Beiträge von sailor773

    das gesparte Geld in eine Photovoltaik zu investieren

    PV kann an sich nichts schaden, auch nicht in Kombination mit einer PT2 oder PA2. Aber im vorliegenden Fall dürfte das Probleme mit dem Denkmalschutz geben – ganz abgesehen von der Frage, ob das Dach als solches nach Ausrichtung, Neigung und Verschattung überhaupt geeignet wäre.

    Ich denke, ich fange jetzt tatsächlich mal mit Sailors Tip an und lasse den HA machen.

    Gute Idee. Du solltest aber – bevor Du dafür einen verbindlichen Auftrag erteilst – dafür den Förderantrag stellen.


    Hast Du für Dein Projekt eigentlich einen Energieberater eingeschaltet? Ich habe jetzt die KfW-Förderbedingungen nicht im Kopf und weiß nicht, ob mittlerweile für die BZ-Förderung neben dem HA auch eine Energieberatung Voraussetzung ist. Aber unabhängig davon könnte das, gerade im Fall eines denkmalgeschützten Hauses, auch so Sinn machen. Vielleicht hat ja ein guter Energieberater auch noch eine Idee, was man gegen die hohen Vorlauftemperaturen machen kann.

    Moin Harry,


    also Kernkraftwerke gibt's ab 2023 für deutlich weniger als 50.000 EUR... ;)


    Aber im Ernst. Ich hab's nicht nachgerechnet: Sind die EUR 49.900 Gesamtsumme brutto oder netto? 49.900 netto (d.h. brutto EUR 59.400) wären in jedem Fall indiskutabel. Da bräuchten wir dann nicht weiter drüber zu reden, außer dass Du Dir einen anderen Partner suchen solltest.


    49.900 EUR brutto würde hingegen einen Nettopreis von EUR 41.930 bedeuten. Das ist immer noch vergleichsweise viel. Jetzt sollte man aber (auch um einen besseren Vergleich zu haben) ein paar Posten herausrechnen, die eigentlich nichts mit der Brennstoffzelle zu tun haben. Aus meiner Sicht sind das die folgenden:


    St Protect Paket medium 907

    - Schlammabscheider mit Magnet, Rp 11/4

    - Luftabscheider, Rp 11/4

    - Vitoset Füllstation medium,


    Kaminsanierung 2340


    23 STK Heimeier Thermostat-Ventilunterteil 690


    23 STK Heimeier Thermostatkopf K weiss 391


    Austausch der Thermostatventile 1332

    24.00 Std Obermonteur


    Zusammen gibt das EUR 5.660 Kosten für Dinge und Arbeiten, die in Deinem Haus wohl nötig sind, aber die bei anderen oft nicht anfallen, weil z.B. Schlamm- und Luftabscheider sowie voreinstellbare Thermostatventile oft bereits vorhanden sind und nicht jeder Kamin vor Einbau des Viessmann-Abgassystems auch noch aufwändig saniert werden muss. Vermutlich würden diese Kosten bei jeder anderweitigen Heizungssanierung in Deinem Haus auch anfallen (bis auf die Kaminsanierung, die z.B. beim Einbau einer elektrischen WP entfallen könnte). Zieht man diese Posten ab (ich nehme an, die sind alle netto), so ergibt sich für das eigentliche Heizsystem ein vergleichbarer Nettopreis von ca. EUR 36.270 vor Förderung. Das wäre aus meiner Sicht im üblichen Rahmen.


    Zweitens halte ich die Aussage zu den Vorteilen eines separaten Einbaus der Geräte für nicht unbedingt stichhaltig. Kein Mensch wird z.B. in 10-15 Jahren freiwillig eine funktionierende Brennstoffzelle verschrotten, nur weil es mittlerweile am Markt eine bessere gibt. Und nach 20 Jahren muss die BZ sowieso ausgetauscht werden. Also wäre höchstens die Frage was man bei einer PT2 macht, wenn die eingebaute Gastherme schon vor dem Ende der technischen Lebensdauer der BZ den Geist aufgibt. Das ist natürlich denkbar, aber im Hinblick auf dieses Risiko würde ich nicht jetzt schon vierstellige Beträge zusätzlich ausgeben. Die separate TWW-Einheit mag im Betrieb Vorteile bieten. Aber ob die einen vierstelligen Aufpreis wert sind, wage ich auch zu bezweifeln.


    Die Frage wäre also hier, was es kosten würde, an Stelle der Posten Vitocrossal (EUR 3.967), PA2 (EUR 15.237) und Vitotrans (EUR 2.944) – zusammen EUR 22.148 plus zusätzliche Kosten für den separaten hydraulischen Anschluss dreier Geräte statt eines – einfach eine PT2 zu installieren und fertig. Wenn die Differenz (=Einsparung) mehr als EUR 1.000 netto beträgt, würde ich die Kompaktlösung mit der PT2 nehmen.


    Drittens verstehe ich nicht, wieso der elektrische Anschluss 3.850 EUR kosten soll. Bei unserem BHKW sind seinerzeit für den elektrischen Anschluss (einschl. zusätzlichem Zählerplatz und Verlegen sämtlicher Temperaturfühler) 7 Meister- und 10 Monteurstunden angefallen, plus EUR 280 für den zusätzlichen Zählerplatz. Komplizierter kann der Anschluss einer PA2 doch eigentlich auch nicht sein.


    Die 60 Meisterstunden für die Montage gehen dagegen aus meiner Sicht in Ordnung, und auch den angesetzten Stundenpreis halte ich für fair.


    Gruß, Sailor

    Wie ich mitbekommen habe, hat Vissmann jetzt EW übernommen.

    "Übernommen" hat Viessmann EW mit absoluter Sicherheit nicht. Was ich für möglich halte ist, dass Viessmann für seinerzeit über EW verkaufte Viessmann-Geräte den Kundendienst übernimmt (was eigentlich selbstverständlich ist) und vielleicht auch in die mit EW abgeschlossenen Wartungsverträge für Viessmann-Geräte eintritt (was sie formalrechtlich wohl nicht müssten, aber aus Gründen des Ansehens vielleicht machen). Für EW-Geräte anderer Hersteller gilt das aber natürlich nicht.


    Kundendienst für eine Brötje-Therme kriegt man unabhängig davon sicher bei Brötje – muss man dann halt bezahlen. Bei einem Elcore-Gerät sehe ich ehrlich gesagt schwarz, außer es findet sich irgendwo ein fachkundiger Schrauber, der sich da noch auskennt.


    Was das Einschalten eines Rechtsanwaltes hier bewirken können sollte, ist mir nicht klar. Für EW gibt es lt. Internet eine Nachfolgefirma (Link siehe weiter oben in diesem Thread, den Namen habe ich jetzt vergessen aber es war jedenfalls nicht Viessmann), die zwar einen Teil des Personals (einschl. Geschäftsleitung :/ ) aber keine rechtlichen Verpflichtungen von EW übernimmt und in deren Verträge nur eintritt, wenn das aus Sicht der neuen Firma lukrativ erscheint. Ob die Wartung Deines Elcore-Gerätes dazu gehört, lässt sich durch eine Anfrage klären. Aber wenn diese Firma das ablehnt, sehe ich keine Möglichkeit, sie dazu zu zwingen.

    Alte Förderung hieße, Du bekämst wie früher 9.400 EUR Förderung von der KfW und 1.800 EUR Pauschale vom NB. Nach der neuen Förderung sind es (wenn ich mich nicht irre) 11.200 EUR von der KfW. Bei anderen BZ gibt es da wohl Unterschiede, aber bei der PT 2 wäre das gehupft wie gehüppelt. Aber muss man das so verstehen, dass wer vor 31.01.21 beantragt hat aber bis 31.07.21 mit der Anlage nicht in Betrieb gehen konnte, insgesamt nur EUR 9.400 bekommt? Das wäre angesichts des Corona-bedingten Handwerkermangels eine ziemliche Schweinerei.

    Es geht mir mehr darum, ob ich noch diese Einspeisepauschale beantragen kann

    Nein, die gibt es seit der Anpassung der KfW-Förderung (Anfang 2021) für Brennstoffzellen nicht mehr.

    Energiesteuer

    Die Erstattung der Energiesteuer beantragt man jeweils für das abgelaufene Kalenderjahr, also frühestens im Januar (und spätestens im Dezember) des Folgejahres. Dafür müssen Gasrechnungen vorgelegt werden, die das gesamte Vorjahr abdecken. Wer also beispielsweise einen Vertrag hat, bei dem die Jahresabrechnung für 7/2020 bis 6/2021 im Juli 2021 kommt, kann die Erstattung für 2020 auch erst dann beantragen. Soweit ich weiß, geschieht das bei Brennstoffzellen auf dem Formular 1103, für die Erstattung der 2020 gezahlten Energiesteuer also auf dem Formular 1103-2020. Bei Brennstoffzellen beantragt man "Erstattung nach § 47 Abs. 1 Nr. 3 EnergieStG" (außer es hat sich seit letztem Jahr schon wieder was geändert... :/). Die Formulare findet man hier.

    von daher möchte ich hier lieber nochmal fragen, was ich evtl. noch für Fomalitäten erledigen muss, um alle Förderungs- oder sonstigen Themen abgedeckt zu haben ...

    Au, das ist aber eine ziemlich offene Fragestellung...


    Ich würde Dir, aber insbesondere auch Deinem Elektroinstallateur empfehlen, Dich auf der Viessmann-Website kundig zu machen. Ich kann nur hoffen, dass es für einige Dinge noch nicht zu spät ist, beispielsweise die KfW-Förderung muss ja bewilligt werden, bevor man den Auftrag erteilt. Aber wie dem auch sei: Die Viessmänner stellen unter dem o.g. Link etliche Merk- und Formblätter für die Inbetriebnahme einer Vitovalor zur Verfügung. Vielleicht hilft Dir das weiter.

    Keine Firma legt sich bei einem Modellwechsel Ersatzteile für die nächsten zehn Jahre auf Halde. Aber ein Modellwechsel bedeutet nicht automatisch, dass man vom Hersteller für das alte Modell keine Ersatzteile mehr bekommt. Sonst müssten beispielsweise sämtliche Autos nach spätestens acht Jahren verschrottet werden.


    So lang (signifikanter) Bedarf besteht, wird Panasonic jedenfalls die Stacks für frühere Modelle auch weiter produzieren. Vergesst nicht, dass es in Japan 300.000 dieser Brennstoffzellen gibt, da brauchen die Leute auch Ersatzteile. Natürlich löst sich das Problem nach einer gewissen Zeit von selbst, weil die Lebensdauer der Geräte auf 20 Jahre begrenzt ist. Weniger als 4-5 Jahre vor dem Ende wird wohl kaum noch jemand einen neuen Stack einbauen.

    war wohl die Temperatur im unteren Teil des Speichers zu hoch eingestellt und die BSZ hat so wohl immer da reingearbeitet und des wegen keinen Strom produziert, weil sie mit Warmwasser machen beschäftigt war 🤔. Macht das irgendwie Sinn?

    So wie Du das beschreibst verstehe ich es nicht, wobei ich allerdings die Regelungs-Logik der PT2 nicht kenne.


    Normalerweise sollte immer vorrangig die Brennstoffzelle den Wärmespeicher füllen. Die Therme sollte nur anspringen, wenn die Brennstoffzelle es allein nicht schafft. Um das zu erreichen, müssen sowohl die Einschalt- als auch die Ausschalttemperaturen der Therme ein Stück unter denen der Brennstoffzelle liegen. Ist dieser Abstand zu gering, wird es immer wieder vorkommen, dass die Therme den Speicher zu hoch lädt und die BZ dann ausgeht, weil sie glaubt es sei kein Wärmebedarf vorhanden. Dieser Effekt verkürzt die Laufzeit der Brennstoffzelle und verringert dadurch die Stromerzeugung. Meiner Meinung nach ist so ein Effekt bei Dir für die niedrige Laufzeit der BZ verantwortlich.


    Aber welche der einstellbaren Temperaturschwellen bei einer PT2 genau für diesen Effekt verantwortlich sein können, kann ich Dir nicht sagen – vielleicht hat Loule hier eine Idee? Am Warmwasser liegt es aber glaube ich eher nicht: Das wurde ausweislich der Diagramme auf den Fotos fast nur von der Therme erzeugt (ca. 330 kWh/Monat). Das mag an Euren Verbrauchsgewohnheiten liegen: Vor allem wenn viel WW stoßweise in kurzer Zeit verbraucht wird, muss die Therme anspringen und den (bei der PT2 sehr kleinen) WW-Bereich wieder füllen, sonst friert eine(r) unter der Dusche. Insoweit kann man da nichts machen. Aber zumindest im November und Dezember 2020 war jedenfalls auch ohne WW genug Wärmebedarf da, um die BZ 682 -705 Stunden laufen zu lassen. Sie hätte dann pro Monat ca. 150 bzw. 155 m3 Erdgas verbraucht (anstatt 80 bzw. 97 m3) und 510 bzw. 530 kWh Strom und 750 bzw. 775 kWh Wärme erzeugt. Im Gegenzug hätte der Erdgasverbrauch der Therme nur ca. 40 bzw. 165 m3 betragen dürfen anstatt 111 bzw. 223 m3. Und im Oktober 2020 hätte die Therme eigentlich außer für WW praktisch gar nicht laufen dürfen.


    Jetzt im Sommer wird man nicht herauskriegen, ob die Änderung der Einstellung was gebracht hat: Wenn überhaupt, sollte sie sich auf das Verhalten der BZ im Heizbetrieb auswirken, und den haben wir derzeit nicht. Ich rate Dir aber, ab 30. September den Parameter "Dauer Stromerzeugung" sowie die Gasverbräuche von Therme und Brennstoffzelle mindestens an jedem Monatsende aufzuschreiben und daraus abzulesen, ob sich die Laufzeiten der BZ erhöht haben. Wenn nicht, muss m.E. der Techniker nochmal ran und dann vielleicht noch andere Einstellwerte ändern.

    die Differenz zu 23.343 kWh sind dann meine 34.000 kWh. Hab ich hier einen Denk- bzw Rechenfehler?

    Ja, das könnte man so ausdrücken. :wacko:


    Noch mal ganz langsam zum Mitmeißeln:


    Der Zählerstand am 15.07.2021 war laut Foto 5.763 m3.

    Am 08.07.2020 war der Zählerstand laut Gasrechnung 4.223 m3.

    Zwischen 08.07.2020 und 15.07.2021 ist demnach die Differenz der Zählerstände, also (5.763-4.223=) 1.540 m3 über den Zähler gelaufen.


    Die Gasrechnung verzeichnet auch – wie sich das gehört – den Brennwert und die Zustandszahl. Ersterer schwankt leicht, beträgt aber im Durchschnitt ca. 11,28 kWh/m3. Die Zustandszahl hängt von der Höhe des Gasanschlusses ab und ist deswegen mit 0,9112 konstant. Der tatsächliche Brennwert des von Dir verbrauchten Erdgases betrug deswegen im Abrechnungsjahr 2019/20 ca. (11,28*0,9112=) 10,28 kWh/m3. Man kann davon ausgehen, dass dieser Wert im laufenden Abrechnungsjahr annähernd derselbe war. Demnach hast Du zwischen 08.07.2020 und 15.07.2021 – wie von Loule bereits ausgerechnet – ca. (1.540*10,28=) 15.831 kWh Erdgas verbraucht. Alles klar?


    Damit wäre die Frage des "zu hohen" Erdgasverbrauchs also geklärt. Wie viel von den 15.831 kWh die Brennstoffzelle verbraucht hat wissen wir nicht, aber wenn wir für das abgelaufene Jahr die durchschnittliche Jahreslaufzeit von 3.330 h/a annehmen, wären es ca. 7.330 kWh gewesen. Dabei wären dann ca. 2.500 kWh Strom und 3.660 kWh Wärme erzeugt worden. Der Wärmeverbrauch des Hauses lag somit in der Periode 2020/21 bei grob geschätzt 12.000 kWh bzw. ca. 67 kWh/m2. Das wäre für einen Neubau von 2018 noch knapp in Ordnung.

    Laut Viessmann Techniker war irgendeine Temperatur im Speicher zu hoch eingestellt?! Aber er meinte wieder, dass dies keine weltbewegende Veränderung bringen würde.

    Wann war denn der Techniker da, und hat er dann die Temperatur auf einen niedrigeren Wert eingestellt? Was er unter "weltbewegend" versteht, weiß natürlich niemand. Aber sofern die fragliche Temperatur jetzt richtig eingestellt ist, würde es pro Jahr um mindestens 2.000 zusätzliche Laufstunden der Brennstoffzelle gehen, mit immerhin 1.500 kWh/a zusätzlicher Stromerzeugung. Die Welt als solche bewegt das eher nicht, wohl aber die Wirtschaftlichkeit der Brennstoffzelle.

    Moin Erdenkind

    vielleicht dem einen oder anderen Heizungsbauer motiviert das seinen Kunden anzubieten,

    DAS wäre eigentlich das, was ich mir wünschen würde. Das nachzumachen, was Ihr da geleistet habt, schafft wohl einer nicht, dessen handwerkliches Niveau sich (wie z.B. bei mir) eher am Auswechseln defekter Wasserhähne oder Türschließen orientiert.


    Betrachtet man das Ganze aus einer wirtschaftlichen Perspektive, so habt Ihr an zwei Tagen zu zweit je 5 Stunden gearbeitet, bis der Stirling wieder lief. Ein Heizungsbauer-Betrieb würde dafür 2*2*5= 20 Arbeitsstunden in Rechnung stellen, also vielleicht 1.600 EUR. Die Materialkosten waren ca. 500 EUR. Einschließlich Umsatzsteuer müsste Otto Normalverbraucher demnach ca. EUR 2.400 für eine solche Reparatur aufwenden. Um einem Stirling ein zweites Leben einzuhauchen, kann man das schon machen: Günstiger als einen neuen Stirlingmotor zu kaufen (oder gar das ganze Gerät zu verschrotten und stattdessen eine Vitovalor einzubauen) ist das allemal, und dann müsste man ja auch noch einen Fachmann finden (und bezahlen), der einem so einen neuen Stirling einbaut.


    Wenn ich das richtig verstanden habe, waren bei Euch die "Ceramic Collars" defekt und mussten ausgewechselt werden. Ansonsten hätte es genügt, den Ringbrenner selbst und die Wärmetauscher-Zacken am Stirlingkopf zu reinigen (Drahtbürste+Staubsauger?) und anschließend den Ringbrenner wieder aufzusetzen, richtig? Aus der Beschreibung kann man glaube ich ableiten, dass dann sowohl Arbeitsstunden als auch Materialkosten weniger als die Hälfte gewesen wären. Leider gibt es kein Foto davon, wie die Collars nach dem Abbau des Ringbrenners aussahen: Waren da nur Risse drin oder sind sie beim Öffnen völlig zerbröselt?


    Die Frage ist hier, ob der Defekt an den Collars bei Euch Zufall war, oder ob die Collars nach einigen zehntausend Betriebsstunden "routinemäßig" kaputtgehen. Das von Dir beobachtete Lauterwerden des Stirling scheint mir mit dem Defekt an den Collars zusammenzuhängen. Nachdem es sich bei den Collars nicht um bewegte Teile handelt, kann ich mir nur vorstellen, dass sie durch die Schwingungen des Stirling beschädigt wurden. Haben die Verschmutzungen am Stirlingkopf über eine ungleichmäßige Wärmeverteilung verstärkte Schwingungen ausgelöst und dadurch die Collars zerstört? In dem Fall würde es sich lohnen, die Reinigung rechtzeitig und präventiv durchzuführen, bevor größere Schäden auftreten. Es könnte aber auch sein, dass die Collars einfach durch Materialermüdung kaputt gegangen sind, und dass die beobachteten Störungen (und auch die Lautstärke) womöglich in erster Linie durch die defekten Collars verursacht wurden.

    Die große schwäche des Gerätes ist, das man eigentlich den Ringbrenner vom Stirling regelmäßig reinigen müsste. Das würde aber die Kalkulation für die Wartung sprengen, weshalb der Vertrieb wahrscheinlich eingestellt wurde. Wir werden das jetzt jedes Jahr selber machen. Die 3 oder 4 Stunden kann man einmal im Jahr investieren.

    Meiner Meinung nach muss man das gar nicht jedes Jahr machen: Wahrscheinlich würde es genügen, es alle vier oder fünf Jahre zu machen, oder vielleicht auch einfach dann, wenn die Leistung des Stirling anfängt merklich nachzulassen. Bei Euch ist der Stirling ja anscheinend von 2015 bis 2020 einwandfrei gelaufen, bis (wegen Staubablagerungen oder wegen der defekten Collars) die Störungen losgingen.


    Aber wenn Ihr tatsächlich in einem Jahr den Ringbrenner wieder abbaut, wäre es super, wenn Ihr noch mal Fotos einstellen könntet. Dann kann man das mit dem jetzt dokumentierten Zustand nach fünf Jahren vergleichen.


    Ansonsten noch mal meine Hochachtung für Eure Leistung und Danke für die super Dokumentation! :hutab:


    Sailor

    Loule , Danke für den Hinweis zu den Bildern und auch für Deine Zahlen. Die individuellen Abweichungen beim Gasverbrauch sind beachtlich, aber über 12 Monate liegen bei Dir die errechneten Werte aus dem Menü insgesamt um nicht mehr als ca. 11% zu hoch. Damit sollte es immerhin möglich sein, der Frage des überhöhten Gasverbrauchs bei Feli90 in der Saison 2020/2021 auf die Spur zu kommen und auch noch mal das Thema der zu geringen BZ-Laufzeiten zu beleuchten.


    Nimmt man die (vermutlich auch hier etwas zu hohen) Zahlen aus den Bildern, so hätte die BZ von Feli90 im Dezember 2020 97,3 m3 Erdgas verbraucht, entspricht schätzungsweise 973 kWh oder mit 2,2 kWh/h Gasverbrauch einer Stromerzeugungszeit von ca. 440 Stunden (von 705 möglichen). Im November waren es ca. 80 m3/800 kWh bzw. 360 Arbeitsstunden, im Oktober ca. 50 m3/500 kWh mit 230 Arbeitsstunden. Der Zusatzbrenner hat im Dezember ca. 2.230 kWh verbraucht, im November ca. 1.115 kWh und im Oktober auch schon ca. 500 kWh. Ausreichender Wärmebedarf für eine wesentlich längere Laufzeit der BZ wäre in diesen drei Monaten also da gewesen. Aus irgendeinem Grund schaltet sich aber hier offensichtlich die Therme ständig zu früh ein (oder zu spät aus) und füllt so unnötig den Wärmespeicher, was zu einer vorzeitigen Abschaltung (oder zu seltenen Einschaltung) und jedenfalls zu geringen Laufzeiten der BZ führt. M.E. ist da irgendwas falsch eingestellt.


    Was man hier auch zumindest grob abschätzen kann ist, dass die Therme im Juli bis September je ca. 30 m3 verbraucht hat, die Brennstoffzelle je ca. 20 m3. Zählt man diese und die o.g. Werte zusammen, so kommt man für Juli bis Dezember 2020 auf einen Gasverbrauch von ca. 760 m3. Unter der Annahme, dass auch hier die Anzeige eher etwas zu hoch ist, wären das vielleicht 7.000 kWh gewesen. Die Werte für 2021 kennen wir nicht: Wenn ich aber unsere Werte im Vergleich hochrechne, müssten es von Januar bis Juni 2021 ungefähr die Hälfte mehr gewesen sein, also vielleicht 11.000 kWh. Das gäbe zusammen einen Gasverbrauch in der Heizperiode 2020/21, der jedenfalls deutlich unter 20.000 kWh liegt. Das passt schon eher zu einem Neubau von 2018, wäre aber nur gut die Hälfte von dem, was angeblich in dieser Periode verbraucht wurde.


    Ich würde jetzt zur Sicherheit noch mal im Menü die Monatswerte für Januar bis Juni 2021 aufrufen und vergleichen. Vielleicht kommt ja hier noch was anderes raus. Aber nach den bislang vorliegenden Zahlen ist die Gasabrechnung für Juli 2020-Juli 2021 vermutlich bei weitem (d.h. mindestens um 70%) zu hoch.

    Wie würde sich ein Ablesefehler nachvollziehen lassen? Ist das überhaupt möglich?

    Du könntest als erstes einfach mal den heutigen Stand des Gaszählers ablesen und mit dem Zählerstand vergleichen, der auf der Abrechnung vermerkt ist. Wenn Du für die Abrechnung zu viel abgelesen hast (oder wenn ein Übertragungsfehler vorliegt), dann müsste ja der aktuelle Zählerstand unter dem von der Abrechnung liegen.


    Wenn das zu keinem Ergebnis führt ist die nächste Frage, ob der Zähler womöglich zu viel zählt. Hierzu müsstest Du Dich zu einem Zeitpunkt, wo die Brennstoffzelle allein läuft, mit der Uhr an den Gaszähler stellen und messen, wie viel Gasverbrauch gezählt wird. Wenn nur die BZ läuft, ist der Gasverbrauch ziemlich genau 2,2 kWh pro Stunde, also je nach Zustandszahl (siehe Abrechnung) 0,2 bis 0,22 m3 pro Stunde. Wenn Dein Gaszähler wie unserer Hundertstel Kubikmeter misst, müsste eine Viertelstunde Messzeit genügen: In 15 min dürfen im reinen BZ-Betrieb nicht mehr als 0,055 m3 über den Zähler fließen. Bei deutlich höheren Werten wäre der Zähler defekt.


    Mit den Anzeigewerten auf den Bildern kann ich nicht viel anfangen. Eine Frage ist, was war mit dem Gasverbrauch vor Mai 2020? Wenn die Anzeige zu dem Zeitpunkt (teilweise) zurückgesetzt wurde, sind die o.g. Berechnungen möglicherweise unbrauchbar, weil sich die Anzeigewerte ggf. auf unterschiedliche Zeiträume beziehen. Die zweite Frage ist, wieso wird beispielsweise für Dezember 2020 der Gasverbrauch einmal mit 223 m3 beziffert, das andere Mal mit 97,3 m3? Und was war im Jahr 2021?


    Jedenfalls müsste die Brennstoffzelle allermindestens von November bis März, normalerweise aber während der gesamten Heizperiode durchlaufen, weil in dieser Zeit der Wärmebedarf praktisch immer oberhalb der von der BZ gelieferten thermischen 1,1 kW (entspricht 26,4 kWh Wärme pro Tag) liegt. Wegen der Regenerierungszeiten würde sie dann z.B. im Dezember und Januar je (31*24*45,5/48=) ca. 705 Stunden laufen und in dieser Zeit (705*2,2=) 1.550 kWh Erdgas pro Monat verbrauchen. Je nach Zustandszahl wären das ca. 155 m3 Erdgas, vielleicht auch (in niedrigen Lagen) bis zu 10% weniger. In Monaten mit 30 Tagen müssten es ca. 150 m3 sein und im Februar je nach (Schalt)Jahr 140 oder 145 m3. In der Anzeige sieht es aber so aus, als ob die BZ in allen Monaten mit Ausnahme des Dezembers weit weniger Erdgas verbraucht hätte. Das würde zu der insgesamt zu niedrigen Jahreslaufzeit passen, ist aber jedenfalls nicht in Ordnung.


    Leider ist jetzt die falsche Jahreszeit um die Laufzeit der BZ zu überprüfen. Aber sobald im September oder Oktober die Heizung im Haus wieder dauerhaft läuft, solltest Du die Stromerzeugung der BZ am besten täglich prüfen. Wenn dann die BZ-Laufzeit nicht auf deutlich oberhalb zwanzig Stunden pro Tag ansteigt (entspricht ca. 15 kWh Stromerzeugung pro Tag) stimmt da irgendwas nicht – jedenfalls nicht in einem Haus mit über 20.000 kWh Gesamt-Gasverbrauch.

    Also ich gebe offen zu, dass ich mich in dem Zahlensalat nur noch eingeschränkt auskenne.


    Was wir nunmehr immerhin wissen ist, dass die Brennstoffzelle als solche – so lang sie läuft, dazu weiter unten – einwandfrei arbeitet. Seit IBN wurden lt. Anzeigen in 8.739 Laufstunden 6.616 kWh Strom erzeugt, das sind 0,757 kWh/h. Besser geht's nicht.


    Dass die BZ im Sommer zeitweise still steht ist zunächst mal völlig normal, weil der Wärmebedarf dann gering ist. Vergleicht man den Betriebsstundenzähler mit der seit IBN vergangenen Zeit, so zeigt sich dass die BZ seit Inbetriebnahme nahezu ununterbrochen betriebsbereit gewesen sein muss. Das ist grundsätzlich natürlich gut.


    Vergleicht man jetzt aber die Anzeige "Dauer Stromerzeugung" mit diesen Betriebsstunden, so zeigt sich, dass die BZ seit IBN lediglich in (8.739/23.032=) 38% der möglichen Stunden tatsächlich Strom erzeugt hat. Das ist für einen wirtschaftlichen Betrieb viel zu wenig und passt auch nicht zu dem vermuteten Wärmebedarf des Hauses: Selbst wenn der tatsächlich nur (178*60=) 10.700 kWh betragen würde, müsste die BZ damit immer noch auf Laufzeiten zwischen 5000 und 6000 Stunden im Jahr kommen können, d.h. sie müsste während 60-70% der Jahresstunden Strom erzeugen anstatt nur 38%. Mindestens im Winterhalbjahr müsste sie (von der Regenerationszeit abgesehen) 24 Stunden am Tag durchlaufen, das wären allein schon 4.200 Stunden. Warum sie das offenbar nicht macht, weiß ich nicht: Ein noch weitaus niedrigerer Wärmebedarf des Hauses (KfW 55 oder besser) könnte das erklären, aber das ist ja hier offensichtlich nicht der Fall. Wahrscheinlicher ist, dass ein Fehler vorliegt: Sei es beim hydraulischen Anschluss, bei der Platzierung oder Funktion der Temperaturfühler oder bei den Einstellungen – vielleicht spinnt auch einfach der Energiemanager.


    Dass der völlig aberwitzige Erdgasverbrauch in der letzten Heizperiode was damit zu tun hat, glaube ich eher nicht. Ich halte das immer noch für einen Ablesefehler.


    Jedenfalls kann die Brennstoffzelle bei aktuell (nur) ca. 3.330 Laufstunden im Jahr kaum mehr als 7.300 kWh Erdgas verbrauchen. Der darüber hinaus abgelesene Verbrauch muss irgendwo anders herkommen, oder er stimmt einfach nicht.

    Ich mache mich mal auf die Suche an der BSZ nach dem Gaszähler.

    Meiner Meinung nach müsste der Gasverbrauch der BZ über die Informationsmenüs abfragbar sein, siehe auch die Bedienungsanleitung. (Aber wenn Du nicht weißt wo man das abliest, wie hast Du denn dann für 2018, 2019 und 2020 die Energiesteuer-Erstattung beantragt? Einfach "Dauer Stromerzeugung" mal 2,2 bzw. Stromerzeugung in kWh mal 2,9 genommen?)


    Mit etwas Glück müssten in dem Informationsmenü auch die Betriebsstunden des Zusatzbrenners zu finden sein. Weil der moduliert, kann man den Gasverbrauch daraus nur extrem ungenau abschätzen, aber ob der Betrieb der Therme für einen Gasverbrauch von 26.000 kWh (34.000 minus den 7-8.000 kWh, welche die BZ in dieser Zeit maximal verbraucht haben kann) verantwortlich sein kann, lässt sich daraus vielleicht ersehen.

    falls noch irgendwelche Angaben fehlen bitte einfach Bescheid geben.

    Folgende Werte wären nützlich, und zwar alle ab Inbetriebnahme der Brennstoffzelle (also 08/2020?) bis heute – das wäre dann in etwa eine Heizperiode (ich gehe davon aus, dass die 34.000 kWh Gasverbrauch sich auch auf diese Periode beziehen, sonst bitte Korrektur):

    • Stromerzeugung Brennstoffzelle
    • Stromzukauf
    • Stromeinspeisung
    • Gasverbrauch Brennstoffzelle (dafür muss es am Gerät einen eigenen Gaszähler geben, den braucht man auch für die Energiesteuer-Erstattung); die Differenz zu den 34.000 kWh wäre dann das, was der Zusatzbrenner verbraucht hat.

    Und dann noch die Angabe, wie Du den Betrag von € 19 ausgerechnet hast.


    Jedenfalls: Bei einer Inbetriebnahme im August 2020 kann die Brennstoffzelle bis heute (Mitte Juli 21) unmöglich mehr als 8.000 Stunden gelaufen sein (wahrscheinlicher sind ca. 6-7.000 Stunden). Da die BZ pro Laufstunde 2,2 kWh Erdgas verbraucht, können auf keinen Fall mehr als 17.600 kWh Erdgas (wahrscheinlich eher 13-15.000 kWh) in der Brennstoffzelle verbraucht worden sein. Wo die andere Hälfte vom Erdgas geblieben sein kann (zumal bei einem Neubau, der von Rechts wegen im Jahr nicht mehr als ca. 12.000 kWh Wärme verbrauchen dürfte) weiß ich auch nicht. Denkbare Ursachen wären z.B. ein defekter Gaszähler oder ein Ablesefehler.