Beiträge von Neuendorfer

    Ein Formulierungsfehler im KWKG 2020 wird von vielen Netzbetreibern so interpretiert, dass nur neue Anlagen unter 50 kW von der Kürzung des KWK-Zuschlags zu Zeiten negativer Börsenpreise befreit seien und die Kürzung für Bestandsanlagen weiterhin gelte. Der B.KWK sucht Anlagenbetreiber, denen auch weiterhin eine Kürzung durch den Netzbetreiber widerfährt, um eine Klärung bei der Clearingstelle herbeizuführen. Betroffene Betreiber können folgendes Formular nutzen, um sich zu melden: https://www.bkwk.de/wp-content…eiung-Clearingstelle.docx


    Weitere Informationen auch auf der Seite der ASUE -> https://asue.de/aktuelles_pres…erzung_des_kwk-zuschlags_

    Hast Du bei ÖkoFen mal angefragt? Neben der kleinen Pellematic soll es auch den größeren Condens mit Stirling geben. Anfragen am besten in Österreich, dort gibt es die besten Infos, Deutschland hat nur "Vertrieb".

    Ich würde das Produkt des folgenden Links nicht kaufen, aber als Beispiel wie du sogar 5kWh bei 3kw bekommst und zwar für 3700€ ist es ausreichend.


    https://greenakku.de/AllinOneP…O4-mit-VenusGX::2907.html

    Sondern? Victron ist ganz gut, Pylontech wohl auch ok, wenn auch eher eine Marke als ein konkreter Hersteller. Den Victron könnte man aber wohl auch mit einer BYD-Box koppeln bei dem Shop...

    Ich vermute, Du missverstehst den Vorschlag der BNetzA und vermengst ihn mit der Ü20-Problematik.


    Bei den Ü20-EEG-Anlagen gilt de jure, das eine Einspeisung nur noch bei Vorhandensein eines Abnehmers für die Strommengen (in Form eines Direktvermakters) zulässig ist. Ansonsten darf die Anlage nicht einspeisen, was technisch sichergestellt sein muss. Kann dies technisch nicht sichergestellt werden, muss die Anlage abgeschaltet werden und dann stellt sich die Frage des Repowerings. So die Rechtslage. Wie stark VNB diese de facto durchsetzen hängt vom jeweiligen VNB ab. Etwas ungemessene bzw. nicht abgerechnete Einspeisung hier und da senkt die Netzverluste und erhöht damit die zulässige Kapitalrendite (Netzentgeltberechnung/Erlösgrenzen), weshalb VNB finanziell gut beraten sind, bei ein paar Ü20-Anlagen alle Hühneraugen zuzudrücken (pssst!). Aber den Grad dieser Blindheit wirst Du natürlich niemals auf der Webseite eines VNB zu lesen bekommen und auf jede Frage in Textform wirst Du auch einen Verweis auf die Lage de jure erhalten.


    Bei der Idee der drei einsamen BNetzA-Beamten geht es um Neuanlagen. Hier soll die feste Einspeisevergütung einer Direktvermarktung weichen, ähnlich wie es heute schon für Neuanlagen ab 100 kWp aussieht - oder eben, so der Vorschlag, bei Kleinstanlagen (Bagatellgrenze) eine der beiden anderen Optionen zur Vereinfachung ohne RLM/Smart-Meter zur Anwendung kommen. Alle drei Vorschläge wären deutlich bürokratischer als die heute für Kleinanlagen < 100 kWp geltende feste Vergütung pro kWh mit SLP-Messung. Gleichzeitig sollen Bestandsanlagenbetreiber (ohne Rückkehroption!) in diese neuen drei Modelle gelockt werden, um ihren 20 Jahre währenden Bestandsschutz aufzugeben und nebenbei sollen die beiden Alternativoptionen auch alternativ zur Ü20-Direktvermarktung mit RLM als Bagatelllösung herhalten.


    (Und wieder wurde die unbedeutende Idee dreier Beamter aufgewärmt...) :hutab:

    sailor773 Die dort im Artikel genannten Optionen für Ü20-Anlagen entsprechen den bereits hier genannten Optionen, wenn auch im Detail unterschiedlich erklärt: https://www.energieverbraucher…t__491/NewsDetail__18347/ wobei die sonstige Direktvermarktung eben, wie schon mehrfach geschrieben, eben keine Erfindung der BNetzA oder des Bayernwerkes ist, sondern seit Jahren im EEG als mögliche Option für Betreiber vorhanden ist. Die weiteren Optionen aus dem BNetzA-Papier sind alternative Vorschläge zur Viertelstundenmessung mit Direktvermarktung. Aber ich werde nicht müde zu betonen, dass diese Vorschläge eine nun bald ein Jahr alte Idee von drei Beamten ist, die nur so "wichtig" ist, weil diese seither jeden Tag irgendwo wiedergekäut wird und das den nächsten Tag wieder jemand wiederkäut und das den nächsten Tag von einem Energiewende-Demagogen aufgebauscht wird... und das den nächsten Tag von jemandem wiedergekäut wird... Und damit kennt JEDER diese Vorschläge und nimmt an, dass die Zukunft genau so aussehen wird, weshalb es kaum noch Widerstand gibt, wenn ein Politiker das dann tatsächlich mal auf die Gesetzgebungsagenda setzt. Eine hausgemachte selbsterfüllende Prophezeiung.

    Schau mal hier: https://www.energieverbraucher…t__491/NewsDetail__18347/


    Erzeugungszähler ist immer fällig, da auf den Eigenverbrauch aus Ü20-Anlagen 40 Prozent EEG-Umlage anfällt. Bei mehreren Anlagen braucht es eine Kaskade zur Abgrenzung.


    Umbau auf Eigenverbrauch ist möglich - ich würde den aber rechtzeitig vornehmen. Zum Jahresende und spätestens im Januar werden VNB einem Umbau nur noch zustimmen, wenn ein Direktvermarkter benannt wird. Also jetzt die normative Kraft des Faktischen schaffen... Ist die Anlage am Netz mit Überschusseinspeisung und Verzicht auf Vergütung, liegt der Ball beim Netzbetreiber. Ist die Anlage zum Stichtag nicht mit Überschusseinspeisung am Netz, liegt der Ball im Feld des Anlagenbetreibers und der VNB ist am längeren Hebel.

    Mal eine kurze Zwischenfrage. [...] War auf einer Schulung zwecks Batteriepeicher und da wurde mir gesagt das es eínen Anschlusszwang für Wohngebäude in Deutschland gibt, ist das korrekt?

    Wenn man Mieter hat, dann haben die ein Recht auf Netzzugang, wenn man sich aber nur selbst auf die Insel setzt, wäre mir jetzt keine Norm bekannt, die einen zum Netzanschluss zwingt. Im Gegenteil: Das EEG sagt eindeutig, dass man keine Umlage zahlen muss, wenn man eine Insel hat.


    Umklemmen auf Eigenverbrauch würde ich vor dem Jahreswechsel empfehlen. Ab dem 1. Januar werden VNB das voraussichtlich nur machen, wenn man einen Direktvermarkter hat. Die Anlagen die am 1. Januar aber bereits auf Eigenverbrauch laufen, denen muss erstmal der VNB hinterherlaufen, wenn er den geschenkten Strom nicht haben will

     

    Einige Netzbetreiber haben anscheinend schon Schreiben verschickt, laut denen mit Ende der Förderung auch die Betriebserlaubnis für PV-Anlagen erlöschen soll), muss sich der Gesetzgeber jetzt sehr zügig etwas einfallen lassen.

    Ich dachte das wäre bereits beschlossen das die Anlagen am Netz bleiben dürfen.

    Das ist kompliziert: https://www.energieverbraucher…t__491/NewsDetail__18347/


    Hinsichtlich des BNetzA-Papiers: Das ist ein Vorschlag von vielen. Diese für Prosumer schlechte Perspektive überall zu verbreiten und damit bekannt sowie salonfähig zu machen, ist der Sache nicht dienlich.


    Die Verhinderung der Energiewende in Bürgerhand ist ein Prozess, der seit dem Jahr 2012 aktiv vom Gesetzgeber und Behörden wie der Bundesnetzagentur verfolgt wird. Angefangen hat dieser Prozess mit einer drastischen Vergütungskürzung für Solarstrom um gut 55 Prozent zwischen den Jahren 2010 und 2012. Dieser erste Schritt vernichtete damals schätzungsweise rund 80.000 Arbeitsplätze in der zu diesem Zeitpunkt weltweit führenden deutschen Solarindustrie, die heute in Trümmern liegt.


    Der zweite Sargnagel war im Jahr 2014 die Einführung der EEG-Umlage auf private Eigenstromnutzungen. Wie zuvor auch die plötzliche und drastische Vergütungskürzung wurde diese abstruse Maßnahme („Sonnensteuer“) vom Bund der Energieverbraucher sowie auch allen Solarverbänden und Verbraucherschutzorganisationen auf das Schärfte kritisiert. Der geballte Protest hatte nur eine kleine Auswirkung: Lediglich eine Bagatellgrenze für den Eigenverbrauch aus Anlagen bis 10 kWp durch die Person des Betreibers wurde als Ausnahme in das Gesetz aufgenommen. Aus diesem Grund werden heute nur noch kleine Anlagen mit 10 kWp auf Dächern installiert, auf denen eigentlich Anlagen mit 20 oder 30 kWp installiert werden könnten - und sollten. Versorgen PV-Anlagenbetreiber andere Personen, wie Angehörige in einer Einliegerwohnung oder Mieter, mit erneuerbarem Strom aus ihrer PV-Anlage, so wird dieser Strom mit der vollen EEG-Umlage belastet. Daher mit eben der Umlage, die eigentlich auf Kohle- und Atomstrom erhoben die PV-Anlagen finanzieren sollte. Ein aberwitziger Zustand, der über 6 Jahre von CDU/CSU, FDP und SPD nicht abgestellt wurde. Und das obwohl die Erneuerbaren-Richtline der EU Deutschland inzwischen verpflichtet, Anlagen bis 30 kWp von derartigen Belastungen pauschal auszunehmen. Deutschland ist in der EU jedoch vom Vorreiter im Jahre 2000 mit dem damals revolutionären Erneuerbare-Energien-Gesetz in den letzten 10 Jahren zum Bremser im Auftrag der Atom- und Kohlelobby verkommen und trägt Europaweit die rote Laterne, wenn es um die Energiewende geht.


    Zu diesen Bremsmaßnahmen zählt auch das sogenannte „Mieterstromgesetz“ von 2017, das in Wahrheit mit 0,3 bis 1,5 Cent/kWh Förderung die unsinnige Belastung mit der EEG-Umlage in Höhe von über 6 Cent/kWh nichtmal im Ansatz ausgleicht und ein perfektes Bürokratiemonster ist, weshalb bisher nur gut 1 Prozent des mit dem Gesetz vorgesehenen Mieterstromvolumens erreicht wurde. Dieser Missstand ist seit zwei Jahren bekannt und da in dieser Zeit keine Korrektur des Gesetzes erfolgt ist, muss der Verdacht naheliegen, dass dieser Flopp gewollt ist, um sich in Sonntagsreden mit einer Unterstützung der Energiewende rühmen zu können, während in Wirklichkeit die Interessen der großen Vier sowie der Fossilwirtschaft geschützt werden.


    Als vierten Sargnagel der Bürgerenergiewende kann man die allgemeine Überbürokratisierung der dezentralen Stromerzeugung in Bürgerhand betrachten. Dazu zählt auch das überkomplizierte Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, bei dem sich alle Anlagenbetreiber – ob sie nun ein Atomkraftwerk oder eine PV-Anlage auf dem Gartenschuppen betreiben – in einem hochkomplexen Verfahren anmelden müssen. Selbst dann, wenn bereits eine Anmeldung bei dem zuvor bestehenden „PV-Anlagenregister“ erfolgte. Versäumen Anlagenbetreiber die Meldung, drohen rückwirkende Streichungen der Einspeisevergütung und Bußgelder.


    Aber es kommt noch schlimmer: Nach dem Niedergang der Solarindustrie mit über 80.000 verlorenen Arbeitsplätzen knickte im letzten Jahr der Windkraftzubau auf den niedrigsten Wert seit dem Jahr 1998 – also aus der Zeit vor dem EEG und dem was wir als "Energiewende" verstehen – ein, was nach aktuellen Schätzungen rund 100.000 Beschäftigten in dieser Branche den Job kosten könnte, während sich die Politik ausschließlich um die 20.000 Arbeitsplätze in der Kohleindustrie sorgt und sich mit Milliardenförderungen für eine sanfte Landung des überkommenen fossilen Geschäftsmodells überbietet.


    Warum sich die öffentliche Aufmerksamkeit angesichts der dramatischen Entwicklung in den Bereichen Mieterstrom, EEG-Umlage auf Eigenstrom und dezentrale Bürgerenergieprojekte, Bürokratiebelastung sowie einem möglichen Verlust der kompletten Einspeisevergütung in wenigen Monaten nun wiederum auf ein bald ein Jahr altes und nahezu unbedeutendes Strategiepapier aus der Bundesnetzagentur konzentriert, über das im Social-Media-Bereich von fast schon den Verschwörungstheorien nahen YouTube-Kanälen berichtet wird, die von Stromspeicherherstellern finanziert werden und zuvor PR für höchst umstrittene und fragwürde Unternehmen wie „Care Energy“ betrieben haben, erschließt sich angesichts der realen und existenzbedrohenden Probleme, mit denen die Bürgerenergiewende zu kämpfen hat, absolut nicht. Hier beschleicht einen fast der Eindruck, dass dieses Strohfeuer von den realen Problemen ablenken soll.


    Zum Hintergrund: Das Modell 1 aus dem von genannten Papier entspricht der heutigen Situation unter Berücksichtigung des bereits angelaufenen Smart-Meter-Rollouts sowie bestehender Direktvermarktungsmodelle, die von Anbietern wie buzzn und demnächst auch der EWS praktiziert werden. Dieses Modell stellt Anlagenbetreiber nicht schlechter und ist erst recht keine Bedrohung für die „Bürgerenergiewende“. Die Modelle 2 und 3 sind optional und nachteilig für Prosumer, kommen jedoch ohne ein Smart-Meter („intelligentes Messsystem“) aus. Der Nachteil beschränkt sich bei kleinen Anlagen in einer schnellen Excel-Simulation in etwa auf den 1,5-fachen Preis eines Smart-Meter (iMSys). Aber nochmal: Dabei handelt es sich um die Idee von drei Beamten der Bundesnetzagentur und nicht um einen Gesetzentwurf – nichtmal einen Vorstoß des der Behörde übergeordneten Ministeriums.


    Ein weiteres großes Problem ist, dass nach dem Ende der 20-jährigen EEG-Vergütung PV-Anlagen ohne teure Direktvermarktung nicht mehr in das Netz einspeisen dürfen - nichmal ohne Vergütung. Dies behindert massiv die Weiternutzung dieser auf Wohngebäuden installierten Anlagen zur vorrangigen Eigenversorgung. Es braucht entsprechend der bestehenden Gesetze zum Weiterbetrieb eine Direktvermarktung für diese Kleinanlagen mit einem Messsystem oder einer Lastgangmessung (Modell 1 aus dem BNetzA-Papier). Sodann ist mit einer Vergütung um 5 Cent/kWh zu rechnen - bei Kosten für Messung und Direktvermarktung im Bereich von 100 bis 170 Euro pro Jahr. Das ist nicht nur für Anlagen- und Hausbesitzer unwirtschaftlich, sondern auch für die Direktvermarkter, weshalb es mit einer Ausnahme keine Direktvermarktungsangebote für diese Kleinstanlagen gibt. Hier droht zum Jahreswechsel 2020/2021 über Zehntausend noch gut funktionierende PV-Anlagen unnötig eine Abschaltung und Verschrottung.


    Die Energiewende in Bürgerhand hat mit der EEG-Umlage auf Eigenstrom sowie nicht nutzbarem Mieterstrom, Bürokratiemonstern wie dem Marktstammdatenregister, dem „Mieterstromverhinderungsgesetz“ sowie auch dem Kampf mit dem Finanzamt in jedem Einzelfall selbst für kleinste PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern aber auch der drohenden Zwangsabschaltung bzw. Verschrottung 20 Jahre alter aber noch gut funktionierende PV-Anlagen mit realen und existenzbedrohenden Gefahren zu kämpfen. Bitte geht nicht der Stromspeicherlobby und deren PR-Kanälen auf den Leim, sondern setzt Euch für eine sofortige Beseitigung der bestehenden Bedrohungen und Hemmnisse ein. Dazu kann ich nur ermuntern, das Gespräch mit den lokalen Bundestagsabgeordneten im eigenen Wahlkreis zu suchen und dort seine Meinung zu vertreten. Posts auf Webseiten und Petitionen bewegen, wie oben ausgeführt, nichts. Abgeordnete sind es hingegen nur selten gewohnt, von gut informierten Bürgern aus Ihrem Wahlkreis belehrt und zur Verantwortung für ihr Abstimmungsverhalten gezogen zu werden. Aus diesen Gründen hat ein solches freundliches Gespräch z.B. im Rahmen von Bürgersprechstunden erhebliches Gewicht.