BHKW oder nicht??

  • Hallo Mitglieder dieses Forums.


    Als Neuling bitte ich Euch um Rat. In meinem Haus steht eine größere bauliche Veränderung an. Es handelt sich um 2 Doppelhaushälften die auch mit 2 verschiedenen Heizungen ( Erdgas ) beheizt werden. Ich möchte die Heizung zentralisieren. Mir schwebt natürlich ein BHKW vor. Haus 1 atmosphärischer 22 kw Kessel mit einem Verbrauch von 12ooo KwH, 6 rm Brennholz und 6 qm Solarfläche die einen 400 l Brauchwasserbehälter bedienen der in Reihe mit der Heizung geschaltet ist. Wohnfläche 200 qm bei 5 Personen. Gebaut 1995.


    Haus 2 Gasgebläsekessel mit 28 Kw bei 32000 Kwh Verbrauch. 1 Mietwohnung mit 100 qm und 2 Ferienwohnungen mit jeweils 65 qm. Gebaut 1900.


    Gesamtstromverbrauch 8500 Kw.


    Auf dem Dach ist eine 10 Kw Photovoltaikanlage.


    Wie groß bzw klein muß das BHKW sein? Wer stellt so kleine BHKWs her? Mein Haus- und Hofinstallateur ist ratlos und wohl auch überfordert. Gibt es Fördergelder?


    Danke für Eure Mithilfe!


    Tomate64

  • Hallo Tomate64,


    und Herzlich Willkommen im Forum!


    Um eine Abschätzung bzgl. BHKW-Auslegung machen zu können, wird meist vom Jahresheizwärmebedarf ausgegangen:
    Haus 1: 12.000 kWh Gas + 6 Rm Brennholz (im Holzvergaser ?) - Pappel (9.360 kWh) oder Eiche (13.800 kWh) ?
    Haus 2: 32.000 kWh Gas


    Summe: 53.360 .. 57.800 kWh


    Für diesem Jahresheizenergiebedarf gibt es zwar geeignete BHKW, wie bspw. ecopower 3.0, Lion-Powerblock, Whispergen, Remeha eVita HRe aber die spielen ihre Investitionskosten alle nicht wieder rein. Falls beide Heizungen ersetzt werden sollen (müssen), sieht es wirtschaftlich etwas besser aus. Als wohl preiswertestes System ist die stromerzeugende Therme Remeha eVita für ca. 12.500 EUR brutto einzustufen. Dazu liegen aber bisher keine Erfahrungen vor, da das Gerät erst letztes Jahr auf den Markt kam.
    Dieser 'wandhängende Brennwertkessel' hat den Vorteil, das dort ein Spitzenlastbrenner mit knapp 27 kW integriert ist, so dass das Gerät gerade so für das Doppelhaus als einzige Wärmequelle ausreichen könnte (notfalls zus. mit der Holzheizung). Bei dem oben errechneten Verbrauch komme ich auf eine Heizlast von ca. 30kW. - Die derzeitigen Kessel sind reichlich überdimensioniert und haben wohl durch häufiges Takten auch einen miserablen Jahres-Wirkungsgrad. In Verbindung mit einem auf die Solaranlage abgestimmten Puffer(kombi)speicher könnte man da ev. noch was verbessern, denn die vorhandenen 400l sind eher zu wenig.
    Wie sieht die Reihenschaltung des 400l Solarspeichers mit der Heizung aus?


    Wie alt ist die PV-Anlage?


    Da die Kopplung der beiden Heizungen und WW-Netze kaum aus der Ferne beurteilt werden kann, lass' Dir doch von einem DeDietrich-Installateur zwei Vergleichsanbebote machen, einmal mit konventioneller Brennwewrt-Therme und einmal mit Remeha eVita.



    Denkmaler



    p.s. Förderung gibt es ev. vom örtlichen Versorger oder der Kommune, ansonsten auf die erzeugte Strommenge 5,11 ct/kWh Bonus vom Verteilnetzbetreiber.

  • Denkmaler
    Die Unwirtschaftlichkeit sehe ich nicht. Zwei neue Heizungnen kosten auch ca. 10000,- bis 14000,- €- Die verdienen nichts und kosten nur Geld. Die Investition muss der Eigentümer tragen und kann im Vermietungsfall sich nichts vom Mieter verlangen.


    Ein ecopower 3.0 mit SLK und Nahwärmeleitung kostet in dem Fall etwa 27000,- bis 30000,-€. Verbleiben etwa 16000,-€ Mehrkosten. Bei 55.000 kWh Wärmebedarf erzeugt ein BHKW ca. 18.000 kWh Strom. Ergibt (hab ich oft genug berechnet) ein Ertrag (ohne Kapitalkosten) von ca. 2000,- € pro Jahr. Spätestens wenn die Strompreise steigen (tun die z.Z.) wird die Anlage immer rentabler. Ist alles nur eine sehr grobe Rechnung. Soll auch nur eine Tendenz aufzeigen.


    Wie ich an anderer Stelle schon mal gesagt habe und mit Zahlen untermauert habe sehe ich in diesem Fall für ein Stirlingmotor keine wirtschaftliche Basis. Wenn man das aus anderen Gesichtspunkte möchte soll man es machen.

    Rechnen hilft. Bleistift, Stück Papier und ein Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern. ?(
    http://perdok.info/
    Oscar Perdok GmbH
    Gildeweg 14, 46562 Voerde
    Beratung, Planung und Installation von: KWK-Anlagen, PV-Anlagen, Stromspeicher mit Notstromfunktion, Eigene Herstellung von Ladestationen für E-Mobile, Energie-Effizienz incl. Kosten/Nutzen-Betrachtung, Ladestation für E-Mobile (kostenlos)

  • Nunja. Eine neue Heizung für beide Häuser kostet vom Kessel selbst vielleicht 2500-3000 Euro. Ein paar Stunden Heizungsbauer für ein paar Rohre - lass es mal 5.000 bis 6.000 Euro kosten... Handwerk hat halt goldenen Boden.


    Dagegen muss man jetzt Kosten (Anschaffung und höhere Wartung), und Einnahmen (vermiedene Energiesteuer, KWK Bonus, gesparter Strom, eingespeister strom) rechnen. Nimmt man Deine Daten bist Du an der Grenze der Wirtschaftlichkeit.


    Der Whispergen hat den Vorteil, dass nach jetziger Erfahrung, keine großen Wartungskosten auf dich zukommen. Beim ecopower gibt es hingegen zur Investition jedes Jahr kräftig was zu warten und oft auch etwas zu reparieren (Handwerk und goldener Boden...). Entweder geht da eine Platine kaputt weil ein Lüfter niht mehr dreht, oder der Motor bringt nicht genug Leistung... Wenn man mal so die leidgeplagten Ecopowerbesitzer hier im Forum betrachtet, glaube da war was mit Wartungsvertrag kostet fast 1000 Euro im Jahr. Pamiru - sag Du mal was, Du kennst dich da aus.


    Auf der anderen Seite ist das Ecopower 3.0 was für Dich in Frage kommt nicht so anfällig wie das 4.7 - weil das 3.0 mit dem Motor einfach weniger leisten muss.


    Die nächsten Monate kommen aber auch die ganzen Microgen Stirlings (eVita, Dachs Stirling usw.) die für Dich je nach Preislage interessant sein könnten. Daher schließe ich mich dem Rat von Denkmaler an.

  • Eine neue Heizung für beide Häuser kostet vom Kessel selbst vielleicht 2500-3000 Euro. Ein paar Stunden Heizungsbauer für ein paar Rohre - lass es mal 5.000 bis 6.000 Euro kosten...


    Das ist nur die halbe Wahrheit. Wenn ich eine heizung für beide Häuser bauen will muss man die Verbindung zwischen den Häusern nicht vergessen. Dann kommen schnell noch mal 2000 bis 3000,- zusammen (Graben, Rohrleitung, Herstellen der Oberfläche). Und mit ein paar Rohre ist es in 90% der Fälle auch nicht getan. Dann funktioniert der Schieber nicht, das Ad-Gefäß ist defekt usw. Ich gebe erst lieber ein höheren Preis an um dann mit dem Kunden eventuelle Einsparmöglichkeiten zu überlegen als erst niedrig zu kalkulieren um dann hinterher bei der Ausführung die Mehrkosten ständig begründen zu müssen (z.B. hat man nicht erkennen können usw.).
    Eine Zentralheizung macht in meinen Augen nur einen Sinn, wenn man ein BHKW einbauen will. Sonst 2 separate Heizungen.


    Wenn man mal so die leidgeplagten Ecopowerbesitzer hier im Forum betrachtet, glaube da war was mit Wartungsvertrag kostet fast 1000 Euro im Jahr.


    Glauben heist nicht wissen. Die Wartungskosten betragen beim ecopower ca. 7,5 ct pro Bh. macht ca. 450,- €im Jahr. Die Vollwartung kostet etwa das doppelte. Die Vollwartung ist eigentlich eine Garantieverlängerung auf max. 10 Jahre. Hab ich schon an anderer Stelle gesagt: wer mehr zahlt wird abgezockt. :schimpf:

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  • Moin,




    das mit den fast 1000€ hat er ja auch mit dieser "Garantieverlängerung" gemeint. Ein Ecopower ohne Garantieverlängerung zu kaufen, ist wie Geld aus dem Fenster schmeissen. Man sieht ja an den Berichten hier im Forum wie "zuverlässig" das Teil ist ;(


    Was machen nach der regulären Gewährleistung?




    Gruß
    Tom

  • Wo willst Du bei einer Doppelhaushälfte graben? Da braucht es nur einen Durchbruch und ein paar Meter Rohr. Die waren bei meinem Überschlag schon enthalten.


    PS: Ihr könnt auch als ersten Schritt die Heizungen und E-Anschluss ohne einen neuen Kessel zentralisieren. Der eine Kessel ist ja groß genug. Spart jedes Jahr Kaminkehrer, Gasgrundgebühr, Stromgrundgebühr und Kesselwartung. :)

  • Ich weiß nicht wieso, bin aber von 2 Doppelhäuser = 4 WE ausgegangen und nicht von einem Doppelhaus. Kann ja mal passieren. |:-(


    Trotzdem bleib ich bei meiner Meinung über die Stirling-Agregate. Zu teuer und zu wenig Rendite. Wenn die Dinger für 4000 bis 5000,- € angeboten werden (wurde mal ursprünglich gesagt), dann werden die interessant. Sieht aber nach Insider-Info`s z.Zt. nicht so aus. :negativ:

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  • Tag und danke für Eure Hilfe!!


    Also, es ist ein Doppelhaus mit 2 dauerhaft genutzten Wohneinheiten und 2 Ferienwohnungen. Verbrannt wird Buchenholz in einem Grundkachelofen im Haus 1.


    Die Häuser sind im Kellerbereich verbunden durch einen Durchgang, also verbinden kein Problem.


    Der Speicher solare Warmwasserbereitung ist an den Kaltwasserzulauf des Brauchwassers angeschlossen.


    Die PV - Anlage ist 2 Jahre alt.


    Mein Installateur sagt: Auf den Dachs Stirling warten, der ist am rentabelsten für mich und ich bin ratlos. :suchend:


    Die Heizungen müssen auf jeden fall erneuert werden. Haus 1 15 Jahre alt, wäre noch ok. Haus 2 ist 27 Jahre alt, da wirds richtig Zeit.


    Deshalb auch die Zentralisation.


    Danke im vorraus!!

  • Dazu muss ich einfach mal einen Beitrag von fire zietieren:



    Das ist eben das Problem. Nur ist das bei den derzeit etablierten nicht anders. Wo liegen eigentlich eco 3.0 und 4.7 preislich derzeit nach Liste?



    PS: Wie gesagt. Zusammenlegen auf jeden Fall. Dann verschiedene Angebote einholen für nur normal Brennwert und für KWK (Whispergen, Dachs Stirling, eVita, eco 3.0) Technik. Wobei noch hydraulischer Abgleich fällig wird, damit der Rücklauf kühl genug ist sonst bringt Brennwert garnichts ;)