Beiträge von gunnar.kaestle

    Nein, die Brennstoffzelle würde sich nur rechnen, wenn du auch Tags den Brennstoffzellenstrom selbst verbrauchst.

    Mit PV würdest du den Brennstoffzellenstrom einspeisen.

    Noch mal ganz langsam: Im Sommer wird wenig Wärme gebraucht, vielleicht 500-1000 kWh pro Person aufs Jahr umgerechnet für die WW-Bereitung (der höhere Wert ist für WW-Anlagen mit Zirkulationspumpe, die mit der Abwärme das Haus heizen aber mehr Energie für die Warmwassererzeugung benötigen). Deswegen läuft auch im Sommer eine Mikro-KWK-Anlage wie eine Brennstoffzelle kaum bzw. nur sehr wenig. Bei wenigen Benutzungsstunden ist es kein Problem, diese so zu legen, dass sie dann anfallen, wenn die PV-Erträge null sind oder klein (Abendspitze). Man würde die BZ-Anlage so einstellen (Stichwort Nullbezugsregelung), dass sie in etwa der Restlast des Verbrauchsobjekt hinterherfährt, bis der Wärmespeicher voll ist. Weiterhin gäbe es auch noch Mindestlasten und Rampenbegrenzungen zu beachten, aber das ist Technik-Kleinkram, der am generellen Prinzip nichts ändert.


    Wichtig ist beim Kauf darauf zu achten, dass so eine Nullbezugsregelung schon implementiert ist. Ich habe von einem Kollegen mitbekommen, der hat sich zu seiner PV-Anlage eine Wärmepumpe gekauft, die im Prinzip per Antriebsumrichter kontinuierlich regelbar ist, aber von aussen nur An und Aus zu schalten ist - ohne eine Sollwertvorgabe. Das war ein Griff ins Klo, weil er seine Gastherme bewusst drinnen gelassen hat. Er wollte bevorzugt seinen Sonnenstrom verheizen, aber an den wirklich kalten Tagen die Gastherme anschalten. Ihm war schon bewusst, dass die Luft-Wasser-Wärmepumpe bei kalten Temperaturen mit dem COP in die Knie geht und dass dann weiterhin der WP-Strom aus Kohlekraftwerken kommt. Das regenerativer Strom im Gesamtsytem von Wärmepumpen verheizt wird (Stichwort: marginaler Ansatz mit dem Grenzkraftwerk in der Merit Order), kommt früher oder später auch, aber nur dann, wenn wir dauerhaft EE-Überschüsse haben. Das wird selbst 2050 nur etwa zur Hälfte gelingen. Nach Adam Riese haben wir etwa zur Hälfte der Stunden Überschüsse und zur anderen Hälte Unterschüsse. Um das auszugleichen, brauchen wird dann Kurz- und Langfristspeicher.


    Dann pack doch ruhig 15 kW aufs Dach, wenn die draufpassen. Die Lernkurve für PV Module geht mit einer Rate von 20% (Kostenreduktion pro Verdoppelung der produzierten Menge) runter, aber wenn man ehrlich ist, sind die Fixkosten einer Installation mittler weile so hoch gegenüber dem Modulpreis, dass man kaum in 5 oder 10 Jahren die freien Flächen noch zubauen wird. Wenn nicht jetzt, dann erst wieder in 50 Jahren, wenn das Dach neu gedeckt werden muss bzw. energetisch saniert wird. Eine PV-Anlage ist sehr sehr wartungsarm, es gibt welche aus den frühen 90er Jahren. Die degradieren ein bischen, und ggf. muss man ein Modul auch mal austauschen, aber das einzige "Verschleißteil" ist der Umrichter, wenn die Kondensatoren austrocken, weil der zu warm aufgestellt wurde.


    Zur Effizienz einer Wärmepumpe muss man immer die beiden Temperaturniveaus betrachen. Der beste Wirkungsgrad wäre der nach Carnot (exergetische Effizienz = 100%). In einer realen Anwendung kommt man heute etwa auf die Hälfte davon. Auch eine Wärmepumpe, obwohl sie mehr Nutzwärme produziert als elektrische Energie braucht, ist ein Exergievernichter - wie jeder Energiewandler auch, vgl. mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. (Entropie nimmt zu, Exergie nimmt ab und wird in Anergie gewandelt - Anergie ist nicht nutzbare Wärmeenergie auf Umgebungstemperaturniveau).


    Sailor hat es oben als Frevel bezeichnet, elektrische Energie per einfachem Heizwiederstand in Niedertemperaturwärme zu wandeln. Das stimmt, aber genauso ist es ein Frevel, chemische Energie in einem Heizkessel in Niedertemperaturwärme zu wandeln. Beide Formen von Energie (Gas/Strom) haben einen Exergiegehalt von 100%, das ist also der potentielle Arbeitswert. Wenn man nur mit 100% Wirkungsgrad daraus NT-Wärme macht (60-70°), dann ist der Exergiegehalt (=Arbeitswert) nur noch 15-20%. Das kann man selber ausrechnen mit der Formel für den Carnot'schen Wirkungsgrad (eta = 1 - T_unten/Toben).


    Darum sind die effizienteren Geräten bei den stromverbrauchenden Heizungen die Wärmepumpe und bei den gasverbrauchenden Heizungen die Mikro-KWK-Anlage. Die haben deutlich höhere exergetische Wirkungsgrade als 15 % - 20 %, sondern eher um 50%.


    Gruß,

    Gunnar

    Aus welchen Gründen macht den aus eurer Sicht der Akku keinen Sinn?

    Der Akku kostet a) Geld und Materie und b) erzeugt Verluste. Einen Akku anzuschaffen macht nur Sinn, wenn man ein Inselnetz (Notstrom) System aufbauen möchte, und dann braucht man auch ein inselnetzfähiges Gerät.


    Es ist effektiver im Sinne des Klimaschutzes das Geld für den Akku in andere Dinge zu stecken, wie z.B. dass das Dach wirklich voll gepackt wird und nicht nur die sonnigsten Süd-Ecken. Die heutigen Rahmenbedingungen sind nach wie vor so, dass der Unterschied zwischen Einspeisevergütung und Bezugspreis ausreicht, um nach zig Jahren Null auf Null auszukommen. Wenn irgendwann mal die AUS-Komponenten (Abgaben, Umlagen, Steuern) anders gefasst werden, wie z.B. ein variabler Tarif, der sich an der Netzbelastung orientiert, dann ist der Vorteil perdu.


    Wenn man Kohlekraftwerke ärgern will, dann sollte man ruhig seinen PV-Strom, den man über hat, ins Netz einspeisen. Ausserdem ist zu erwarten, dass in einigen Jahren Elektroautos immer populärer und bezahlbarer werden. Ggf. hast Du dann auch eins, und mit der Kombination aus PV + Brennstoffzelle kannst Du dann das E-Auto im gemütlichen Langsammodus zu Hause mit selber angebauter Elektroenergie laden. (Ja, das Auto steht nicht immer direkt vor der Tür, wenn die Sonne scheint, das weiss ich auch.) Mit den Akkus auf vier Rädern hat man einen Mehrwert, da das Auto streng genommen kein Fahrzeug, sondern ein Stehzeug ist. Wieviele Autos habt ihr? Zweitwagen vorhanden?


    Ein Akku dient der Vergleichsmäßigung des Lastgangs, aber mit einer Brennstoffzelle und einem Wärmespeicher, die auch rauf- und runtermodulieren kannst, hast Du auch sowas wie einen funktionalen Stromspeicher. Immer wenn die Sonne scheint bleibt die BZ aus, und man zieht die Wärme (Warmwasser) aus dem Wärmespeicher. Im Winter ist der Solarertrag nicht so gut, und deswegen eignet sich die Kombination von PV+WP allerhöchstens für eine kleine und damit billige Wärmepumpe zur WW-Bereitung. Die kühlt dann auch noch das Hausinnere, indem die Wärme in den WW-Speicher geschoben wird, der sich dann über die Abwasserleitung entleert. Clevere Haustechniker kombinieren das dann zu einer rudimentären Klimaanlage.


    Die Kombination von einer PV-Anlage, die elektrische Energie im Sommer erzeugt und einer Brennstoffzelle, die elektrische Energie im Winter erzeugt ist eine gute Kombination. Das läuft heute noch mit Erdgas, aber die nächste Gerätegeneration kann man mit sicherlich mit Wasserstoff betreiben. Heute wäre eine Wärmepumpe zur Raumwärmeerzeugung dafür verantwortlich, dass im Winter verstärkt Kohlekraftwerke hochgefahren werden, um den Mehrbedarf an Strom zu decken. PV und WEA laufen sowieso und verdrängen fossile Kraftwerke; wenn man aber dann die elektrische Last erhöht, müssen wieder Kraftwerke zusätzlich angeschaltet werden. Das sind im Grund- und Mittellastbereich der Stromerzeugung gerne Kohlekraftwerke. Eine Studie der TUM zur energiewirtschaftlichen Bewertung der Wärmepumpe in der Gebäudeheizung sagt dazu aus: "Entsprechend wird der Strombedarf der Wärmepumpen tendenziell durch den Einsatz von Grundlastkraftwerken, d. h. insbesondere von Kohlekraftwerken bereitgestellt." (S. 35)


    Gruß,

    Gunnar


    Wenn dein Dach für PV taugt, würde ich so viel PV bauen wie möglich.

    Heizen würde ich mit WP und Gasheizung.

    Die Kombination von WP mit einem Gas-Zusatzbrenner ist wie man so hört in den Niederlanden en vogue. Dort geht ja das Giant Gas Field "Groningen" zur Neige und die seit den 50er Jahren vom Gas verwöhnten Niederländer gewöhnen sich eine CH4-Diät an. Ganz auf Stromheizung umstellen (die Wärmepumpe ist eine effiziente Stromheizung) wäre ungeschickt, weil im Winter mit großer Gleichzeitigkeit der Strombedarf in eine kräftige Winterspitze reinliefe. In Frankreich kennt man das Phänomen, dort steigt pro Grad Aussentemperaturabfall der Heizstrombedarf um 2400 MW. Bei einer Kältewelle ist dann die Stromversorgung kurz vor dem Kollaps.


    Darum ist dort das Hybridmodell gern gesehen. Das vermindert den Jahresgasverbrauch, indem normalerweise die WP vor sich hin werkelt. Wenn aber Lastspitzen im Stromnetz bei großer Kälte drohen, dann schaltet man auf Gas um. Das Gasnetz hat bzgl. der Leistung an kalten Wintertagen kein Problem, aber man möchte wohl in NL sich dem versiegenden Vorräten stellen.


    Gruß,

    Gunnar


    Nach der Beratung zur PV-Anlage, hat mir die Anlage ohne Akku keinen Sinn mehr gemacht, da ich sonst soviel einspeisen muss, was sich ja nicht wirklich rechnet. Aus welchen Gründen macht den aus eurer Sicht der Akku keinen Sinn?

    Ein Akku kann schon heute Sinn machen, trotzdem ist es empfehlenswert, ihn erst in 2 oder 3 Jahren einzubauen, weil die Preise noch stark fallen. In diesen 1-3 Jahren bringt er nicht soviel, wie er in dieser Zeit billiger wird (Prognose). Ob Du 1,5 oder 3,2 Jahre wartest, das wird den Kohl nicht fett machen.

    Die heutige Li-Ion-Akkutechnik hat eine Lernrate von 20%, d.h. bei Verdoppelung des Produktionsvolumens sind das 20% geringere Kosten. Das ist vergleichbar mit der Photovoltaik. Weil man im Automobilbau mit der Umstellung auf Elektrofahrzeuge eine rasante Entwicklung beobachten kann, ist die Verdopplung der Produktion relativ schnell erreicht. Ich würde (wenn ich in dem Haus, in dem ich zur Miete wohne, etwas zu sagen hätte) die PV-Anlage jetzt so groß es geht planen und bauen, und die Verdrahtung so herrichten, dass man einen Akku später nachrüsten kann.


    Für die Energiewende ist der Akku nicht so wichtig, erstmal müssen die EE-Erzeugungskapazitäten her. Die Automobilindustrie bezahlt die Lernkurve der Batterie-Großserie, in ein paar Jahren des Preisverfalls sollen die Zellen nur 50 USD/kWh kosten (das gesamte Batteriesystem ist natürlich teurer). Lithium-Eisenphosphat würde ich bevorzugen, günstig und es soll auch nicht so schnell brennen - sicherheitshalber kann man das Ganze in die Garage stellen. Wenn es dann doch brennt, hat man nicht die ganze Bude voll mit Rauchgasen.


    Wenn man keinen Entscheidungsdruck hat, kann man auch noch ein wenig umschauen, um in Zukunft ein Microgrid ready Exemplar zu ordern. Es gibt wohl schon einige, die inselnetzfähig sind, aber das ist noch nicht die Serie. Dies Extra ist auch ein bisschen teurer, weil man dann noch etwas höheren Installationsaufwand (zusätzliche Trenneinrichtung vom Netz der allgemeinen Versorgung) hat.


    Gruß,

    Gunnar

    Was: 15. KWK-Impulstagung der Transferstelle Bingen
    Wann: Donnerstag, 9. Dezember 2021

    Wieviel: 90 € + MWSt (Anmeldung) [Rabattierte Teilnahmegebühr für Studenten: 10 €]

    Wo: Online


    Fortbildungspunkte für Energieeffizienzexperten: Ja


    Programm:

    09:00 Begrüßung Prof. Dr. Ralf Simon, Transferstelle Bingen (TSB) & Thomas Wencker, ASUE e.V.

    09:15 Die KWK auf dem Weg zur Klimaneutralität, Thomas Pinsel, Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz

    09:45 Aktueller Rechtsrahmen für die KWK – Überblick und Ausblick, Dr. Heiner Faßbender, Rechtsanwälte Becker Büttner Held

    11:00 Smart Grid Technologie auch im Wärmesektor - Von den Stromnetzen für die Wärmenetze lernen, Prof. Dr. Ralf Simon, Transferstelle Bingen (TSB)

    11:30 Vorstellung eines 40 MW bidirektionalen Fernwärmeanschlusses eines Großkunden an das Fernwärmenetz Düsseldorf, Uwe Schließer, Netzgesellschaft Düsseldorf mbH

    13:00 Kommunale Nahwärmeversorgung mit KWK: Tragende Säule einer klimaneutralen Energiezukunft, Christoph Zeis, EDG

    13:30 KWK-Betriebsoptimierung durch Nutzung der Abwärme in der Versorgung der Heinrich-Pesch- Siedlung in Ludwigshafen, Daniel Nirschl, TWL Netze GmbH

    14:30 Vorteile alternativer Energiepflanzen in der Biogaserzeugung, Dr. Maendy Fritz, Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ)

    15:00 Sammelleitungen bei Biogasanlagen: Zentralisierter BHKW-Einsatz, Dr. Andreas Lenger, ARCANUM Energy Systems mbH & Co. KG

    16:00 Die Wasserstoff-Nutzung in Motoren und die Perspektive für die KWK, Prof. Dr.-Ing. Jochen Arthkamp, Technische Hochschule Georg Agricola

    16:30 Wasserstoff: Sicherheitstechnische Aspekte und aktuelle Forschungsergebnisse, Referent angefragt, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)

    Man muss halt auch sagen das die Leute nicht 2x Sterben. Welche (hoch) anfällig waren und sich angesteckt haben sind mutmasslich verstorben und die Gesunden sterben halt auch nicht einfach so AN.

    https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps ->Z-scores by country 15 - 44 alles gleich!

    +65 einmal einen Peak! (Wurde da nicht angefangen die alten Leute zu Impfen?)

    Ah ja. Wie alt ist Li Wenliang geworden? War er schon über 65 oder hat er sich vom LkW überfahren lassen? Die Übersicht der FT zur Übersterblichkeit finde ich recht übersichtlich, weil sie eine ganze Matrix von Ländern zum Vergleich aufspannt. In Deutschland haben wird entweder Glück gehabt oder vielleicht auch doch die richtigen Maßnahmen ergriffen. Noch besser als Vorbild taugen allerdings Dänemark oder Norwegen.


    Zur Frage der Organisationsform aus seuchenschutzlicher Sicht (1 G, 2 G, 3 G), taugt eigentlich nur die Getestet-Variante. Um die teuren Tests nicht übermäßig zu strapazieren ist getestet, genesen oder geimpft eine zulässige Vereinfachung, aus Gründen der Praktikabilität und Kosten. 2 G (nur geimpft oder genesen) ist eine Gängelei der Impfunwilligen, was nur staatsbürgerliche Unruhe hervorruft. Ich bin etwas enttäuscht über die fehlende Innovation in der Kommunikation des Gesundheitsministeriums. Hier hätten eine Vielzahl von peppigen Werbespots gut angelegtes Geld sein können. Schließlich wurde bei der Diphtherieimpfung (1936) - im Gegensatz zur Pockenimpfung - keine Impflicht eingeführt. Die Nazis führten keine Impfpflicht ein, sondern setzten auf Werbekampagnen und erzielten dadurch eine höhere Impfquote als bei den Pocken.

    Bei Diphtherie ist der NS-Staat pragmatisch. Sie wird als freiwillige Impfung eingeführt, weil man damals beobachtet hat, dass Werbemaßnahmen, Propaganda und Aufklärung sehr viel effektiver sind als Druck. Und das hat tatsächlich zur Folge, dass für die freiwillige Diphtherie-Schutzimpfung durchweg höhere Impfquoten festgestellt werden als für die Pockenimpfung, die zur selben Zeit immer noch als Pflicht-Maßnahme gilt.

    Aber zurück zum Veranstaltungsmanagement. Wie auch Sailor genieße ich ein Jahrestreffen, das dem persönlichen Austausch dient. Ich denke, dass die Infektionsdynamik in den kommenden Monaten nicht komplett in DE verschwinden wird, aber weil bis daher hoffentlich alle entweder geimpft sind oder wie vor manchen Experten postuliert sich angesteckt haben (die Delta-Variante mit R = ca. 6 lässt grüßen), wird dann eine Reinfektion dann harmloser verlaufen. Aus hohen Zahlen bei den Infektionen werden dann nicht mehr automatisch hohe Todesfälle bzw. belegte Krankenhausbetten (was auch kein Spaß ist, dort matt zu liegen). Aus dem pandemischen Erreger ist dann ein endemischer Erreger geworden - eine Kinderkrankheit.


    Darum halte ich es durchaus für sinnvoll und durchführbar, für eine richtige Mitgliederversammlung mit Anfassen und Zuprosten ohne Maske und so in 2022 den Spätfrühling oder Frühsommer ins Auge zu fassen.


    Gruß,

    Gunnar

    Heute findet die gemeinsam von


    SPO Deutschland – Association for the Study of Peak Oil and Gas
    Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung
    Vereinigung Deutscher Wissenschaftler


    organisierte Online-Tagung statt.

    "Wettlauf mit dem Klimawandel. In knapp 25 Jahren zur postfossilen Mobilität"

    Programm: http://aspo-deutschland.org/do…tswende-ASPO-IASS-VDW.pdf


    Wer sich noch einklinken möchte und Zugang zum Video-Stream erhalten möchte, möge sich bitte an das online-Konferenzbüro unter event@vdw-ev.de wenden, das rund um die Uhr besetzt ist.


    Gruß,

    Gunnar

    Hallo Zusammen,


    Bei 4 Mio registrierten Fällen und einer geschätzten Dunkelziffer von 100% hätten wir in DE bei 100 k Toten eine Infection Fatality Rate von 1/80 =1,25% . Durch die Impfungen ist diese Kennziffer deutlich runter gegangen. Bei 10.000 Infektionen pro Tag liegen die Totenzahlen bei 30 pro Tag, allerdings kommt noch die Verzögerungszeit von 2-3 Wochen von einer Infektion bis zum Sterbefall dazu, d.h. 3 Promille ist als untere Abschätzung zu verstehen.


    Die Sterbefälle der letzten Zeit sind überwiegend ungeimpfte Personen, auch aus dem jüngeren Bevölkerungssegment, die zwar ein geringeres Risiko haben, das aber nicht gleich Null ist. Da die Delta-Variante einen sehr hohen R_0 Wert hat (5-9, annähernd so infektiös wie Windpocken) und auch Geimpfte den Virus weitergeben können, wenn sie auch nicht schwer erkranken, geht man mittlerweile nicht davon aus, dass sich zusammen mit nicht-pharmazeutischen Maßnahmen den Virus komplett eleminieren kann, sondern dass er endemisch wird - meine Vermutung ist, dass wir einen neue Kinderkrankheit gefunden haben. Damit wird COVID einmal den Durchmarsch machen, Herdenimmunität ist wenig wahrscheinlich. Das bedeutet, dass jeder irgendwann mit dem Virus in Kontakt kommt. Man kann sich überlegen, ob man dies in geimpftem oder ungeimpften Zustand erleben möchte.


    Vor einem Monat fanden die elektromobilen Mühlentreffen statt. Jeder war geimpft und sicherheitshalber hatte jemand aus dem medizinischen Bereich auch noch ein Hygienekonzept entwickelt (3 Zettel Papier für die Behörden) und einen Sack Nasensticks mitgebracht. Es geht, wenn man will und sofern die Behörden nicht Angst vor den Inzidenzzahlen bekommen. Die sind nach wie vor ein wichtiger Indikator, aber das Verhältnis zu den Krankenhauseinweisungen und Todesfällen nimmt ab.


    Es wird sicherlich helfen, wenn jeder von uns daran arbeitet, die Schnarchnasen zu bewegen, sich noch eine Impfung abzuholen, die es bisher versäumt haben. Ich nehme mal an, dass es bei Impfgegnern nicht möglich ist, sie zu überzeugen, aber das sind nur wenige. Ich meine jene, die es bisher als nicht wichtig erachtet haben und auch kein risikoaverses Verhalten zeigen. Schlechte Presse wird aber in Zukunft immer weniger die Inzidenz machen, sondern gestresste Krankenhausmitarbeiter wie in den USA. Dort ist die Rate an geimpften Personen noch relativ gering, d.h. das Virus kann in diesem Bevölkerungsteil (state within a state) noch großen Schaden anrichten.


    Gruß,

    Gunnar

    Hallo Technikbegeisterte,


    Im VDE-DIN-Entwurfsportal kann man bis zum 2021-09-23 sich die VDE V 0100-551-2 (Errichten von Niederspannungsanlagen

    Teil 5-55: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Andere Betriebsmittel – Abschnitt 551: NS-Stromerzeugungseinrichtungen – Einspeisung in ersatzstromberechtigte Anlagen oder Anlagenteile) im Entwurf anschauen und bei Besserwisserung auch noch schlaue Kommentare abgeben.


    Da geht es primär um mobile Ersatzstromversorger, aber man kann sich ja die Schaltbilder mal anschauen, falls man Ideen für die eigene Notstromversorgung sammelt.


    Gruß,

    Gunnar

    Moin,


    ich weiss nicht, ob es ursächlich mit dem Update zusammenhängt, aber seit einiger Zeit hat mein Firefox 78.11.0esr auf OS X El Capitan Version 10.11.6 (15G22010) ein Problem mit der Anzeige von Textelementen zu haben. Da man die Texte per copy & paste oder sonstwie noch markieren und in eine Textverarbeitung schieben kann, habe ich die Vermutung, dass der Inhalt da ist, aber die Farbdarstellung bei vielen Buchstaben gleich ist wie der Hintergrund.


    Tritt das Problem bei anderen hier mitlesenden unter Firefox auch auf? Der W3C-Validator https://validator.w3.org/nu/?d…2F%2Fwww.bhkw-forum.de%2F spuckt nur 6 Warnmeldungen aus, aber keine Fehlermeldung - das sollte also alles passen.


    Gruß,

    Gunnar

    Moin,


    Terminologisch muss man unterscheiden zwischen Instandhaltung und Instandsetzung.

    Das erste würde ich Synonym mit Regelwartung beschreiben, das zweite mit einer Reparatur nach einem Schaden.

    Zitat

    Aufteilung auf Strom und Wärme nach der Exergie-Methode von gunnar.kaestle : Die technisch korrekte Methode, nur leider komplex zu ermitteln und wenig bekannt. Hier wird der erzeugte Strom deutlich höher bewertet als die Wärme.

    Danke für das Lob, aber die Carnot-Methode ist nicht von mir, ich finde sie nur gut, weil sie sowohl den ersten wie auch zweiten Hauptsatz der Thermodynamik beachtet und nicht im Widerspruch steht zu den Regeln der Physik. Daher preise ich regelmäß die exergetische Aufteilung an: Rationem substitutionis esse delendam! (Die Restwert-Methode ist sowohl mathematisch wie auch physikalisch falsch, das sieht man schon am Nulldurchgang, der den Schluss zuließe (negativer PEF) dass man etwas spare, indem man zum Fenster herausheizt (vgl. mit dem Bild in: The Carnot-Method for the Allocation of Input Factors on Multiple Energetic Co-Products, S. 6).


    Aber kompliziert ist sie wirklich nicht. Das ist ganz einfach gesagt eine Aufteilungsmethode, wie man sie bei Nebenkostenaufteilungen auch kennt, z.B. dass man im MFH mehrere Parteien nach einem Schlüssel belastet (Quadratmeter, Wasserverbrauch, Personen im Haushalt, etc.), auch als Äquivalenzziffermethode bekannt. Der Schlüsselgröße ist bei der Carnot-Methode die Exergie des Outputs, d.h. bis auf den Wärmestrom wird alles mit 1 multipliziert, und die Wärme wird mit dem Carnot-Faktor "abdiskontiert", weil dieser die technische Arbeitsfähigkeit beschreibt.


    Gruß,

    Gunnar

    Effiziente Energiesysteme sind auch in einer regenerativen Zukunft wichtig. Momentan schaut fast jeder nur auf die CO2-Emissionen, und leider ist es so, dass KWK um so mehr CO2 einspart, je THG-intensiver der Brennstoff ist. Der Spareffekt ist bei Kohle-KWK am größten, dann kommt Gas-KWK und bei regenerativen Speichergasen spart man durch eine höhere Effizienz der Energiewandlung nichts mehr ein.


    Es sind zwei verschiedene Paar Schuhe: das eine sind die THG-Emissionen, das andere ist die Primärenergieintensität, d.h. die exergetische Effizienz der Energiewandlung hin zur final benötigten Nutzenergie. Beide Parameter sind wichtig und man sollte sie nicht verwechseln oder ggf. miteinander verrechnen. In 2050 wird die Energiewende geschafft sein, d.h. wir sind dann sowieso CO2-neutral, aber die exergetische Effizienz der Energiewandlung ist nach wie vor relevant.


    Die Eingangsfolien zur effizienten Sektorenkopplung (Ein Beispielszenario für 2050, S. 3ff) habe ich mit dem folgenden Hintergrund skaliert:

    - 400 GW Wind (onshore) -> 800 TWh Jahresernte (wobei Wind an Land etwa im Leistungsverhältnis 1:2 eingetauscht werden kann zu Wind auf See)

    - 400 GW Wind (offshore) -> 400 THW Jahresernte (beim Mix PV zu Wind im Leistungsverhältnis 1:1 werden die saisonalen Schwankungen in etwa kompensiert (vgl. mit der fouriertransformierten Restlast), d.h. man braucht nur wenig Energiespeicherkapazität im Spektralbereich von Ein-Jahres-Schwankungen. Solche Speicher mit einem Speicherzyklus pro Jahr müssen sehr günstig sein, weil selbst mit einer Lebensdauer von 60-100 Jahren dies bedeutet, dass sie nur 60 bis 100 mal eingesetzt werden. Daher sind hier Gasspeicher (Erdgaskavernen kosten ca. 1 € pro Normkubikmeter Inhalt, d.h. bei methanreichen Gasen sind das 0,1 €/kWh pro kWh Exergieinhalt im Vorteil gegenüber Batteriespeichern (ca 100 €/kWh, bei 20% Lernrate).


    Heute haben wir einen Primärenergieverbrauch von 3600 TWh. Wenn es gelingt diese auf die Hälfte zu drücken, dann müssen immer noch 1800 TWh in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Wenn man schon wie oben von einer Verdopplung des Elektrizitätssektors auf 1200 TWh ausgeht, dann fehlen noch 600 TWh - wahrscheinlich sind das dann Importe regenerativer Gase.


    Gruß,

    Gunnar

    Und mein BG-10 wird von der App nicht unterstützt.

    Wichtig wäre wohl eher, das das Gerät auf die S0-Schnittstelle vom abrechnungsrelevanten Zählpunkt reagiert. Wer will denn 1,5 kW von Hand Leistungsvorgaben machen? Das ist doch nur etwas für Spielkinder, die sich noch mit der Technik vertraut machen.


    Kann sich noch jemand and die VorVorwählnumern erinnern? Die gibt es immer noch, aber Pauschaltarif sind attraktiver, weil pflegeleichter.


    Gruß,

    Gunnar


    Es wird demnächst noch durch eine Fachfirma die Warmwasserbereitung umgebaut, das scheint in dem System "ew Energy" eher suboptimal gelöst wenn man WW-Zirkulation dran hat. Die Buderus Therme läuft dann mit voller Leistung was völlig unnötig ist, Grund ist u.a. die Lage der Tauchhülsen. Ich vertraue jetzt mal den Experten, wichtig ist mir das es effizient läuft und das ist aktuell leider nicht der Fall.


    Gruß,

    Gunnar


    warum dein Heizungskreislauf durch den Speicher läuft?

    Rezept für gequirlte Scheisse?


    Speicher bindet man in der Regel so ein, dass vorher die Massenströme sich ausgleichen und nur noch die Bilanz durch den Speicher läuft. Je kleiner die Strömungsgeschwindigkeit im Speicher, desto geringer die Turbulenzen und damit die Durchmischen (= Exergieverluste durch Durchmischen von eher kalten mit eher heissen Zonen, indem sich die Entropie des Gesamtsystems erhöht). Daher legt man mehrere Wärmeerzeuger und Abnehmer auf eine Sammelschöne (engl. Busbar nennt es der Stromer und auch in Kraftwerk gibt es Dampfsammelschienen), und das Ende der Sammelschiene verbindet man mit dem Speicher.


    Bei Großspeichern im Fernwärmebereich von mehreren 10.000 m³ ist das wichtigste Element das Einlaufteller (oben und unten, je nach Fließrichtung). Die sind so konstruiert, dass sie mit fast laminarer Strömung so gut wie keine Turbulenzen verursachen und daher aufgrund des Dichtunterschieds eine stabile Schichtung hinbekommen. Bei Schichtenspeichern in klein behilft man sich mit einem internen Verteilmechanismus wie z.B. einem Steigrohr, das Fluide unterschiedlicher Temperatur an der richtigen Stelle rauslässt.


    Gruß,

    Gunnar

    Hi Tom,


    Warum glaubst Du, dass es wichtig ist, dass ein Gewitter wütete? Sind ein paar Blitze in der Nähe eingeschlagen? Dann könnte man meinen, dass die Kiste nicht richtig funkentstört ist. Hast Du nachgemessen, ob auch wirklich die Abgastemperatur anstieg, oder vermutest Du, dass es ggf. nur ein Computerfehler war?


    Gruß,

    Gunnar

    Die Wirtschaft läuft bei uns einfach nicht nach Plan und die Menschen können sich eine nachhaltige Anlage schlicht und einfach nicht leisten.

    Warum läufft die Wirtschaft nicht nach Plan? Der Dokumentarfilm Oeconomia von Carmen Losmann beschreibt einen zentralen Mechanismus (siehe Besprechung). Wirtschaftliche Aktivität kann man entweder als Summe aller Güter und Dienstleistungen (BIP) messen, die gegen Geldleistung geliefert wurden, oder über den Gegenstrom des Geldflusses, also Geldmenge mal Zirkulationshäufigkeit. Weil die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes eher gleichbleibend ist, muss man also die Nettokreditaufnahme stärken, damit die Menge des Geldumlaufes zunehmen kann.


    Die Frage ist nur, ob das besser Privatleute sein sollten, z.B. für Hypothekenkredite und langlebige Konsumgüter und, oder ob der Staat die Kreditsumme für Infrastrukturprojekte expandiert. Letzterer hätte den Vorteil, mit besserer Bonität niedrigere Zinsen nutzen zu können. Zinsen bestimmen ja den Anteil des Geldflusses, der zur Entlohnung an die Reichen und Superreichen fließt, welche direkt oder indirekt über Banken die Einnahmen aus der Kreditvergabe einstreichen.


    Ist es nicht so, dass bei Zinsen um 0% der Einfluss der oberen Zehntausend schwindet?


    Gruß,

    Gunnar


    Solange eine PV-Anlage, neue Heizung oder jede andere energetisch sinnvolle Anlage unter dem Gesichtspunkt der Rentabilität und Förderung angeschafft wird, wird es für unsere Umweltentlastung nicht so vorangehen, wie es notwedig wäre. Ich bin der Auffassung, dass Investitionen auch sinnvoll sind, wenn sie sich nur ökologisch armortisieren.

    Dafür gibt es einen Trick, indem man in die betriebswirtschaftliche Rechnung die externen Kosten durch eine Abgabe oder Steuer einbezieht. Wir dürfen heute schon unsere Energiesteuern in gewissen Rahmen, den die EU vorgibt frei gestalten. Daher ist es uns erlaubt, die Energiesteuern auf Energieprodukte mit einer Energiekomponente plus einer Komponente für die CO2-Intensität so auszugestalten, dass eine gewünschte Lenkungswirkung erzielt.


    Gruß,

    Gunnar