Beiträge von sailor773

    Moin Gemeinde,


    auf Anregung des Users deuba möchte ich sicherheitshalber (in Ergänzung zum vorher Gesagten) folgendes klarstellen:

    • Die teilweise Erstattung für BHKW's mit "Verbrennungsmotoren"richtet sich (wie schon von Carbon in Beitrag #9 richtig geschrieben) nicht nach § 53a Absatz 1 EnergieStG, sondern nach Absatz 4. Der Absatz 1 gilt demnach für die meisten BHKW's nicht, sondern de facto anscheinend nur für Stirling-Geräte (Brennstoffzellen werden überhaupt nicht nach § 53a entlastet, sondern nach § 47 Abs. 1 Nr.3).
    • Die Erstattungs-Sätze sind für BHKW's nach Abs. 1 in Abs. 2 aufgelistet, die für BHKW's nach Abs. 4 in Abs. 5. Für Erdgas gilt gemäß beiden Absätzen der gleiche Erstattungssatz (€ 4,42/MWh). Für Heizöl und Flüssiggas sind dagegen (warum auch immer) in Abs. 5 niedrigere Erstattungssätze genannt als in Abs. 2.
    • Die Erstattung geht in beiden Fällen mit demselben Formular (1135). Für die Erstattung nach Abs. 1 muss man in Feld 3 das Kreuz im ersten Quadrat setzen, für Abs. 4 im zweiten. Die Errechnung der Erstattungsbeiträge läuft dann für Erstattungen nach Abs. 1 auf Seite 2 des Formulars, für Abs. 4 auf Seite 3.

    Ich nehme aber an, dass – wenn sich hier jemand vertut – der Zoll von Amts wegen den Antrag entsprechend korrigiert bzw. einen abweichenden Bescheid herausgibt. Beim nächsten Mal weiß man's dann. Und bei Erdgas als Brennstoff (was wohl für die meisten von uns zutrifft) ist es im Ergebnis sowieso egal.


    Gruß, Sailor

    Der Verbrauch liegt bei ca 1200l/A für Warmwasser und Heizung

    ...

    Und das bei einem nicht einmal effizienten Kessel (und -ja es ist warm im Haus)

    ...

    Die Pelletheizung ist meines Erachtens nach, die vernünftigste Wahl

    Also bei einem so geringen Verbrauch schon mit einem alten Ölkessel würde ich mir eine Pelletheizung ganz bestimmt nicht antun. Wahrscheinlich liegt der tatsächliche Wärmebedarf unterhalb 10.000 kWh, und womöglich ein Drittel davon ist für Warmwasser. Wenn Du 10.000 EUR plus X übrig hast, solltest Du das m.E. jedenfalls nicht in einen Pelletkessel stecken. Der kleinste den ich auf die Schnelle gefunden habe hat 10 kW Heizleistung, das ist für Deinen Wärmebedarf wohl schon im Winter völlig überdimensioniert. Und im Sommer arbeitet das Ding vier Monate lang nur für das bisschen TWW-Bedarf und kokelt dann mit wahrscheinlich miserablem Nutzungsgrad vor sich hin.


    Wenn Du also Geld übrig hast und was fürs Klima tun willst, würde ich dann eher schon über eine kleine Solarthermie nachdenken, die im Sommer den TWW-Bedarf deckt und so den alten Heizkessel in der Zeit entlastet, wo er mit dem schlechtesten Nutzungsgrad läuft. (Wir konnten seinerzeit mit der ST unseren Ölkessel zwischen Mitte Mai und Mitte September fast durchwegs abgeschaltet lassen.)


    Alternative: Wenn der alte Kessel eines Tages den Geist aufgibt oder Du vom Öl weg aber partout kein Erdgas verwenden willst (bzw. mangels Gasleitung keins verwenden kannst), und wenn Deine Heizkreistemperaturen halbwegs im Rahmen sind, halte ich bei dem geringen Verbrauch eine Wärmepumpe jedenfalls für besser als eine Pelletheizung.

    co2 Fussabdruck Verbesserung nur für Gutbetuchte

    Lassen wir mal die Polemik beiseite und sehen uns die Fakten an.


    Wenn Du jetzt eine Ölheizung ohne Brennwertnutzung hast und angenommen 3000 Liter pro Jahr verbrauchst, emittierst Du ca. 3000*3,17= 9.500 kg CO2 und zahlst (bei 60 ct/l) ca. 1.800 EUR/Jahr. Sofern Dein alter Kessel ein vernünftig dimensionierter Niedertemperaturkessel in (für sein Alter) hervorragendem technischem Zustand ist, so könnte der Nutzungsgrad bei ca. 87% bezogen auf Heizwert (Hi) liegen, d.h. der Wärmebedarf wäre ca. 26.000 kWh. Wahrscheinlich sind es eher 24.000 kWh (entspricht einem Nutzungsgrad von 80%).


    Mit einem erstklassigen Öl-Brennwertkessel hättest Du einen Nutzungsgrad (Hi) von vielleicht 98%. Bei 24.000 kWh tatsächlichem Wärmebedarf würdest Du damit künftig im Jahr 2.450 Liter Heizöl verbrauchen, 7.770 kg CO2 emittieren und 1.470 EUR zahlen.


    Mit einer erstklassigen Gas-Brennwerttherme könntest Du einen Nutzungsgrad von 96% bezogen auf Brennwert erreichen. Du würdest dann ca. 25.000 kWh Erdgas verbrauchen, 25*220= 5.500 kg CO2 emittieren und (bei 5 ct/kWh) 1.250 EUR zahlen.


    Diese Werte gelten für Niedertemperaturheizungen. Bei höheren Rücklauftemperaturen als 30-35°C ist der Brennwertvorteil geringer, wobei er für Ölheizungen schneller fällt als für Gasheizungen.


    Erstes Fazit: Öl-Brennwert spart in dem Beispiel 18% Geld und 18% CO2. Gas-Brennwert spart 30% Geld und 42% CO2, und das auch noch für eine geringere Investition.


    Und jetzt kommen wir zur Pelletheizung.


    Für die besten Pelletheizungen wird der Nutzungsgrad mit 95% angegeben. Für die o.g. 24.000 kWh Wärmebedarf wären also ca. 25.300 kWh in Pellets erforderlich, oder (bei 5 kWh/kg) etwa 5.050 kg Pellets guter Qualität. Wenn man im Sommer "tankt", zahlte man in den letzten Jahren immer so um 240 €/t, was in dem Beispiel ca. 1.210 EUR/a entspricht. Die Einsparung in Geld liegt also in einer ähnlichen Größenordnung wie beim Erdgas.


    Der CO2-Ausstoß einer Pelletheizung liegt bei 0,39 kg CO2 pro kWh. Die Pelletheizung in unserem Beispiel würde also physisch ca. 9.850 kg CO2/a emittieren. "Null" kg CO2 kann man nur dann ansetzen, wenn das für die Pelletherstellung verwendete Holz ansonsten auch verbrannt oder verrottet wäre. Man müsste also sicher stellen, dass die Pellets entweder aus Industrie-Abfällen (Sägespäne o. dgl.) oder aus Abfallholz (Wurzel- und Kronenmaterial, Schwachholz aus der Ausforstung o.dgl.) hergestellt wurden, letzteres mit der Zusatzbedingung, dass es sich um einen nachhaltig bewirtschafteten Wald handeln muss. Wahrscheinlich gibt es entsprechend zertifizierte Pellets auf dem Markt: Ob und wie viel die mehr kosten als die o.g. € 240/t, kann ich nicht sagen. Für Transport und Verarbeitung muss man auch noch Emissionen hinzurechnen.


    Zweites Fazit: Mit einer Pelletheizung hat man im Vergleich zu Erdgas die zwei- bis dreifache Investition, spart aber im Gegenzug keine laufenden Kosten (die Wartungskosten sind bei Pellets mit Sicherheit deutlich höher als bei Gas). Bei der Verwendung zertifizierter Pellets (s.o.) - und nur dann - ist die CO2-Einsparung im Vergleich zu einer alten Ölheizung etwa doppelt so hoch wie bei einer Gasheizung.


    Für die Pelletheizung ist Deiner These "nur was für Gutbetuchte" also - trotz Förderung - zuzustimmen, für die Gastherme dagegen nicht. Weniger Gutbetuchte sollten daher ihre Ölheizung gegen eine moderne Gasheizung tauschen, das bringt für die Umwelt immerhin die Hälfte und für den Betreiber auch noch Geld.


    Und noch ein Letztes: Für die grob geschätzt ca. 10.000 EUR Differenz zwischen der Investition in eine Gastherme bzw. einen Pelletkessel (beides nach Förderung, einschl. Installation und Peripherie - Gasanschluss bzw. Lagerkeller mit Feststoff-Schnecke o.dgl.) bekommt man zu heutigen Preisen eine Photovoltaik-Anlage mit ca. 8 kW(p). Unter halbwegs günstigen Bedingungen produziert die 8.000 kWh Strom im Jahr, was bezogen auf den deutschen Strommix mindestens 3.600 kg CO2 einspart und für den Betreiber auch noch Einsparungen beim Stromzukauf bringt.


    Drittes Fazit: Gutbetuchten würde ich daher empfehlen, ihre alte Ölheizung nicht durch eine Pelletheizung zu ersetzen, sondern das Geld lieber in eine Gastherme plus PV-Anlage zu stecken.


    Natürlich kann man auch über eine Pelletheizung plus PV-Anlage nachdenken, aber dann muss man schon besonders gut betucht sein. Und darf nur zertifizierte Pellets kaufen.

    ja de LVV war nicht leichtgängig, ich habe ihn demontiert, den inneren Kolben poliert und mit Kunststofffett geschmiert.

    Na dann zieh' ich die Mütze gleich noch mal.:hutab:


    Wahrscheinlich ist es so, dass man Blauwasser-Segler sein muss um diese Art von Skills a) zu erwerben und b) sich auch zu trauen sie anzuwenden. Ich selbst segle nur auf dem Chiemsee und auf (vorzugsweise warmen) Binnenmeeren, da ist im Notfall der Kundendienst nicht so weit weg...


    Gesundheit und ein langes Leben Dir und Deinem Stirling-BHKW!

    Moin vaquerias,

    festgestellt dass der Luftverteiler nicht funktionierte. Den habe ich auseinander genommen und mit viel Zeit un testen festgestellt dass der Motor kaputt war.

    ...

    gesucht und gekauft, montiert und...ging nicht. Die Lösung war die Anlage nochmals ausschalten, warten, wieder einschalten un siehe da seit Oktober 2019 läuft alles wie immer.

    Zunächst mal Hut ab, dass Du herausgekriegt hast wo man den Stellmotor für das Luftverteiler-Ventil herbekommt.:thumbup:


    Bei unserem Vitotwin wurde das LVV insgesamt viermal getauscht, anfangs noch vom Viessmann-KD, das letzte Mal vor ca. zwei Jahren nach Viessmann-Anleitung vom Heizungsbauer. Ich war jedesmal dabei, und deshalb möchte ich auf folgendes hinweisen: Wenn der Stellmotor durchbrennt, kann das auch daran liegen, dass das LVV durch (thermische) Verformung schwergängig geworden ist. In dem Fall kann man zwar den Motor auswechseln, aber der neue wird voraussichtlich binnen relativ kurzer Zeit wieder durchbrennen. Herausfinden kann man das, indem man versucht, beim ausgebauten Ventil den inneren Zylinder von Hand zu drehen. Das muss ganz leicht (mit zwei Fingern) und ohne nennenswerte Kratz- oder Schab-Geräusche gehen. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man das Teil komplett auswechseln. Theoretisch ist es vielleicht möglich, das auseinander genommene Ventil durch vorsichtige mechanische Bearbeitung (ist alles aus schwarzem Kunststoff) wieder gängig zu machen, aber das würde ich nur versuchen wenn es für Geld und gute Worte keine Ersatzteile mehr gibt.


    Gruß, Sailor

    für 1 kwh Strom wird ca. 1,9-2,14 kwh Gas verbraucht, das ist schonwieder so ne Schönrechnerei gewesen :)

    Laut technischen Daten verbraucht die Vitovalor Brennstoffzelle pro Betriebsstunde ca. 2,2 kWh Erdgas und erzeugt daraus 0,75 kWh Strom und 1,1 kWh (Ab-)Wärme. Der Wirkungsgrad (bezogen auf den Brennwert, den man ja bezahlen muss) liegt somit insgesamt bei ca. 84%.

    ich habe nochmal nachgesehen und es sind tatsächlich nur ca. 3800 kwh Stromverbrauch/Jahr.

    Ach so. In dem Fall wäre die Wirtschaftlichkeit einer Brennstoffzelle – auch auf Basis eines vernünftigen und nicht überteuerten Angebotes – bestenfalls marginal. Zumal der Stromverbrauch z.B. durch die Anschaffung einer neuen Heizpumpe eher noch zurückgehen dürfte.


    Unter diesen Umständen sollte man von einer Vitovalor wohl eher abraten.

    Moin Matze,


    bei einem Stromverbrauch von 4-5000 kWh macht eine Brennstoffzelle Sinn. Die richtige Ergänzung dafür ist nicht Solarthermie sondern PV, und zwar aus folgendem Grund: Im Sommer läuft die BZ wegen des geringen Wärmebedarfs nur einige Stunden am Tag. Deshalb macht es dann Sinn (sowohl ökologisch als auch ökonomisch), die BZ abends und ggf. nachts laufen zu lassen und den Strom tagsüber aus der PV zu beziehen. Eine ST würde dagegen im Sommer die BZ faktisch stilllegen, d.h. Du müsstest vier Monate im Jahr den gesamten Strom aus dem Netz beziehen. Davon ab ist lt. technischen Unterlagen der Betrieb einer Vitovalor mit einer Solarthermie nicht zugelassen.


    Die von Dir genannten Angebote erscheinen mir durchwegs (mit Ausnahme des Gasanschlusses, der ist günstig) extrem teuer. Woran das liegt weiß ich nicht. Wenn Du Angebote von mehreren Betrieben eingeholt hast und alle so teuer waren, sind vielleicht die baulichen Gegebenheiten in dem alten Gebäude ungünstig – oder lebst Du ganz einfach in einer teuren Gegend? Aber da kann man dann wohl nichts machen.


    Zu Deinen Fragen:

    Hier sagten mir mehrere andere Heizungsbauer, dass Pellet mit Brennwert bei Heizkörpern keinen Sinn macht, da hier eine sehr niedrige Rücklauftemperatur nötig ist, was ist da dran?

    Dran daran ist, dass alle Brennwertheizungen niedrige Rücklauftemperaturen benötigen, damit ein möglichst großer Anteil des Wasserdampfes im Abgas unter Wärmeabgabe kondensieren kann. Für Erdgas sind z.B. maximal 30-35°C sinnvoll, für Pellets wird das nicht viel anders sein - wenn überhaupt dürfte die Temperatur dort niedriger liegen, da das Abgas m.W. einen geringeren Anteil an Wasserdampf aufweist als bei Erdgas. Grundsätzlich lässt sich eine niedrige RLT auch mit Radiatoren erreichen, wenn sie großzügig ausgelegt sind. Gerade bei energetisch sanierten Häusern ist das oft der Fall, weil die Heizkörper ursprünglich für einen erheblich höheren Wärmebedarf gerechnet wurden. Wir haben z.B. im gesamten OG Radiatoren, zum Teil Baujahr 1974, und kommen mit RLT 28-32°C problemlos klar.


    In Deinem Fall wird sich durch die Aufstockungs- und Isoliermaßnahmen sowieso noch mal alles ändern. Du solltest daher im Rahmen dieser Maßnahmen unbedingt einen hydraulischen Abgleich machen lassen (ist für die meisten Förderungen ohnedies Voraussetzung und wird auch selbst gefördert). Möglicherweise lässt sich dadurch auch die RLT senken. Das wäre für alle Brennwertheizungen vorteilhaft. Nur bei der Wärmepumpe ist das anders: Da muss die Vorlauftemperatur möglichst niedrig sein, die RLT ist dagegen egal.

    Von der Brennstoffzelle wäre ich sehr angetan, aber man ließt auch hier öfter, dass diese Heizung nur in sehr gut gedämmten Gebäuden mit FB Heizung usw. passt, stimmt das?

    Nicht unbedingt. Die Brennstoffzelle selbst hat aus technischen Gründen überhaupt keine Brennwertnutzung, da ist die Rücklauftemperatur egal. Wegen der geringen thermischen Leistung – 1,1 kW(th) bei der Vitovalor – muss aber ein großer Teil der benötigten Wärme mit der eingebauten Brennwerttherme erzeugt werden. Und die braucht möglichst niedrige Rücklauftemperaturen (siehe oben). Oberhalb ca. 40°C ist der Brennwerteffekt zur Hälfte weg, oberhalb 55°C nahezu ganz.


    Fazit: Wenn das mein Haus wäre, würde ich unter technischen und wirtschaftlichen Aspekten die Variante "Brennstoffzelle plus PV-Anlage" weiter verfolgen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich in dem Förderdschungel mittlerweile vollständig den Überblick verloren habe. Es wäre daher möglich, dass sich "nach Förderung" eine andere Lösung als günstiger herausstellt.


    Gruß, Sailor

    Jetzt muss man ggf. nur noch einen Fachbetrieb finden, der einem das Ding auch einbaut. Die Viessmänner machen das ja anscheinend nicht mehr, auch wenn man dafür zahlt.


    Ich würde mich das jedenfalls nicht selbst trauen, ist halt doch etwas komplexer als weiland beim Käfer den Auspuff zu wechseln: Auch wenn man vielleicht von Viessmann eine Einbauanleitung bekommt und (wie ich) schon zweimal zugesehen hat, wie der Viessmann-KD einen Stirling gewechselt hat.

    Ich kann hier nur sagen, was ich bekommen habe. Es sollten ca. 10000 Euro sein und die sind es auch geworden.

    Also bekommen solltest Du:

    • 1.800 EUR KWK-Zulage Pauschalzahlung: Hast Du bekommen (einschl. Umsatzsteuer EUR 2.142), wenn auch mit 11 Monaten Verspätung.
    • ca. 5.000 EUR Umsatzsteuer-Erstattung: Hast Du bekommen.
    • 9.300 EUR KfW-Förderung: Bekommen hast Du anscheinend nur EUR 3.515. Ich frage mich deshalb, wo der Rest geblieben ist, also die EUR 5.785, die Dir aus dieser Ecke noch zustehen. Kommen die noch? Oder handelt es sich hier um einen Schreib- oder Rechenfehler? Oder hat dieses Geld womöglich jemand anderes abgegriffen?

    Fördergeld : 3515,00

    Wieso nur € 3515,00? Für die Viessmann Brennstoffzellen muss es € 9.300 geben, wenn auch derzeit verzögert. Oder kommen die € 3515 an Deinem Standort noch hinzu, z.B. aus einer Förderung des Bundeslandes?

    Energieversorger : 2142,00

    Das ist die pauschale KWK-Zulage für 60.000 VBh, € 1.800 plus 19% Umsatzsteuer. Zusätzlich müsstest Du vom Netzbetreiber auch ein paar Euro Einspeisevergütung bekommen.

    Sollte die Wahl auf die BsZ fallen werde ich zwei, drei Jahre unser Lastverhalten und die BsZ beobachten und dann nachrechnen ob eine Erweiterung Sinnvoll ist. Mir scheint aber eher eine Erweiterung mit einem Batteriespreicher lukrativ, soferndie Preise noch etwas fallen.

    Diese Art der Herangehensweise (erst messen, dann entscheiden) ist die richtige. Aber eines kann ich Dir jetzt schon versichern: Angenommen Du hättest eine PT2, dann rechnet sich eine zusätzliche PV-Anlage vielleicht, aber ein Stromspeicher mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Jedenfalls so lange nicht, bis sich entweder die Bezugsstrom-Preise im Vergleich zu heute verdoppeln (sehe ich nicht, schon allein aus sozialen Gründen) oder die Speicherpreise mindestens auf die Hälfte fallen (halte ich für möglich, aber noch nicht in den nächsten zwei bis drei Jahren).


    Die Rechnung ist ganz einfach: Angenommen die Werte in der Tabelle stimmen, so geht es um die Speicherung von maximal ca. 1.100 kWh im Jahr, das wäre der gesamte Bezugsstrom. Einsparen kannst Du den Bezugspreis (angenommen 30 ct/kWh) minus die entgangenen Einspeise-Erlöse (angenommen 5 ct/kWh). Ohne Berücksichtigung von Speicherverlusten (die sind auch ca. 10-20%) würde das Einsparpotential bei ca. 275 EUR/Jahr liegen. Ein Speicher dürfte also maximal 5.500 EUR brutto kosten, damit Du Dein Geld in 20 Jahren wieder hereinholen kannst.


    Wenn Du diese 5.500 EUR stattdessen netto für eine PV-Anlage ausgibst, kriegst Du dafür heutzutage eine Anlage mit 4,5 kW(p). Die würde in NRW auf einem halbwegs geeigneten Dach 4000 kWh im Jahr produzieren. Davon kannst Du allein in den vier Sommermonaten (wo auch eine PT2 nur ein paar Stunden am Tag läuft, und das dann am besten abends) wahrscheinlich 600 kWh in den Eigenverbrauch stecken (spart 180 EUR) und den Rest für knapp 10 ct/kWh einspeisen (bringt weitere 340 EUR).


    Also lass' den Stromspeicher weg und schaff' Dir für das so gesparte Geld eine PV-Anlage an - wenn Du ein geeignetes Dach hast. Wenn nicht, lass' ihn auch weg und fahr' dafür mit Deiner Familie in Urlaub, da hast Du mehr davon.

    Moin JF,


    Ich stelle hier mal eine mit Deinen Daten ergänzte Tabelle mit einer Wirtschaftlichkeitsabschätzung für eine PT2 ein. Danach könnte sich die Netto-Investition zu konstanten Preisen binnen weniger als 15 Jahren amortisieren, wobei der Heizölpreis (meine Annahme: 60 ct/l) der größte Hebel ist. Du kannst ja mal die Daten in den gelben Feldern aus deiner Sicht korrigieren und sehen was rauskommt. Aber ich glaube, dass sich eine PT2 bei Dir lohnen könnte – zumal bei einem eher gleichmäßigen Stromverbrauchsprofil womöglich eine etwas höhere Eigenverbrauchsquote herauskommt. Das ist bei der Wirtschaftlichkeits-Abschätzung ein "Upside Potential".


    Das Angebot kommt mir OK vor, insbesondere wenn da auch der elektrische Anschluss mit drin ist.


    Eine Wärmepumpe würde ich ggf. nur empfehlen, wenn sich ein BHKW nicht rechnet: Insbesondere weil bei Bestandsgebäuden meistens nur eine Luft-Wärmepumpe technisch möglich ist. Immerhin hast Du mit einer Heizkreistemperatur von 40°C für eine WP gute Voraussetzungen. Sofern Dein alter Ölkessel noch gut in Schuss ist (auch bezüglich gesetzlicher Vorschriften) oder sehr günstig ersetzt werden kann, könntest Du überlegen, die WP kleiner auszulegen (z.B. auf die Hälfte der Heizlast) und sie bivalent-parallel zu betreiben. Der Ölkessel würde in dem Fall an kalten Tagen die Spitzenlast übernehmen, müsste aber womöglich nur 15% der jährlichen Gesamtwärmeerzeugung abdecken. Der schlechte Wirkungsgrad eines alten Kessels spielt unter diesen Umständen keine bedeutende Rolle mehr, und auch der Jahreswirkungsgrad der WP würde auf diese Weise besser. Ob so etwas allerdings mit den Förderbedingungen kompatibel wäre, habe ich keine Ahnung


    Bei einer WP könntest Du jedenfalls erwägen, zusätzlich eine PV-Anlage und/oder eine Solarthermie-Anlage aufs Dach zu legen. Mit einer PT2 ist eine ST-Anlage dagegen nicht kompatibel. Eine PV-Anlage in Kombination mit einer Brennstoffzelle verliert etwas an Wirtschaftlichkeit, mit einer WP dagegen gewinnt sie (jeweils wegen des geringeren bzw. höheren Eigenverbrauchs-Anteils).

    MwSt Erstattung? Das habe ich noch nicht ganz verstanden.

    Das läuft genau so wie bei PV-Anlagen. Du musst sowieso die Aufnahme Deines "Gewerbes" mit einigen Details auf einem Fragebogen beim Finanzamt anmelden. Hier kreuzt Du unter anderem an "ich verzichte auf die Kleinunternehmer-Regelung". Das hat folgende Auswirkungen:

    • Alle Umsätze Deines Betriebes werden umsatzsteuerpflichtig, d.h. Du musst auf diese Umsätze USt erheben. Beim Strom ist das einfach: Hier erhältst Du auf den gesamten von Deinem Gerät produzierten Strom (=fiktive Volleinspeisung, betrifft auch den "physisch" im Haus verbrauchten Strom) vom Netzbetreiber 19% Umsatzsteuer zusätzlich zur Einspeisevergütung (sowie meines Wissens auch einmalig auf die Pauschale von EUR 1.800) ausbezahlt. Weiterhin musst Du selbst auf den (Netto-)Wert der im Haus verbrauchten Wärme 19% USt rechnen ("unentgeltliche Wertabgabe").
    • Im Gegenzug kannst Du die Umsatzsteuer aus allen Rechnungen anderer Unternehmer (d.h. bei der Installation im Wesentlichen Heizungsbauer und Elektriker einschl. der Zahlung für den Vollwartungsvertrag, während des Betriebes i.W. aus den Gasrechnungen sowie zusätzlich zum VoWa anfallende Wartungs- und Reparaturkosten z.B. für die eingebaute Gastherme) als Vorsteuer geltend machen. Die Differenz bekommst Du erstattet (v.a. im Inbetriebnahmejahr) bzw. musst Du an das Finanzamt abführen (in den Folgejahren).
    • Hierfür musst Du im Inbetriebnahmejahr und im darauffolgenden Kalenderjahr monatliche USt-Voranmeldungen abgeben und ggf. entsprechende Zahlungen an das FA leisten. Das ist eine lästige Pflicht, aber gerade zu Anfang gar nicht schlecht, weil dadurch die Erstattung der Vorsteuer (genauer: der Differenz zwischen eingenommener und gezahlter USt im Monat der Zahlung) sehr zügig vonstatten geht. Ansonsten wird hier vor allem die Umsatzsteuer auf Abschlagszahlungen (Netzbetreiber: Betriebseinnahmen; Gasanbieter: Betriebsausgaben) monatlich abgerechnet.
    • Zusätzlich musst Du für jedes Kalenderjahr (beginnend mit dem Inbetriebnahmejahr) eine USt-Erklärung beim FA einreichen. Hier werden alle Umsätze, Betriebsausgaben und USt-Zahlungen eines KJ nochmals zusammengezählt und der Saldo ausgeglichen. Saldi aus kalenderjährlichen Abrechnungen von Netzbetreiber (Einnahmen) und Gasanbieter (Ausgaben) gehören dabei i.d.R. zum Folgejahr (Istversteuerung).
    • Wenn Du möchtest, kannst Du ab dem sechsten vollen Kalenderjahr nach der Inbetriebnahme zur Kleinunternehmerregelung zurückkehren. D.h. ab dann fällt auf Deine Umsätze einschl. Wärme keine USt mehr an, aber umgekehrt kannst Du auch keine Vorsteuer z.B. aus Gas- oder Handwerkerrechnungen mehr geltend machen. Jährliche USt-Erklärungen musst Du auch dann weiter erstellen, nur werden die dann sehr kurz.

    Absetzen der Montagekosten? Ich habe gelesen dass das Absetzen nicht in Kombination mit einer Förderung möglich ist.

    So kenne ich das auch. Allerdings gilt (seit 2015) die Regel, dass bei BHKW's steuerlich nur der auf die Stromerzeugung entfallende Anteil auf das "Gewerbe" verrechnet wird (Näheres siehe Unterforum "Finanzamt"). Die Wärmeabgabe ist dagegen bei der Einkommensteuer reine Privatsache: Der darauf anteilig entfallende Aufwand (sowohl bei der Investition als auch bei den laufenden Ausgaben) ist einkommensteuerrechtlich irrelevant. Im Gegenzug gibt es aus der Wärmeabgabe keine steuerlichen Einkünfte. Bei der PT2 betrifft das den Löwenanteil der Ausgaben und Einnahmen, weil auch die Wärmeerzeugung aus der Zusatztherme anzusetzen ist. In Deinem Fall würde daher der Stromanteil an der gesamten Energie-Abgabe des Gerätes – legt man die Schätzwerte der Tabelle zugrunde – bei 15,5% liegen.


    Die Pauschalzahlung von 1.800 EUR (netto) gehört hierbei ohne jeden Zweifel vollständig zu den Einnahmen aus der Stromerzeugung. Was ich hingegen nicht weiß ist, ob die KfW-Förderung (EUR 9.300) vollständig der Stromerzeugung zugerechnet wird, oder ob sie nach Strom- und Wärmeanteil aufzuteilen ist.


    Im erstgenannten Fall könnten nach meiner Schätzung im Inbetriebnahmejahr – trotz der Sofortabschreibung des anteiligen Investitionsaufwandes – zu versteuernde Einkünfte aus dem "Gewerbebetrieb Stromerzeugung" von ca. EUR 7.000 anfallen, d.h. (bei einem hohen Einkommen) bis zu ca. 3.070 EUR Steuern. Im Gegenzug könntest Du m.E. auf 84,5% der Netto-Investition den Steuerabzug nach § 35c EStG geltend machen, da auf diesen Anteil ja keine Förderung entfällt. Das wäre dann eine Steuerersparnis von ca. (32.000/1,19*0,845*0,2=) 4.544 EUR. Unterm Strich blieben Dir somit ca. EUR 1.500 Steuerersparnis.


    Im zweiten Fall hättest Du im Inbetriebnahmejahr einen Verlust von ca. EUR -860, was ca. 380 EUR Steuern spart. Wegen der (anteiligen) Förderung auch auf den Wärme-Anteil wäre dann aber ein Abzug nach § 35c EStG nicht möglich.


    Ich würde Dir jedenfalls dringend empfehlen, das mit einem fachkundigen Steuerberater zu besprechen - auch weil ich nicht weiß wie bei § 35c EStG für Nicht-Kleinunternehmer die Umsatzsteuer zu berücksichtigen ist. Bei meiner Tabelle habe ich Effekte bei der Einkommensteuer deshalb nicht eingerechnet.


    Gruß, Sailor

    Moin Lindoro,

    Wie sieht eigentlich der Stromverbrauch eines "normalen" Haushaltes im Tagesverlauf aus ? Ich gehe einmal davon aus, dass man tagsüber mehr verbraucht als nachts (Waschmaschine, Trockner, Backofen, Herd, PC, teilweise Licht) und nachts deutlich weniger ? Gibt es da eine Faustformel oder eine Art "Lastprofil" ?

    Ich habe vor einigen Jahren mal Lastprofile für unser Zweifamilienhaus erstellt (über – außer nachts – stündliches Ablesen der Zählerwerte, gemittelt über mehrere Tage). Gepostet habe ich das hier (#16). Die roten Balken stehen für den Stundenverbrauch, die gelben Linien für die Stromproduktion aus PV und BHKW kombiniert mit dem Betriebsprofil der jeweiligen Jahreszeit. Im Sommer läuft unser BHKW nicht wegen der ST-Anlage; wer keine ST hat, könnte am Abend z.B. 19:00h-22:00h jeweils das BHKW für die TWW-Erwärmung laufen lassen.


    Das ist natürlich nicht repräsentativ, gibt aber einen ersten Eindruck wie so etwas in einem normalen Haushalt (bzw. bei uns im Mittel zweier Haushalte) aussieht. Die Verbrauchszahlen beziehen sich auf einen Gesamt-Jahresverbrauch von ca. 7000 kWh. Zu den eingesetzten Anlagen siehe meine Signatur.

    Weiterhin gehe ich bei einer PV-Anlage davon aus, dass man in den vier Sommermonaten ca. 16 Stunden lang Strom bekommt, in den vier Übergangsmonaten ca. 10 Stunden lang und im Winter nur ca. 8 Stunden, dazu im Winter deutlich geringere Leistung ?

    Stimmt, wobei v.a. in der ersten und letzten Stunde die PV-Leistung relativ gering ist. Die tägliche und jahreszeitliche Schwankung bei der PV-Leistung sieht man in den Diagrammen recht gut, wobei das so für Südbayern gilt. Du kannst aber für Deinen Standort und Deine geplante PV-Anlage auf dieser Seite recht genaue Schätzwerte ermitteln.

    Eigentlich macht dann der Dachs im Sommer keinen Sinn, und in den Übergangsmonaten nur noch im Halbtags-Betrieb ?

    So würde ich das im Grundsatz auch sehen, außer Du setzt den Dachs im Sommer (statt ST oder WP) zur Schwimmbadbeheizung und/oder TWW-Erwärmung ein.


    Gruß, Sailor

    17 X 0,30 Cent = 5,10 Euro, und 30 Cent ist schon niedrig gegriffen.

    Also das finde ich nicht. 30 ct/kWh ist doch mehr oder weniger das, was man für Zukaufstrom bezahlen muss. Sie ersetzen Dir also die komplette Stromproduktion der BZ (mehr als 17 kWh/Tag sind wegen der Regenerationszeit nicht möglich) zum Marktpreis für Zukaufstrom, und die anteiligen Erdgaskosten für die Stromproduktion sparst Du auch noch. Für mich klingt das fair. Es sieht allerdings so aus, als ob die im Vertrag erwähnte 20% Kürzung auf der Zahl der Tage angewendet wird, d.h. statt 33 Tagen gibt es die Erstattung für (33*80%=) 26,4 Tage, aufgerundet 27 Tage. Kann aber natürlich auch Zufall sein: Bei Loule waren es 104 Tage statt 140 laut Beitrag #6, das wären also nur 74% gewesen.


    Das mit dem Support ist was anderes. So wie Du das beschreibst ist das eine schwache Performance, das müssten die eigentlich besser hinkriegen.

    Hatte hier auch schon mal erwähnt, dass ich eine Entschädigung für entgangenen Stromgewinn erhalten habe.

    Hab' ich nicht mitgekriegt, ist aber sehr interessant. Wie viel Entschädigung für wie viele Tage der Nichtfunktion hast Du denn seinerzeit bekommen? Und wer war der Absender auf dem "Scheck"? Viessmann?