs tragens

    Imho auch das ein Indiz dafür, dass Du Dinge verkoppelst, die nicht miteinander zu tun haben. Wobei sich hier auch ein wesentlicher Unterschied in unserem Denken zeigt. Du willst Kosten zuordnen, aber ich rede von Wert. Für mich hat auch Wärem einen Wert, die nichts kostet. Und sie hat nur einen bestimmten Wert, auch wenn sie viel kosten würde.


    Die Mikro-KWK-Branche gräbt sich ihr Grab, wenn sie länger an der Restwertmethode in der Berechnung der effektiven Wirkungsgrade verharrt als unbedingt notwendig und nicht zügig umstellt auf die Carnot-Methode. Die Restwertmethode braucht einen externen Referenzwirkungsgrad und der ist momentan bei den EnEV-Berechnungen 35% (2,8 PEF der Elektrizität).

    Erneut Widerspruch.
    Ich verwende keine Kosten-Nutzerechnung um einen Wirkungsgrad abzubilden. Ich rechne auch nicht die Wärme billig, so wie du das machst. Ich brauche auch keine externe Referenz, weil ich eben nicht in Wirkungsgrad rechne.


    Allerdings adressiert Du hier ein Thema, das mich schon immer stört, wenn nämlich bei einem Motor-BHKW von 95% Gesamtwirkungsgrad gesprochen wird, und bei einer BSZ von 85%. Das ist aber ein ganz anderes Thema, da sprechen wir von einer Ökobilanzierung, damit kann ich aber mein BHKW nicht abbezahlen. Der höhere Wirkungsgrad führt zu mehr Stromertrag und erlaubt dadurch mehr Abschreibung, was aber verschlechtert würe, wenn ich der Wärme nicht den angemessenen Wert beimesse.


    Mit der Carnot-Methode hat ein Betreiber auch eine realistische Einschätzung der variablen Gestehungskosten. Mit den Bluwin-Beispieleffizienzen wären es bei 6 ct/kWh (Großabnehmer zahlen nur 2 ct/kWh) Gaskosten für die elektrische Energie rund 10 ct/kWh (60% effektiver Wirkungsgrad) und Grenzkosten für die Wärme 1,5 ct/kWh (400% effektiver Wirkungsgrad).

    Abgesehen davon, dass ich Dir bei der Rechnung nicht ganz folgen kann, bedeutet es letztlich doch, dass meine Gestehungskosten für den Strom steigen, wenn ich die Wärme billig rechne. Was sollte das bringen?

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.