Beiträge von sailor773

    Hier stört mich aber, dass die meisten Speichersysteme (im Auto und zu Hause) bei der Produktion so CO2-intensiv sind, dass der Grundgedanke wieder ad absurdum geführt wird.

    Ja und nein.


    Beim Auto ist da was dran: Eine 40 kWh-Batterie (die lediglich ca. 200 km elektrische Reichweite erlaubt) bringt lt. ADAC bereits einen CO2-"Rucksack" von etwa 6 Tonnen CO2-Äquivalent mit, also ca. 150 kg CO2 pro nutzbare kWh. Rechnet man jetzt vereinfacht mit 20 kWh/100 km und einer mittleren Lebensdauer von 200.000 km (egal ob für die Batterie oder für das Fahrzeug), so schafft die Autobatterie gerade mal 1000 Vollzyklen, bevor sie verschrottet wird. Die 6.000 kg CO2 verteilen sich somit auf 40.000 kWh, die während der Lebensdauer über die Batterie laufen. Anders gerechnet: Pro gespeicherter kWh werden beim E-Auto aus einer 40 kWh-Batterie über die Gesamtlebensdauer 150 Gramm CO2 in die Umwelt gesetzt. Das entspricht immerhin 30 Gramm pro Kilometer. Bei einer großen Batterie wie im Tesla oder Audi E-tron landet man dann schnell bei 60-75 g CO2/km, selbst wenn man 100% regenerativen Strom lädt.


    Stromspeicher für Häuser sind aber erstens um den Faktor 5-10 kleiner und werden zweitens um den Faktor 5-10 länger genutzt. In der Werbung ist von 5.000-10.000 Vollzyklen die Rede. Nimmt man 5.000 VZ an (was bei 250 VZ/a einer Lebensdauer von 20 Jahren entspricht), so ergibt die Verteilung des gleichen CO2-"Rucksacks" nur noch 30 Gramm CO2 pro gespeicherter kWh. Angesichts der Tatsache, dass der Strom aus PV-Anlagen selbst (v.a. wegen der energie-intensiven Herstellung des Siliciums) z.B. lt. dieser Quelle mit 50 Gramm CO2/kWh zu bewerten ist, würde ich das für tragbar halten - allerdings nur, soweit die Speicherung von Strom überhaupt einen ökologischen Vorteil hat.


    Und da ist es nun wirklich die Frage, wie man rechnet. Der Strommix-Wert in D beträgt derzeit einschl. Vorkette 580 g CO2/kWh. Wer überschüssigen PV-Strom (50g/kWh) tagsüber speichert und nachts verbraucht (weitere 30 g/kWh), spart also vordergründig ca. 580-(50+30)= 500 g/kWh CO2. Wäre aber der PV-Strom stattdessen tagsüber ins Netz eingespeist worden, so hätte er beim Nachbarn Strommix substituiert und sogar mehr gespart, nämlich 580-50= 530 g/kWh. Ein Stromspeicher spart also nur dann wirklich CO2, wenn der PV- (oder BHKW-) Strom ansonsten völlig ungenutzt geblieben wäre: Wenn er also entweder direkt abgeregelt worden wäre (z.B. wegen der 70%-Kappung) oder wenn zur Speicherladezeit im Netz Abregelungen von EE-Strom stattfinden. Das ist derzeit noch relativ selten, da EE-Abregelungen überwiegend nachts oder im Winter (wo es nur wenig PV-Strom gibt) bei hohem Windaufkommen stattfinden. Aus diesem Grund halte ich den ökologischen Vorteil privater Stromspeicher im Moment noch für äußerst begrenzt. Das mag schon in zehn Jahren anders sein, wenn es vielleicht so viele PV-Anlagen gibt, dass z.B. nachmittägliche Abregelungen im Sommerhalbjahr zur Routine werden. Aber aktuell und in den kommenden Jahren gibt es m.E. außer in Sonderfällen noch keine ökologische Begründung für einen Stromspeicher.

    Oder habe ich dann einen Wärmeüberschuss, den ich nicht gebrauchen kann?

    Die Laufstunden einer PT 2 richten sich ausschließlich nach dem Wärmebedarf, d.h. auch wenn Du einen Batteriespeicher installierst läuft sie deswegen keine Minute länger. Es geht also ausschließlich darum, wie viel Überschuss-Strom bei normaler Betriebsweise anfällt, der dann möglicherweise zum Laden genutzt werden kann.

    überlegen uns, ein Elektrofahrzeug zu kaufen. Überschlägig rechne ich mit weiteren 4.000 kwH. Würde es sich lohnen, die Viessmann PT2 in diesem Fall mit einem Batteriespeicher aufzurüsten

    Richtig an dieser Idee ist, dass die 750 Watt (3 A) einer PT2 für das Laden eines E-Fahrzeugs nicht mal im Ansatz ausreichen. Deshalb könnte man theoretisch überschüssigen PT2-Strom in einer Batterie zwischenspeichern und dann mit ausreichender Leistung (z.B. 3,6 kW über einen Campingstecker) an das E-Fahrzeug abgeben. Aber machen wir mal einen Reality Check:


    Ich nehme an, dass das E-Fahrzeug zumindest werktags in der Nacht geladen werden soll. Etwa acht Monate im Jahr könnte das auch gehen, weil da jedenfalls die PT2 nachts durchläuft (angenommen der Energiemanager legt die 2,5h Regenerationszeit dann auf jeden zweiten Nachmittag) und Strom-Überschüsse generiert. Ein normaler Haushalt hat aber auch in der Nacht Strombedarf z.B. für Kühlgeräte, Heizpumpe, Büro-Elektronik etc., im Mittel wohl kaum weniger als 100W. Der Überschuss liegt somit bei etwa 650 Watt - aber frühestens ab etwa 22:00h, wenn die Bewohner ins Bett gegangen sind. Es stehen also etwa acht Stunden lang (bis morgens um 06:00h Beleuchtung, Kaffeeemaschine und Toaster wieder Strom brauchen) ca. 650 Watt zur Verfügung, macht pro Nacht 5,2 kWh. Hiervon muss man noch die Lade-/Entladeverluste der Batterien abziehen. Kumuliert in Haus- und Autobatterie sind das bei dem immer noch schwachen Ladestrom garantiert 30%, so dass zum Fahren ca. 3,6 kWh pro Nacht übrig bleiben. Das reicht bei einem sparsamen Modell (15 kWh/100 km) für ca. 24 Kilometer.


    Am Wochenende kann man vielleicht auch tagsüber laden, aber unterm Strich kommen so bestimmt nicht mehr als 240 Tage mal 5,2 kWh/Tag = 1.250 kWh zusätzlicher Stromverbrauch heraus, von denen weniger als 1000 tatsächlich zum Fahren genutzt werden können. Im Sommertrimester läuft die PT2 wegen des geringeren Wärmebedarfs weniger, da wird der Strom schon weitgehend im Haus verbraucht und für das E-Auto bleibt kaum was übrig.


    Und die dafür nötige Batterie mit mindestens 5 kWh nutzbarer Kapazität dürfte fertig installiert kaum weniger als 5000 EUR kosten.


    Wenn Du stattdessen das Auto nachts einfach mit 3,6 kW aus der Steckdose lädst, sind immerhin 18% Strom aus der PT2 dabei. Selbst dann werden aber möglicherweise die Ladeverluste im Vergleich zu einer Wallbox (11-22 kW) so hoch, dass sich das gar nicht lohnt - müsste man mit dem Hersteller klären.


    Eine PV-Anlage bessert die Bilanz natürlich etwas auf - jedenfalls im Sommer, weniger von November bis Februar. Das ändert aber nichts daran, dass ein Batteriespeicher sich praktisch nie "lohnt". Das Kriterium für "lohnen" wäre doch, dass man über die erzielbaren Bezugsstrom-Einsparungen zumindest das in den Speicher investierte Geld wieder hereinholen kann, bevor der Speicher seine technische Lebensdauer erreicht hat. Und das ist bei gegenwärtigen Speicher- und Bezugsstrompreisen in den meisten Fällen nicht möglich.

    Einfache Antwort: ein Fehler meinerseits. Ich habe das in einem anderen Thread schon korrigiert. Für alle Fälle hänge ich auch hier noch mal eine korrigierte Version an.


    Das Ding wurde im Rahmen einer Diskussion mit heißer Nadel gestrickt und lässt sich zweifellos noch erheblich verbessern. Vielleicht komm' ich an einem nebligen Novembertag mal dazu...

    Wird durch dieses Verhalten nicht der Brennwert des Spitzenlastbrenners niedriger als er sein könnte?

    Also das sicher nicht. Der Wärmetauscher des Spitzenlastbrenners muss so ausgelegt sein, dass er auch bei Volllast noch funktioniert. Wenn das gegeben ist, hängt der Grad der Brennwertnutzung ausschließlich von der Temperatur des Kühlmittels (d.h. des umgebenden Heizwassers) ab, nicht von der Leistung des Brenners.


    Häufiges Takten muss eine normale Gastherme abkönnen. Unsere läuft im Jahr ca. 700 Stunden mit über 1400 Starts und einer Durchschnittsleistung von 7,5 kW, das sind auch etwa 40%.

    Da die WW Bereitung in dem Speicher integriert ist fällt mir hier nichts ein, außer vielleicht unter einer bestimmten Speichertemperatur die Heizkreispumpe auszuschalten damit der Puffer schneller warm wird. Falls die Dusch etc. Zeiten immer gleich sind kann man das auch mit einer Zeitschaltuhr kombinieren...

    Könnte man, wenn einen das nervt – zumal der Wirkungsgrad bei den höheren Rücklauftemperaturen nachlässt, die für die TWW-Bereitung nötig sind. Bei uns bringt er z.B. gegen Ende des Zyklus (wir haben 58°C Nenntemperatur) nur noch ca. 920 Watt.


    Für eine längere Laufzeit pro Start (damit begann ja diese Diskussion) ist das aber gut. Wenn man es in der Übergangszeit schafft, ihn möglichst oft in den TWW-Modus zu bringen, hört das Takten nahezu auf, weil die Heizung – wenn er dann endlich fertig ist – erst mal die Wärme im unteren Teil des Speichers verbraucht bevor der Stirling wieder anspringt.


    Unabhängig davon kann man natürlich auch den Ladevorrang unter Code 1630 auf "Absolut" stellen. Dann stellt er während des TWW-Ladevorgangs den Mischer zu und ist mit dem TWW in etwa 2-3 Stunden fertig. Dass in der Zeit dem Heizkreis keine Wärmeenergie zugeführt wird, merkt man in einem halbwegs ordentlich isolierten Haus gar nicht – außer jemand fasst einen Heizkörper an, spürt die Kühle und fängt dann aus psychologischen Gründen an zu frieren.;)

    Ist die Annahme richtig das der Stirling den Speicher schnell mit geringer Temperaturdifferenz zwischen VL und RL durchläd

    Die Differenz zwischen RL und VL liegt beim Stirling relativ konstant bei 10-11 K. Das ist offenbar werksseitig so gewollt und wird über die Drehzahl der Kesselpumpe (um 30% schwankend) eingeregelt. Versucht man, durch Drehzahlbegrenzung der Pumpe z.B. auf 20% die Differenz zu erhöhen, geht das Gerät auf Störung.


    Die relativ geringe Spreizung führt dazu, dass insbesondere bei der TWW-Bereitung das Kesselwasser ggf. mehrere Male umgewälzt (und dabei der ganze Speicher erwärmt) werden muss bis die Nenntemperatur erreicht ist. Will man beispielsweise 60°C erreichen, so muss dafür am unteren Ende des Speichers – wo der RL abgezapft wird – eine Temperatur von 50°C vorliegen. Wenn in der Übergangszeit gleichzeitig Heizwärme abgezogen wird (Ladevorrang Code 1630 "Kein" oder "Gleitend"), kann die TWW-Erwärmung nach den Morgen-Duschen so mehrere Stunden oder auch den ganzen Tag dauern.

    Wie ist denn die minimale und maximale VL Temperatur und ab welcher Temperatur geht er auf Störung?

    Bei einer RL-Temperatur von ca. 60°C geht er nicht auf Störung, sondern schaltet sich einfach aus. Es kann aber passieren, dass bei solchen Temperaturen auch die Geräte-Innentemperatur zu hoch wird und das Gerät dann mit Störung 258 außer Betrieb geht.


    Die maximale VLT des Stirling dürfte somit knapp unter 70°C liegen. Eine minimale VLT gibt es wohl nicht.

    Sagt mal gibt es nur einen Speicherfühler? Falls das mindestens 2 sind könnte ein Umsetzen des Unteren Fühlers ausreichen.

    Es gibt – wie auf der Skizze zu sehen ist – mehrere Speicherfühler. Vom TWW-Fühler B3 abgesehen, sind das:


    Sensor B4: Dieser misst die Speichertemperatur dort, wo der HK-Vorlauf abgenommen wird (Speicher Position G). Nach diesem Fühler richtet sich das Einschalten des Stirling (siehe Skizze "Schaltlogik" grüner Pfeil).


    Sensoren B 41 / B 42: Normalerweise ist nur der Fühler B 41 installiert, ganz unten im Speicher am Kesselrücklauf (Speicher Position N). Nach diesem Fühler richtet sich das Ausschalten des Stirling ("Schaltlogik", roter Pfeil). Das heißt: Angenommen der Stirling hat sich eingeschaltet, als die Temperatur am Fühler B4 (Position G) 40°C unterschritten hat. Dann würde er sich – bei unveränderter Außentemperatur – ausschalten, sobald die Temperatur am Fühler B41 (Position N) 40+4= 44°C erreicht. Auf diese Weise läuft der Stirling (zumindest theoretisch, siehe Anmerkung unten) so lange, bis der gesamte Pufferbereich zwischen den Positionen N und G erwärmt ist.


    Man kann jetzt zusätzlich auch den Fühler B 42 installieren. Er sitzt etwas höher, in Position H. Wenn dieser Fühler installiert ist (und über Code 5935 in F2 aktiviert wurde), übernimmt er für das Ausschalten des Stirling die Funktion des Fühlers B 41. Der Zweck dieser Schaltung ist, dass auf diese Weise der Pufferbereich unterhalb Position H kühl bleibt und so eine größere Reserve im Puffer für das Nutzen der Zwangsladungsfunktion bleibt. Nachteil: So lang man letztere nicht nutzt, ist das de facto im Heizbetrieb genutzte Puffervolumen kleiner, und der Stirling startet entsprechend öfter.


    Anmerkung: Ich habe beobachtet, dass die Ausschalt-Logik mit den Fühlern B41/42 in der Praxis nicht immer stimmt, d.h. unser Stirling schaltet sich häufig (aber auch wieder nicht immer) bereits aus, wenn die Ausschalttemperatur am Fühler B42 noch nicht erreicht ist. Ob es sich hier um einen Fehler in unserer Steuerung handelt oder um eine nicht ganz nachvollziehbare Regelungs-Einstellung unseres Modells (wir haben einen C3HB, der C3HA vorher machte das nicht), kann ich nicht sagen.


    Übrigens, wenn wir schon bei der Brennerlogik sind: Der Zusatzbrenner richtet sich sowohl beim Ein- als auch beim Ausschalten ausschließlich nach der Temperatur des Fühlers B4 (Position G). Der Zweck ist natürlich, dass das Puffervolumen weitgehend dem Stirling zur Verfügung stehen soll.


    Wie dem auch sei: Sofern in einer Anlage der Fühler B42 installiert ist, könnte man versuchen, ihn über Code 5935 in F2 zu deaktivieren und sehen ob dann der Stirling – durch das de facto um den Raum zwischen H und N vergrößerte Puffervolumen – länger läuft.

    Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, den Pufferspeicher "tiefer" zu entladen, also eine niedrigere Temperatur zu erhalten, bis der Stirling wieder anfängt zu arbeiten?

    Das geht beim Warmwasser (Schaltdifferenz erhöhen, Code 5024 in F2), aber nicht bei der Heizkreistemperatur. Hier ist der Einschaltpunkt des Stirling werksseitig mit 5 K unterhalb der sogenannten Differenztemperatur (TB) fest eingestellt, und ebenso der Ausschaltpunkt 4K höher. Die Differenztemperatur selbst kann man verstellen (Code 830 in F2), aber das ändert nichts daran, dass der Stirling sich ausschaltet sobald die Speichertemperatur nach dem Einschalten um 4 K angestiegen ist.

    Moin Lorbas13 ,


    dass es beim Strom eine allgemein gültige Lösung gibt (insbesondere eine, die irgendwo vorgeschrieben ist) halte ich für unwahrscheinlich. Wärmekosten müssen dagegen nach Heizkostenverordnung abgerechnet werden: Soweit ich weiß wird dort die Verteilung mit 70% der Kosten nach Verbrauch vorgeschrieben, der Rest nach Quadratmetern.


    Vor diesem Hintergrund (und unter der Voraussetzung, dass größere Wohnungen einen entsprechend höheren Anteil an den Investitionskosten des BHKW getragen haben als kleinere) würde ich folgende Lösung für gerecht halten:


    Im ersten Schritt werden die anteiligen Kosten für Wärme herausgerechnet. Bei den Gaskosten geht das nach thermischer und elektrischer Leistung des BHKW. Beispiel: 5 kW(el) und 10 kW(th) bedeutet, dass exakt zwei Drittel der Gaskosten auf die Wärme entfallen. Die Einnahmen aus der Energiesteuer-Erstattung würde ich dabei vor der Verteilung als Gutschrift bei den Gaskosten ansetzen. Bei den Wartungskosten müsst Ihr für die Aufteilung einen geeigneten Schlüssel finden: Entweder man nimmt den gleichen Schlüssel wie beim Gas, oder man setzt bei der Wärme die Standardkosten für die Wartung eines Gaskessels mit gleicher thermischer Leistung an und rechnet den Rest dem Strom zu. Zusammen sind dies die Wärmekosten, und die werden (ggf. einschl. sämtlicher Kosten für den Betrieb eines Spitzenlastkessels) wie üblich nach Heizkostenverordnung abgerechnet.


    Alle verbleibenden Kosten (also Gas & Wartung anteilig + EEG-Umlage + Netzbezug, abzüglich einer Gutschrift in Höhe des KWK-Bonus auf den Eigenverbrauch) gehören zum Strom und werden nach Verbrauch (Stromzähler) der einzelnen Wohnungen verteilt. Der auf das Haus entfallende Anteil (für Treppenhausbeleuchtung etc) wird wie sonst auch üblich nach Quadratmetern verteilt.


    Falls neben der Routinewartung Reparaturen anfallen, wären die Kosten dafür im Vermietungsfall (anders als Strom- und Wärmekosten) nicht umlegbar, sondern von den Eigentümern entsprechend ihren Anteilen zu tragen. Im Gegenzug stellen die verbleibenden Einkünfte (Einspeisevergütung + KWK-Bonus auf den eingespeisten Strom) den "Gewinn" dar, der ebenfalls von den Eigentümern entsprechend ihren Anteilen vereinnahmt würde. Beides hat mit dem Verbrauch von Strom & Wärme nichts zu tun. Ich halte es daher für richtig, wenn sowohl allfällige Reparaturkosten als auch die Einkünfte aus Stromeinspeisung nach Anteilen verteilt werden. (Ich sehe übrigens nichts Ungerechtes darin, wenn bei gleichem Stromverbrauch der Eigentümer einer 100 qm Wohnung von diesen Einkünften das Doppelte erhält wie der einer 50 qm Wohnung. Schließlich hat er zuvor auch das Doppelte für seinen Anteil am BHKW bezahlt. Und wenn Reparaturen anfallen, zahlt er auch wieder das Doppelte.)


    Gruß, Sailor

    eine PV Anlage aufs Dach zu setzen. Im Bereich von 5-7kWp. Dazu noch einen Pufferspeicher mit Heizpatrone zur Warmwasserbereitung und ggfs. Heizungsunterstützung

    Also nix gegen eine PV-Anlage (siehe auch meine Signatur), und nix gegen Deine generellen Argumente pro PV. Aber PV-Strom mit einem Heizstab zu Niedertemperatur-Wärme zu verbrennen, ist sowohl wirtschaftlicher als auch ökologischer Unsinn. Zum Wirtschaftlichen: Wer das macht, verzichtet auf ca. 11 ct/kWh EEG-Einspeisevergütung, um Erdgas für maximal 5-6 ct/kWh einzusparen. Und ökologisch bringt das auch nichts, weil der im Heizstab verbrannte Strom – würde er stattdessen eingespeist – andernorts Strom aus fossilen Quellen ersetzt, der mit Wirkungsgraden zwischen 40% (Kohle) und äußerstenfalls 55% (GuD) produziert wird. (In zwanzig Jahren ist das hoffentlich anders, aber auf absehbare Zeit muss man das berücksichtigen.) Eine gute Gastherme hat dagegen selbst bei der TWW-Erzeugung Wirkungsgrade oberhalb 90% (Hs).


    Einstweilen gibt es von dieser Regel nur eine Ausnahme, nämlich wenn der PV-Betreiber im Heizstab ausschließlich PV-Strom einsetzt, der ansonsten wegen der 70%-Kappung abgeregelt worden wäre. Aber das betrifft äußerstenfalls 4-5% der Jahresproduktion, bei einer Anlage mit 5-7 kWp also etwa 200-350 kWh im Jahr. Unter ökologischen Gesichtspunkten kann man das machen, aber rechnen wird sich das (wenn man neben dem Heizstab noch die Kosten für die Regelungs-Mimik berücksichtigt) wohl kaum.

    Also bei derzeit 52.000 kWh Gasverbrauch mit einer neuen Therme muss man sich um die Abwärmenutzung einer BlueGen (7.400 kWh im Jahr) bestimmt keine Sorgen machen, wahrscheinlich nicht mal außerhalb der Heizperiode.


    Unabhängig davon würde ich angesichts des hohen Wärmebedarfs ein konventionelles BHKW nicht einfach abtun. Dabei hängt vieles von den folgenden drei Faktoren ab:


    1) Stromverbrauchsprofil: Wie von "Dachs" schon erwähnt würde ein gleichmäßiger Verbrauch mit hoher Grundlast und wenigen kurzen Spitzen eher für eine Brennstoffzelle sprechen. Bei niedriger Grundlast aber regelmäßigen längeren Perioden mit einem Stromverbrauch von mindestens 1,5-2 kW könnte ein konventionelles BHKW Vorteile haben.


    2) Wärmeverbrauch außerhalb der Heizperiode: 20,4 kWh/d reichen aus um die Abwärme einer BlueGen komplett zu nutzen. Ein NeoTower 2.0 könnte damit in Volllast (2 kWel, 5,2 kWth) 3,9 Stunden täglich laufen, in Teillast (1,1 kWel, 3,8 kWth) 5,4 Stunden. Je höher der Wärmeverbrauch im Sommer ist, desto geringer wird der Laufzeit-Nachteil des konventionellen BHKW in dieser Zeit.


    3) Ist eine PV-Anlage vorhanden oder geplant? Wenn ja, könnte diese im Sommerhalbjahr die Stromversorgung tagsüber weitgehend abdecken. Ein konventionelles BHKW würde man dann vorzugsweise abends und evtl. auch morgens laufen lassen. Eine Brennstoffzelle läuft dagegen durch und vermindert den Eigenverbrauchsanteil der PV-Anlage (und damit deren Wirtschaftlichkeit). Ohne PV-Anlage kann im Sommerhalbjahr ein hoher Autarkiegrad nur mit einer Brennstoffzelle erreicht werden.


    Sofern mindestens zwei dieser drei Punkte für ein konventionelles BHKW sprechen, würde ich beide Alternativen (einschl. Förderung) zumindest mal rechnen.


    den KWK-Zuschlag direkt auszahlen lassen

    Davon würde ich in dem Fall eher abraten. Bei 8.800 kWh Gesamtverbrauch und 13.050 kWh Gesamt-Erzeugung dürfte der Eigenverbrauch so um 7.200 kWh liegen. Also werden ca. 5.850 kWh im Jahr eingespeist. Das bringt knapp sieben Jahre lang (bis die 60.000 VBh erreicht sind) 234 EUR/a mehr an KWK-Zuschlag als die Pauschalzahlung, in Summe also ca. 1.600 EUR.

    b) Herr Müller hat ein Biogas-BHKW, welches (wenn es mal nicht auf Störung ist) seinen kompletten Strombedarf deckt (wie auch immer dat gehen soll....). Das BHKW produziert mehr Strom, als er braucht, den überschüssigen Strom speist er ein. Dann muss er keine EEG-Umlage auf EV zahlen, denn für den eingespeisten Strom will er nix haben. Dann muss er keine EEG-Umlage auf EV zahlen, denn für den eingespeisten Strom will er nix haben. Geld ist Herrn Müller nicht so wichtig

    Ein Biogas-BHKW habe ich eigentlich nicht gemeint. Man kann aber am Markt Biomethan (also CH4 aus aufgereinigtem Biogas) über das allgemeine Erdgasnetz beziehen und damit jedes beliebige BHKW betreiben. In der Praxis funktioniert das wohl genau wie beim "Ökostrom": Der Betreiber hat einen Vertrag über die Lieferung von 100% reinem Biomethan. Physisch verbrennt er dann natürlich immer noch das, was im örtlichen Erdgasnetz drin ist, also im Wesentlichen fossiles CH4 aus Russland. Aber irgendwo anders (und sei es hunderte Kilometer weg z.B. in Zeven, wo eine solche Anlage steht) speist ein Biogas-Hersteller die kontrahierte Menge Biomethan ins Netz ein. Wie gesagt, zu klären wäre, ob ein solches Konstrukt die Bedingung aus § 61a Nr. 3 EEG erfüllt.


    Wenn ja, "geht dat" je nach Bedarfsprofil wohl nur in Kombination mit einem Stromspeicher. "Für den eingespeisten Strom will er nix haben" stimmt aber nicht ganz: Der Gesetzestext bezieht sich ausdrücklich auf Vergütungen nach Teil 3 des EEG. Herr Müller müsste also evtl. überschüssigen Strom aus dem BHKW nicht verschenken, sondern könnte ihn mit dem Netzbetreiber ganz normal nach KWKG abrechnen.


    "Geld ist Herrn Müller nicht so wichtig" stimmt aber sicher trotzdem. Biomethan wird z.B. von Naturstrom für 9,95 ct/kWh (plus € 9,90 Grundgebühr im Monat) angeboten, kostet also doppelt soviel wie fossiles Erdgas – und Geld für den Stromspeicher müsste Herr Müller auch noch ausgeben. Da ist es mit Sicherheit wirtschaftlicher, 40% EEG-Umlage zu zahlen.

    Das ist leider Kappes, denn das eine hat nix mit dem anderen zu tun.

    ... es sei denn, der Betreiber/Eigennutzer versorgt sich "selbst vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien" UND nimmt für den eingespeisten Strom keine EEG-Vergütung in Anspruch (§ 61a Nr. 3 EEG).


    Aber ein BHKW (zusätzlich zu einer PV-Anlage) dürfte die erste Bedingung nur dann erfüllen, wenn es mit regenerativem Kraftstoff betrieben wird. Ob hierfür z.B. der Bezug von zertifiziertem "Öko-Gas" aus dem allgemeinen Gasnetz über einen entsprechenden Vertrag ausreicht, wäre mit dem Netzbetreiber zu klären.


    Wenn es möglich ist, BHKW und PV z.B. mit Hilfe eines Stromspeichers vollständig im Inselbetrieb zu betreiben, fällt ebenfalls keine EEG-Umlage an (§ 61a Nr. 2 EEG). Dabei darf es aber auch keinen "mittelbaren" Anschluss ans Netz geben (was immer das genau ist).

    weil die Buchhaltung stimmen muss, hast Du dann auch noch den „Geldwerten Vorteil“ an der Backe, den Du erfassen und abrechnen musst.

    Soweit ich weiß ist das Laden beim Arbeitgeber ab dem Steuerjahr 2017 kein geldwerter Vorteil mehr. Die Regelung wurde jetzt gerade wieder im Rahmen des sogenannten Klimapakets bestätigt bzw. verlängert.