Beiträge von BHKW-Infozentrum

    Es geht nicht um eine denkmalgeschützte Sanierung.
    Es geht darum, dass es gar nicht zulässig ist - unabhängig vom Gedanken einer energetischen Sanierung des Gebäudes.

    Darauf sollte man den Fragenden Harry77 hinweisen, oder?


    Bei uns in Baden-Württemberg gilt das EWärmeG bei Sanierung bzw. Änderungen an der Heizzentrale. Bei uns darf man keine fossil betriebene Heizkesselanlage stilllegen und nur durch eine fossil betriebene neue Heizkesselanlage ersetzen.

    Ja - man darf auch fossil betriebene KWK-Anlagen einbauen. Diese müssen dann aber einen gewissen Teil des Wärmebedarfs abdecken. Diese Voraussetzungen erfüllt aber die oben diskutierte Mikro-Brennstoffzelle bei weitem aber nicht - was für Harry77 bedeuten würde, dass er ggf. noch andere Investitionen hinzu addieren muss mit AUswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Gesamtkonstruktes.


    Ggf. existieren ja schon irgendwelche Maßnahmen (Dämmung, PV, Biomethanzumischung, etc.), die dann zur Erfüllung des EWärmeG beitragen - oder der Heizungsbauer hat "aus Versehen" vergessen, darauf hinzuweisen.
    Nun wurde darauf hingewiesen. :)

    Und bei allem Respekt - wir sollten uns auch endlich mal von fossilen KWK-Dauerläufern verabschieden, die so klein ausgelegt sind, dass der "Spitzenlastkessel" in der Praxis mehr als 70% des Wärmebedarfs eines Wohngebäudes abdeckt. Andersrum wäre es sinnvoll...

    Hi,


    bin über die Diskussion ehrlich gesagt ziemlich erstaunt.


    Das eher schlecht gedämmte Gebäude befindet sich doch in Baden-Württemberg, hat 340 Quadratmeter und einen Wärmebedarf von rund 40.000 bis 45.000 kWh Wärme.

    Wie kommt Ihr darauf, dass der Einbau einer erdgasbetriebenen Mikro-Brennstoffzelle für eine Erfüllung der Vorgaben des EWärmeG ausreichen könnte?
    Selbst wenn die BZ Tag und Nacht durchlaufen würde, könnte sie lediglich 20-25% des Wärmebedarfs abdecken. Den Rest muss der stupide brennwertfähige Heizkessel machen, der bei einer Rücklauftemperatur von 50°C nahezu kein Brennwert schaffen wird.

    Das reicht weder zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben bei Sanierung einer Heizzentrale gemäß EWärmeG - noch trägt das in irgendeiner nachhaltigen Art und Weise zur Energiewende bzw. dem Klimaschutz bei.

    Es gibt keine "Einspeiseprämie" bei KWK-Anlagen, die vergleichbar mit der Einspeiseprämie bei kleinen EE-Anlagen wäre. ;-)


    Die Förderung nach dem KWK-Gesetz (KWK-Zuschlag) wird immer zusätzlich zum Marktpreis des Stroms bei der Einspeisung gezahlt.

    Dieser schwankt erheblich - siehe "Üblicher Preis"

    Der KWK-Zuschlag bleibt und blieb die letzten 18 Jahre aber immer so, wie der Anlagenbetreiber ihn im Gesetzestextes vorgefunden hat, welcher am Inbetriebnahmetag der KWK-Anlage gültig war.


    Übrigens: auch über die 30.000 Vollbenutzungsstunden Förderzeitraum hinaus bekommt die kleine Brennstoffzellenanlage nach Auslaufen der KWK-Förderung noch den üblichen Preis bezahlt für die KWK-Strommenge.

    INFO / TIP:

    Nach dem vollendeten 13ten Monat nach Anlagen-Installation "Nullt" sich das 10ner EEG-Konto ! D.h. man könnte ab dem 13ten Monat dann wieder z.B. eine zweite 10ner PV auf das selbe Dach von der Selben Person installieren, und ... müßte auch hierauf KEINE EEG bezahlen !!! ... das nur als TIP ... falls jemand mal MEHR als 10 kWp installieren möchte ... dann sozusagen "Kaskadiert / Kumuliert" ist das ohne EEG möglich.

    Klugscheißermodus an :-) : Nach dem vollendeten 12ten Kalendermonat ist es möglich, wobei der Monat, in dem die Inbetriebnahme stattfand bereits als erster Monat zählt.

    Und im übrigen sei hier mal angemerkt:

    Das EEG hatte zum Ziel, die EE in eine Marktreife zu bringen. Wenn die Anlagen ohne Förderung auskommen - und das ist inzwischen bei selbstgenutzten PV-Anlagen der Fall - dann hat das EEG seinen Zweck erfüllt.

    Daher ist es völlig richtig, die Einspeisevergütung abzusenken. Und das war auch nie anders vorgesehen.

    Ich kann auch ehrlich gesagt nicht verstehen, wie man sich angesichts derartiger Renditen im PV-Bereich andauernd über die schlechten betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufregt. Wo bekommt man derzeit zwischen 5-10% mit einem derart geringen Risiko?

    Achja: die EEG-Umlage fließt nicht in den Staatshaushalt - vielleicht sollte man das noch einmal sagen.

    Und ja: Grenzen beinhalten nun mal, dass eine Überschreitung dieser Grenzen Konsequenzen nach sich zieht.
    Auch wenn ein Fußball nur kurz mit vollem Umfang die Torlinie passiert, ist es nun mal ein Tor. Da hilft es nichts, wenn man anschließend den Ball gleich wieder rausboxt.
    Wobei man schon selten dämlich sein muss, 10.001 Watt Peak-Leistung zu verbauen. Das ist mal wieder ein völlig irrealer Fall - aber wenn man sich halt gerne aufregt und Gründe sucht, möglichst viele Großbuchstaben direkt aneinander reihen zu dürfen, so sei es halt so sein.

    Mhm - ich frage mich, was sich da zum Besseren ändern soll. Weniger als nichts wird man doch nicht an EEG-Umlage zahlen müssen, oder? ;-)
    Und bis 10 kW gibt es ja bereits eine Regelung, die den Vorgaben der EU sehr nahe kommt.

    Die Strommenge von 10.000 kWh pro Jahr lässt aber auch ein größeres Einfamilienhaus - oder ggf. Zweifamilienhaus - schließen. Gibt es da mehrere Haushalte innerhalb des Gebäudes?

    Kurz und knapp -
    Grundsätzlich kann man sich nicht selbst verdrängen und die neue KWK-Anlage in 5 Jahren wird als eigenständige neue KWK-Anlage betrachtet.

    Aber Du kennst doch gar nicht den Inhalt des in 5 Jahren geltenden KWK-Gesetzes,,, ;-) - und weist nicht, welche Forderungen und Förderung dann existieren.

    Wie willst du demnach einen solchen Fall berechnen?

    Weiterhin stellt sich mir die Frage, ob überhaupt eine Förderung nach dem KWKG gewährt wird. Wenn X größer 100 kW wäre, würdest Du nur einen KWK-Zuschlag auf die ins Netz der allgemeinen Versorgung oder an Dritte gelieferte KWK-Strommenge erhalten.
    Und wenn x größer 1.000 kW gibt es nur etwas, wenn der Betreiber den Strom komplett in das Netz der allgemeinen Versorgung einspeist und in einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur einen Zuschlag erhält.

    Der durchschnittliche Strompreis an der Strombörse EEX im zweiten Quartal 2020 (April bis Juni) wird voraussichtlich auf den tiefsten Stand der letzten 20 Jahre abstürzen. Erwartet wird ein durchschnittlicher Quartalspreis in Höhe von 19,5 bis 21,5 Euro pro MWh – also 1,95 bis 2,15 Cent/kWh.

    Besonders die Monate April und Mai führten aufgrund des Corona-Lockdowns zu einem Preisverfall des Stroms. Die Megawattstunde Grundlaststrom (Base) fiel in diesen beiden Monaten auf rund 17,35 Euro, was einem Kilowattstunden-Preis in Höhe von 1,735 Cent entspricht.


    Der Strompreisverfall hat massive Auswirkungen nicht nur auf die wirtschaftliche Situation fossiler Kraftwerke sondern auch auf regenerative Stromerzeuger (PV, Windkraft) in der Direktvermarktung und KWK-Anlagen. Viele Betreiber von Anlagen hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erhalten gemäß dem KWK-Gesetz einen Strompreis, der sich am durchschnittlichen Preis für Grundlaststrom (Base) im jeweils vorangegangenen Quartal orientiert. Durch den Absturz des Strompreises auf ein 20 Jahres-Tief werden auch Probleme für KWK-Anlagen einhergehen.


    Weitere Informationen im Bericht "Strompreise an der Leipziger Strompreise brechen ein" .

    Das würde es nicht bedeuten! Der Grund dafür ist aber einfach, dass die meisten dieser Konzerne wegen der Besonderen Ausgleichsregelung ohnehin so gut wie keine EEG-Umlage zahlen und deshalb von einer Befreiung für KWK-Strom auch nicht profitieren könnten.


    Da wäre es mir lieber, diese Konzerne würden EEG-Umlage zahlen wie alle anderen Stromkunden auch. Dann dürften sie aus meiner Sicht auch gerne von einer Befreiung für KWK-Strom profitieren.

    Interessante These sailor773 - woher hast Du dieses "Wissen"?
    Ich bin zwar sicher, dass diese These in Dein Weltbild passt - aber...


    Kleiner Fakten-Check
    Fakt ist aber, dass z. B. die Autobauer in Deutschland volle EEG-Umlage auf den Strombezug zahlen - und Beyer und BASF auch.

    Mein Dachs läuft jetzt seit 2009. Bislang hat mich noch keiner wegen EEG-Umlage angesprochen, aber wenn ich den neuen Leid(t)faden der Netzagentur lese, scheint es so, dass auch Altanlagen zahlen müssen für nicht eingespeisten Strom. Droht mir Gefahr, wenn ich meine Mieter beliefere? Allerdings gibt es eine Amnestie für "Scheibenpächter" und ähnliches. Wie müsste ich es gestalten, um unter diese Amnestie zu fallen? Reicht das GBR-Modell?


    Hat da jemand Erfahrungen? Oder stellen wir uns besser tot?

    Leider geht da immer wieder einiges durcheinander.
    Es gab noch nie eine Befreiung der EEG-Umlage bei Stromlieferung an Dritte - weder aus Gründen des Alters der BHKW-Anlage noch aufgrund der Leistungsgröße der Stromerzeugungsanlage.
    Es gab auch keine bedingungslose Amnestie für GbR-Modelle und GbR-Modelle waren schon immer keine "Eigenstrom-Modelle".
    Einfach mal bei FAQ des BHKW-Infozentrums nachlesen unter "Mythos Bestandsschutz EEG-Umlage - Gibt es einen Bestandsschutz für BHKW-Anlagen mit Entfall der EEG-Umlage bei Stromlieferung an Dritte?".

    Seit April 2012 wurden Mini-KWK-Anlagen bis zu einer elektrischen Leistung von 20 kW unter bestimmten Voraussetzungen durch das sogenannte Mini-KWK-Impulsprogramm gefördert. Neue Mini-KWK-Anlagen erhalten einen einmaligen Investitionszuschuss, der nach der elektrischen Leistung der Anlage gestaffelt ist.


    Das BHKW-Infozentrum informiert in einem ausführlichen Bericht über die Beendigung des Mini-KWK-Impulsprogramms.

    Ende November wurde im Bundesanzeiger (BAnz AT 26.11.2019 B2) eine Änderung der Richtlinie zur Förderung von KWK-Anlagen bis 20 kWel (Mini-KWK-Richtlinie) veröffentlicht. Die Änderung begrenzt die Gültigkeit der Förderrichtlinie bis zum 31. Dezember 2020.

    Wow - wenn man sieht, wie das Thema mal begonnen hat und sich die Richtung geändert hat. Grandios...

    Kommen wir doch mal wieder zum Ursprungsbericht zurück.

    :cursing: Wütend macht mich im Ursprungsbericht der Satz "Die Chinesen sind null mit sich selbst beschäftigt (so wie wir), es wird nichts zerredet (so wie bei uns), sondern einfach gemacht."
    Ja Leute, so ist das in einer DIKTATUR. Demokratie ist leider komplexer - aber ich würde es mit nix tauschen wollen. Und sorry - so dumm geschriebene Sätze regen mich dann tierisch auf. :cursing:


    Und wir sollten mal weg von der Verklärung der Chinesen - wenn ich vieles kopiere und klaue und dann subventioniere, kann man natürlich andere aus dem Markt drängen. Deshalb ist es auch utopisch zu glauben, dass man eine Batteriefertigung in Deutschland aufbauen könnte.
    Und ja: China investiert sehr viel in erneuerbare Energien.
    Aber China finanziert und baut auch fast 400 GW Kohlekraftwerke weltweit - das sind rund 10 mal so viel wie in Deutschland derzeit in Betrieb sind.
    Es gab Zeiten, da hat das chinesische Wirtschaftsministeriums solche Zahlen mit Stolz an die Öffentlichkeit getragen. Heute werden diese Zahlen in unterschiedlichen Statistiken "versteckt".

    Und übrigens: Die Chinesen haben bei Fußball-Weltmeisterschaften noch nie was gewuppt... :saint:

    Lieber "Kasparow"
    ich entnehme Deinem Profil, dass DU in Baden-Württemberg lebst.

    Daher meine konkrete Nachfrage:
    Wieviel Prozent Deiner Wohnfläche wird denn von Deinem Kachelofen beheizt? Und wie häufig wird der Kachelofen betrieben?

    Denn wenn nicht mindestens 30% Deiner Wohnfläche ganzjährig überwiegend (also zu mehr als 50%) mit dem Kachelofen beheizt wird, darfst Du nach dem EWärmeG gar keine Erdgas-Brennwerttherme einbauen. Zumindest reicht dies alleine nicht aus, um die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen.

    Ggf. klappt es zusammen mit einer PV- oder Solarthermie-Anlage.


    Zum Thema CO2-Ersparnis

    Warum man in Baden-Württemberg angesichts einer Strom-Erzeugungsstruktur von rund 30% Atomkraft und 30% Steinkohle mit den Emissionen von Braunkohle-Kraftwerke vergleichen soll, weiss ich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Wie soll denn physikalisch ein nennenswerter Braunkohle-Stromanteil nach Baden-Württemberg gelangen, den ich dann verdrängen kann?!?

    Naja -

    wer Dritte (Letztverbraucher) beliefert ist doch Energieversorgungsunternehmen im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes und kann daher auch in den Mechanismus einer Abnahme- und Vergütungspflicht von EEG-Strommengen reinrutschen. Zumindest kennen wir Fälle, wo so argumentiert wird.
    Meist erfolgt aber der Rückforderungsanspruch nur bis zum Jahre 2010 - da hast Du recht.


    Verjährung tritt aber erst ab Kenntnis des Sachstandes ein. Wenn nie die Belieferung von Dritte angemeldet und keine Zählpunkte vom Netzbetreiber vorhanden waren, war dieser Sachverhalt weder dem VNB noch dem ÜNB bekannt. Daraus folgere ich, dass die Verjährung noch nicht eingesetzt hat.

    und die Förderungsdauer verlängert sich um die fraglichen Stunden.

    Diese Meinung ist inzwischen überholt. Alle Juristen, die wir kennen, gehen von einer Gutschrift der - auch pauschal - abgezogenen Stunden aus. Bei vielen Mini-BHKW-Betreibern wird dies auch so gemacht.


    Ich nehme an, dass der VNB sowohl unternehmerisch als auch kundenfreundlich denkt und einfach keinen Bock hat, sich mit diesem vom deutschen Gesetzgeber angerichteten Unsinn zu beschäftigen. Bei den in Rede stehenden Kleckerbeträgen kostet ihn die Verarbeitung einer korrekten (z.B. in Form einer Excel-Tabelle übermittelten) Meldung mit Sicherheit mehr als er an KWK-Zulage spart.

    Sorry - wir haben hier eine gesetzliche Regelung. Da kann es sich nicht ein eigenes System stricken. Und wenn der Wirtschaftsprüfer des ÜNB den 1,5% Deal stoppt, dann kommt der VNB und holt sich die 10% als Pönale vom Betreiber.
    Das erleben wir doch immer wieder bei zu lange gezahlten KWK-Förderungen. Wenn der VNB aus Versehen 12 Jahre statt 10 Jahre nach dem KWKG 2012 einen KWK-Zuschlag gezahlt hat und dann vom ÜNB darauf hingewiesen wird, erfolgt eine Rückforderung beim Kunden. Das ist die Realität.