Beiträge von Solardachs

    Mir geht es alleine darum, daß nicht die Landwirtschaft als Hauptverursacher dasteht! Da hat praktisch jeder seine Finger mit drin...


    Ich halte heute einen Vortrag zu dem Thema - könnte Dir gerne die Powerpoint zuschicken.

    Wobei die ohne die mündliche Ausführung auch nur den halben Wert hat...


    Aber nur mal ein paar Punkte zu Deinen Einwänden:

    - Innenstädte veröden und draußen werden große Flächen "erschlossen"

    - die Straßenränder werden nicht gemäht, die werden gemulcht! Da lebt hinterher nichts mehr...

    - wenn man es mähen würde und abfahren, würde der Wuchs innerhalb weniger Jahre stark zurückgehen = Magerwiese


    -Ökologische Landwirtschaft lebt schon heute nicht vom Markt, sondern noch mehr von Subventionen. Da treibt man den Teufel mit dem Beelzebub aus - offenbar will aber kein Konsument die tatsächlichen Produktionskosten zahlen.

    - der durchschnittliche Öko-Vollerwerbsbetrieb hat mehr Fläche als man es wahrhaben will, nichts mit romantischer Hinterhoflandwirtschaft (z.B. Fielmann-Gruppe)


    Dein Vorschlag mit öffentliche Kantinen, wurde gerade vom Bezirkstag in Niederbayern abgelehnt! Zu teuer... :evil:


    Wie kann Deutschland Exportweltmeister im Maschinenbau sein, wir sind doch so ein kleines Land? Stichwort ist nunmal Effizienz...

    Aktuelle Zahlen aus Bayern zu Tierhalter (= Bauern) und Tierzahlen

    Das ist ja gerade der - verzeih - Bullshit, daß die Landwirtschaft der größte Verursacher sei! Das wird zwar gerne behauptet, ist aber gänzlich unbewiesen! Ist ja so einfach, weil wir ja die meiste Fläche haben....

    Und es gibt gute Fakten die sogar dagegen sprechen.


    Die Zahlen sind jetzt für ganz Deutschland, da leichter ermittelbar:


    - Bestand an KfZ seit 1990 ein Plus von über 50%

    - Fahrleistung je KfZ in dieser Zeit leicht gestiegen = 622 Mrd Kilometer Abgas / Feinstaub / Bremsenabrieb / Tiertötung Hirsch bis Mücke

    - Siedlungs- u. Verkehrsfläche in dem Zeitraum + 25% = fast 10.000 km2 ( Niederbayern hat 10330 km2) die geteert u. betoniert wurden

    - Zunahme Mobilfunk (nachweislich Einfluss auf Bienen - daher vermutlich auch auf andere Insekten/Tiere) prozentual nicht vernünftig darstellbar


    - in der LW hat die verfügbare Fläche seit 30 Jahren um fast 20.000 km2 abgenommen (Siedlung / Verkehr / Ausgleich / Naturschutz / Wald)

    - die Tierbestände sind ebenfalls rückläufig - die Bauern werden weniger und größer - über alle Tierarten ca. 30% weniger Bestand

    - noch nie soviel Fläche für Randstreifen / Blühwiesen usw. genutzt wie heute (früher wurde sogar der Straßenrand noch gemäht u. verfüttert)

    - genau diese Straßenränder werden heute aber von den Kommunen gemulcht = Massenmord an Flora u. Fauna


    Ich habe es schon einmal geschrieben, der Ansatz war gut. Ist aber aus ideologischen Gründen versemmelt worden. Weil man einzig u. alleine die LW als Verursacher ausgemacht hat. Alle anderen Faktoren wurden aus (politischen?) Gründen lieber nicht genannt hat.


    Ich finde das folgende Foto zeigt eigentlich sehr gut das Problem - heiliger St. Florian verschon mein Haus, zünd das vom Bauern an!

    Was ist daran absurd?

    Der Landtag wird es vermutlich nicht übernehmen.

    Dann gibt es einen Gegenvorschlag.

    Das heißt es stehen zwei Vorschläge zur Auswahl für einen Volksentscheid.

    Du kannst jetzt schon sagen, welcher dann angenommen wird?


    Wie gesagt, wenn es blöd läuft muss er UNVERÄNDERT (so lautet das bayerische Gesetz) als Gesetz übernommen werden...


    Und genau das sagt er eben nicht! Er sagt das die Ursachen "multifaktoriell" sind und nicht nur der Landwirtschaft in die Schuhe geschoben werden können! Viele der heute bewaldeten Flächen sind z.B. in Staatsbesitz und wurden eben aufgeforstet.

    Greenpeace, den BUND und Foodwatch bezeichnet Pollmer als Spendensammlerorganisationen, denen es „nicht um Gesundheit gehe, sondern um Gesundheitssymbole, die dafür gut sind, um an Spenden oder Geld vom Staat zu kommen.“ Die Medien beförderten diesen Zusammenhang. Das Internet sei „wie eine Güllegrube mit Desinformation gefüllt, aus denen dann Hunderttausende ihr Wissen saugen.“


    Was ist daran falsch? Schau Dir doch mal die Spendenaufkommen UND die Verwendung an - gibt es teilweise öffentlich einsehbar.

    Rede doch mal mit einem Arzt, wieviele Menschen mittlerweile eine bessere Diagnose stellen können als derjenige der den Heilberuf gelernt hat...

    Internetteilwissen - ohne Hintergrundwissen - kann hier sogar richtig gefährlich sein!


    Interessant ist ja auch Deine einleitende Bezeichnung "Populist". Das heißt dann praktisch, jeder der eine andere Meinung vertritt als die "Mehrheitsmeinung" ist automatisch ein Populist - egal ob er die sogar mit Fakten untermauern kann?

    Tolles Verständnis von Meinungsfreiheit...


    Ebenfalls ein Populist:


    Die Initiatoren des Volksbegehrens erkennen nun selbst, daß viele Forderungen schlichtweg schwachsinnig sind!


    Aber man hofft, daß es wer anderer richten kann - so kann man es zusammenfassen.

    https://www.topagrar.com/suedp…-fast-alles-10322726.html

    Wer der Quelle nicht traut, kann sich ja in der Mediathek des BR die "Münchner Runde" zu Gemüte führen, da hört man dann die Originalaussagen...


    Da bringt man einen Gesetzvorschlag auf den Weg, der wenn es blöd läuft (Volksbegehren + -entscheid) UNVERÄNDERT umgesetzt werden MUSS.

    Aber eigentlich ist man sich selbst bewußt, daß er nicht praktikabel ist...


    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen - Wohlstand führt zu Dummheit - jetzt weiß ich was dieser alte Spruch bedeutet!

    Siehst Du, jetzt kommen wir auf eine sachliche Ebene! Und Du hast Recht, wir sind hier eigentlich in einem BHKW Forum - trotzdem wurden auch hier BEHAUPTUNGEN über die Landwirtschaft aufgestellt, die entweder schlichtweg falsch, unbewiesen oder sogar boshaft sind.


    In einem Deiner letzten Beiträge hast Du ja geschrieben:

    "Dass die Hauptverantwortung dafür, dass wir den Schlamassel (=Resistenzen) haben, dem Antibiotika-Missbrauch in der Tierzucht in der zweiten Hälfte des 20. Jh. zukommt, ist wohl unbestritten."

    Jetzt schreibst Du selbst:

    "Jetzt müsste man also herausfinden, ob sich resistente Keime mehr dadurch..."


    Und genau das ärgert mich! Es werden Behauptungen gegen die Landwirtschaft in die Welt gesetzt - übrigens wie beim Insektensterben - die durch NICHTS belegt sind. Sogar die Krefelder Insektenforscher mussten als Schlussfolgerung schreiben, daß man nichts über den Auslöser des Rückgangs weiß. Die Untersuchung fand ja in einem Naturschutzgebiet statt - ganz ohne Landwirtschaft. Am Anfang der Insektenschwund-Untersuchung war es übrigens noch landwirtschaftlich genutzt, jetzt könnte man auf die Idee kommen...:evil:


    Ich kann Dich übrigens noch in einer anderen Sache beruhigen. Die von Dir genannten Grenzen für eine UVP werden in Bayern nur von einem Bruchteil der Betriebe erreicht. Aber in den Augen von einigen hirnlosen Landwirtschaftsgegner ist plötzlich der Familienbetrieb mit 500 Mastschweinen ein Massentierhalter!


    Und die größten Subventionsempfänger sind mit Sicherheit reine Ackerbaubetriebe! Weil es Subvention nur für die Fläche gibt (im Bio-Bereich übrigens etwa das doppelte - soviel zum "Markt") und es sich kein vernünftiger Mensch antut jeden Tag in den Stell zu rennen, wenn er aufgrund genügend Fläche auch so sein Einkommen generieren kann und arbeitsmäßig ausgelastet ist.


    Mehr schreibe ich jetzt hier auch nicht mehr zu dem Thema, weil ich es leid bin, ständig falsche Behauptungen in die faktenbasierte Richtung zu drehen.

    Dass die Hauptverantwortung dafür, dass wir den Schlamassel überhaupt haben, dem Antibiotika-Missbrauch in der Tierzucht in der zweiten Hälfte des 20. Jh. zukommt, ist wohl unbestritten.


    Und, zu guter Letzt, erzähl' mir jetzt bloß nicht, dass die industrielle Massentierhaltung keine Subventionen aus Steuergeldern bekommt.

    Jetzt wäre nur interessant, welche (seriöse) Quelle Du für diese Behauptungen hast?


    Am Beispiel Colistin sieht man ja, daß ein langjähriges AB aus der Landwirtschaft als "Notnagel" im Humanbereich herhalten muss - daß spricht eher für das Gegenteil, oder?


    Dann definiere einmal "Massentierhaltung" - mehr als 2 / 20 / 200 / 2000 / ... für Kühe / Schweine / Hühner! Wenn ich mit Dir diskutiere, dann will ich wissen, ab wenn es bei Dir unter dieser Bezeichnung läuft.


    Und dann zeige mir bitte Quellen, die Subventionen an Tierhaltung gebunden liefern!


    Ansonsten ist das nämlich nur heiße Luft...

    Das freut mich, daß ich Dir helfen konnte! Ich will Dir doch nichts Böses, auch wenn Du etwas ungerechtfertigt über die Landwirtschaft schreibst...;(


    Du hast mir mit Deinem letzten Post übrigens auch geholfen, weil ich jetzt für meine Anlagen aus 2004 + 2005 nicht weiter verzweifelt nach der ASO-Nr. suchen muss :*

    Unter Punkt 1 vergleichst und bewertest Du den Einsatz/Risiko über die Tonnage. Das wäre so, als ob man bei einem Alkoholiker die Sucht über die getrunkene Menge in Liter bestimmen würde - egal ob Bier / Wein / Schnaps


    Unter Punkt 2 siehst Du richtiger Weise die Hauptverantwortung (= Risiko für Menschen) in der Humanmedizin. Es gibt genügend Beispiele wie man das Problem in anderen Ländern wirksam angeht - und dazu zählt u.a. die Verschreibung nur nach Antibiogramm. Und hier fehlt den meisten Humanmedizinern das Problembewusstsein...


    Punkt 3: sehe ich genau so, nur wird komplett ausgeblendet was die Landwirtschaft hier in den letzen fünf Jahren für eine Leistung erbracht hat! Und es wird ständig mit alten Zahlen argumentiert


    In Punkt 4 forderst Du, daß man kranke Tiere generell nicht mehr mit wirksamen Antibiotika behandeln darf. Zählt diese Aussage nur für "Bauerntiere" oder schließt das dann auch die Miezi von Oma, den WauWau von Onkel Fritz und das Hoppepferdchen von der Tochter mit ein? Im Übrigen suggerierst Du, daß der böse Bauer Tiere nur aus reiner Geldgier behandeln läßt. Da jedes Medikament, jeder Tierarztbesuch und jeder Krankheitsverlauf Geld kostet, macht das mit Sicherheit keiner freiwillig aus Spaß an der Freude. Von der gesetzlichen Verpflichtung unnötiges Leiden zu vermeiden mal ganz abgesehen. Und zu guter letzt, stellst Du die falsche Behauptung auf, daß dies auch noch mit Steuermitteln gefördert wird.

    Mittlerweile ist in Bayern jeder 2. Landwirt im Nebenerwerb tätig - d.h. er hat einen anderen (Haupt-) Beruf und betreibt die (kleine) Landwirtschaft in der Freizeit. Im Bio-Bereich ist der Anteil noch größer, soweit ich informiert bin. Da Bio-Betriebe im Schnitt mehr als doppelt so hohe Subventionen bekommen als der konventionelle Kollege, ist gerade hier der Anreiz groß sein (wenige Hektar) Eigentumsland "prämienoptimiert" zu bewirtschaften. So bekommt man noch ein wenig zusätzlichen Ertrag und man muss seine Landwirtschaft an der man emotional sehr hängt nicht an den Nagel hängen.


    Und es macht qualitativ schon einen großen Unterschied, ob ich AUSSCHLIESSLICH von der Landwirtschaft leben muss, oder sie mehr oder weniger als "Hobby" nebenbei noch betreibe. Diese ganzen Betriebe werden in der nächsten Generation ohnehin zum Großteil verschwinden, weil die Kinder meist schon komplett in anderen Berufen verortet sind.


    Daher stören mich die ganzen "Vorzeigebetriebe" aus "Unser Land" und Co. gewaltig, die hier als "Vorbilder" verkauft werden. Meist Betriebe, die nicht auf den Erlös aus der Landwirtschaft zum Leben angewiesen sind. Auch bei dem Beitrag aus "Quer" weiter oben bin ich mir ziemlich sicher, daß nur einer der dargestellten Beispiele komplett aus den Erträgen der Landwirtschaft leben muss.

    aber in der Massentierhaltung hast du die Gewissheit das alle Schwänze abgebissen sind!

    Das war die GRUNDSÄTZLICHE Aussage, die nicht stimmt, nicht zu beweisen ist!


    Nicht mehr und nicht weniger...


    Ich denke es ist offensichtlich das sich hier jemand in seiner Meinung verrannt hat, auch der Versuch die eigenen widerlegten Beiträge umzubiegen spricht Bände.

    Mit versöhnlichen Argumenten kommt man da nicht weiter, seis drumm ich klink mich hier aus bin eh kein Bayer.


    :hutab:

    Ich denke, daß Problem liegt eher darin, daß sich manche nur den Teil aus meinen genannten (Bio-) Quellen raus picken der in ihre vorgefertigten Weltbilder paßt. Und da gehörst Du auch dazu!

    Ich habe nur versucht zu zeigen, daß es eben nicht nur schwarz/weiß gibt und das mit Quellen untermauert. Aber wer dann nur das liest was ohnehin seine Meinung ist, wird nie schlauer werden!