Fachwerkhaus mit 75.000 KWh therm. und 10.000KWh elektr.

  • Hallo in die Runde,


    Ich bin der Neue :)

    gerne stelle ich mich Euch vor.

    Mein Name ist Jens und ich habe ein Problem...

    Unser Fachwerkhaus mit 400qm Wohnfläche aus den 80er Jahren Frist uns die Haare vom Kopf bzw. hat einen biel zu großen CO2 Fußabdruck.


    Daten:

    - laut Energieausweiß 145 KWh/ qm

    - 400qm Wohnfläche

    - 75.000 KWh Gas/ 2021

    - 10.000 KW/h Stromverbrauch

    + zukünftig E-Auto


    Bin für alle Ansätze offen außer Öl 8)


    Ich hoffe dies ist so halbwegs aussagekräftig.


    LG


    Jens

  • Anfangen würde ich mal mit ganz viel PV, wenn möglich.

    Isolieren wenn möglich, zumindest Fenster und Dach.

    DC gekoppeltes Eigenbau BHKW

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100

    2 Victron Multigrid

    28KWh Lifepo4 (32x 280Ah EVE Zellen, REC BMS)

    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Anfangen würde ich mal mit ganz viel PV, wenn möglich.

    Isolieren wenn möglich, zumindest Fenster und Dach.

    Hab mal ein wenig gerechnet; Es könnten 20+ KWP drauf passen.

    Ich finde den Ansatz mit Photovoltaik anzufangen auch sympathisch.

    Ggf. würde ich gleichzeitig eine Wärmepumpe installieren um die bestehende Gastherme zu unterstützen.

    Fernziel ist es aber eigentlich die Gastherme bei Gelegenheit abzulösen...


    LG


    Jens

  • PV ist auf alle Fälle eine gute Idee.


    Bei dem Wärme- und Stromverbrauch würde aus meiner Sicht ein NeoTower 2.0 BHKW in Frage kommen, plus Gas-Spitzenlasttherme. Das NeoTower ist wärmegesteuert und ergänzt sich deshalb gut mit einer PV-Anlage.


    Von einer monovalenten Wärmepumpe würde ich in einem unsanierten Haus grundsätzlich abraten. Was ggf. in Frage käme (vorausgesetzt eine große PV-Anlage ist möglich) ist eine bivalente WP, die außerhalb der eigentlichen Winterzeit (d.h. etwa im März bis Oktober) die Wärmeversorgung übernimmt. Bei intelligenter Schaltung (und in Verbindung mit einem Wärmespeicher) könnte so eine WP weitgehend mit PV-Strom betrieben werden. Von November bis Februar würde dann eine Gastherme die Heizarbeit übernehmen.


    Wenn Du von fossilen Brennstoffen weg willst, kommt aber eigentlich nur eine Pelletheizung in Frage.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • Hallo Sailor,


    könnte es auch Sinn machen die Bivalente Wärmepumpe nebst Photovoltaik perspektivisch mit einer Brennstoffzelle zu ergänzen?

    Ich hatte gelesen, dass ab 2025 Wasserstoff nach und nach in die Gasversorgung mit eingebracht werden soll.

    Dies würde mein "Grünes Gewissen" beruhigen 😀


    VG


    Jens

  • Moin Jens,


    bei dem von Dir genannten Stromverbrauch käme aus meiner Sicht als Brennstoffzelle nur die BlueGen in Frage. Die verträgt sich rein technisch problemlos mit einer PV-Anlage, aber sie läuft halt ganzjährig durch. Das auf diese Weise im Sommerhalbjahr entstehende Strom-Überangebot wirst Du kaum nutzen können – im Sommer schon gar nicht für die Wärmepumpe, weil die BZ ja pro Tag schon 14 kWh Wärme erzeugt, die auch erst mal verbraucht werden wollen. Und wenn eine Schlechtwetterperiode die PV-Erträge beeinträchtigt und geheizt werden muss, reicht die thermische Leistung der BZ nicht für die Heizung und die elektrische Leistung nicht zum Betrieb der Wärmepumpe. Also ich würde so etwas nicht machen.


    Übrigens bin ich persönlich – im Gegensatz zu vielen Pressemeldungen – der Meinung, dass grüner Wasserstoff noch längere Zeit knapp und teuer bleiben wird. So lang das der Fall ist, gibt es in den Bereichen Industrie und Mobilität weit sinnvollere und höherwertige Anwendungsgebiete für grünen Wasserstoff. Die sollten jedenfalls vorrangig bedient werden, bevor man anfängt das gute Zeug ins Gasnetz einzuspeisen – erst recht, wenn man es auch noch für teures Geld aus Ländern wie Australien importieren muss. Ändern kann sich das erst, wenn wir im Rahmen der Umstellung auf 100% EE im Strombereich riesige Überkapazitäten an Windkraft und PV aufgestellt haben und in etwa der Hälfte der Jahresstunden überschüssigen Strom in die Elektrolyse leiten können. Aber das sehe ich frühestens in den 2040ern oder später.


    Ich würde also bei heutigen Investitions-Entscheidungen für die Heizung noch nicht auf Wasserstoff im Gasnetz setzen – der kommt erst, wenn heute angeschaffte Geräte bereits am Ende ihrer technischen Lebensdauer sind.

    |__|:-)

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • Also ich nehm mal aus den Antworten heraus,

    Photovoltaik soviel es geht ( 20KWpeak sollten drauf passen),

    Ergänzen durch Wärmepumpe und Gastherme für Spitzenlast beibehalten.

    Als Kür Bluegen 15 und wenn ich mich dann noch nicht ruiniert habe EQ3 Speicher nebst Ladesäule 😀


    LG


    Jens

  • Ergänzen durch Wärmepumpe und Gastherme für Spitzenlast beibehalten.

    Als Kür Bluegen 15

    Nee so war das nicht gemeint. PV ist in jedem Fall empfehlenswert. Aber dazu passen (abgesehen von der einfachen Gastherme) die folgenden Alternativen besser:


    Wenn Du KWK machen möchtest, ist wegen des hohen Wärmebedarfs m.E. ein konventionelles BHKW wie das neoTower 2.0 (evtl. auch eine Nummer größer, v.a. wenn ein E-Auto dazu kommen soll) besser geeignet als eine Brennstoffzelle. Das BHKW ist wärmegesteuert und arbeitet deshalb auch mit der PV-Anlage besser zusammen. Dazu behältst Du die Gastherme für die reine Spitzenlast. Der weitaus größere Teil der Wärme würde bei dieser Lösung aus dem BHKW kommen.


    Wenn Du zur Stromerzeugung nur eine PV-Anlage aber keine KWK betreiben möchtest, könntest Du zusätzlich zur Gasheizung eine Wärmepumpe einsetzen, die so geschaltet ist, dass sie weitgehend mit PV-Strom läuft. Von November bis Februar wird dabei die Gastherme die Wärmeerzeugung weitgehend allein übernehmen, weil zu dieser Jahreszeit die PV nicht allzuviel bringt und die WP einen schlechten Wirkungsgrad hat. Mehr als 40% des Jahreswärmebedarfs wird die WP deshalb kaum schaffen, der größere Anteil kommt aus der Gastherme.


    Eine Brennstoffzelle passt meiner Meinung nach für dieses Anwesen nicht gut, und schon gar nicht zu einer Wärmepumpe. Ein Stromspeicher dürfte mit einer Kombination aus PV und klassischem BHKW nicht viel bringen, weil Du auch ohne Stromspeicher schon sehr hohe Autarkien erreichen wirst – davon ab, dass sich das zu heutigen Strom- und Speicherpreisen nicht rechnet. Und zum Laden eines E-Autos ist ein richtig dimensionierte Hausspeicher i.allg. zu klein.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)