Beiträge von sailor773

    Danke!:hutab: (Ich war zu blöd, um die Links als solche zu erkennen:pfeifen:)


    Das ist ja eine wahre Fundgrube an Informationen.


    Aber was die Preise betrifft: Ich hab' mich da mal willkürlich durchgeklickt, und ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit war mein Eindruck, dass in dem Bereich um 5-8 kWh nutzbarer Kapazität (der für Privathaushalte relevant ist) die allermeisten Speichersysteme, wo überhaupt Preise angegeben sind, irgendwo um 20-30 ct Kosten pro gespeicherter kWh liegen. Die Installationskosten kämen da jeweils noch dazu. Vielleicht ist ja einer dabei, der deutlich drunter liegt, den habe ich dann nicht gefunden.


    Aber so lang die Kosten für den gespeicherten Strom nicht im breiten Markt auf 10 ct/kWh brutto oder darunter fallen, bleibt das in Privathaushalten aus meiner Sicht was für den Hobbykeller. Sofern die Preisentwicklung sich so fortsetzt wie in den letzten 5-6 Jahren, könnte das nach meiner Schätzung vielleicht 2030 soweit sein. Bis dahin würde ich PV-Betreibern, so lang sie noch EEG-Vergütung bekommen, von einem Speicher grundsätzlich abraten.

    |__|:-)

    Moin danmac,


    dass Du im Sommer ein E-Auto aus der PV-Anlage laden kannst, glaube ich eher nicht. Angenommen der von Dir genannte Überschuss (1.900 kWh) verteilt sich auf die 180 Tage des Sommerhalbjahrs, dann wären das ca. 10-11 kWh pro Tag, also schon weniger als die benötigten 17 kWh. Außerdem steht das E-Auto an Werktagen wahrscheinlich tagsüber beim Arbeitgeber, kann also i.d.R. nur an Wochenenden aus der PV geladen werden. Ein Laden des E-Autos aus dem Stromspeicher dürfte weder sinnvoll noch möglich sein, denn der Strom wird abends und nachts im Haushalt benötigt. Ganz grob wird es also so aussehen, dass Du im Sommer nur am Wochenende das E-Auto aus der PV-Anlage laden kannst. Das wäre dann der Überschuss von 2 Tagen, also ca. 20 kWh mal 25 Wochen = ca. 500 kWh/Jahr, denn im Winterhalbjahr gibt es keine Überschüsse.


    Die Frage ist, ob und wie sich das mit einer Brennstoffzelle ändern würde. (Dass ein Gasanschluss möglich ist, setze ich jetzt mal voraus.)


    Wir kennen Deinen Wärmebedarf nicht, aber es ist vielleicht nicht völlig daneben, wenn man für eine BZ wie die Vitovalor eine Jahreslaufzeit von ca. 6.300 Stunden ansetzt: 5.460 Stunden in der Heizperiode (240 Tage) plus 7 Stunden täglich im Sommer für Warmwasser. Die BZ würde dann in der Heizperiode (Mitte September bis Mitte Mai) ca. 17 kWh Strom am Tag erzeugen und im Sommer ca. 5 kWh/Tag.


    Dein Strombedarf ohne E-Auto kann aus den von Dir angegebenen Zahlen mit ca. 13 kWh/Tag errechnet werden. Während der Heizperiode könnte die BZ das (bei Bedarfsspitzen mit Hilfe des Stromspeichers) locker abdecken. Es bleiben ca. 4 kWh/Tag Überschuss, und PV-Strom kommt ja auch noch dazu. Trotzdem kannst Du auch dann das E-Auto an Werktagen nur nachts zwischen ca. 22:00h und 06:00h laden, denn tagsüber ist es nicht da. Und abends fallen bis etwa 22:00h keine Stromüberschüsse an, da wird bei max. 0,75 kW BZ-Leistung eher der Speicher entladen. Nimmt man 0,1 kW Grundlast an, so bleiben nachts 0,65 kW fürs E-Auto. In acht Stunden Ladezeit gibt das dann ca. 5 kWh pro Nacht. Vereinfacht kann am dieselbe Stromerzeugung (nur nachts) auch im Sommer ansetzen. Damit ist es vermutlich möglich, im Jahr an ca. 330 Tagen (Urlaub rechne ich ab) je 5 kWh aus der BZ ins E-Auto zu laden, das wären insgesamt ca. 1.650 kWh. Außerdem bleibt an den Wochenenden auch im Winter mehr PV-Strom fürs E-Auto übrig. Rechnet man für den Sommer wie oben 500 kWh und im Winter vorsichtig 250 kWh, so kommen insgesamt 2.400 kWh im Jahr aus BZ + PV fürs E-Auto heraus.


    Allerdings gilt das nur, wenn das E-Auto mit "Schnarchladung" geladen wird, also mit 2,3 kW aus der Steckdose. Bei dieser Lademethode ergeben sich deutlich höhere Ladeverluste als beim Laden mit einer 11 kW Wallbox. (Der Stromspeicher hilft da auch nichts, eine Wallbox würde den in 30 Minuten leer lutschen.) Mit Wallbox werden Ladeverluste um 15% genannt, d.h. um 17 kWh ins E-Auto zu bekommen, musst Du ca. 20 kWh laden. Bei Schnarchladung können sich die Verluste bei manchen Modellen verdoppeln, für den Smart werden sogar noch höhere Verluste genannt. Evtl. erfährt man das beim Hersteller, ansonsten muss man das ausprobieren.


    Jedenfalls nehme ich an, dass Du mit einer Brennstoffzelle (Vitovalor o.dgl.) in Deinem System ohne E-Auto auf nahezu 100% Autarkie kommen kannst. Vermutlich könnte die BZ in der Heizperiode mit Hilfe des Stromspeichers den Strombedarf zu 100% decken, das wären ca. 3.100 kWh. Im Sommer kämen etwa 600 kWh aus der BZ und 1000 kWh aus der PV-Anlage. Eingespeist würden ca. 1.000 kWh BZ-Strom und ca. 4.000 kWh PV-Strom. (Mit E-Auto würde der BZ-Strom zu annähernd 100% selbst verbraucht. Zusätzlich schätze ich einen Verbrauch von ca. 2.400 kWh PV-Strom; etwa 2.600 kWh würden eingespeist.)


    Zur Kostenrechnung: Der selbst verbrauchte BZ-Strom kostet derzeit nur 3 ct/kWh (entgangene Einspeisevergütung). Für den PV-Strom sind die von Dir genannten 12 ct/kWh anzusetzen, deshalb lohnt es sich BZ-Strom vorrangig zu verbrauchen und PV-Strom ggf. einzuspeisen. (KWK-Zulage muss man nicht einrechnen, weil bei Deinem Verbrauchsprofil jedenfalls die Pauschalzahlung 1.800 EUR empfehlenswert wäre.) Natürlich kannst Du aber mit einer Brennstoffzelle nicht mehr als die 1.400 kWh Bezugsstrom substituieren. Dabei sparst Du pro kWh (30-3=) 27 ct/kWh. Weitere ca. 2.300 kWh müssten zwangsläufig PV-Strom substituieren, und da sparst Du nur (12-3=) 9 ct/kWh. Trotz an sich sehr guter Randbedingungen ist es also durchaus möglich, dass sich eine Brennstoffzelle bei Dir nicht rechnet.


    Gruß, Sailor

    Moin Janet,


    ich verstehe das so, dass die 19.000 kWh Strom- und 90.000 kWh Wärmeverbrauch schon ohne Pool gemeint sind, richtig?


    Einmal abgesehen von der Frage, ob bei derartigen Verbräuchen noch Einsparpotentiale genutzt werden können, müsste sich ein BHKW in Eurem Fall jedenfalls lohnen, und zwar schon ohne Pool. Das könnte beispielsweise ein kleiner Dachs mit 2,9 kW(el) und 7 kW(th) sein, vielleicht auch ein NeoTower Living 4.0 mit 4 kW(el) und 8,8 kW(th). Lasst Euch doch mal ein oder zwei Angebote machen. Grob geschätzt würde ich bei dem gewaltigen Wärmebedarf für beide Geräte 5-6000 Betriebsstunden erwarten, das wären dann ca. 18-20.000 kWh Stromproduktion, von denen Ihr vielleicht 70% selbst verbrauchen könnt. Zur genaueren Auslegung könnte man vielleicht noch was sagen, wenn der Strom- und insbesondere der Wärmebedarf für den Pool bekannt wäre, und auch zu welchen Zeiten das ist (z.B. nur im Sommer oder ganzjährig?). Die Angabe "1.000 EUR/a" ist leider nahezu aussagefrei.


    Um mit technischen Problemen erstmal Ruhe zu haben, würde ich mir ein Gerät mit 10-jährigem Vollwartungsvertrag anbieten lassen. Falls dann was dran geschraubt werden muss seid es in den ersten zehn Jahren jedenfalls nicht Ihr, die schrauben müssen. Außerdem glaube ich, dass die Geräte heute generell zuverlässiger sind als vor 20 Jahren. Das gibt zumindest Hoffnung ab dem 11. Betriebsjahr. Aber Amortisationszeiten von deutlich unter zehn Jahren sind, glaube ich, mit keinem BHKW für den Privatgebrauch zu schaffen.


    Was das Laden des Tesla betrifft, so würde ich das nicht in die BHKW-Auslegung einbeziehen. Um eine Wallbox mit 11 oder gar 22 kW "exklusiv" zu beliefern, sind alle für Euch in Frage kommenden BHKW's sowieso zu schwach. Schafft Euch besser ein BHKW an, das zu Eurem häuslichen Stromverbrauch (einschl. Pool) passt. Das allfällige Laden eines Tesla (ggf. nachts im Winterhalbjahr, wenn das BHKW durchläuft), vielleicht zu einem Drittel aus dem BHKW, ist dann beim Eigenverbrauch Upside Potential.

    Ich dachte an einen Buderus BlueGEN BG-15 in Kombination mit einem Gas-Brennwertgerät (für Spitzenlast). Mein Gedanke wäre, der BlueGEN würde dauerhaft 1,5kW Strom erzeugen und mit den 0,85kW Wärme ausschliesslich den 800l Heizungs-Pufferspeicher erwärmen. Das erwärmte Wasser aus dem Heizungs-Pufferspeicher würde dann – so wie jetzt auch schon – beim Heizen dem Brennwergerät via „Rücklaufanhebung“ zugeführt (3-Wege-Ventil vorhanden).


    Was haltet ihr davon?

    Gehen würde das technisch wohl schon. Aber rechnen würde sich das nie und nimmer. Bei einem Stromverbrauch von 4.000 kWh/a könntest Du zwar voraussichtlich fast 100% Deines Stromverbrauchs aus der BlueGen decken. Aber den Rest (9.000 kWh) müsstest Du einspeisen und bekämest dafür derzeit nicht mal genug Vergütung, um das anteilig dafür verbrauchte Erdgas zu bezahlen. Und Deine Gastherme müsstest Du trotzdem durch eine neue ersetzen.


    Wenn überhaupt würde ich daher in Deiner Situation eine Vitovalor (oder gleiche BZ eines anderen Herstellers) mit 0,75 kW(el) und 1,1 kW(th) vorschlagen. Die könnte sich gerade so rechnen, zumal da eine Spitzenlasttherme mit dabei ist. Diese Investition sparst Du Dir dann wenigstens. Und mit einer Vitovalor könntest Du vermutlich auch schon ca. 70% Deines Verbrauchs aus der BZ decken. Das so eingesparte Geld könntest Du in eine kleine PV-Anlage stecken (4-6 kWp oder so) und auf diese Weise – bei weit geringerem Erdgasverbrauch – schon ohne Stromspeicher wahrscheinlich zwischen 80-90% Autarkie erreichen.


    Ach so, eins noch: "Rücklaufanhebung" bei einem Brennwertgerät ist immer kontraproduktiv. Die volle Brennwertnutzung braucht Rücklauftemperaturen möglichst unter 30°C. Wenn Du aus einem Gerät wie dem BlueGen heißes Abgas zur Verfügung hast, solltest Du es vorrangig in der Trinkwasser-Erwärmung einsetzen, wo man die hohen Temperaturen braucht.

    Die Deckelung der förderungsfähigen Betriebsstunden hat (nur) dann eine Auswirkung auf die Wirtschaftlichkeit einer Vitovalor, wenn der Betreiber an Stelle der pauschalen Auszahlung der KWK-Zulage (EUR 1.800) die jährliche Vergütung wählt. Bisher hätte er dann 4 bzw. 8 ct/kWh KWK-Zulage für die gesamten beispielsweise 6.000 Betriebsstunden erhalten, die eine Vitovalor oft im Jahr erreicht. Zukünftig endet die Zulagen-Gewährung jedes Jahr, sobald der Bh-Deckel erreicht ist, also 2020 z.B. bei 5.000 Bh. Die Gesamt-Förderungsdauer in Betriebsstunden (jetzt 30.000 bei verdoppelter Förderung) wird aber dadurch nicht eingeschränkt.


    Dass sich dadurch eine zuvor rentable Investition in ein finanzielles Desaster verwandelt, ist aber nicht zu erwarten. Für Vitovalor-Betreiber ergibt sich (im Vergleich zu der bis 2019 geltenden Rechtslage) sogar ein leichter Vorteil: Bei angenommenen 6.000 Bh/a, 60% Eigenverbrauch und Deckelung auf 3.500 Bh/a würde der Betreiber nach der Neuregelung (3.500*0,75*0,6*0,08 + 3.500*0,75*0,4*0,16=) EUR 294 im Jahr erhalten, und das (30.000/3.500=) 8,57 Jahre lang. Nach alter Rechtslage wären es (6.000*0,75*0,6*0,04 + 6.000*0,75*0,4*0,08=) 252 EUR im Jahr gewesen, aber dafür (60.000/6.000=) zehn Jahre lang.


    Etwas härter betroffen sind Betreiber einer BlueGen mit IBN ab 2020 ohne Pauschalzahlung. Da die BlueGen durchläuft, betrifft die Deckelung im Endstadium (3.500 Bh) immerhin 60% der Jahresproduktion. Bei angenommenen 60% Eigenverbrauch liegt die jährliche KWK-Zulage dann bei ca. (3.500*1,5*0,6*0,08 + 3.500*1,5*0,4*0,16=) 588 EUR (8,6 Jahre lang). Nach der Gesetzeslage bis 2019 wären es ca. (7.800*0,04 + 5.200*0,08=) 728 EUR/a für ca. 6,9 Jahre gewesen. Aber 140 EUR Differenz pro Jahr (nicht verloren sondern gestundet im Mittel auf 7,8 Jahre) sollten m.E. auch keinen BlueGen Betreiber finanziell umwerfen.


    Zur Klarstellung: Das betrifft nur Geräte, die 2020 oder später in Betrieb gehen. Wer sein Gerät 2019 oder früher in Betrieb genommen hat, ist von der Änderung jedenfalls nicht betroffen. Zu den exakten Details der Vertrauensschutz-Regelung (genaues Datum; evtl. Einbezug von bis dahin verbindlich bestellten Geräte) verweise ich auf den Gesetzestext.

    Meiner Meinung nach läuft das so: Man muss ja zu jedem Quartalsende die Zählerstände an den NB melden. So lang zum Quartalsende die 3.500 VBH nicht erreicht sind, wird ganz normal abgerechnet. Wenn das also wie in Deinem Beispiel zufällig genau zum 30.06. der Fall ist, gilt Variante 2.


    Sofern aber die 3.500 VBh erst im 3. Quartal erreicht werden, nehme ich an, dass dann für dieses Quartal der Durchschnittswert genommen wird. Das heißt: Angenommen im 3. Quartal wurden insgesamt 1.000 kWh erzeugt und 600 direkt verbraucht. Wurden im 3. Quartal bis zum Erreichen der 3.500 VBh beispielsweise 100 kWh erzeugt, würden in dem Quartal noch 60*8ct + 40*16 ct abgerechnet. (Das erste und zweite Quartal würden wie vor nach Ablesewerten, also gemäß Variante 2, abgerechnet.)


    Fazit: Quartale, die vollständig unterhalb der Bh-Grenze liegen, werden nach Variante 2 abgerechnet. Für das Quartal, in dem die Bh-Grenze überschritten wird, erfolgt die Abrechnung nach Variante 3, aber (natürlich) mit dem entsprechenden Quartals- (nicht Jahres-)durchschnitt. Übrigens müsste auch bei unterjährigem Ende der Gesamtförderungsdauer nach derselben Methode abgerechnet werden.

    |__|:-)


    So wie ich das sehe hätte ein Betreiber, der dem NB stundengenaue Zählerstände zum Ende der Bh-Grenze rechtssicher zur Verfügung stellen kann, sogar einen Anspruch auf eine exakte Abrechnung nach Variante 2 für den gesamten Förderzeitraum. In der Praxis könnte das z.B. der Fall sein, wenn "intelligente Zähler" dem NB die Zählerstände auf Stundenbasis melden.


    Die fragwürdige Variante 1 anzuwenden verbietet sich dagegen schon wegen der Zählerstands-Meldungen zum Quartalsende. Um das durchzuziehen, müsste man dort von Anfang an falsche Angaben machen.

    Danke Christian: Das ist eine Information, die uns weiterbringt. :hutab:


    Also Einzelwartung alle 5 Jahre ja, Kosten dafür im 11. und 16. BJ nach wie vor unbekannt, aber doch wohl deutlich weniger als 3.500 EUR. Und jedenfalls kein routinemäßiger Stack-Tausch.


    Wie lang die Stacks dann wirklich halten, wird die Zeit zeigen. Bei 6000 Betriebsstunden im Jahr (das dürften viele Vitovalors erreichen) sind die 100.000 Bh nach 17 Jahren vorbei.

    Auf eine vertragliche Zusicherung werden die sich kaum einlassen: Der Heizungsbauer als eigentlicher Vertragspartner sowieso nicht, weil er das nicht kann. Aber auch die Viessmänner werden kaum eine Garantie auf z.B. 100.000 Bh geben, sondern eben nur auf 10 Jahreim Rahmen des kostenpflichtigen BSP.


    Schön wäre es, mal von Viessmann eine Stellungnahme zu bekommen. Um diese Tageszeit wird da wohl keiner mehr hier mitlesen, aber vielleicht morgen früh? Dabei verlange ich gar nicht zu erfahren, was das Auswechseln eines Stacks im Jahr 2031 kosten wird. Mir würde genügen "amtlich" zu wissen, a) was das heute kosten würde, und b) ob ein Auswechseln des Stacks nach 5 Betriebsjahren (d.h. nach 25-35.000, theoretisch äußerstenfalls 43.800 Betriebsstunden) von Viessmann – so wie es bislang immer hieß – als Regelfall betrachtet wird.

    Das "Basis Service Paket" deckt meines Wissens alle in den ersten zehn Betriebsjahren anfallenden Wartungs- und Reparaturkosten für die Brennstoffzelle: Also auch einen allfälligen Wechsel des Stacks im 6. BJ. Der zweite Wechsel (falls das noch so gilt) ist aber zu Beginn des 11. Betriebsjahres fällig und daher schon nicht mehr abgedeckt. Auch nicht abgedeckt sind von Anfang an die Wartungskosten an der Zusatztherme, sowie alle Reparaturkosten, die nach Ablauf der normalen Garantiefrist (wie lang die geht weiß ich nicht) an Bauelementen außerhalb der Brennstoffzelle anfallen. In erster Linie wäre das wohl die Steuerungs-Elektronik und die Zusatztherme, aber auch alle anderen Peripherie-Teile (Pumpen, Stecker, Thermoelemente etc.), die nicht zur eigentlichen Brennstoffzelle gehören.


    Aber die Kardinalfrage ist nach wie vor, a) ob immer noch zu Beginn des 11. und 16. Betriebsjahres die Stacks gewechselt werden müssen, und b) ob das den Betreiber tatsächlich jedes Mal 3.500 EUR plus X kostet. Wenn ja, ist man zwar während des Basispakets (10 Jahre) einigermaßen sicher, aber ab dem 11. BJ würde das zum Vabanque-Spiel.

    Moin Martin,

    Ist dieser Rechenweg korrekt?

    Nein, ist er nicht. Überhaupt nicht. Sorry.


    Zunächst mal: Der Gasverbrauch der Brennstoffzelle (in m3 oder kWh) bezieht sich auf die Herstellung von Strom plus Wärme. Um auf den Wärmeanteil allein zu kommen, musst Du den Anteil des Stromverbrauchs herausrechnen. Zweitens stimmt der von Dir angegebene Wirkungsgrad nicht: Das mir vorliegende Datenblatt für die PT2 gibt den Gesamtwirkungsgrad mit 92% an, aber bezogen auf den Heizwert (Hi). Bezogen auf den Brennwert (Hs, den Dir Dein Versorger angibt und den Du auch bezahlst) entspricht das nur ca. 83%.


    Wenn kein Wärmezähler für die Gesamtwärme vorhanden ist (siehe unten!), gibt es zwei sinnvolle Möglichkeiten, um die Wärmeabgabe aus der Brennstoffzelle zu errechnen:

    a) Sofern es einen Betriebsstundenzähler gibt, entspricht die Wärmeabgabe der BZ den Betriebsstunden mal der Wärmeleistung von 1,1 kWh/Bh.

    b) Genau genug ist m.E. auch, für die BZ-Wärme 50% des Gasverbrauchs der BZ anzusetzen. Das errechnet sich so: Erzeugt werden pro Betriebsstunde 1,1 kWh Wärme und 0,75 kWh Strom, zusammen 1,85 kWh Nutzenergie. Mit 92% Wirkungsgrad (Hi), geteilt durch 0,9 zur Umrechnung in Hs, ergibt das einen Gasverbrauch (Hs) von 2,23 kWh/Bh. Die Wärmeerzeugung ist 1,1 kWh/Bh, also 50% (für Erbsenzähler: 49,3%).


    Deine Betriebsstundenzahl kenne ich nicht, aber mit Methode b) und dem angegebenen Gasverbrauch (8.713 kWh) komme ich zu einer Wärmeabgabe aus der Brennstoffzelle von 4.356 kWh.


    Jetzt kommt aber noch ein wichtiger Punkt hinzu. Die PT2 ist ein Gerät mit integrierter Zusatztherme, und weil Du (nehme ich an) die Umsatzsteuer für das gesamte Gerät zurückbekommen hast, gehört auch die abgegebene Wärme aus der eingebauten Zusatztherme zur unentgeltlichen Wertabgabe. (Im Gegenzug kannst Du die USt aus dem gesamten Gasbezug sowie ggf. angefallene Wartungskosten – auch für die Therme – als Vorsteuer geltend machen, siehe unten.) Da die Zusatztherme moduliert, wäre deren Betriebsstundenzahl für die Wärmeberechnung sowieso unbrauchbar, und einen separaten Gaszähler hat sie nicht. Aus diesem Grund wäre es das beste, wenn die PT2 so wie mein Vitotwin einen eingebauten (Gesamt-)Wärmezähler hätte, dann könntest Du einfach den dort angezeigten Wert für die Gesamt-Wärmeabgabe in kWh aus BZ+Therme einsetzen und gut is'.


    Sofern kein Wärmezähler vorhanden ist, musst Du aus Deiner Zählerablesung den Gesamt-Gasverbrauch der PT2 lt. Zähler in kWh ermitteln (analog Schritt 1 Deiner Rechnung). Angenommen dabei kämen 20.000 kWh heraus, dann ginge es wie folgt weiter:


    20.000 kWh minus Gasverbrauch der BZ (8.713 kWh) gibt 11.287 kWh für den Gasverbrauch der Zusatztherme. Genau genommen muss man diesen Wert noch mit dem Wirkungsgrad der Gastherme multiplizieren, um deren Wärmeabgabe zu erhalten. Nur steht der leider nicht in den technischen Daten der PT2. Die Datenblätter der baugleichen Viessmann-Gasthermen geben aber 98% (Hs) an, und es spricht wohl nichts dagegen, diesen Wert auch für die Therme in der PT2 anzusetzen. Dann errechnet sich die von der Therme abgegebene Wärme in dem Beispiel mit (11.287*0,98=) 11.061 kWh.


    Die insgesamt von der PT 2 abgegebene Wärme wäre dann in dem Beispiel (11.061+4.356=) 15.417 kWh.


    Im zweiten Schritt kommt die Umrechnung mit dem Fernwärmepreis. Wo die 8,9 ct/kWh in Deiner Rechnung her sind, weiß ich nicht. Jedenfalls: Wenn Du jetzt die Umsatzsteuer für 2019 machst, kann für den Wärmewert der Fernwärmepreis lt. Energiedaten des BMWi des Vorjahres angesetzt werden, das wäre also für 2018. Ich finde dafür in den Energiedaten (Tabelle 26) für 2018 die Zahl 23,18. Die ist in der (jedenfalls für diesen Zweck) blödsinnigen Einheit EUR/GJ angegeben. Um den Fernwärmepreis in Cent/kWh zu erhalten, muss man den angegebenen Wert durch den Faktor 2,78 teilen. Das ergibt dann 8,3358 Cent/kWh. Jetzt ist dieser Wert aber einschließlich Umsatzsteuer angegeben. Als unentgeltliche Wertabgabe in der Umsatzsteuer-Erklärung ist jedoch der Nettobetrag einzusetzen, und das sind (8,3358/1,19=) 7,005 ct/kWh. In dem Beispiel errechnet sich damit eine unentgeltliche Wertabgabe (Wärme) von (15.417*0,07005=) EUR 1.080.


    Die von Dir zu zahlende Umsatzsteuer ist aber nicht (1.080*0,19=) EUR 205,20.


    Einerseits hast Du ja auch USt-pflichtige Einnahmen vom Netzbetreiber erhalten. Bei geschätzten 3.900 Betriebsstunden, daraus resultierenden 2.900 kWh Stromerzeugung und geschätzten 5 ct/kWh Einspeisevergütung müsste der Dir für die fiktive Volleinspeisung ca. EUR 145 netto (plus € 27,55 Umsatzsteuer) gezahlt haben. Die € 145 sind in Zeile 38 der USt-Erklärung anzugeben (Lieferungen zu 19%), die € 1.080 in Zeile 39 (Unentgeltliche Wertabgabe). Daraus errechnet ELSTER erst mal eine Steuer von ((1.080+145)*0,19=) 233 EUR.


    Andererseits hättest Du in dem Beispiel insgesamt 20.000 kWh Erdgas bezogen. Bei einem angenommenen Rechnungsbetrag von EUR 1.000 wären darin 160 EUR Umsatzsteuer enthalten. Diese Vorsteuer ist anrechenbar (Eintrag Zeile 122), so dass Du (wenn Du nicht noch USt auf weitere Lieferungen oder Leistungen für die PT2 anrechnen kannst) in dem Beispiel unterm Strich (233-160=) 73 EUR Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen müsstest.


    (Einmalvorgänge wie die Vorsteuer aus Kauf und Installation der PT2 sowie die USt auf die 1.800 EUR pauschale KWK-Zulage sind, nehme ich an, bereits abgearbeitet. Sonst müsste man das im 1. Jahr noch mit einrechnen.)


    (Die resultierende Umsatzsteuer musst Du in der Erklärung nicht selbst ausrechnen, das macht ELSTER. Übrigens musst Du auch die ganzen oben geschilderten Zahlen und Rechenvorgänge dem FA nicht vorlegen: Höchstens wenn die nachfragen. Das ist aber bei den in Rede stehenden Beträgen ziemlich unwahrscheinlich.)


    Alles klar?


    EDIT: Das in Beitrag #2 von Bernigo eingestellte Urteil bezieht sich – wenn ich das beim Querlesen richtig verstanden habe – auf die Bewertung der Wärme (aus einer Biogas-Anlage) bei der Einkommensteuer. Der BFH scheint da bei der (m.W. auch schon zuvor gültigen) Auffassung geblieben zu sein, dass die Wärmeabgabe aus BHKW's im gewerblichen Bereich zu Herstellkosten oder ggf. zum niedrigeren Marktpreis bewertet werden kann. Für BHKW's in privaten Wohnhäusern ist das aber seit der Neuregelung 2015 nicht mehr relevant, da hier zum Gewerbebereich nur mehr Einkünfte und (ggf. anteilige) Ausgaben aus Stromerzeugung und -Verkauf rechnen. Der Wärme-Anteil ist einkommensteuerlich seither unbeachtlich. Für die USt (um die es hier ja geht) gilt dagegen nach wie vor das BMF-Schreiben vom Sept. 2014, auf welches ich meine o.g. Ausführungen bezogen habe.


    Die Good News sind: Martin, Du brauchst Dir das Urteil nicht durchzulesen. Das was ich hier geschrieben habe, dürfte eh schon für ein ausreichendes Maß an Verwirrung gesorgt haben...*lesen*


    Gruß, Sailor

    100.000 Betriebsstunden wären bei einer Vitovalor bei angenommenen 5-7000 Bh/a etwa 14-20 Jahre. Wenn das so stimmt, müsste der Stack in den festgelegten 20 Jahren Betriebsdauer höchstens einmal ausgewechselt werden. Aber auch dann dürfte sich das Auswechseln bei € 3.500-4.000 Kosten für die meisten Betreiber nicht mehr lohnen.


    Jedenfalls wäre es dann aber auch gut zu wissen, wie die Hersteller-Empfehlung für das Auswechseln der Stacks aktuell lautet. Mein Stand ist immer noch "alle fünf Jahre", was einer Betriebsdauer zwischen 25.000 und 35.000 Stunden entsprechen würde.

    Willkommen im Forum und Gruß nach Belgien! Dein Deutsch ist jedenfalls besser verständlich als mein Französisch oder gar Flämisch...:)


    Erfahrung mit dem Fehler 284 habe ich in acht Jahren Stirlingbetrieb keine. Auch hier im Forum ist das soweit ich weiß das erste Mal.


    Das Handbuch gibt für diesen Fehler folgende mögliche Erklärungen bzw. empfiehlt folgendes zu prüfen:


    1) Könnte über fehlerhafte Dichtungen Abgas in die Zuluft geraten sein?

    2) Läuft aus irgendeinem Grund die Kesselpumpe mit zu wenig Leistung?

    3) Kommt aus irgendeinem Grund zu viel Erdgas in den Ringbrenner?

    4) Sind Steckverbindungen an den Thermoelementen nicht in Ordnung?


    1) und 4) zu überprüfen dürfte für den Nichtfachmann schwierig sein. Vielleicht hat der Viessmann-Techniker das ja auch schon gemacht. Aber 2) und 3) kannst Du selbst überprüfen.


    Zu 2) solltest Du mal im Nur-Stirling-Betrieb (wo der Fehler auftaucht) in Ebene F1, "Diagnose Erzeuger" unter Code 8308 die "Drehzahl Kesselpumpe" aufrufen. Normalerweise sollte der hier gezeigte Wert um 30% schwanken oder darüber liegen. Liegt er längere Zeit niedriger (egal warum), kann der Stirling überhitzen. Denkbar wäre aber auch, dass bei Dir irgendwo eine Leitung verlegt ist (Dreck oder Kalk im System) und dass die normale Pumpenleistung um 30% nicht ausreicht, um den Stirling ausreichend zu kühlen. In beiden Fällen kannst Du versuchen, in Ebene F2 im Menü "Kessel" unter Code 2322 die Werkseinstellung für die Minimal-Drehzahl der Pumpe zu erhöhen. Das Handbuch empfiehlt bei Fehler 284 eine Minimal-Drehzahl von 60%, aber vielleicht reicht auch weniger, um die offenbar kritischen 56°C zu vermeiden. (Achtung: Das Hochstellen der Pumpe ist ein Notbehelf. Es beseitigt vielleicht den Fehler, aber wahrscheinlich nicht dessen Ursache!)


    Was übrigens auch für den Fehler verantwortlich sein könnte (steht so nicht im Handbuch, halte ich aber für möglich), wäre eine zu hohe Kessel-Rücklauftemperatur. Das könnte passieren, wenn Ihr eine sehr hohe Warmwassertemperatur eingestellt habt (z.B. über 65°C) und WW nur mit Stirling erwärmt, oder wenn am Speicher ein weiterer Wärmeerzeuger angeschlossen ist, der hier dazwischenfunkt. Beobachte mal in Ebene F2 unter "Diagnose Erzeuger", Code 8314 die Kesselrücklauftemperatur. Die sollte möglichst nicht über 50°C liegen. Tut sie es doch, so liegt der Fehler vermutlich in Deinem System.


    Die Ursache 3) halte ich für eher unwahrscheinlich. Aber Du könntest zur Sicherheit mal im reinen Stirlingbetrieb den Gasverbrauch am Gaszähler ablesen. Laut Handbuch soll er für Erdgas E (wohl bezogen auf Meereshöhe) bei maximal 0,71 m3/h liegen, für Erdgas LL bei maximal 0,83 m3/h. Liegt er höher, so bekommt der Stirling evtl. mehr Energie zugeführt als für ihn gut ist.


    Wo ich gerade darüber nachdenke, fällt mir dazu noch folgendes ein: In Norddeutschland wird derzeit in einigen Regionen die Gasversorgung von Erdgas LL (das aus den Niederlanden kommt) auf die energiereichere Qualität E umgestellt. Wäre es möglich, dass so etwas bei Dir in Belgien auch geschehen ist? Grundsätzlich wäre das kein Problem, aber dann müsste der Brenner entsprechend umgestellt werden. Und selbstverständlich müsste Dein Gaslieferant Dich über so etwas rechtzeitig vorher informieren.


    Mehr fällt mir jetzt aus dem Stand dazu nicht ein. Aber wenn Du noch Fragen hast, kannst Du Dich gerne wieder hier melden.


    Viel Erfolg,

    Sailor

    Laut Aussage des Chefs soll wohl der Preis pro Stack so bei 3500€-4000€ liegen.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, wird doch der Stack nach 5 Betriebsjahren planmäßig ausgewechselt. Die Kosten dafür sind im Vollwartungsvertrag für die BZ enthalten, und der wurde Dir für 2.179 EUR angeboten (ein guter Deal, in anderen Beiträgen hieß es € 286/Jahr).


    Wenn der Stack allein schon € 3.500-4.000 kostet, so wäre der VoWa also von vornherein für Viessmann ein Verlustgeschäft. Das ist natürlich möglich (Markteinführung etc.). Aber wenn der Betreiber dann die nächsten Auswechslungen im 11. und im 16. BJ selbst zahlen muss, wären demnach jeweils 3500-4000 EUR fällig. Das entspricht bis zum Ende der Betriebsdauer 7-800 EUR Wartungskosten im Jahr (statt vorher knapp 300) – immer vorausgesetzt dass zehn Jahre lang sonst nichts passiert – und würde bei den meisten Betreibern den Nettovorteil, den eine Vitovalor über Bezugsstromeinsparung bietet, auffressen. Möglicherweise wäre es dann wirtschaftlicher, den im sechsten BJ eingebauten Stack nicht mehr auszuwechseln sondern die BZ so lange weiter zu betreiben, bis der alte Stack irgendwann (im 11. bis 13. BJ?) die Grätsche macht. Danach hat man immer noch eine einwandfreie Brennwert-Gastherme...:S


    Jedenfalls hoffe ich im Interesse aller Vitovalor-Betreiber, dass diese Information nicht stimmt.