Beiträge von sailor773

    Da die Preise beim Einspeisen von Strom nun immer geringer werden, macht es eurer Meinung nach Sinn, gleich eine Batterie mit einzukaufen ? Was ist denn da eine sinnvolle Größe, worauf sollte man achten ?

    Mit der Anschaffung einer Batterie würde ich noch einige Zeit warten. Zu heutigen Bezugsstrom- und Batteriepreisen rechnet sich das im allgemeinen nicht, d.h. die Amortisationszeit der Batterie über Bezugsstrom-Einsparung liegt derzeit meist noch näher an 20 Jahren als an 10 Jahren.


    Wenn Du aber unbedingt eine haben willst, dann gibt es zunächst eine alte Faustregel für die Dimensionierung, die da lautet: Stromverbrauch in MWh/Jahr = PV-Anlagengröße in kW(peak) = Batteriegröße in kWh (nutzbar). Ich würde dabei die PV-Anlage wenn möglich eher größer machen, die Batterie dagegen nicht. Mit einem normalen Haushalts-Verbrauchsprofil kommt damit eine PV-Abdeckung von etwa 30% ohne Batterie raus bzw. etwa 60% mit Batterie.


    Genauer abschätzen kannst Du das mit diesem Tool. Du gibst Deinen Stromverbrauch ein (natürlich den nachhaltig erwarteten, d.h. der sich ergibt wenn die WP verschrottet und die Jagd nach weiteren Stromfressern erfolgreich beendet ist), und weiter die Größe der geplanten PV-Anlage in kW(peak). Hier würde ich ansetzen, das Westdach nach Möglichkeit voll zu machen. Danach kannst Du für verschiedene Batteriegrößen (einschl. Null) ausprobieren, wie sich die Autarkie jeweils entwickelt. Die geschätzten Speicherverluste sind im Tool bereits berücksichtigt. Du wirst dabei feststellen, dass etwa oberhalb des Faustregel-Ansatzes jede weitere Vergrößerung der Batterie (z.B. in 1 kWh-Schritten) immer weniger bringt. Die so erhaltenen Werte in kWh kannst Du dann mit Deinem Bezugsstrompreis und Dir ggf. vorliegenden Angeboten für Batterien verschiedener Größe abgleichen und für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung verwenden.


    Wenn Du Dir Angebote für PV-Anlagen machen lässt, solltest Du jedenfalls vom selben Anbieter immer ein Angebot mit Batterie und eins für die gleiche Anlage ohne Batterie verlangen, dann kannst Du den Effekt der Batterie auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage genau ausrechnen. Ansonsten wird die schlechte Wirtschaftlichkeit der Batterie gerne über eine Mischkalkulation versteckt – zumal häufig bei den Anlagen auch viel zu große Batterien angeboten werden.

    Kann natürlich sein, dass die WP kaputt ist, ohne dass man's merkt (Wärmeträgerverlust?) und de facto als Strom-Direktheizung arbeitet. X/


    Die aufgezählten Geräte enthalten ansonsten nichts Aufregendes. Beim Trockner könnte man etwas Energie sparen durch Umstieg auf einen Wärmepumpentrockner. Und Büroelektronik kann mehr verbrauchen als man meint: Ich hatte z.B. mal eine große Backup-Festplatte, die mit (sage und schreibe) 40 Watt durchlief und so allein auf einen Jahresverbrauch von 350 kWh kam (habe ich erst gemerkt, als ich das Teil wegen eines Schadens verschrotten musste). Dafür gibt es hier vermutlich keine alte Heizpumpe – ansonsten auch häufig ein Stromfresser, der auch für 2-500 kWh/Jahr verantwortlich sein kann. Und die Frage wäre, ob die Beleuchtung bereits weitgehend auf LED umgestellt ist. Größere Mengen an Halogenstrahlern können auch ganz schön Strom fressen.


    Also es lohnt sich hier sicher, das Haus nach Stromfressern zu durchforsten. Aber wenn am Ende des Tages vielleicht 5.000 kWh unvermeidbarer Verbrauch übrig bleiben, dürfte sich eine Brennstoffzelle immer noch lohnen.

    Für die Kombination Gastherme plus PV-Anlage gibt es keine Förderung – nur für Gastherme plus Solarthermie. Eine ST würde ich in Eurem Fall aber nicht empfehlen.


    Das mit dem Wirkungsgrad der Brennstoffzelle würde ich nicht so eng sehen, wenn die anderen Parameter passen. Bei einem Endenergieverbrauch von 10.450 kWh rechne ich für eine Viessmann Vitovalor PT2 mit ca. 5.600 Laufstunden. Sie würde dann ca. 4.200 kWh Strom und 6.150 kWh Wärme erzeugen. Weitere 4.400 kWh kämen aus der Zusatztherme. Der Gasverbrauch wäre insgesamt ca. 17.000 kWh. Mit einer Gastherme allein müsste man mit ca. 11.000 kWh Gasverbrauch rechnen.


    Ich würde – Wirkungsgrad hin oder her – die Entscheidung für oder gegen eine BZ vom Stromverbrauch abhängig machen. Dabei muss es doch eine Möglichkeit geben, den Stromverbrauch der Wärmepumpe irgendwie zu messen. Eine Abschätzung: Der Warmwasserverbrauch in der Vergangenheit kann für drei Personen – selbst bei exzessivem Duschverhalten eines Teenagers – kaum größer als 4.000 kWh gewesen sein. Nimmt man für die TWW-WP eine absolut lausige Jahresarbeitszahl von 2 an, so hätte sie etwa 2.000 kWh Strom verbraucht. Bei einem mittleren Jahresverbrauch ab 2014 von (sage und schreibe) 9.300 kWh blieben für den sonstigen Stromverbrauch im Mittel mehr als 7.000 kWh übrig. Das ist für zwei Personen sehr hoch, aber falls es bei Euch nicht noch andere Stromfresser gibt (die man besser verschrotten sollte: Die Suche lohnt sich!) wäre das mehr als genug für den wirtschaftlichen Betrieb einer 0,75 kW-Brennstoffzelle und würde fast schon für eine BlueGen reichen. Ich bleibe deshalb bei meiner Empfehlung, erst mal den zukünftigen Stromverbrauch (ohne WP) zu ermitteln und die Entscheidung dann zu fällen.

    Moin A.B.,

    die Gaspreise gerade am Explodieren sind, kam ich etwas ins Grübeln, ob das mit der Gasheizung wohl eine richtige Entscheidung ist und bin auf dadurch auf die Brennstoffzellenheizung gestoßen

    Auch eine Brennstoffzellenheizung ist eine Gasheizung! Sie verbraucht sogar mehr Gas als eine reine Gastherme, weil a) natürlich zusätzlich Gas für die Stromerzeugung verbraucht wird und b) der Gesamtwirkungsgrad bei einer Brennstoffzelle nur ca. 79-83% (Hs) beträgt, bei einer Brennwerttherme unter günstigen Voraussetzungen dagegen 95-98%. Eine Brennstoffzelle hilft also absolut nichts gegen hohe Gaspreise, sondern nur gegen hohe Strompreise.

    Im Keller gibt es eine Warmwasserwärmepumpe, die noch sehr gut arbeitet, aber vermutlich ein enormer Stromfresser ist.

    Letzteres fürchte ich auch. Deswegen ist es vermutlich vernünftig, das Teil stillzulegen (mögliche Ausnahme siehe ganz unten) und das TWW zukünftig mit dem neuen Heizkessel zu erwärmen.


    Und damit kommen wir zum eigentlichen Knackpunkt dieses Projektes. Ein Stromverbrauch von 6.600 kWh würde höchstwahrscheinlich den wirtschaftlichen Betrieb einer Brennstoffzelle zulassen. Wenn aber nach Stilllegung der TWW-WP der Stromverbrauch unter ca. 4.000 kWh gehen sollte (was für einen Zweipersonen-Haushalt in einem 160 m2-Haus durchaus normal wäre), wird es mit der Wirtschaftlichkeit einer BZ schnell eng. Ich empfehle daher als erstes zu klären, wie hoch Euer Stromverbrauch zukünftig tatsächlich sein wird.


    Das Hybridauto wird dabei keine große Rolle spielen, denn zum Laden eines E-Autos kann eine BZ nicht viel beitragen. Reality Check: Eine Viessmann Vitovalor bringt 0,75 kW(el). Abzüglich Grundlast ca. 150 W bleiben davon nachts vielleicht 600 W zum Laden übrig. Selbst wenn nur mit 10 A (2,3 kW) aus der Schuko-Steckdose geladen wird, kommen also immer drei Viertel des Ladestroms aus dem Netz. Ladezeiten von mehr als 4-5 Stunden (entspricht 9-12 kWh) werden für eine Hybridauto-Batterie kaum die Regel sein. Damit liegt das Potential für zusätzlichen Eigenverbrauch aus der BZ zum Laden bei ca. 2,5 bis maximal 3 kWh pro Ladenacht. Bei beispielsweise 200 Ladenächten (in denen die BZ nachts auch läuft, im Sommer macht sie das meist nicht) wären das ca. 5-600 kWh im Jahr.


    Dass sich für Euch eine größere Brennstoffzelle rechnet (das wäre dann die BlueGen, die 13.000 kWh im Jahr erzeugt) halte ich für unwahrscheinlich. Selbst mit einem Verbrauch von 6.600 kWh wäre das grenzwertig. Ich empfehle die BG i.d.R. erst ab etwa 7.000 kWh, darunter nur bei überdurchschnittlich hohen Grundlast-Werten. Ohne den Verbrauch der TWW-WP sehe ich das bei Euch einfach nicht.

    tue mir aber schwer, wieviel Heizleistung wir benötigen werden, insbesondere weil wir ja nun auch noch das Dach isolieren werden (Kellerdecke ist nicht isoliert).

    Versteh' ich nicht. Wenn Ihr einen Energieberater hattet, müsste der Heizenergiebedarf des Hauses nach Fertigstellung der Maßnahmen doch in dem Gutachten stehen!? (Übrigens: Kellerdecken kann man dort wo's was bringt auch in Eigenleistung isolieren.)


    Wie dem auch sei: Sofern eine Sanierung auf aktuellen Energie-Standard geplant ist, wären das ca. 60 kWh/m2 bzw. für 160 m2 ca. 9.600 kWh/Jahr. Vermutlich ist das bei Euch eher etwas mehr, und das wäre jedenfalls genug um z.B. bei einer Viessmann PT2 mit lediglich 1,1 kW(th) brauchbare Jahreslaufzeiten zu ermöglichen. Der Heizenergiebedarf erscheint mir hier also nicht als limitierender Faktor, sondern der Stromverbrauch.

    Wir sind grundsätzlich offen auch für eine hybride Lösung (Bsp: BSZ plus PV), allerdings ist das Dach Ost/West ausgerichtet und die Ostseite eher verschattet.

    Ost/West ist grundsätzlich für eine PV-Anlage nicht schlecht, Verschattung dagegen schon. Die Frage ist also, wie viel PV auf das Westdach geht. Sofern das mindestens 4 kWp sind (ggf. mit Hochleistungsmodulen), würde ich das machen und dann jedenfalls so viel von dem Westdach belegen wie geht.

    Wir wären um ein paar Gedankengänge und Tips sehr dankbar

    Sofern sich eine Brennstoffzelle nicht rechnet, käme an Stelle der Gasheizung eine Wärmepumpe in Frage. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Wärmebedarf durch die Sanierungsmaßnahmen unter ca. 10.000 kWh zurückgeht und es möglich ist, in dem Haus ein Niedertemperatur-Heizsystem mit maximaler VLT = 50°C einzurichten. Wenn Ihr keine FBH wollt, geht das grundsätzlich auch über ausreichend dimensionierte Heizkörper, aber die brauchen dann evtl. etwas mehr Platz (mit dem Heizungsbauer klären). In dem Fall hätte eine möglichst große PV-Anlage insbesondere in der Übergangszeit einen beachtlichen Zusatznutzen.


    Bei deutlich höherem Wärmebedarf und insbesondere wenn ein Niedertemperatur-Heizsystem nicht möglich ist, bliebe eigentlich als Alternative zum Gas nur noch eine Holzpelletheizung. Ein Lagerraum im Öltank-Keller wäre ja anscheinend vorhanden. Sofern eine PV-Anlage auf dem Westdach möglich ist, könnte man in dem Fall überlegen die TWW-Wärmepumpe nicht zu verschrotten, sondern sie außerhalb der Heizperiode (wo auch der Wirkungsgrad am besten wäre) mit PV-Strom weiter zu betreiben. Der Pelletkessel könnte dann im Sommer ruhen anstatt im extremen Teillast-Betrieb vor sich hin zu kokeln.


    Gruß, Sailor

    Moin Bernigo ,


    erstmal danke für diesen Link. Ich kannte diese Website noch nicht, ist ja hochinteressant.


    Dass die Daten unserer Mikro- und Nano-BHKW's hier aber irgendwie eingehen, kann ich mir kaum vorstellen. Wir melden unsere Erzeugung ja nicht wie bei dieser Seite stundenscharf, sondern nur nachträglich zu jedem Quartalsende. Ich nehme also an, dass hier nur die Daten von größeren Anlagen eingehen, deren Leistungsdaten tatsächlich stundenscharf z.B. von den Netzbetreibern gemessen werden. Bei den PV-Anlagen dürfte das ähnlich laufen, da sind sicher auch nur die größeren Anlagen dabei.


    Immerhin, wenn demnächst mal alle Anlagen ab 7 kW Leistung einen Smart Meter bekommen, könnten deren Daten hier schon mit einfließen. Bei PV-Anlagen betrifft das schon größere EFH-Anlagen, aber bei BHKW's würde bei einer 7 kW-Grenze nicht mal ein Dachs 5.5 erfasst. Hier wird das also auch für etwas größere Anlagen noch eine Weile dauern.


    Gruß, Sailor

    Es sind wohl beides Natrium-Ionen-Batterien.


    Salzwasserbatterie laut Prospekt: Kathode Manganoxid, Anode Kohlenstoff-Titan-Phosphat. Der Elektrolyt ist eine wässrige Lösung von "Alkali-Ionen" (ob nur Na+ oder/und andere Alkali-Ionen steht nicht drin).


    Die CATL-Batterie hat laut dieser Quelle eine Kathode aus NaxFey(Fe(CN)6)z . Die Anode sei aus einem "speziellen Kohlenstoffmaterial". Über den Elektrolyten steht hier nur, dass er Na+-Ionen enthält.


    Für mich sieht das aber eindeutig so aus, als ob CATL die Batterie in Richtung Mobilitäts-Anwendungen entwickelt und nicht für stationäre Speicher. Als besondere Vorteile der CATL-Entwicklung hervorgehoben werden Kältefestigkeit und Schnellladefähigkeit: Eigenschaften, die für E-Autos sehr wichtig sind, während das bei einer Hausbatterie kein Mensch braucht. Noch arbeiten müsse man dagegen an der Energiedichte: Eine weitere Eigenschaft, die für E-Autos sehr wichtig, aber für eine Hausbatterie eher nebensächlich ist.


    Ich will hier keineswegs behaupten, dass die Salzwasserbatterie das beste System am Markt sei oder sich dort auch nur im Vergleich zum Wettbewerb durchsetzen würde. Aber wenn man dem zitierten Artikel glauben kann, sehe ich die CATL-Batterie eher nicht als zukünftigen Wettbewerber im Hausspeicher-Segment.

    Moin coelestin,


    bei der USt-Voranmeldung müssen nur die Umsätze aufgeführt werden, die tatsächlich stattgefunden haben (Istversteuerung). So lang der Netzbetreiber noch keine Einspeisevergütung bzw. Abschläge gezahlt hat, musst Du hier auch nichts angeben. Sofern Du für Deine BZ noch die Pauschale für den KWK-Bonus nach altem Recht bekommen hast (EUR 1.800), ist die in dem Monat, in dem sie gezahlt wird, ein steuerpflichtiger Umsatz. (Die Pauschale müsste auch vom NB einschl. USt gezahlt werden, also 1.800 + 342 EUR.) Ansonsten bleibt das Feld mit den Umsätzen erst mal leer: In dem Monat wo der NB seine Zahlungen aufnimmt, kommt der entsprechende Netto-Betrag – einschl. allfälliger Nachzahlungen – dann als Umsatz in die Voranmeldung.


    Die Wärmeabgabe findet tatsächlich jeden Monat statt und muss daher monatlich als unentgeltliche Wertabgabe gemeldet werden. Die Höhe der unentgeltlichen Wertabgabe bemisst sich nach kWh abgegebener Wärme mal Preis/kWh.


    Die abgegebene Wärmemenge berechnest Du monatlich wie oben von mir beschrieben. Das monatliche Ablesen der verschiedenen Werte ist natürlich lästig. Übertrieben genau muss das für die Voranmeldungen auch nicht sein, nur sollte die Summe der (ggf. Schätz-)Werte nicht gerade um Größenordnungen anders sein als der Wert, den Du dann in der USt-Erklärung schlussendlich – dann auf Basis einer halbwegs genauen Ablesung zum Jahresende – ansetzen musst.


    Was den Preis (also die Bewertung) der Wärme betrifft, so würde ich empfehlen, zumindest für die USt-Voranmeldung den aus den Energiedaten des BMWi entnehmbaren Fernwärmepreis des jeweiligen Vorjahres anzusetzen. Das ist gemäß BMF-Schreiben vom 19.09.14 zulässig. Für das Jahr 2021 beträgt der maßgebliche Wert 7,24 ct/kWh netto. Du multiplizierst also die oben errechnete Wärmemenge in kWh mit 0,0724 €/kWh und erhältst die unentgeltliche Wertabgabe netto in EUR.


    Die Energiedaten findet man hier im unteren Link auf der rechten Seite. Sie werden häufig aktualisiert. Der Fernwärmepreis des jeweiligen Vorjahres (für 2021 also der von 2020) steht in Tabelle 26 Zeile 22, und zwar "praktischerweise" in EUR/GJ (2020: 23,94). Zur Umrechnung in EUR/kWh muss man diesen Wert durch 277,8 teilen und erhält 0,0862. Das ist der Bruttopreis. Für den Nettopreis teilt man diesen Wert noch durch 1,19, dann kommen die o.g. 0,0724 EUR/kWh raus.


    Eine zweite zugelassene Bewertungsmethode wäre der Fernwärmepreis vor Ort. Nur ist das reine Theorie, weil jemand, der Zugang zu Fernwärme hat, in aller Regel (schon allein wegen Problemen mit der Förderung) keine KWK-Anlage betreiben wird.


    Die dritte zugelassene Bewertungsmethode ist die nach Herstellkosten. Hierfür ermittelst Du die jährlichen Netto-Gesamtkosten der Anlage und teilst die so ermittelte Summe durch die insgesamt abgegebene Energie in kWh (Wärme plus Strom). Heraus kommt ein Wert in EUR/kWh. Die unentgeltliche Wertabgabe ist dann die Wärmemenge in kWh (ermittelt wie oben) multipliziert mit den eben errechneten Herstellkosten in EUR/kWh.


    Im Inbetriebnahme-Jahr ist die Bewertung nach Energiedaten i.allg. günstiger, außerdem ist die Herstellkosten-Methode für monatliche Meldungen ziemlich mühsam. In den Folgejahren kannst Du selbst ausrechnen, welche Methode günstiger ist. Nach dem ersten vollen KJ entfallen auch die USt-Voranmeldungen.


    Bei den gezahlten Vorsteuern gilt ebenfalls die Istversteuerung, d.h. Du gibst hier die im jeweiligen Monat tatsächlich gezahlte USt (z.B. aus den monatlichen Abschlägen des Gaslieferanten) an. Wenn Du mangels Rechnung nur den Bruttobetrag B hast, errechnet sich die darin enthaltene USt mit B/1,19*0,19. Der Saldo aus der Jahresabrechnung wird dann in dem Monat verarbeitet, wo er gezahlt bzw. gutgeschrieben wird. Grundsätzlich ist auch der große USt-Betrag aus der Rechnung für Anschaffung und Einbau der Vitovalor in der Voranmeldung für den Monat anzugeben, in dem die Rechnung beglichen wurde – es sei denn Dein Finanzamt macht das anders.


    Gruß, Sailor

    Interessant fand ich in diesem Zusammenhang, dass der Viessmann-KD beim Auswechseln unseres Luftverteilerventils in diesem Frühjahr das Gerät nicht stromlos gemacht hat. Das sei neuerdings so vorgeschrieben, um die Steuerung nicht zu gefährden.


    Was immer da los ist, anscheinend ist das Problem bei Viessmann bekannt. Nur kann man natürlich das Ausschalten ggf. umgehen, aber Stromausfälle (angekündigt oder nicht) gibt es auch bei uns schon mal alle paar Jahre. Bisher ist dabei nichts passiert (dreimal auf Holz geklopft), aber anscheinend kann man da nur beten... :bomb:

    Um die Zelle auch in der Übergangszeit zu nutzen würd ich gerne einen 36 qm Pool in der Übergangszeit mit der Zelle heizen...ob das wohl sinnvoll ist?

    Das hängt davon ab, wie der Pool jetzt beheizt wird. Eine Elektro-Direktheizung ist es ja hoffentlich nicht. Falls es eine Pool-Wärmepumpe gibt, macht das Verlegen einer zusätzlichen Wärmeleitung und eines Wärmetauschers wegen 1,1 kW(th) und ein paar zusätzlichen Laufstunden der PA2 wohl kaum Sinn. Aber wenn der Pool jetzt schon am Heizsystem hängt (d.h. Du musst kein Geld für zusätzliche Infrastruktur ausgeben), kannst Du das zumindest versuchen. Natürlich werden die 1,1 kW(th) für die Poolbeheizung nicht ausreichen, aber mit einer intelligenten Regelungssystematik könnten immerhin ein paar zusätzliche Laufstunden für die PA2 rauskommen.

    Von den technischen Aspekten abgesehen, und bevor wir über Preise sprechen oder ob sich der Eigenverbrauch lohnt, ein paar administrative Gesichtspunkte:


    1) Wird EEG-Umlage auf den Strom-Eigenverbrauch abgeführt? Wenn die WEG (z.B. in der Rechtsform einer GbR) als Betreiber auftritt, ist der an "Dritte" (d.h. die 12 Häuser) abgegebene Strom EEG-umlagepflichtig. Das kann man – so wie ich – ungerecht, kontraproduktiv oder einfach idiotisch finden, aber so ist es vorgeschrieben. Um diesen Betrag (derzeit 6,5 ct/kWh Umlage, einschl. Umsatzsteuer 7,735 ct/kWh) erhöhen sich die Kosten des Eigenverbrauchs.


    2) Außerdem muss für das BHKW eine Steuererklärung gemacht werden. Ich nehme an, das macht die Hausverwaltung bzw. deren Steuerberater. Hier müssen als Einnahmen unter anderem die Erlöse aus Stromverkäufen an die 12 Eigentümer angegeben werden. Die Frage ist, was wurde hier bisher angegeben (ich meine nicht die Zahl als solche, sondern auf welcher Basis wurde das errechnet)? Auf der Ausgabenseite würde hier (neben AfA, Gas-, Reparatur- und Wartungskosten auch die EEG-Umlage zu Buche schlagen.


    Bei der Festsetzung des Verkaufspreises für den Strom hat man innerhalb bestimmter Grenzen die Wahl, ob der Vorteil aus der Nutzung des BHKW-Stroms A) als Gewinn innerhalb der GbR "gezeigt" werden soll (und dabei jeder Eigentümer gleich profitiert), oder ob man ihn B) möglichst direkt den Eigentümern zukommen lassen will (was bedeutet, dass Eigentümer mit höherem Stromverbrauch einen größeren Vorteil haben).


    Bei A) würde man den (Netto-)Verkaufspreis des BHKW-Stroms z.B. einfach an den (Netto-)Arbeitspreis des Bezugsstroms anpassen.

    • Vorteil: Der Strompreis ist für alle gleich, unabhängig davon wie viel BHKW-Strom der Einzelne tatsächlich nutzt (was vermutlich mangels Einzelzählern sowieso nicht gemessen werden kann). Die Gewinne aus dem Betrieb des BHKW werden gleichmäßig unter die 12 Eigentümer verteilt. Außerdem gibt es keine Diskussion mit dem Finanzamt.
    • Nachteil: Gewinne müssen anteilig zu je 1/12 mit dem persönlichen Steuersatz jedes Eigentümers versteuert werden. Je höher der Strompreis, desto höher der steuerliche Gewinn und entsprechend höher die Steuer darauf. Außerdem steigt die auf den Eigenverbrauch zu entrichtende Umsatzsteuer mit dem Preis. Dieses Geld ist einfach weg.

    Die geeignete Methode für B) wäre die Abrechnung nach Herstellkosten. Im ersten Schritt werden alle anfallenden (Netto-)Kosten des BHKW (einschl. AfA, aber ohne EEG-Umlage) zusammengezählt und – am einfachsten – entsprechend den erzeugten kWh auf Strom und Wärme aufgeteilt. Daraus ergibt sich ein (Netto-) Preis in ct/kWh, der für Strom und Wärme gleich ist. Beim Strom müssen dann noch die (aktuell) 6,5 ct/kWh netto für die EEG-Umlage draufgeschlagen werden. Hinzu kommen jeweils 19% Umsatzsteuer.

    • Vorteil: Der so errechnete Strompreis ist trotz EEG-Umlage i.d.R. niedriger als der Arbeitspreis für Bezugsstrom. Das spart für alle Verbraucher schon mal Umsatzsteuer. Für die Abrechnung würde man dann aus BHKW- und Bezugsstrom einen Mischpreis errechnen, der jedem der 12 Verbraucher entsprechend deren Gesamtstromverbrauch in Rechnung gestellt wird. Dadurch sparen alle Stromkosten, aber Häuser mit höherem Gesamtstromverbrauch (z.B. wenn jemand bei sich ein E-Auto lädt) erhalten auch einen höheren Anteil am Vorteil durch den günstigeren BHKW-Strom.
    • Nachteil: Der Gewinn aus dem Betrieb des BHKW ist entsprechend niedriger, d.h. für jeden Betreiber gibt es weniger (oder gar keine) Gewinnausschüttungen. (Im Gegenzug fällt durch den niedrigeren zugewiesenen Gewinn weniger Einkommensteuer an.) Weiterer potentieller Nachteil: Es ist möglich, dass diese Abrechnungsweise Diskussionen mit dem Finanzamt hervorruft. Sollten sich dauerhafte Verluste ergeben, so wird das FA auf Liebhaberei erkennen. Immerhin wäre man dann den Steuerkram los (mit Ausnahme der Umsatzsteuer).

    vielleicht kann mir schon jemand sagen, ob es sich überhaupt lohnen könnte hier weiter zu machen und eine kostenträchtige Beratung zu suchen?

    Um diese Frage zu beantworten, solltet Ihr alle voraussichtlichen Cash-wirksamen Ausgaben und Einnahmen (Erdgas, Wartung & Reparaturen, Einspeisevergütungen, EEG-Umlage, auch ggf. Kosten für Beratung, aber nicht die AfA) für das BHKW zusammenzählen – entweder für ein Jahr, oder - sofern Einmalausgaben dabei sind – für die voraussichtliche Rest-Lebensdauer des BHKW. Das Ergebnis A wird ein negatives Vorzeichen haben, d.h. unterm Strich entstehen Kosten. In der Spalte daneben solltet Ihr die Kosten untereinanderschreiben, die entstehen, wenn Ihr zukünftig die Wärme nur mit der (vermutlich vorhandenen) Gastherme erzeugt und den gesamten Strom zukauft. Das (natürlich ebenfalls negative) Ergebnis – entweder für ein Jahr oder für denselben Zeitraum wie bei A – ist Summe B. Ihr könnt das einmal machen oder jedes Jahr wiederholen. So lang Summe A niedriger ist (so lang d.h. die Kosten mit BHKW unterm Strich niedriger sind als ohne), lohnt es sich weiterzumachen.


    Alle in der Vergangenheit angefallenen Kosten (insbesondere für die Anschaffung des BHKW) sind für die Entscheidung irrelevant, weil dieses Geld so oder so weg ist. Sofern allerdings für das BHKW Fördermittel angefallen sind, die bei einer vorzeitigen Stilllegung des BHKW zurückzuzahlen wären, müsste die entsprechende Summe mit unter B aufgeführt werden.

    Hat jemand eine Idee, was die Störung sein könnte und wie man ihn ggf. wieder neustarten kann?

    Eine Idee was da sein könnte habe ich leider nicht. "Überwachungskette" klingt nach einem Schluckauf in der Regelung, vielleicht kam auch irgendwas Übles aus dem Netz.


    Aber für den Fall, dass die Ursache vorübergehend war: Hast Du mal den ganz einfachen User Reset probiert, d.h. rechts unten die Taste mit der "Hand" drücken und mit OK bestätigen? Schaden kann das nichts – das schlimmste was passieren kann ist, dass die Störung nach einem Neustart-Versuch weiterhin angezeigt wird.

    Das Problem bei "Mieterstrom"-Ansätzen (formalrechtlich ein Betreiber, mehrere Abnehmer) ist halt die EEG-Umlage. Dadurch wird der PV-Strom von vornherein um ca. 8 ct/kWh teurer, von dem Aufwand für die Zähler – wie ihn der Netzbetreiber m.E. korrekt beschreibt – noch ganz abgesehen. Letzteres ließe sich teilweise überkommen, wenn alle Parteien mitmachen und verabreden, dass der ins Hausnetz geleitete Eigenstrom nur einmal gemessen und abgerechnet wird und die Kosten ohne Einzelzähler nach einem festen Schlüssel (z.B. Personenzahl oder Gesamtstromverbrauch) auf die Einheiten verteilt werden. Die Wallbox könnte ihren Strom ja selbst zählen. Aber so etwas bei 27 Parteien hinzukriegen halte ich für ausgeschlossen.


    Die Alternative wäre, dass sich nach dem Vorschlag von stromsparer99 jeder Interessierte quasi eine eigene Anlage aufs Dach setzt. Architektonisch kann man die schon integrieren, z.B. in einer Reihe auf ein gemeinsames Gestell setzen. Gleich groß müssten sie auch nicht sein. Aber dann bräuchte jeder Abnehmer als Betreiber eine separate Stromleitung von "seiner" PV in die eigene Wohnung bzw. zum eigenen Zählerplatz und müsste – wie bei einem EFH – einen eigenen Wechselrichter und einen Zweiwegezähler installieren. Ob das technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, habe ich meine Zweifel. Und die Frage der Wallbox ließe sich so auch nicht lösen.

    HIER kommt man allerdings nur auf 18MWh wenn aus Getreide hergestellt.

    Kann gut sein. Getreide bringt jedenfalls weniger als die Hälfte von Mais oder Zuckerrüben.


    Die Zahlen gehen hier je nach Studie auseinander. Eine Rolle spielt sicher auch, ob man einerseits Gutschriften für die energetische oder sonstige Nutzung von Nebenprodukten (z.B. Stroh) ansetzen kann, und andererseits welche energetischen und sonstigen Kosten für THG-Emissionen aus Düngung und Maschinennutzung sowie anderweitige Umwelteffekte (Pestizideinsatz, Artenschwund etc.) eingerechnet werden.


    Auch bei meiner Rechnung zum Wasserstoff gibt es sicher Studien, die etwas andere Zahlen aufweisen. Aber wie auch immer man das dreht: Wenn es darum geht, landwirtschaftliche Flächen zur Erzeugung speicherfähiger Energieträger einzusetzen, werden PV-/H2-Systeme bezogen auf den Ertrag pro Hektar immer um ein Vielfaches besser abschneiden als der Anbau von Feldfrüchten. (Windkraft ist bezogen auf den Flächeneinsatz noch einmal um das Zehn- bis Hundertfache besser, aber hat halt größere Nachteile beim Landschaftsschutz.)


    Dabei würde ich, als Bürger eines Landes mit erheblichen landwirtschaftlichen Überschüssen, die "Teller vs. Tank"-Frage gar nicht mal so eng sehen. Wir hätten ausreichend landwirtschaftliche Flächen für beides, ohne dass in Deutschland irgendjemand hungern müsste. Und in der "guten alten Zeit", als zwar nicht alles besser aber die Landwirtschaft umweltfreundlicher (und weit weniger ertragreich) war, wurden auch ca. 10-20 % des Bodens zum Anbau von "Kraftstoffen" (nämlich Futter für Pferde und andere Arbeitstiere) eingesetzt. Was mich beim Anbau von "Energiepflanzen" mehr stört sind die – im Vergleich zum Nutzen – aberwitzigen volkswirtschaftlichen Kosten für Subventionen und Umweltauswirkungen, zumal so ein Anbau in der Regel die Produktionsbedingungen einer knallharten industriellen Landwirtschaft erfordert, um überhaupt wirtschaftlich zu sein.


    Wenn jemand aus Hobbygründen 1-2 Hektar Futterweizen (womöglich noch subventionsfrei und biologisch) anbaut und in der eigenen (oder örtlichen Gemeinschafts-) Destille zu Bioethanol verarbeitet, das dann im eigenen BHKW zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet wird, habe ich bestimmt kein Problem damit. Aber die Schaffung hochsubventionierter und umweltfeindlicher Agro-Industriestrukturen zur Gewinnung von Energie aus Pflanzen halte ich für eine verhängnisvolle Fehlentwicklung, die so schnell wie möglich zurückgedreht werden sollte.

    der Strom fällt im Sommer an und muss da auch irgendwohin. Jetzt stellt sich doch die Frage, machen wir daraus Wasserstoff, um ihn für den Wintere aufzubewahre, oder wäre dann Bioethanol doch die einfachere Variante, um im Winter warm zu machen?

    "Einfacher" ist wahrscheinlich Bioethanol, aber wenn sich's machen lässt bin ich für Wasserstoff.


    Mit einem heute schon erreichbaren Elektrolyse-Wirkungsgrad von 70% und weiteren 10% Verlust für Verdichtung und Transport entsteht aus den 4-500 MWh/ha PV-Strom speicherbarer Wasserstoff mit ca. 240-300 MWh. Die könnte man dann im Winter in Brennstoffzellen unter Nutzung der Abwärme rückverstromen: Mit heutiger Technologie ist der elektrische Wirkungsgrad einer reinen H2-BZ ca. 60% und es entstehen ca. 30% nutzbare Abwärme. Nimmt man pessimistisch an, dass der PV-Strom ausschließlich über die H2-Schiene in Brennstoffzellen verwertbar ist, so könnten pro Hektar ca. 144-180 kWh "speicherbarer" Strom sowie 72-90 kWh "speicherbare" Wärme gewonnen werden. Baut man dagegen auf diesem Hektar Zuckerrüben an, so erhält man (ohne Berücksichtigung des Energieaufwandes für Bodenbearbeitung und Ernte) speicherbares Bioethanol mit 45 MWh. In einem EtOH-BHKW können daraus vielleicht 35% Strom (16 MWh) und 55% nutzbare Abwärme (25 MWh) erzeugt werden, d.h. ein Zehntel des Stroms und ein Drittel der Wärme.


    Zugegeben würde insbesondere die Elektrolyse (die kaum mehr als 1000 Vollbetriebsstunden erreichen kann, wenn sie ausschließlich an einer PV-Anlage hängt) sich garantiert nicht rechnen. Vielleicht ändert sich das ja mal durch technischen Fortschritt. Aber wenn man bei Bioethanol entlang der gesamten Wertschöpfungskette sämtliche Subventionen streichen würde, ist das wirtschaftliche Ergebnis vermutlich um keinen Deut besser.


    Ansonsten wäre es – wenn es um die "einfache" Gewinnung speicherbarer Energie aus Landnutzung geht – immer noch besser, auf dem Hektar statt Futterweizen für Ethanol eine Kurzumtriebs-Plantage anzulegen. Laut dieser Quelle kommt dabei pro Hektar im Jahresmittel Brennholz mit ca. 40-65 MWh speicherbare Energie heraus, und zwar auch auf schlechteren Böden und mit weit geringerem Aufwand für Düngung, Bodenbearbeitung, Ernte und anschließende Weiterverarbeitung, dadurch geringeren THG-Emissionen sowie weniger negativen Umwelt-Auswirkungen. Die 40-65 MWh/ha Brennholz kann man im Winter im Pelletkessel verheizen. Und wer will, kann sich einen Ökofen-Kessel mit Stirlingmotor anschaffen, dann bekommt er aus den Pellets neben Wärme auch Strom.


    Um nicht missverstanden zu werden: In Zeiten wie diesen ist erstmal jedes Mittel recht um die THG-Emissionen zu drücken. Aber langfristig sehe ich die Anwendung von Bio-basiertem Ethanol ausschließlich in höherwertigen Einsatzgebieten wie Wein, Bier oder Schnaps. ;)