Beiträge von sailor773

    dann werde ich es abstellen !

    Klar kostet ein Öldachs zukünftig einen Haufen CO2-Steuer, aber wenn Du stattdessen mit einem Ölkessel heizen würdest, müsstest Du die Steuer auf den Wärmeanteil auch bezahlen. Ich habe jetzt die technischen Daten vom Öldachs nicht da, aber nach meiner Erinnerung bringt er 5,5 kW(el) und 10,5 kW(th). Das würde bedeuten, dass grob zwei Drittel des Ölverbrauchs und damit der Steuer auf die Wärmeerzeugung entfallen und Deine Stromerzeugung durch die Steuer "nur" um (1411/3=) 470 EUR/Jahr bzw. (3129/3=) 1043 EUR/Jahr teurer wird. Ob das zur Abstellung des Dachs führen muss, hängt i.W. davon ab, wie viel Bezugsstrom Du mit dem Dachs einsparst. Bei 8.300 Laufstunden pro Jahr (d.h. über 45.000 kWh Stromerzeugung) sollte das eine Menge sein.


    Übrigens ist der Heizölpreis allein seit Anfang dieses Jahres lt. Tecson um schlappe 27,6 ct/l zurückgegangen. Das bleibt natürlich nicht so, aber anscheinend ist der Effekt durch die Steuer selbst im Endstadium geringer als die Preisschwankungen, die wir am Heizölmarkt seit Jahren gewohnt sind.


    Immerhin ist aber die CO2-Steuer vielleicht ein guter Anlass, einen wahrscheinlich schon betagten Öldachs (der bei 8.300 :hutab:Betriebsstunden im Jahr womöglich jetzt schon mehr als 100.000 Bh auf der Uhr hat) in den nächsten Jahren – z.B. beim nächsten größeren Reparaturfall – in den verdienten Ruhestand zu schicken und durch ein Gas- oder LPG-Modell mit Brennwertnutzung zu ersetzen. Damit wäre dann die CO2-Steuer um ein Drittel niedriger, und 5-10% mehr Wirkungsgrad sollten zusätzlich drin sein.

    Muss man jedenfalls dann nicht, wenn H2 als Nebenprodukt einer Produktion einigermaßen gleichmäßig anfällt und vor Ort verstromt werden soll. Für einen Industriebetrieb (ich nehme an hier handelt es sich um einen solchen) lohnt sich evtl. sogar ein Verdichter – muss ja nicht gleich auf 750 bar sein wie für ein BZ-PKW. Genügend Platz für einen Lagertank müsste es auf einem Industriegelände schon geben.


    Ich fürchte nur – wenn es sich z.B. um das Nebenprodukt einer chemischen Reaktion handelt – dass fürs Verstromen im BHKW, geschweige denn in einer Brennstoffzelle, ein höherer Reinigungsaufwand getrieben werden müsste als für das einfache Verbrennen.


    Übrigens fand ich heute im Internet einen Artikel über eine BZ von Toyota als stationärer Stromgenerator mit 60 kW Dauerleistung. Aber ob da nutzbare Abwärme anfällt, steht in dem Artikel natürlich nicht drin.

    Diese Anwendung als "Notstromaggregat" macht auch mit Abstand am meisten Sinn. Ich wusste nicht, dass das in Japan mit den Stromausfällen so schlimm ist, aber in Deutschland ist das zumindest aktuell noch nicht der Fall. Deshalb bleibt die Frage ob es genügend Käufer gibt, die bereit sind Geld (wie viel?) für eine solche Zusatzfunktion auszugeben, damit sich der Entwicklungsaufwand lohnt.

    Danke für die Blumen, und schade dass Du das Vorhaben aufgibst. In einem Anwesen, wo zuvor ein Ecopower (von den Rahmendaten her) wirtschaftlich betrieben werden konnte, sollte eine PA2 eigentlich schon passen. Ich verstehe, dass Du nach den von Dir beschriebenen Erfahrungen keinen Bock mehr hast, aber nach einem solchen Marathon durch Behörden und "Fachleute" (das Schärfste ist m.E. der Kaminkehrer) kommt es mir ein wenig so vor, als ob Du jetzt nach dem 41. Kilometer aufgeben willst.

    Hab dann mal eine Simulation durchgespielt, in welchen Zeiten die PA2 WW-Speicher und Pufferspeicher, ohne Entnahme, aufheizen. Auch das gab mir zu denken.

    Gut, das ist was anderes. Ohne das im Einzelnen zu hinterfragen, wenn das Regelungsverhalten der PA2 zu Deinen Anforderungen nicht so richtig passt, kann man wohl nichts machen.

    Es bleibt alles beim alten mit Brennwertkessel und Solarthermie.

    Nichts gegen Solarthermie, ich betreibe selbst seit 1979 ST-Anlagen (siehe Signatur). Aber hier haben sich die Rahmenbedingungen insoweit geändert, als inzwischen – bezogen auf die jährlich erzeugten kWh – Photovoltaik-Anlagen kaum noch mehr kosten als ST-Anlagen, aber dabei eine höherwertige und wesentlich flexibler einsetzbare Energieform erzeugen. Der einzige Nachteil ist noch, dass Du bei PV für die gleiche Energiemenge in kWh/Jahr die 2-3fache Dachfläche brauchst. Sofern nicht irgendwelche Vorschriften (KfW-Fördervorschriften o. dgl.) bei Dir eine ST-Anlage als Ergänzung zur Gastherme zwingend vorschreiben, solltest Du deshalb m.E. noch mal nachrechnen ob Du nicht von einer PV-Anlage wirtschaftlich mehr hättest als von der ST. Und für eine später vielleicht doch mal kommende Brennstoffzelle ist eine PV-Anlage jedenfalls eine bessere Ergänzung als eine Solarthermie. (Wenn das Dach groß genug ist – wie bei uns – ist es natürlich noch besser, die ST zu behalten und eine PV-Anlage zusätzlich drauf zu packen.)


    Jedenfalls wünsche ich Dir für Dein Projekt (wie immer das am Schluss aussieht) viel Erfolg.


    Gruß, Sailor

    Upps, an H2 als Neben-/Abfallprodukt hatte ich in der Tat nicht gedacht. ||_


    Dann wäre der Betrieb ja bereits mit der Handhabung von H2 vertraut, und eine Nutzung als Kraftstoff in einem Verbrenner-BHKW jedenfalls besser als die reine Verbrennung zur Wärmegewinnung, wie es vermutlich jetzt gemacht wird. Und so viel schlechter beim elektrischen Wirkungsgrad sind Verbrenner-BHKW in der genannten Größe auch nicht.

    Ich kann mich dem nur anschließen. Es gibt kein BHKW, das mit dem Wärmebedarf in einem teilbeheizten 40 m2-Haus, und auch noch mit einer einwandfreien (als "dünn" würde ich die nicht bezeichnen) 8 cm Isolierung, auch nur annähernd sinnvolle Laufzeiten erreichen kann. Eine Brennstoffzelle mit Holzofen-Unterstützung für kalte Tage könnte mit 1,1 kW(th) vielleicht sogar thermisch passen. Aber die gibt es aktuell nur für den Betrieb mit Erdgas, und was willst Du bei der beschriebenen Nutzung mit geschätzten 4.000 kWh Stromerzeugung im Jahr anfangen? Außerdem wären die Kosten für ein solches System selbst nach Förderung in dem Fall prohibitiv. Und wenn Du dort tatsächlich Drehstrom brauchst, kann eine BZ wie die Vitovalor den ebenso wenig bringen wie jedes andere BHKW unterhalb der "Boliden"-Klasse.


    Vielleicht ist es möglich, die Abwärme des Drehstromaggregats (wenn das nun schon mal "gesetzt" ist) in einem einfachen Wärmespeicher aufzufangen und irgendwie zu nutzen, z.B. für Warmwasser (weil das mit Öfen relativ mühsam ist). Den Rest würde ich weiter mit Holz- und Petroleumofen machen. Wenn Dir auch das zu mühsam ist, könntest Du klären, ob es eine Luft-Wärmepumpe gibt, die zu Deinem Anwesen passt. Wenn nicht, würde ich in diesem Ausnahmefall sogar eine Strom-Direktheizung erwägen. Und wenn es um die Stromerzeugung geht, könntest Du über eine kleine PV-Anlage nachdenken. Die bringt zwar auch keinen Drehstrom, aber dafür kriegst Du in Abwesenheit immerhin die EEG-Einspeisevergütung.

    Ich glaube das Gefahrenpotential kriegt man in den Griff. Aber bevor ich H2 nutze um einen Verbrennungsmotor anzutreiben, würde ich jederzeit lieber LPG nehmen: Nicht nur unter Kosten- sondern auch unter Klimagesichtspunkten, jedenfalls so lang der angebotene Wasserstoff nicht zu 100% "grün" ist.

    Alle aktuelle Wasserstoffautos haben einen Akku zur Speicherung. Warum wohl?

    Soweit ich weiß sind die kleinen Akkus (1-2 kWh) im Toyota Mirai und im Hyundai Nexo wie bei den Verbrenner-Hybridfahrzeugen einerseits für die Rekuperation, andererseits um (z.B. zum Überholen auf Landstraßen oder beim Einfahren auf die Autobahn) kurzzeitig eine sehr hohe Leistung zu ermöglichen, welche die BZ nicht oder nicht so schnell zur Verfügung stellen kann.


    Der inzwischen nicht mehr angebotene Mercedes-SUV mit Brennstoffzelle hatte als einziger eine größere Batterie, ich glaube 15 kWh netto. Das war ein echter Plug-in Hybrid, den man auch zu Hause aus der PV-Anlage laden konnte. Vom Prinzip her eigentlich das Fahrzeug, das ich mir wünschen würde: Batteriestrom aus häuslichem BHKW oder PV für die Kurzstrecken, Wasserstoff (muss natürlich "grüner" sein) für die Langstrecken, mit allen Vorteilen eines Verbrenners (einschließlich Abwärme zum Heizen im Winter) ohne die Klima- und Umweltnachteile.


    Selbst erzeugten Wasserstoff für den Hausgebrauch sehe ich dagegen auch langfristig aus Kostengründen höchstens in Sonderfällen (z.B. im Inselbetrieb). Und um solchen Wasserstoff im eigenen BZ-Fahrzeug zu verbrauchen, bräuchte man einen H2-Verdichter, der 700 bar bringt. Für einen Gewerbebetrieb mit einigen Dutzend BZ-Lastwagen mag sich das eines Tages rechnen, zumal H2 für LKW nur auf 350 bar verdichtet werden muss (die haben mehr Platz für einen großen Tank). Aber für Privatpersonen ist so etwas uninteressant, selbst wenn es eines Tages technisch möglich wäre.

    Wenn Du 1/3 mehr brauchst, aber Dein Strom nur die Hälfte kostet, dann ist die Bilanz immer noch positiv.

    Das stimmt schon. Man könnte sich also die Kennlinie der geplanten WP vornehmen und damit – unter Berücksichtigung der Parameter Außentemperatur, Heizkurve, Speichervolumen, den monatlichen und täglichen PV-Ertragsprofilen (kriegt man aus dem PGIS) sowie 24h Wetterprognose (sonnig oder nicht?) – für jeden Tag (oder Monat) des Jahres ausrechnen ob und über wie viele Stunden sich das jeweils lohnt oder nicht. Wahrscheinlich kann man so etwas auch programmieren, und als Hobby macht das vielleicht sogar Spaß.


    Aber in einem Mehrparteienhaus müssen die Dinge einfach nur so stressfrei wie möglich funktionieren. M.E. macht es wenig Sinn, da noch zu versuchen, das letzte Quäntchen Energie einzusparen – insbesondere nicht wenn sich dadurch die Komplexität und mit dieser die Anfälligkeit des Systems gegen Störungen (oder auch nur ungewöhnliche Anforderungen) erhöht. Im Übrigen zahlst Du den Speicher etc. allein, während damit evtl. erreichte Einsparungen hauptsächlich den Mietern zugute kommen.


    In einem Privathaus kann man unter Hobby-Aspekten mit so etwas spielen, da macht es auch nichts, wenn man sich mal verkalkuliert und anschließend unter der lauwarmen Dusche steht. In einem Mietshaus sind einfache, funktionierende Standardlösungen m.E. die bessere Wahl, auch wenn dadurch vielleicht nur 80% der eigentlich möglichen Einsparung erreicht werden. Will heißen: Wenn es zuverlässig funktioniert, dass die WP beispielsweise nur zweimal am Tag TWW erwärmt, macht es wahrscheinlich Sinn, eine dieser beiden Zeiten in die Mittagsstunden zu legen. Alles was komplexer ist als das würde ich bleiben lassen.

    |__|:-)

    Wenn das jetzt tatsächlich auf eine WP hinausläuft, würde ich mich bei der Größe des Pufferspeichers nicht verkrampfen. Der Grund dafür ist, dass eine WP (anders als z.B. ein BHKW) niedrige Vorlauftemperaturen braucht um wirtschaftlich zu arbeiten. Ein Pufferspeicher andererseits bringt bei gegebenem Volumen um so mehr, je höher die Temperatur im Speicher werden kann. Wenn Du jetzt versuchst die WP mittags auf Vorrat für den Heizbedarf laufen zu lassen und den Pufferspeicher auch nur auf 60°C auflädst, verbrauchst Du pro kWh Wärme mindestens ein Drittel mehr Strom (bei ungünstigen Verhältnissen womöglich auch das Doppelte) als wenn Du die WP einfach mit den 30°C, die Du vielleicht im Heizkreis benötigst, durchlaufen lässt.


    Ich würde also den Pufferspeicher ausschließlich auf den Warmwasserbedarf auslegen, dort allerdings eher großzügig - so dass Du auf Basis von 60°C Speichertemperatur (die man bei TWW sowieso haben sollte) vielleicht den TWW-Durchschnittsbedarf für 2 Tage speichern kannst. Dann kannst Du die WP v.a. im Sommerhalbjahr in den Mittagsstunden laufen lassen um TWW zu machen: Den schlechten Wirkungsgrad muss man bei TWW sowieso hinnehmen, und wenn viel PV-Strom dabei ist, macht das ja auch nichts.


    Darüber hinaus Wärme – notgedrungen auf höherem Temperaturniveau als eigentlich benötigt – für den Heizbedarf speichern solltest Du nur, wenn Du einen Stromtarif hättest, der (im Gegenzug für einen sehr günstigen Arbeitspreis) Abschaltzeiten vorsieht. Ich weiß nicht ob es sowas noch gibt oder demnächst wieder geben wird. Dann muss der Heizpuffer halt groß genug sein, um diese Zeiten zu überbrücken. Einen solchen Heizwärme-Speicher würde ich dann tatsächlich so groß nehmen wie er in den Keller passt, weil Du dann dieselbe Wärmemenge auf einem niedrigeren Temperaturniveau speichern kannst als mit einem kleineren Speicher.

    Was haltet ihr davon eine Elektroheizung zwischen den alten Holzheizkessel zu schalten (scheint es ja auch fernsteuerbar zu geben) & das Haus damit bei sagen wir 10 Wochenendbesuchen in den Heizmonaten von Frostschutz auf 20Grad zu erhitzen um anschließend/nach Ankunft mit Holz zu uebermehmen?

    Gehen würde das technisch wohl schon. Nur fürchte ich, dass Ihr damit nicht viel spart. Du solltest den Energiebedarf zum Aufheizen eines ausgekühlten Hauses nicht unterschätzen. Dazu folgende eigene Erfahrung aus der Zeit, bevor ich mich mit Heizungen auskannte:


    Ich habe mein damaliges EFH (normaler Ziegelbau aus 1974, 150 m2, nicht in den Bergen) vor ca. 20 Jahren aus beruflichen Gründen nur alle 3-4 Wochen am WoE genutzt und dazwischen die Heizung auf Frostschutz gestellt. Anfangs ging das (auch wegen Südlage und damals schon vorhandener Solarthermie) recht gut. Aber an einem WoE im Februar, bei AT = unspektakuläre 0°C, war das Haus bei Ankunft auf 12°C (nicht mal 5-6°C) ausgekühlt. Unsere Ölheizung (24 kW) ist dann nach dem abendlichen Einschalten erstmal achtzehn Stunden durchgelaufen um auch nur im Heizkreis die Solltemperatur zu erreichen, und selbst dann war die Innentemperatur kaum auf 20°C angestiegen und alles fühlte sich immer noch klamm an. Gefühlt habe ich 2-3 Tage und mindestens 100 Liter (1000 kWh) Heizöl gebraucht bis es wieder warm war. (Danach habe ich die Heizung bei Abwesenheit nicht mehr auf Frostschutz sondern auf Nachtabsenkung 16°C laufen lassen.)


    Wenn Ihr Euer Chalet (ohne passive oder gar aktive Solarnutzung im Winter!) tatsächlich auf die 5-6°C Frostschutz-Temperatur auskühlen lasst, müsste die Heizung m.E. vor Ankunft mehrere Tage – wenn nicht eine Woche – laufen um die Bude auch wirklich warm zu bekommen. Wenn Ihr das Chalet im Winterhalbjahr tatsächlich zehnmal nutzen wollt (d.h. etwa alle zwei Wochen für 2-3 Tage) wird das Haus gar nicht so weit auskühlen, aber selbst dann nehme ich an, dass deutlich mehr Energie zum Aufheizen benötigt wird als zum Halten der Temperatur über zwei Tage. Da kann eine Elektroheizung schon ins Geld gehen: Wenn Ihr pro Wochenende 1000 kWh Strom auf diese Weise verbratet, wären das in Deutschland 300 EUR.


    Unterm Strich würde ich Euch bei dem Benutzerprofil raten, im Winter eine RT von 15-16°C zu halten, wenn Ihr nicht da seid. Die Aufheizzeit geht dann auf einige Stunden bis maximal einen Tag zurück. Aber das Heizsystem sollte darauf ausgelegt sein.


    Wenn Euch also die WP zu teuer ist, solltet Ihr Euch m.E. für die von stromsparer99 vorgeschlagene Flüssiggas-Lösung mal ein Angebot machen lassen.