Beiträge von sailor773

    PVGIS Ertragsrechner

    ...guckst du hier: Geht auch ohne Luftbild. Entscheidend ist, dass die Dachneigung halbwegs stimmt (alles zwischen 25° und 45° ist OK, und darüber oder darunter geht meistens auch) und v.a. in den ertragreichen Monaten von März bis Oktober möglichst wenig Schatten auf die Anlage fällt.

    Ich fürchte nur, dass – mit zunehmendem Alter der Vitotwins – die früheren Angebote zum Austausch gegen eine Brennstoffzelle für Viessmann nicht mehr attraktiv sind. An Stelle einer Vitovalor zum günstigen Preis gibt es jetzt nur noch eine Brennwerttherme, die allerdings offenbar kostenlos.


    Dass man einen Vitotwin wegen so was Trivialem wie Flammausfall jetzt notschlachtet (ich glaube nach wie vor, dass ein Austausch des Luftverteilerventils samt Stellmotor das Problem lösen würde), deutet m.E. auch darauf hin, dass die Viessmänner keinen Bock mehr haben sich mit dem Vitotwin zu beschäftigen.


    Ob der Austausch Sinn macht, ist eine gute Frage, denn ein toter Vitotwin hat ja immer noch eine einwandfrei funktionierende Brennwerttherme eingebaut, die üblicherweise auch noch relativ wenig Laufstunden auf der Uhr hat. Andererseits altert natürlich auch die Regelung. Und wenn die Alternative ist gar nichts zu bekommen, hilft's ja nichts.


    Was den Austausch betrifft: Probieren könnte man jetzt noch, an Stelle der Gastherme einen Preisnachlass auf eine PT2 (z.B. in Höhe des Wertes der angebotenen Gastherme) zu erreichen. Die Alternative – je nach Umständen und Stromverbrauch) könnte sein, die Gastherme zu nehmen und dann als KWK-Lösung ein NeoTower 2.0 BHKW anzuschaffen. Das müsste im Jahr ähnliche Laufzeiten erreichen wie ein Vitowin, lohnt sich aber natürlich nur, wenn man einen entsprechend hohen Stromverbrauch hat.

    (für ein "normales" Gewerbe würde ich das anders sehen)

    Bei der Umsatzsteuer gilt es mit Sicherheit für alle, d.h. die USt entsteht in dem Moment, wo gezahlt wird.


    Aber auch bei der Einkommensteuer sehe ich keinen Anlass das anders zu behandeln. Wartungskosten sind m.E. unzweifelhaft Betriebsausgaben, und für diese gilt das Abflussprinzip nach § 11 Abs.2 EStG. Bei einem bilanzierungspflichtigen Betrieb könnte ein Steuerprüfer womöglich auf die Idee kommen, dass so eine Vorauszahlung im Umlaufvermögen zu aktivieren und anschließend über die zehn Jahre der Vertragslaufzeit steuerwirksam aufzulösen sei. Selbst darüber würde ich streiten. Aber bei einem nicht bilanzierungspflichtigen Betrieb sehe ich gar keine Möglichkeit, die Zahlung anders zu behandeln denn als eine sofort absetzbare Betriebsausgabe. Zur AfA-Basis gehört ein Wartungsvetrag jedenfalls nicht.

    Beim Durchlesen kam mir noch eine Ergänzung, um Missverständnisse auszuschließen:


    Die Kosten für den Wartungsvertrag werden steuerlich so abgerechnet wie sie anfallen. Das bedeutet, wenn die Kosten für 10 Jahre als Gesamtsumme in einem Sitz gleich zu Beginn in Rechnung gestellt werden, sind sie sowohl bei der ESt (zu 63,83%) als auch bei der USt (zu 100%) auch sofort – d.h. in dem Jahr wo die Rechnung gezahlt wird – abzurechnen. Selbstverständlich kann man sie dann nicht nochmals Jahr für Jahr als laufende Kosten abrechnen.


    Ob das bei der KfW-Zulage auch so läuft weiß ich nicht. Wenn die Kosten für den 10-Jahresvertrag aber mit auf der Rechnung für Gerät+Einbau stehen, würde ich den Zuschuss jedenfalls auch für den Gesamt-Rechnungsbetrag beantragen. (Der Wartungsvertrag gehört m.W. ohnedies zu den Voraussetzungen für die Gewährung des Zuschusses.) Passieren kann dabei nichts, im schlimmsten Fall rechnet die KfW den Betrag bei der Berechnung des Zuschusses heraus. Wenn aber die Wartungskosten stattdessen jährlich berechnet werden, sind sie auf keinen Fall zuschussfähig.

    Mit dem Milchmädchen gerechnet:


    Die Stromerzeugung ist 1 kWh pro Betriebsstunde. Bei 50% Eigennutzung bezogen auf die Bruttostromerzeugung (so habe ich die Zahlen verstanden) und angenommenen 30 ct/kWh Bezugsstrompreis bringt das 15 ct Einsparung pro Betriebsstunde. Die Einspeisevergütung (4 ct/kWh) bringt weitere 2 ct/Bh. Außerdem gibt es noch 2,5 Jahre lang 5,41 ct/Bh KWK-Zulage. Macht zusammen einen Vorteil von 22,4 ct/Bh für 2,5 Jahre, danach 17 ct/Bh.


    Gasverbrauch pro Betriebsstunde (Eta Hs = 83%): ca. 4,2 kWh Erdgas, bei 5 ct/kWh = 21 ct/Bh. Abzüglich EnergieSt-Entlastung (1,8 ct/Bh) und Wärmegutschrift in Höhe der Erdgaskosten (2,5*5 ct/kWh=12,5 ct/Bh) bleiben Kosten vor Wartung in Höhe von 6,7 ct/Bh.


    Ohne Berücksichtigung von Wartungskosten sparst Du also mit dem Gerät in den nächsten 2,5 Jahren ca. 15,7 ct/Betriebsstunde, danach ca. 10,3 ct/Bh. Bei geschätzten 5.000 Betriebsstunden pro Jahr ergibt das 2,5mal 785 EUR/Jahr abzüglich Wartungskosten, d.h. bis Ablauf der Förderung ca. 1.960 EUR. Danach muss das Gerät noch (2.820–1.960)/0,103= 8.350 weitere Betriebsstunden ohne Reparaturen laufen – von heute weg also insgesamt noch gute vier Jahre – bis sich die jetzt aufzuwendenden € 2.820 amortisiert haben. Sofern bis dahin noch Wartungskosten anfallen (deren Höhe und Rhythmus ich nicht kenne), verlängert sich dieser Zeitraum für jeden EUR Wartungskosten um ca. 10 Betriebsstunden.


    Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, z.B. weil steuerliche Aspekte einschl. Umsatzsteuer nicht berücksichtigt wurden. Das könnte man – wenn die Daten bekannt sind – noch korrigieren. Aber ich würde die jetzt anstehende Investition nur tätigen, wenn ich erwarte, dass das Gerät danach noch mindestens die so errechnete Amortisationszeit (plus X für die Wartungskosten) ohne weitere größere Reparaturen übersteht.

    Für die Basis - Wartung vom neo Tower living 2,0 sind 0,17 Cent pro Laufstd. fällig .

    Frage: Ist das pro Laufstunde oder pro Vollbetriebsstunde? Wenn ersteres der Fall ist, würde sich die – technisch mögliche – Drosselung auf 1,1 kW(el) bzw. 3,8 kW(th) wohl in den meisten Fällen auch im Sommer nicht lohnen, weil die Wartungskosten im gedrosselten Betrieb dann mit 15,5 statt 8,5 ct/kWh angesetzt werden müssten. Mit Umsatzsteuer und anteiligen Erdgaskosten wäre das kaum noch weniger als ein günstiger Bezugsstromtarif.


    Bei der PT2 kostet der Basiswartungsvertrag (€ 2.600 für 10 Jahre) bei angenommenen 6.000 Vollbetriebsstunden bzw. 4.500 kWh Stromerzeugung im Jahr ca. 5,8 ct/kWh. Was davon im Einzelnen abgedeckt ist und was nicht, steht wohl im Kleingedruckten: Wartung und allfällige Reparaturen an der eingebauten Gastherme jedenfalls nicht. Aber die Spitzenlasttherme müsste man ja beim NeoTower auch extra kaufen, warten und reparieren.

    Moin Hans,

    Es wird das KfW-Programm 433 mit Stand 02/2021 in Anspruch genommen, so dass KWK-Zuschläge bei der Stromeinspeisung nicht (mehr) in Anspruch genommen werden dürfen. (Off-Topic: Wer genau prüft das seitens der KfW oder sonstiger Stellen?)

    Das muss keiner nachprüfen, denn der Netzbetreiber (der ja aus den Anschlussdaten weiß, dass es sich um eine Brennstoffzelle handelt) ist seit der Änderung in den Förderbedingungen zu Anfang dieses Jahres nicht mehr verpflichtet diese Zuschläge zu zahlen und wird das deswegen auch nicht tun.

    Wenn ich es in anderen Threads richtig verstanden habe, darf ich nur 63,83 % (Stromanteil, s.o.) der ausgewiesenen USt. aller "Eingangsrechnungen" per Vorsteuerabzug geltend machen!?

    Nein. Das gilt (ab 2016) nur für die Einkommensteuer. Bei der Umsatzsteuer gilt nach wie vor die Fiktion der Volleinspeisung des erzeugten Stroms (siehe BMFin-Schreiben vom 19.09.2014, das hast Du Dir ja sicher auch runtergeladen). Dementsprechend ist die BZ dem betrieb zuzuordnen, und zwar im Fall der BlueGen wegen des betrieblichen Anteils (=Stromerzeugung) von über 50% sogar verpflichtend. Die Wärme ist umsatzsteuerlich eine unentgeltliche Wertabgabe.

    Für die Ermittlung des KfW-Zuschusses rechne ich dann 0,4 * (1 - 0,19 * 0,6383) * Gesamtbrutto (Installation, etc. + Wartungsvertrag 10 Jahre)?

    Du solltest rechnen 0,4*Gesamtnetto – oder, wenn Du unbedingt willst, 0,4*(Gesamtbrutto/1,19).

    Laut meinem Verständnis muss die BG-15 im Neubau heutzutage über 50 Jahre abgeschrieben werden, weitere Details dazu konnte ich aber keine finden. Geschieht dies linear mit 2 %? Auch hier werden wieder nur 63,83 % veranschlagt, korrekt? Und, wird nur das Gerät als solches oder auch die initialen Einbaukosten mit betrachtet?

    Ja und ja. Die Kosten für den hydraulischen und elektrischen Anschluss gehören selbstverständlich dazu, auch mit 63,83%.


    Achtung: Der KfW-Zuschuss ist grundsätzlich (mindestens mit 63,83%) im Zuflussjahr als Einnahme im Gewerbebetrieb Strom zu versteuern. Du hast aber gemäß R6.5 Abs. 2 EStR ein Wahlrecht, den Zuschuss stattdessen von der AfA-Basis abzuziehen: d.h. Du vereinnahmst den Zuschuss steuerfrei und dafür ist die AfA 50 Jahre lang um 40% niedriger. Das tut nicht weh.

    Diese Abschreibung ist ja ein Teil der jährlichen Betriebskosten (BK). Daneben fällt mir regelhaft noch der Wartungsvertrag mit der jährlichen Zahlung ein. Der Gasverbrauch der BG-15 wird hier NICHT erfasst, korrekt?

    Wieso nicht? Doch, wird er – natürlich anteilig. Betriebskosten sind laut Verfügung vom 11.01.16:

    Die Aufzählung ist nicht abschließend, d.h. wenn weitere Kosten z.B. für Abgasüberprüfungen o.dgl. anfallen, sind die auch (ggf. anteilig) als Betriebskosten anzusetzen.


    Die Umsatzsteuer für die Investition aus der Rechnung des Heizungsbauers ist umsatzsteuerlich zu 100% als Vorsteuer ansetzbar, vulgo "du kriegst sie zu 100% zurück".


    Bei der Einkommensteuer gilt folgendes: In dem Jahr, wo die USt gezahlt wird, ist sie zu 63,83% Betriebsausgabe. Vom FA erstattete USt ist im Jahr der Vereinnahmung zu 63,83% Betriebseinnahme. Der Rest ist jeweils Privatsache.

    Das EFH in toto läuft natürlich über eine Baufinanzierung, aber lässt sich da wirklich anteilig ein Schuldzins für die BG-15 herausarbeiten? (Off-Topic: "Will" ich hohe Betriebskosten haben?)

    Meiner Meinung nach ist eine anteilige Einrechnung von Finanzierungskosten möglich, das folgt logisch aus der Eigenschaft als Gebäudeteil.


    Wie man das berechnet und ob sich das überhaupt lohnt, solltest Du mit dem Steuerberater besprechen.

    Stromeinspeisung und Eigenverbrauch

    Unentgeltliche Wertabgabe für selbstverbrauchte Wärme

    Hier muss für Einkommensteuer und Umsatzsteuer unterschiedlich gerechnet werden.


    Umsatzsteuerlich gilt die gesamte Stromerzeugung als steuerpflichtiger Umsatz, also 13.140 kWh * (KWK-Index+vNNE). Diese Zahl ist in der USt-Erklärung anzugeben. Hinzu kommt der Wert der erzeugten Wärme als unentgeltliche Wertabgabe. Für Letztere sind entweder die anteiligen Herstellkosten anzusetzen oder der Fernwärmepreis des Vorjahres lt. Energiedaten des BMWi. Die fiktive Rücklieferung des eigenverbrauchten Stroms ist umsatzsteuerlich unbeachtlich, d.h. insoweit ist keine unentgeltliche Wertabgabe zu berechnen. Auch die vom NB hierauf berechnete Umsatzsteuer ist reine Privatsache, d.h. einen Vorsteuer-Abzug gibt es dafür nicht..


    Einkommensteuerlich gibt es folgende Einnahmen:

    • Vereinnahmte Einspeisevergütung (netto) für den tatsächlich eingespeisten Strom (in Deinem Fall für die 3.285 kWh)
    • Tatsächlich (d.h. vom NB auf die fiktive Volleinspeisung gezahlte) vereinnahmte Umsatzsteuer plus die auf die entnommene Wärme anfallende Umsatzsteuer
    • Entnahmen, d.h. die (Netto-) Werte des selbst verbrauchten Stroms plus der Wärme. Zur Bewertung sollte man den Steuerberater fragen. In der Regel sind hier die Herstellkosten oder ggf. niedrigere Marktwerte anzusetzen (jeweils netto). Alternativ wird aber glaube ich akzeptiert, wenn man hier die umsatzsteuerlichen Werte ansetzt.
    • ggf. vom Finanzamt erstattete Umsatzsteuer zu 63,83% (siehe oben).

    Erstattung Energiesteuer

    ...

    Ist diese Erstattung USt.-relevant?

    USt-relevant ist sie nicht, d.h. sie ist nicht in die USt-Erklärung aufzunehmen. Einkommensteuerlich gilt sie zu 100% (nicht 63,83%!) als gewerbliche Einnahme.

    Mein konkretes Vorgehen in Bezug auf die USt. wäre nun...

    in Q2/2021: Erste USt.voranmeldung mit (anteiligem) Vorsteuerabzug für Anschaffungskosten und erstes Jahr Wartungsvertrag
    ab Q3/2021: Rechnungsstellung an den NB (für jeweils vorangegangenes Quartal), USt.voranmeldung mit abzuführender USt. aus Stromeinspeisung (laut Rechnung an NB) und Wertabgabe Wärme (laut Berechnung) sowie ggf. (anteiligem?) Vorsteuerabzug (z.B. für Jahreszahlung Wartungsvertrag und/oder möglicher weiterer Posten, s.o.)

    Grundsätzlich richtig. Beim Netzbetreiber läuft das aber üblicherweise nicht über Rechnung, sondern der NB wird Dir monatliche Abschläge zahlen und zu Beginn des folgenden Kalenderjahres eine Abrechnung schicken. In dem Fall gehören die Abschläge und die darauf vereinnahmte USt in den Monaten, wo sie vereinnahmt werden (Ist-Besteuerung!) in die USt-Voranmeldung. Saldi aus Abrechnungen, i.d.R. vom Gasversorger und vom Netzbetreiber, werden steuerlich in dem Kalendermonat bzw. -jahr abgerechnet, in dem sie zahlungswirksam werden. Wenn also der NB das Jahr 2021 abrechnet, wird der Saldo der Abrechnung (d.h. Einspeisevergütung minus erhaltener Abschläge) i.d.R im Jahr 2022 steuerwirksam. Das Gleiche gilt mit umgekehrtem Vorzeichen beim Gasversorger: Monatliche Abschlagszahlungen und Jahresabrechnung werden jeweils im Zahlungsmonat steuerwirksam.


    Nochmal: Umsatzsteuerlich gibt es keine Aufteilung in Strom- und Wärmeanteil, da werden alle Rechnungen immer zu 100% angesetzt. Die 63,83% betreffen nur bei der Einkommensteuer die Ausgaben und Einnahmen, die für Strom und Wärme gemeinsam anfallen. Im Einzelnen regelt das die Verfügung vom 11.01.16.

    Oder wurde diese logische Regelung irgendwann Widerrufen??

    Meiner Meinung nach gelten alle BHKW's in Wohngebäuden, die ab 2016 in Betrieb gehen, entsprechend der Neuregelung als Gebäudebestandteil. Ob es zusätzlich eine weitere Heizanlage gibt, spielt dabei keine Rolle. (Die Neuregelung musste m.W. auf Grund eines OFG-Urteils so gestaltet werden – egal ob einem das logisch vorkommt oder nicht.)

    Die Ausnahme gilt (nur) unter den folgenden Bedingungen:

    Gruß, Sailor

    DAS ist der entscheidende Punkt. Je nach den Umständen muss man für ein NeoTower 2.0 im Vergleich zu einer einfachen Flüssiggastherme 10-20.000 EUR Mehrpreis rechnen. Einen Zuschuss gibt es dafür nicht mehr. Mit 800 kWh substituierbarem Strombezug plus 3.500 kWh Verbrauch für das E-Auto kann sich ein NeoTower 2.0 nie und nimmer rechnen, zumal es im Sommer wegen des geringen Wärmebedarfs auf so kurze Laufzeiten kommen würde (ich schätze maximal 1-2 Stunden pro Tag), dass Du in dieser Zeit trotzdem noch Strom zukaufen müsstest.


    Eine Brennstoffzelle würde im Sommer länger laufen, aber für den Betrieb mit Flüssiggas ist nur ein einziges Modell (seit kurzer Zeit) am Markt, die Sunfire-BZ mit 0,75 kW(el) und 1,25 kW(th). Die bringt 18 kWh Strom am Tag und würde mit Hilfe des Stromspeichers wahrscheinlich eine hohe Autarkie ermöglichen (wobei es beim E-Auto trotzdem knapp wird). Weil aber die thermische Leistung der BZ für Dein schlecht gedämmtes Haus bei Weitem nicht ausreicht, müsstest Du entweder den Schwedenofen weiter betreiben (was mir nicht der Zweck der Übung zu sein scheint) oder zusätzlich eine Flüssiggastherme installieren. Und natürlich in jedem Fall einen Flüssiggastank. Auch das erscheint mir keine vernünftige Lösung.


    Also wenn das mein Haus wäre, würde ich die teuren KWK-Lösungen vergessen und stattdessen – dem Vorschlag von fetti0 folgend – das Haus energetisch sanieren. Wenn Du Wände, Kellerdecke und oberste Geschossdecke anständig isolierst und die – ohnedies anzuschaffenden – Heizkörper auf eine niedrige Vorlauftemperatur auslegst, kannst Du das bisschen Rest-Wärmebedarf, das danach übrig bleibt, wahrscheinlich am besten mit einer elektrischen Wärmepumpe abdecken. Die geht dann tatsächlich auf Knopfdruck. (Den Schwedenofen würde ich trotzdem nicht abbauen, für den Fall dass mal der Strom ausfällt.) Solche Projekte werden derzeit üppig gefördert, insbesondere wenn man gleichzeitig ein Steinzeit-Heizsystem wie das in Deinem Haus ersetzt.


    Am besten suchst Du Dir jetzt als erstes einen guten Energieberater in Deiner Region und lässt Dir ein Konzept bzw. ein paar Alternativen ausarbeiten (für die Förderung ist das sowieso Pflicht), dann kannst Du weiter sehen.

    Moin Josef,


    bevor ich über die Eignung von KWK-Lösungen nachdenke, würde ich zunächst gerne besser verstehen, wie sich der (zukünftige) Strombedarf zusammensetzt.

    ca. 4700 kwh Eigenverbrauch


    Freistrommenge von Sonnen sind umgerechnet 1740 kwh, dies ist meine Einspeisevergütung (0,093€/kwh)

    Für den Strom bezahle ich von Sonnen 0,265€ brutto

    Ich lese das so, dass Du derzeit im Haus insgesamt 4.700 kWh verbrauchst. Davon entfallen 1.740 kWh auf die Freistrommenge, und weitere knapp 3.000 kWh beziehst Du von Sonnen für 26,5 ct/kWh brutto. Ist das so korrekt?


    Dann stellt sich folgerichtig die nächste Frage:

    Verbrauch Elektroöfen (1.Stock) ca. 2500kwh

    Ist dieser Verbrauch in den 4.700 kWh enthalten? Und darf ich die Überschrift Deines Threads so verstehen, dass zumindest die Öl- und Elektroöfen demnächst durch eine Zentralheizung ersetzt werden sollen?


    Wenn ja, fallen 2.500 kWh Verbrauch demnächst weg und es bleiben vom Stromverbrauch im Haus zukünftig nicht mehr als (4.700–2.500=) 2.200 kWh übrig, was zu zwei Personen auch besser passt. Allerdings gibst Du die "Grundlast" mit 250 W an. Das wäre für ein Haus mit zwei Bewohnern sehr hoch und würde – wenn es so stimmt – allein schon 2.200 kWh im Jahr ausmachen. Für den Verbrauch von zeitweise betriebenen Geräten (E-Herd, WaMa, SpüMa, Staubsauger, Beleuchtung etc. etc.) bliebe nichts mehr übrig. Hier wäre deshalb eine Klarstellung nützlich.

    Nächstes Jahr will ich einen Kuga Hybrid, wo ich dann täglich ca. 10kwh Strom zusätzlich benötige.

    Muss man das "Täglich" wörtlich nehmen, oder geht es um ein Pendlerauto und es ist im Wesentlichen "arbeitstäglich" gemeint? Im ersten Fall wären das gut 3.600 kWh im Jahr, im zweiten Fall eher 2.200 bis 2.500 kWh.


    Bevor man über die Wirtschaftlichkeit von KWK-Lösungen reden kann wäre es gut, wenn Du diese Zahlen präzisieren bzw. wo nötig korrigieren könntest.


    Aber wenn der Verbrauch im Haus ohne Elektroheizung insgesamt nur 2.200 kWh beträgt (davon 1.740 kWh Freistrommenge), glaube ich nicht, dass sich bei Dir eine KWK-Lösung rechnen kann – auch nicht mit Kuga.


    Gruß, Sailor

    Moin Harry,

    Gibt es seriöse Anbieter?

    EW New Energy

    Ich fürchte, dass es sich hier um den Nachfolger der insolventen EW Energy World handelt. Letztere ist aus zahlreichen Beiträgen hier im Forum bekannt, und die Erfahrungen gaben ein sehr einheitliches Bild :uebel:. Nach Deinen Aussagen hat "EW New Energy" diese Corporate Culture vollinhaltlich übernommen, und ich würde die Firma meiden wie der Teufel das Weihwasser.


    Ökoloco ist mir nicht bekannt, aber wenn Du wirklich in Baden-Württemberg wohnst, solltest Du besser über die Websites der Brennstoffzellen-Hersteller zertifizierte Heizungsbauer aus Deiner Region suchen und Dir dann ein oder zwei Angebote machen lassen.


    Bei dem angegebenen Stromverbrauch (das Hybridauto dürfte nicht allzuviel zum Stromverbrauch beitragen) kann m.E. eine kleine Brennstoffzelle wirtschaftlich betrieben werden, d.h. die PT2 von Viessmann oder der Dachs 0.8 von Senertec – vielleicht auch die BZ von Sunfire. Letztere kommt möglicherweise mit kritischen Rücklauftemperaturen besser klar, hat aber den Nachteil, dass man hier eine Gastherme zusätzlich anschaffen muss (bei den anderen Geräten ist diese eingebaut).


    An Deiner Stelle würde ich als erstes von einem kundigen Heizungsbauer einen hydraulischen Abgleich machen lassen und sehen, ob danach die Vor- und insbesondere die Rücklauftemperaturen deutlich abgesenkt werden können. Der HA ist ohnedies Voraussetzung für jegliche Art der Förderung und wird m.W. auch selbst gefördert. In Deinem Fall könnte er außerdem wirklich nützlich sein. Je nach Ergebnis kann dann entschieden werden ob und ggf. welche Brennstoffzelle bei Dir betrieben werden kann.

    Ist die Technik einigermaßen ausgereift oder mache ich mit dem Kauf meine Heizung zu meinem Hobby? Ich haben kein Problem damit, 1 mal im Jahr eine Antrag zu schreiben und das Gerät häufiger zu kontrollieren; allerdings will ich nicht in eine Situation geraten, in der die Heizung permanent repariert werden muss und zu meinem Lebensinhalt wird.

    Jedenfalls solltest Du einen zehnjährigen Vollwartungsvertrag abschließen (z.B. bei der PT2 ist der sowieso obligatorisch), dann bist Du zumindest finanziell abgesichert. Ich halte die Technik für "einigermaßen" ausgereift, aber Probleme kommen natürlich vor. Zum Einlesen empfehle ich die Beiträge im Betreiber-Unterforum.


    Und die Bürokratie ist auch nach erfolgter Inbetriebnahme mit "1mal im Jahr einen Antrag schreiben" nicht abgegolten: Im laufenden Betrieb fallen an für

    • Finanzamt: Einkommensteuer-Erklärung (Anlagen G und EÜR), Umsatzsteuer-Erklärung und Gewerbesteuer-Erklärung
    • Hauptzollamt: Antrag auf Erstattung der Energiesteuer (zwei Formulare)
    • Netzbetreiber: Zu jedem Quartalsende Ablesung der Zähler.

    Das ist alles – auch selbst – machbar. Aber wer schon bei dem Gedanken an behördliche Formulare Pickel bekommt, sollte besser die Finger davon lassen.


    Gruß, Sailor

    Moin Arnd,


    zunächst willkommen im Forum!


    Deine Fragen sind hier im Steuer-Unterforum schon öfter diskutiert und zum Teil auch beantwortet worden. Ich hänge aber hier einmal mehr die beiden Verfügungen an, in denen die (einkommen)steuerliche Behandlung von BHKW's ab 2016 geregelt ist.


    Beim Einbau eines BHKW/BZ im Austausch für eine bestehende Heizung in einem Privatgebäude gilt generell folgendes:

    • Sowohl die Anschaffungs- und Einbaukosten als auch später die laufenden Kosten (i.W. Brennstoff und Wartung) müssen entsprechend den erzeugten kWh auf Strom und Wärme aufgeteilt werden. Dabei gilt der Stromanteil als gewerblich (d.h. steuerrelevant), der Wärmeanteil als privat (d.h. steuerlich unbeachtlich).
    • Die Anschaffungs- und Einbaukosten können anteilig (d.h. in Höhe des Stromanteils) als Erhaltungsaufwand sofort abgesetzt werden (zum KfW-Zuschuss siehe unten).
    • Wie die Einnahmen und Ausgaben im laufenden Betrieb zugeordnet werden müssen, ist in der Verfügung vom 11.01.16 ausführlich aufgelistet.

    Wenn es sich bei der eingebauten Brennstoffzelle um eine PT2 mit eingebauter Spitzenlasttherme handelt, muss bei der Berechnung der Anteile von Strom und Wärme auch die Wärmeerzeugung aus dem Zusatzbrenner eingerechnet werden. Daraus folgt, dass der Stromanteil entsprechend geringer ausfällt.


    Beispiel:


    Eine PA2 (ohne eingebaute Therme) erzeugt pro Betriebsstunde 0,75 kWh Strom und 1,1 kWh Wärme. Dann ist der für die Einkommensteuer maßgebliche Stromanteil ganz einfach (0,75/(0,75+1,1)=) 40,54%.


    Bei einer PT2 mit eingebauter Therme muss mit der gesamten Energieabgabe gerechnet werden. Nehmen wir an, die BZ läuft 6.000 Stunden und erzeugt 4.500 kWh Strom sowie 6.600 kWh Wärme. Angenommen der Gesamtwärmebedarf des Anwesens liegt bei 20.000 kWh, dann kommen weitere 13.400 kWh aus der Zusatztherme. In dem Fall berechnet sich der Stromanteil mit 4.500/(4.500+6.600+13.400)= 18,37%. Bei den laufenden Kosten ist diese Berechnung problemlos, weil man da einfach die jährlichen Ist-Werte nehmen kann (wenn kein Wärmezähler vorhanden ist, nimmt man den Gasverbrauch und die Wirkungsgrade laut Datenblatt). Wie man das im Inbetriebnahmejahr macht (das wichtigste Jahr, weil es hier um die Aufteilung der Anschaffungskosten geht), weiß ich auch nicht. Vielleicht haben die Leute von Viessmann hier eine Antwort, ansonsten muss man wohl den Wärmebedarf schätzen. (Sofern es ein Energiegutachten mit einer Zahl zum Wärmebedarf gibt, müssen die Finanzämter dieses m.E. anerkennen.)

    Kommt der 35c ESTG für den Heizungsanteil in Betracht oder ist er wegen der KFW-Förderungen nicht anwendbar?

    Das ist nun eine richtig gute Frage. Aus meiner Sicht ist das grundsätzlich so, da Brennstoffzellenheizungen in den Anwendungsrichtlinien (siehe Anlage) unter Punkt 6.6 ausdrücklich aufgeführt sind (Voraussetzung ist ein hydraulischer Abgleich). Der Knackpunkt liegt m.E. bei der Behandlung der KfW-Förderung:


    Förderungen im gewerblichen Bereich sind grundsätzlich zu versteuernde Betriebseinnahmen. Leider schweigt sich die Verfügung zu der Frage aus, wie solche Förderungen im Fall der KWK zu behandeln sind. Bis 2015 waren sie als Einnahmen zu versteuern, konnten aber stattdessen auf die AfA-Basis angerechnet werden. Ab 2016 gibt es genau zwei Möglichkeiten:


    Entweder die KfW-Förderung ist analog zur geförderten Investition nach Strom- und Wärmeanteil aufzuteilen. In dem Fall wäre (nur) der Stromanteil der Förderung im Jahr des Zahlungseingangs eine steuerpflichtige gewerbliche Einnahme. Der auf die Wärme entfallende Anteil könnte steuerfrei vereinnahmt werden. Im Gegenzug wäre eine Berücksichtigung des Wärmeanteils unter § 35c EStG nicht möglich.


    Oder der KfW-Zuschuss ist zu 100% dem Gewerbebetrieb Stromerzeugung zuzuordnen. In dem Fall wäre er im Jahr des Eingangs vollständig als Einnahme zu versteuern. Im Gegenzug halte ich dann die Anwendung von § 35c EStG auf den Wärmeanteil an der Investition für zulässig, weil ja insoweit keine öffentlichen Zuschüsse vereinnahmt wurden.


    Was davon richtig ist (oder ob man sich das sogar aussuchen darf) weiß ich auch nicht. Ich würde den Steuerberater fragen. Sofern Du aber keine eindeutige Auskunft erhältst, könntest Du ausrechnen, was für Dich günstiger ist, und diese Lösung dann in der ESt-Erklärung umsetzen (und sehen was passiert *versuch* ).


    Gruß, Sailor

    Meine Hoffnung ist nur, dass ein richtig hoher CO2- und Strompreis, samt E-Auto-Boom, die Dinge wieder richtet.

    Richtig hoher CO2-Preis: Auf alle Fälle. Immerhin ist der Zertifikatepreis mit aktuell 40 EUR/t jetzt endlich auf dem richtigen Weg. Vor drei Jahren waren es noch 5 EUR/t, und ich erinnere mich noch genau, dass es bei damaligen Erhöhungsforderungen – diskutiert wurden 25-30 EUR/t – hieß, dann käme es zu einer De-Industrialisierung Deutschlands. Jetzt brauchen wir von 40 EUR/t in den nächsten Jahren nur noch zwei Verdoppelungen, dann sind wir etwa da wo wir hinmüssen. Und es wird auch bei 160-200 EUR/t – trotz allem Gejammer der Lobbyisten – natürlich nicht zu einer De-industrialisierung Deutschlands kommen. Ich sehe dann vielmehr einen Boom bei den Investitionen in EE und in energiesparende Lösungen, die sich derzeit wegen zu niedriger CO2-Preise (und zahlreicher Ausnahmen) noch nicht rechnen.


    Richtig hoher Strompreis: Da stimme ich Dir hingegen nicht zu. "Richtig hoch" (und damit meine ich "richtig" im wörtlichen Sinne, d.h. genau so hoch wie nötig ist um die dadurch entstehenden Klimaschäden abzudecken) sollte der Strompreis nur für fossil erzeugten Strom werden. Wenn der CO2-Preis steigt, geschieht das ganz von selbst. Im Gegenzug muss – auch aus Gerechtigkeitsgründen! – die Stromsteuer vollständig abgeschafft werden, ebenso die EEG-Umlage. Der jetzt durch Letztere abgedeckte Finanzierungsbedarf für die EE-Förderung sollte stattdessen aus den Einnahmen aus dem Zertifikateverkauf abgedeckt werden. Und bei einem bezahlbaren Strompreis gibt es auch keine sozialen Unruhen.


    E-Auto Boom: Gerne ja, wobei das erstens nur geschehen wird, wenn der Strompreis sich in Grenzen hält (siehe oben), und zweitens die Dinge allein kaum richten wird – erst recht nicht, so lang ein Drittel bis die Hälfte unserer Stromerzeugung noch fossil stattfindet, davon immer noch der größte Teil mit Kohle. Mit dem aktuellen Strommix liegt ein E-Auto in der Größenordnung von 100g CO2/km.


    Weitaus bedeutsamer für die Klimabilanz wäre da eine energetische Sanierung des Gebäudebestandes, verbunden mit einer Umstellung des Restwärmebedarfs auf EE- und/oder KWK-betriebene Wärmenetze (in Gebieten hoher Abnahmedichte) sowie einem ausgewogenen Mix aus PV-unterstützten Wärmepumpen (vorzugsweise bei EFH mit niedrigem Wärmebedarf) und KWK-Lösungen bei größeren Objekten.

    Ja habe ich doch geschrieben der Verbrauch der Spitzenlasttherme ist damit drin. Auch wenn meine Texte sehr lang sind bitte ganz lesen.

    Hab' ich:

    Mein Neotower verbraucht 100000 Kilowattstunden Gas im Jahr

    Ich kann nur bestätigen das mein Neotower sicher jedes Jahr um 100000 Kilowattstunden Gas verbraucht

    Deswegen die Nachfrage. Aber ist ja gut, immerhin nähern wir uns der Realität – wenn auch in ständig enger werdenden Spiralen. Die 100.000 kWh sind also der Gesamtverbrauch, nicht der des NeoTower allein.


    Eine andere Spirale, die bei der Analyse zu einiger Verwirrung geführt hat, nämlich

    Ich glaube persönlich das diese Technik in ein paar Jahren wieder ganz verschwinden wird, bis auf die großen Geräte.

    Für Einfamilienhäuser einfach nicht geeignet und zu teuer.

    Stromverbrauch im Einfamilienhaus zwischen 13000 bis 16000 kw im Jahr.

    wurde jetzt auch geklärt: Das BHKW läuft also nicht in einem Einfamilienhaus, sondern in einem Dreifamilienhaus mit 8 Personen. Damit könnte der Warmwasserverbrauch einschl. Speicherverlusten durchaus bei 7.000 kWh liegen, was etwas besser erklärt, wie das BHKW im Sommerhalbjahr relativ lange Laufzeiten erreichen kann.


    Für mich stellt sich der Sachstand nunmehr wie folgt dar:

    • Der Wärmebedarf des Gebäudes liegt bei ca. 65.000 kWh, davon ca. 7.000 kWh für Warmwasser.
    • Das BHKW läuft von Mitte November bis Mitte März in Volllast (3.120 Bh), dazwischen in Teillast (2.620 Bh = 2.010 VBh). Dabei erzeugt es (ohne Berücksichtigung ungeplanter Stillstände) 23.200 kWh Strom und (unter der Annahme stark eingeschränkter Brennwertnutzung) 56.000 kWh Wärme. Weitere 9.000 kWh Wärme kommen aus der Brennwerttherme.
    • Der Erdgasverbrauch des BHKW liegt bei ca. 88.000 kWh (Hs). Die Spitzenlasttherme kommt – wiederum unter der Annahme stark eingeschränkter Brennwertnutzung – auf mindestens 10.000 kWh (Hs). Daraus ergibt sich ein rechnerischer Gesamtverbrauch von ca. 98.000 kWh Erdgas.

    Das passt also alles zusammen, die verbleibenden Differenzen sind innerhalb der Schätzgenauigkeit. Allerdings muss man – damit die Wärmebilanz halbwegs aufgeht – entweder einen durchgängigen Betrieb mit (zu) hohen Rücklauftemperaturen annehmen oder dass das BHKW im Jahr 2015 noch ohne Abgaskondensator eingebaut wurde. Möglicherweise kann aus diesen beiden Ecken durch geeignete Maßnahmen (hydraulischer Abgleich? geänderte Speichersteuerung? Kondensator-Nachrüstung?) noch eine Erdgaseinsparung von 5-10% erreicht werden.


    Ansonsten ist hier eigentlich alles OK. Natürlich ist das BHKW immer noch überdimensioniert (ein NT 4.0 hätte hier besser gepasst). Und natürlich war es ein Fehler, keinen Vollwartungsvertrag abzuschließen. Hier wurde der TS offensichtlich von irgendwelchen "Fachleuten" (wahrscheinlich war das derselbe, der das Märchen von den "20-25% Mehrverbrauch" verzapft hat) falsch beraten, aber daran kann man jetzt nichts mehr ändern. Die geschilderte Betriebsweise ist unter den gegebenen Umständen in Ordnung, und auch Gasverbrauch und Stromerzeugung geben keinen Grund zur Klage.


    Das einzige, was von den Beschwerden als vermutlich begründet übrig bleibt, sind die Stillstände wegen irgendwelcher Störungen. Durchschnittlich vier Wochen pro Jahr ist definitiv zu viel – wenn's denn stimmt und nicht nur wieder eine weitere Spirale ist... ;)


    Interessant für die Fachleute unter uns (zu denen ich mich bei NeoTower BHKW's nicht zähle) wäre vielleicht noch zu wissen, mit was für Störungen diese Stillstände verbunden waren, zumal ja so häufige Störungen bei einem NeoTower ansonsten hier im Forum nicht berichtet wurden. Vielleicht kommt man auf diese Weise noch auf irgendeine Ursache, die beseitigt werden kann.