Ende Service von Vaillant - BHKW ecoPOWER 1.0 zum 31.12.24

  • Hallo zusammen,

    ich habe seit 2013 das ecoPOWER 1.0 von Vaillant. Nach 2 Motoren wurde in 2022 das komplette Modul nach ständigen Ärger mit dem System ersetzt. Nun habe ich am 8.5.2024 ein Schreiben von Vaillant erhalten (siehe Anhang), dass der Wartungsservice zum 31.12.24 eingestellt wird bzw. an sogenannte Vertragspartner vergeben wird. Ich bin einigermaßen fassungslos über das Verhalten von Vaillant. Habt Ihr das Schreiben auch erhalten bzw. wie geht Ihr damit um?


    LG Jurkar

  • Das war doch zu erwarten.

    Vaillant möchte sich damit ein Gerät vom Hals schaffen, dessen Verträge sicher einiges an Zeit und Geld kosten. daß gleichzeitig die Serviceweitermeldungen eingestellt werden, ist für den Fachbetrieb (falls sich denn einer dazu findet) und dich schlecht.

    Letztlich wird es wohl so sein, daß sich die Fachpartner diesen Service gut bezahlen lassen (müssen), denn falls nicht vorhanden, wird zusätzliches Werkzeug und Schulung benötigt. Für diese Geräte, die ja schon einige Jahre alt sind, werden die auch keine Instandhaltungsverträge mehr anbieten, sondern wahrscheinlich alles nach Aufwand abrechnen.

  • Das war doch zu erwarten.

    Hast Du alles sehr gut beschrieben, für Vaillant war es ein "Nebengeschäft" welches man mitgenommen hat, nach dem Motto vieleicht kann man da ja etwas verdienen. Nun bestimmt der Hersteller im Prinzip das Produktlebensende was den Produktlebenszyklus sehr schnell beenden kann.

    Denn welcher Handwerker wird sich hier nun schulen lassen wollen, wo es doch keine Herstellerunterstützung gibt.

    Nach dem Motto das Pferd ist schon halb tot, jetzt werden wir da mal richtig investieren um es am Leben zu erhalten.

    Das wird niemand machen. Es wäre die Herstellerverantwortung zu sagen ok, machen wir ein faires Angebot, entweder wir unterstützen den weiteren Betrieb oder geben Dir lieber Kunde eine Abfindung.


    Der Betrieb ist ja noch zumindest bis 2045 möglich und ob KWK Anlagen sogar aus dem Gesetz ausgenommen wird, ist gut möglich. Aber das Szenario ist eben so, dass der Kunde keinesfalls "König" ist sondern nur ein lästiger Mitspieler im Markt. Zumindest wird es von einigen so gesehen.


    Nach 2 Motoren wurde in 2022 das komplette Modul nach ständigen Ärger mit dem System ersetzt.

    Es wäre wichtig zu wissen, ob und welche Kosten dir bei der Aktion entanden sind.

    Wenn ich es richtig verstehe und das komplette Gerät erneuert wurde und Du mehrere Tausend beigezahlt hast, würde ich gegen die "Einstellung des Geschäftsbereiches" angehen.

  • Hallo zusammen, auch ich war sehr verärgert, als ich dieses Schreiben erhalten habe. Letzendlich ist es aber die konsquente Fortsetzung des Verhaltens, das Vaillant seit einiger Zeit an den Tag legt. Kurz zu unserer Situation:


    - Installation im September 2013, einschließlich Warungsvertrag über 10 Jahre (sehr gute Entscheidung!)

    - Inzwischen seit fast 11 Jahren im Betrieb, ca. 54.000 Betriebs- bzw. kWh.

    - Dritter Honda-Motor eingebaut, läuft seit ca. 3-4 Jahren (fast) störungsfrei, liefert etwa 5.000 kWh/Jahr


    Die von Vaillant prognostizierte Amortisationszeit lag bei ca. 14-15 Jahren, wir waren natürlich davon ausgegangen, während dieser Zeit Support von Vaillant zu erhalten. Komplette Fehleinschätzung.


    Jetzt haben wir vor kurzem eine PV-Anlage (5 kWp) installieren lassen, um die (eigene) Stromerzeugung übers Jahr zu glätten, war auch eine gute Idee. Dann kam das Schreiben von Vaillant (s.o.)...


    Die 54.000 er Inspektion wird noch in diesem Sommer vom Vaillant-KD erledigt, danach habe ich vor, die Wartung so weit wie möglich selber durchzuführen (stöbere schon seit längerer Zeit in diesem Forum; insbesondere das Zurücksetzen der Wartungsanzeige ist mein Problem, da sich das Modul bekanntlich nach 200 Betr.-Std. über diesen Termin abschaltet).


    Ich kann zur Zeit noch nichts zum Forum beitragen, wollte aber auf diesem Weg weitergeben, dass es mir genau so geht wie jurkar.


    Von dem BHKW und der Installation bin ich begeistert und überzeugt, leider lässt uns der Hersteller im Regen stehen. Unfassbar.

  • Hallo zusammen,


    ist ja alles richtig was Ihr da schreibt und sicher hatte Vaillant andere Erwartungen in das Business. Aber ist es ok mit den Kunden in der Form umzugehen. Alle die dieses EcoPOWER gekauft hatten, waren an einem nachhaltigen Produkt interessiert und haben dafür einiges an Geld ausgegeben. Warum lässt man den Kundendienst nicht einfach weiter laufen. Man hat ja schon in 2023 nach Auslaufen der meisten Wartungsverträge eine Preisliste eröffnet, die saftige Wartungspreise offerierten.


    Aus meiner Sicht ist das EcoPOWER so oder so untauglich für einen Vollzeitbetrieb gewesen, ist jedoch in Kombination mit einer Solaranlage aus meiner aktuellen Erfahrung eine sehr gute Kombi, um den wachsenden Strompreisen zu begegnen. Das war dann auch meine Strategie in den letzten 2,5 Jahren. Im Winter habe ich da System normal laufen lassen und im Sommer einfach abgeschaltet. So kam in 2,5 Jahren auf 5800 Betriebsstunden zusammen und konnte die Stromlücke im Winter ausgleichen. In 2023 hatte ich mit der Strategie 270KW/h Strom Netzbezug. In 2024 sind es bis dato gerade mal 25KWh. Zusammenfassend kann damit Umweltbewusstsein auch mit den EcoPOWER gelingen.


    Gut ich hatte die Austauschanlage nach mehrfachen Beschwerden kostenfrei bekommen. Das Produktversprechen war aber bei Erstinstallation eine Anlage, die mehr als 9 Jahre läuft. Jetzt sind wir im Jahr 11 und ich muss mir womöglich Gedanken über einen Austausch der gesamten Anlage wegen fehlender Fachhandwerkerwartung machen !?


    Die Idee das nun an private Serviceanbieter zu geben, kann aus meiner Sicht nicht gelingen. Wer wird denn in Vorleistung geben und sich schulen lassen, wenn nicht klar ist welcher Markt abgedeckt und welche Kunden gewonnen werden können. So auch die Aussage meines Heizungsbauers. Vaillant hat die Betreuung der EcoPOWER immer exklusiv ohne private Anbieter gemacht, wodurch die Hürden für die Übergabe des Geschäftes sehr hoch sind. Aus meiner Sicht werden die jetzigen Anlagebesitzer von Vaillant nur hinters Licht geführt, um den Aufschrei nicht zu laut werden zu lassen.


    Als ersten Schritt werde ich mit Vaillant Kontakt aufnehmen, um meinen Unmut mitzuteilen. Bin gespannt wie man sich da herausreden wird.

  • Da binn ich voll deiner Meinung.

    Vaillant wollte die Servicierung selbst machen, Fachfirmen blieben da außen vor. Daß es auch anders geht, zeigte schon damals Senertec. Allerdings hatten die nichts in der 1kw Klasse.

    Heutzutage könnte man eine Brennstoffzelle einsetzen, mit der geringeren therm. Leistung könnte da auch mehr Laufzeit herausgeholt werden.