Beiträge von bluwi

    Bin grad auf dem Sprung und kann nur minimal antworten.

    Eine Verminderung fossiler Stromerzeugung wird bei den heutigen Hausspeichern, die meist an einer PV-Anlage hängen, tatsächlich in den Abendstunden bewirkt

    In meinen Augen muss man das aus einer etwas höheren Position betrachten. Eine reale Reduzierung von fossilen Energieträgern findet nur dann statt, wenn Strom in den Akku fließt, während andere reg. Erzeuger (PV oder Wind) zurückgefahren werden müssen. Ansonsten ist es immer nur eine zeitliche Verlagerung.


    allerdings trifft das gleiche Argument auch auf andere Technologien zu wie z.B. PV-Module.

    Im Prinzip wäre das richtig, wenn da der gleiche Verfallfaktor gegolten hätte. Aber 1. war dieser Faktor bei PV deutlich kleiner (Speicher hatte in den letzten 15 Jahren eine Halbwertszeit von 5 Jahren). 2. Konnte man in den Anfängen der PV die Preisentwicklung nicht wirklich abschätzen. Bei Akkus konnte man das viele Jahre lang beobachten.

    Beispiel (basierend auf Zahlen in unserem Haus

    Bei solchen Betrachtungen gehe ich einen anderen Weg. Beispielrechnungen mit konkreten Zahlen führen 99mal zu negativen Ergebnissen, bevor man mal die eine Ausnahme findet.


    Ich ziehe es vor, Rahmenzahlen zu definieren, die 9 von 10 Fällen gleich mal ausschließen. Dann habe ich nur noch 10% der Arbeit mit konkreten Zahlenspielen.


    Beispiel:
    1 Ich brauche einen Wert, wie viel mir eine zwischengespeicherte kWh an Ertrag bringt. Das ist bei BHKW derzeit etwas mehr als bei PV, demnächst wird es bei den alten PV-Anlagen umgekehrt sein. Das ist eine Schlüsselgröße und an diesem Wert kann ich auch nur sehr bedingt drehen.


    2. Ich brauche einen Wert für den Akku und eine damit verbundene maximale Zyklen Zahl, die ich der Rechnung zugrunde legen kann. Da kann ich einiges dran drehen, weil es recht unterschiedliche Akkus gibt und auch unterschiedliche Quellen mit unterschiedlichem Komfort.


    3. Ich brauche eine realistische Zahl für die nutzbaren Zyklen in einem bestimmten Zeitinterwall. Da kann ich in gewissem Umfang dran drehen und hier kann ich auch einen gewissen Komfort „einbauen“, wenn ich bereit bin, für diesen Komfort auch Kosten in Kauf zu nehmen, z.B. dafür, dass die Waschmaschine halt läuft, wenn es mir in den Kram passt. Hier scheitern die meisten der mir bekannten Beispielrechnungen, weil es in aller Regel Unsinn ist, irgendwo 5-10.000 Zyklen anzusetzen, zumal es sich da ja um Vollzyklen handelt, die sich zeitlich in aller Regel auf diverse Teilzyklen aufteilen.


    4. Und dann sage ich (zugegeben etwas willkürlich), wenn der Speicher in 7 Jahren nicht bezahlt ist, macht das Ganze keinen Sinn. Je nach Anwendung kann man da 5 – 8 draus machen, aber 10 Jahre wären mir auf jeden Fall zu lange, da weiß doch keiner, was bis dahin Sache ist.


    Da Punkt 1 und 4 nur wenig Spielraum geben, kann ich nur über Spielereien an 2+3 zu einem sinnvollen Ergebnis kommen. Imho geht das nur sinnvoll, wenn ich auf viele Zyklen zugunsten eines kostengünstigen Akkus zu verzichte, selbst wenn die Kosten pro Zyklus dann hoch erscheinen. Denn die vielen Zyklen sind nur selten realistisch.


    Beispiel: Günstige Li-Ion Zellen 18650 von Markenherstellern versprechen z. B. 1200 Zyklen bei einer Energiedichte von 6Wh pro/€ (Brutto) bei Abnahme von 1.000 Stück. Bei 200 Voll - Zyklen pro Jahr bin ich in 5 Jahren durch und brauche einen Ertrag pro zwischengespeicherte kWh von 20ct. Ab dem 5. Jahr mache ich plus, sofern meine Akkus wirklich halten. Wenn ich die 20ct nicht darstellen kann, oder die Zyklen nicht schaffe, muss ich nicht weiter rechnen.


    Wenn ich diese überschlägigen Rechnung für eine bestimmte Situation nicht darstellen kann, brauche ich den Bleistift nicht für eine genaue Betrachtung zu spitzen.


    Natürlich kann ich an der Auswahl von Akkus etwas spielen und auch an Zyklen Zahl und Laufzeit. Viel besser wird’s aber nur in Ausnahmefällen werden. Der Schlüssel ist eine hohe Ausbeute pro kWh Zwischenspeicherung.

    Das Thema wurde und wird ja immer wieder punktuell angesprochen. Wegen der zunehmenden Bedeutung erlaube ich mir mal, hierzu einen eigenen Thread aufzumachen. Seit ca. 1 Jahr beschäftige ich mich zunehmend mit dem Thema und werfe zum Start mal ein paar meiner seither entwickelten Thesen in den Raum.


    These 1: Ökologisch sind Batteriespeiche grundsätzlich fragwürdig, weil sie kaum Beitrag zur Reduktion fossiler Stromerzeugung leisten, aber für die Herstellung schwere Umweltbelastungen und soziale Verwerfungen verursachen.

    These 2: Bisher waren die Speicher in 99% der Installationen auch finanziell ein Schuss in den Ofen, weil die errechnete Rendite auf einer linearen Abschreibung/Umlage beruht und damit der fortschreitende Preisverfall der Akkus jede fiktiv errechnete Rendite auffraß und faktisch zu finanziellen Verlusten führt.

    These 3: Der prozentuale Preisverfall hält zwar nach wie vor an (Halbwertszeit sind ca. 5 Jahre), allerdings haben die Preise für Akkus ein Niveau erreicht, bei dem sich Situationen mit rentabler Investition ergeben können.

    These 4: Unter der Annahme, dass sich der gesetzliche Rahmen nicht stark verändern wird, werden die PV-Anlagen aus der Anfangszeit auf breiter Front zu Kandidaten für Stromspeicher.


    Zusatzfrage: Macht ein Speicher mehr Sinn im Kontext mit BHKW oder mit PV oder braucht es immer beide?


    Nun hoffe ich, dass die unterschiedlichen Sichtweisen hier nicht zu emotionalen Kollisionen führen X/

    Da rechnet man den Kunden in einer Mischkalkulation vor, wie viel Geld sie durch die Kombi PV+Speicher in 20 Jahren sparen können. Unterschlagen wird dabei, dass die meisten Kunden über die gleichen 20 Jahre deutlich mehr Geld sparen könnten, wenn sie nur die PV-Anlage kaufen aber den Stromspeicher weglassen. Und das ist es, was mich stört.

    Da bin ich 100% bei Dir. Auch ich komme aktuell noch bei den allermeisten Situationen auf keine Rendite. Falls Du meine Anmerkung als Seitenhieb interpretiert hast, so war das nicht meine Absicht. Was ich sagen wollte ist, dass es zunehmend Situationen gibt, wo man genau hinschauen sollte. Und es ist für mich auch klar, dass mit den PV-Anlagen, die aus der Förderung fallen, die Tendenz deutlich steigen wird. Der Schlüssel ist in meinen Augen eine gute Kenntnis des Verbrauchsprofils. Deshalb beschäftigt mich das Thema.


    Auch brutto einschl. WR + Einbaukosten. Nur heute sind wir noch nicht so weit.

    Den Wechselrichter brauche ich ja ohnehin und genau dieses "heute nicht soweit" sehe ich nicht (nicht mehr) so pauschal gültig, wie vor 1-2 Jahren. Wir bewegen uns öfter mal im Grenzbereich, wobei es auch ein Stück Luxus sein kann, nicht so streng beachten zu müssen, wann man welches Gerät einschalten darf (mho)

    Naja, die Geschmäcker sind verschieden.

    1.) Das Smappee ist bei mir schon alleine aus dem Grund durchgefallen, weil da Apple steht und nichts anderes.

    2.) Aber auch sonst wäre mir das viel zu komplex. Ich will ja nicht managen, ich will fein aufgelöste Verbrauchskurven, inklusive Lastspitzen, über ein ganzes Jahr. Die Kurven sind dann Basis für die Balance BHKW und PV und ob bzw. wie groß gegebenenfalls ein Stromspeicher sein sollte.

    3.) Der Gesamt-Invest im konkreten Fall dürfte deutlich > 50k liegen, da spielt ein Hunderter hin oder her nicht die Rolle, da sind handliche Daten wichtiger.


    Der Emlog macht das schon recht gut, aber halt nur am zentralen Zähler und nur Summenzählung (keine Phasen) oder ich muss zusätzliche Zähler setzen. Der Emonio kann nebenbei aber auch noch zusätzliche Eingänge (z.B. Thermofühler), die offiziell nicht beschrieben sind. Das ist viel wert.


    Der Skipper vom Chiemsee wird vermutlich sagen „Stromspeicher rechnet sich nie“. Die Meinung hatte ich vor 1-2 Jahren auch noch, aber das verschiebt sich und die Situation, dass z. B. mehrmals am Tag 10kW Überschuss mit 10kW Unterdeckung abwechseln, ist wohl auch nicht Standard. Es heißt also, genau hinschauen.


    Danke für die Unterstützung.


    p.s. ein Bekannter hat kürzlich direkt in China Speicher gekauft zu einem Preis von €240 / kWh (inkl. Transport)

    Für neue Lösungen bin ich immer offen

    Dann freue ich mich, auch mal was zurückgeben zu können :-)


    Das Teil läßt sich (laut Beschreibung) überall draufsetzen, auch in Teilbereiche des Hausnetzes, Phasenspezifisch und unabhängig vom Zähler und ohne ein Kabel lösen zu müssen. (Die Magnetklemmen sind coole Teile. Offiziell darf aber der N nicht so angeschlossen werden, weil das Phase drauf ankommen kann, wenn lose.)


    https://www.emonio.de/index.php/de/#bottom-b

    Zu dem Thema hab ich nicht wirklich was gefunden. (Hoffentlich hab ich jetzt nichts übersehen. <X)


    Ein Bekannter hat eine kleine Maschinenbau-Firma und überlegt, was er im Bereich BHKW bzw. PV sinnvolles tun kann.

    Dazu soll über einen längeren Zeitraum (ca. 1 Jahr) ein Verbrauchsprofil für den Strom aufgenommen werden.

    Gibt es dazu was "fertiges" oder muss man das erfinden?


    Oder hat jemand eine Empfehlung, wie das am einfachsten ginge?


    grüße

    Lieber Alikante,

    ich dachte bisher, wir sind hier in einem Forum zum sachlichen Meinungsaustausch, warum immer wieder so polemisch, als wolle jemand Dir persönlich was?


    Ich sag doch, dass ich das aus dem Bauch raus auch „normal“ anschließen würde. Das ändert aber nichts daran, dass man die sachlichen Kriterien neutral betrachten kann. Ja, man kann so einen Fall, wie Du ihn beschreibst, konstruieren. Dann schließe ich halt den Schutzleiter wieder an, mache aber keinen PE daraus. D. h. ich lege jetzt mal weder den Neutralleiter, noch den Schutzleiter auf Erde. Stattdessen wird der Schutzleiter vor dem Fi (aus Sicht des Stromerzeugers/Generators) auf den N geklemmt.


    Fällt Dir da auch was ein, was schief gehen kann? (ganz sachliche Frage ohne Polemik)


    (Wenn jemand fragt, warum den PE vermeiden, der darf mal an eine Phase mit geerdetem N fassen und im Vergleich dazu an eine ohne Erde.)

    unsere Hausinstallation als TN-S ausgeführt ist und natürlich Schukosteckdosen verwendet werden.

    Das ist genau der Punkt. Den Schutzleiter brauche ich doch nur, wenn die Erde eine Seite meiner Spannungsquelle ist.

    Schuckosteckdosen und Stecker sind OK, der PE aber nicht an der Dose aufgelegt. Wenn Du nun argumentierst, ich merke nicht, wenn ein Schluss auf das Gehäuse stattfindet, dann muss ich sagen, dass genau das mit der Erde auf N systematisch gemacht wird.

    Nein auch L1 bis L3 müssen auslösen weil:

    Ja L1 + L3 muss abgeschaltet werden, sobald der N getrennt wird, aber nein, L1-L3 müssen dafür hier nicht selbst auslösen. Nur davon war die Rede. Wo L1 - L3 abgesichert sind, steht auf einem anderen Blatt. (Der ABB-LS sollte es ja so können, wie Du schreibst)


    Dennoch muss (sollte), gerade in der Insel ein Funktionierender PE vorhanden sein,

    Auch mein Bauch sagt mir, dass das so sein sollte, weil man das halt mit der Muttermilch aufgenommen hat. Aber mein Kopf sagt, dass das nichts bringt (gegebenenfalls eher schaden kann, aber die Diskussion ersparen wir uns)