Beiträge von sailor773

    Die Überlegung ist, dass dann die PV Anlage den Sommerstrom produziert (Haus 2 PV Anlage => Haus 1 Klimaanlage) und in der Übergangszeit und im Winter die Brennstoffzelle.

    Wenn Du eine BG-15 installierst (was bei dem genannten Stromverbrauch sinnvoll wäre) läuft die auch im Sommer mit 1,5 kW durch. Eine neue PV-Anlage würde also nur dann etwas zur Verbrauchsdeckung beitragen, wenn der Verbrauch in beiden Anwesen (z.B. durch die Klimaanlage) tagsüber längere Zeit deutlich über 1,5 kW steigt.

    Also was die Langstrecke angeht, hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Da fahre ich jetzt wieder Diesel.

    Die von bluwi geschilderten Probleme sind glaube ich das, was Otto Normalverbraucher (d.h. Leute wie mich) bisher noch davon abhält, ein E-Auto zu kaufen. Die Autos als solche sind (von der Frage mit der Reichweite mal abgesehen) inzwischen meist prima, man hört sehr wenig über Pannen, die Leistung ist absolut OK. Laden zu Hause und Fahrten im <100 km Radius, alles easy. (Dass nahezu alle E-Autos, die ich kenne, über futuristisch-minimalistische Cockpits mit riesigen Touchscreens – und sonst nix – bedient werden müssen, ist etwas, das ich persönlich hasse – zumal das weder technisch noch wirtschaftlich notwendig wäre, wie man an den meisten – auch den neuesten – Verbrenner-Modellen sieht. Aber das ist eine idiotische Modespielerei der Hersteller und hat nichts mit der Funktionalität der E-Autos an sich zu tun.)


    Nur was ich beim Fahren nicht brauchen kann (insbesondere auf Langstrecken-Reisen) ist Stress. Und für mich als digital emigrant bedeuten diese Ladesäulen mit ihren Dutzenden von Karten, Apps, immer neuen Einlock-Systemen, komplexer Bedienung (mit mehr unterschiedlichen Systemen als bei Duschapparaturen in Hotels), häufigen Störungen und oft (wenn man den Berichten glaubt) schneckenhaften Ladegeschwindigkeiten Stress.


    Wenn ich mit meinem Diesel unterwegs bin, habe ich beim Tanken

    • europaweit ein einziges Bezahlsystem, nämlich meine Kreditkarte (deren "Bedienung" nichts Komplizierteres erfordert als entweder eine vierstellige Geheimzahl oder eine Unterschrift) – oder wenn die mich ausnahmsweise mal im Stich lässt, eben Bargeld
    • Tanksäulen, die mit einem einzigen Griff händisch bedienbar sind, und zwar in allen mir bekannten Nationen auf die gleiche Weise, die jeder mit einem IQ >70 sofort begreift
    • unabhängig von der Marke eine weitgehend einheitliche Geschwindigkeit beim Füllen des Tanks
    • wenn ich will eine App, die mir alle Tankstellen entlang meiner Fahrstrecke einschl. deren Preise anzeigt (Info über die Betriebsbereitschaft der Tanksäulen und deren Belegung braucht man beim Diesel erfahrungsgemäß nicht)
    • und in mittlerweile 50 Jahren Auto-Erfahrung alles zusammengenommen vielleicht 10-20 Tanksäulen, die nicht funktioniert haben – im allgemeinen war es dann möglich, einfach eine Säule weiter zu tanken.

    Dass beim E-Auto das Laden erheblich länger dauert als beim Verbrenner, kann ich akzeptieren, das ist halt die Technik. Ladezeiten deutlich über 30 Minuten halte ich allerdings für kaum noch zumutbar, zumal sich der Vorgang auf der Autobahn alle 250-300 km wiederholt (bei 5-600 km Reichweite könnte man das schon weniger eng sehen). Aber der Rest ist einfach nur ärgerlich. Was ich verlangen würde – bevor ich mir ein E-Auto kaufe – sind flächendeckend (jedenfalls an allen Autobahnen)

    • Ladesäulen, die europaweit mit einem einzigen Bezahlsystem arbeiten, welches auch ohne Handy funktioniert (Kreditkarte oder – wenn es denn unbedingt sein muss – eine separate Ladekarte, die dann aber an allen öffentlichen Säulen einsetzbar sein muss)
    • Ladesäulen, die europaweit einheitlich und nicht komplizierter zu bedienen sind als ein Geldautomat: D.h. man steckt den Stecker ins Auto, die (Kredit)karte in einen Schlitz, gibt die Geheimzahl ein, drückt OK und das Laden beginnt
    • Ladesäulen mit einer Ausfallrate, die wenigstens nicht höher ist als bei Geld- oder Fahrkarten-Automaten: zu "Ausfall" zähle ich auch alle Säulen, die (aus Gründen, die nicht am Auto liegen) deutlich langsamer laden als die Autobatterie zulassen würde
    • und schließlich eine zuverlässige Anzeige im Navi oder auf dem Smartphone über freie und betriebsbereite Ladesäulen entlang meiner Fahrstrecke.

    Aber bis die Lieferzeit für das von mir gewünschte E-Auto abgelaufen ist, gibt es das vielleicht schon alles... :sleeping:

    Super, danke!


    Für evtl. daran auch Interessierte: Der Link funktioniert, wenn man ihn so eingibt und dann in der Karte auf das gewünschte Land klickt.


    Was das Ladeverhalten betrifft: Ich glaube Du und alle, die hier mitdiskutieren, sind aktive Unterstützer der Energiewende und machen sich über ihr Verhalten Gedanken. Wahrscheinlich trifft das auch auf einen überdurchschnittlichen Anteil der Leute zu, die jetzt schon auf ein E-Auto umgestiegen sind. Aber je mehr die E-Autos zum "Mainstream" werden, desto mehr Benutzer werden sich keinerlei Gedanken über diese Dinge machen, sondern so agieren wie es für sie am bequemsten bzw. am kostengünstigsten ist. Das sollte man einfach berücksichtigen und die zu schaffenden Strukturen darauf einrichten.

    Warum wollen immer alle Abends laden.

    Wollen vielleicht nicht, aber man kommt halt heim und steckt den Stecker rein bevor man's vergisst (damit man am nächsten Morgen sicher 80% hat). Wenn dann keine speziellen Ladezeiten programmiert sind, beginnt das Laden sofort. Solang der Einzelne davon keinen Nachteil hat, gibt es ja auch keinen Anlass das anders zu machen.


    In den Prognosen über mögliche Netzüberlastungen durch E-Autos ist jedenfalls häufig davon die Rede, dass abends geladen wird. Zugegeben, das können auch Tatarenmeldungen sein. Aber wenn wir mal 10 oder 20 Millionen E-Autos haben, wird man das m.E. nur über zeitabhängige Tarife (als Anreiz) oder Sperrzeiten bzw. vom NB schaltbare smarte Wallboxen (als Zwang) in den Griff kriegen.

    278g Co2/kWh, 24.05.2022 19°° und heute sind es 344g um 19°°

    ...weil zur Zeit 50% Windstrom im Netz sind. Beispielsweise Anfang Mai – weitgehend ohne Wind – sah das am Abend anders aus. (Ich geb' zu, die 800 waren rhetorische Übertreibung ;))


    Aber was anderes: Wo hast Du diese exakten Zahlen her? Gibt es dafür einen Link?

    Ich widerspreche! Die Gesamtbilanz wird dahingehend verändert, dass kein fossiler Treibstoff verbrannt wird.

    Durch das Fahren eines E-Autos (an Stelle eines Verbrenners) wird die Gesamtbilanz ohne Zweifel schon mal (positiv) verändert, weil es keinen fossilen Treibstoff verbrennt. Auch die CO2-Rucksäcke der Batterien werden immer kleiner.


    Wenn man dann beim Laden die Gesamtbilanz noch mal zusätzlich verbessern möchte, sollte man nach Möglichkeit zu den Zeiten laden, wo viel PV- und Windstrom im Netz ist. Aber ob man dann aus der eigenen PV lädt oder aus der Wallbox in der Tiefgarage, spielt für die Gesamtbilanz keine Rolle. (Für den eigenen Spaßfaktor natürlich schon, das wäre bei mir auch nicht anders.)


    Wenn man hingegen den grundsätzlich positiven Effekt seines E-Autos auf die Gesamtbilanz so weit wie möglich minimieren möchte, sollte man immer, wenn man gegen 18:00h von Arbeit kommt, sofort einige Stunden laden. Dann lädt man an den meisten Tagen praktisch reinen Erdgas- und Kohlestrom, wahrscheinlich im Mittel mit 800g CO2/kWh. Im Vergleich dazu wäre selbst mein alter A6 TDI 2.7 durchaus wettbewerbsfähig, zumal wenn man ihn so schonend fährt wie man das mit einem E-Auto muss.

    Trotzdem ist man dort der Meinung, es schade nichts, lausige Luft-Wärmepumpen monovalent einzusetzen. Schließlich bestehe der erhöhte Bedarf nur eine kurze Zeit des Jahres. Herr, lass Hirn regnen...

    Was das betrifft, bin ich absolut Deiner Meinung – insbesondere beim Betrieb von WP in unsanierten Bestandsgebäuden.

    Moin Donald,


    bei einem Stromverbrauch von 6.500 kWh könnte sich eine Brennstoffzelle wie die Vitovalor schon lohnen – hängt halt vom erwarteten Bezugsstrom- und Gaspreis ab, dazu muss jeder seine eigene Glaskugel befragen. Aber vom Gas weg kommst Du damit ganz bestimmt nicht. Außer wenn Dein jetziger Heizkessel absolut grottenschlecht ist, wirst Du mit einer Brennstoffzelle eher mehr Gas verbrauchen als zuvor, denn der Strom muss ja auch aus (zusätzlichem) Gas erzeugt werden.


    Angenommen Dein alter Buderus arbeitet mit 80% Wirkungsgrad (Hs), dann liegt Dein Wärmebedarf bei (40.000*0,8=) 32.000 kWh. Damit könnte eine PT2 ohne Weiteres 7.000 Laufstunden im Jahr erreichen. Sie würde dann ca. 15.400 kWh Erdgas verbrauchen und daraus 5.250 kWh Strom sowie 7.700 kWh Wärme erzeugen. Die eingebaute Zusatztherme würde für die restliche Wärme ca. 24.800 kWh Erdgas verbrauchen. Insgesamt kämest Du damit auf einen Erdgasverbrauch von 40.200 kWh. Im Wesentlichen würde also eine Vitovalor das Erdgas, das Dein alter Kessel sinnlos verschwendet, in Strom umwandeln – schön, aber das ist es dann auch. "Weg vom Gas" sieht anders aus. Eine moderne Brennwerttherme könnte mit 33.000 kWh Erdgas auskommen, allerdings nur unter guten Bedingungen (Rücklauf ganzjährig um 30°C oder niedriger), die bei Dir wahrscheinlich nicht gegeben sind.


    nun möchte ich von Gas weg wie eigentlich jeder.

    Die beste Methode um vom Gas wegzukommen ist die energetische Sanierung des Hauses.

    Also, mein Haus hat ca. 200qm Wohnfläche mit einem Stromverbrauch von 6500 KW/h und einem Gasverbrauch von 40000 KW/h.

    Du verbrauchst derzeit also 200 kWh Erdgas pro Quadratmeter. Mit einer modernen Gastherme könnten es vielleicht 165 kWh sein, aber das wäre immer noch das Vierfache eines gleich großen Neubaus bzw. immerhin das Doppelte von dem, was heutzutage als gerade noch akzeptabel gilt. Mein erster Rat wäre also, mit Hilfe eines Energieberaters die energetischen Schwachstellen des Hauses zu identifizieren und soweit möglich (mit staatlicher Förderung) zu beseitigen. Ein Nebeneffekt einer solchen Sanierung könnte sein, dass Du auch die Heizkreistemperaturen deutlich absenken und dadurch vielleicht sogar eine monovalente Wärmepumpe betreiben könntest.

    Meine Idee war PV mit Wärmepumpe, Problem ist wie bekannt das die PV im Winter nicht die Leistung bringt wie man benötigt und die Wärmepumpe wurde mir gesagt das wenn eine Reparatur nötig dann teuer und kein Fachpersonal vorhanden. Ja und die Vorlauftemp. wäre zu gering für Heizkörper.

    Das mit den Reparaturen würde ich nicht unbedingt unterschreiben, aber entscheidend ist die Frage der Heizkreis-Vorlauftemperaturen. Mit Hilfe eines hydraulischen Abgleichs kann man die vielleicht noch reduzieren. Aber wenn bei Dir der Heizkreis-Vorlauf bei Nenntemperatur (i.d.R. -16°C) nicht unter 50°C gedrückt werden kann (d.h. Heizkurve 1 oder niedriger, mit VLT z.B. bei 0°C maximal 40°C), würde ich eine monovalente Wärmepumpe keinesfalls empfehlen – insbesondere nicht in einem unsanierten Haus.

    Und richtig, wenn die meiste Wärme gebraucht wird bringt eine PV-Anlage nicht viel. Mindestens zwei Drittel bis drei Viertel des WP-Stroms müssten im Jahresmittel jedenfalls aus dem Netz kommen. (Das soll Dich übrigens nicht daran hindern eine PV-Anlage anzuschaffen: Wenn Du ein geeignetes Dach hast, dürfte sich das bei dem genannten Stromverbrauch immer lohnen.)

    Oder eine Gas -Hybridheizung was ist das eigentlich und benötigt die weniger Gas?

    Eine Gas-Hybridheizung besteht aus einer Gastherme und einer Wärmepumpe. Letztere ist so ausgelegt, dass sie bis zu niedrigen einstelligen AT das Haus allein beheizen kann. Darunter schaltet sich entweder die Gastherme zu oder übernimmt die Wärmeversorgung ganz. Das gibt es auch in einem Gerät zusammengefasst, z.B. die Vitocaldens von Viessmann. Aus meiner Sicht hat das Vorteile bei der Regelung, z.B. kann man die jeweils geltenden Strom- und Gaspreise eingeben und die Regelung entscheidet dann selbst, bis zu welcher Temperatur sich der Betrieb der WP lohnt.


    So ein Gerät benötigt in der Tat weniger Gas, aber im Gegenzug Strom für die WP. Die Zusammenarbeit mit einer PV-Anlage ist hier besser, weil man die WP hauptsächlich außerhalb der Wintermonate laufen lassen kann, wenn es mehr PV-Strom gibt. Weil ein Betrieb bei niedriger AT meist vermieden werden kann, ist auch die Jahresarbeitszahl der WP besser.


    Eine Gas-Hybridheizung ist aus den genannten Gründen für ein unsaniertes Haus besser geeignet als eine monovalente WP, und führt wenigstens halbwegs weg vom Gas, wobei "halbwegs" wörtlich zu nehmen ist. Deutlich mehr als die Hälfte des Gasverbrauchs einer reinen Brennwerttherme wird sich damit i.d.R. nicht einsparen lassen.

    Warte Händeringend auf Antwort.

    Eine abschließende Antwort kann Dir hier niemand geben. Wenn Du weg willst vom Gas, hilft Dir eine Brennstoffzelle nicht weiter. Eine Pelletheizung möchtest Du nicht, und von einer monovalenten Wärmepumpe ist aus technischen und wirtschaftlichen Gründen unbedingt abzuraten.


    Wenn noch Zeit ist, würde ich zu einer energetischen Sanierung raten und die Frage der Heizung jedenfalls so lang vertagen, bis Wärmebedarf und Heizkreistemperaturen im sanierten Zustand abgeschätzt werden können. Dann kannst Du die Alternativen nochmal rechnen.


    Wenn aber Deine alte Heizung am Zusammenbrechen ist, würde ich unter diesen Umständen zu einer Gas-Hybridheizung raten. Dann sparst Du vom Fleck weg vielleicht 50-60% Deines jetzigen Gasverbrauchs (grob geschätzt 6.000 kWh wegen des besseren Wirkungsgrades und weitere 16.000 kWh durch die Wärmepumpe). Und wenn Du dann später doch sanierst, übernimmt danach die WP einen größeren Anteil des Wärmebedarfs.


    Und in jedem Fall solltest Du Dein Dach (soweit geeignet) mit PV voll machen.


    Gruß, Sailor

    Prima, wenn eigener PV Strom verwendet wird. Das verbessert die Gesamtbilanz.

    Um meinem Ruf als Erbsenzähler einmal mehr gerecht zu werden: Ein E-Auto aus der eigenen PV-Anlage zu laden verbessert vielleicht den eigenen CO2-Fußabdruck, aber noch nicht die Gesamtbilanz. Letzteres würde nur dann gelten, wenn der zu diesem Zeitpunkt (anstatt ins E-Auto) ins Netz eingespeiste PV-Strom bilanziell keine fossile Stromerzeugung mehr ersetzen könnte. Das kommt bisher nur wenige Stunden im Jahr vor.


    Aber mit dem Strommix laden ist auch nicht so schlecht. Bei rechnerischen 420 g CO2/kWh im Strommix (2021) und 20 kWh Verbrauch pro 100 km (einschl. Ladeverlusten) kommt man beispielsweise auf 82 g CO2/km. Das schaffen nicht viele Verbrenner.


    Wenn man allerdings das E-Auto gewohnheitsmäßig während der abendlichen Verbrauchsspitze lädt (wo statistisch der meiste "fossile" Strom im Netz ist), kann man stattdessen auch einen sparsamen Diesel fahren.

    Weiß jemand wie das abläuft, wenn man weiß, welche Module nicht OK sind? Bekomme ich dann ein paar neue/andere/aktuelle Module die gerade verfügbar sind, die ich dann mit in den Strang hängen kann, um auf die versprochene Leistung zu kommen?

    Module verschiedener Hersteller (oder auch unterschiedliche Module desselben Herstellers) in einen Strang zu hängen dürfte so gut wie nie gut gehen, weil sie unterschiedliche Kennlinien haben, der Strang aber vom MPP-Tracker nach einheitlichen Kriterien gefahren wird. Im Ergebnis würden fast immer sämtliche Module (alte wie neue) unter suboptimalen Bedingungen betrieben und entsprechend weniger Leistung bringen als sie könnten.


    Uralt-Module als Ersatz nachzukaufen wird in aller Regel nicht möglich sein.


    Wenn nur wenige Module defekt sind würde ich diese deshalb einfach ausbauen oder überbrücken und so die Stränge verkleinern. So lang die Gesamtspannung pro Strang nicht zu niedrig wird ist das dem Wechselrichter bzw. dem MPP-Tracker egal: Das einzige was nicht geht ist zwei unterschiedlich lange Stränge an einen MPP-Tracker zu hängen.


    Wenn viele Module defekt sind, solltest Du diese ausbauen und die verbliebenen Module in einem Strang zusammenfassen. Wenn genug Platz auf dem Dach ist, könntest Du dann daneben eine neue Anlage bauen, die unter einem zweiten WR oder MPP-Tracker betrieben würde (und auch wieder für 20 Jahre die aktuelle EEG-Vergütung bekommen könnte). Im Parallelbetrieb mit einer BG-15 dürfte sich Letzteres allerdings kaum lohnen.

    Werden denn in der Praxis gar keine Daten geprüft? Nur eine Bestätigung mit Stempel und Unterschrift?

    Der Fachbetrieb bescheinigt mit seiner Unterschrift, dass der HA korrekt durchgeführt wurde. Einzeldaten werden dabei nicht geprüft, aber der Fachbetrieb wird das m.E. nur machen, wenn er weiß, dass die Anlage tatsächlich (in dem Fall von Dir) ordentlich abgeglichen wurde.


    Die Hauptarbeit besteht in der korrekten Ermittlung der Daten, die Einstellung selbst ist m.E. Peanuts – außer natürlich es müsste an der Anlage selbst was gemacht werden, z.B. Ventile oder gar Heizkörper austauschen.

    Das ist richtig. Allerdings bekomme ich die Förderung - und nach fast zwanzig Jahren Selbstständigkeit - bin ich mir ziemlich sicher wer hier haftet. Ich glaube nicht, dass ein Stempel im Zweifel daran etwas ändert. Deshalb gebe ich mir so viel Mühe, wie eben möglich.

    Ich habe keinen Zweifel daran, dass Du das selbst hinbringst, und mit Haftung hat das nichts zu tun. Aber es ist einfach so, dass bei den Nachweisen für die Förderung neben den Rechnungen etc. auch ein Formular zum hydraulischen Abgleich eingereicht werden muss, und der braucht Stempel und Unterschrift eines Fachbetriebes. Bei uns musste der sogar für die Erneuerung der ST-Anlage mit vorgelegt werden, obwohl sich seit dem 2010 tatsächlich durchgeführten HA weder an der Heizanlage noch an den Räumen etwas geändert hatte. Wenn Du das also nicht selbst als Fachbetrieb unterschreiben kannst, musst Du jemand finden, der das für Dich macht.

    2 Etagen höher, wo es IMMER zu warm ist die Wärme absaugen.

    Wenn das wirklich (so gut wie) IMMER ist, alles klar - kein Problem. Dann arbeitet die WP de facto als Klimaanlage und es entstehen keine Verluste.

    kann ich denn beide Speicher (den von WP und von Ölheizung) koppeln?

    Im Prinzip geht alles, aber was in Deinem Fall die beste Lösung ist bitte ich Dich nach den Gegebenheiten vor Ort mit dem installierenden Fachbetrieb zu klären.

    Nur müsste man die stillgelegte "Heizungsart" dann immer leer laufen lassen damit sich keine Keime drin bilden?

    Leer laufen lassen nicht, das tut auch den Speichern nicht gut. Wenn nicht sowieso beide Wärmeerzeuger auf denselben Speicher arbeiten, würde ich bei Wiederinbetriebnahme eines Speichers diesen einmalig eine Stunde lang auf knapp 70° erhitzen, das müsste den Legionellen den Garaus machen - und dann auch die Warmwasseranschlüsse kurz spülen bis es richtig heiß kommt. Das müsste ausreichen. Oder (was ich empfehlen würde) einen Frischwasserspeicher anschaffen, dann kann es mit Keimen keine Probleme geben.

    Habe Nord und Süddach voll mit PV.

    Na ja, ob das das Norddach im Winterhalbjahr viel bringt....


    Aber der Knackpunkt bei einer TWW-WP im Heizkeller (oder überhaupt innerhalb der thermischen Gebäudehülle) ist weniger die Frage wo der Strom für die WP herkommt, sondern wo die Wärme herkommt.


    Früher waren die Heizkessel (oder auch die WW-Speicher) so schlecht isoliert, dass es im Heizkeller allein von der Kessel-Abwärme ganzjährig 26°C haben konnte. Manche Leute haben deshalb da ihre Wäsche zum Trocknen aufgehängt. Diese Wärme – die von der Wäsche abgesehen so oder so verloren war – konnte man natürlich gut für eine TWW-Wärmepumpe nutzen.


    Heutzutage sind die Kessel sehr gut isoliert und geben kaum noch Abwärme ab. In unserem Heizkeller liegt die Temperatur im Winter bei 18°C oder darunter. Wenn Du jetzt mit Hilfe einer TWW-WP dem Heizkeller Wärme entziehst (nach der o.g. Rechnung ca. 15 kWh pro Tag), dann kühlt der Raum zwangsläufig ab. Im Sommer (oder in einem gut isolierten Weinkeller) kann das sogar nützlich sein, aber ansonsten musst Du Dir die Frage stellen, aus welchen Quellen die von der WP entnommene Wärme in den Heizkeller nachsickert. Vermutlich kommt sie (direkt oder indirekt) aus anderen Räumen Deines Hauses. Und das bedeutet, dass Du während der Heizperiode die von der WP verbrauchte Wärme über die Heizkörper wieder aus Deiner Ölheizung nachliefern musst. Das solltest Du bei Deinen Wirtschaftlichkeitsrechnungen berücksichtigen.

    Bei einem Verbrauch von 5220kWh Wärme....das durch 4 = 1305kWh Strom

    Ganz so optimistisch sehe ich das nicht.


    Zum Einen ist ein Aufstellungsort im Heizkeller zwar möglich und wegen der WW-Anschlüsse auch praktisch, aber wenn nicht der Heizkessel sehr schlecht isoliert ist und dadurch einen Haufen Abwärme in den Keller abgibt (scheint mir bei einem Öl-Brennwertkessel eher unwahrscheinlich), pumpst Du nur die Wärme aus Deinem Haus ins TWW. Im Sommer ist das kein Problem und kann sogar angenehm sein, aber während der Heizperiode führt das letztendlich nur dazu, dass Du (bei einer angenommenen Arbeitszahl von 4) jeweils vier kWh Warmwasser aus einer kWh Strom und 3 kWh Öl erzeugst.


    Und zweitens ist die Stromerzeugung aus PV im Winter doch sehr begrenzt, und das meiste davon dürfte schon in den beiden Haushalten benötigt werden. Auch das spricht dafür, die WP im Winter eher nicht zu betreiben.


    An Deiner Stelle würde ich deshalb die Wärmepumpe wetterabhängig (je nach PV-Angebot) mindestens zwischen November und Anfang März stilllegen und in dieser Zeit das WW mit dem Ölkessel erzeugen.

    ja definitiv würde ich die WP dann auch durchlaufen lassen.

    Den Trinkwasserbereich in der Buderus Ölbrennwertheizung würde man dann wohl "abklemmen" oder?

    Aus den o.g. Gründen würde ich von beidem abraten.

    Mein HB nimmt den hydraulischen Abgleich nicht mit in das Angebot, obwohl mehrfach darauf hingewiesen. Darum wollte ich hier selber aktiv werden.

    Bei Heizkörpern geht das im Prinzip gut, sofern voreinstellbare Thermostatventile vorhanden sind und man eine gute Software hat (in meinem Fall beides von Danfoss). Die eigentliche Arbeit ist a) das Vermessen und Eingeben sämtlicher Daten zu den Räumen und Heizkörpern und b) eine halbwegs vernünftige Schätzung der Leitungslänge zu jedem einzelnen Heizkörper – in einem Bestandsgebäude nicht ganz trivial. Ich habe da für 20 Räume mit 27 Heizkörpern einen Tag Arbeit hineingesteckt, wobei das Ergebnis am Ende wahrscheinlich genauer war als wenn das ein Fachbetrieb gemacht hätte. Das eigentliche Einstellen von 27 Ventilen ging dann in einer Stunde.


    Wie das allerdings bei Fußbodenheizungen läuft, hat sich mir (trotz der Erklärungs-Bemühungen eines befreundeten Heizungsbauers) nicht erschlossen. Wir haben dann bei unseren FBH-Ventilen einfach die Rücklauftemperatur-Begrenzung jeweils auf 32°C gestellt (reicht für ein Brennwertgerät locker aus), abgewartet ob das so passt und gut war's. Aber ob diese etwas kavalierhafte Methode im Fall einer Wärmepumpe auch funktioniert, bin ich nicht sicher.


    In jedem Fall brauchst Du aber – auch wenn Du das selbst machst – am Ende des Tages Unterschrift und Stempel von einem Fachbetrieb, der das quasi abnehmen muss.