Beiträge von sailor773

    Wie viele Sterlingmotoren braucht man bis dahin? Selbst wenn nur einmal ein Ersatz notwendig würde, wäre ein Break-even nicht mehr darstellbar.

    Das ist der Schlüssel zu der ganzen Thematik. Wenn der Stirlingmotor nicht wenigstens im Mittel 50.000 Stunden hält, rechnet sich die Sache nicht: Ohne Vollwartungsvertrag nicht für den Betreiber und mit VWV nicht für den Hersteller. Oder ein VWV würde wie beim Ecopower vorsichtshalber für knapp 15 ct netto pro erzeugte kWh verkauft, dann rechnet sich's wieder nicht für den Betreiber (bei Vaillant hat sich's anscheinend für keinen der beiden gerechnet...)

    Das Zauberwort heißt Vollwartungsvertrag.

    Vollwartungsverträge hat Viessmann für das Vitotwin nie angeboten. Es gab eine fünfjährige Garantie, und eine Zeit lang wurde wohl gegen ein mäßiges Entgelt sogar eine Garantieverlängerung angeboten. Aus diesem Grund hat meines Wissens - jedenfalls hier im Forum - noch nie ein Vitotwin-Betreiber einen Austausch-Stirling bezahlt, die gab es alle auf Garantie. Und weil das offensichtlich zu viele waren, hat Viessmann das Projekt Stirling-BHKW mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt. Aber insgesamt finde ich (nach eigenen Erfahrungen und nach der Mehrzahl der einschlägigen Forumsbeiträge, Ausnahmen bestätigen die Regel) die Viessmann-Politik den Vitotwin-Käufern gegenüber ziemlich fair, zumal im Vergleich zu anderen Stirling-Anbietern und auch zu anderen BHKW-Herstellern mit "V" im Namen.

    Die Jahresstromrechnung des Versorgers zeigt eine Menge von 5624 kWh, ich nehme an, dass da der Eigenverbrauch drin ist

    Nee, bestimmt nicht. Der Versorger (wer immer das ist) hat mit dem Netzbetreiber, der das BHKW abrechnet, nichts zu tun. Du hast also insgesamt 8.341 kWh verbraucht, davon 5.624 kWh Bezugsstrom (2/3) vom Versorger und 2.712 kWh (1/3) aus dem BHKW. Das passt ja auch besser zu Deiner Angabe am Anfang dieses Threads.


    Bei den Erträgen kannst Du noch die Energiesteuer-Entlastung dazu rechnen, das müssten nach neuem Satz (€ 4,42/MWh) so um die EUR 110 sein. Aber bei >500 EUR Regelwartungskosten pro Jahr (!) reißt es das natürlich nicht raus. Ich halte diesen Betrag für sehr hoch: Bei uns verrechnet der HB für die Wartung € 190 netto, plus Ersatzteile (Elektroden) nach Bedarf. Ich habe nur ein einziges Mal knapp € 400 netto für die Wartung bezahlt, sonst waren es bisher immer unter € 300. Und das nur alle zwei Jahre, was laut unserem HB vollkommen ausreichend ist.

    Ich bin zwar kein Jurist, aber m.E. widerspricht diese Vorgehensweise eindeutig dem Gesetzestext.

    Zitat von § 15 Abs. 4 KWKG

    (4) Wenn in einem Kalendermonat die Voraussetzungen nach § 7 Absatz 7 Satz 1 mindestens einmal erfüllt sind, legen die Betreiber von KWK-Anlagen ... Angaben zur Strommenge vor, die sie in dem Zeitraum erzeugt haben, in dem die Stundenkontrakte null oder negativ gewesen sind. Andernfalls verringert sich der Anspruch in diesem Kalendermonat um 5 Prozent pro Kalendertag, in dem dieser Zeitraum ganz oder teilweise liegt.

    Da steht "Andernfalls". Also im einen Fall erfolgt eine Meldung, dann Kürzung nach Stunden. Im anderen Fall erfolgt keine, dann Kürzung pauschal.


    Also ich würde mit Bezugnahme auf diesen Gesetzestext Widerspruch einlegen bzw. die ausstehende Vergütung anmahnen.

    Moin pauly ,


    wenn Du die Stirling-Betriebsstunden tatsächlich über sieben Jahre monatlich aufgeschrieben hast, kannst Du daraus für jeden Monat die mögliche Laufzeit einer PT2 ziemlich genau abschätzen: Du multiplizierst einfach die durchschnittliche Stirling-Laufzeit mit 5,4. Das bedeutet auch: In den Monaten, wo der Stirling mehr als ca. 130 Stunden gelaufen ist (also vermutlich im gesamten Winterhalbjahr), würde die PT2 vermutlich durchlaufen und dann in je 48 Stunden ca. 34 kWh Strom produzieren (nicht 36 kWh: Etwa alle 45 Stunden fallen zwei Stunden Regenerierzeit an, in denen kein Strom erzeugt wird).


    Wenn die 5300 kWh der Brutto-Stromverbrauch sind (also einschl. Direktverbrauch aus dem Vitotwin), wären das ca. 14,5 kWh/Tag. Die PT2 erzeugt 17 kWh/Tag. Bei diesem Verhältnis und einem normalen Haushalts-Verbrauchsprofil schätze ich, dass Du pro Betriebsstunde der PT2 im Mittel etwa 0,5 kWh selbst verbrauchen kannst - wenn sie durchläuft also ca. 11 kWh/Tag. Mit diesen Werten kannst Du die voraussichtliche Bezugsstrom-Einsparung und die Stromeinspeisung ausrechnen.


    Nachdem die erwartete Eigenverbrauchsquote bei ca. 67% liegt, ist es wahrscheinlich sinnvoll, beim KWK-Bonus die Pauschalzahlung (1.800 €) zu wählen. Dann hast Du keinen Aufwand falls Dein VNB den eingebauten Erzeugungszähler nicht akzeptiert, und später keinen Stress mit Meldungen oder pauschalen Kürzungen nach § 15 KWKG.


    Der Gasverbrauch der PT2 liegt bei ca. 2,2 kWh pro Betriebsstunde, die Wärmeerzeugung bei ca. 1,1 kWh/Bh. Die restliche Wärme kommt aus der eingebauten Brennwerttherme. Da die Brennstoffzelle selbst aus technischen Gründen den Brennwert nicht nutzen kann (die eingebaute Brennwerttherme dagegen schon) und mehr Strom erzeugt wird, dürfte sich der jährliche Gasverbrauch gegenüber jetzt etwas erhöhen.


    Die Energiesteuer-Erstattung ist bei der Brennstoffzelle weiterhin 5,5 €/MWh. Eine Anrechnung der Investitionsförderung findet hier nicht statt. Trotzdem wird unterm Strich weniger erstattet, weil die Brennstoffzelle für ihren KWK-Prozess weniger Gas verbraucht als das Vitotwin.


    Ich glaube das sind die wesentlichen Parameter, mit denen Du die Wirtschaftlichkeit selbst abschätzen kannst. Ansonsten melde Dich hier wieder.


    Gruß, Sailor

    Ich sehe derzeit dafür keinen Markt. Die Brennstoffzelle liegt strommäßig im gleichen Bereich

    Wenn die Angabe oben stimmt, soll das Gerät eine elektrische Leistung von 6 kW abgeben. Gibt es am Markt Brennstoffzellen mit einer solchen Leistung?


    Einen Markt für einen Stirlingmotor mit 6 kW(el) könnte ich mir im gewerblichen Bereich vorstellen, und zwar in kleineren Betrieben mit hohem Strom- und Wärmebedarf, Kliniken, Hotels etc. Sofern die Wartungs- und Reparaturkosten eines Stirlingmotors deutlich unter denen eines vergleichbaren konventionellen BHKW's liegen (z.B. Dachs), könnte das Sinn machen.

    Na ja, aktuell sind es 4,088 ct/kWh plus vNNE. Wie sich das in Zukunft entwickelt, weiß natürlich kein Mensch, aber als Mittelwert sind die 4 ct/kWh wohl OK. Schließlich waren es 2016 auch schon mal 2,479 ct/kWh plus vNNE.

    Moin Horst,

    6500 kW würdest du pro Jahr Produzieren

    Diese Schätzung ist m.E. zu hoch. Die Vitovalor erzeugt in jeweils 48 Stunden ca. 34 kWh Strom. Während der Heizperiode läuft sie vermutlich durch und dürfte in angenommen 245 Tagen ca. 4.200 kWh Strom liefern. Außerhalb der Heizperiode richtet sich die Laufzeit nach dem Warmwasserverbrauch. Setzt man für drei Personen ca. 240 l/Tag an, so ergibt das einschl. Speicherverlusten ca. 10-11 kWh/Tag bzw. eine Vitovalor-Laufzeit von ca. 10 Stunden pro Tag. In 120 Tagen erzeugt sie damit weitere 900 kWh Strom, insgesamt im Jahr also ca. 5.100 kWh in ca. 6.800 Betriebsstunden.

    davon ca.

    2000 kW selbst verbrauchen, also

    4500 kW Einspeisen

    Trotz der niedrigeren Stromerzeugung würde ich den Eigenverbrauch höher schätzen. Nach unseren Erfahrungen sollten von dem Stromverbrauch ohne Sauna (ca. 14 kWh/Tag) während der Heizperiode bei einer Erzeugung von ca. 17 kWh/Tag etwa 75% von der Vitovalor abgedeckt werden können, das wären in 245 Tagen ca. 2.550 kWh. Im Sommer kommen vielleicht noch mal 550 kWh dazu, macht im Jahr ca. 3.100 kWh Eigenverbrauch. Eingespeist werden dann ca. 2.000 kWh.

    Wenn man bei der KWK-Zulage die Pauschalzahlung (1.800 €) wählt, kann man wie folgt rechnen:


    Einnahmen bzw. Ersparnisse:

    Ersparnis Bezugsstrom 3.100*0,28= 868 €

    Einspeisevergütung 2.000*0,04= 80 €

    Energiesteuer-Erstattung 6.800*0,0022*5,5= 82 €

    Summe: 1.030 €


    Dagegen rechnen muss man den Mehrverbrauch an Erdgas im Vergleich zu einer Brennwerttherme. Die Vitovalor verbraucht in 6.800 Betriebsstunden 14.960 kWh Erdgas und erzeugt 7.480 kWh Wärme. Eine Brennwerttherme hätte für diese Wärme mit rechnerisch 97,5% Wirkungsgrad ca. 7.660 kWh Erdgas verbraucht. Der Mehrverbrauch von (14.960-7660=) 7.300 kWh Erdgas ist der Stromerzeugung zuzurechnen. Bei 5 ct/kWh bedeutet das Ausgaben in Höhe von 365 €.


    Der "Rohgewinn" ohne Wartungskosten durch die Vitovalor beträgt somit (1030-365=) 665 € im Jahr.

    Hiervon ab gehen noch die Kosten für den obligatorischen Vollwartungsvertrag, abzüglich einer Gutschrift von vielleicht 100 €/Jahr, die man auch für die Wartung einer reinen Brennwerttherme ausgeben müsste. Den verbleibenden "Gewinn" kann man jetzt ins Verhältnis setzen zu den Mehrkosten einer Vitovalor (abzüglich Förderung) im Vergleich zur Anschaffung einer neuen Brennwerttherme.

    Auffällig hier - ein großer , 25-jähriger Kühlschrank. Zeit, den in Rente zu schicken. Um Energieeinsparung haben sich die Amis vor 25 Jahren noch weniger als heute gekümmert.

    Das ist unter Klimagesichtspunkten richtig, das Ding ist zweifellos ein energetisches Wildschwein. Dieses Wildschwein "frisst" aber - anders als die Sauna - Strom in der Grundlast, d.h. es würde wahrscheinlich zu 100% mit Vitovalor-Strom betrieben werden können.


    Zu prüfen empfehle ich daher auch (falls noch nicht geschehen) die Umrüstung der Beleuchtung auf LED. Und wenn ein neuer Trockner angeschafft wird, sollte das ein Wärmepumpen-Trockner sein. Dessen Heizstrom-Aufnahme passt v.a. im Nachtbetrieb besser zu einer Vitovalor als bei einem normalen Trockner.


    Das mit dem Standby-Betrieb wird heutzutage m.E. überbewertet, da würde ich mich nicht verkrampfen. In jedem Fall sind Standby-Verluste reine Grundlast, d.h. sie werden weitgehend von der Vitovalor abgedeckt.


    Was man aber nicht unterschätzen sollte ist der Stromverbrauch bei der Büro-Elektronik. Ich konnte z.B. vor einigen Jahren 300 kWh/Jahr allein dadurch einsparen, dass ich eine alte Backup-Festplatte durch eine neue ersetzt habe.


    Und wenn die alte Heizpumpe 60 Watt zieht, sind das in 6000 Stunden/Jahr auch 360 kWh. Beim Einbau einer Vitovalor wird eine neue Heizpumpe eingebaut, die dann nur noch 60 kWh/Jahr verbraucht. Das sind noch mal 300 kWh/Jahr weniger.

    Falls in den nächsten Jahren ein E-Auto geplant ist sieht die Rechnung natürlich wieder besser aus...

    Der Nutzen hält sich in Grenzen. Ein E-Auto zieht selbst bei langsamster "Schnarchladung" aus der Steckdose ca. 2,3 kW. Davon können nachts maximal 0,6 kW aus der Vitovalor kommen (mit amerikanischem Kühlschrank eher die Hälfte), also in acht Stunden vielleicht 4,8 kWh. Wenn man das an 225 Arbeitstagen im Jahr so macht, ergibt das zusätzlich gut 1000 kWh Eigenverbrauch aus der Vitovalor.


    Gruß, Sailor

    Moin Markus,

    und die Förderungsdauer verlängert sich um die fraglichen Stunden.

    Diese Meinung ist inzwischen überholt. Alle Juristen, die wir kennen, gehen von einer Gutschrift der - auch pauschal - abgezogenen Stunden aus.

    nix für ungut, aber verstanden habe ich das nicht. Was ist der Unterschied zwischen einer Verlängerung der Förderungsdauer und einer Gutschrift der abgezogenen Stunden? Kannst Du mal ein Beispiel bringen, wie das in der Praxis vor sich geht?


    Zweite Frage: Meinst Du mit den "pauschal" abgezogenen Stunden die Abzüge nach § 15 Absatz 4 Satz 2 KWKG? Wenn ja, wäre das für die Betroffenen natürlich positiv, aber ist das bisher nur die Meinung von Juristen oder wird das tatsächlich (z.B. in Form eines entsprechenden Hinweises auf der Abrechnung) von den VNB's so gehandhabt?


    Gruß, Sailor

    Wie sollst Du demnach eichrechtlich korrekt erfasste Stundenwerte mitteilen?

    Muss er nicht. Er kann stattdessen (wie von Gunnar in einem anderen Thread vorgeschlagen) einfach angeben, dass er zu allen fraglichen Stunden (die ja genau feststehen) jeweils mit 750 W eingespeist hat. Das stimmt natürlich nicht, weil in Wirklichkeit ein Teil des Stroms selbst verbraucht wurde. Aber zulässig ist es jedenfalls, weil diese Art der Meldung den "Worst Case" (aus Sicht des Betreibers) abbildet: Auf diese Weise wird der KWK-Bonus für jede fragliche Stunde um genau 0,75*8= 6 ct gekürzt, während es beispielsweise bei 40% Eigenverbrauch nur 0,3*4+0,45*8 = 4,8 ct pro Stunde wären – und die Förderungsdauer verlängert sich um die fraglichen Stunden. Besser als die gemäß § 15 Abs. 4 KWKG vorgesehene pauschale Strafkürzung ist das allemal.

    Und was soll der lineare Abschlag in Höhe von 1,5%? Den sehe ich eigentlich nirgends im KWK-Gesetz.

    Ich nehme an, dass der VNB sowohl unternehmerisch als auch kundenfreundlich denkt und einfach keinen Bock hat, sich mit diesem vom deutschen Gesetzgeber angerichteten Unsinn zu beschäftigen. Bei den in Rede stehenden Kleckerbeträgen kostet ihn die Verarbeitung einer korrekten (z.B. in Form einer Excel-Tabelle übermittelten) Meldung mit Sicherheit mehr als er an KWK-Zulage spart.


    Folgende Daumenrechnung: Eine Vitovalor erzeugt, wenn sie ganzjährig 24/7 durchläuft, ca. 6.225 kWh/Jahr. Bei angenommenen 80% Selbstverbrauch würde der VNB im Jahr knapp 300 € KWK-Zulage auszahlen. Die vorgeschlagene Kürzung um 1,5% macht dann sage und schreibe EUR 4,50 im Jahr aus, der Betreiber spart sich die Meldung und der VNB spart sich die Abrechnung. Die Förderungsdauer verlängert sich allerdings nicht. Die Alternativen sehen wie folgt aus:

    • Der Betreiber lehnt die angebotene 1,5% Kürzung ab, meldet aber nichts. Dann kürzt der VNB die KWK-Zulage nach § 15 Abs. 4 KWKG. Ich hab's nicht nachgerechnet, aber ich nehme an, das sind für das Jahr 2018 die oben genannten 10%. Das kostet den Betreiber dann 30 € statt 4,50 € und die Förderungsdauer verlängert sich auch nicht.
    • Oder der Betreiber meldet wie oben vorgeschlagen. Angenommen es geht um 140 Stunden (wie 2017), dann kürzt der VNB die KWK-Zulage um 8,40 € aber dafür verlängert sich die Förderungsdauer um 140 Betriebsstunden. Und sowohl Betreiber als auch VNB müssen sich die Arbeit machen, die Meldung zu erstellen bzw. zu verarbeiten.

    Da hätte ich dann gerne mal gesehen, was der Netzbetreiber anschließend mit seinem ÜNB abrechnet... ;-)

    Also erstens kann das dem Betreiber (wenn er den Deal gut findet und akzeptiert) so was von egal sein. Zweitens: Sofern eine Abrechnung überhaupt erforderlich ist, kann der VNB die Summe der auf diese Weise vorgenommenen Kürzungen einfach als Kürzung gemäß § 15 Abs. 4 deklarieren und fertig. Der ÜNB - der ja seinerseits auch ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen ist - wird ja hoffentlich nicht so bekloppt sein, Ressourcen aufzuwenden um das für jede einzelne Vertragsnummer beim VNB nachzuprüfen. Und wo kein Kläger, da kein Richter.

    Ist der Microgen Stirling bzgl. Standfestigkeit da nicht schon viel weiter? Ich hörte, dass der praktisch wartungsfrei ist.

    Wie schon Radio Eriwan sagte: Im Prinzip ja. Die Microgen Stirlingmotoren sind fest verkapselt, d.h. der eigentliche Motor kann überhaupt nicht gewartet (und auch nicht repariert) werden, weil nach Fertigstellung keiner mehr ins Gehäuse kommt. Öl zum Wechseln ist auch keines drin, der Kolben läuft ohne Schmierung. Die theoretische Standfestigkeit des Microgen-Stirling soll um 50.000 Betriebsstunden liegen.


    In der Praxis hat sich aber herausgestellt, dass (zu) viele Motoren bereits weit früher den Geist aufgegeben haben. Beispiel: Unser erster hielt gerade mal 30 Stunden, der zweite ca. 3000 Stunden. Der dritte wurde nach ca. 8000 Bh wegen unguter Geräusche ausgewechselt, d.h. lange hätte er wohl auch nicht mehr gehalten. Der vierte hat jetzt ca. 14000 Bh auf der Uhr und läuft bisher einwandfrei.


    Ich halte es für möglich, dass zahlreiche Motoren die genannten 50.000 Stunden auch in der Praxis erreichen oder vielleicht sogar übertreffen. Aber die Voraussetzung dafür ist wahrscheinlich, dass bei der Fertigung nicht mal der allerkleinste Fehler passiert – womöglich genügt schon ein Stäubchen im Gasraum um die Standzeit erheblich abzukürzen. Das hat Microgen anscheinend nicht mit ausreichender Konstanz hingekriegt.


    Vermutlich ist es deshalb einfach besser (und wahrscheinlich auch kostengünstiger), den Motor so zu konstruieren, dass er zwar Wartung und Schmierung verlangt aber dafür robuster gegen minimale Abweichungen bei der Fertigung bleibt.

    Moin André,

    Es geht bei der Bindung an die Abschreibungsdauer ja glaube ich nicht um den KWK-Zuschlag, sondern um die Energiesteuererstattung - oder?

    So isses. Der KWK-Zuschlag lief nach dem alten KWKG für 10 Jahre ab Inbetriebnahme oder wahlweise für 30.000 Betriebsstunden. Für eine dieser Alternativen musste man sich bei Inbetriebnahme verbindlich entscheiden. Eine Verlängerung um 15.000 bzw. 30.000 VBh gibt es gemäß § 8 Abs. 3 des aktuellen KWKG bei "Modernisierung" (im Sinne von § 2 Nr. 18 KWKG), sofern die Kosten 25% bzw. 50% der Kosten für die Errichtung einer gleichwertigen Neuanlage überschreiten.


    An die AfA gekoppelt ist die vollständige Entlastung von Energiesteuer nach § 53a Abs. 6 EnergieStG. Das Gesetz sagt hierzu in Absatz 7 folgendes:

    Zitat

    (7) Die vollständige Steuerentlastung nach Absatz 6 wird nur gewährt bis zur vollständigen Absetzung für die Abnutzung der Hauptbestandteile der Anlage entsprechend den Vorgaben des § 7 des Einkommensteuergesetzes. Hauptbestandteile der Anlage sind Gasturbine, Motor, Dampferzeuger, Dampfturbine, Generator und Steuerung. Werden Hauptbestandteile der Anlage durch neue Hauptbestandteile ersetzt, wird die Steuerentlastung bis zur vollständigen Absetzung für Abnutzung der neu eingefügten Hauptbestandteile gewährt, sofern die Kosten für die Erneuerung mindestens 50 Prozent der Kosten für die Neuerrichtung der Anlage betragen.

    Woher bei Dir nach 10 Jahren AfA noch ein Restwert kommt weiß ich nicht. Die Absetzung bemisst sich jedenfalls laut § 7 Abs. 1 Satz 2 EStG nach der "betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Wirtschaftsgutes". Und für letztere ist m.W. die amtliche Tabelle maßgeblich, die für BHKW's eine Nutzungsdauer von 10 Jahren vorgibt.


    Eine Verlängerung der Förderung nach § 53a Abs. 6 EnergieStG wäre also nur möglich, wenn Hauptbestandteile (s.o.) ersetzt wurden UND die Kosten dafür die 50% Grenze überschritten haben UND diese Teile separat abgeschrieben werden.


    In allen anderen Fällen gibt es weiterhin die teilweise Entlastung nach § 53a Abs. 1 EnergieStG. Voraussetzung hierfür ist lediglich ein Nutzungsgrad >70% und die Entlastung beträgt immer noch ca. 80% – und zwar unabhängig von der Abschreibung so lange das Gerät noch läuft.


    Gruß, Sailor

    Ich sehe das wie Gunnar und HansDampf. Ein zusätzliches LNG-Terminal in Deutschland trägt vielleicht ein wenig zur Verbesserung der Versorgungssicherheit bei, und möglicherweise stärkt es auch ein wenig unsere Verhandlungsposition. Von den Mengen her wird zusätzliches LNG weder jetzt noch zukünftig benötigt, das ist auch klar. 80% der Motivation für die plötzliche Liebe zum LNG (wer hat denn vor 2017 davon gesprochen?) ist jedenfalls nichts anderes als eine politische Konzession an das US-amerikanische Trump-eltier.


    Dass die Gasverbraucher das dann über die Netzgebühren bezahlen dürfen, ist doch Tradition in der deutschen Politik: Der bis in die 1990er Jahre geltende "Kohlepfennig" wurde jahrzehntelang offiziell auch als Versicherungsprämie für den Fall einer Energiekrise verkauft und musste daher von allen Stromverbrauchern bezahlt werden, obwohl er in Wirklichkeit und von Anfang an ausschließlich dem Erhalt von Privilegien und Arbeitsplätzen an Ruhr und Saar diente.


    Nach dem Prinzip "cui bono" müsste das LNG-Terminal eigentlich von VW, Daimler und BMW bezahlt werden - falls es denn überhaupt etwas nützt. So wie ich die US-Politik einschätze, wird Mr. T. uns das LNG-Terminal bauen lassen und die Zölle auf deutsche Autos trotzdem einführen. Schließlich gefährden deutsche Autos ja die Sicherheit der Vereinigten Staaten, das ist jetzt amtlich festgestellt. Und in Sicherheitsfragen darf man nun mal keine Kompromisse machen, auch nicht gegenüber, äh, Freunden.

    Steht im Kontext mit dem geisteskranken Botschafter der USA

    Nee, geisteskrank ist der nicht. Er verhält sich einfach so, wie sich US-Amerikanische Botschafter immer schon in drittrangigen Bananenrepubliken, Kolonien oder militärisch besetzten Gebieten aufgeführt haben. Wir waren das nur nicht mehr gewöhnt.

    Moin Gunnar,


    das Thema war mir völlig neu, und da ich wissenschaftlich nicht in Deiner Liga spiele, kann ich es möglicherweise nicht komplett überblicken. Der Ansatz nach der Carnot-Methode erscheint mir jedenfalls aus technischer Sicht richtig.


    Die Frage ist: Gilt der zukünftige Methodenwechsel nur für die Bewertung von KWK für Neubauten, oder müssen beispielsweise auch Fernwärmenetze aus einem Heizkraftwerk und folgerichtig die am FW-Netz hängenden Bestandsbauten zukünftig auf der Primärenergie-Seite nach der neuen Methode bewertet werden? Das könnte vor allem in Großstädten mit viel Fernwärme aus KWK zu einer "Bombe" werden.


    Ein Beispiel aus der Praxis: Ich habe eine (vermietete) ETW in einem großen Wohnblock Baujahr 1961, der mit Fernwärme beheizt wird. Das FW-Netz wird hauptsächlich aus KWK (große Heizkraftwerke) versorgt. Laut Energiebedarfsausweis liegt der Endenergiebedarf des Gebäudes bei (dem Baujahr angemessenen) 144 kWh/m2, der Primärenergiebedarf wegen der Fernwärme-Berechnung dagegen nur bei 20 kWh/m2 - also nominell knapp über Passivhaus-Niveau. Eine energetische Sanierung wurde bislang in den ET-Versammlungen immer abgelehnt, da der Primärenergiebedarf gerade mal ein Fünftel des EnEV-Anforderungswertes beträgt und man daher die Notwendigkeit nicht sieht. Das Gleiche gilt mit Sicherheit für Zehn- wenn nicht Hunderttausende ähnlicher Gebäude.


    Wenn sich das durch die neue Methodik bei Bestandsbauten ändern würde, entstünde m.E. ein gewaltiger Druck in Richtung energetischer Sanierung. Das würde zweifellos die Wärmewende voranbringen, aber womöglich auch verbunden mit sozialem Sprengstoff wegen sanierungsbedingter Mieterhöhungen auf breitester Front. Und da auf diese Weise auch ein Privileg der Fernwärme weitgehend abgeräumt würde, erwarte ich Widerstand von Seiten vieler Kommunen gegen eine solche Regelung. Oder sehe ich das falsch?


    Gruß, Sailor

    Das Ergebnis werde ich hier bekannt geben, wobei das erfahrungsgemäß bis April dauern kann.

    Ich kann nunmehr bekannt geben, dass am 25.03. die von mir beantragte teilweise Erstattung nach § 53a Abs. 1 EnergieStG eingegangen ist.


    Zwei Wochen vorher erhielt ich noch den Anruf einer sehr freundlichen Mitarbeiterin vom HZA, die mich fragte, warum ich denn keinen Antrag auf vollständige Entlastung gestellt habe, die stünde mir doch zu? Der musste ich dann erst erklären, dass ich wegen der Anrechnung der BAfA-Förderung in dem Fall gar nichts bekommen würde. (Wissen konnte sie das nicht, denn ich hatte – der Vorgabe in der Anleitung entsprechend – das Feld 10 im Formular 1135 unausgefüllt gelassen.)


    Habe mich aber ausdrücklich bedankt und wiederhole das an dieser Stelle gerne nochmals.:thumbup:


    Unabhängig davon funktioniert jedenfalls die Methode: Also teilweise Entlastung nach § 53a Abs. 1 EnergieStG beantragen und im Feld 10 keine Angaben machen, dann findet keine Aufrechnung gegen Investitionsförderung statt und man bekommt bei Erdgas 4,42 €/MWh erstattet.

    Moin Sven,


    eine Aufstellung mit den entsprechenden Stunden findest Du hier. Es bleibt Dir nicht erspart, mit Hilfe der Kalenderfunktion Woche für Woche die fraglichen Stunden zu ermitteln, z.B. in Form einer Excel-Tabelle aufzuschreiben, und diese dann dem NB zu melden.


    Die Thematik wurde hier im Forum schon an anderer Stelle ausführlich diskutiert (Suchfunktion: "negative Strompreise"). Die Quintessenz ist: Für die Stunden mit negativen Strompreisen wird nach § 7 Abs. 7 KWKG kein KWK-Zuschlag gezahlt. Dieser geht aber nicht verloren, weil die fraglichen Betriebsstunden bei den 60.000 Bh nicht mitzählen bzw. hinten dran gehängt werden. Der vom NB alternativ angebotene 1,5% pauschale Abschlag ist dagegen für immer weg. Du musst also entscheiden, ob Dir die Arbeit fürs jährliche Heraussuchen, Aufschreiben und Melden mehr wert ist als der 1,5% Abschlag.

    Gibt es keine Sonderreglung für Brennstoffzellen. Ich kann die ja nicht von jetzt auf gleich ausschalten...

    Gibt es nicht. Der deutsche Gesetzgeber hat sich in seinem unerforschlichen Ratschluss dafür entschieden, diese (von der EU eigentlich für KWK-Anlagen oberhalb 500 kW(el) gedachte und dort vielleicht auch sinnvolle) Regelung für alle BHKW's mit Inbetriebnahme ab (glaube ich) 2016 einzuführen. Ich gehe davon aus, dass die zuständigen Sachbearbeiter (m/w) nicht einmal wissen, was eine Brennstoffzelle ist. Aber auch für Betreiber normaler BHKW's ist es nicht unbedingt üblich, wenn z.B. in einer Winternacht für 02:00h-04:00h negative Strompreise angekündigt sind, sich den Wecker zu stellen und um 02:00h das BHKW auszuschalten. Laut den "Experten" im BMWi ist dies aber technisch möglich, und das ist aus deren Sicht als Begründung für die Gesetzgebung ausreichend.


    Jedes demokratische Land hat nun mal die Gesetzgeber, die es verdient...:-)_:-)

    Bei einem 4 Personen Haushalt kriegt man doch 1,1kw thermische Leistung locker über das Warmwasser im Sommer verbraucht oder nicht?

    1,1 kW(th) sind 26,4 kWh in 24 Stunden. Damit kann man 750 l Wasser von 10°C auf 40°C erwärmen. Unter Berücksichtigung von Speicherverlusten ist es etwas weniger, aber bei 4 Personen reicht das immer noch für drei Vollbäder und eine ausgiebige Dusche pro Tag, plus Reserve für Wasch- und Spülmaschine. Sofern zwei der vier Personen Teenager (m/w) sind, können solche Verbrauchszahlen in der Praxis auch erreicht werden. Normalerweise rechnet man aber pro Person mit 50 Litern Warmwasser pro Tag, bei üppigen Verbrauchsgewohnheiten mit 80 Litern. Letzteres erlaubt es, eine PT2 mit 1,1 kW(th) im Sommer etwa 12 Stunden pro Tag zu betreiben.

    Also im Eingangsbeitrag las sich das so als ob die 20K für Dachboden, Heizung und Solarthermie gedacht waren. Wenn der Dachboden extra geht, gibt das ca. 4000 € mehr Luft im Budget. Dann sieht es nicht mehr ganz so eng aus.


    Zweitens: Rohre auswechseln ist Unsinn, außer es gäbe Anlass zu der Vermutung dass die Rohre undicht sind oder demnächst durchrosten. Und so wie es aussieht, müssen (anders als ursprünglich vermutet) auch die meisten Heizkörper wahrscheinlich nicht gewechselt werden. Das gibt noch mal mehr Luft.


    Drittens, in der Eingangsfrage hat der TS klar gesagt, dass er kein BHKW will. Aus diesem Grund haben wir auch keinerlei Info zum Stromverbrauch. Es hat bei diesem Stand der Diskussion absolut keinen Zweck darüber zu spekulieren, ob ein BHKW vielleicht doch sinnvoll sein könnte.


    Was wir wissen ist, dass das Haus mit vergleichsweise hohen Vorlauftemperaturen geheizt wird. Damit scheidet eine Wärmepumpe als Alternative für die Heizung aus. Eine Pelletheizung käme vielleicht noch in Frage, aber bei einem beschränkten Budget würde ich das (Förderung hin oder her) nicht empfehlen. Unterm Strich bleibt da außer einer Brennwerttherme nicht viel übrig.


    Die Schätzung von 7,5-9 K€ einschl. Installation für eine Brennwerttherme halte ich für realistisch, nachdem ja der Gasanschluss bereits vorhanden ist. Neue Heizpumpe und hydraulischer Abgleich kommen hinzu, das wird aber mit 30% gefördert. Alles zusammen ist einschl. Förderung wahrscheinlich für weniger als 10K€ darstellbar. Hinzu kommen evtl. Kosten für Heizkörper sowie für 15 voreinstellbare Thermostatventile. In jedem Fall bleiben grob geschätzt 10 k€ übrig, um noch was für die Umwelt zu tun - wenn man will. EnEV-Probleme scheint es hier ja nicht zu geben.


    Das Rest-Budget dürfte für eine 15 m2 ST-Anlage reichen. Angenommen die bringt 6.000 kWh/a nutzbaren Wärmeertrag, dann würde sie Erdgas im Wert von ca. 300 € sparen. Bezogen auf ca. 6.000 € Investition (nach Abzug der Förderung) bedeutet das mit dem Holzhammer gerechnet eine Amortisationszeit von 20 Jahren. Also reich wird man damit nicht, aber man hat sein Geld zurück bevor die Anlage hin ist (was nicht unbedingt für jedes BHKW gilt).


    Wenn das Dach geeignet ist, wäre es aus meiner Sicht die bessere Alternative, an Stelle der ST eine PV-Anlage anzuschaffen (selbstverständlich ohne Stromspeicher). Das Restbudget könnte so um die 6-7 kW(p) hergeben. Der Energieertrag dürfte mit 6-7.000 kWh/a ähnlich sein, aber das Produkt Strom ist nun mal wertvoller. Und bei einer vierköpfigen Familie sollten 1000-1500 kWh Eigenverbrauch im Jahr aus der PV möglich sein.

    Ich zögere ja auch noch damit eine neue Pumpe zu kaufen, weil ich denke bei einer neuen Heizungsanlage wäre die ohnehin dabei.

    Anlässlich der Installation einer neuen Heizungsanlage würde natürlich eine alte Pumpe gegen eine Hochleistungspumpe ausgewechselt. Aber wenn schon eine Hochleistungspumpe vorhanden ist, bleibt die eben drin. Wenn Du also nicht schon fest entschlossen bist, dieses Jahr sowieso einen neuen Heizkessel (oder eine Vitovalor oder was immer) anzuschaffen, solltest Du das Auswechseln der Pumpe vorziehen.