Beiträge von Marcus68

    Wie bereits benannt ist mir ebenfalls unklar warum Wärmepumpen in Bestandgebäuden "keine Zukunft" haben sollten.

    Wir benutzen seit 10 Jahren eine 10 kW thermisch Sole-Wasser Wärmepumpe ausschließlich mit Eigenerzeugtem Strom ohne jegliche Probleme.

    Da mein Vitotwin von Viessmann leider nicht mehr repariert wird, stehe ich nun vor der Entscheidung Wärmepumpe oder Brennstoffzelle.

    Wie sind denn die Voraussetzungen des Bestandsgebäude (Baujahr, Wohnfläche, Dämmung, etc.)?


    Bei meinem Gebäude handelt es sich um ein drei Familienhaus von 1964 mit insgesamt 230m² Wohnfläche.

    Keine Fußbodenheizung, sondern normale Heizkörper an der Wand.

    Warmwasser muss auch von der neuen Heizung gestellt werden.

    In den 90ern wurden die Außenwände gedämmt und es sind doppelt verglaste Fenster in den 80ern eingebaut worden.

    Mit dem Vitotwin hatte ich ein Gasverbrauch von etwa 30.000kWh im Jahr.


    Kann bei diesen Voraussetzungen eine Luft-Wärmepumpe ausreichen?

    Ja ich hatte Post von meinem Netzbetreiber bekommen kurz vor dem Ende der Eichfrist mit dem Angebot, dass der Netzbetreiber einen Zähler gegen entsprechende von mir zu tragende Kosten stellt.

    Auf Nachfrage wollte man aber nicht den Hutschienenzähler des Vitotwin 1:1 ersetzen, weil man solche Zähler nicht im Programm habe.

    Ein externer Zähler kam aber für mich nicht infrage, da ich dafür keinen Einbauplatz habe, der interne Verbrauch des Vitotwin nicht mehr erfasst worden wäre und damit die Vergütung geringer ausgefallen wäre und weil der Netzbetreiber keine Gewährleistung für seinen dann nötigen Eingriff in den Vitotwin übernehmen wollte.

    Deshalb habe ich wieder einen baugleichen geeichten Zähler auf eigene Kosten in den Vitotwin einbauen lassen und alles auch mit Fotos dokumentiert.

    Das hat der Netzbetreiber nicht akzeptiert und pünktlich zum Ende der Eichfrist des alten Zählers alle Zahlungen eingestellt.

    Nach vielen Telefonaten, Emails und Briefen, hat der Netzbetreiber dann doch nach 8 Monaten meinen Zähler akzeptiert und die Zahlungen rückwirkend wieder aufgenommen.

    Aber es hat viele Nerven gekostet!

    Mein Vitotwin ist noch aus der ersten Serie und 2012 in Betrieb gegangen.

    Das ENS-Modul ist noch das erste und der Vitotwin ist mindestens einmal im Jahr stromlos.

    Entweder sind die ENS-Module in späteren Serien man überarbeitet worden und dadurch verschlimmbessert oder es liegt am unterschiedlichen Einbauplatz im Vitotwin.


    Im letzten Jahr gab es schon einen Thread bezüglich des ENS-Moduls mit Fotos von der Platine.

    Und da sieht es so aus, als ob zwei Kondensatoren aufgebläht sind.



    Mein Vitotwin hat aber nun leider auch das Zeitliche gesegnet.

    Es erschien plötzlich die Fehlermeldung "284: WCS Übertemp".

    Der Heizungsinstallateur hat den Vitotwin überprüft und konnte keinen Fehler feststellen.

    Nach einem Service-Reset lief der Stirling dann knapp eine Woche wieder ganz normal mit üblicher Leistung und ohne komische Geräusche.

    Dann tauchte der gleiche Fehler erneut auf.

    Viessmann kam raus und sagte, dass der Stirling ist nicht mehr zu reparieren ist, wegen eines Risses in einem Keramikbauteil.

    Bin mal gespannt, wie es nun weitergeht.

    Da die Heizung ja momentan zum Glück nicht benötigt wird, läuft der Zusatzbrenner nur zur Warmwassererzeugung.

    Laut der Vitovalor Planungsanleitung gibt es als Zubehör einen WAGO KNX/TP-Gateway mit folgenden Funktionen:


    ■ Weiterleiten der Störungsmeldungen

    ■ Fernbedienen von Wärmeerzeugern über geeignete Visualisierung

    (z. B. Schalten, Sollwerte ändern)

    ■ Übertragung von Geräte- und Betriebsdaten

    ■ Datenübertragung von der Viessmann Regelung an WAGO

    KNX/TP-Gateway über CAN-BUS

    ■ Datenübertragung von WAGO KNX/TP-Gateway an das Modbus-

    System über den Modbus (bauseitige Verbindungsleitung)

    ■ Fernüberwachen vom Wärmeerzeuger über das bauseitige Modbus-

    System (z. B. Istwerte, Betriebszustände)


    Serienmäßig hat der Vitovalor ja auch noch einen Anschluss für "Externe Anforderung/Sperren und geschalteter

    Netzausgang", sowie einen weiteren Anschluss "Parametrierbarer Netzausgang für z. B. Heizkreispumpe für Heizkreis ohne Mischer".

    Lässt sich darüber das gewünschte Verhalten nicht realisieren?

    Ok danke für die Erklärung


    Was heißt das für mich?

    Bin ich dann nicht mehr in der Lage meine 400V Drehstrommotoren (Pumpen) zu betreiben?

    Das hängt davon ab ob die Drehstrommotoren im Stern oder Dreieck verschaltet sind.

    Wenn sie, was üblich ist, im Dreieck verschaltet sind dann geht das nicht, weil diese Schaltung laut Anleitung ja nicht möglich ist.

    Bei einem im Dreieck verdrahteten Drehstrommotor ist auch kein Nullleiter vorhanden und somit reicht ein vieradriges Anschlusskabel aus.

    Solange die Eichfrist nicht abgelaufen ist, bleibt der eingebaute Zähler abrechnungsrelevant.

    Der bei mir verbaute Zähler war bis Ende 2019 geeicht.

    Erst kurz vor dem Jahresende kam der Netzbetreiber auf mich zu und wollte den Zähler gegen einen von ihm betriebenen austauschen mit dem Hinweis, dass wenn das nicht bis zum Jahresende geschehen ist, keine Abrechnung mehr ab dem Jahr 2020 erfolgen kann.

    Dreiphasen-Ypsilon (Sternschaltung) heißt, es ist ein Sternpunkt vorhanden, an dem der Nullleiter angeschlossen ist.

    Die Verbraucher in dieser Konfiguration erhalten jeweils 230V Wechselspannung.


    Dreiphasen-Delta (Dreieckschaltung) heißt, es ist kein Sternpunkt und damit auch kein Nullleiter vorhanden.

    Die Verbraucher in dieser Konfiguration erhalten 400V Drehstrom.

    Die Vereinfachungsregelung gilt nach dem letzten Schreiben vom 29.10.2021 nun auch für Mehrfamilienhäuser und nicht mehr nur für EFH/ZFH wie in der ersten Fassung.


    In der aktuellen Fassung steht auch:

    "Veranlagte Gewinne und Verluste aus zurückliegenden Veranlagungszeiträumen, die verfahrensrechtlich einer Änderung noch zugänglich sind (z. B. bei unter dem Vorbehalt der Nachprüfung oder vorläufig durchgeführten Veranlagungen), sind nicht mehr zu berücksichtigen. Die Inanspruchnahme der Vereinfachungsregelung ist kein Fall des § 7g Absatz 4 EStG, da insoweit keine schädliche Verwendung der Investition vorliegt."


    Das heißt doch, dass wenn man die Vereinfachungsregelung in Anspruch nimmt, nicht rückwirkend noch Nachzahlungen zu erwarten hat?

    Wenn man von der normalen Abschreibung von 10 Jahren ausgeht noch 70% vom Neupreis.

    Deshalb kommt das mit den 9.000 Euro für den Vitotwin ungefähr hin.

    Er hat nunmal ungefähr 12.000 Euro gekostet bei Viessmann.

    Und Viessmann erstattet natürlich nur diese Kosten und nicht was eine andere Firma da eventuell noch draufgeschlagen hat.

    Es muss doch eine Rechnung mit den ganzen Positionen geben die berechnet wurden?