Beiträge von sailor773

    Kinners, lasst gut sein. Über die gegenläufigen Profile von WP und PV, und die daraus resultierende äußerst begrenzte Eignung einer PV zum Antrieb einer WP sind wir uns glaube ich zum größten Teil einig. Wer's immer noch nicht glaubt, kann sich ja mal KaJu's Grafik reinziehen: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.


    ABER im vorliegenden Fall war die PV nach Nesami's Aussage bereits gesetzt. Und warum auch nicht: Mit einem guten Dach rechnet sich eine PV fast immer, da braucht man bestimmt keine WP dazu. Letztere hat sich erst im Laufe der Diskussion als beste Lösung für die Heizung herausgestellt, und zwar wiederum unabhängig davon ob eine PV da ist oder nicht. Wenn man also aus voneinander unabhängigen Gründen eine PV und eine WP anschafft, spricht ja nichts dagegen, das (wie gesagt äußerst begrenzte) Synergiepotential auch zu nutzen.


    Wenn deshalb jetzt der Solarteur dem TS hilft, einen HB für seine Wärmepumpe zu finden ist das OK, auch wenn seine Gründe dafür nicht unbedingt stichhaltig sind. Ich finde das jedenfalls unterm Strich besser, als wenn er (mit der an sich korrekten Begründung, dass eine PV bei einer WP nicht viel hilft) ihm von einer WP abgeraten hätte.

    Ich denke das letzte Wort hat eh der Energieberater. Der nimmt alles ab.

    Nachdem das Ganze doch jetzt eindeutig auf eine Wärmepumpe hinausläuft, kann Dir vielleicht der Energieberater jemanden in Deiner Gegend empfehlen, der sich mit Wärmepumpen auskennt. Oder Dein Heizungsbauer kennt vielleicht jemanden. Wenn er das, was Du brauchst, nun mal nicht anbieten kann, ist eine solche Frage m.E. legitim.


    Oder Du gehst auf die Websites der großen Wärmepumpen-Hersteller (eine Liste findest Du z.B. hier) und suchst entweder dort oder direkt über eine Seite wie die in dem Link einen dafür geeigneten Heizungsbauer in Deiner Region. Unter Umständen kann Dir auch die für Deine Region zuständige HB-Innung helfen.


    PS - vergiss die Pellets. Wenn Du Dich schlau machen willst, solltest Du das m.E. bei Wärmepumpen tun, da kommt für Dich mehr bei raus.

    Kaminofen soll ja nicht die Heizung ersetzen, dafür gibts WP.

    Hier bei uns ist ein Kaminofen Luxus, für den die Mieter gerne bereit sind höhere Miete zu zahlen.

    Einverstanden. Ich hab' auch einen, wie Du sagst als Luxus (und für wenn z.B. bei Stromausfall die Heizung ausfällt). Aber dann darf der Kaminofen bei der Auslegung der Heizung keine Rolle spielen, d.h. sie muss auch dann 100% ausreichen wenn alle Kaminöfen aus sind.

    Moin Winfried und Gemeinde,

    es geht auch inzwischen um Einzelöfen pro Wohneinheit, und wie gesagt ist fraglich ob die Mieter das wollen.

    also "fraglich" ist m.E. noch sehr vorsichtig ausgedrückt.


    Einzelöfen mit Brennholz? Man kommt also abends bei Kälte und Schlackerschnee von Arbeit nach Hause, die Bude ist kalt, und der erste Gang führt in den Keller ("wo kein Gastank und kein BHKW steht") um Brennholz zu holen. Dann heizt man den Ofen an, und kaum ist eine halbe Stunde vergangen, schwupp! kann man schon Mütze und Wintermantel ablegen. Und morgens liegt der Wintermantel schon im Schlafzimmer bereit, weil es sich nicht lohnt, für den Frühstückskaffee den Ofen anzumachen.


    Meine Eltern haben Ende der 1940er Jahre in so einer Wohnung gelebt. Damals war das normal. Aber heutzutage kann man eine Wohnung mit diesem "Komfort" vielleicht noch an Obdachlose vermieten.


    OK, ich glaube wir sollten das, was wir wissen, noch mal sortieren.


    Wir haben also ein großes aber sehr gut gedämmtes Objekt ohne Erdgasanschluss mit 14.000 kWh/a Wärmebedarf. Ob der Warmwasserbedarf hier schon enthalten ist oder hinzu kommt ist nicht ganz klar: Für vier Parteien würde ich den aber schon mit 8.000 kWh/a ansetzen. Und der Strombedarf liegt bei 11.000 kWh/a.


    Ideal wäre in dem Fall eine BlueGEN. Aber eine Brennstoffzelle geht nicht, weil Brennstoffzellen nicht mit Flüssiggas betrieben werden können.


    Ein kleines konventionelles BHKW wie das NeoTower 2.0 mit 1,1-2,0 kW(el) und 3,8-5,2 kW (th) geht auch mit Flüssiggas und könnte dieses Objekt m.E. schon ohne Zusatztherme alleine heizen. (Für Notfälle würde ich einen 6 kW Heizstab vorsehen). Aber mit 14.000 kWh/a Wärmebedarf kommen gerade mal 2.700 Vollbetriebsstunden im Jahr heraus, was für einen wirtschaftlichen Betrieb zu wenig ist. Falls in der o.g. Zahl der TWW-Bedarf nicht enthalten sein sollte, müsste man noch mal rechnen, aber auch dann käme man nur auf grenzwertige 4000 VBh/a. Und "grenzwertig" ist kritisch, da der wirtschaftliche Vorteil des Eigenverbrauchs hier wegen der EEG-Umlage (Stromverkauf an Mieter!) noch mal um 8 ct/kWh (einschl. USt) niedriger ausfällt als sonst.


    PV kann man dagegen immer machen, wenn ein geeignetes Dach vorhanden ist. Die Problematik mit der EEG-Umlage gilt hier natürlich auch, ist aber nicht so entscheidend für die Wirtschaftlichkeit. Und daher frage ich mich: Wenn schon PV, warum nur 10 kWp? Die 10-kW-Grenze laut § 61a Nr. 4 EEG ist im vorliegenden Fall irrelevant, weil die EEG-Umlage sowieso anfällt. Und dass die EEG-Vergütung für Anlagen oberhalb 10 kW(p) um ca. 0,3 ct/kWh niedriger ist, macht das Kraut bestimmt nicht fett. 10-11 kWp sollte man vielleicht nicht bauen, aber wenn auf dem Dach mehr Platz ist, würde ich es jedenfalls voll machen.


    Für die Heizung (angenommen ein BHKW rechnet sich nicht), gibt es neben der Standardlösung Flüssiggas-Brennwerttherme aus meiner Sicht folgende Alternativen:


    Holzpellet-Heizung: Der kleinste beispielsweise von Viessmann angebotene Heizkessel kann von 2,4 bis 8 kW modulieren. Andere Geräte werden ähnliche Daten haben. 8 kW oder so braucht man in so einem Objekt wohl schon, um in kalten Wintern wie im Januar 2017 Heizung und Warmwasserversorgung für vier Parteien sicherzustellen. Die Mindestleistung von 2,4 kW ist aber für den Warmwasserbedarf außerhalb der Heizperiode viel zu viel, was bedeutet, dass das Gerät z.B. nur einmal am Tag läuft um einen TWW-Tagesspeicher zu laden. Häufige Starts steigern Stromverbrauch und Schadstoffausstoß. (Eine Solarthermie-Anlage mit 10-15 qm könnte den TWW-Bedarf außerhalb der Heizperiode decken, so dass man die Pelletheizung z.B. im Sommer 2018 wahrscheinlich zwischen Mai und September hätte ausschalten können. Aber in einem vermieteten Haus kostet eine ST nur Geld ohne Einnahmen zu bringen.) Und eine Pelletheizung allein zu lassen halte ich für schwierig, weil doch öfter mal was sein kann - und wenn nur der Aschekasten geleert werden muss. Für ein Objekt wie das beschriebene - vermietet, also ohne Eigentümer vor Ort, aber zu klein für einen Hausmeister - ist sie daher m.E. nur bedingt geeignet.


    Elektrische Wärmepumpe: Eine Luft-WP ist grundsätzlich zweite Wahl wegen des schlechten Wirkungsgrads im Winter: Erst recht, wenn es um die Bereitung von Warmwasser geht, wo mindestens einmal am Tag Vorlauftemperaturen von mindestens 60°C erforderlich sind. Bei einem Neubau würde ich daher immer prüfen, ob stattdessen eine Sole-WP (mit einer im Garten vergrabenen Soleleitung) möglich ist. Nachdem auch der Aufwand für die Standardlösung wegen des Flüssiggas-Tanks höher ist als sonst, und da auch die Kosten für Flüssiggas höher sind als bei Erdgas, halte ich es für möglich, dass sich eine WP-Heizung rechnet. Die PV-Anlage trägt zu deren Betrieb nur wenig bei, aber wenn sie ohnedies da ist, kann man den kleinen Vorteil mitnehmen.


    Fazit: Ich würde das Dach mit PV voll machen und für die Heizung eine Vergleichsrechnung für a) Flüssiggas-Brennwerttherme, b) Luft-Wärmepumpe und c) Sole-WP anstellen.


    Gruß, Sailor

    Moin DDL,

    Wieso kontraproduktiv, im Winter könnte man den BSZ Strom selbst nutzen und im Sommer einspeisen anstatt PV abzuregeln.Würde mich grundsätzlich interessieren, in diesem fall ist es ja mangels Erdgas eh vom Tisch.

    Ganz so kontraproduktiv wie früher ist es nicht mehr, aber ob sich das rechnet ist dennoch die Frage. Da die Einsparung beim Bezugsstrom immer die gleiche ist, muss man die Opportunitätskosten betrachten, d.h. das was einem jeweils dadurch verloren geht, dass man eine zusätzliche kWh aus PV oder BZ selbst verbraucht anstatt ins Netz einzuspeisen.


    Die EEG-Vergütung für eine PV-Anlage <10 kW, die im 2. Quartal 2019 in Betrieb geht (früher ist das bestimmt nicht zu schaffen) liegt so um die 11 ct/kWh für die nächsten 20 Jahre.


    Die Einspeisevergütung für BHKW-Strom einschl. vNNE ist z.B. bei uns aktuell 5,73 ct/kWh, ändert sich aber jedes Quartal. Vor einem Jahr waren es 3,78 ct/kWh, im Mittel kann man vielleicht mit 5 ct/kWh rechnen. Zusätzlich gibt es bei Einspeisung 8 ct/kWh KWK-Bonus, bei Eigenverbrauch 4 ct/kWh. Die Opportunitätskosten sind die entgangene Differenz (4 ct/kWh) plus die entgangene Einspeisevergütung (ca. 5 ct/kWh), zusammen also ca. 9 ct/kWh. Für Betreiber, die bei der BZ die Pauschalzahlung gewählt haben, sind es ca. 5 ct/kWh.


    Unterm Strich ist also der Eigenverbrauch von BZ-Strom etwa 2 ct/kWh günstiger als der von PV-Strom, nach Pauschalzahlung oder Ende der Förderungsdauer sogar ca. 6 ct/kWh.


    Die "70% hart" Abregelung kostet nach Angaben aus dem PV-Forum bei unverschatteten Süd-Anlagen ca. 4% der Jahresleistung. Bei einer 10 kWp-Anlage wären das ca. 400 kWh/Jahr.


    Rechnet man holzschnittartig, dass durch eine entsprechende Schaltung der Kaskade z.B. 3000 kWh/Jahr wahlweise aus einer BZ oder aus einer PV in den Eigenverbrauch gehen, so betragen die Opportunitätskosten bei der BZ 3000*0,09 = 270 EUR/Jahr, bzw. nach Pauschalzahlung oder Ende der Förderungsdauer 150 EUR/Jahr. Angenommen die gesamte sonst abgeregelte PV-Leistung kann direkt verbraucht werden, dann betragen die Opportunitätskosten bei der PV (3000-400)*0,11= 286 EUR/Jahr. Ein gutes Geschäft wäre eine Vorrangschaltung für die PV also in keinem Fall, und ohne KWK-Bonus bei der BZ (bei einer BlueGen ab dem 8. Betriebsjahr) ist der Ausdruck "kontraproduktiv" immer noch angemessen.


    Ob man mit Hilfe einer elektronischen Mimik den Vorrang von BZ ausschließlich während der Abregelphasen auf PV umschalten könnte, weiß ich nicht. Aber bringen würde es in dem Beispiel 400*0,09 bzw. 400*0,05 = 20-36 EUR im Jahr. Dass sich das lohnt, kann ich mir kaum vorstellen.


    Gruß, Sailor

    Moin Kaju,


    Deine Tabelle ist hochinteressant. Frage: Kannst Du sie auch als "lebendes" Original (ich nehme an Excel) anhängen, damit man damit spielen kann?


    Ich würde z.B. gerne Zwischensummen bilden für die drei Abschnitte "PV ohne Batterie" (bis 7/14), "PV mit Batterie" (8/14-2/17) und "PV+Batterie+BlueGen" (ab 3/17) und miteinander vergleichen.


    Interessant zu wissen wäre auch, ab wann der Tesla dazu gekommen ist. Aus den Monatsverbräuchen lässt sich die Annahme ableiten, dass ab März 2016 ca. 200-300 kWh pro Monat in den Tesla gegangen sind. Das könnte für ca. 1000 km Fahrleistung pro Monat reichen.


    Und ich würde gerne mal den Batterie-Wirkungsgrad über die Monate ab 8/14 graphisch auftragen. Es kommt mir so vor, als ob der mittlere Wirkungsgrad in vier Jahren (bzw. ca. 400 Vollzyklen) um ca. 5-10% zurückgegangen wäre, aber wenn man nur die Zahlen anschaut kann das auch täuschen.


    Gruß, Sailor

    2. Meinst du mit Flächenheizung eine Fußbodenheizung?

    Ja, oder auch eine Wandheizung. Aber wenn die Böden unverändert bleiben, kommt Fußbodenheizung schon mal nicht in Frage. Eine Wandheizung ist eher eine Spezialität, die nur unter bestimmten Umständen passt.


    Niedrige Vorlauftemperaturen lassen sich aber auch erreichen, indem man einfach leistungsfähige Heizkörper einbaut. In aller Regel sollte das möglich sein - insbesondere wenn durch Wärmeschutzmaßnahmen die Heizlast (d.h. die durch die Heizkörper pro Raum abzugebende Wärme) geringer wird als jetzt. Jeder Heizungsbauer müsste das rechnen können.

    3. Gibt es für die Luftwärmepumpe Vorraussetzungen? (ich habe keine Ahnung was das ist)

    Oh. Dann muss ich mit meiner Erklärung etwas weiter vorne ansetzen.


    Eine Luft-Wärmepumpe funktioniert im Grunde nicht anders als das Kälteaggregat im Kühlschrank. Beide laufen mit Strom, der den Verdichter für das Wärmeträger-Medium antreibt. Es gibt nur einen Unterschied: In einem Haus mit WP sitzt der heiße Teil (beim Kühlschrank ist dies das Blechteil an der Rückseite, das sich warm anfühlt und wenn man Pech hat scheppert) im Wärmespeicher und erwärmt das Heizwasser fürs Haus, während der kalte Teil (beim Kühlschrank ist das die Fläche, die wegen Eisbildung gelegentlich abgetaut werden muss) bei der Luft-WP außen sitzt und von der Umgebungsluft erwärmt wird.


    Der Wirkungsgrad einer WP wird Leistungszahl genannt (abgekürzt COP) und steht für das Verhältnis der Nutzwärme, die sie abgibt, zum verbrauchten Strom. Der COP wird um so besser, je höher die Temperatur am kalten Ende ist und je niedriger die Temperatur, die erzeugt werden muss. Dementsprechend ist der COP einer Luft-WP bei kalten Außentemperaturen schlechter als bei warmen, und bei hohen Vorlauftemperaturen schlechter als bei niedrigen. Die sich aus den verschiedenen Betriebszuständen im Jahresdurchschnitt ergebende Leistungszahl wird "Jahresarbeitszahl" (JAZ) genannt.


    Verkäufer von Wärmepumpen geben gerne einen COP an, der unter Labor-Normbedingungen ermittelt wurde und für die tatsächliche JAZ ungefähr so aussagekräftig ist wie bei einem Auto die Verbrauchsangabe nach NEFZ für den tatsächlichen Verbrauch. Als Daumenregel kann man aber sagen, dass eine ordentliche Luft-WP unter halbwegs vernünftigen Bedingungen (insbesondere Niedertemperatur-Heizung) auf eine JAZ von 3,0 bis 3,5 kommen kann. Will heißen: Um beispielsweise 14.000 kWh Wärme im Jahr zu erzeugen, verbraucht eine Luft-WP unter guten Bedingungen vielleicht 4.000 kWh Strom. Unter schlechteren Randbedingungen können es aber bei gleichem Wärmebedarf auch 4.500 oder mehr kWh Stromverbrauch im Jahr werden.

    4. Es handelt sich um ein Flachdach von ca. 48 m²

    Falls das Flachdach unverschattet ist (d.h. es gibt keine hohen Bäume oder Nachbarhäuser zumindest in Südost- bis Südwest-Richtung), könntest Du Dir von einem Solarteur ein Angebot für eine aufgeständerte PV-Anlage machen lassen.

    Also Vorschläge.


    Erstens ist der Wärmebedarf des zu kaufenden Hauses zwar nicht grottenschlecht aber ziemlich schlecht. Falls noch nicht geschehen, solltet Ihr also als erstes von einem kundigen Energieberater klären lassen, ob und welche zusätzlichen Wärmeschutzmaßnahmen (abgesehen von der neuen Heizung) in dem Haus mit vertretbarem Kosten-/Nutzenverhältnis durchgeführt werden können. Die würde ich dann gleich mitmachen, da wegen der neuen Heizung sowieso schon in allen Räumen Baustelle sein wird. Je nachdem was dabei rauskommt könnte sich nicht nur der Jahreswärmebedarf sondern auch die Heizlast (und damit die Auslegung der neuen Heizung) dadurch noch verändern. Und Fördermittel gibt es dafür auch.


    Zweitens: Da in allen Räumen Heizkörper installiert werden müssen, würde ich empfehlen entweder Flächenheizungen zu installieren oder die Heizkörper so groß auszulegen, dass ein Niedertemperatur-Heizsystem möglich ist. Das heißt, Vorlauftemperatur maximal 50°C, Rücklauftemperatur 30°C oder weniger. Das ist wegen der besseren Wirkungsgrade sowohl für eine Brennwertheizung günstig als auch für eine Wärmepumpe.


    Drittens: Wenn diese beiden Punkte gegeben sind (d.h. deutlich verminderter Heizwärmebedarf und Niedertemperatur-Heizsystem), solltet Ihr im Vergleich zur Standardlösung (Brennwerttherme) auch mal eine elektrische Wärmepumpe prüfen. In Eurem Fall kommt wahrscheinlich nur eine Luft-WP in Frage, aber bei einem kleinen, gut gedämmten Haus mit NT-Heizsystem kann sich das trotzdem rechnen.


    Viertens: Sofern ein geeignetes Dach vorhanden ist, solltet Ihr in jedem Fall die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage prüfen. Nicht um damit ggf. eine Wärmepumpe anzutreiben (wegen der gegenläufigen Erzeugungs- und Verbrauchsprofile bringt das kaum etwas), sondern um - an Stelle der sich wohl nicht rechnenden Brennstoffzelle - wenigstens einen Teil Eures Strombedarfs selbst decken zu können. 70-80% wie bei der BZ sind natürlich nicht drin, aber 25-30% im Jahresmittel wahrscheinlich schon, und im Sommer können es durchaus 50-60% werden. Lasst Euch dabei aber keinen Stromspeicher aufschwatzen, denn der rechnet sich zu derzeitigen Speicher- und Stromkosten bestimmt nicht.


    Gruß, Sailor

    Moin,

    Nun hatten wir kurz vorher jemanden von Energy World da

    @Lola, während wir hier Daten sammeln und uns darüber Gedanken machen ob eine Vitovalor grundsätzlich für Euer neues Haus sinnvoll sein könnte, solltest Du mal über die Suchfunktion in diesem Forum die Beiträge studieren, in denen der Begriff "Energy World" vorkommt. Auf alle Fälle kann ich Dir spannende Unterhaltung und vielleicht auch neue Erkenntnisse versprechen.


    Zu den Verbrauchsdaten: Viel wissen wir noch nicht, aber mit den vorhandenen Daten kann man mal eine erste grobe Daumenschätzung anstellen.


    Es wurden also 2.584 kWh in der HT-Zeit verbraucht. Grob geschätzt müssten das ca. 60% des Haushaltsstroms sein, d.h. der reine Haushaltsstromverbrauch (einschl. Durchlauferhitzer) hätte insgesamt so um die 4.300 kWh gelegen, davon ca. 1.720 kWh NT. Auf die Heizung (ohne Warmwasser) entfallen somit ca. 13.000 kWh/a. Für Warmwasser kommen bei drei Personen bestimmt noch mal 2.200-2.800 kWh/a oder 6-8 kWh/Tag hinzu. Das wären dann insgesamt ca. 140 kWh Wärme pro qm und Jahr.


    Bei dem genannten Wärmebedarf würde eine Vitovalor voraussichtlich während der Heizperiode (8 Monate, etwa Mitte September bis Mitte Mai) durchlaufen, also ca. 5.550 Betriebsstunden. In den vier Sommermonaten kommt sie auf ca. 6 Betriebsstunden pro Tag für Warmwasser, also weitere ca. 750 Betriebsstunden. Zusammen gibt das 6.300 Betriebsstunden, in denen 4.725 kWh Strom und 6.930 kWh Wärme erzeugt werden. Verbraucht werden dafür 13.860 kWh Erdgas in der Vitovalor sowie 8.640 kWh in der Zusatztherme, zusammen 22.500 kWh Erdgas.


    Für den zukünftigen Stromverbrauch haben wir keine Anhaltspunkte, also setzen wir mal die statistischen 3.400 kWh/a für einen Dreipersonen-Haushalt an (ohne Durchlauferhitzer). Ich könnte mir vorstellen, dass in den acht "Winter"-Monaten ein Eigenverbrauch von insgesamt 2.050 kWh erreichbar ist. In den vier Sommermonaten kommen vielleicht noch mal 550 kWh dazu. Insgesamt macht das 2.600 kWh.


    Mit einer normalen Brennwert-Gastherme (Basisfall) würden ca. 16.000 kWh Erdgas verbraucht werden.


    Jetzt kannst Du folgende Rechnung zur Wirtschaftlichkeit einer Vitovalor im Vergleich zu einer reinen Gasheizung aufmachen (Steuern nicht berücksichtigt, ggf. abweichende Dir bekannte Werte musst Du selbst substituieren):


    1) Einnahmen


    Einsparung Zukaufstrom: 2.600 kWh * 28 ct/kWh = 728 EUR

    KWK-Zulage für Eigenverbrauch: 2.600 kWh * 4 ct/kWh = 104 EUR

    Einspeisevergütung: 2.125 kWh * 5 ct/kWh = 106 EUR

    KWK-Zulage für Einspeisung: 2.125 kWh * 8 ct/kWh = 170 EUR

    Erstattung Energiesteuer: 13,86 MWh * 5,5 €/MWh = 76 EUR

    Summe Einnahmen: 1.184 EUR


    2) (Zusatz-)Ausgaben


    Mehrverbrauch Erdgas: 6.500 kWh * 5 ct/kWH = 325 EUR


    Der "Rohgewinn" liegt somit bei ca. 860 EUR/Jahr. Den kannst Du jetzt den Mehrkosten einer Vitovalor (netto, abzüglich Förderung in Höhe von 9.300 EUR) im Vergleich zu einer Gastherme gegenüber stellen. Machen würde ich das mit der Vitovalor nur, wenn die Amortisationszeit unter zehn Jahren liegt.


    Achtung: In dieser Rechnung noch nicht berücksichtigt sind die Wartungskosten! Für eine Gastherme kannst Du diese beim Heizungsbauer erfragen, sie dürften so um die 100-150 EUR/Jahr liegen. Bei der Vitovalor ist meines Wissens ein 10-Jahres-Vollwartungsvertrag obligatorisch, dessen Kosten in der Angebotssumme ggf. bereits enthalten sind. Das musst Du in jedem Fall vorab klären, weil die in Frage stehenden Kosten erheblich sind. Ich empfehle hierzu, über die Viessmann-Website einen Heizungsbauer in Deiner Region zu ermitteln, der sich mit der Vitovalor auskennt. Zur Fa. Energy World solltest Du Dir anhand der o.g. Beiträge eine eigene Meinung bilden.


    Gruß, Sailor

    Es scheint so.als wenn unter 17500€ Bruttogewerbeeinnahmen

    (KleinunternehmerRegelung ?) anscheinend

    keine U Steuer fällig werden ??

    Richtig. Aber dafür darf man dann auch keine bezahlte Vorsteuer geltend machen, z.B. die USt in den Erdgaslieferungen.

    Und auf die EEG Abgaben muss beim Überlandnetzbetreiber , auch keine U Steuer bezahlen.

    Wenn Dir der ÜNB EEG-Umlage in Rechnung stellt, dann wahrscheinlich mit Umsatzsteuer - denn er ist ja kein Kleinunternehmer. Zahlen musst Du also auf alle Fälle.

    Moin Peter,


    egal ob das so stimmt, wie Du den Viessmann-Mitarbeiter verstanden hast: In jedem Fall sind die eingebauten Wärmemengenzähler nicht besonders genau. Die beste Methode ist daher m.E. tatsächlich, mit Gasverbrauch und Wirkungsgrad zu rechnen. Die Brennstoffzelle in der PT2 verbraucht pro Betriebsstunde 2,2 kWh Erdgas und erzeugt damit 0,75 kWh Strom und 1,1 kWh Wärme. Soweit ich weiß hat die PT2 irgendwo eine Anzeige für das in der Brennstoffzelle verbrauchte Gas (für die Energiesteuer-Erstattung). Diesen Wert (mit den Angaben aus der Gasrechnung von m3 in kWh umgerechnet) kannst Du hernehmen, die reine Wärmeerzeugung ist davon genau die Hälfte. Oder Du rechnest es über den Betriebsstundenzähler aus, da müsste etwa das gleiche rauskommen.


    Der darüber hinaus angefallene Gasverbrauch war in der Zusatztherme und ist (mit einem Wirkungsgrad von rechnerisch 98%) komplett in die Wärmeerzeugung gegangen.


    Du kannst ja mal den so ermittelten Wert mit dem vergleichen, was der eingebaute Wärmemengenzähler angibt. Falls Letzterer mit - sagen wir - plusminus 5-10% Abweichung übereinstimmt (meistens ist die Anzeige eher zu niedrig als zu hoch), kannst Du den auch nehmen.


    Gruß, Sailor

    Also. daß eine Brennstoffzelle, und ein Litium Speicher, 50 Jahre halten muss ??

    Nochmal: Diese Regel mit den 2% AfA gilt für Neubauten. Wenn Du heute ein Haus neu baust, hat es im allgemeinen eine Heizung. Auch wenn das ein hundsgewöhnlicher Gas- oder Ölkessel ist, erwartet kein Mensch, dass er 50 Jahre hält. Das gilt im Übrigen auch für andere Gebäudebestandteile, z.B. für die Fenster. Trotzdem zählt das alles miteinander zum Gebäude, und vom Gesamtwert aller dieser Gebäudebestandteile kannst Du 2% p.a. abschreiben. Wenn dann später einer dieser Gebäudebestandteile ersetzt werden muss, gilt der Aufwand für diesen Ersatz als Erhaltungsaufwand und kann - unabhängig davon wie alt das Gebäude ist und wie viel von der ursprünglichen Substanz bereits abgeschrieben ist - sofort zu 100% abgesetzt werden.


    Alles klar?


    Dass für Mieterstrom keine Umsatzsteuer berechnet werden müsse, halte ich für ein Gerücht. Aber wenn Dein Steuerberater da anderer Meinung ist, halt' ich mich da raus. In jedem Fall solltest Du berücksichtigen, dass bei Stromverkauf an Dritte (einschl. Mieterstrom) die volle EEG-Umlage abzuführen ist. Und meiner Meinung nach muss auch auf diese EEG-Umlage noch 19% Umsatzsteuer abgeführt werden.

    Deswegen erwäge ich nun den zusätzlich nötigen Brennwertkessell über die Erhaltungs aufendungen ( 5 Jahre ) ab z u schreiben?

    Ich vermute mal, daß ich wegen der Infizierugsgefahr so sicherer fahre ??

    Ich bin nicht ganz sicher ob ich Dich richtig verstanden habe, aber wenn ein Brennwertkessel nachträglich in ein bestehendes Gebäude eingebaut wird, zählt das in jedem Fall als (sofort zu 100% absetzbarer) Erhaltungsaufwand und wird (sofern das Gebäude vermietet ist) steuerlich über die Anlage "V" (Vermietung und Verpachtung) für dieses Gebäude abgerechnet. Dort kannst Du Dir aber aussuchen, ob Du die Kosten für Kessel & Einbau sofort geltend machst oder gleichmäßig auf 2 bis 5 Jahre verteilst. Mit "Abschreibung" hat das nichts zu tun. Die laufenden Kosten (i.W. Gasverbrauch, Wartung und Kaminkehrer) sind auf die Mieter umlegbar, Einbau- und Reparaturaufwand dagegen nicht. Aber alle Kosten sind Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung.


    Wenn das Gebäude dagegen privat genutzt wird, sind alle diese Kosten steuerlich unbeachtlich.


    Aus der Frage mit der Infizierungsgefahr halte ich mich raus, davon verstehe ich absolut nichts.


    Aus Deine beiden PDF `s. lese ich daß es in meinem Fall, auch mit der Sonderabschreibung, und evtl sogar mit der Infestitionszulage glücken könnte, da ich durch meine umfangreichen PV Analgen, und auch schon mit einem anderen Mieterstromobjekt ,schon ungewollt als zu einen sogn. Energielieferunternehmer wurde .

    M.E. ist das nur hinzukriegen, wenn alle diese Anlagen steuerlich in einem separaten Unternehmen stecken, z.B. einer GmbH, und daher nachweislich gewerblichen Zwecken dienen. In dem Fall würde auch weiterhin die AfA auf zehn Jahre gelten. Die Abgrenzung ist aber schwierig, insbesondere falls nur ein Gebäude versorgt wird und Du sowohl Eigentümer des Gebäudes als auch des "Energieunternehmens" bist. Deshalb bitte ich Dich, diese Fragen mit dem Steuerberater zu klären.

    Moin rainking ,

    Es wäre sicherlich mit ein bisschen gutem Willen möglich, die beiden Anlagen gleichwertig zu behandeln und über einen Zähler laufen zu lassen. Der vielgepriesenen Energiewende leistet unser Bürokratismus auf jeden Fall keinen Vorschub, da er sie nur unnötig verteuert und verkompliziert.

    Was die Bürokratie im Allgemeinen betrifft, bin ich absolut Deiner Meinung. Aber eine Brennstoffzelle und eine PV-Anlage über einen gemeinsamen Zähler laufen zu lassen, geht nun wirklich nicht. Die Abgrenzung ist nicht nur notwendig, weil die Vergütung aus zwei verschiedenen Töpfen kommt (PV=EEG, BHKW=KWKG), das könnte man mit einem bisschen gutem Willen vielleicht noch hinkriegen. Hinzu kommt aber, dass der PV-Strom nach einer völlig anderen Systematik vergütet wird als der BHKW-Strom, und außerdem für einen längeren Zeitraum. So lange das so ist (also bis nach 20 Jahren die Förderung für die PV-Anlage ausläuft), muss man Einspeisung und Eigenverbrauch beider Anlagen mit Hilfe der Kaskade abgrenzen.


    Tatsächlich vollkommen überflüssig ist allerdings das Setzen eines zusätzlichen Erzeugungszählers an Stelle des dafür vorgesehenen (geeichten) eingebauten Zählers in der Vitovalor: Es sei denn, der vom NB eingesetzte Zähler wäre womöglich bereits in der Lage, Zählerstände über das Smart Meter Gateway online zu übermitteln, oder zumindest für eine spätere Aufrüstung vorbereitet. So etwas können die eingebauten Zähler nicht.


    Mein Vater sagte immer "man soll sich nur so viel ärgern, wie gerade noch Spaß macht". In diesem Sinne wünsche ich Dir trotz Bürokratie einen erfolgreichen Einbau und Betrieb deiner Vitovalor, und Genuss bei der ersten warmen Dusche mit dem neuen Brennwertkessel.


    Gruß, Sailor

    Moin Hartmut,

    ich bin in der Planung eines Brennstoffzellen BHKW` s


    Nun äußerte sich der Verkäufer, daß ich das nur mit 2%??? abschreiben könnte

    Wenn das BHKW als Heizung in einen Neubau eingebaut wird, ist das so. Bei nachträglichem Einbau zählt es als Erhaltungsaufwand und kann auf einen Sitz geltend gemacht werden (oder auch, wenn einem das lieber ist, auf bis zu fünf Jahre verteilt).


    Wenn das Gebäude privat genutzt wird, gilt beides nur für den auf die Stromerzeugung entfallenden Anteil an den Gesamtkosten. Bei einer BlueGen mit 1,5 kW(el) und 0,6 kW(th) wären das also z.B. (1,5/2,1=) 71,4%. Der Wärmeanteil ist Privatsache. Auch die laufenden Kosten werden später analog aufgeteilt.


    Als Einstieg in die Thematik hänge ich unten einmal mehr die beiden Verfügungen an, in denen die steuerliche Behandlung von BHKW's ausführlich abgehandelt wird. Die Abschreibungsfragen werden in Kapitel 4 der zweiten Verfügung behandelt. Lies Dir das mal durch, und wenn Du dann noch Fragen hast, können wir Dir (wie immer ohne Gewähr) vielleicht weiter helfen.


    Was die mögliche "gewerbliche Infizierung" betrifft, würde ich Dir empfehlen, einen Steuerberater zu konsultieren.


    Gruß, Sailor

    Moin KaJu,

    Die Heizung war total verdreckt und wurde jetzt gereinigt.

    wenn der Dreck im WT aus dem Heizsystem kam, und wenn der jetzt aus dem ganzen System (nicht nur aus dem Wärmetauscher!) gründlich entfernt wurde, brauchst Du ja erst mal keine neue Heiztherme. Genutzt hätte die Dir in dem Fall sowieso nichts, denn dem Dreck ist es egal ob er sich in einem alten oder in einem neuen WT festsetzt.


    Das mit der Wärmepumpe sehe ich genau so wie Hans Dampf . Wir hatten zu dem Thema "BlueGen plus Wärmepumpe" schon eine ausführliche Diskussion in diesem Thread, da kam auch nichts anderes raus. Dank Deiner Grafik haben wir in Deinem Fall zusätzlich noch eine hervorragende Datenlage, müssen also nichts schätzen. Wie @DDL schon ausgerechnet hat, würdest Du mit einer WP schon bei den laufenden Kosten draufzahlen, so dass von einer Amortisation der Mehrkosten für eine WP (im Vergleich zum Einbau einer neuen Heiztherme) nicht mal ansatzweise die Rede sein kann. Und dabei waren die Opportunitätskosten (d.h. die entgangene Einspeisevergütung plus 4 ct/kWh KWK-Bonus) noch nicht mal mitgerechnet.


    Und für die Umwelt bringt das auch nichts. Der von Dir eingespeiste BlueGen Strom wird gerade in den Wintermonaten meistens auch im Netz gebraucht und ersetzt dort Braunkohle- bzw. (bis 2022) Kernkraftstrom oder versorgt die elektrischen Wärmepumpen anderer Leute, bei denen sich das besser rechnet als bei Dir.


    Also lass' es gut sein, freu' Dich an Deiner funktionierenden BlueGen und gönne das bisschen Einspeisestrom dem Netzbetreiber. Der hat auch was davon, weil er dann nicht so viel Braunkohlestrom zukaufen muss.;)


    Gruß, Sailor

    Oops...:pinch:


    Dann versteh' ich es. Zumindest bis zu einem gewissen Grad, da hat natürlich der Computer Alarm geschlagen und die mussten was machen.


    Vielleicht wäre es trotzdem für alle Beteiligten weniger Arbeit gewesen, Dich z.B. schon im September 2018 ins FA einzuladen, Dir zu zeigen wo Du offensichtlich Mist gebaut hast, mit Dir zusammen eine korrekte Voranmeldung zu basteln und Dir zu erklären, wie Du es künftig machen musst. Es muss ja aus den Zahlen erkennbar gewesen sein dass hier nicht einer versucht hat, Millionen auf die Cayman-Inseln zu verschieben. Und m.E. wäre das (wenn Du den Leitzordner mit Deinen Unterlagen mitgebracht hättest) in einer Stunde machbar gewesen. Aber wahrscheinlich gibt das unsere Rechtslage nicht her.


    Wie dem auch sei, Du hast es hinter Dir und kannst Dich jetzt mit vollem Einsatz dem MaStR und dem Netzbetreiber widmen.


    "Always look at the bright side of life"...

    Wegen der PV-Anlage nur deshalb, weil ich die Vorsteuer vom Finanzamt zurückhaben wollte. Hat primär nichts mit der Anlagengröße zu tun. Aber da erzähl ich Dir sicherlich nichts neues.

    Nein. Erstaunlich daran finde ich nur, dass sie wegen 600 Euro oder so (mehr USt hast Du doch für 1,8 kW(p) bestimmt nicht gezahlt) gleich eine USt-Sonderprüfung ansetzen. Ich habe seinerzeit für die Zweit-Anlage - das war bei mir das Vitotwin - dem FA neben der USt-Erklärung (über Elster) einen Brief mit Rechnungskopien von Heizungsbauer und Elektriker geschickt, dann war für die die Sache erledigt und ich habe meine USt zurück bekommen.


    Ich gehe mal davon aus, dass bei Dir mit der USt alles stimmt. Aber selbst wenn das nicht so wäre: Da fährt also einer vom FA zu Dir raus, sieht Deine Unterlagen durch, fährt zurück, schreibt wahrscheinlich noch einen kurzen Bericht und legt den ab. Da sind zwei Stunden schnell weg. Einmal angenommen - rein theoretisch! - dabei würde tatsächlich 'rauskommen, dass Du die USt nicht zurückbekommst. Dann müsste der Staat nur noch weitere 20 Millionen gleich gelagerte Fälle bearbeiten und schwupp! hat er die 12 Milliarden zurück, die uns z.B. der Betrug mit den Cum/Ex-Geschäften gekostet hat (Gehälter und Pensionen für 40 Mio MitarbeiterInnen-Stunden noch nicht eingerechnet).


    Also irgendwie kommt es mir so vor, als ob der Staat seine wertvollen Ressourcen ertragreicher einsetzen könnte als bei Dir eine USt-Sonderprüfung zu machen.


    Gruß, und nimm's leicht,

    Sailor

    Dann definiere einmal "Massentierhaltung" - mehr als 2 / 20 / 200 / 2000 / ... für Kühe / Schweine / Hühner! Wenn

    Wikipedia schreibt dazu zum Beispiel:

    Der Begriff „Massentierhaltung“ wurde 1970 vom Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek gegen die Käfighaltung von Legehennen eingeführt.

    Er etablierte sich in Deutschland, nachdem 1975 die Verordnung zum Schutz gegen die Gefährdung durch Viehseuchen bei der Haltung von Schweinebeständen mit der Kurzbezeichnung Massentierhaltungs-VO, erlassen wurde, die damals für Bestände ab 1.250 Schweinen galt.

    ...

    Das deutsche Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung von 2013 nennt bei Intensivhaltung als Grenzwert 40.000 Plätze für Geflügel, 3.000 Plätze für Mastschweine (über 30 kg) und 900 Plätze für Sauen. Die Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen enthält in Ziffer 7 sehr differenzierte Grenzwerte im Rahmen der Genehmigung, wobei nach Art der Haltung (Aufzucht, Mast, sonstige Haltung) unterschieden wird. So ist eine Genehmigung in der Fassung von 2017 bereits ab 560 Sauenplätzen erforderlich.

    Rinder werden hier nicht erwähnt, aber rechnet man die Zahlen aus der UVP-VO nach GVE um, so käme eine Größenordnung von 500 Rindern heraus. Die im Link erwähnte VO über genehmigungsbedürftige Anlagen kenne ich nicht, aber die dort erwähnten Zahlen sind vielleicht ebenfalls brauchbar.

    Jetzt wäre nur interessant, welche (seriöse) Quelle Du für diese Behauptungen hast?

    Jedenfalls wurde die Anwendung von antibiotischen Leistungsförderern 2006 in Europa verboten, um Resistenzbildungen aus dieser Quelle auszuschließen. Der Einsatz von "Human"-Antibiotika als Leistungsförderer wurde bereits in den 1990er Jahren verboten. Davor war er also erlaubt. Zahlen dafür sind extrem schwer zu finden. In dieser Veröffentlichung fand ich nur die Angabe, dass in der (damaligen) EU der Einsatz antibiotischer Leistungsförderer im Jahr 1997 bei 1.600 Tonnen lag und bis 1999 auf 786 Tonnen zurückging. Auch 1997 waren sie größtenteils bereits verboten, nur Restbestände durften noch aufgebraucht werden. Wieviel vorher verwendet wurde, habe ich nicht gefunden, aber weniger war's bestimmt nicht. Gleichzeitig ging übrigens in nur zwei Jahren der Verbrauch an "therapeutischen" Antibiotika in der Tierhaltung von 3.500 t auf 3.900 t hoch: Ein Schelm, der Böses dabei denkt...


    Richtig ist auch, dass der Verbrauch an humantherapeutischen Antibiotika in der EU 1999 um 8.500 t lag. Jetzt müsste man also herausfinden, ob sich resistente Keime mehr dadurch gebildet haben, dass Antibiotika aus der Humanmedizin in diesen Menschen solche Stämme "gezüchtet" haben, oder vielleicht doch dadurch, dass damals jedermann vor allem im Hähnchenfleisch ständig "Leistungsförderer" zu sich genommen hat. ("Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald"...)

    Und dann zeige mir bitte Quellen, die Subventionen an Tierhaltung gebunden liefern!

    Hab' ich das behauptet? Ich habe nur behauptet, dass alle diese Betriebe Subventionen bekommen, und zwar jede Menge. Wie sich die genau errechnen, spielt doch keine Rolle. (Wenn es nach mir ginge, würden Subventionen sowieso ab einer gewissen Betriebsgröße ausschließlich für Leistungen im Umwelt- oder Landschaftsschutz bezahlt, soweit diese über das gesetzlich Vorgeschriebene hinausgehen.)

    Aber ich hab' jetzt keinen Bock mehr, im Internet herauszusuchen, welches z.B. die 100 größten Subventionsempfänger sind und wie viel Tiere sie in wie großen Ställen und auf wie viel Hektar halten.

    Wenn ich mit Dir diskutiere, dann will ich wissen

    Ich sag' Dir was: Musst Du nicht. Diese Recherchen sind zwar interessant, aber machen auch einen Haufen Arbeit. Und eine Doktorarbeit hab' ich schon mal gemacht, das brauch' ich jetzt nicht mehr. Ich werde Dich nicht überzeugen und Du wirst mich nicht überzeugen, und außer uns beiden ist hier schon längst keiner mehr aktiv. Außerdem ist das Antibiotika-Thema nur ein Seitenaspekt: Eigentlich ging es ja hier mal um ein Volksbegehren zum Artenschutz, und ganz eigentlich sind wir hier im BHKW-Forum. Deswegen darf ich mich jetzt aus diesem Thread zurückziehen.


    Wir werden sehen, was die Zeit bringt. Ich hoffe, dass das Volksbegehren durchgeht und hoffe auch (gegen jede Erfahrung), dass unsere bayerische Regierungsmehrheit das Licht sieht und ihren Gegen-Entwurf nicht von der Agrarlobby erarbeiten lässt, sondern von Wissenschaftlern (gerne auch aus dem Agrarbereich) und den Spezialisten in den einschlägigen Ministerien, insbesondere dem Umweltministerium.