Beiträge von sailor773

    Da passt (denke ich) der Ansatz von sailor773 mit dem Betriebsstundenzähler nicht. Wie ich das aktuell sehe, hat das nichts mit Betriebszeit zu tun, sondern das ist eine reine Strommenge, also eine Angabe in kWh.

    Da habe ich mich in der Tat etwas verkorkst ausgedrückt, sorry. Im Gesetzentwurf steht "Vollbetriebsstunden", aber gehen tut es dabei - wie Du richtig sagst - um eine Strommenge in kWh. Genauer: Gefördert wird pro Kalenderjahr maximal die Strommenge, die das Gerät bei Nennleistung (lt. technischen Daten bzw. Unterlagen beim Netzbetreiber) in 3.500 Betriebsstunden erzeugt. Diese Strommenge kann man am geeichten Erzeugungszähler ablesen. Wenn das Gerät moduliert (oder die tatsächliche Leistung nachlässt), dauert es physisch etwas länger als 3500 Stunden bis die Grenze erreicht ist.

    Wenn ich da richtig liege, dann bedeutet das bei einem Eigenverbrauch von 50% eine Jahreslaufzeit von 7000h.

    Mit dem Eigenverbrauch hat die Regelung - so wie ich das verstanden habe - nichts zu tun. Der KWK-Zuschlag beträgt unverändert 4 ct/kWh für selbst verbrauchten Strom und 8 ct/kWh für eingespeisten Strom. Angenommen ein BHKW hat 1 kW Nennleistung und der geeichte Erzeugungszähler steht zum Jahresbeginn auf 10.000 kWh, dann endet die Förderung für dieses Kalenderjahr in dem Moment, wo der Erzeugungszähler den Stand 13.500 kWh erreicht. Wurden im Extremfall bis zu diesem Zeitpunkt 100% des Stroms selbst verbraucht, so erhält der Betreiber für dieses Kalenderjahr (3.500*0,04=) 140 EUR KWK-Zulage. Bei 60% Eigenverbrauch bis zu diesem Zeitpunkt würde er stattdessen (3.500*0,6*0,04 + 3.500*0,4*0,08=) 196 EUR KWK-Zulage erhalten.


    Damit der NB das ausrechnen kann, muss ihm zum fraglichen Zeitpunkt neben dem Stand des Erzeugungszählers (in dem Beispiel definitionsgemäß 13.500) auch der Stand des Einspeisezählers gemeldet werden. Da aber die Zählerstände sowieso jedes Quartal übermittelt werden müssen, werden die NB stattdessen vielleicht einfach für das Quartal, in dem die "3500-Grenze" überschritten wird, den Zählerstand des Einspeisezählers maschinell interpolieren.

    Bei 22 Grad kann ich nicht schlafen.. müsste ich die ganze Energie zum Fenster raus lüften.. um auf die Schlaftemperatur von 19-20 Grad zu kommen :D

    Geht mir auch so. Aber lässt sich denn die FBH im Schlafzimmer bei Dir nicht grundsätzlich auf eine niedrigere Temperatur einstellen? Ich habe meine z.B. Tag und Nacht auf 17-18°C eingestellt. Zum Betten machen und Staubsaugen tagsüber braucht man doch auch keine höhere Temperatur.

    Ich habe überlegt ich kann die Ventile ja alle über die Hausautomation zwischen 23-5 Uhr zudrehen.. Aber die BSZ liefe trotzdem weiter?

    Probier' das doch mal. Nur würde ich bei der trägen FBH zumindest werktags eher um 21:00h zumachen und je nach Zeitpunkt des Aufstehens um 04:00h wieder auf. (Von Freitag abend bis Sonntag kannst Du ja spätere Zeiten einstellen.) "Zudrehen" heißt ja bei Thermostaten nicht ganz zu, sondern auf eine niedrigere Raumtemperatur (z.B. 18°C) einstellen. Dann machen sie erstmal ganz zu und dann im Laufe der Nacht wieder etwas auf.


    Wenn die Ventile zu sind und nicht genug Wärme abgenommen wird, lädt die BZ erstmal den Wärmespeicher. Erst wenn der auf Nenntemperatur ist, geht sie aus. Aber bei lediglich gut einem kW thermischer Leistung der BZ sollte das von Oktober bis April eigentlich nie vorkommen, auch nicht nachts bei reduziertem Wärmebedarf. Wenn natürlich die Einstellungen so sind, dass stattdessen die Gastherme den Speicher lädt (und deshalb die BZ praktisch sofort aus geht, sobald der Wärmebedarf geringer wird) stimmt was nicht. Aber wie Du das in den Griff kriegst, können ggf. die Vitovalor-Betreiber hier im Forum besser beantworten.

    Unklar ist mir, wie das denn berechnet wird.


    Ein Kunde hat ein 20-kW-BHKW und bekommt dann ja für 70.000 kWh KWK-Zuschlag. Nur welchen?

    Also nicht dass ich diese Schnapsidee von einer Regelung irgendwie verteidigen will, aber das mit der Abrechnung ist schon hinzukriegen.


    Wenn man am 31.12. um Mitternacht die Zähler abliest (was ja jetzt auch schon geschieht), schreibt man zusätzlich den Stand des Betriebsstundenzählers auf. Und wenn dann irgendwann im Spätherbst (sagen wir am 17.11.) 3.500 Betriebsstunden mehr auf der Uhr sind, oder – noch besser – wenn der Erzeugungszähler in Deinem Beispiel 70.000 kWh mehr anzeigt als am Jahresanfang – macht man eine Zwischenablesung aller Zähler und teilt die Ergebnisse dem Netzbetreiber mit. Die Jahresabrechnung ist dann in dem Beispiel für 1.1. bis 17.11. mit Zuschlag und für 18.11. bis 31.12. ohne Zuschlag. Ich nehme an, dass man das jetzt schon genau so in dem Jahr machen muss, wo die 60.000 VBh-Grenze für die Förderung endet.

    Ist der Abrechnungszeitraum fix von 01.01. - 31.12 oder kann man den verschieben?

    Kann man nicht. Der neue § 8 Abs. 4 KWKG sagt ausdrücklich "Kalenderjahr".

    Bei fixem Zeitraum würden die 3500h ja bedeuten, dass man irgendwann im Nov / Dez sagen muss, ich muss das Ding abregeln, weil ich für 3-4 ct keinen Strom einspeisen kann, da kostet schon das zusätzliche Gas dafür mehr.

    Gescheiter wäre es, das Gerät schon von vornherein, d.h. ab Januar in den Stunden (wahrscheinlich v.a. nachts) nicht laufen zu lassen, wo der Eigenverbrauch besonders niedrig ist. Oder sich eine PV-Anlage anzuschaffen und das Gerät tagsüber so lange abzuregeln wie die PV-Anlage den Eigenbedarf decken kann.

    Moin @Muesli,

    Was mich derzeit sehr beschäftigt, wie lange sollte die BSZ eigtl am Tag laufen ?

    einfache Antwort: So lang wie bei gegebenem Wärmebedarf irgend möglich ist - je nach Lage der Regenerationszeit wären das im Winterhalbjahr 20-24 Stunden am Tag.

    Ich war erst der Meinung ich stelle die Fussbodenheizung erst Mittags an, damit sie bis Nachmittag/Abend

    wenn die Familie zu Hause ist, wärme abgibt.. Morgends kühlt das Haus ab, aber hat immer noch um die 19-20 Grad..

    Ergibt sich dadurch erhöhter Heizbedarf weil der Estrich zu sehr abkühlt ?!

    Meiner Meinung nach ist in einem relativ gut gedämmten Haus - insbesondere mit einer Fußbodenheizung - eine Nachtabsenkung nahezu vollständig nutzlos. Ob sich der Heizwärmebedarf durch die von Dir beschriebene Fahrweise sogar erhöht bin ich nicht sicher (möglich wäre es), aber dass Du durch Reduziertzeiten nennenswert Erdgas sparst, halte ich jedenfalls für ausgeschlossen - und nur das wäre ja der Sinn einer Absenkung. Wenn das auch noch dazu führt, dass sich die Brennstoffzelle mangels Wärmebedarf nachts abschaltet, wird es kompletter Unsinn: Das in der BZ zunächst gesparte Erdgas verfeuerst Du dann beim Wiederaufheizen in der Brennwerttherme.

    - Ist es Sinnvoll am Gas zu sparen durch reduzierten Betrieb dadurch aber ggf mehr Stromkosten zu haben, sollte die BSZ 100% bis auf ihre Ruhezeiten durchlaufen??

    Wie gesagt, Reduziertbetrieb führt in Deinem Fall kaum zu Erdgas-Einsparung und verlagert zusätzlich den Gasverbrauch weg von der Brennstoffzelle in die Gastherme, was ökologisch wie ökonomisch vollkommen zweckfrei ist.


    Und ja, die BZ sollte nach Möglichkeit 100% durchlaufen. Wenn die Ruhezeit vier Stunden alle zwei Tage beträgt (ich meine das mal gelesen zu haben, das Datenblatt schweigt sich hier leider aus), sollte die BZ im Winter im Mittel auf 22 Bh/Tag kommen, d.h. sie müsste z.B. im Dezember/Januar gut 500 kWh im Monat erzeugen.

    - Ist es kontraproduktiv Morgens Warmwasser bereit zu stellen die Überschüssige Energie aber nicht für die FBH zu verwenden oder fließt die Energie dabei sowie ins Stromnetz..

    Sorry, die Frage habe ich nicht verstanden.

    Wie viele Brennerstarts wären gut/optimal... Hier habe ich aus dem Trend Export etwas mit 24.000 gefunden,

    ist das nicht bedeutend zu viel.. für die 18 Monate die die Anlage jetzt läuft ???

    24000 Starts der Gastherme in 18 Monaten kommt mir auch viel vor. Auf wie viele Betriebsstunden verteilt sich das denn? Unsere Zusatztherme läuft z.B. im Schnitt 15 Minuten pro Start. Aber 30-40 Starts pro Tag muss eine Gastherme m.E. schon abkönnen.


    Jedenfalls: An Deiner Stelle würde ich die Reduziertzeit beim Heizbetrieb abschaffen (die beim WW ist OK) und dann mal beobachten wie das System darauf reagiert. Meine Erwartung wäre: 5-10% höhere Stromerzeugung, weniger Brennerstarts, keine Änderung beim Gasverbrauch und gratis höherer Komfort für die Familie am Morgen.


    Gruß, Sailor

    Ich neige dazu, Hans_Dampf zuzustimmen, trotzdem noch drei Fragen:


    1) Wie hoch ist der gesamte Stromverbrauch, also einschließlich Eigenverbrauch aus der PV-Anlage?

    2) Wie hoch ist die EEG-Einspeisevergütung für den PV-Strom?

    3) Wenn schon BHKW, warum steht nur ein Dachs 2.9 mit 7 kW(th) zur Debatte und nicht ein kleineres BHKW wie das NeoTower 2.0 mit max. 5,2 kW(th)?

    Getrennt vom Netz mit Speicher.

    ...

    Netz ist dann nur noch Backup.

    Mal unabhängig davon ob sich das rechnet oder ob es volkswirtschaftlich oder auch nur für die Umwelt sinnvoll wäre, wenn jeder sein eigenes Kraftwerk mit Speicher hätte:


    Wenn Du das Netz als Backup nutzen möchtest, ist die Anlage nicht getrennt vom Netz. Auch nicht, wenn Du einen Schalter hast, der die Anlage vom Netz trennen kann. "Bürokratiefrei" sind nur echte Insel-Anlagen, die keinerlei Verbindung zum Netz haben.

    Ob es als Gewerbe "angemeldet" werden muss hängt von den Vorschriften der jeweiligen Länder und Kommunen ab. Für die üblichen Haushalts-Anlagen ist eine solche Anmeldung (bei der Stadt bzw. Gemeinde) in aller Regel nicht erforderlich.


    Aber mit dem Steuerrecht hat das nichts zu tun. Erzeugung und Verkauf von Strom - egal ob aus PV oder BHKW - ist steuerrechtlich immer eine gewerbliche Tätigkeit und in der ESt-Erklärung über die Anlagen "G" und "EÜR" abzuarbeiten. Daher liegt auch grundsätzlich immer Gewerbesteuerpflicht vor. Dass bei Haushalts-Anlagen wegen des Freibetrags tatsächlich keine GewSt anfällt ist egal, aber das Finanzamt fordert trotzdem jedes Jahr eine GewSt-Erklärung (das wäre übrigens auch eine Stelle wo sinnlose Bürokratie abgebaut werden könnte).

    Mich würde interessieren ob die Änderungen nur für Neuanlagen oder auch für Bestandsanlagen gelten...

    Also bisher waren alle Änderungen solcher Art im KWKG immer nur für Neuanlagen. Aber um da 100% sicher zu sein müsste man im neuen KWKG die Übergangsvorschriften (bisher § 35) lesen. Den Gesetzentwurf kenne ich nicht, und natürlich kann sich bis zur endgültigen Verabschiedung auch noch was ändern.

    Hallo x-Bommel,


    auch von mir Glückwunsch und toi, toi, toi!


    Ist der 800l Speicher der, auf den auch der Vitotwin gearbeitet hat? In dem Fall würde mich interessieren, wie genau Du den hydraulisch und regelungstechnisch an die Vitovalor angebunden hast. Unter dem Stichwort "Weiche" kann ich mir nicht allzu viel vorstellen.


    Gruß, Sailor

    Eure Meinung?

    • Begrenzung der Förderung auf 3.500 VBh/Jahr: In jedem Fall richtet sich diese Regelung besonders gegen die Betreiber von Brennstoffzellen. Interessieren würde mich schon, ob es sich hier um reine Schikane handelt oder ob es für diese Regelung eine sachliche Begründung gibt. Die Betriebsweise wärmegeführter BHKW's wird sich dadurch jedenfalls nicht ändern, und bei einer BlueGen schon gar nicht.
    • Bei modernisierten Anlagen soll der Zuschlag für eingespeisten Strom entfallen, wenn der Betreiber für den Eigenverbrauch keine EEG-Umlage entrichten muss !? Also entweder hat die Formulierung einen Fehler oder demjenigen, der sich das ausgedacht hat, haben sie was in den Kaffee getan|:-(. Was will man damit erreichen? Umgekehrt hätt' ich's ja noch kapiert, d.h. wenn bei EEG-Befreiung oder -Reduzierung der Zuschlag für eigenverbrauchten Strom entfallen würde. Aber wenn die Regelung tatsächlich so kommt wie es hier steht, wird es für die Betroffenen künftig günstiger, Überschuss-Strom wieder wie früher im Heizstab zu verbrennen statt einzuspeisen. Das ist doch im Sinne der Energiewende völlig kontraproduktiv.;-_
    • Neue Boni über 1 MW: Das mit dem "Bonus für elektrische Wärmeerzeuger" habe ich nicht kapiert. Den Rest kann man m.E. so machen, aber da sind andere in diesem Forum sicher fachkundiger.
    • Neuregelung Kumulierungsverbot: Scheint OK zu sein.
    • Neuregelung bei negativen Stundenkontrakten: Der nunmehr vollständige Entfall der Förderung für die fraglichen Stunden ist hart, aber m.E. konsequent, wenn man glaubt auf diese Weise BHKW-Betreiber "motivieren" zu können, ihre BHKW's stärker netzkonform zu betreiben. Das gilt natürlich nur für BHKW's, wo ein solcher Nachfrage-gesteuerter Betrieb in der Praxis auch möglich ist. Die Befreiung für BHKW's bis 50 kW ist hier endlich mal ein richtiger Schritt:thumbup:, denn bei denen ist eine solche Steuerung jedenfalls nur in Ausnahmefällen möglich. Ob da eine Erhöhung auf 100 kW das Kraut fett macht, kann ich nicht beurteilen.
    • Neuregelung bei Wärme-und Kältenetzen: Scheint OK zu sein, aber da sind andere in diesem Forum sicher fachkundiger.

    Mein Thema Nr. 1 bis 1333 ist: ENTBÜROKRATISIERUNG!

    Also wenn's darum geht hätte ich auch noch ein paar Vorschläge. Die Grenzen in kW(el) sind als Beispiel zu lesen.

    • Befreiung von Anlagen bis 30 kW(el) von der Regelung nach § 7 Abs. 7 KWKG (kein Zuschlag für Stunden mit negativen Strompreisen) und den damit zusammenhängenden Meldepflichten gem. § 15 Abs. 4 KWKG
    • Befreiung von Anlagen bis 30 kW(el) von den Meldepflichten des § 15 Abs. 3 KWKG auch gegenüber dem Netzbetreiber (selbstverständlich mit Ausnahme der quartärlich zu meldenden Zählerstände)
    • ... und vielleicht auch: Betreiber eines BHKW bis 2 kW(el) in Privathaushalten sollten bei der Einkommensteuer auf "Liebhaberei" optieren können mit der Folge, dass alle Erträge und Kosten des BHKW einkommensteuerlich unbeachtlich sind und insoweit keine Angaben in der ESt-Erklärung gemacht werden müssen. (Wahrscheinlich müsste als Zusatzbedingung hinzukommen, dass diese Betreiber bei der USt die KUR wählen. Im Gegenzug könnten sie von der Abgabe der jährlichen USt-Erklärung für das BHKW befreit werden, die ansonsten auch bei der KUR Pflicht ist.)

    Es gibt sicher noch mehr Ideen zur Entbürokratisierung. Die Bedingung sollte m.E. nur sein, dass es wirklich nur um Vereinfachung und nicht um höhere Förderung geht, d.h. die fiskalischen Effekte der Vereinfachungen (z.B. in Form entgangener Einnahmen aus Steuern oder Umlagen) sollten marginal sein.

    Völlig richtig. Aber genau so erleben wir, dass in einem Anwesen mit 14 kW Heizlast ein monovalenter Dachs eingebaut wird - Du kennst das Thema. Dass so ein Projekt notwendigerweise zum Desaster wird, sagt nichts über die Sinnhaftigkeit von KWK im allgemeinen oder Dachs-BHKW im Besonderen aus. Aggressive und gleichzeitig ahnungslose Verkäufer, die solche Desaster anrichten, gibt es leider sowohl bei Wärmepumpen als auch bei BHKW's (und in jeder anderen Branche auch). Aber für die politische Argumentation pro oder contra Wärmepumpen oder KWK sollte das kein Maßstab sein.