Beiträge von sailor773

    Moin Loule ,

    Das verstehe ich nun so, dass die erforderliche Wasserstoffmenge im Reformator vor jedem Betrieb "hergestellt" wird

    Sorry, das halte ich für völlig ausgeschlossen. Für 45,5 Stunden Betrieb bräuchte man Wasserstoff für mindestens (45,5*0,75)= 34 kWh Strom, bei angenommenen 80% Wirkungsgrad der reinen Brennstoffzelle eher 42,5 kWh. Ein kg Wasserstoff bringt ca. 33 kWh Energie, also müssten da auf einen Sitz mindestens 42,5/33= 1,29 kg H2 erzeugt werden. 1,29 kg H2 brauchen aber bei Atmosphärendruck 1290/2*22,4= 14.450 Liter (knapp 15 Kubikmeter) Speicherplatz. Das geht natürlich nicht, also müsste man den Wasserstoff komprimieren, was einen erheblichen Energieaufwand und einen Wasserstoffspeicher im Gerät erfordern würde. Möglich ist alles, aber zu welchem Zweck sollte man so etwas Aufwändiges konstruieren?


    Nein, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist der Reformier-Prozess kontinuierlich. Der eigentlichen Brennstoffzelle ist eine kleine Chemiefabrik vorgeschaltet, die ständig ohne jede Speicherung aus Erdgas die für den Betrieb der Brennstoffzelle erforderliche Wasserstoffmenge erzeugt.


    Was beim Regenerationsprozess genau stattfindet bin ich nicht sicher, aber wenn man dieser Quelle folgt, so geht es darum, in den Membranen angereichertes Kohlenmonoxid (das beim Reformierprozess in geringen Mengen entsteht) durch Spülen mit reinem Wasserstoff aus den Membranen zu entfernen.

    Deine Beiträge sind wie immer sachlich und präzise. Das gefällt mir sehr. Andere sagen vielleicht Erbsenzähler dazu, aber wenn Du einer bist, dann bleib bitte einer. ;)

    Danke, ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag ein weiteres Mal meinen Ruf festigen konnte...^^


    Gruß, Sailor

    Moin Loule ,

    Wir sind von der Seite gekommen, dass eine gewisse Unwissenheit bezüglich Dauer und Zeitpunkt der Gasreformierung vorhanden ist. Mit dem Diagramm wollte ich meinen Beitrag leisten, um etwas Licht ins Dunkle zu bringen.

    bei Euch (wie wohl bei den meisten Betreibern) schaltet sich das Gerät im Sommer einmal am Tag ein, um den Warmwasserbedarf zu decken - in dem Fall anscheinend jeweils nur für 3-4 Stunden. Dazwischen hat es also rund 20 Stunden Zeit um sich zu regenerieren, wenn ihm danach ist. Dass der von Dir beobachtete Verbrauchs-Peak vom Regenerieren kommt, halte ich für unwahrscheinlich. Ich nehme eher an, dass hier jeweils vor dem Einschalten eine Vorwärmung (des Elektrolyten?) stattfindet.

    Mit beginn der Heizperiode kann ich dann feststellen, ob der Vorgang des reformierens sich dann verlängert und auf Grund der Laufzeiten dann auch nur alle 24h oder 48h stattfindet.

    Also das wäre super, wenn Du z.B. Anfang Oktober noch mal ein 50-Stunden-Diagramm aus dem Heizbetrieb einstellen könntest. Dann werden wir nicht nur sehen wie oft das Gerät tatsächlich regeneriert, sondern auch ob der Verbrauchs-Peak vor dem Wiederanfahren dann ebenso groß ist wie bei der aktuellen Betriebsweise. Ich halte es zumindest für möglich, dass nach einem Stillstand für lediglich 2,5 Stunden weniger Energie zum Vorwärmen nötig ist als wie jetzt nach einem Stillstand von 20 Stunden.


    Gruß, Sailor

    Also Leute, das wird immer interessanter.


    1) Aus den Kurven ist ablesbar, dass das Gerät zum Herunterfahren etwa 0,2h braucht und zum Wiederhochfahren etwa 0,3h. Die Leistung fällt bzw. steigt in diesen Phasen fast linear, so dass man in erster Näherung für diese Zeiten die halbe Leistung ansetzen kann. Das macht für einmal Ab- und Wiederanfahren eine Stromerzeugung von (0,2+0,3)*0,75*0,5= 0,19 kWh, was der Stromerzeugung von 0,25 Vollbetriebsstunden entspricht. Angenommen dass die Leistungskurven vor und nach dem Regenerieren auch so aussehen, dauert der volle Zyklus 3 Stunden. Aber verloren geht (wenn das Gerät wegen fortbestehendem Wärmebedarf an sich durchlaufen könnte) die Stromerzeugung von 2,75 Stunden.


    2) Der Stromverbrauchs-Peak beim Wiederanfahren ist an der Basis 0,6h lang, an der Spitze 0,2h. Mit der von Loule abgelesenen Spitze von 850 W bedeutet das für einmal Anfahren einen Stromverbrauch von 0,4*0,85= 0,34 kWh.


    Jetzt bleibt noch die Frage offen, ob das Gerät bei fortbestehendem Wärmebedarf alle 48 oder alle 24 Stunden regeneriert. Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass die Angabe in den technischen Daten stimmt und nur in jeder zweiten Nacht regeneriert wird. Das würde bedeuten, dass bei einem Wärmebedarf außerhalb der Heizperiode von mindestens 25 kWh/Tag (wo das Gerät also das ganze Jahr durchlaufen könnte) theoretisch (8760/48*45,25=) 8.257 Vollbetriebsstunden erreichbar sind und eine Stromproduktion von 6.193 kWh. Für 183 Anfahr-Vorgänge werden außerdem (weil das Gerät in dieser Zeit zwangsläufig keinen Strom liefert) 183*0,34= 62 kWh pro Jahr Bezugsstrom verbraucht - was fast genau 1% der Stromerzeugung entspricht und nicht mal 20 EUR/Jahr kostet.


    Also ich hätte mir einen entsprechenden Hinweis in den technischen Unterlagen schon gewünscht, zumal sich dieser Wert bei einem Gerät, welches (was der Normalfall sein dürfte) außerhalb der Heizperiode einmal pro Tag anfährt, von 183 auf ca. 250 Vorgänge mit einem Stromverbrauch von ca. 85 kWh/Jahr erhöht. Das kann dann schon mal glatte 25 EUR/Jahr kosten.


    Aber deswegen gleich eine Rückrufaktion zu fordern, halte ich für übertrieben. Gemogelt wird woanders jedenfalls mehr, insbesondere überall dort, wo Erdgasverbräuche in Heizwert angegeben werden obwohl allgemein bekannt ist, dass der Kunde Brennwert bezahlen muss.

    Moin Neuendorfer ,

    Mit An- und Abfahren werden da effektiv 4 Stunden draus

    danke, das ist wichtig. :thumbup:

    Man sollte also vorsichtshalber in Berechnungen dieser Art 4h Regenerationszeit einsetzen.

    Die PT2-Logs, die mir von Betreibern vorliegen, zeigen jedoch allesamt jede Nacht eine Regeneration von knapp unter 4 Stunden. Liegt vermutlich daran, dass sich die Leute nicht Nachmittags/Abends ein Vollbad einlaufen lassen und dann der Speicher voll geht...

    Kann sein, dass es auch daran liegt. Eine andere Erklärung wäre, dass der Energiemanager tatsächlich funktioniert und die Regeneration nach Möglichkeit in die Zeiten legt, wo in normalen Haushalten nur die Grundlast an Strom verbraucht wird - also zwischen Mitternacht und 05:00h morgens.


    Aber mal was anderes: Regenerieren die Geräte denn in der Praxis wirklich jede Nacht? In den technischen Daten ist die Rede von "alle 48 Stunden", also müsste man die Laufzeit mit (8.760h*44/48) ansetzen. Das gäbe dann immerhin gut 6.000 kWh Stromerzeugung im Jahr.


    Gruß, Sailor

    Moin,


    wenn der Verbrauch für Warmwasser im Sommer tatsächlich 90 m3 Gas im Monat beträgt, so entspricht das ca. 30 kWh pro Tag. Damit könnte eine PT2 voraussichtlich die vollen 8300 Stunden im Jahr durchlaufen (die fehlenden 460 Stunden wären Regenerationszeit). Sie würde dann 6.225 kWh Strom und 9.130 kWh Wärme erzeugen und dafür 18.260 kWh Erdgas verbrauchen. Weitere 10-15.000 kWh Wärme müssten aus der eingebauten Zusatztherme kommen.


    Bei 4.900 kWh Stromverbrauch schätze ich, dass ca. 75% Eures Stromverbrauchs aus der Brennstoffzelle gedeckt werden könnten, das wären dann ca. 3.675 kWh Eigenverbrauch. Der Rest (2.550 kWh) würde eingespeist. Etwa 1.225 kWh Strom müssten noch zugekauft werden.


    Unter diesen Umständen glaube ich, dass sich die Anschaffung einer Vitovalor rechnen kann (grobe Schätzung siehe angehängte Tabelle). Der in der Tabelle errechnete Netto-Vorteil sollte den Anschaffungskosten abzüglich Förderung gegenüber gestellt werden. Dazu würde ich Dir empfehlen, von einem mit der Vitovalor vertrauten HB in Deiner Region ein Angebot einzuholen, in dem insbesondere auch Aussagen zu den Wartungskosten (Vollwartungsvertrag 10 Jahre) gemacht werden müssten.


    Wenn Du das noch etwas schöner rechnen möchtest, kannst Du beim Netto-Vorteil noch die eingesparten Kosten für den Ersatz Deiner alten Therme dazuzählen.


    Nachdem ein hydraulischer Abgleich Voraussetzung für die Förderung ist, musst Du jedenfalls einen machen lassen. Vielleicht gelingt es dadurch, die relativ hohe Heizkreistemperatur (insbesondere die dazu gehörige Rücklauftemperatur) auf z.B. 30-35°C abzusenken. Der Brennstoffzelle ist das egal, aber bei der eingebauten Zusatztherme kann der Verbrauch ohne H.A. um einige Prozent höher werden als in der Tabelle angesetzt.


    Und jedenfalls würde mit einer Vitovalor auch eine neue Heizkreispumpe eingebaut. Falls die jetzige Pumpe z.B. 5000 Stunden im Jahr mit 60 W läuft, würden mit einer neuen bis zu 250 kWh/a Strom eingespart.


    Gruß, Sailor

    Dateien

    • Vitovalor.xlsx

      (11,44 kB, 8 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    wenn ich das richtig verstehe, hat man bei Einbau des BHKW eine Förderung der Bafa von 1500.- € erhalten, die man sich jetzt durch die Reduzierung der Energiesteuererstattung zurückholt?

    Genau so ist es. Aber immerhin gibt es ja noch die Möglichkeit auf die teilweise Erstattung nach Absatz 1 auszuweichen und so wenigstens noch ca. 80% der Erstattung zu bekommen. Und man darf nicht vergessen, dass die Erstattung eine steuerpflichtige Einnahme ist. Wenn man jetzt also wie in dem o.g. Beispiel EUR 24,95 im Jahr weniger bekommt und z.B. in der Spitze 40% ESt+Soli zahlt, liegt die Netto-Belastung bei EUR 14,97 im Jahr. Darüber sollte man sich m.E. nur so viel ärgern wie gerade noch Spaß macht.;)

    Aha.

    Beitrag # 3:

    Die Gasmenge in der Zeile 7 (2305 m3) wurde für eine Laufzeit des BHKW von 5860 Stunden aufgewendet. Dies entspricht einem Verbrauch von 0,39334 m3/Bh des BHKW.

    Beitrag # 14:

    2018 in 5860 Bh 5978 kWh erzeugt. Abrechenbare Leistung BHKW ? kWh, EasyMeter-Zähler 4631 kWh. Gasverbrauch BHKW 2693 m3

    Also stimmte in #3 einfach die Angabe der Kubikmeter nicht.


    Mit den in der Anlage zu #3 angegebenen Gas-Parametern entsprechen die 2693 m3 ca. 25.575 kWh oder 4,36 kWh/Bh. Es ist also doch nix mit dem besseren Wirkungsgrad des Ecopower mit LL-Gas (eher das Gegenteil), und meine entsprechende Anmerkung in #12 kann aus dem Protokoll gestrichen werden.

    Da für die E- und U-Steuer und für den Zoll definitive Werte für den Gasverbrauch nachzuweisen sind, habe ich bisher nur die Gasabrechnungen der Versorger herangezogen, die mit dem Brennwert und der Zustandszahl die Gasmenge in kWh ermitteln. Ob mit Brennwert oder Heizwert gerechnet, hat bisher weder Finanzamt noch Zoll interessiert.

    Natürlich nicht, denn die haben's ja nicht gewusst (in den einschlägigen Formularen wird nicht danach gefragt). Selbstverständlich ist sowohl für den Zoll als auch für das Finanzamt der Brennwert maßgeblich. Und zumindest der Zoll will die Gasrechnungen sehen, um Deine Angaben zu den Verbräuchen ggf. mit den Abrechnungen abgleichen zu können. Aber wenn Du natürlich Deine Energiesteuer-Erstattung nach dem niedrigeren Heizwert abrechnest (obwohl Du die Energiesteuer auf den Brennwert bezahlt hast) und somit de facto auf ca. 10% Deiner Erstattung verzichtest, hat der Zoll bestimmt keinen Anlass zu meckern.

    Moin,

    Wenn man jahrelang die vollständige Entlastung hatte ,kann man da einfach auf die teilweise Entlastung wechseln?

    Man kann.

    Gelt das ab 2018 oder nun ab Tag der Anlageninbetriebnahme? Würde ja bedeuten es müsste rückwirkend gegengerechnet werde

    Die Anrechnung nach Abs. 7 gilt für Verbrauchsjahre ab 2018 und für alle Investitionsbeihilfen die ab 01.04.2012 gewährt wurden. "Rückwirkend" wird nichts gegengerechnet. Aber wenn Dir beispielsweise im Juni 2012 eine Förderung von 1.200 EUR gewährt wurde, dann wurde in den Jahren 2012-2017 nichts gegengerechnet, weil es da den Abs. 7 noch nicht gab. Und deshalb beginnt die Anrechnung nach Abs. 7 mit dem Jahr 2018 und den vollen € 1.200. Angenommen die vollständige Erstattung nach Abs. 6 sei EUR 120 pro Jahr, so wären die 1200 € im Jahr 2027 abgearbeitet, und für 2028 könntest Du wieder was kriegen. Weil aber die Anlage bis dahin längst abgeschrieben ist, bekommst Du auch dann nichts. Anträge nach Abs. 6 sind also für Betreiber, die ab 01.04.12 z.B. eine BAfA-Förderung bekommen haben, in aller Regel sinnlos. Stattdessen beantragst Du für die Jahre ab 2018 die teilweise Erstattung nach Abs. 1 und gut is'.

    Bzw ist es überhaupt möglich zur teilweisen Steuerentlastung zu wechseln da ja die Anlage weder abgeschrieben ist noch über 10 Jahre ist.

    Nochmal: Es ist möglich. Die teilweise Erstattung wird in § 53a Abs. 1 EnergieStG geregelt. Da ist weder von AfA noch von 10 Jahren die Rede. Einzige Voraussetzung für die teilweise Erstattung nach Abs. 1 ist ein Nutzungsgrad von 70%.

    Immerhin war die Erstattung eine einkalkulierte Größe die mit zur Entscheidung vom Kauf eines BHKW´s mit abhängig war.

    Stimmt. Aber im Endeffekt entgeht Dir durch die teilweise Entlastung nur etwa ein Fünftel des zuvor einkalkulierten Betrages. Bei Erdgas sind es (5,50-4,42=) 1,08 €/MWh. Bei einem Ecopower mit beispielsweise 5.500 Bh/a werden im Jahr ca. 23,1 MWh Erdgas verbraucht, so dass der Betreiber ab 2018 auf € 24,95 im Jahr verzichten muss. Das ist zugegebenermaßen ärgerlich, aber deswegen muss wohl keiner ab 2019 unter der Brücke schlafen.

    Außer den üblichen Fördermaßnahmen der KfW habe ich allerdings keine weiteren Investitionsbeihilfen erhalten.

    Es sieht so aus als ob nach Abs. 7 nur Förderungen angerechnet werden, die unmittelbar das BHKW betrafen, im Wesentlichen also wohl die BAfA-Förderung. Wenn also jemand ein BHKW eingebaut hat um z.B. für sein Haus die KfW(XY) Kriterien zu erfüllen und das Haus dann gefördert wird, findet insoweit keine Anrechnung statt.


    Gruß, Sailor

    Moin jzwayer ,

    Bei den 5860 Betriebsstunden wurden 5720 kWh Strom produziert.

    Danke, diese Information hatten wir bisher nicht. Der Bh-Zähler scheint also korrekt zu funktionieren. Außerdem kann man jetzt besser rechnen.


    Um was es mir ging ist folgendes: Aus Deiner EÜ-Rechnung in #3 geht hervor, dass insgesamt 21.881 kWh (Hs) Erdgas verbraucht wurden. Umgerechnet auf den Heizwert (Hi) sind das ca. 19.715 kWh. Mit dem vom Hersteller angegebenen Wirkungsgrad von 92% (Hi) sind davon ca. 18.138 kWh nutzbar. Wenn Dein Gerät aber wie von Vaillant angegeben 1 kW(el) und 2,5 kW(th) leisten würde, wären in 5.860 Betriebsstunden (5.860+14.650=) 20.330 kWh erzeugt worden. Das erscheint schwer vorstellbar.


    Wenn Dein Gerät jetzt aber gemessene 5.720 kWh Strom produziert hat und der Wirkungsgrad den technischen Daten entspricht, konnten zusätzlich maximal (18.138-5.760=) 12.378 kWh Wärme erzeugt werden. Das wären dann ca. 2,1 kW(th) neben 976 W(el) und allein schon technisch hochinteressant, denn es würde bedeuten, dass beim Einsatz des energie-ärmeren LL-Gases (und anscheinend gleichbleibendem Gasvolumen von ca. 0,4 m3/Bh) die geringere Energiezufuhr fast ausschließlich zu Lasten der erzeugten (Ab-)Wärme gegangen ist. Will heißen: Beim Einsatz von LL-Gas steigt anscheinend - jedenfalls nach den vorgelegten Daten - der elektrische Wirkungsgrad des Ecopower. Dass auch der Gesamtwirkungsgrad steigt, womöglich gar von 92% (Hi) auf 103% (Hi), halte ich nach wie vor für unwahrscheinlich. Aber das Ergebnis ist m.E. so schon erstaunlich genug. Wäre mal interessant ob andere Ecopower-Betreiber in Nordwestdeutschland auch Ähnliches beobachtet haben.


    Schade nur, dass sowohl das Ecopower als auch das LL-Gas Auslaufmodelle sind...


    Gruß, Sailor

    Zumindest scheint die oberer Speichertemperatur also nicht zwingend ein Zielkriterium für die WW Bereitung durch die Zelle zu sein (hatte erwartet das diese immer mindestens gehalten wird).

    Die Differenz 43,X zu 45 bedeutet noch nichts, das kann die ganz normale Regelungs-Hysterese sein. Wenn ich den Text im Handbuch (Vitovalor 300-P Seite 139, Codierebene 2, Code 59:0) richtig verstehe und bei Deinem Gerät die Einstellung auch so ist, so kommt bei 45°C Solltemperatur die Wärmeanforderung erst, wenn die Speichertemperatur unter 42,5°C fällt. Nach dem Einschalten an diesem Punkt würde die BZ mindestens so lange laufen, bis die Speichertemperatur auf 47,5°C gestiegen ist.


    Wenn Dir die 42,5°C am Einschaltpunkt zu niedrig sind (was ich verstehen könnte), solltest Du am einfachsten im normalen Betreiber-Menü die TWW-Solltemperatur z.B. um drei Grad anheben. Dann schaltet sich das Gerät bei 45,5°C ein und frühestens bei 50,5°C aus. Alternativ kann man anscheinend auch den Einschaltpunkt selbst unter Code 59:0 verstellen. Aber bei einer Vitovalor wäre ich (selbst wenn man als Betreiber da überhaupt reinkommt) sehr vorsichtig mit der Änderung von Werkseinstellungen.

    Ich fasse zusammen:


    Technisches Datenblatt: 1 kW(el); 2,5 kW(th); Eta (Hi) 92%; Gasverbrauch (errechnet) 3,8 kW(Hi) entspricht 4,22 kW(Hs)


    DVGW CE-Prüfung: 1 kW(el); 2,5 kW(th); Gasverbrauch 3,8 kW(Hi) entspricht 4,22 kW(Hs); Eta (errechnet) 92,1% (Hi) entspricht 83% (Hs)


    GWI: 0,95 kW(el); 2,5 kW(th); Gasverbrauch 3,65 kW (Hi) entspricht 4,05 kW (Hs); Eta (errechnet) 94,5% (Hi) entspricht 85,2% (Hs)


    jzwayer: gemessen Gasverbrauch 21.881 kWh (Hs) für 5.860 Bh, entspricht 3,734 kWh/Bh. Wenn die Betriebsstundenzahl stimmt und das Gerät hier tatsächlich 1+2,5 kW geleistet hat, würde das einem Gesamtwirkungsgrad von 93,7% bezogen auf den Brennwert und 104% (!?) bezogen auf den Heizwert entsprechen. Hier muss also irgendwo ein Fehler vorliegen.


    Alikante: Wärmeleistung gemessen 2,3 kW(th). Zähler-Delta 1.000/30.000 = -3,33%, das würde bei 1 kW erzeugtem Strom 967 W abgegebenem Strom entsprechen und wäre exakt derselbe Wert wie beim TS. Dieses Verhältnis scheint also zu stimmen und passt auch zu den 0,95 kW, die von GWI gemessen wurden.


    Aber was nimmt man nun für Gasverbrauch und Wärmeerzeugung? Das arithmetische Mittel?


    Ich persönlich würde dem Gasverbrauch der GWI-Messung nicht trauen, und zwar deshalb, weil - wenn sie stimmen würde - das Gerät in der Praxis einen um 2,5 Prozentpunkte besseren Gesamtwirkungsgrad hätte als vom Hersteller selbst angegeben. Aus dem gleichen Grund stimmt der gemessene Gasverbrauch bei jzwayer mit den anderen Parametern auf keinen Fall zusammen. Hier arbeitet entweder das Gerät mit geringerer Leistung als 1+2,5 kW (vielleicht weil das Erdgas offenbar eher "mager" ist), oder der Bh-Zähler läuft zu schnell.


    Ansonsten kann es natürlich sein, dass die Werte der einzelnen Geräte einfach streuen. In dem Fall müsste man selber messen, z.B. mit einem geeichten Wärme- und Gaszähler: Wobei die Dinger Geld kosten und außerdem m.W. auch wieder ganz legal Abweichungen haben können, bei Wärmezählern plusminus 5%, bei Gaszählern plusminus 3%.


    Aber wenn es nicht um die Wissenschaft geht, sondern um den Verkehr mit Behörden wie Zoll oder Finanzamt, würde ich (zumindest so lange für das fragliche Gerät keine direkt gemessenen Daten vorliegen) mit den Werten aus dem technischen Datenblatt argumentieren.


    Edit: In den technischen Daten weiter unten wird die thermische Leistung des Wärmeauskopplungsmoduls mit 2,4 kW angegeben. Anscheinend gehen zwischen BHKW und Modul noch mal 100 Watt (th) über die Wupper. Damit liegt auch die Messung von Alikante mit 2,3 kW im grünen Bereich. Beim Finanzamt sollte man damit jedenfalls eine Wärmeabgabe von 2,4 kWh pro Bh begründen können. Der Gasverbrauch liegt aber weiterhin bei 4,22 kWh pro Betriebsstunde, außer möglicherweise in Gegenden wo LL-Gas aus der Leitung kommt.

    Das Hauptzollamt erstattet jährlich nach folgender Regel: erzeugter Strom (3653 kwh) x 4,1 kWh = 14977/1000 = 14,977 x 5,5 = 82,37 €.

    Meiner Meinung nach ist es technisch nicht korrekt, den Gasverbrauch eines BHKW über den erzeugten Strom (d.h. die Ablesung am Erzeugungszähler) auszurechnen, weil der so errechnete Wert in der Regel zu niedrig ist. Dafür, dass z.B. Dein Gerät in 3777 Bh nur 3653 kWh Strom erzeugt hat (967 Wh/Bh), kann es verschiedene Erklärungen geben. Die einfachste dürfte sein, dass das Gerät für Regelung, Pumpen, Zündung etc. ein bisschen von dem erzeugten Strom selbst verbraucht. Der Erzeugungszähler sitzt dahinter und misst nur die Netto-Erzeugung, d.h. den Strom, der vom Gerät nach außen abgegeben wurde. Erdgas (nach den technischen Daten 4,2 kWh/Bh, nicht 4,1) wurde aber auch zur Erzeugung des im Gerät verbrauchten Stroms verbraucht und müsste daher mitzählen. Bei unserem Vitotwin (das einen eingebauten KWK-Gaszähler hat) ist das jedenfalls so, und der Zoll hat damit kein Problem (das Finanzamt übrigens auch nicht).


    Wenn natürlich der Zoll beim Ecopower aus bestimmtem Grund anders rechnet, z.B. weil es eine entsprechende Vorschrift gibt oder man darauf besteht, die abrechnungsrelevanten Werte von einem geeichten Zähler abzulesen (was für den Erzeugungszähler zutrifft, für den Betriebsstundenzähler dagegen nicht) lohnt es sich kaum, wegen (15,939-14,977*5,5=) € 5,29 im Jahr ein großes Fass aufzumachen. In dem Fall spricht vielleicht auch einiges dafür, beim Finanzamt denselben Wert anzugeben wie beim Zoll.

    Nun stellt sich noch die Frage mit der erzeugten Wärme, welche steuerrechtlich ja auch noch relevant ist.

    Hier scheint meine vereinfachte Rechnung etwas zu hoch zu sein, da über die Motorlaufzeitzeit wohl nicht die kompletten 2,5 kwh Wärme ankommen bzw. mir zur Verfügung stehen.

    Warum nimmst Du an, dass die 2,5 kWh/Bh Wärme nicht ankommen? Der Anteil der Wärme, der mit dem Abgas über Dach oder auf andere Weise verloren geht, ist bei der Wärmeleistung lt. technischen Daten bereits abgezogen. Daher ja der Wirkungsgrad von lediglich 92% (Hi). Selbst wenn das aber nicht der Fall wäre, hättest Du (anders als beim Strom, siehe oben) m.E. keine belastbare Grundlage, um mit dem Finanzamt über diese Zahl zu streiten. Deshalb würde ich ohne Wenn und Aber mit 2,5 kWh abgegebener Wärme pro Betriebsstunde rechnen.


    Wenn Du bei der Umsatzsteuer Geld sparen willst, könntest Du aber die unentgeltliche Wertabgabe (also 2,5 kWh Wärme pro Betriebsstunde) in Deiner USt-Erklärung nicht mit den Herstellkosten ansetzen (beim Ecopower einschl. Wartungskosten und AfA wohl nicht viel unter 0,2 €/kWh), sondern mit dem (Netto-)Durchschnittspreis für Fernwärme des Vorjahres lt. Energiedaten des BMWi. Laut Tabelle 26 waren das im Jahr 2017 (maßgeblich für das USt-Jahr 2018) € 22,86/GJ. Geteilt durch den Faktor 2,78 entspricht das 8,22 ct/kWh brutto bzw. 6,91 ct/kWh netto.

    Ich halte die "vereinfachte Rechnung" für richtig, nur würde ich nicht über die Kubikmeter gehen sondern den Gasverbrauch direkt mit 4,22 kWh/Bh ansetzen. Grundlage: Mit 1,0 kWh Strom + 2,5 kWh Wärme und dem in den technischen Daten angegebenen Wirkungsgrad von 92% (Hi) kommt man auf 3,8 kWh Gasverbrauch (Hi) pro Betriebsstunde. Zur Umrechnung auf den vom Gasversorger in Rechnung gestellten Brennwert (Hs) muss man das noch durch 0,9 teilen und kommt auf 4,22 kWh/Bh.


    In 3777 Betriebsstunden hat das Gerät also 15.939 kWh Erdgas verbraucht. Die gleiche Zahl würde ich auch für die Energiesteuer-Erstattung beim HZA ansetzen.

    Noch ne Ergänzung:

    Der Aussenpool wird 8m x 3,6m x 1,5m groß werden, mit einer WP beheizt werden und keine Gegenstromanlage haben. Er soll circa von April bis Oktober beheizt werden (26°C). Ein Bekannter hat bei gleichen Voraussetztungen jährliche Stromkosten von € 500.

    € 500 Stromkosten entsprechen grob geschätzt ca. 1.800 kWh Stromverbrauch. Verteilt auf ca. 200 Tage wären das 9 kWh/Tag. Wenn man das so hinbekommen kann, dass die WP nur am Tag läuft (etwa ab 08:00h), so könnte m.E. der weit überwiegende Teil des Stromverbrauchs von einer PV-Anlage gedeckt werden. Das würde also weiterhin für die Empfehlung "Vitovalor + PV-Anlage" sprechen.


    Wenn natürlich das Bedarfsprofil einen warmen Pool um 06:00h morgens verlangt, muss die WP nachts laufen. Eine Vitovalor stattdessen im Sommer durchlaufen zu lassen und die überschüssige Wärme (ca. 10-15 kWh/Tag) in den Pool zu leiten klingt elegant, dürfte allerdings regelungstechnisch nicht ganz einfach sein. Die WP wäre dann nur eine "Spitzenlast-Heizung". Eine BlueGen anzuschaffen (da könnte das bisschen überschüssige Wärme wohl sehr einfach in den Pool gehen) lohnt sich wegen zusätzlicher 1800 kWh Strombedarf wohl noch nicht. Und die Leistungsaufnahme der Pool-WP ist in jedem Fall wahrscheinlich höher als eine BZ hergibt.

    Vielleicht ist es in dem Fall am kostengünstigsten, einen Zweitarif-Stromvertrag abzuschließen und die Pool-WP mit günstigem NT-Strom zu betreiben.