Beiträge von bredoko

    Stichwort "Lobbyarbeit": Wenn eine Lobby in den letzten Jahren erfolgreich war, dann war es die Photovoltaik-Lobby - zum Nachteil aller anderen Energieproduzenten, auch der BHKW-Betreiber. Hätte die Politik der PV-Lobby stärker zu widerstehen vermocht und eine bessere Aufteilung der Subventionsmilliarden vorgenommen, wären wir heute in Sachen Energiewende einen großen Schritt weiter ...

    Wenn man die Überschrift dieses Threads liest, dann denkt man schon, man sei im Photovoltaikforum, wo nach meinen Erfahrungen jede auch nur geringfügig abweichende Meinung mit größtmöglicher Aggressivität und Intoleranz angegriffen wird. Dagegen geht es hier im BHKW-Forum bislang doch angenehm sachlich zu.


    Zu einer sachlichen Diskussion gehört allerdings auch, dass man sich bei abweichenden Meinungen (wie z. B. der eines Herrn Altmaier) zumindest vorstellen kann, dass diese - auch wenn sie einem nicht passen - richtig sein könnten. Wer allerdings bei abweichenden Meinung sofort mit "Absurdistan", Blödheit, Lobbyismus oder gar Nazi-Vergleichen argumentiert, versucht, den Argumenten Andersdenkender von vornherein die Legitimität zu nehmen. Wenn man dann sieht, dass so argumentierende Kreise immer mehr Macht in unserem Land erlangen, dann muss einem Angst und Bange werden ...

    Ich bin ganz klar für Infrastruktur in Bürgerhand und gegen Konzernmonopole auf zum Leben notwendiges !!


    Wenn Du mit dem Begriff "Bürgerhand" auch Bürgerhand meinst und nicht etwa Staatshand, dann können wir einen Konsens erzielen - denn von Staatshand sind die beklagten "big 4" in ihrer heutigen Struktur geschaffen worden ...

    Moin,


    @ bredoko - ich möchte Dir gar nicht wiedersprechen was Herkunft und Vergangenheit der "big 4" betrifft. Einzig hier und heute ist die ENBW Mehrheitlich in Kommunalem Besitz, die anderen 3 sind "global Player" und kümmern sich einen Dreck um Deutschland und seine Bürger.


    Lese ich das richtig, dass der Begriff "global player" hier negativ besetzt ist? Ich möchte nur einmal daran erinnern, dass die Global Player (nämlich die deutsche Exportindustrie) die Basis unseres Wohlstands bilden. Die erfolgreichen deutschen Global Player versetzen uns überhaupt erst in die Lage, ein Projekt wie die Energiewende anzugehen. Leider geht diese Erkenntnis in Deutschland immer stärker verloren. Da sind uns die Amerikaner oder auch die Franzosen voraus. Diese wissen nämlich alle sehr genau, dass sie ihr Wohlstandsniveau nicht werden halten können, wenn es ihren "global playern" schlecht geht.


    Was die deutschen Energieversorger angeht, so ist zu bedenken, dass auch bei RWE die Kommunen (überwiegend aus NRW) ein wichtiger Anteilseigner sind, ohne den kaum etwas geht. Ferner sind bei allen großen Energieversorgern die Gewerkschaften dank eines hohen Organisationsgrades und der Mitbestimmung mächtig wie in kaum einer anderen Branche. Nicht zuletzt deshalb sind die großen deutschen Energieversorger was die Sicherheit und Bezahlung der Arbeitsplätze angeht mit die besten Arbeitgeber des Landes. Solche Strukturen kann man nicht von jetzt auf gleich auf Null zurückfahren. Das ist ein langer Prozess, mit dem die Politik ehrlich umgehen muss.

    Zitat

    Ja klar geht davon Gefahr aus, für die Klientel von Gelb - Namentlich "the big 4" nebst Ihren An- oder Auswachsungen (...)


    Die großen Stromversorger ("the big 4") in Deutschland sind alles ehemals (z. B. EON, Vattenfall), immer noch (RWE) oder schon wieder (ENBW) staatliche Unternehmen. Die meisten deutschen Atomkraftwerke wurden geplant und/oder gebaut in der Ära sozialdemokratischer Mehrheiten. Zu dieser Zeit waren alle "big 4" in Staatsbesitz und überwiegend von sozialdemokratischen Regierungsvertretern auf der einen Seite und den Gewerkschafts-Genossen auf der anderen Seite gesteuert. Der Ausbau der Atomenergie war entgegen allen Verschwörungstheorien ein Ergebnis demokratischer Entscheidungsprozesse und wurde von staatlichen Unternehmen umgesetzt (in Frankreich mit EDF übrigens bis heute noch so).


    nee, sollen die ebend nicht. Zwar wird Rot/Grün auch kein Wahlversprechen halten - aber rein aus trotz gegen so viel Schwarz/Gelbe Lügen werd ich Grün wählen.


    mfg


    Schau mal in andere europäische Länder. Da wendet man sich mit teilweise noch drastischeren Maßnahmen vom EEG ab. Das EEG taugt zur Anschubfinanzierung, wenn man aber nicht in der Lage ist, es rechtzeitig zurückzuführen, erzeugt es die Auswirkungen, die wir jetzt gerade sehen (und grüne Sonnenkönige, die sich von den EEG-Gewinnen Schlösser kaufen ...)

    Die Zeiten von billigen EEX werden auch wieder verschwinden keine Angst.


    Wenn die Politik nicht radikal umsteuert, wird das zu unseren Lebezeiten aber nichts mehr. Wir bewegen uns doch schon immerhin häufiger im Bereich negativer Preise an der EEX. Solange der Ausbau von Fotovoltaik und Windenergie ohne die Schaffung entsprechender Leitungs- und Speicherkapazitäten so weitergehen, weiß ich nicht, wie man einen weiteren Verfall der Strompreise an der EEX aufhalten soll. Leider haben die Stromverbraucher nichts davon, da niedrigere Preise an der EEX eine höhere EEG-Umlage für den Endverbraucher bedeuten.


    BHKW-Betreiber sollten vor diesem Hintergrund Stromeinspeisungen auf ein Minimum reduzieren und sicherheitshalber schon bei der Planung mit niedrigeren EEX-Preisen kalkulieren.

    Oja - der Weihnachtsmann kommt demnächst, gibt also doch noch Optimisten ! Guckst du mal hier : http://www.immobilien01.de/gaspreisentwicklung-2013-prognose


    Warum so unsachlich? Bitte schau' Dir einfach an, was mit den Gaspreisen in den USA in den letzten Jahren passiert ist. Diesen Effekt möchten die Amerikaner in den nächsten Jahren exportieren. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Momentan boomt in den USA die Industrie rund um alle Technologien zur Erdgasverflüssigung und -verschiffung. Ab 2015/2016 wird sich dadurch der Gasmarkt in Europa völlig verändern.


    Somit widerspricht die von Dir zitierte Prognose für 2013 überhaupt nicht meinem "Optimismus".

    Das sind dann aber Nettopreise. Ich habe nach langem Suchen nichts für unter 5 Cent netto gefunden.


    4,94 Cents pro KWH ist ein Brutto-Preis aus dem Frühjahr. Mittlerweile ist auch Rheinpower teurer.


    Bei allem Optimismus glaube ich nicht an fallende Energiekosten.


    Da geht es nicht um Glauben, sonden um Fakten. Schau' dir einfach die Gaspreise in den USA an - diese Entwicklung wird in den nächsten Jahren über den großen Teich schwappen (zum Wohle aller BHKW-Betreiber).

    Die anfänglichen Konditionen eines Gasvertrags sind das eine, die Gesamtkonstellation das andere. Leider sind gerade unter den sehr preiswerten Anbietern viele, die neben niedrigen Preisen auch viel Ärger bieten.


    Ich bin bei Rheinpower/Duisburg und zahle 4,94 Cents pro KWH plus 17 EUR Grundgebühr pro Monat.


    Generell denke ich, dass wir jetzt nicht auf die letzte Nachkommastelle beim Gaspreis schauen sollten (bringt wie gesagt häufig nur Ärger), denn wir haben als Gasnachfrager ja eine glänzende Perspektive: Weltweit fallen die Gaspreise dank der neuen Fördermethoden massiv und es ist nur eine Frage der Zeit bis diese Entwicklung auch ihren Weg nach Europa findet (die Kapazitäten zur Gasverflüssigung und für Schiffstransporte werden ja gerade aufgebaut).

    Ich habe den Eindruck, dass ein Teil des Problems auch ist, dass einige Heizungsbauer durch Verträge an Senertec gebunden sind. Da vermittelt man dann lieber Senertec-Aufträge als sich selbst irgendwelche Mühe zu machen.


    Erschwerend kommt sicher die sehr gute Auftragslage vieler Heizungsbauer hinzu. Wenn man reichlich Aufträge zu guten Preisen im Stammgeschäft hat, sieht man natürlich wenig Anlass, sich in ein neues, unbekanntes Geschäftsfeld hineinzubegeben.


    All diese Faktoren führen wohl letztendlich dazu, dass die offensichtlich guten neuen Produkte von ESS/Viessmann nicht den Weg zum Endkunden finden.


    Übrigens: Sollte die Politik demnächst die bereits viel diskutierte Abwrackprämie für Alt-Heizungen einführen, wird sich das Problem noch verstärken. Dann werden sich m. E. im Heizungsgeschäft die Margen deutlich erhöhen, die Auftragslage wird noch besser werden und es wird noch weniger Grund bestehen, ein Produkt abseits des normalen Heizungsgschäfts anzubieten.

    Interessant, dass man hier auch einmal Infos zu den Viessmann- bzw. ESS-Geräten bekommt. Ich habe vor einigen Monaten vergeblich versucht, über den Viessmann-Regionalvertrieb ein Angebot für ein 20er-BHKW zu erhalten (habe immerhin drei bis vier solcher BHKWs für versch. Projekte gesucht). Zunächst wurde man zwischen Regionalvertrieb und ESS hin- und hergereicht und dann hat sich wohl kein Heizungsbauer für ein Endkundenangebot gefunden. Nach diesen Erfahrungen bleibt mein Fazit, dass die Viessmann/ESS-Geräte bis auf weiteres nicht nur hier im Forum ein eher seltenes Thema bleiben werden ...