Blockheizkraftwerke fristen in Deutschland ein „trauriges Nischendasein“

  • Es liegt nicht nur am Gesetzgeber, dass sich kleine Blockheizkraftwerke nicht durchsetzen. Ein BHKW macht doch nur Sinn, wenn der erzeugte Strom selbst verwendet wird und die dabei anfallende Wärme ebenfalls genutzt werden kann. Welcher Privathaushalt erfüllt schon diese Anforderungen.
    Jede weitere vom Gesetzgeber geforderte Subvention führt doch nur zu höheren Anlagenpreisen. Beim gegenwärtigen Preisniveau von Dachs, Heizöl und Erdgas kostet die erzeugte kWh Strom oder Wärme je nach Laufzeit im Jahr zwischen 10 und 20 Cent. Ein kleines BHKW rechnet sich also nur für den Anbieter. Warum also nicht das Geld für den Wärmeschutz am Gebäude einsetzen, denn nur nicht verbranntes Heizöl oder Erdgas entlastet die Umwelt wirklich.

  • Hallo Gast,


    selbstverständlich hast Du recht mit der Behauptung, jedes eingesparte Öl und Gas entlastet die Umwelt. Keine Frage.


    Wenn aber, bei der noch so wenig benötigten Energie für Wärme, Strom erzeugt wird, der entweder selbst verbraucht oder im Netz zur Verfügung gestellt wird, entlastet das die Umwelt zusätzlich. Denn eine normale Heizung erzeugt nur Wärme und verpufft den anfallenden Überschuß.
    Ein BHKW erzeugt mit dem Überschuß die auch benötigte elektrische Leistung.


    Ob das natürlich alles optimal umsetzbar ist, das ist leider Gottes fraglich. Aber auf jedenfall besser als nur einseitig Wärme zu erzeugen.


    Denn so optimal laufen auch die neuesten Gas- und Ölbrenner sowie die dazugehörigen Kesselanlagen nun auch nicht. Man besehe sich die Wirkungsgrade.


    Natürlich wird an allen Fronten der optimalen Energieausnutzung, -einsparung und -umsetzung gearbeitet und somit ist auch das BHKW noch nicht das Ende der Fahnenstange.


    mit freundlichem Gruß
    Werner

  • Hallo an Alle,


    Lieber Gast,
    kurze Erläuterung zum Mitrechnen:


    Ich setze voraus, daß das Haus zumindest einigermaßen auf dem Stand der Technik ist (Dämmung, Fenster, etc.) und nun der Heizkessel in Kürze erneuert werden müsste.
    Außerdem setze ich voraus, daß es die Hausbewohner gern „warm und hell“ haben möchten, also zumindest durchschnittlich Warmwasser und Raumwärme in Anspruch nehmen und auch elektrische Geräte wie Kühlschrank, PC, Fernseher, Radio, Herd, Backofen, etc. Verwendung finden.


    Um die o.g. Ansprüche zu erfüllen, brauchst du je nach Größe des Haushaltes (Personen) und des Bauobjektes und der Lebensgewohnheiten eine gewisse Menge Energie (konventionell Strom und Öl/Gas), die dich gegenwärtig pro Jahr irgendwas um ca. 2500,- EUR kosten mag, mit stark zunehmender Tendenz! Wenn du dir jetzt einen konventionellen Heizkessel anschaffst für die nächsten 20 Jahre kommen dazu nochmal angenommen 7000,- EUR, so daß dich die nächsten 20 Jahre ohne Energiepreissteigerung irgendwas bei 57000,- EUR kosten würden.


    Bei der Nutzung des Dachses als Heizkessel bekommst du aus einem Liter Heizöl (Literpreis 60 Ct. abzügl. Mineralölsteuer = 54 Ct.) eine Laufzeit von ca. 0,56 Stunden. Dabei produziert er etwa 3 kw/h Strom. Rechnerisch kostet dich dann der selbst produzierte Strom ca. 18 Ct./kw/h, wie du richtig geschrieben hast. (Bei einem Gas-Dachs ist das Verhältnis günstiger.) 18 Ct. für den Strom wären tatsächlich nicht billig, du solltest aber bedenken, daß die komplette anfallende und zu nutzende Wärmeenergie (egal wieviel!) bei dieser Rechenweise bereits mit drin ist, also nicht zusätzlich bezahlt werden muß!
    Du sparst also mit einem wärmegeführtem BHKW gegenüber konventioneller Heizweise annähernd den Betrag ein, den du üblicherweise „verheizt“ hättest, das dürften irgendwas bei 1500,- EUR/Jahr sein (20 Jahre entsprechen dann 30000,- EUR ohne Preissteigerung).
    Selbst wenn du davon noch einen Betrag für höheren Wartungsaufwand und sonstige Unwegsamkeiten abziehst, hast bis zu einem Ölpreis bis 150 Ct./Liter und gleichgebliebenem Strompreis noch entsprechend deutliche Vorteile gegenüber der „Heizkessel-Variante“: Investition des Dachs komplett ca. 28000,- zuzügl. Energiekosten für die nächsten 20 Jahre entsprechen ca. 48000,- gegenüber o.g. 57000,- EUR bei diesem Rechenbeispiel-Haushalt. Je höher die Energiekosten steigen werden und je höher der Wärmebedarf ist, desto größer der Vorteil. Ausnahme: Das Öl (Gas) würde deutlich teurer und gleichzeitig der Strom deutlich billiger. Aber darauf kann ich nicht warten.


    Umweltmäßig betrachtet spart der Dachs bekanntermaßen gegenüber der konventionellen Energieerzeugung (Wärme + Strom !!!) tonnenweise CO2-Ausstoß ein.


    Schönen Gruß an Alle und einen schönen Feierabend in der „warmen und hellen Stube“
    wünscht Andy


    GTD ... (Going to drink) ;););) :o

    ... denn die Freude an der richtigen Entscheidung währt länger als die Freude am billigen Einkauf!

  • Hallo Andy,


    nach Deiner Rechnung wird aus einem Haus mit einem Gesamtenergieverbrauch von 2500,- Euro durch Verwendung
    eines Dachses gegenüber einem herkömmlichen Ölheizkessels
    ein Haus mit einem Energieverbrauch von 1000,-Euro. Bei Energiesparmaßnahmen oder geringeren Comfortansprüchen ist eine Senkung des Verbrauchs sicherlich möglich, aber wie soll das durch den Dachs erfolgen?
    Mit und ohne Dachs habe ich doch den gleichen Bedarf an Wärmeenergie und Strom. Wenn ich mit dem Dachs die gleiche Menge an Wärme erzeugen möchte, muss ich 50 % mehr Öl verbrennen, als mit einem herkömmlichen Ölkessel. Natürlich entsteht beim Dachs aus diesem Mehrverbrauch Strom, aber zu welchem Preis.
    Wenn ich im Dachs 1 Liter Öl verbrenne, entstehen 3,3 kWh Strom und 6,6 kWh Wärme.
    Bei einem Literpreis wie in Deinem Beispiel von 54 Ct. ohne Mineralölsteuer kostet die reine Erzeugung einer kWh Strom 5,45 Ct. Dazu Kosten für Wartung je kWh 1,25 Ct. Summe gleich 6,7 Ct. Um in den Genuss einer Strom und Wärme Maschine zu kommen , ergibt sich nach Deinem Beispiel ein Mehraufwand von 21.000 Euro. Damit sich die Maschine selbst bezahlt macht, muss ich bei 20-jähriger Nutzung jedes Jahr mindestens 1050,- für die Abschreibung zurücklegen. Weiterhin fallen für die 21.000,- jährliche Zinsen von mindestens 750,- Euro an. Erzeuge ich im Jahr ca.10.000 kWh Strom ergibt sich folgender Preis pro kWh.


    6,7 Ct Brennstoffkosten pro kWh x 10000 kWh = 670 Euro
    +Abschreibung 1050 Euro + Zinsen 750 Euro = 2470 Euro
    diese 2470 Euro geteilt durch die 10000 kWh ergibt eine Preis von 24,70 Cent pro kWh.


    Wem kann ich diesen Strom gewinnbringend verkaufen?


    Natürlich wird der Preis bei längerer Laufzeit geringer, aber die maximal 10 Cent welche ich für den Ankauf erhalte, erreiche ich nie.


    An dieser Stelle aber bitte kein Einwand in Richtung zusätzlicher kostenloser Wärme. Aus den 54 Cent für den Liter Heizöl -siehe oben- werden 18 Cent für die Stromerzeugung verrechnet und 36 Cent für die Wärme.


    Um auf meine erste Frage zurück zu kommen, woher kommen beim Dachs die 1.500,- Euro Einsparung pro Jahr?



    Mit freundlichen Grüßen

  • Moin mein Freund,


    wenn 10000 kwh Strom jährlich erzeugt werden, dann bedeutet das eine Laufzeit des Dachses netto von ca. 1900 Bh.
    Weiter brauchen wir nicht zu rechnen, denn ein Einsatz unter 3500 Bh jährlich ist indiskutabel.
    Und trotzdem unterstütze ich Andy in der Aussage, dass für das gleiche Objekt in Bezug auf den Wärmebedarf der Ausstoß von CO2 bei Einsatz eines Dachses um fast 50% reduziert wird und das sind hier jährlich ca. 10 Tonnen.


    Gruß Dietrich

  • Hallo,


    zugegeben stellt deine Argumentation (Kollege "Tatsächlich") eine gewisse Herausforderung an meine überzeugte Betrachtungsweise dar. Ich stelle hiermit klar, daß ich keinerlei kommerzielle Vorteile am Vertrieb von BHKW habe (ich komme gar nicht aus der Heizungs-/Sanitärbranche), während deine Beiträge bei mir das unbestimmte Gefühl auslösen, daß bei dir sehr wohl geschäftlich-konkurrierende Gründe eine Rolle spielen könnten. ?


    Der Trugschluß in deiner Berechnung liegt meines Erachtens darin, davon auszugehen, daß bei gleichzeitiger Strom- u. Wärmeerzeugung z.B. mittels „Dachs“-BHKW die zu produzierende elektrische (Mehr-)Energie gewissermaßen 1 : 1 auch mehr an Brennstoffen (besagte +50 %) verbraucht wird, also demnach keinen wirtschaftlichen Vorteil bringt. Da jedoch der technische Wirkungsgrad des Dachses (mit Kondenser) deutlich höher ist als beim Heizkessel, ist der Mehrverbrauch gegenüber konventioneller „Verbrennungs-Heizung“ auch deutlich geringer als +50 %. Hinzu kommt, daß der dabei produzierte elektrische Strom (kw/h) einen deutlich höheren geldwerten Vorteil bietet, als die vergleichbare Menge an thermischen kw/h, also der mehrverbrauchte Brennstoff (Öl/Gas) zu erheblich wertvolleren elektrischen (statt thermische) kw/h umgewandelt wird.


    In der Praxis werden dadurch beim Öl-Dachs pro Betriebstunde 1,8 l Heizöl (resp. entsprechende Menge Biodiesel/Gas, etc.) verbraucht, aus denen 5,3 kw/h Strom zusätzlich zur benötigten Wärmeenergie erzeugt werden. Bei einem geldwerten Vorteil von angenommenen 12 Ct./elektr. kw/h (Mittel zwischen Eigenverwendung und Stromverkauf; 5,3 x 12 Ct. = 63,6 Ct.) hast du bis zu einem Ölpreis von ca. 41,5 Ct./l die Kosten für den kompletten (100 % !!!) Heizölverbrauch wieder drin! (Mineralölsteuererstattung 6,135 Ct./l ist eingerechnet). So ergibt sich der besagte finanzielle Vorteil, den ich im Beispiel mit ca. 1500,- €/Jahr und Haushalt beziffert habe.


    Zugegebenermaßen unterliegt diese Vorteilsgröße gewissen Schwankungen durch Öl-/Gas-/Strompreisschwankungen am Markt, wodurch derzeit bei einem höchst ungünstigen Ölpreis von ca. 60 Ct. nicht mehr 100 % der Heizölkosten quasi eingespart werden, sondern „nur“ noch 70 %. Trotzdem erhält sich wie gesagt bis zu einem Ölpreis von 150 Ct./l bei gleichgebliebenem Strompreis ein dementsprechender Preisvorteil gegenüber der Heizkessel-Variante.
    Anders gerechnet könntest du selbst bei einem Ölpreis von 60 Ct/l und einem Strompreis von 18,3 Ct./kw/h auch noch in den Genuß kommen, deine kompletten 100 % Heizölkosten einzusparen, wenn du nämlich in der Situation bist, 100 % der erzeugten elektrischen Energie selbst zu benötigen. (Oder 100 % gedeckter Heizölkosten bei 56,2 Ct. Ölpreis und 17 Ct. Strompreis, usw. usw.. )


    Die Kosten für die Verzinsung der Investition (derzeit ca. 1,9 % eff. bei KfW-Dahrlehn) verlieren sich nach meiner Einschätzung künftig bei der zu erwartenden Energieverteuerung im Gesamtkostenaufkommen. Bei „BHKW-ungünstiger“ Marktpreisentwicklung (Strom billiger, Öl teurer) wäre die Verzinsung zugegeben eine Kalkulationsgröße, bei einer „BHKW-günstigen“ Preisentwicklung (alles teurer) wäre die Verzinsung quasi „mit im Preis drin“. Desweiteren dürfte bei derart emotionsloser Betrachtungsweise niemand mehr Geld für ein neues eigenes Auto ausgeben, weil rechnerisch Taxifahren billiger ist ...


    Falls sich jemand unseren Dachs mal in Betrieb ansehen möchte (Standort: 32602 Vlotho, 2-Familienhaus, Privatnutzung), nach Voranmeldung immer gern möglich!


    Freundliche Grüße


    Andy

    ... denn die Freude an der richtigen Entscheidung währt länger als die Freude am billigen Einkauf!

  • Hallo zusammen,


    also ich bin vielleicht zu sehr Technikfreak, als daß ich mich ernsthaft in euere Diskussion einmischen möchte.


    Die Szene, wie erzeuge ich eine optimale Ausnutzung der primären Energie wie Öl, Gas, Pflanzenöl, Wind usw. verfolge ich nun mehr schon seit vielen Jahren.


    Da ich in meinem Haus eine gerade 3 Jahre alte Heizungsanlage vorfand, erübrigte sich die Frage schon aus wirtschaftlichen Gründen, für welches wärmeerzeugendes System ich mich entscheiden sollte.


    Fasziniert hast mich schon seit eh und jeh der Stirlingmotor . Ich denke, ihn beheizt mit Wasserstoff (steht übrigens unbegrenzt zur Verfügung) wäre die optimale Lösung.


    Dies setzt allerdings voraus, daß alle mechanischen Teile, die mit dem Wasserstoff in Berührung kommen, keramisch nach- bzw. ausgebildet werden können.


    Wasserstoff hat nämlich den Nachteil, daß es in die Kristallgitter des metallischen Werkstoffes hineindiffundiert und ihn regelrecht zerbröselt.


    Nun hat die keramische Industrie schon einiges an Vortschritt geleistet und erfahren. Wir kennen schlagfeste und elastische Keramik. Finden deren Anwendung im Katalysator- und Bremsenbau. Dennoch sind wir nicht soweit, daraus verbraucherfeste Verbrennungsmotore oder Triebwerke zu erstellen. Es dauert eben noch einige Zeit.


    Und somit muß man einfach bereit sein, Kompromisse zu schließen.


    Ein Kompromiß ist eben das BHKW .


    Es ist nicht optimal aber besser als nur zu heizen.


    Das BHKW berücksichtigt alle Überlegungen einer optimalen Nutzung des Brennstoffs.


    Ob es nun 1% und 1% her besser geht, daß ist einffach undiskutabel.


    Gesucht werden sollte und das gemeinsam nach einer optimalen Kombination aller uns zur Verfügung stehenden Technik.


    Wenn ich ein BHKW besitze und überzeuigt bin, daß eine lange Laufzeit desselben mich in ein Geinnzone bringt darf mich das nicht veranlassen, Tür, Fenster und Tor offen stehen zu lassen.


    Ich sag das mal einfach so.


    Aus diesem Grund habe ich mich diesem Form und keinem anderen angeschlossen, da hier die Polemik außen vorstand.


    Hier fand ich aus meiner Sicht Laien und Fachleute, die sich ernsthaft Gedanken darüber machten und machenm, wie gehe ich mit der mir zur Verfügung gestellten Energie verantwortungsbewußt und optimal vor.


    Welche Möglichkeiten habe ich durch Veränderungen der Einstellungen eventuell konstruktiver Art, den Dachs zu optimieren, dadurch die energetische Leistung zu optimiern und die Umwelt zu entlasten.


    somit mit freundlichen Grüßen
    Werner

  • Hallo,


    nach euren Argumenten nun meine Antwort. Vorweg mein Weg zum Forum. Ich habe beruflich nichts mit Haustechnik zu tun besitze aber eine 11 Jahre alte Ölheizung und bin auf einer Messe auf den Dachs aufmerksam geworden und war zunächst begeistert. Inzwischen sehe die Technik insbesondere für private vorrangige Verwendung zur Wärmeerzeugung schon emotionsloser. Bei meiner nun schon wochenlangen Weiterbildung im Internet sind mir aber so einige Widersprüche aufgefallen.


    Beispiel Wirkungsgrad.
    Ein Liter Heizöl hat etwa den Energiegehalt von 11 kWh.
    Verbrenne ich diesen in meinem Ölkessel erhalte ich nach dem vom Schornsteinfeger ermittelten Wirkungsgrad von 91% 10 kWh Nutzwärme, die restliche kWh entweicht mit dem Abgas in die Umwelt. Verbrenne ich diesen Liter Heizöl im Dachs ergibt das bei von Senertec angegebenem Wirkungsgrad von 89 % 9,8 kWh. Diese verteilen sich nun etwa im Verhältnis 1 zu 2 auf 3,3 kWh Strom und 6,5 kWh Wärme. Natürlich wird jetzt der Einwand mit dem Kondensor kommen.Sicherlich lässt sich damit , falls die Auslegung der Heizung die Ausnutzung der Abgaswärme
    ermöglicht, der Gesamtwirkungsgrad ein paar Prozent erhöhen. Als Vergleich müsste man dann aber einen Ölbrennwertkessel heranziehen. An der Aufteilung der Energie wird sich aber nicht viel ändern. Es stehen pro Liter eben nur maximal 11 kWh zur Verfügung. Diese Zahlen lassen sich ohne Probleme auch mit den von Senertec gemachten Angaben im Werbeflyer nachvollziehen.


    Um nun auf eine feststehende Menge an Wärmeinergie zu kommen , muss das BHKW im Gegensatz zum normalen Ölheizkessel das 1,5 fache an Öl verbrennen. Der Mehraufwand erzeugt dann den Strom. Hieran läst sich auch leicht erkennen, das ich entgegen vieler Meinungen bei meiner Wärmeerzeugung kein CO2 einspare.
    Anders sieht es jedoch aus, wenn ich das Blockheizwerk so betrachte, wie es eigentlich erfunden wurde. Die Aufgabe eines BHKW liegt in der Stromerzeugung und der Vorteil in der Nutzung der anfallenden Abwärme. Also ist die erste Frage, zu welchem Preis kann ich den Strom erzeugen und welchen Preis erhalte ich bei Verkauf oder was spare ich bei Eigennutzung. Als nächstes steht die Frage, kann ich die Abwärme sowohl in der Höhe als auch zum entsprechenden Zeitpunkt verwenden.

    Nun kommen wir also wieder zum Strompreis. Wie beim PKW sind nicht nur die reinen Brenn-/Treibstoffkosten sondern auch Wartung und Wertverlust zu berücksichtigen.Was dann von der Wirtschaflichkeit überbleibt lässt sich recht gut unter dem Link -Kostenrechnung unseres Dachs- auf diese Forumseite nachweisen. Die dort für dieses Jahr bis jetzt ausgewiesenen 500,- Euro Gewinn sind nur möglich bei hoher Eigenleistung bei Montage, Selbstausführung der Wartung und keiner Berücksichtigung von Finanzierungskosten. Wenn dann noch der heutige Ölpreis angesetzt wird sind wir weit im roten Bereich. Natürlich wird bei längeren Laufzeiten die Wirtschaftlichkeit besser, aber welcher Forumteilnehmer hat schon Verwendung für täglich 200 KWh Wärme. Weitehin was wird, wen der Zins des Kfw-Darlehen nach ein paar Jahren steigt? (Ich kenne nicht alle Programme) Was wird wenn nach 10 Jahren der staatliche Einspeisezuschlag mit über 5 Ct. pro kWh wegfällt?
    Warum erzeuge ich eigendlich Strom, wenn ich ihn doch zum größten Teil verkaufen muss? Warum Strom erzeugen, wenn ich doch eigendlich nur Wärme brauche? Gibst es bessere Alternativen zur Wärmeerzeugung?


    Schade, dass ich auf die letzte Frage in diesem sonst angenehmen Forum sicherlich keine Antwort erhalte.

    Freundliche Grüße

  • Moin,
    zunächst würde ich es als sehr sympathisch bewerten, wenn Akteure mit solch umfangreicher Forumsbeteiligung sich zu erkennen geben und nicht anonym werkeln.


    Zur Basis zurück: Die gesetzlichen Vergünstigungen bei Betrieb eines (hier) Klein-BHKW resultieren aus der weltweiten Verpflichtung den Schadgasausstoß zu verringern. Dies ist bei der Konstruktion des BHKW gegeben, weil der Ausnutzungsgrad der eingesetzten Energie zur Erzeugung elektrischen Stroms unter Verwendung der Abwärme eben bei besagten 89% liegt. Bei konventioneller Stromerzeugung, auch GuD, liegt der Wirkungsgrad nicht über etwa 40%.


    Zur Frage „Gibt es bessere Alternativen zur Wärmeerzeugung?“ ein ganz klares „Ja“. Kernkraft – null Schadgasemission und nach Bedarf verfügbar – aber die wollen wir ja auch nicht !!


    Zur Frage „Warum Strom erzeugen, wenn ich doch eigentlich nur Wärme brauche?“. Klare Antwort: Bei Nutzung eines BHKW komme ich wegen der Stromerzeugung in den Genuss der steuerlichen Vergünstigung nach dem Mineralölsteuergesetz und zwar für den insgesamt eingesetzten Brennstoff, d.h. die für die Wärmeerzeugung so oder so anfallenden Brennstoffkosten werden bei Nutzung eines BHKW um den Ökosteueranteil geringer.


    Zur Frage „Warum erzeuge ich eigentlich Strom, wenn ich ihn doch zum größten Teil verkaufen muss?“ Jede mit dem BHKW erzeugte kWh elektrischen Stroms wird mit einem Wirkungsgrad von ca. 89% erzeugt, die eines Großkraftwerkes mit etwa 40%. Egal, ob Eigennutzung oder Verkauf vorliegt, es bleibt eine Schadgasreduzierung.


    Wenn also ehrlich gerechnet werden soll, dann muss ich für die 3 kWh erzeugte elektrische Leistung pro Liter Heizöl auch den Aufwand und den Erlös korrekt angeben. Der direkte Aufwand beträgt bei einem Literpreis netto von 60 ct :


    1 Liter Heizöl = 6 kWh Wärme + 3 kWh Strom = 60 ct, Steuervergütung 6,13 ct


    Kosten je kWh Strom 60 ct : 9 = 6,67 ct minus Steuervergtg. 6,13 ct : 3 = 2,04 ct
    Kosten je kWh Strom also 4,63 ct.


    Ertrag je kWh verkauften Stroms 5,11 ct (KWK) plus 4,00 ct (EEX) = 9,11 ct


    Jede erzeugte kWh Strom bringt einen Ertrag von etwa 4,5 ct. Bei einer jährlichen Laufzeit von 2000 Bh ergibt das EUR 495,-. Dies ist der ungünstigst angenommene Fall bei 0 kWh Eigenverbrauch.
    Bei einer realistischen Selbstnutzung von 40 % beträgt die Vergütung je kWh Strom ca. 14,00 ct minus 6,67 ct (keine Steuervergtg.) = 7,33 ct. Bei einer Laufzeit von 2000 Bh jährlich ergibt das 1200 Bh x 5,5 x 4,5 ct = EUR 297,00 plus 800 Bh x 5,5 x 7,33 = EUR 322,52,
    zusammen also rund EUR 620,00.


    Ich bleibe deshalb bei meiner vorherigen Aussage von min. 3500 Bh jährlich für einen wirtschaftlichen Betrieb. Meine beiden Gas-Dachse in einem Mehrfamilienhaus ohne Warmwasserversorgung (leider) und Verkauf des gesamten erzeugten Stroms an die HEW belegen das.


    Gruß Dietrich

  • Werter dbitt,


    Ihre Zahlen sind schon in Ordnung, aber sie sind nur der Anfang. Zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit gehören natürlich auch die Anschaffungskosten sowie der Aufwand für Wartung und Reparatur. Es ist wie bei einem PKW je teurer das Fahrzeug um so höher die Kosten pro Kilometer.
    Mit den von Ihnen für den wirtschaftlichen Betrieb genannten 3500 Betriebsstunden ergeben sich folgende Zahlen.


    3.500 h x 5,3 kW = 18.550 kWh


    Mit den von Ihnen errechneten 4,5 Ct Ertrag pro kWh, haben Sie pro Jahr folgende Einnahmen.


    18.550 kWh x 0,045 Euro/kWh = 834,75 Euro


    werden bei dieser Laufzeit pro Jahr Wartungskosten (ohne Reparaturen) von ca. 250 Euro angesetzt, verbleiben


    834,75 abzüglich 250,- = 584,75 Euro.


    Sie haben also pro Jahr ca. 600,- Euro eingenommen.


    Wenn Sie nun versuchen das zu erreichen, was der Hersteller Ihnen versprochen hat, nämlich einen Kessel der sein Geld verdient, ergibt sich folgende Rechnung.


    20 Jahre x 600 Euro = 12.000 Euro


    Schon an dieser einfachen Rechnung sieht man, der Mehrpreis von mindestens 15.000 Euro gegenüber einem einfachen Heizkessel wird nicht erreicht.
    In der tatsächlichen Wirklichkeit sieht es noch schlechter aus.
    Zum einen müssen in der Regel aus den 600 Euro noch Zinsen zur Finanzierung abgezogen werden. Bezahle ich das BHKW hingegen bar, verzichte ich auf ca.450 Euro Zinsen im Jahr.


    Weiterhin werden nach 10 Jahren, wenn Gesetze und Förderung so bleiben, die 600,- Euro Ertrag hinfällig. Wenn dann der staatliche Zuschuss von 5.11 Ct. pro kWh ausläuft, müssen Sie als Stromerzeuger für jede verkaufte kWh 0,63 Ct. drauflegen. Erzeugerkosten 4,63 Ct, Ankaufpreis 4,00 Ct.


    Warum also Strom erzeugen?


    Ich habe schon Verständnis, dass der Dachs ein interessantes Hobby sein kann, zur Wirtschaftlichkeit kommt er aber nur, wenn der Strom zu nahe 100 % selbst verwendet wird, als Energieträger nachwachsende Rohstoffe Verwendung finden und die Herstellungskosten nicht mit der Förderung steigen.


    Freundliche Grüße

  • Hallo Allerseits,


    ich liebe kontroverse Diskussionen! Auch ich fände es allerdings höchst wünschenswert, wenn du dich lieber Kollege Gast/Tatsächlich ordnungsgemäß registrieren/anmelden würdest, das tut nicht weh und schafft Vertrauen. Bis dahin werde ich mich nicht weiter an diesem Diskussionszweig beteiligen.


    Meine Stube ist jedenfalls warm und hell (mit Dachs) und ich fühle mich irre gut dabei!


    Mfg Andy

    ... denn die Freude an der richtigen Entscheidung währt länger als die Freude am billigen Einkauf!

  • Hallo allerseits,
    An einem Forum kann man wie ich finde auch anonym teilnehmen, dies sollten wir akzeptieren. Eine Diskussion darüber, und ob es vielleicht einen Diskussionsbereich geben soll in dem nur von angemeldeten Usern Beiträge erstellt werden können kann man da ja mal in der Laberecke diskutieren.


    Was die bisherigen kontroversen Meinungen angeht, halte ich 3.500h ebenfalls als nicht ausreichend, um unter normalen Bedingungen (Wartung nicht selbst machen, Anlage fremd installieren lassen etc.) ebenfalls für nicht ausreichend um sie unter rein wirtschaftlichen Aspekten so zu betreiben, dass sich die erhöhten Anschaffungs- und Wartungskosten selbst bezahlen. Jedoch ist da die pessimistische Rechnung auch nicht ganz richtig. Wenn der Dachs alleine ohne Spitzenlastkessel läuft, braucht man je nach Region keinen Schornsteinfeger mehr und die wegfallende Wartung für den Heizkessel muss man dann auch gegenrechnen. Für meinen Gas-Dachs (5,5KWel) habe ich diese Rechnung aufgemacht und komme bei derzeit ca. 6.500h/a und über 80% Eigenstromverwendung in den grünen Bereich. Diese nahezu idealen Bedingungen sind jedoch leider die Ausnahme. Viele Anlagen werden meiner Einschätzung nach nicht rein wirtschaftlich betrieben.


    Ein kleines BHKW , das sich nicht wirtschaftlich in obigem Sinne betreiben lässt, würde ich dennoch nicht als reines Hobby bezeichnen. Sicher gibt es den einen oder anderen Technikfreak, die Mehrzahl der Betreiber sehen das ganze aber meines Erachtens als ihren Beitrag zum Umweltschutz, welcher ihnen nicht hoch genug anzurechnen ist.


    Grüße Bruno

  • Also, ich betreibe bis jetzt 5 Dachse, Öl und Gas gemischt.
    Der 6te wird grad bei einer Anlage dazugeplant.
    Alle laufen momentan so zwischen 4800 bis 5500 Std. im Jahr.
    Durch den explodierten Betriebsstoffpreis ergibt sich natürlich eine etwas schlechtere Bilanz.
    Bis zur letzten Abrechnung waren aber alle dachse auch bei kalkulatorischer Abschreibung und Zinsbelastung und Wartungskosten.
    Laut meiner Steuerberatungsfrau hab ich bei meiner Abrechnung nix vergessen, selbst meine Fahrten zum Nachsehen der Dachse setzt ich ein...
    Der Gewinn ist nicht überragend aber er existiert, auf enem spekulationskonto würd ich mehr verdienen, aber wo bleibt da das grüne Gewissen und vorallem der Spieltrieb???
    Festzustellen ist und bleibt, ohne richtige Planung und Berrechnung vor der Installation, ist der Dachs nur gut für unsere Umwelt.
    Das sollte unbestritten sein.
    Wer alles in Gewinne umrechnen will, sollte auch alles andere in seiner Umgebung so berrechen, aber vorsicht evtl. errechnet man das man selber der kostentreibenste Faktor ist, und den will man ja anscheindend abschaffen..., also Vorsicht!
    Der Dachs und alle anderen BHKW sind mehr oder weniger sinnvoll, es sollte sich jeder 3te ein anschaffen und 2 seiner Nachbarn mit anschließen.
    Bei mir ist dadurch wie geschrieben eine gute Auslastung gegeben.
    Wichtig ist das die Grundlast des Hauses gedeckt wird, der Rest sollte entweder ökologisch durch Holz oder Altpflanzenöle, oder notfall durch Gas oder Heizöl gedeckt werden.
    Ganz extreme könne sich ja wie bei ww.supersolar.de noch weiter in die Schuldenfalle begeben, diese werden aber dafür mit einem reinem gewissen für unsere Kinder gesegnet.


    Also wie auch immer, es wird für alle zeit Menschen geben die sich für Ihre Umwelt interessieren und es wird Menschen geben die versuchen Ihr Geld zu essen.
    Frei nach einem Häuptling dr Indianer. (Der lieblingspruch der alten Grünen ;))


    Jetzt bin ich gespannt ob unser Anonymer Gast sich mit seinen Nachbarn verträgt und eine Betreibergemeinschft gründet. Die Gewinne sind dann da und er kann endlich sein Geld weiter vermehren.
    Oder will er evtl. einfach nur trollen??? 8-|


    @:- Bernd


    Ach ja wer will kann gerne mal in Bochum vorbeikommen, sich die Rechnungen ansehen.
    3 der anlagen stehen im Netz, unter https://hoose.homeip.net/senertec/index.html
    Ist zwar nur die Verbrauchsübersicht ohne Kostenstellen etc. aber es zeigt das es geht.
    Die anderen dürfen aus Datenschutzgründen nicht öffentlich im Netz stehen.

  • Moin tatsächlich,
    auch Ihre Rechnung ist Ansichtssache. Unter Verwendung der Angaben aus Ihrem letzten Beitrag ergänze ich wie folgt:
    Da Wärme und Strom komplett verkauft werden, sind die Dachse als Gewerbebetrieb mit Mehrwertsteueroption angemeldet und anerkannt. Aus den von Ihnen genannten Anschaffungskosten von EUR 21.000,- (pro Dachs) fliessen EUR 2896,55 als Steuererstattung zurück. Die Wartungs- und Betreiberkostenanteile aus der Wärmeerzeugung werden wie bei einem Heizkessel umgelegt. Somit würde sich nach den von Ihnen vorgegebenen Zahlenwerten der Dachs (und ähnliche BHKW) nach 20 Jahren amortisieren oder ? Doch der Vorteil für die Umwelt bleibt.
    Es verwundert mich außerordentlich, mit welcher Sicherheit Sie vorausdenken, was in 10 Jahren bezüglich der Vergütungen passiert, aber warten wir es ab. Der Umweltschutz und seine Kosten wird uns eher zwingen, erhebliche Mittel dafür zusätzlich bereitzustellen.


    Und noch etwas. Warum wird beim BHKW immer von einem (notwendigen) Gewinn als Anschaffungsgrund gesprochen ? Mir ist kein Heizkessel bekannt, der jemals seine Anschaffung erwirtschaftet, geschweige dann Gewinn ausgewiesen hat.


    Gruß Dietrich

  • Meine Kostenrechnunh läuft zur zeit auf 12 Jahren abzahlung.
    Es bleibt trotzdem etwas über.
    Aber recht haben Sie natürlich solche Ausgaben sind nicht nur unter der Rentabilität zu sehen.
    Ist aber trotzdem möglich beides zu vereinen.
    Die Dachse laufen gewerblich da ich als Betreiber verschiedene Objekte verwalte/beheize.
    Die jeweiligen Bewohner beziehen Wärme und Strom vom BHKW , unter den vorherigen Bedingungen
    das heißt Strompreise des günstigsten Stromanbieters und Wärme umgelegt auf die alten Koste/KwH der Heizung.
    Die aus dem Betrieb enstehenden Gewinne werden anteilig auf die Nutzer entsprechend ihrers Verbrauches aufgeteilt, natürlich nach Abzug aller Kosten und meiner Gewinnbeteiligung für die Installation der Anlage.
    Bisher sind alle damit recht gut gefahren und zufrieden, die gesamtkosten der einzelnen sind Gradtagszahlbereinigt geringer als bei der alten Beheizung und Strombezug.
    So etwas lohnt sich aber wirklich nicht unter berücksichtigung des Arbeitsaufwandes den man selbst betreibt.
    Ist halt teils Hobby teils Berufung


    Bernd

  • Durch den Stromverkauf von zur Zeit 12 ct /kWh + MwSt und Ökosteuerbefreiung des Brennstoffes, sowie teilweiser Vorsteuerbefreiung des Gerätes und des Brennstoffes kann man sehr günstig sein Gebäude heizen.


    Auch im Einfamilienhaus.