Brauche Rat für BHKW Einsatz

  • Hallo Leute

    Ich hab hier mittlerweile schon ne ganze Menge gelesen, vor allem den Foren-Volks-BHKW Thread und denke, dass ich hier ein paar Tipps bekomme, mit denen ich auch was anfangen kann.
    Seit ca. einem halben Jahr wohnen wir nun nicht mehr zur Miete. Wir wohnen jetzt in einem familiären „Gebäudekomplex“ ähnlich einem 3 Seiten Hof. EFH BJ1995 – MFH mit Gewerbe BJ1956 (teilsaniert) – Werkstatt BJ ca. 1960 (unsaniert).
    EFH wird aktuell mit einer ca. 20kW Ölheizung befeuert BJ95.
    Rest wird von einer 85kW Ölheizung befeuert BJ91.

    Im Herbst, kurz nach unserem Einzug haben wir uns Öl liefern lassen. 2000L fürs EFH und 6000L für die andere Heizung. Nachdem ich am Wochenende gesagt bekommen habe, dass wir wieder bestellen müssen, weil die 6000L „alle“ sind (das sind sie wirklich) bin ich fast aus allen Wolken gefallen und mich treibt der Wunsch nach Änderung um, zumal die alte Heizung 2 mal diesen Winter ausgefallen ist.

    Zu den örtlichen Gegebenheiten ist zu sagen, dass kein Erdgas anliegt (ich frage dazu aber noch mal beim Energieversorger nach ob sich da nicht was machen lässt, da nicht allzu weit Erdgas vorhanden ist).

    Konkret habe ich an ein BHKW gedacht, mit dem ich alle Gebäude heizen kann d.h. EFH wird mit eingebunden in das Wärmenetz. Mit Strom weiß ich nicht wie wir das regeln aber da sollte sich auch was machen lassen.

    Als Jahresverbräuche habe ich insgesamt nur ca. Werte, da mir erst die Daten von einem halben Jahr vorliegen. 100000kWh/a Wärme und knapp 10000kWh/a Strom. Da hier ein Verhältnis größer 1/10 Vorliegt bin ich mir nicht sicher wie ich an die Sache rangehen soll und was für mich das beste wäre. Hat da jemand eine Idee auf den gegebenen Daten was vorzuschlagen?

    Bin für jeden Hinweis dankbar!

  • Moin Moin Energiefreund und Herzlich Willkommen im Forum.


    Also auf dem ersten Blick sind Deine Verbräuche durchaus vielversprechend für ein BHKW . Allerdings glaub ich nicht das Du 100000kWh Wärme benötigst.
    Also in der Heizperiode waren es 6000Liter Öl was 60000kWh entspricht , aber der Wirkungsgrad Deiner Kessel wird wohl nur um die 85% betragen. 60000*0,85 = 51000kWh Wärmebedarf .
    Legt man einfach übern Daumen die Gradtagzahlen als Maßstab an, sollten diese 51000kWh rund 8/10 Deines Wärmebedarfes sein. Also würde der Wärmebedarf jährlich um die 65000kWh liegen. (ohne Gewähr ||_ )


    Damit wären wir bei der nächsten Frage - sind noch energetische Sanierungsmaßnahmen geplant??


    Mit den vorliegenden Zahlen würde ein BHKW der Dachsklasse ca. 5400h p.a. laufen - allerdings muß hier noch ein Abzug der Brennerlaufzeit des Spitzenkessels vorgenommen werden. Die aktuell Installierten 105KW sind sicher zu groß aber um hier genauer schätzen zu können wären weitere Daten zu den Gebäuden und anzahl der Bewohner nicht schlecht.


    mfg


    PS: Also wenn ich mit der schweizer Formel rechne komme ich auf 25KW Kesselleistung (Öl Brennwert) _()_ _()_ kann das mal einer aus der GWS Fraktion überprüfen bitte.

  • Danke erst mal für die schnelle Antwort.
    Die 6000L waren der Wert für das MFH und Werkstatt. Dazu kämen noch ca. 1200-1300L Vom EFH als Ganzjahresverbrauch.


    Belegung hier in Kürze:
    EFH: 4Pers.(2Erw 2 Kinder) durchaus geplante Familienerweiterung ;)
    Massivbau, Doppelverglasung, Dachdämmung. Wfl ca. 230m² davon ca. 160m² aktuell beheizt
    MFH DG: 2 Pers; Dachdämmung nur 10cm, 130m² Wfl alles beheizt
    MFH EG: Gewerberäume vollbeheizt (auch am WE) keine signifikanten Elektroabnehmer - Licht, Kaffemaschine,PC
    Werkstatt: Heizung Wochentags, sonst nur Frostschutz. Elektrische Last sehr variabel (Maschine an/aus) aber in Summe nicht viel (siehe Gesamtstromverbrauch)


    Dazu ist zu sagen, dass sich in der Werkstatt eine Lackierbox befindet, in der kurzzeitig mal schnell viele m³ Luft nach draußen befördert werden über die vielen "Ritzen" strömt dann neue Luft nach. Das ist aber immer nur mal 1-2h am Tag der Fall.


    Sanierungsmaßnahmen direkt geplant keine aber - fakt ist, dass beim Lackieren was passieren muss und die Werkstatt zumindest neue Fenster (aktuell ca. 20m² Einfachverglasung) und Türen (nicht viel mehr als Bretter) braucht.


    Was für Infos sind noch zusätzlich nötig? Weiß ja nicht, was alles noch gebraucht wird :-(

  • Nein leider nicht, das würde die Sache durchaus einfacher machen, da hast du recht.
    Das Lackieren hat nur was mit Kunst zu tun. Ist nicht mein Metier.
    Sagen wir mal so - wenn ich 2 Linke Hände hätte und an jeder Hand 5 Daumen, dann hätte ich mir das Objekt nicht angetan. Btw - das Gelände um die Gebäude war auch mit dabei *gg = 6h Vollgas Rasentraktor fahren jede 2. Woche (das geht auch bald wieder los...)
    Wartung u.ä. traue ich mir bei nem BHKW durchaus selber durchzuführen, mach ja am Auto und Mopped auch viel selbst.


    mfG

  • Hintergrund ist ganz einfach erklärt.


    Bei klein BHKW steht und fällt die Wirtschaftlichkeit mit den Wartungskosten ganz besonders bei ÖL BHKW .
    Einige Hersteller bieten nun dem BHKW Betreiber eine Schulung an um die Wartung selbst durchführen zu können.
    Wenn nun auch noch größere Eingriffe als der obligatorische Ölwechsel vom Betreiber selbst übernommen werden können - durch vorhandenes know how - macht sich das natürlich positiv im Geldbeutel bemerkbar!!


    Nun sind wir trotzdem noch nicht weiter - ich hatte gehofft Fire wirft sein Berechnungstool mal an und verifiziert meine Schätzungen zu Heizlast, Wärmeverbrauch und BHKW Betriebstunden.


    Erst danach wird sich herausstellen ob nicht ein Dachs schon nen Tick zu groß ist für Dein Anwesen - und dann wirds eng denn so viele ÖL BHKW unter 5KW elt. sind mir nicht bekannt.


    mfg

  • Ja das mit dem Berechnungstool kann man ja auch mal einen Tag warten lassen *gg
    Also ich hab gedacht, dass es eventuell möglich wäre auch ein PÖl BHKW hinzustellen. Könnte man das nicht auf den Wärmebedarf optimieren (was meines Erachtens ein größeres BHKW sein müsste als bei optimiert auf elektro) und dann elektrisch einspeisen?


    Dann muss ich ja noch die Sache mit dem Gas abchecken - eventuell gibts ja schon Pläne uns zu erschließen nur weiß ich nix davon.


    Mit den Schulungen klingt interessant - ich frage mich nur was man da so dolle alles lernen soll, denn sooo viel ist da ja nun auch nicht zu, wenn ich das mal so perfid in den Raum werfen darf. Oder sind das gemütliche 1-Tages Schulung mit viel Kaffeetrinken zwischendruch? *gg

  • Ja in Sachen PÖL BHKW hast Du absolut recht, dieses muß auf den Wärmebedarf brechnet und der bezug zum Eigenstromverbrauch fällt völlig weg wegen Volleinspeisung.
    Die kleinsten PÖL BHKW - zb. von Konrad Weigel 8/18 bzw.Giese 7,5/15KW Leistung - was für Dein Objekt irgenetwas um die 4000 Betriebstunden bei 30000kWh augekoppeltem EEG Strom und 12000Liter Rapsölverbrauch bedeuten würde.
    Hast Du Dich schonmal mit PÖL Verbrennung im Dieselmotor auseinandergesetzt ?? Das Thema füllt Bände !! Grundsätzlich ist von steigenden Rapsölpreisen auszugehen die Vergütung ist jedoch degessiv - das einzige was zunimmt ist die Bürokratie um an die Vergütung zu kommen :vinsent: .


    Aber das ist eine andere Geschichte


    Gas hingegen wäre sinnvoll und wirtschaftlicher, check das auf jedenfall ab.


    Was man bei den Schulungen lernt ??? Ich war auf noch keiner )))) )))) ))))


    mfg

  • Hallo energiefreund


    und Herzlich Willkommen im Forum



    mein Berechnungstool hab ich noch nicht die Klimadaten des letzten Winters beigebracht,
    so dass ne Schätzung ein wenig eng wäre...zumal die Nutzungsgewoihnheiten ja auch nur von einem halben Jahr reingehn würden.


    grundsätzlich sollte aber beim drüberblick schon ein kleines BHKW gehn.


    Aus dem ersten Blick kritisch'ster Punkt, die Stromeigennutzung
    Deine Angabe von 10.000 kwh Strom, bezieht die sich auf's Jahr, oder halbjahr? Was wäre eine realistische Größenordnung für Jahresverbrauch?

  • Die 10000kWh beziehen sich aufs Jahr - ja das ist etwas wenig aber wenn man nur Licht an hat in den Gewerberäumen wird auch nicht mehr elektrische Arbeit benötigt.
    Und genau hier liegt ja mein Problem - el./th. = 1/10 - nicht das otimale Verhältnis um nen BHKW kosteneffizient zu betreiben. Die PÖl Geschichte sieht ja nicht so brilliant aus, wie alikante sagt und Gas hab ich noch nicht abgecheckt. Wird aber in den nächsten Tagen. Leider kann ich auf Arbeit nicht wirklich telefonieren und wenn man dann zu Hause ist, sind die bei den Versorgern schon daheim Bierchen zischen...