Beiträge von gunnar.kaestle


    auch ich war geschockt mit welcher Schnelligkeit die Strompreise auf ca. 50 ct / kWh stiegen und meines Wissens bleiben die Strompreise künftig hoch

    Die Futurepreise auf dem Elektrizitätsmarkt gehen langfristig runter (aber auf hohem Niveau):


    3/22: 226,00 €/MWh
    4/22: 264,50 €/MWh


    Cal-23: 229,50 €/MWh
    Cal-24: 188,00 €/MWh
    Cal-25: 168,50 €/MWh


    Das liegt daran, dass das preisbestimmende Grenzkraftwerk noch auf Jahre hinweg ein thermisches Kraftwerk ist, was mit Kohle bzw. Gas betrieben wird.


    Cal-23: 90,65 €/MWh
    Cal-24: 70,18 €/MWh
    Cal-25: 55,70 €/MWh


    Gruß,
    Gunnar

    Zunächst ist die Zweckbestimmung eines Autos nun einmal die Mobilität ist. Dann, wenn ich fahren will, soll der "Tank" voll sein.

    Der Grad einer Mitbenutzung zur Stabilisierung des Stromnetzes ist also zwangsläufig eher gering.

    Das Schlagwort lautet Dual-Use und differentielle Mehrkosten. Wenn Du sowieso ein E-Auto verfügbar hast, dann sind die differentiellen Mehrkosten gering, wenn du das bestehende Auto mit ein wenig mehr Geld zu einem Dual-Use-Gerät ausbaust, was dann deutlich billiger ist als sich noch mal fast die gleiche Hardware in den Keller zu stellen. Das Teure an einem Batteriespeicher sind die Zellen und nicht ggf. die etwas ausgefeiltere Leistungselektronik als AC/DC-Schnittstelle.

    zukünftig zwangsläufig zu erwartenden starken Spitzen der Erzeugerleistung (mit 200 GW PV und ebenso viel Windkraft) im Netz abgefangen werden.

    Es sind wohl eher 400 GW PV (Jahresertrag 400 TWh) + 400 GW Wind (Onshore 2 GW : 1 GW Offshore umtauschbar; Jahresertrag ca 800 TWh).

    Beispiel: Ich möchte mit meiner Zoe ZE50 mindestens 200Tkm fahren. Bei durchschnittlich 20kWh/100km und einer Batteriekapazität von rund 50kWh macht das 800 Vollzyklen - über 20 Jahre. (In der Regel als Halbzyklen genutzt). Ob ich da viel übrige Zyklen habe, bezweifle ich. Zelltausch lassen sich die Hersteller vergolden...

    Heutige Batteriesysteme für E-Autos sind so ausgelegt, dass es die kalendarische Alterung ist, die am Ende die Lebensdauer begrenzt und nicht die Zyklenzahl. Das bedeutet Du hast noch freie Zyklen auf der Uhr, die du bei Unternutzung der Traktionsbatterie wegschmeisst, wenn Du nicht als E-Taxi regelmäßig Kilometer frisst. Zudem ist die Frage nach der Zyklenfestigkeit, wenn man Teilzyklen fährt. In der Regel nimmt die Haltbarkeit der Batterie in äquivalenten Volllastzyklen deutlich zu.


    Gruß,

    Gunnar

    Es ist klar, dass die Telekomiker sich nur kopfschüttelnd über die Energiewirtschaft äußern. Zum einen sind da die Unterschiede in der Anlagenlebensdauer, was auch Auswirkungen auf die Kompatibilitätsanfordernen hat. Kraftwerke laufen rund 40+ Jahre, dezentrale Anlagen 20+ Jahre. Netze halten ca. 80 Jahre für Freileitungen und Kabel, und 40 Jahre in der Primärtechnik bei den Umspannwerken (stromfließende Bauteile wie Trafos) sowie ~20 in der Sekundärtechnik (Mess- + Regelungstechnik). Das bedeutet dass das Zeug, das ich heute installiere, mit 20-40 Jahre altem Equipment harmonisieren muss und auch in 20-40 a mit der dann aktuellen Hardware zusammenarbeiten muss.


    Italien hat ja bekanntlich als einer der ersten Länder mit dem Smart Meter Rollout begonnen. Die wievielte Generation von elektronischen Zählern ist heute schon in Betrieb gegangen?


    Zum anderen gibt es unterschiedliche Erwartungen bzgl. der Verfügbarkeit. 15 min Stromausfall im Durchschnitt bedeutet 8759,75 h / 8760 h = 99,997% . In dem Zusammenhang will ich gerne aus einem Kommentar zitieren, den ein BSI-Mitarbeiter 2011 zur Normungsroadmap Netzintegration Elektromobilität abgegeben hat. An der grundlegenden Aussage hat sich imho nicht viel geändert.


    Zitat von STD_1911.5_2011-0009
    Soweit Elektromobilität in einem Umfang etabliert werden soll, das sie lokal (im einzelnen Strang und im "Ortsnetz") bis hin zum Gesamtnetz für die Netzstabilität von Bedeutung ist, sollten damit verbundene Aspekte bzgl. der Netzstabilität und Versorgungssicherheit ggf. deutlicher herausgehoben werden. Von der Energieversorgung wird bzgl. ihrer Kernfunktionen allgemein wird im hohen Maße Robustheit und Resilienz gefordert, insbesondere wird für die Stromversorgung faktisch eine derart hohe Verfügbarkeit erwartet, wie sie im klassischen IKT-Umfeld nicht wirtschaftliche garantiert werden kann. Wichtig wäre m.E.n. dann insbesondere auch die Feststellung, dass Elektromobilität nicht zum Risiko für die Versorgungssicherheit werden darf. Dies bedeutet ggf. aber auch, dass Elektromobilität selbst in (allgemeinen oder IKT-)Krisenlagen die Energieversorgung nicht gefährden darf.

    Somit sollten die Zusatzinformationen aus dem Smart Grid stets "nice to have" sein, aber nicht unverzichtbar für den Betrieb eines zukünftigen elektrischen Energiesystems. Die grundlegenden Funktionen (Spannung muss anliegen an der Steckdose, auch wenn man das dahinterliegende System nicht zu 100% optimiert und ausgereizt hat) müssen auch verfügbar sein selbst wenn die IT streikt oder kompomitiert wurde. Daher - so der Kommentar - sollte primär auf gute Netzanschlussbedingungen geachtet werden, welche ein netzdienliches Verhalten auch ohne digitale Datenkommunikation auf Basis physikalischer Grundlagen ermöglicht. Ich verweise hierzu auf das simple Design eines Thermostatventils und den darauf aufbauenden Regelkreis.


    Zitat von STD_1911.5_2011-0009
    Ein möglicher konkreter Beitrag dazu, potentielle Gefährdungen der Elektromobilität und Gefährdungen der Elektrizitätsversorgung allgemein durch Elektromobilität auf ein handhabbar(eres) Maß zu begrenzen, könnten Überlegungen sein, für Elektromobilität geeignete Netzanschlussbedingungen zu formulieren. [..] Wenn jede elektrische Komponente, die an der Elektromobilität teilnimmt, aus übergeordneten Systemen stammende Steuerbefehle nicht blind ausführt, sondern deren "elektrische Durchführbarkeit" anhand lokal messbare Größen (insbesondere Kerngrößen wie Spannung, Frequenz, Phase) validiert, und Befehle nur ausführt, wenn dies nicht in Richtung der Überschreitung tolerabler Grenzwerte führt, wäre zum Beispiel die potentielle Schadwirkung von Schwarmeffekten, die ggf. durch Angriffe auf Preisanreizsysteme ausgelöst werden können, noch beherrschbar (vgl. dazu ggf. auch Positionspapier Abschnitt 2.4, insbesondere im hinteren Teil). Im Besten Fall könnte so sogar eine dezentrale Unterstützung eines Netzwiederaufbaus / Schwarzstart der Elektrizitätsversorgung denkbar sein. Wäre es ggf. sinnvoll, die Rolle geeigneter Anschlussbedingungen im überarbeiten Positionspapier deutlicher hervorzuheben?

    Diese Anmerkungen haben bei mir mit zur Überzeugung beigetragen, dass ein robustes und resilientes Energieversorgungssystem sich vor allem auf lokale Regelkreise stützen sollten und dass übergeordnete Funktionen nur der Optimierung und der besseren Auslastung dienen, aber nicht unverzichtbar sein dürfen für die Grundfunktionalitäten. Das wäre so ähnlich, als wenn die Großhirnrinde zuständig für die Atembewegung wäre: bei einem Ohnmachtsanfall würden wir innerhalb kürzester Zeit ersticken.


    Gruß,

    Gunnar


    Dein "Netzentlaster" ist super, verlangt aber, dass man – bevor man beispielsweise Waschmaschine oder Geschirrspüler einschaltet – jedes Mal vorher den Rechner oder das Smartphone anwirft, die Seite heraussucht und draufschaut. Das werden die meisten schlicht und einfach nicht tun. [..]

    Technisch besser wäre das Ganze zu automatisieren, aber das geht nur mit "Smart"-Geräten bzw. "smarten" Stromanschlüssen und genug Leuten, die sich darauf einlassen. Dann könnten bestimmte Geräte oder Stromanschlüsse je nach Einstellung – egal zu welcher Tages- und Nachtzeit – freigegeben werden, wenn günstiger Strom vorhanden ist.

    Bei meinen Eltern funktioniert das so, dass die einen Blick aus dem Fenster werfen: Bei sonnigem Wetter werden Großgeräte wie Wasch- oder Spülmaschine angeschmissen, ansonsten wartet man noch einen halben Tag. Ich glaube nicht, dass man manuell im Internet egal ob mit Smartphone App oder sonst einer User-Interaktion man großes Nutzerinteresse generieren wird. Kann sich noch jemand daran erinnern, wie nach der Liberalisierung des Telekommunikiationsmarktes die Listen mit Billigvorwahlen Konjunktur hatten. Das gibt es ja nach wie vor noch, aber benutzt die noch jemand wirklich?


    Zum Thema der einfachen Automatisierung verweise ich auf das Ohmsche Gesetz: der Spannungsabfall entlang einer Leitung hängt von dem Widerstandsbelag und der Stromstärke zusammen. "Herzstück von FLAIR sind weitestgehend autonom arbeitende Steuerboxen in Privathaushalten. Sie können dort angeschlossene steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Ladeboxen oder Wärmepumpen ansteuern. Indikator dabei ist vor allem die Spannung vor Ort im Niederspannungsnetz. Die Spannung steigt an, wenn Strom aus dezentralen Erzeugungsanlagen, in der Regel Photovoltaikanlagen, in entsprechenden Leitungsabschnitt des Ortsnetzes eingespeist wird." (FLAIR-Projekt der Lechwerke) Das funktioniert auch weiter mit fluktuierenden Erzeugungsanlagen in der Mittelspannung über den Ortsnetztrafo und auch bzgl. der HS-Ebene, indem man am HS/MS-Leistungstrafo mit dem Laststufenschalter die Spannungshöhe leicht nach oben und unten verstellt (der sog. Dimmer-Ansatz, mit dem man schon vor Jahren einen ganzen Kronleuchter von spannungsabhängigen Verbrauchern über die Modulation der effektiven Versorgungsspannung fernsteuern konnte).


    "Wann werden E-Autos endlich so intelligent wie Glühbirnen?" fragte Tomi Engel.


    Gruß,

    Gunnar

    Und warum immer bidirektional? Es ist eben meine Vermutung, dass die Rückspeisefähigkeit entsprechend teure Zertifizierungen mit sich bringt. Aber anscheinend weiß niemand hier genaueres.

    Die Rückspeisefähigkeit oder Einspeisefähigkeit muss gemäß der geltenden Grid Codes zertifiziert werden, vgl. zum Beispiel mit der Deutschen Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 und der zugehörigen Prüfnorm VDE 0124-100 (oder auch mit der Europäischen Normenreihe EN 50549).


    Das betrifft jedes Gerät am Netz, das elektrische Energie einspeist und auch für Verbraucher gelten Vorschriften z.B. bzgl. der elektromagnetischen Verträglichkeit. Zudem gilt im Massenmarkt, dass die einmaligen Prüf- und Zertifizierungskosten sich bei hohen Stückzahlen kaum im Endpreis wiederspiegeln (etwas anderes ist es bei geringerem Umfang der Serienproduktion).


    Warum man bisher davon abgesehen hat, bidirektionale Leistungselektroniken im Auto zu verbauen ist wohl eher, dass die Hardware als gesteuerter Gleichrichter deutlich billiger ist und der Mehrwert nur langsam beim Kunden ankommt. Das mag jetzt das Komfortmerkmal Vehicle to Load (Campingstecker) oder auch in Kombination von Zweitwagen und PV-Anlage der doppelte Nutzen statt dediziertem stationärem Batteriespeicher sein.


    Gruß,

    Gunnar

    Hallo,


    am Donnerstag und Freitag vormittag findet diese Woche das Duisburger KWK-Symposium statt (online).

    Die Teilnahme ist kostenlos, die Anmeldung kann hier erfolgen:


    Gruß,

    Gunnar


    Das Programm sieht wie folgt aus:


    1. Tag (Donnerstag, 2022-05-19)


    9:30 Uhr

    Registrierung bei Zoom

    9:45 Uhr

    Eröffnung

    Prof. Dr. Harry Hoster

    Lehrstuhl Energietechnik (LET) der Universität Duisburg-Essen

    Othmar Verheyen

    Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK)

    10:00 Uhr

    Biogas und Biomethan können für die Energiewende einen signifikanten Beitrag leisten

    Uwe Welteke-Fabricius, Netzwerk Flexperten, meta-i.d. GmbH, Kassel

    10:30 Uhr

    KWK braucht Wasserstoff – The European Hydrogen Backbone

    Dr. Niko Bosnjak, Leiter Kommunikation & Energiepolitik, OGE Open Grid Europe GmbH, Essen

    11:00 Uhr

    Transformationsplan eines Wärmenetzbetreibers

    Uwe Weber, Stadtwerke Lemgo und B.KWK, Lemgo

    11:30 Uhr

    Imagefilme der Sponsoren

    11:45 Uhr

    Diskussionsrunde:

    Dr. Niko Bosnjak, OGE Open Grid Europe GmbH, Essen

    André Stinka, MdL NRW, SPD, stell. Fraktionsvors. (Zusage unter Vorbehalt)

    Uwe Weber, Stadtwerke Lemgo und B.KWK, Lemgo

    Uwe Welteke-Fabricius, Netzwerk Flexperten, meta-i.d. GmbH, Kassel

    Bianca Winkelmann, MdL NRW, CDU (angefragt)


    Gesprächsleitung: Othmar Verheyen, UDE - LET, Duisburg

    Ende ca. 13:00

    Schlusswort


    2. Tag (Freitag, 2022-05-20)

    9:30 Uhr

    Registrierung bei Zoom

    9:45 Uhr

    Eröffnung

    Prof. Dr. Harry Hoster

    Lehrstuhl Energietechnik (LET) der Universität Duisburg-Essen

    Othmar Verheyen

    Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK)

    10:00 Uhr

    Entwicklung der Energiemärkte

    Prof. Dr. Christoph Weber, Lehrstuhl für Energiewirtschaft, Universität Duisburg-Essen, Essen

    10:30 Uhr

    Osterpaket und KWK

    Dr. Heidrun Schalla, M.Jur., BH&W - Boos Hummel & Wegerich, Berlin

    11:00 Uhr

    Konzepte für die Energiewende in der Fernwärme

    Dr. Jens Kühne, Bereichsleiter Erzeugung beim AGFW e. V., Frankfurt

    11:30 Uhr

    Imagefilme der Sponsoren

    11:45 Uhr

    Diskussionsrunde:

    Dr. Jens Kühne, Bereichsleiter Erzeugung beim AGFW e. V., Frankfurt

    Dr. Heidrun Schalla, M.Jur., BH&W - Boos Hummel & Wegerich, Berlin

    André Stinka, MdL NRW, SPD, stell. Fraktionsvors. (Zusage unter Vorbehalt)

    Dr. Christian Untrieser, MdL NRW, CDU (angefragt)

    Katrin Uhlig, MdB, Bündnis 90/Die Grünen (angefragt)

    Prof. Dr. Christoph Weber, Lehrstuhl für Energiewirtschaft, UDE, Essen


    Gesprächsleitung: Othmar Verheyen, UDE - LET, Duisburg

    Ende ca. 13:00

    Schlusswort

    Ich beschäftige mich seit über 40 Jahren mit Akkutechnik und mein Haus läuft seit ca 4 Jahren Autark. Allerdings habe ich mich gegen ein E Auto entschieden weil es in eine Sackgasse führt.

    Warum denkst Du, dass elektrische Antriebe in die Sackgasse führen? Ich vermute, dass wir die 100 USD/barrel nur halten werden können, wenn die Nachfrage nach Öl zurückgeht. The End of Cheap Oil wurde schon vor über 20 Jahren angekündigt, als der Ölpreis unter 20 USD/boe lag, und seit 2005 stagniert die konventionelle Ölförderung weltweit. Was seit 15 Jahren gewachsen ist, war die unkonventionelle Ölförderung, wie z.B. das Tight Oil (Fracking im Schiefergestein) oder die Produktion von Syncrude aus kanadischem Ölsand.


    Wer sein Auto liebt, der schiebt?


    Gruß,

    Gunnar

    Klar. Gegen ein Gas-Embargo (wenn es das ist, an was Du denkst) hilft die Brennstoffzelle gar nichts. In dem Fall würde ich zur Wärmepumpe raten.

    Bei einem Gasembargo (wir beziehen Gas ja nicht nur aus Russland) würden die Haushalte einen besonderen Schutz genießen und vor allem die Industrie müsste darunter leiden. Das könnte eine Deindustrialisierung Deutschlands einleiten.


    Bei Gasknappheit (das haben wir während der Kältewelle im Februar 2012 für zwei Wochen gesehen) kommt es ersteinmal auf die Effizienz an. Die exergetische Effizienz eine Brennstoffzelle liegt grob bei 50 % Exergieerhaltung. Eine Wärmepumpe kommt auch auf etwa 50 % Exergieerhaltung in der Wandlung von elektrischer zu thermischer Energie. Allerdings muss die elektrische Energie erzeugt werden und das geschieht heute über das Grenzkraftwerk aus dem Mittel- und Spitzenlastspektrum, d.h. aus Kohle und Gas. Gaskraftwerke kommen auf 50 % - 60 %. Somit ist die serielle Wandlung von Gas über Strom nach Wärme suboptimal mit 0,5 * 0,5 = 0,25 Exergieerhaltung.


    Den Gaskessel durch eine Brennstoffzelle zu substituieren ist eine gute Idee, und auch den KWK-Strom in Wärmepumpen zu leiten.


    Gruß,

    Gunnar

    Meiner Meinung nach kann es da nur um "Vehicle-to Home" gehen. Die Autobatterie ersetzt dann den Heimspeicher. Ich wüsste nicht, warum irgend jemand auf die Idee kommen sollte, Strom aus einer Autobatterie ins Netz einzuspeisen.

    Das ist keine rechtliche Frage, sondern die eines Anreizsystems. Heute ist es total blödsinning für 30 ct/kWh elektrische Energie zu kaufen, einzuspeichern und für den "üblichen Preis" wieder einzuspeisen. Langfristig kann man die Vergütungsregeln aber ändern, wenn es nur darum geht, für ein paar Stunden im Jahr Spitzenleistung zur Verfügung zu stellen, die mit E-Autos abgedeckt werden können, die sowieso schon da sind, anstatt GT-Anlagen auf der grünen Wiese als Spitzenlastkraftwerke zu bauen.


    Gruß,

    Gunnar

    Selbst Deutschland ist eine viel zu kleine Zelle für diese Art von Energiemanagement, das kann nur gesamteuropäisch wirksam gelöst werden.

    Selbst gesamteuropäisch funktioniert das nicht wirklich perfekt, einfach weil die Wetterphänomene, um die wir bei Wind- und Sonnenenergie reden, zu großräumig sind. Von der Sonne ist stets der halbe Globus betroffen, d.h. man bräuchte Austauschleitungen mit Australien. Und auch bei einem Tiefdruckgebiet, das üblicherweise für hohe Winderträge verantwortlich ist, hat man Dimensionen, die halb Kontinentaleuropa umfassen. Damit kann man vielleicht Polen mit Portugal kompensieren, aber wenn in Nordfrankreich eine gute Brise weht, dann meist in Norddeutschland auch.


    Angesichts der Tatsache, dass heute im Durchschnitt die übliche Transportentfernung bei grob 100 km liegt (Quelle-Senken-Distanz), ist es illusorisch zu erwarten, dass man mit Sonne von der Iberischen Halbinsel, Italien und Griechenland ganz Skandinavien versorgen kann. Das heisst nicht, dass man das Transportnetz nicht erweitern sollte, aber man darf sich davon keine Wunder erwarten. Insbesonders bedeutet eine Ausweitung der Transportentfernung auf das Doppelte bei gleichbleibender Menge eine Verdopplung der Netzkapazität und damit auch der Kosten.


    Gruß,

    Gunnar

    Auch die wenigen spanischen AKW`s sind weiterhin in Betrieb. Mit 22 % genauso viel wie alle Windkraftwerke sind sie auch weiterhin notwendig und werden auch weiterhin betrieben. So hätte Deutschland dies ebenfalls machen sollen, anstatt unter dem EIndruck des Wärmepumpenzubau sowie Elektrofahrzeug Zuwachs AKW`s und Kohlekraftwerke abzuschalten.

    Nettostromerzeugung aus Kernenergie in Spanien 2021

    Nettostromerzeugung aus Solarenergie in Spanien 2021

    Das verträgt sich nicht miteinander. Die Solarenergie frisst den Kernkraftwerken die Marge (Merit-Order-Effekt) weg und wird auch dazu führen, dass die Vollbenutzungsstunden von KKW zurückgehen. Jeder Betreiber eines AKWs hat jedes Jahr etwa 300 Mio gute Gründe (das war noch vor der Strompreisexplosion im 2. Halbjahr 2021), gegen den weiteren Ausbau von Solar- und Windenergie zu opponieren. Während Solar- und Windenergie noch ein gewaltiges Ausbaupotential haben, sieht es aufgrund der schlechten ökonomischen Situation bei der Kernkraft eher schlecht aus. Mit WEA und PV kann man vielleicht die Welt retten, mit KKWs eher nicht.


    Gruß,

    Gunnar


    Hinzu kommt, dass sich KKW technisch wegen der schlechten Regelbarkeit nicht als Stromerzeuger für die Residuallast eignen.

    Hier muss ich Kernkraftwerke in Schutz nehmen. Im Rahmen der üblichen Betriebsspannweite von z.B. 50%-100% Teillast können die ganz schön mit ihrer Laständerungsgeschwindigkeit flitzen und die Franzosen machen das schon seit Jahrzehnten. Der Knackpunkt war das vollständige Runterfahren und Wiederanfahren, was wegen der Xenonvergiftung einige Tage Wartezeit im Aus-Zustand bedeutet, bis das kurzlebige Zeug (Iod 135 + Xenon 135 als Reaktorgift) abgeklungen ist. Wenn man nur einen Reaktorblock hat, ist das eine Einschränkung, aber wenn man einen ganzen KKW-Park betreibt, kann man das so optimieren, dass immer ein Block zumindest so lange schon steht und "ausgekühlt" ist, dass man ihn sofort hochfahren kann um schnell Mehrleistung darzustellen.


    Das würde technisch klappen, wenn man sich einen Kraftwerkspark in der Größenordnung Frankreichs anschaut. Es macht nur ökonomisch keinen Sinn, mit Kernkraftwerken (CAPEX sehr hoch) nur Auslastungsdauern von Mittel- oder gar Spitzenlastkraftwerken anzustreben. Für so einen Anwendungsfall sind KKW ökonomisch nicht gut geeignet und in liberalisierten, wettbewerbsorientierten Märkten wird ein Betreiber, der so eine Strategie auch mit Neubauten verfolgen will, schnell von der Konkurrenz in den Ruin getrieben.


    Gruß,

    Gunnar

    Wie sieht es denn aus bei den Lieferzeiten für Dämmstoffe aus?


    Die Bretter für die Außenfassade sind schon da, und ggf. müsste man die Unterkonstruktion verändern, um die bestehende (dünne) Dämmschicht aufzupolstern bzw. neu zu machen. Der Knackpunkt ist der, dass man adhoc einen Energieberater braucht, der sagen kann, ob es sich lohnt, nicht nur die Holzverschalung neu zu machen, sondern auch noch ein paar 10k Euro extra für ein Paket aus verschiedenen Einzelmaßnahmen (bessere Dämmung, PV-Anlage, Nano-KWK, Lüftung, ...) zu schnüren. Welche Fördergelder kann man ggf. abfordern, die nicht fließen, wenn nur die rissigen Bretter ausgetauscht werden? Zudem gehe ich nicht davon aus, dass die Fassade in den nächsten 20 Jahren noch mal angepackt wird, wenn sie jetzt wetterfest gemacht wird. Das scheint mir angesichts der Energiewendeziele strategisch zu kurz gehüpft zu sein.


    Dazu brauche ich aber gute Argumente im Trägerverein und die habe gehofft, hier zu erhalten. So schnell ist man nicht bereit, nur durch gutes Zureden die schon zugesagte Bausumme zu erhöhen.


    Gruß,

    Gunnar