Beiträge von rquermann

    Hallo,

    da war sailor773 schneller und hat auch recht.
    Ein kleiner Kustgriff geht vielleicht, wenn Mustermann die PV-Anlage als Kleinunternehmer betreiben will. Gemeinsam mit seinem Stahlhandel bekommt er das nicht hin. Er kann aber -nur- die PV-Anlage z. B. an seine bessere Hälfte (m/w/d ;) verkaufen oder gemeinsam betreiben. Das Duo bessere Hälfte + Max gilt als eigener Unternehmer - und der kann dann die Kleinunternehmerregelung beanspruchen. Das wird aber einigen Schreibaufwand mit Netzbetreiber und Finanzamt verursachen.

    Die Begriffe des Unternehmers und des Gewerbetreibenden werden im Sprachgebrauch synonym verwendet, haben jedoch im Steuerrecht abweichende Bedeutungen.

    Unternehmer ist ein Begriff der Umsatzsteuer und betrifft nur diese.

    Dem entsprechend betrifft der Begriff des Gewerbetreibenden nur die Ertragsteuern (Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer), eben nicht die Umsatzsteuer. Die Kommunen definieren den Begriff des Gewerbetreibenden nochmals anders, nämlich nach der Gewerbeordnung.


    Der Unternehmer muss eine auf Einnahmen gerichtete Tätigkeit selbständig und nachhaltig ausüben (vereinfachte Definition), er muss keine Gewinne erzielen oder auch nur anstreben. Die unternehmerische Tätigkeit umfasst sämtliche Tätigkeiten des Unternehmers, also z. B. den Stahlhandel von Max Mustermann und die PV-Anlage auf seinem privaten Wohnhaus. Dies gilt für regelbesteuerte Unternehmer ebenso, wie für Kleinunternehmer.


    Per Definition muss der Gewerbetreibende einer auf Gewinnerzielung gerichtete Tätigkeit nachgehen. Er muss also Gewinn erzielen wollen und auch tatsächlich können.

    Die Sonderfälle der verunglückten Unternehmensgründung oder der Situationen, in denen dem Finanzamt die Hobbytätigkeit als Gewerbe untergejubelt wird, vernachlässigen wir mal ;)

    Ein Gewerbetreibender kann problemlos mehrere Gewerbebetriebe haben. Dies ist insbesondere bei wesensfremden Tätigkeiten der Fall, die vielleicht sogar an verschiedenen Orten ausgeübt werden.

    (Das undefinierbare Geräusch im Hintergrund ist der wiehernde Amtsschimmel.)


    Die Vereinfachungsregelung des BMF betrifft nur die Einkommensteuer und hilft damit nur Kleinunternehmern nennenswert.
    Regelbesteuerte Unternehmer müssen weiterhin die Umsatzsteuererlärung abgeben. Und dafür braucht es das gleiche Zahlenwerk, wie für die Einkommensteuer, was eben keine wirkliche Vereinfachung ist.

    Hallo,


    ich lese den Beitrag jetzt erst.

    Kryptowährungen sind garantiert nicht steuerneutral. Es gibt massive steuerliche Auswirkungen. Namentlich Veräußerungsgewinne können steuerpflichtig sein.

    Die Minerei lohnt immer noch. Einige Mandanten betreiben dies mit Erfolg.


    Zur Frage der Gewerblichkeit gibt es eine völlig eindeutige Aussage: "Es kommt drauf an". Aber im Ernst.

    Konkret liegen sog. "sonstige Einkünfte" i. S. d. § 23 EStG vor, wenn die Tätigkeit in geringem Umfang betrieben wird. Bei einer in größerem Umfang betriebenen Tätigkeit liegen gewerbliche Einkünfte vor. Sichere Abgrenzungskriterien wurden bisher nicht aufgestellt. Bei vorhandener Hardware nebst Strom tendiere ich eher in Richtung sonstige Einkünfte.

    Die Bedeutung der Abgrenzung liegt in der jeweils anderen Gewinnermittlungssystematik und der oberhalb des Freibetrages von 24.500 Euro (Gewinn) anfallenden Gewerbesteuer.


    Ich will nicht belehren, würde aber aktuell keine BTC mehr minen, auch nicht über einen ASIC. Da sind die Miningfarmen der Chinesen unschlagbar. Statt dessen würde ich mir ein Rig mit entsprechenden GPU bauen. Damit bist Du flexibler in der Auswahl des Algorithmus und kannst auch je nach Marktpreis wechseln. Die ASIC sind hier m. E. festgelegt. Mit der Wärmeausbeute kann man tatsächlich einiges heizen. Der Keller wird warm.

    Ansonsten findet man im Netz genügend Rentabilitätsrechner und Beschreibungen der sinnvoll zu minenden Coins.


    Die Nutzung des sonst einzuspeisenden Stroms ist jedenfalls dann wirtschaftlich, wenn man selbst eine entsprechende Grafikkarte schon hat, oder die des Nachwuchses nutzen darf. Dann verbilligt sich die Anschaffung erheblich, bzw. man kommt zügig in die Gewinnzone. Dies hängt von der GPU und der geminten Währung ab. Die Beteiligung an einem Miningpool wird sinnvoll sein.

    Richtig wirtschaftlich ist es, das Minen scriptgesteuert zu machen, so das das nur stattfindet, wenn Überschussstrom vorhanden ist.


    Wenn das Projekt startet, freue ich mich über eine Rückmeldung.

    Für den Eigenverbrauch (Nicht: Die Rücklieferung) haben wir jedenfalls ein Steuergeschenk erhalten.
    Beim Eigenverbrauch des selbst genutzten Stroms darf im Gesamtjahr 2020 mit 16% Umsatzsteuer gerechnet werden.
    Quelle:

    Der BMF schreibt hierzu im Schreiben vom 04.11.2020:

    6. Besteuerung von Strom-, Gas-, Wasser-, Kälte- und Wärmelieferungen sowie von Abwasserbeseitigung

    Die Vereinfachungsregelungen der Rz. 35 ff. des BMF-Schreibens vom 30. Juni 2020, BStBl 2020 I S. 584, können auch auf Leistungen im Rahmen der EEG-Einspeisung und der Netznutzung angewendet werden. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich beim Leistungsempfänger um einen Endverbraucher oder um ein Versorgungsunternehmen handelt.
    Auf die Entnahme von Strom im Jahr 2020 durch einen Unternehmer aus seinem Unternehmen für Zwecke, die außerhalb seines Unternehmens liegen, kann der zum 31. Dezember 2020 geltende Steuersatz angewendet werden.



    Wenn für das BHKW ein Vorsteuerabzug erfolgte, wird auch bei verschenktem Strom das Finanzamt die Hand aufhalten.
    Stichwort Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch.

    @Mestapholes


    Es gibt keine planbare Einkommensteuererstattung.
    Wenn sich über die Jahre insgesamt eine Erstattung ergeben soll, muss die Anlage insgesamt einen Verlust erzielen.
    Dann ist das Projekt nach steuerlichen Kriterien nicht zur Einkunftserzielung geeignet. Das ist aber der klassische Fall der so genannten "Liebhaberei".
    In dem Fall wird die Anlage bei der Einkommensteuer gar nicht berücksichtigt.


    Die fünf Jahre sind auch nicht erklärbar. Entweder der Vertreter spricht hier auf einmal von der Umsatzsteuer oder er meint die Sonderabschreibung, die bei der Liebhaberei nun kein Thema mehr ist.


    Der Vertreter sollte über seine steuerliche Aussage nochmals nachdenken oder noch besser die Vorteile schriftlich garantieren.


    Viel Spaß

    Hallo Alle,




    @ bhkwaermepumptaik
    Ich habe da etwas Erfahrung ;)



    Die Finanzämter diskutieren derzeit gerne wegen der 10%-Grenze. Die Herrschaften haben wohl einen neuen Eintrag in ihrer Wissensdatenbank. Gerade um Sterlings wird gerne gestritten.


    Das heißt aber nicht, dass das Finanzat das automatisch gewinnt. Viele sind rechtlich überhaupt nicht sattelfest. Gerne werden auch beim Finanzamt die Regeln der Einkommensteuer (mögliche Liebhaberei) und Umsatzsteuer gemischt.
    So ist der Hinweis, dass das BHKW nicht zum Betriebsvermögen gehört, das ja weniger als 10% der thermischen und elektrischen Leistung eingespeist werden und man deshalb auch nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Bei dieser grottenfalschen Argumentation werden natürlich Äpfel mit Birnen gemischt (übrigens beim Versuch der Herstellung von Traubensaft).


    Aber im Ernst:
    Das Thema Liebhaberei kann gerade bei kleinen Sterlings kritisch werden.
    Bei der Umsatzsteuer kann man ohne weiteres Unternehmer sein. Hier kann man die erforderlichen 10% GESAMTPRODUKTION-STROM (eben nicht Einspeisung) mit der Folge der vollen Vorsteuerabzugsberechtigung erreichen. Dann macht das BHKW noch mehr Spaß, denn man hat den vollen Vorsteuerabzug und versteuert nur seine Wärmenutzung und auch die mit dem günstigen Fernwärmepreis.


    Manche Vertriebler lassen einem allerdings mit den Steuerfragen nach unterschriebenem Vertrag im Regen stehen, obwohl diskret mündlich mit den tollen Steuervorteilen geworben wurde.



    @alikante
    "Was ist wenn sich Liebhaberei abzeichnet ( dauerhaft Ausgaben > Einnahmen ) aber nicht zur KUR optiert wurde??? Es müsste dann weiterhin Jährlich eine USt-Erklärung abgegeben werden welche vom FA mit USt.-Erstattung beschieden würde, trotzdem blieben diese Einnahmen bei der ESt.-Erklärung ohne Steuer erhöhende Wirkung ?!"


    ESt und USt sind weitgehend voneinander unabhängig. Bei der ESt kann trotz Einnahmen Liebhaberei vorliegen, weil die Summe aus anteiligen laufenden Ausgaben und AfA (oder anteiligem Erhaltungsaufwand) die Einnahmen übersteigen, es also rechnerisch Miese gibt (Amtsdeutsch: Kein Totalgewinn).
    Das Finanzamt hat allerdings große Probleme, dies nach der Neuregelung ab 2015 zu berechnen. Die Rechnung wird noch schwieriger, wenn der pauschale KWK-Zuschlag gezahlt wird.
    Eine Umsatzsteuererklärung ist fällig, weil von der KUR weg hin zur Regelbesteuerung optiert wurde.

    Hallo,


    ich habe beste Erfahrungen mit einem Raspi 2.
    Der läuft seit langem stabil als privater Netzwerkserver mit Seafile (Alternative zu Owncloud) und Kodi und einem Touchscreen. Netzwerkfreigaben und Benutzerverwaltung funktionieren, Ruckler an den Kabeln werden meist übel genommen. Es gibt von Anker sogar ein 1000 MB Lan-Modul.


    Nur für DVB-T2 ist der Winzling zu klein, da er die Kodierung nicht hardwaremäßig unterstützt.

    Hallo,


    Die Kleinunternehmerregelung greift, wenn der gesamte Unternehmensumsatz unter 17.500 Euro/Jahr liegt. Das Unternehmen umfasst alle selbständigen Tätigkeiten.


    Mit Nano-BHKW und PV wird die Umsatzgrenze wohl nicht erreicht. Das muss man dem Finanzamt auch nicht beweisen. Bei der Anmeldung der Einspeisung beim Netzbetreiber ist anzugeben, ob man Kleinunternehmer ist.


    Ein Gewerbebetrieb und keine Liebhaberei liegt vor, wenn ein Totalgewinn erzielt wird. Das ist der -geplante- Gewinn über den Abschreibungszeitraum. Das Vorliegen der Liebhaberei oder Gewinnerzielungsabsicht ist je Anlage zu beurteilen.


    Bei der PV-Anlage liefert der Installateur häufig die Ertragsprognose gleich mit.
    Bei Nano-BHKW kann ohne weiteres Liebhaberei vorliegen. Auch hier sollte man vorsorglich eine kurze Ertragsprognose für sich selbst aufstellen.


    Liegt die Kleinunternehmereigenschaft vor und stellen beide Anlagen Objekte der Liebhaberei dar, gibt es keine Meldepflichten in Richtung Finanzamt. Auf beide Fragen also ein klars ja.


    Unabhängig hiervon können nicht sachkundige Finanzbeamte natürlich immer Riesengewinne wittern und Nachweise verlangen.

    Hallo,


    die Mannschaft von https://shareandcharge.com/ plant etwas Erfreuliches für Stromerzeuger und die Besitzer von Elektroautos.
    Klappt die Planung, wird die Vermarktung von Strom -etwas- einfacher und das Netz der nutzbaren Ladestationen dichter. Jedenfalls erhielt die Mannschaft von shareandcharge dafür bereits den Deutschen Mobilitätspreis.


    Auf der Plattform können sich Fahrzeugbesitzer (die Lader) und Besitzer von Ladestationen anmelden. Den Strompreis dürfen die Besitzer der Ladestationen mit
    den Komponenten Grundpreis und Strompreis selbst gestalten.
    Das Projekt befindet sich noch im frühen Stadium. Abgewickelt wird es über die Blockchaintechnologie, ist also nicht für jeden etwas, aber ein schöner Anfang.


    Viel Spaß

    Hallo,


    das Thema Steuer entschärfte das Finanzgericht Neustadt
    http://www3.mjv.rlp.de/rechtspr/DisplayUrteil_neu.asp?rowguid={3FF72123-9CFD-4D2A-81F8-E040CD88A642}


    Einige Eigentümer führten Krieg gegen die Hausverwaltung. Nach Unterliegen in der Abstimmung der Eigentümerversammlung wurde der Verwalter über die Finanzverwaltung angegriffen.


    Das Finanzgericht stärkte dem Verwalter den Rücken. Es klärte einige offene Fragen zur Steuererklärungspflicht, dem erlaubten Geschäftsbetrieb einer WEG und
    zu den Rechten des Verwalters.


    Obwohl eine Revision vor dem BFH ansteht, gewinnen Hausverwalter ein Stück Sicherheit.


    Viele Grüße