Holzgas als alternative zu Biogas im Fernwärmenetz

  • Hi Matzi,


    Das hört sich verdächtig nach dem hier an: http://www.holzgibtgas.com/viewtopic.php?t=6584
    das heißt wer mit so einer Holzfeuchte arbeiten will. Muss mit Öl nachhelfen. DA kannst gleich das Holz vorher trocknen mit Öl.


    Ich will dir nicht die Begeisterung etc nehmen. Aber wenn man vergasen will und das mit SOLCH FEUCHTEM Material, dann hat man IMMER WASSSER im GAS. Außer es wird mit nem Ölstützbrenner zugefeuert. Da gibts ne Dampfreformer anlage. Schau dir mal an was dort zu meinem Link gesagt wird und zu solchen Anlagen.


    weißt du zufällig wie die Firma heißt. Wäre sicherlich interssant.


    MFG Scoob

  • Hi


    Das ist klar das der Dampfreformer nur mit feuchtem Holz funktioniert, war auch auf den "normalen" Vergaser der am besten mit max 20 % Holzfeuchte läuft gemünzt.


    Aber am Anfang muss das feuchte Holz irgendwie getrocknet werden.?? Anbrennen kann man so feuchtes material wohl nicht??? Bzw die Vergasung starten ??
    Und das Wasser hat man dann immer noch im Gas ?? bei so großen Anteilen :verrueckt:


    Natürlich kann (NORMALER Vergaser) durch WasserDAMPF statt Luft ansaugen, die Gasausbeute deutlich gesteigert werden, da man den Stickstoff im Gas (~50%) verdrängt, aber wie macht man den DAMPF?? bracht auch Energie und das nicht zu knapp.


    Warum laufen denn nur Hackschnitzel Kraftwerke mit größerer Leistung auch mit waldfrischem Holz(Holzfeuchte (45-65%)??
    auch die fahren mit trockenem Material an, sonst kommen die gar nicht auf Temp, damit das feuchte Material dazugefahren werden kenn.


    Würde mich über eine Verfahrensbeschreibung freuen.


    Gruss Scoob


    (Es gibt auch so schöne Prokekte das man 1/3 Wasser und Pflanzen öl speziell mischt CO2 dazu packt und genau so viel Leistung raus bekommt wie wenn man nur Pflanzenöl nimmt bzw H2O 1/1 Öl mischt :-)_:-) :-)_:-) :-)_:-)


    Energie aus Wasser ^^ :blush2: :blush2: :blush2: :blush2:


    MFG Robin

  • Hat schon Hand und Fuß was
    man auf den Bildern sieht und das scheint ne größere Halle zu sein wo
    gearbeitet wird.


    Was mich stutzig macht ist das Verbrennen der Holzkohle zum Entgasen des HAckgutes.


    http://holzgibtgas.com/viewtopic.php?p=76486#76486


    hier sind einige Links und auch Patente beschrieben zu dem Thema.


    vorallem sei das Problem die schlechte Gasqualität.


    Damit fällt viel Holzkohle an. Desshalb kann man die auch unter der Pyrolysezone verbrennen.
    Um damit die großen Mengen Wasser zu verdunsten schlimmer verdampfen.


    hmm leider hast du keinen Link zu einer Firma oder einen Namen :(


    Aber Interssant ist es sehr wohl mit
    50% Feuchte fahren zu können, bloß irgendwo muss ja die Energie
    herkommen bzw hingehen.



    Was braucht man an Hackschnitzel am Tag ungefähr?


    eine 1,3MWel Anlage braucht ca 2,5to feuchtes Mat. in der Std. also ca ein LKW am Tag.
    Bei 250kWel und bei ähnlicher Effizienz, ein LKW alle 5 Tage.


    das sollte möglich seit mit der Lagerung wenn man bedenkt das Hackschnitzel erst mit 30 - 35% als lagerfähig gelten.



    Zitat PDF mit Kommentaren:


    [lässt sich leider nicht rauskopieren da eingescannt, gibt nur ein Buchstaben Wirr-War :( )


    Was mich schockiert hat:


    oO Das, das Synthesegas im Gegenstrom, über die Brennstoffzuführung abgesaugt wird, dadurch weitgehende Abkühlung und
    "Reinigung" . (= klassischer updraft = Feuchtesgas das es Kracht und viel Staub, Dreck... aus den Hackschnitzeln)


    Dann gehts über 2 Zyklone und dann je nach Gasquali über nen Keramikfilter.


    (ich will nicht wissen wie die Zyklone aussehen von der Feuchtigkeit)


    Beheizung des Vergasers erfolgt über anfallenden Restkoks = Muss ja einiges anfallen das man den Vergaser damit beheizen kann. Dadurch wie oben gesagt schlechtes Gas.


    ^^ Naja


    Das mit dem über die feuchte Schüttung absaugen schockt mich am meisten.


    Vorallem Wärmenutzung damit ja fast nicht möglich, außer eben
    Kühlwasser vom Bhkw, aber vom Vergaser kann man sicher nix abziehen.


    MFG Scoob


  • Ich habe noch ein paar Bilder mehr.


    Um ein 250 KW Zündstrahlaggregat sicher mit Holzgas zu betreiben brauche ich 1 bis 1,1 qbm Hackschnitzel / h.
    Wärmeleistung zusätzlich ca 60 bis 70 KW.
    Im Sommer wenn ich nicht soviele Wärme brauche, wird ein teil der produzierten Holzkohle abgezweigt, die ich dann anderweitigt vermarkten kann.


    Bei dem 1 Bild kann man im Hintergrunf den Rabsölwäscher sehen.
    Da wird mit Rabsöl der Teer gebunden und der Verbrennung wieder zugeführt.

  • Wieviel Rapsöl wird benötigt um den Teerrauszuwaschen am Tag oder in der Stunde?


    Denn wenn der Teer im Rapsöl gelöst ist dann bekommt man den auch nicht einfach wieder raus.


    Wird das Rapsöl dann für den Zündstrahler benutzt??


    (Wahrscheinlich nicht, bei nem anderen Projekt waren die ganzen Zündölleitungen verteert und der Motor lief danach unrund)


    Also wird das Rapsöl plus Teer dem Reformer dazu gedüst.


    Sind die 60/70kWth dann dem Reformer entnommen?


    MFG Scoob

  • Mir erscheinen die 5 Liter bei 250kw sehr klein und das am Tag.


    wenn man überlegt wieviel m³ Gas da in der Stunde durchströmen.


    Mir erscheinen 5Liter die Stunde wahrscheinlicher.


    ein vergleichbares Biogas Zündstrahl Bhkw braucht ca 114 - 115 m³ in der STUNDE.


    http://www.dlg-test.de/pbdocs/5540F.pdf


    Diese Menge muss eben erst vom Teer gereinigt werden, wobei Holzgas nicht einen solch guten Heizwert hat wie Biogas also noch mehr gas verbrannt werden muss.


    Das sind 1380 m³ am Tag und das mit 5Liter Rapsöl?!


    MFG Scoob

  • Ich muß mal wieder einige Zeilen loswerden!


    Ein Motor mit einer mech.Leistung von 250kW benötigt bei einem Wirkungsgrad von 30% (welcher sehr fraglich ist) eine Gesamtfeuerungswärmeleistung von ca. 833kW!!
    Die Wärmeleistung aus 1.1SRM Hackschnitzel umgesetzt in HOLZGAS beträgt 708kW! Das heißt es ist eine Wärmeleistung aus Öl in Höhe von 125kW nötig, entspricht ca. 13.6ltr. Rapsöl JE STUNDE !!


    Aber es ja der Vorteil des Zündstrahlers das schlechte Gasqualität durch Zündöl ausgeglichen werden kann!!!


    Für reinen Holzgasbetrieb würde der Hackschnitzelverbrauch bei ca. 1,3 SRM je Stunde liegen, Für die Trocknung der Hackschnitzel gibt es einen feinen Durchlauftrockner in der Größenordnung von 0,25 bis 2 SRM je Stunde, dafür würden die 60-70 kW Abgaswärme ausreichen.


    Nebenbei bemerkt, ein guter Holzvergaser ist nicht so kompliziert wie ein Pyro Kat.


    oebuba

  • Also jetzt meld ich mich auch mal wieder zu wort.


    erst mal ne Frage hab hier gelesen das der Wirkungsgrad von 30% sehr fraglich ist. Da ich mich ja grad mit dem Thema Biogas beschäftige lese ich gerade viel über Bhkw´s die werden immer bei Zündstrahlern von bis 42% Elektrisch angegeben. Kann mir das mal einer erklähren??? (30% fraglich ---> 42%)


    Ich hab hier rausgelesen das ihr diesen Dampfreformer nich unbedingt Toll findet. Ich hingegen bin schon etwas angetan da er in einer Betriebswirtschaftlich vernünftigen größenordnung hergestellt wird und man nicht 3 oder sogar 4 anlagen benötigt die ja alle gewartet und repariert werden müssen. Er stellt ein für Holzvergaser verhältnisse gutes gas her das zudem auch noch Teer frei ist. Also für den Bhkw betrieb hervoragend. Also wen das mit dem dauerbetrieb funktioniert mit ca. 7500 h/J dann hab ich meine alternative zu Biogas.


    Also kann mir einer erklähren was ich Falsch sehe.


    So neben bei hab mit dem Dr. Finger Telefoniert und er hat das Patent an eine Schweizer Firma Verkauft die das jetzt groß aufziehen will in kürzester Zeit hab i mir sagen lassen.


    mfg Josef

  • Du hast richtig rausgelesen :D


    Aber wenns richtig funktioniert und nicht noch ein halbes Pflanzenöl Bhkw läuft. Dann soll uns das nur recht sein.


    Also wie ich oben schon geschrieben habe:
    Holzgas enthält CO (Kohlenstoffmonoxid) und H2 (Wasserstoff) plus 50% Stickstoff ..(brennt leider nicht :( ) "geringer Heizwert "


    Im Biogas dagegen hat man großteils nur Methan fast 60 % je nach Anlage. Co2 ++ was sonst so nicht brennt "höherer Heizwert "


    Also schon allein vom Brennstoff mehr Energie drin im Biogas. Dann ist die Flammgeschwindigkeit beim Holzgas langsamer wie beim Biogas.


    Turbos "nur" in Verbindung mit nem Zündstrahler und max Drehzahl ca 3000 Umdrehungen höher, dann jagt man das ganze Holzgas zum Auspuff unverbrannt raus. (bei der Anwendung im Auto vorallem)


    Dazu kommt, das man beim Zündstrahler (man braucht das Zündöl zum zünden des Gemisches, denn Holzgas zündet nicht von allein)
    panschen kann, sprich ist das Gas schlecht würde die Leistung absacken, also spritzt man mehr Zündöl ein.
    (hat man Rapsöl oder Biodiesel gilt das weiterhin als EEG förderbar (ich weiß nicht ob im neuen immer noch so ??)) aber dann kann man gleich ein Biodiese/Rapsöl Bhkw hinstellen.


    also der Energiereiche Anteil vom Zündöl treibt die Effizienz hoch. Dazu der Dieselmotor der eben eine höhere Kompressionen fährt und damit Thermodynamisch effizienter ist, als der Gasmotor der nur mit Gas fährt und ein GUTES Gas braucht,
    die hohe Kompression nicht erreicht also auch nicht so effizient ist (elektrisch), gleich mehr Wärme.


    Ich hoff es ist verständlich sonst einfach was sagen.


    Gruss Scoob


    Oh den Schweizern wünsch ich viel Glück. Die sollen ja viel auf Holzklopfen :P


    Das mit dem Holzgas ist immer so eine Sache, da sind schon ganz andere dran verzweifelt ^^


    Da geht nix über Erfahrung Erfahrung Erfahrung.


    Ich werde wenn ich jetzt bald Semesterferien hab, auch damit anfangen Erfahrungen mit Holzgas zu machen.


    aber mit dem klassischen Vergaser :) :) :) :) :)


    Gruss Robin

  • Ah ok DAnke für die erklährung


    also wen ich das jetzt mal für mich so zusammenfasse komme ich zum schluß das Holzgas eine technik ist die schon ewig existiert und immernoch viele leute darn rumbastel aber es kein system gibt das wirtschaftlich funktioniert und für dauerbetrieb wie z.B. wärmequelle Nahwärmenetz ungeeignet ist, in einer größenordung von 200 Kw. Seh ich das so richtig?


    Ich schau am Freitag jetzt nochmal ne größere Anlage an die schon seit ca. 10 Jahren im Betrieb ist aber so weit ich gehört habe haut die auch nicht hin. Dann werd ich mich wieder richtung Biogas orientieren.


    Nochmal so ne Frage hab ja jetzt in den letzten Wochen viel über Holzgas gelesen, es haben sich viele Firmen und Privatpersonen der entwicklung angenommen ohne Ergebnis (Betriebswirtschaftlich).


    Was sind eigentlich die Probleme.


    Zum einen hört man immerwieder das Thema Teer aber so wie ich das gelesenhabe kann man das mit Rapsöl Rausfiltern also kein Problem.


    Die Vergasung ist ja relativ einfach wird immer geschrieben das man sich selbst einen bauen kann also auch nicht das Problem.


    Beschickung rückbrannt etc. sollte heutzutage auch nicht mehr das Thema sein. (Zellrad, Schubboden, etc)


    Gaskühlung und so auch kein Thema.


    Bhkw ist ja auch schon ziemlich weit entwickelt also an dem solls au net liegen.


    Viel mehr Teile hat doch so ne Anlage gar net, wo also sind Störungsquellen??? @:pille


    mfg Josef

  • Wenn alles nur so einfach wär, wies aussieht :D:D:D


    Prizipiell, ist eine Holzvergaseranlage wie eine Frau. (Ich enschuldige mich schon mal bei allen Frauen im Forum)


    Frau / Freundin .. will ausgehen: Und fragt und wie seh ich aus? Mann antwortet: sieht gut aus wie immer. Frau geht zufrieden fort.


    Holzvergaser: Hackschnitzel rein, Zuluft ganz auf, Gebläse wie immer einstellen, Zünden, Zuluft einstellen) warten bis er sauberes Gaserzeugt, Motor anmachen. LÄUFT!!


    Viertel Jahr später:
    Frau / Freundin will aus gehen, Und fragt und wie seh ich aus? Mann antwortet: gut wie immer.
    Frau: WAASSSS wie kannst du nur sagen das sieht gut aus ich seh in dem Kleid, ja aus wie eine Tonnen und sowas ist mein Mann / Freund (blablablubb..) [Hausegen sehr schief!!]


    Holzvergaser: Hackschnitzel rein, Zuluft ganz auf , Gebläse wie immer einstellen, Zünden, Zuluft einstellen.
    warten und warte und warten es raucht nur, aber anbrennen lässt sch das Gas nicht. Alles gemacht wie immer. Ist es zu feucht (Luftfeuchtigkeit), ist das Material zu feucht ....


    Will sagen. beim Holzvergaser hängts von so vielen Faktoren ab, ob er jetzt läuft oder nicht da brauchts dann die ERFAHRUNG was zu tun ist wenn er nicht will.


    Dazu kommt noch das die Vergasung ein Buch mit "Sieben Siegeln" ist. Man weiß was grundsätzlich abläuft, ablaufen muss.
    Aber was es da noch an Tausend zwischen Schritten gibt das kann man nur vermuten.


    Desshalb hat jeder der einen Holzvergaser entwickelt eine eigene Vorstellung und seine eigenen Versuche gemacht wie er sich erklärt das es bei ihm funktioniert und beim anderen nicht.

    Hier mal ein Beispiel aus Holzgibtgas.com
    http://holzgibtgas.com/viewtopic.php?p=76531#76531


    Er hat eine Absteiger mit 30 kW, selbst gebaut:


    Hallo Wasti!






    Zitat:Teer besteht aus einer Veilzahl kondensierbarer überwiegend ringförmiger Kohlenwasserstoffe, Aromaten.







    Wobei man aber zwischen „einfachringförmigen“ und polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) unterscheiden muss.






    Zitat:Wie
    es für mich aussieht müssen wir damit leben, daß für eine idealisierte
    Gasproduktion, bei der erst alles Teerzeugs verbrannt wird um danach
    für Reduktion zur Verfügung zu stehen, das Verhältnis aus entstehendem
    Pyrolysegas und einströmendem Sauerstoff nicht ausreicht um den
    gesamten Teer zu verbrennen.







    Wie du selber schreibst, funktioniert das verbrennen des Teers nicht, also…???



    Cracken!!! Und cracken funktioniert nicht durch das zuführen von Sauerstoff sondern durch Hitze oder durch einen Katalysator.









    Zitat:Das
    kommt einfach daher, daß eine bestimmte Menge Holz eine bestimmte Menge
    Pyrolysegas ergibt und der Volumenverlust in der Reduktion den
    Stoffdurchsatz der Oxidation bestimmt. Ein Ansatz wäre Holzkohle
    beizumischen oder aus der Mitte Pyrolysegas abzuziehen - Verwendung
    ungewiss.







    Wenn es so wäre wie du sagst, dann müsste ein Vergaser, gefüttert mit
    Totholz (weniger Pyrolysegas) ja besser funktionieren, tut er aber
    nicht, und Imbert und alle anderen konnten sich ihre Einschnürung (zur
    Temperaturerhöhung) sparen, funktioniert auch nicht….





    Das Geheimnis einer nahezu teerfreien Gaserzeugung ist einzig und
    allein die Verweilzeit in der Hochtemperaturzone. Durch die Hitze
    zerfallen die einfachringförmigen Aromate z.B. das von dir genannte
    Benzol (C6H6) in kürzere C-Verbindungen und die mehrfachringförmigen
    Aromate z.B. Naphthalin (C10H8) in einfachringförmige Aromate, die dann
    auch wieder zerfallen sollen.


    Nun ist aber das Problem der Einschnürung, das sie die Hitze zwar
    bündelt, aber gleichzeitig auch die Fließgeschwindigkeit erhöht und
    dadurch die Verweilzeit absenkt.


    Ziel einer idealisierten Gasproduktion wäre also eine lange Verweilzeit
    (wohlgemerkt der Gase und nicht der Feststoffe) in einem
    „Hochhitzebereich“. Hier könnte man vielleicht konstruktiv noch etwas
    lösen…!!!???



    Deswegen sind auch solche Aussagen wie „Bei der Einschnürung je kleiner je besser“ nicht unbedingt richtig.






    P.S. Sehr interessante Diskussion….












    Gruß...




    _________________
    Joan




    Er hat selbst einen Aufsteiger entwickelt aus seinen Beobachtungen und Überlegungen herraus. Mit einer sehr beachtlichen Laufleistung bisher. Aber die Konzepte sind komplett andere.


    Zitat:Wie du selber schreibst, funktioniert das verbrennen des Teers nicht, also…???



    Cracken!!! Und cracken funktioniert nicht durch das zuführen von Sauerstoff sondern durch Hitze oder durch einen Katalysator.


    Doch ! Der Sauerstoff liefert über Oxidation die Hitze zum Cracken. Ich
    hab´ meinen Hackschnitzeln auch schon etwas Dolomit beigemischt, weil
    ich las, daß Magnesuimhydroxyd in Wirbelschichtvergasern eingesetzt
    würde.





    Nach dem Cracken soll ja Rekombination der Haupfeind sein. Laut
    Wilfried hilft da zum Beispiel Abschrecken. Mein Ansatz ist die
    Rekombinaltion dadurch zu mindern, indem die möglichen neuen Bindungen
    mit Sauerstoffanlagerung verhindert wird, also "ALLES austretende
    Pyrolysegas ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen".








    Zitat:Wenn
    es so wäre wie du sagst, dann müsste ein Vergaser, gefüttert mit
    Totholz (weniger Pyrolysegas) ja besser funktionieren, tut er aber
    nicht,




    Da hab´ich andere Erfahrungen. Ein Bauer brachte mir Stangerlware und Kniedl (Fichtenäste) gehackt. die liefen super!









    Zitat:Das Geheimnis einer nahezu teerfreien Gaserzeugung ist einzig und allein die Verweilzeit in der Hochtemperaturzone.




    Das ist auch ein Ansatz meines Aufsteigers. Wie du meiner Skizze
    entnehmen kannst ist der Querschnitt der Reaktionszonen nach oben hin
    anwachsend, die Fließgeschwindigeit absenkend vorgesehen. Aber wie du
    vielleicht auch gelesen hast reicht die Hitze vor den Düsen nur ein
    paar Zentimeter weit, daher meine ich kleine Düsenringdurchmesser
    bringen Verbesserung in der Vergasermitte.






    Zitat:
    Durch die Hitze zerfallen die einfachringförmigen Aromate z.B. das von
    dir genannte Benzol (C6H6) in kürzere C-Verbindungen und die
    mehrfachringförmigen Aromate z.B. Naphthalin (C10H8) in
    einfachringförmige Aromate, die dann auch wieder zerfallen sollen.




    Das scheint ein endothermer Vorgang zu sein, der sich auch umkehren
    kann oder irre ich da ? Jedenfalls entsteht Dieselruß und angelagerte
    PAK auch ähnlich - oder ? Bei der Dieselverbrennung wird zur
    Rußvermeidung eine homogene Vermischung von Luft und Brennstoffdampf in
    einer Schichtladung angestrebt, die so langsam verbrennen soll, daß
    alle Tröpfchen Zeit zum Verdampfen haben bevor die Brennraumtemperatur
    zu weit abfällt.


    Benzol und Naphtalin machen mir keine Sorgen, nein die geben
    Leistung! Benz-a-Pyren und dessen Verwandte kondensieren in den
    Leitungen und bereiten uns Sorgen.






    Zitat:Nun
    ist aber das Problem der Einschnürung, das sie die Hitze zwar bündelt,
    aber gleichzeitig auch die Fließgeschwindigkeit erhöht und dadurch die
    Verweilzeit absenkt.




    Das mit dem Hitze Bündeln ist mir schleierhaft. Die errreichbare
    Temperatur hängt m.E. davon ab welche Masse von Stoffen mit welcher
    Energiemenge erhitzt werden. Hier stellt sich bei konstantem Brennstoff
    Proportionalität ein. Im Gegensatz zum offenen Feuer, das durch
    Abstrahlung viel Energie verliert und so die Größe des Feuers auch die
    Temperatur mit beeinflusst, ist die Oxidation im Vergaser bestmöglich
    von äußerer Abkühlung abgeschirmt. Die Einschnürung kann doch zunächst
    nur Stoffströme bündeln. Mit den Stoffen kommen aber sowohl Energie als
    auch Masse zusammen, also was soll´s ? Einzig die Vermischung von gut
    Sauerstoffgesättigten und "ungesättigten" PAK zwecks Ausgleichs könnte
    ich mir vorstellen. Dazu muß aber die Temperatur in der Einschnürung
    entsprechend hoch sein, sonst tauscht sich da nix aus - sach ich ma´ .
    Da kommt wieder die Geometrie in´s Spiel. wenn mann es also schafft die
    paar heißen Zentimeter vor den Düsen (schräg abwärts) so anzulegen, daß
    sie sich berühren und in die Einschnürung ragen, ohne dabei den
    Stoffstrom zu stören (Hohlbrenner) wäre ich mit den Vorteilen der
    Einschnürung "dabei". Das dürfte aber nur mit definiertem Brenngut
    klappen. Nicht umsonst fährt der Kadett mit Opaschnitzeln und hat der
    alte Imbert 5mal5 Zentimeter gebraucht. Eine Idee hatte ich auch schon
    versuchsweise umgesetzt: Die Luft über den gesamten Querschnitt
    eindringen lassen, ganz ohne Düsen. Das gibt die beste Homogenität,
    aber leider auch durchgebrannte Heizungsrohre.....









    Zitat:Ziel
    einer idealisierten Gasproduktion wäre also eine lange Verweilzeit
    (wohlgemerkt der Gase und nicht der Feststoffe) in einem
    „Hochhitzebereich“. Hier könnte man vielleicht konstruktiv noch etwas
    lösen…!!!???




    Da gibt´s Konflikte. Einerseits soll das Bett homogen mit Sauerstoff
    durchgast werden und keine kalten Zonen in der Mitte entstehen, was
    geringen Querschnitt fordert, andererseits soll das Gas langsam
    strömen, was großen Querschntt fordert. Hier empfehle ich einen Blick
    auf meine Vergaserskizze.
    Die Temperatur in der Oxidation einfach höher zu treiben könnte mir gut
    gefallen. Luftvorwärmung wäre ein Ansatz. Allerdings wird ja für 5
    Liter Gas nur 1 Liter Luft angesaugt, die Menge macht nicht viel aus.
    Den Brennwert des Vergasungsguts zu erhöhen gefällt mir besser.
    Pyrolyse ist ein endothermer Vorgang. Die Produkte Pyrolysegas und
    Kohle haben demnach mehr latente Energie als das Ausgangsmaterial.
    Daher dürfte damit auch mehr Hitze erreichbar sein als mit Holz.





    In allen Skizzen der Absteiger findet man die Trocknungszone und
    die Pyrolysezone. Das halte ich zweimal für Blödsinn. Erstens:
    Trocknung. Der Imbert ist oben zu. Wo geht der Wasserdampf hin? Er
    verdrängt Sauerstoff in der Oxidation ! Also bitte eh trockenes
    Brenngut verwenden.


    Zweitens: Pyrolyse. "ganz zu Anfang" füllte ich Hackschnitzel in
    eine wiederverschlossene Konservendose mit Loch und Kupferrohr drin und
    legte das in den Kaminofen. Mit Feuer natürlich.... Dann beobachtete
    ich wie eine Flamme aus dem Kupferrohr schlug. - logisch. Die Flamme
    war enttäuschend klein. Es dauerte geschlagene 45 Min bis eine glühende
    Konservendose Hackschnitzel mit Ø120 "durch" war. Wie soll dann in
    einem Schacht mit Ø 250 und mehr Pyrolyse mit Wärme über die Wandung
    funktionieren? Konvektion: negativ. Kontakt:Negativ. Strahlung:negativ.


    Und wenn das Gas am Ausgang immer noch einge hundert Grad hat, hat
    es wohl auch nicht viel Energie an die Pyrolysezone übergeben. Hier
    könnte ich mir vorstellen die Hackschnitzel über vom Gas beheizte Rohre
    rieseln zu lassen. Konstruktiv wäre das gar nicht so aufwändig. Eine
    paar Rohre quer durch einen rechteckigen Schacht, zwei entfernbare
    (Reinigung) Anschlusshauben (Fuchs). Unten käme dann der Imbert wie
    gehabt. Aber das nur als Science Friction. Wissenschaftsbremse ?!?!?!






    Sorry für die Menge an Text !









    Deswegen sind auch solche Aussagen wie „Bei der Einschnürung je kleiner je besser“ nicht unbedingt richtig.






    Zitat:P.S. Sehr interessante Diskussion….




    Danke, sehe ich auch so, auch wenn ich schon Prügel einstecken musste.









    Gruß..





    Also man sieht jeder erschließt sich die Abläufe anders und zieht daraus seine eigenen Schlüsse.



    Das wichtigeste aber ist wenn das Konzept passt und erprobt wurde.


    Die Qualität hängt im Endeffekt immer vom Vergasungsmaterial ab. Da kann die Anlage noch so gutlaufen. Wenn der Betreiber am Material spart, (zu feucht, zu fein, zu grob, nur Reisig ..) dann kann der beste Vergaser da nix mehr rausholen.


    Denn aus der Luft kann er die Energie nicht ziehen.
    Es würde auch niemand einfallen einfach Wasser in den halbvollen Tank zu füllen, weils billiger ist.
    Aber beim Holzvergaser, ach ist ja Holz...

    Leistungsbereiche:
    Genau das gleiche in Grün:
    Spanner sagt mehr wie 30kW machen wir nicht, will man mehr dann muss man eben mehrere Module zusammenstellen.
    Oebuba sagt 70 - 80 kW dann ist Ende.
    Im Nachbarort von Spanner hat ein (Landwirt) Energiewirt eine Anlage entwickelt die 250kW macht, mit einem Absteiger. Also es ist alles möglich.


    Aber 250kW ist so die Grenze (gesunde Grenze) vom Festbettvergaser solls noch mehr werden, kommen dann solangsam die Fluidbettvergaser zum tragen.


    So weit mal für heute :D


    Gruss Scoob :pfeifen: :pfeifen: :pfeifen: