Wie würdet Ihr die ideale Anlage für (nahezu) autarke Versorgung entwerfen?

  • Stromverschwendung wenn man nicht einspeist? Das müsste man mir erklären.. Wer weiß, ob nicht in ein paar Jahren Power to Gas oder Fuel verfügbar ist.

    Damit meine ich das Strom der nicht eingespeist, oder anderweitig verbraucht werden kann nicht hergestellt wird, obwohl die Anlage noch mehr Strom erzeugen könnte. Also könnte z. B. deine Anlage am 4.5. um 12 Uhr 18kWh Herstellen, davon kannst du aber weil nur deine und von mir aus die Grundlast der Nachbarschaft in der Insel vorhanden ist nur 2 kWh verbrauchen, Batterie ist auch schon lange voll, dann würden die übrigen 16 kWh einfach nicht erzeugt werden...


    Nebenbei ist die Abgabe von Strom an Dritte also z. B. Nachbarn, unabhängig von Bürokratischen aufwand immer EEG Umlagepflichtig, zumindest aktuell noch...


    Wie das Ganze mit den Nachbarn gesteuert werden soll, also wann der Strom von dir und wann aus dem öffentlichen Netz kommt ist mir noch schleierhaft, und 5x2.5 wohl nicht so realistisch. Bei der von mir vermuteten Leitungslänge ist da 16A zu viel und schon ein Ceranfeld würde Probleme machen.

  • Oje...

    “ Nebenbei ist die Abgabe von Strom an Dritte also z. B. Nachbarn, unabhängig von Bürokratischen aufwand immer EEG Umlagepflichtig, zumindest aktuell noch... “


    Dann hätte ich in den vergangenen Jahren immer dann, wenn ich für Kindergartenfeste, Anglerfeste, mehrmals Zirkus,

    Pfarrfeste etc. unentgeltlich Strom zur Verfügung gestellt habe EEG Umlage hätte zahlen müssen...


    An unserem Haus führt ein frequentierter Fahrradweg vorbei. Ich wollte unter unserer großen Eiche eine Rastbank mit Trinkwasser-Hahn für die Biker aufstellen. Ich hätte ein Schild aufhängen müssen “Kein Trinkwasser”.....


    was ist bloß aus diesem Land geworden!

  • Nebenbei ist die Abgabe von Strom an Dritte also z. B. Nachbarn, unabhängig von Bürokratischen aufwand immer EEG Umlagepflichtig, zumindest aktuell noch...

    Verschenken ist in der Tat EEG-Umlagefrei. Allerdings muss es eine echte Schenkung sein. Seinen Mietern etwas zu "schenken" und in die Miete einzupreisen ist keine Schenkung. Den Nachbarn Strom zu "schenken" gegen Kartoffeln aus dessen Garten ist auch keine "Schenkung". ;)

    Wie das Ganze mit den Nachbarn gesteuert werden soll, also wann der Strom von dir und wann aus dem öffentlichen Netz kommt ist mir noch schleierhaft, und 5x2.5 wohl nicht so realistisch. Bei der von mir vermuteten Leitungslänge ist da 16A zu viel und schon ein Ceranfeld würde Probleme machen.

    Korrekt. Spannungsfall und Leitungsverluste muss man beachten.

  • “Bei der von mir vermuteten Leitungslänge ist da 16A zu viel und schon ein Ceranfeld würde Probleme machen.“


    Unser oft benutztes Kabel hat tatsächlich 4mm2 und ist 50m lang und da waren schon 4 Fritteusen gleichzeitig dran..

  • Die DIN 18015 sagt: maximal 3 Prozent Spannungsfall sind zulässig. 16 A über 50 Meter bei 2,5 mm² macht runde 5 Prozent Spannungsfall. Bei 4 mm² sind es 3,11 Prozent und mit 6 mm² sind es dann 2 Prozent. Alles mit cos phi von 1 gerechnet. Ob Fritteusen, die jetzt nicht besonders anspruchsvolle Elektronik sind, dabei noch funktionieren, ist eher kein gutes Beispiel. Die funktionieren sicher auch noch, wenn die Leitung glüht und hinten unter 200 Volt ankommen. ;)

  • Kann mir jemand beim Verständnis der technischen Zusammenhänge bei den Gasmotoren behilflich sein :

    Große Motoren, die nur moderat bei geringen Drehzahlen belastet werden halten sehr lange.


    Die unterschiedlichen Anschaffungskosten unberücksichtigt, :


    Welches Bhkw hält länger, ein 4 kW elektrisch, welches 3600 Stunden im Jahr läuft, davon 80% in Vollast

    Oder ein 8 kW elektrisch, welches 2000 Stunden läuft, davon 80% im modulierenden Betrieb, unter der wesentlichen Voraussetzunge, dass durch ausreichende Wärme- ( und Stromspeicherung) nur 70 Start - Stop Vorgänge in der ganzen Heizsaison erreicht werden?

  • Hallo,

    wenn du in Bezug auf die Größe darüber nachdenkst, bist du bei KW Energie ( Konrad Weigel )---7,5 kw gut aufgehoben

    Welches Bhkw hält länger, ein 4 kW elektrisch, welches 3600 Stunden im Jahr läuft, davon 80% in Vollast

    Oder ein 8 kW elektrisch, welches 2000 Stunden läuft, davon 80% im modulierenden Betrieb, unter der wesentlichen Voraussetzunge, dass durch ausreichende Wärme- ( und Stromspeicherung) nur 70 Start - Stop Vorgänge in der ganzen Heizsaison erreicht werden?

    Pv seit 2000-8.67 kwp--.-therm.E.= Hackschnitzel 42%x Miscanthus 16% x Bhkw 24% x Scheitholz 8% x WW.WP 6%. x H.Öl 3%xSoTh.1%
    Pv seit 2007- 7,64 kwp
    .
    Pv seit 2014 -8,16 kwp mit Elektrospeicher 11,6 kwh 3 phas.
    Bhkw eco 3.0


  • Welches Bhkw hält länger, ein 4 kW elektrisch, welches 3600 Stunden im Jahr läuft, davon 80% in Vollast

    Oder ein 8 kW elektrisch, welches 2000 Stunden läuft, davon 80% im modulierenden Betrieb, unter der wesentlichen Voraussetzunge, dass durch ausreichende Wärme- ( und Stromspeicherung) nur 70 Start - Stop Vorgänge in der ganzen Heizsaison erreicht werden?

    Dies kann Dir seriös ohne Kaffeesatzleserei niemand sagen, denn dazu müssten die beiden Anlagen in zwei exakt gleichen Objekten laufen. Es ist vielmehr so, dass taktende Maschinen eher den Geist aufgeben, losgelöst davon die Installation (Heizungswasser, Anlagenhydraulik) und die Sorgfalt bei den Wartungen eine sehr entscheidende Rolle spielen.


    Bei 57.000 kWh Gasverbrauch jetzt wäre ein 8 kW BHKW mit dann eben 20 oder noch mehr kW thermisch zu groß.


    Solche Dinge wie bei Dir enden in einer Odyssee von man könnte, nehme ich besser oder soll ich nicht doch und was wäre, wenn ich.... mit dem Ergebnis, dass dann am Ende nix gemacht wird aus Angst, was Falsches zu tun.

  • Das in diesem Fall nichts gemacht wird kann ich mir nicht vorstellen, es ging hier ja nicht um Wirtschaftlichkeit, sondern um Autarkie. Das nach der langlebigsten und wartungsfreundlichsten Möglichkeit gesucht wird ist nur verständlich. Ich gehe davon aus das es dem TS ganz recht wäre wenn er nach Einbau der Anlage möglichst für 20-30 Jahre keine großen Investitionen tätigen muss und alles zuverlässig läuft. Siehe Altersangabe.

  • Ich gehe davon aus das es dem TS ganz recht wäre wenn er nach Einbau der Anlage möglichst für 20-30 Jahre keine großen Investitionen tätigen muss und alles zuverlässig läuft. Siehe Altersangabe.

    20-30 Jahre? Welche heutige Anlage, egal ob BHKW oder Heizkessel oder oder oder kann das denn leisten?

  • Das kann ich nicht abschließend beantworten, aber bei meinem Dachs HR bin ich bei 16 Jahren angekommen und bisher sieht alles gut aus. Vermutlich geht es aber genau darum, deshalb ja auch die Frage ob das BHKW länger hält wenn man es immer nur in Teillast betreibt. In Bezug auf den Dachs (nur als Beispiel) kommst du bei jährlich nur 3000 Betriebsstunden auf ca. 27 Jahre (siehe erwartete Lebensdauer 80.000 Bh) es gibt auch Dauerläufer die schon über 100.000 Bh geschafft haben. Könnte man nun von 6000 Stunden bei Teillast statt 3000 bei Vollast ausgehen um den gleichen Verschleiß zu erhalten wäre das eine durchaus langlebige Anlage. Und genau das war die Frage des TS.

  • Es ist vielmehr so, dass taktende Maschinen eher den Geist aufgeben, losgelöst davon die Installation (Heizungswasser, Anlagenhydraulik) und die Sorgfalt bei den Wartungen eine sehr entscheidende Rolle spielen.

    Ist mir völlig klar, in der Firma bauen wir Maschinen, die bei einer Drehzahl von 800 Upm Axiallasten von 120.000 kg aufnehmen müssen, da sind die Zusammenhänge zwischen Last, Schmierung, Temperatur und Wartung völlig unbestritten. Meine Frage zielte auf den Umstand, daß sich die Bhkw mit 2-4 kW Rasenmähermotoren ja offensichtlich nicht bewährt haben, und es gute Gründe gibt, auf wesentlich größere (und teurere) Motoren zu gehen, welche mit niedrigen Drehzahlen und, bezogen auf die maximale Nennleistung, sehr unterfordert betrieben werden.

    Ich erinnere mich an die 80 er, wo in Indien Millionen von Ambassador Autos unterwegs waren mit ihren 1450 ccm Motoren, die unkapputtbar waren, weil extrem niedertourig betrieben. Mir zeigte mal ein Taxifahrer seinen Kilometerstand : 3.999.970 km in etwas mehr als 20 Jahren...besonders daraufhinweisend, daß sein Taxi eines der ersten "metrifizierten" war mit Km anstatt Meilen. Kaltstarts : sehr sehr selten!


    Zur Auswahl der Leistung : Je mehr Infos ich am WE gesammelt habe, desto näher rücken Gespräche mit Nachbarn über einen (nicht kurzfristigen, aber in den nächsten Jahren durchaus denkbaren) Verbund : Wärme, Strom und Wasser zum Gießen. Auf dem Dorf gibt es im Großen und Ganzen noch Solidarität und oft zählen die Nachbarn auch irgendwie noch zur Verwandtschaft;).


    Es geht also um die Frage, ob ich mit der evtl Auswahl eines größeren Bhkw einen Fehler mache. Die seinerzeitige Auswahl der Wärmepumpengröße von 15 kW für nur ein Stockwerk mit 200 m2 Fußbodenheizung war ein Fehler, da sich später herausgestllt hat, daß 9 kW ausgereicht hätten. Zusätzlich führte ein zu kleiner Systemtrennungs WT zu 30 Minuten Taktung trotz WP Modulation. WP "Kompetenzpartner" und Heizungsbauer haben sich gegenseitig....na Ihr wisst schon.

    Ich habe im Keller noch 6x3x2,2m Platz zum Aufstellen von Pufferspeichern. Zusätzlich stehen mir eine aus 84 m3 Stahlbeton vor einigen Jahren neu errichtete Doppelgarage zur Verfügung, welche mit Kapillarrohrmatten versehen ist ( nicht zu vergessen, die 200 m2 Fußbodenheizung in einem Stockwerk)

    Aus diesem Grund bin ich ziemlich sicher, daß ich auch bei einem "zu groß" dimensionierten Bhkw ausreichend Möglichkeiten habe, eine Mindestlaufzeit von 12 Stunden in den Monaten Dez bis Feb zu erreichen.

    Ich werde mir noch eine ganze Weile Zeit lassen, Entscheidungen zu überdenken. ( Wer den nur kurzen Anriß meiner Fehlschläge weiter oben gelesen hat, wird das sicher verstehen.)


    Darf ich auch noch mal die Frage wiederholen nach einer Umstellung des Bhkw von Erdgas auf Flüssiggas, und zwar nur für den Fall eines Ausfalls der Erdgasversorgung (wie auch immer man diese Wahrscheinlichkeit beurteilt) Entweder bevorratet durch 9-12 33kg Flaschen oder durch einen kleinen Flüssiggastank.

  • Achte auch darauf das die elektrische Leistung im Zweifelsfall von Batterie und Wärmepumpe komplett abgenommen werden können muss, sonst wird es kalt nur weil der Strom nicht wegzubekommen ist, bzw. die WP mit Batteriestrom alleine vielleicht nicht ausreichend Wärme abgeben kann. Dann würde sich die Taktung des BHKWs aus der vollen bzw. leeren Batterie ergeben, da ja keine Überschüsse ins Netz können.


    Im Zweifel könnte man falls nötig die Überschüssige Energie in nem Heizstab vernichten. (Sollte die Preiswerteste Lösung sein, aber wegen der schlechten Effizienz nur im Notfall angewandt werden.)

  • Achte auch darauf das die elektrische Leistung im Zweifelsfall von Batterie und Wärmepumpe komplett abgenommen werden können muss, sonst wird es kalt nur weil der Strom nicht wegzubekommen ist, bzw. die WP mit Batteriestrom alleine vielleicht nicht ausreichend Wärme abgeben kann. Dann würde sich die Taktung des BHKWs aus der vollen bzw. leeren Batterie ergeben, da ja keine Überschüsse ins Netz können.


    Im Zweifel könnte man falls nötig die Überschüssige Energie in nem Heizstab vernichten. (Sollte die Preiswerteste Lösung sein, aber wegen der schlechten Effizienz nur im Notfall angewandt werden.)

    Was macht ein Bhkw (und vorausgesetzt, daß die Regelung dies zulässt) im Leerlauf , wenn am Generator keine Last anliegt?


    Wenn Wärmebedarf da ist, aber kein Strom gebraucht wird, erzeugt das Bhkw Strom ausschliesslich zum Betrieb der Wärmepumpe.

    Dabei sollte gelten : Wärmeertrag = WärmeBhkw + (StromBhkW x Cop WP) , z.B. 8kWthermBhkw + 4kWBhkwelektr*3 = 20kW.

    Ist das richtig?