Gehört das Außenrohr bei Brennwertthermen geöffnet?

  • Hallo,

    als Makler finde ich bei Brennwertthermen des Öfteren ein geöffnetes Außenrohr vor. Damit eine BWT effizient arbeiten kann muss meines Wissens nach dieses Außenrohr geschlossen sein, damit der Brennwerteffekt überhaupt funktioniert. Warum wird das offen gelassen?

    Wer kann mir das bitte erklären?

    Danke und Grüße vom Niederrhein im Voraus! Eddi

  • Mit dem Brennwert hat das insofern zu tun als durch die konzentrische Anordnung der Rohre noch mal etwas Energie gewonnen wird. Das Abgas hat ja am Ausgang des Wärmetauschers noch ca. 40-50°C und den entsprechenden Wassergehalt. Die Zuluft tritt am Dach mit beispielsweise 0°C in den Ringspalt ein und wird über 10 Meter Rohr vom Abgas auf ca. 20°C vorgewärmt – nicht viel, aber um diese Differenz muss die Zuluft nicht mehr in der Verbrennung erwärmt werden. Das Abgas wird dabei abgekühlt und es kondensiert im Innenrohr noch mal Wasser aus, so dass zusätzlich auch etwas Kondensationswärme gewonnen wird.


    Was ich nicht ganz verstehe ist, wie man im Rahmen einer Hausbesichtigung "ein geöffnetes Außenrohr" vorfinden kann. Die Rohre müssen – so lang die Heizung in Betrieb ist – immer offen sein, aber wenn es einen Verschluss gäbe (z.B. um zu verhindern, dass bei längerem Stillstand der Therme Vögel oder Wespen ins Rohr geraten), dann müsste der oben am Dach sein. Da kommt man doch auch bei einer eingehenden Hausbesichtigung eher nicht hin?


    Oder habe ich die Frage nicht verstanden und es geht um ganz was anderes? :?:

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • als Makler finde ich bei Brennwertthermen des Öfteren ein geöffnetes Außenrohr vor.


    "ein geöffnetes Außenrohr"

    Es geht darum das der Makler öfters ein geöffnetes Aussenrohr vorfindet.

    Wir wissen nun nicht ob die Therme im Dachgeschoss hängt oder im Keller.

    Ich bin davon ausgegangen, dass sie im Dachgeschoss hängt und lediglich ein Meter Rohr über der Öffnung ist.

    Theoretisch könnte ich mir vorstellen, dass der Schornsteinfeger die Abgaswege kontrolliert hat, müsste aber das Rohr wieder verschlossen haben. Eine andere Möglichkeit fällt mir nicht ein.

  • Verstehe, ich bin voreilig davon ausgegangen dass die Therme – wie unser BHKW – im Keller steht bzw. hängt. Und ich hatte angenommen, dass es raumluftabhängigen Betrieb bei Brennwertthermen gar nicht mehr gibt.


    Ich glaube um hier von den Annahmen weg- und in der Sache weiter zu kommen müssten wir wissen, wie die fraglichen Abgassysteme aussehen (konzentrische Rohre oder was anderes?) und wo genau die beanstandete Öffnung sich befindet. (Dass ein Kaminkehrer die Rohre inspiziert und anschließend die Inspektionsklappe offen lässt fände ich allerdings schon ganz schön heftig.)

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  • Sorry, melde mich so spät zu Euren Fragen / bzw. Antworten. Die Therme befindet sich im Keller. Der Ringspalt ist geöffnet. Es ist wohl absichtlich so gemacht worden, weil durch den Ringspalt nicht genug Luft angesaugt werden kann, aus welchen Gründen auch immer. Vermutlich gibt der Kamin vom Durchmesser nicht mehr her. Es wird also Raumluft angesaugt und der Verbrennung zugeführt. Der Heizungsraum und die umliegenden Räume werden dann so konzipiert, dass genügend Frischluft angesaugt werden kann. Die Türen werden gekürzt oder es werden (Be-)Lüftungsgitter angebracht. Fazit ist dann wohl, dass der Brennwerteffekt nicht voll zum Tragen kommt.

    `Habe diese Infos aus anderen Quellen zusammengetragen.

  • Der Ringspalt ist geöffnet. Es ist wohl absichtlich so gemacht worden, weil durch den Ringspalt nicht genug Luft angesaugt werden kann, aus welchen Gründen auch immer. Vermutlich gibt der Kamin vom Durchmesser nicht mehr her.

    Dass es am Durchmesser des Kamins liegt halte ich für ausgeschlossen, kein Fachmann würde (und dürfte vermutlich auch nicht) so etwas installieren. Wenn der Kamin tatsächlich zu eng wäre (sowas hab' ich noch nie gehört, normalerweise sind Kamine in Altbauten eher zu weit), hätte hier ein Außenrohr installiert werden müssen. Entweder war hier also ein Stümper am Werk, oder (wahrscheinlicher) die Rohre wurden richtig verlegt und später hat es im Ringspalt eine Verstopfung gegeben. Mein Kaminkehrer erzählte bei der letzten Inspektion, dass er schon tote Vögel etc. in solchen Ringspalten gefunden habe.


    Jedenfalls ist das Öffnen der Inspektionsklappe ein Notbehelf, der m.E. nicht zum Dauerzustand gemacht werden darf. Ein Heizungsbauer oder Kaminkehrer sollte in der Lage sein, die Ursache für die Verstopfung zu ermitteln und zu beseitigen. Wenn das mein Haus wäre (auch wenn es zum Verkauf stünde) würde ich einen solchen Auftrag schleunigst erteilen, schon damit später keine Regressforderungen kommen.


    Dass der Brennwerteffekt durch diese Notmaßnahme zumindest beeinträchtigt wird stimmt, aber bedeutsamer sind aus meiner Sicht die Sicherheitsaspekte. Hier wurde jedenfalls ursprünglich ein Raumluft-unabhängiges Heizsystem installiert, das jetzt durch Basteleien wie das Kürzen von Türen zu einem Raumluft-abhängigen System umgefummelt werden soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass solche Basteleien bei der nächsten Kaminkehrer-Inspektion akzeptiert werden. Raumluft-abhängige Systeme benötigen meines Wissens ein kontrolliertes Zuluft-System, i.d.R. einen Luftschacht oder eine entsprechende Öffnung im Heizungsraum selbst mit den vorgeschriebenen Maßen.

    |__|:-)

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  • Es wird also Raumluft angesaugt und der Verbrennung zugeführt.

    Wie sailor zutreffend geschrieben hat, ist dies unzulässig. Entweder ist es ein Raumluftunabhängiges Gerät oder eben nicht. Wenn das Gerät als Raumluftunabhängig angemeldet wurde, was ja offenbar der Fall ist, muss es auch raumluftunabhängig betrieben werden. Das der Kamin nicht genug Luft "her gibt" ist Blödsinn. Der vorgeschriebene Ringspalt reich allemal aus.

    Dazu kommt, dass für den Fall das Abgas aus dem Abgasrohr austritt ( durch eine fiktive Undichte z.B. im Kaminbereich ) die Therme diese Abgase ja wieder ansaugt, es besteht also im Kamin ein leichter Unterdruck der mögliche Abgasundichten gefahrlos beseitigt.

    Mit der Öffnung des Aussenrohr ist dies nicht mehr gegeben und deshalb logischerweise unzulässig auch vom logischen Denken her.

  • Mir liegt keine Aussage vom Heizungsfachmann vor. Die Eigentümer haben keine Ahnung warum das so ist. Die haben vom Ringspalt noch nie was gehört. Die Anlagen sind schon lange im Betrieb und Schornsteinfeger haben sie nicht stillgelegt. Es wird vermutet, dass nach Installation des Rohres zu wenig Frisch-Luft bei der Heizung ankommt. Der Heizungsbauer weiss sich nicht zu helfen und favorisiert, um endlich fertig zu werden und nicht den Kamin zu erneuern eine raumluftabhängige Belüftung.

    Es ist mir nicht bekannt, ob dort ursprünglich etwas Raumluftabhängiges geplant war oder nicht. Ich komme doch nur als Makler dorthin und kann dann auch nicht detailliert alles hinterfragen, dann schicken die Kunden mich raus und beauftragen einen anderen Makler. Wenn aber der Kaufinteressent fragt, dann sucht man schon mal nach Antworten.

    Ich bedanke mich für Eure Hinweise.


    FG Eddosch