Preisentwicklung Heizöl-Erdgas

  • Hallo!



    Ich mache mir seit einiger Zeit Gedanken wie es mit der Preisentwicklung von Heizöl und Erdgas weitergeht. Aktuell würde ich mit Erdgas fast 50% geringere Energiekosten haben als mit Heizöl zum aktuellen Preis. Beim Objekt in dem meine Nr. 2 werkelt wäre Erdgas verfügbar. Ich habe auch bereits ein Angebot für den Erdgasanschluß angefordert, telefonisch hieß es vorab das gar keine Kosten für den Einbau des Anschlusses entstehen würden. In Anbetracht dessen das ich in diesem Objekt mit Hängen und Würgen gerade mal auf 25% Stromeingennutzung komme, man kann halt den Mietern nicht vorschreiben das sie nur hintereinander Kochen und Waschen dürfen, stellt sich mir die Frage ob ich auf Erdgas umstellen soll und den Dachs in Rente schicke oder so weitermache. Die Kosten für die Umstellung auf Erdgas wären, sofern der Anschluß wirklich nix kostet, in einer Heizperiode locker wieder rauß, da am vorhandenen Viessmann Paromat Triplex lediglich der Brenner zu tauschen wäre und ein paar Meter Gasleitung verlegt werden müssten.


    Was würdet ihr in meiner Situation tun? Ich tendiere immer mehr in Richtung Umstellen auf Erdgas, zumal der Öltank mindestens mittelfristig auch mit einer Kunststoffinnenhülle saniert werden müßte und noch dazu weil über 10 tLiter Abnahmepflichtig ist.



    Viele Grüße
    Joachim, im Moment etwas ratlos

  • Der Paromat ist doch ein Großkessel ??


    Ich würde auf Gas umstellen.
    Heizöl - da die Nachfrage nach Diesel immer größer wird und wir Peak Oil hatten - bei Gas aber das Fördermaximum noch lange nicht erreicht ist und es deutlich sauberer verbrennt und du keine Kosten mehr für den Öltank hast - Umstellen.

    Hallo, RWE,EON, Vattenfall und EnBW
    ich habe jetzt meinen eigenen Meiler im Keller(MUHAHAHAHAHAAH)

  • Guter Rat ist teuer :)


    Mal ganz grob:
    Der Dachs ist da, wenn Du umstellst produziert er trotzdem "virtuelle Kosten", sprich Abschreibung obwohl er nicht mehr in Betrieb ist.


    Das der Gasanschluss nichts kostet, kann ich persönlich kaum glauben. Habe da 2010 ganz andere Erfahrungen gemacht...
    - Herstellungsbeiträge Stadtwerke
    - Leitung graben und installieren
    - Gaszähleranschluss und Abnahme usw.


    Ein Gasbrenner ist ebenfalls nicht kostenlos, hast schon mal gefragt was der kostet?


    Und vermutlich gehen die Gaspreise mit zeitlicher Verzögerung auch in Richtung Ölpreise (Stichwort: Ölpreisbindung). Ja ich weiß, auf dem Weltmarkt ist genügend Gas da, aber warum soll ein Gasproduzent mittelfristig seine Abgabepreise nicht am Preis der wichtigsten Primärenergiequelle orientieren? Wäre ja schön blöd wenn er es nicht machen würde...


    Andererseits ist Gas z.Z. wirklich wesentlich billiger, du hast keine Lagerkosten, brauchst nicht einkaufen sondern zahlst brav Deine monatlichen Abschläge und umweltfreundlicher ist Gas auch.


    Im Endeffekt musst Du wahrscheinlich eine Bauchentscheidung treffen, da es gute Argumente pro und contra gibt :glaskugel:


    mfg
    Solardach


    p.s. Dachs mit Erdgas, Spitzenlast mit Öl (redundantes System, nie schlecht!)

  • p.s. Dachs mit Erdgas, Spitzenlast mit Öl (redundantes System, nie schlecht!)


    ein neuer Dachs wird wohl bei 25% Stromeigennutzung kaum in Frage kommen.


    LG


    Bruno

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  • Hallo!


    Mal ganz grob:
    Der Dachs ist da, wenn Du umstellst produziert er trotzdem "virtuelle Kosten", sprich Abschreibung obwohl er nicht mehr in Betrieb ist.

    Nein, dem wird die Bude gekündigt.


    Das der Gasanschluss nichts kostet, kann ich persönlich kaum glauben. Habe da 2010 ganz andere Erfahrungen gemacht...
    - Herstellungsbeiträge Stadtwerke
    - Leitung graben und installieren
    - Gaszähleranschluss und Abnahme usw.

    Das wird das Angebot zeigen.


    Ein Gasbrenner ist ebenfalls nicht kostenlos, hast schon mal gefragt was der kostet?

    Das wird das geringste Problem sein. Diese Kosten wären IMHO nach einem Jahr locker wieder drin.


    Und vermutlich gehen die Gaspreise mit zeitlicher Verzögerung auch in Richtung Ölpreise (Stichwort: Ölpreisbindung). Ja ich weiß, auf dem Weltmarkt ist genügend Gas da, aber warum soll ein Gasproduzent mittelfristig seine Abgabepreise nicht am Preis der wichtigsten Primärenergiequelle orientieren? Wäre ja schön blöd wenn er es nicht machen würde...

    Tja, das weis nur die :glaskugel:

    Andererseits ist Gas z.Z. wirklich wesentlich billiger, du hast keine Lagerkosten, brauchst nicht einkaufen sondern zahlst brav Deine monatlichen Abschläge und umweltfreundlicher ist Gas auch.

    Und das Öltankproblem wäre auch gelöst. Die Kosten für die Sanierung sind sicher nicht günstiger als ein Gasbrenner mit Installation.


    Guter Rat ist teuer :) .

    Eben.



    Viele Grüße
    Joachim

  • Warum hast Du einen so geringen Stromeigenverbrauch? Bei so einem Großkessel scheint eine große Wärmesenke gegeben zu sein.


    Je nach System würde ich statt neuem Gasbrenner über einen neuen Brennwertkessel nachdenken und je nach Strombedarf vielleicht ein ecoPOWER 3.0 dazu.

  • Guter Rat ist teuer


    Hat der Üzgür gsagt, wiasn sei Radl gstohln ham und er sich a neis kaffa wollt. _()_


    Eine Hauruckaktion is m.M. die teuerste Lösung und der Winter is, jedenfalls nach Monaten gesehen, fast um.


    Aber jetz so aus dem Bauch raus und ohne Zahlen (Dachs wie alt, wieviel WE usw.) zu kennen würd ich den Gasanschluß, wenn er denn neben den sonst noch anfallenden Umbaukosten für lau is, auf jeden Fall machen. Da würde ich dann den Kessel anschließen und den momentan die Hauptarbeit machen lassen. Den Dachs mit Öl weiterlaufen lassen aber nur wenn lt. Lastgang auch der Strom in der Hütte bleibt. Is halt wieder Zeit- und Tüftelaufwand für´s optimieren.


    Als zweiten Schritt dann in Ruhe schauen und prüfen was wirklich an neuem BHKW passt und dann unter Mitnahme von Förderungen und evtl. eigenen Steuervorteilen (Dachs ganz abschreien, Reparaturkosten), vielleicht Richtung Herbst oder erst nächstes Jahr den Einbau vorbereiten. Dachs würd ich aber nichtmehr machen, ausser der lernt noch modulieren.


    Die Investiotion ist trotzdem nicht ohne.....aber Du musst Dein Mietshaus trotzdem im Wettbewerb halten und die Nebenkosten werden für die Neuvermietung immer wichtiger |__|:-)

    Die dezentrale KWK ist keine Brücke - sie ist die Lösung :thumbsup:


    und der Spenden-Button für unser Forum ist auf der Portal-Seite rechts :!:

  • Hallo!


    Warum hast Du einen so geringen Stromeigenverbrauch?

    Drei Mietwohnungen von denen zwei nur Wochentags genutzt werden und ein Gewerbe mit geringem Stromverbrauch (ca. 1000kWh/a) geben nicht mehr her.


    Bei so einem Großkessel scheint eine große Wärmesenke gegeben zu sein.

    Ja, aber nur temporär. Der Heizenergieverbrauch liegt bei etwa 60000 kWh/a aber ich brauche die Spitzenlast von ca. 100 kWh trotzdem, allerdings nur Stundenweise und eher selten.


    Je nach System würde ich statt neuem Gasbrenner über einen neuen Brennwertkessel nachdenken und je nach Strombedarf vielleicht ein ecoPOWER 3.0 dazu.

    Nee, sicher nicht. Ich baue mir nicht nochmal die selben Probleme für viel Geld ein. Da müssten sich die Rahmenbedingungen für KWK drastisch Verbessern. Solange noch nicht mal die Einspeisevergütung mit Zuschlag ausreicht um die anteiligen Brennstoffkosten für die Stromerzeugung zu decken läßt sich IMHO kein wirtschaftlicher Betrieb bei diesen Voraussetzungen darstellen. Dafür kommt, wenn halbwegs vernünftig machbar, PV aufs Dach. Dann läßt sich auch die Peripherie für Eingenverbrauch weiter nutzen.


    Viele Grüße
    Joachim

  • Ja, aber nur temporär. Der Heizenergieverbrauch liegt bei etwa 60000 kWh/a aber ich brauche die Spitzenlast von ca. 100 kWh trotzdem, allerdings nur Stundenweise und eher selten.


    Ich komme bei 100.000 kWh Wärmebedarf mit einem 35 kW Kessel bei -25°C aus?! Wenn das wirklich eine Kurzlastphase für irgendwas besonderes ist, lass den alten Kessel dafür stehen und nehm ein modernes Gasgerät für die normale Last. Aber ein solcher Großkessel macht bei dem geringen normalen Bedarf nur gewaltige Verluste...


    Solange noch nicht mal die Einspeisevergütung mit Zuschlag ausreicht um die anteiligen Brennstoffkosten für die Stromerzeugung zu decken


    5,11 Cent Förderung, 5,00 Cent Einspeisung, 0,4 Cent VNNE (Beispiel) und Erstattung der Energiesteuer 1,5 Cent (ja auch bei Wärme zu Berücksichtigen) macht 12 Cent Einnahme für etwa 6 Cent Gas... ich sehe da keine Unterdeckung. Dazu kommen natürlich Abschreibung und Wartung. Bedenke ich aber 3 Wohnungen a 2.900 kWh und 1.000 kWh Gewerbe sind auch etwa 9.700 kWh Strom. Da kommt ein ecoPOWER 3.0 ganz gut hin. Gas ist eben kein Heizöl ;) Zudem ist ein Dachs - zumal ohne Modulation - dort überdimensioniert. Ein modernes BHKW mit Modulation kann auch mit 1,5 kW Stromleistung laufen. Da werden andere Laufzeiten und Eigennutzungsgrade erreicht - besonders in der Sommerzeit.


    Auch die PV steht dem nicht im Weg. BHKW muss dann nur so angesteuert werden, dass es läuft, wenn die Sonne nicht scheint. Und das ist die meiste Zeit der 8.600 Stunden im Jahr der Fall.

  • Hallo!


    5,11 Cent Förderung, 5,00 Cent Einspeisung, 0,4 Cent VNNE (Beispiel) und Erstattung der Energiesteuer 1,5 Cent (ja auch bei Wärme zu Berücksichtigen) macht 12 Cent Einnahme für etwa 6 Cent Gas...

    Klar, bei Gas. Aber bei HEL. :crygirl: Desweiteren bin ich der Meinung das die 5,11 Cent in dieser Berechnung nix zu suchen haben. Es kann nicht sein das man den Zuschlag, der IMHO als Anreiz für die zusätzliche Investition und die zus. Instandhaltungskosten zu sehen ist, dazu verwendet um die Stromeinspeisung zu subventionieren. Ebenso bei der Rückerstattung der Energiesteuer. Die Rahmenbedingungen passen einfach nicht wenn man nicht einen Großteil des erzeugten Stromes auch im Hause behalten kann.


    Viele Grüße
    Joachim

  • Hallo,


    Nee, sicher nicht. Ich baue mir nicht nochmal die selben Probleme für viel Geld ein. Da müssten sich die Rahmenbedingungen für KWK drastisch Verbessern.


    Könntest Du für einen Erdgas-BHKW-Interessenten bitte erklären, was Du mit "Ich baue mir nicht nochmal die selben Probleme für viel Geld ein" meinst.


    Danke.



    Gruß
    meute

  • Hallo!


    Mit dem "Ich baue mir nicht nochmal die selben Probleme für viel Geld ein" meine ich das meine beiden Heizöl-BHKW zwar von der Wärmegrundlast ganz gut in die Gebäudestruktur passen, allerdings nicht von der Stromgrundlast. Und das ist IMHO ausschlaggebend ob ein BHKW wirtschaftlich betrieben werden kann oder nicht. In meinen Fällen sind 25% Stromeigennutzung viel zu wenig und mit jeder kWh Stromeinspeisung lege ich die 5,11 Cent Förderung noch oben drauf und kann bei den aktuellen Heizölpreisen trotzdem den anteiligen Brennstoffverbrauch für die Stromerzeugung bei Einspesiung nicht mehr decken. Das wird in meinem Fall dazu führen das die Nr. 2 wohl dieses Jahr noch außer Betrieb gehen wird und eine Umstellung der Heizung auf Erdgas erfogt, Nr. 1 wird wohl noch ein wenig länger laufen, da hier eine Umstellung auf Erdgas nicht möglich ist und ich den Eigenstromverbrauch bei Nr. 1 besser "steuern" kann um die Einspesiung zu minimieren.


    Viele Grüße
    Joachim