Beiträge von gemm

    *g*, ja - die Eckdaten sind schon eigenwillig. Kurze Erklärung: Das Haus ist ein einzeln stehendes Ziegelhaus mit 2 Stockwerken von 1930. Eine Dämmung hat es nicht und wird es nie haben wegen Denkmalschutz. Die Fenster sind zwei hintereinander stehende Einzelscheiben ohne jegliche Gummidichtung. Auch diese werden sich aus denkmalschutzgründen nicht ändern. Das treibt natürlich den Energieverbrauch hoch. Wir haben das durch einen Energieberater berechnen lassen und ich bin ehrlich gesagt gespannt auf die erste Jahresabrechnung.
    Der Eigenverbrauch...naja - wir sind dieses Wochenende erst eingezogen und der Stromverbrauch beinhaltet derzeit nicht mehr als ein paar nackte Glühbirnen, eine Kaffeemaschine und vielleicht den Staubsauger. Der Rest kommt schon noch ..... (will in spätestens 3 Jahren ein Elektroauto haben - vielleicht bekomme ich sogar einen Eigenbau hin.)


    Fotos des Streichholzschachtelzählers mache ich heute Abend; Typ schaue ich nach. Das Teil war recht teuer, aber ich wollte unbedingt einen eigenen, geeichten Zähler haben, der einen Impulsausgang hat. Mechanisch wäre das "exorbitant teuer" gewesen; elektronisch war es dann nur noch "teuer". Ich meinte, das Teil liegt so um 250€.


    @ Bernd,
    ja, das mache ich auch heute Abend. Ich muss nur die Kiste mit den "großen Stromverbrauchern" finden in dem ganzen Chaos. Vielleicht kann ich auch den Wäschetrockner zugänglich machen. Der o.g. große Verbraucher auf 3 Phasen ist ein Heizstab im Pufferspeicher, den ich aber natürlich sofort wieder abgeschaltet habe. Will ja auf Laufzeit kommen....

    Am Freitag nachmittag ist unser ecopower 3.0 endlich in Betrieb gegangen. Leider hat die Lieferung des passenden Zweirichtungszählers des Energieversorgers viele Wochen Zeit in Anspruch genommen, in welchen die Anlage montiert, aber ungenutzt im Keller stehen musste. Die Anlage ist seit Inbetriebnahme durchgelaufen, da der alte Gaskessel schon am Montag demontiert wurde und daher das Haus knapp eine Woche ausgekühlt war. Betrieben wird das Ganze in einem 2-Personen EFH (ungedämmt, alte Fenster) mit derzeit 100qm Wohnfläche (Kellerausbau ist geplant - dann ca.150qm). Berechneter Gasverbrauch: ca. 70000kWh - also ca. 5000 Vollbenutzungsstunden. Der Speicher für Heizung und Warmwasser hat 760 Liter.
    Zwei Fragen hätte ich - zum einen ist das Abgasrohr aus Technaflon unisoliert. Ist es sinnvoll, das noch zu isolieren (wenn ja - womit) ? Es strahlt eine ganz schöne Wärme ab, da es ab BHKW ca. 3,5m offen liegt, bevor es im Kamin (8m Höhe) verschwindet. Es heizt uns zwar derzeit den Keller (was nicht unerwünscht ist, da der Keller bisher unbeheizt war), aber im Sommer stelle ich mir das eher belastend vor und steuerbar ist es auch nicht.
    Zum Zweiten stimmt irgend etwas mit den Zählern nicht. wir haben einen elektronischen, rücklaufgesperrten Zweirichtungszähler vom EVU , welcher HT und NT zählen kann (dies aber nicht macht, weil es in unserem Fall unsinnig ist). Der Zähler hat keine Datenverbindung zum EVU . Er misst also den bezogenen Strom und den eingespeisten Strom, muss aber abgelesen werden. Außerdem ist er phasensaldierend programmiert (laut Auskunft des EVU-Zählermeisters). Zusätzlich habe ich vom Elektriker einen geeichten, rücklaufgesperrten elektronischen Zähler mit Impulsausgang einbauen lassen, der ebenfalls nur den überschüssig eingespeisten Strom zählt (weil ich dem EVU-Zähler nicht traue). Dieser Zähler ist ziemlich klein (etwa wie eine Streichholzschachtel). Zusätzlich kommt Ende dieser Woche noch ein eigener, geeichter Zähler für die Messung des gesamten produzierten Stromes (wegen der Förderung). Und den Zähler im BHKW gibt es ja auch noch (dieser ist aber nicht geeicht). Gestern Abend habe ich nun folgendes abgelesen: Produktionszähler BHKW: 139kWh. EVU-Zähler Einspeisung: 100kWh. Mein Einspeisezähler: 120kWh. Woher kommen nun die 20% Abweichung ? Wenn ich einen großen Verbraucher an die Leitung hänge (an alle 3 Phasen), dann steht mein Einspeisezähler still (was ja auch so sein sollte).

    In 10 Monaten eine Differenz von 2700kWh - und das nur für Regelung und Pumpen ? Wie hoch ist denn dein jährlicher Stromverbauch für den ganzen Rest des Hauses ?
    Das kommt mir schon ganz erheblich vor. Kann es sein, dass dein extt. Zähler einfach ein Einspeisezähler ist und dein kompletter Eigenstromverbrauch da einfach schon abgezogen wurde ?

    Zitat

    Zitat


    Diese erreichst du nicht durch weitere 14-17 BHKWs - ich hoffe, das ist dir klar ?

    Das diese Differenz nicht durch Bündelung machbar ist ist mir klar!!! ;) Da kann ich dich beruhigen.


    Nicht böse sein - wenn ich HHO lese, dann weiss ich meist nicht, auf welchem Stand ich das vorhandene Grundwissen ansetzen darf. Ich hatte durchaus schon Gesprächspartner, wo die Verständnisdefizite auf dem hier dargestellten Niveau lagen....


    Der theoretisch maximal erreichbare Wirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine ist leicht zu berechnen. Er hängt mit der maximalen Prozesstemperatur und der minimalen Prozesstemperatur zusammen. Setzen wir für eine Überschlagsrechnung mal praktisch sinnvolle Werte ein: Du hast einen Ottomotor mit einer Verbrennungstemperatur von 1000 Grad C. Das ist schon hoch gegriffen - mir ist kein heute erhältlicher Ottomotor bekannt, der 1000 Grad C dauerhaft aushalten würde weil das Material weich wird oder verbrennt. Damit ist diese Temperatur sicher als Obergrenze anzusehen. Weiter können wir als niedrigste Temperatur die Umgebungstemperatur (ca 20 Grad C) ansetzen. Das ist in einem Ottomotor niemals der Fall, denn die Ansaugluft wird durch den heissen Zylinderkopf vorgewärmt. Trotzdem nehmen wir diese Temperatur mal her. Damit berechnet sich der maximale theoretische Wirkungsgrad grob zu 75%. Das ist aber die ideale Betrachtung mit adiabatischem und reibunsfreiem Verhalten eines idealen Gases.
    Dazu kommen Verluste, die nicht so einfach zu berechnen sind: Verluste durch nichtideales Gas (Stirlingmaschinen verwendes deshalb Helium als Arbeitsmedium - beim Ottomotor geht das nicht, da Helium schlecht brennt), Reibungsverluste von Lagern, Kolben, Ventilen, Verluste durch das Beschleunigen und Abbremsen der Kolben, Verluste durch entweichende Restwärme , Verluste durch nicht ideale Zylinderfüllung, durch Reibung der Ansaugluft und des Abgases wegen verwinkelter Führung, Verluste durch Strömungshindernisse (Luftfilter und Kat), Verlust durch Antrieb der Nebenagregate (Wasserpumpe, Ölpumpe) usw.
    Folglich landest du bei den besten derzeit verfügbaren Maschinen (Turbodiesel) bei 30-40%. Und das auch nur, wenn Abgasrestenergie genutzt wird (Turbolader). Du hast eine ganze Menge Möglichkeiten das zu optimieren - aber das Anheben der obernen Arbeitstemperatur ist nicht die technisch einfachste Lösung. Um das klarzustellen - ich bezweifle nicht, dass es möglich ist die Motoren aus Material zu bauen, welches sehr viel höhere Temperaturen aushält und damit den Wirkungsgrad der Maschine deutlich erhöht. Wolfram soll sehr temperaturstabil sein, wenn auch etwas spröde. Auch Niob oder besser Tantal wären geeignet. Keramische Werkstoffe sind auch eine Überlegung wert, die halten gleich 3000 Grad oder mehr aus....damit könntest du dann auch mit dem Verfeuern von Knallgas beginnen, denn in diese Temperaturbereiche wirst du damit vordringen. Aber das sind Arbeiten, die sich nicht mit dem Anfertigen eines HHO-Generators vergleichen lassen. Dafür sind sie ungleich erfolgversprechender. Nur die Wirtschaftlichkeit leidet darunter.


    Die Wirkung von Wasser(dampf) im Brennraum eines Ottomotors kannst du dir auf diversen Webseiten ansehen. Die Wassereinspritzung ist im automotiven Tuningbereich noch immer anzutreffen. Manche Schrauber stellen dann auch Bilder ihrer Kolben oder Zylinderköpfe ins Netz. Einfach mal Suchmaschinen befragen.

    Ein paar Dinge von meiner Seite:


    - Die thermische Spaltung von Wasser in die Elemente erfolgt bei Temperaturem von 1500-1800Grad C. Die Einkopplung von Prozesswärme aus unterschiedlichsten Prozessen in die Hochtemperaturöfen zur Wasserspaltung ist nicht neu, aber nach wie vor unwirtschaftlich (so wie auch der Gesamtprozess der thermischen Spaltung von Wasser). Gehen wir mal generös von einer Vorlauftemperatur deines BHKW von 100Grad C aus, dann fehlen dir noch immer 1400-1700Grad C. Diese erreichst du nicht durch weitere 14-17 BHKWs - ich hoffe, das ist dir klar ?


    -Elektrolyse ist nicht temperaturabhängig. Die ablaufenden Prozesse bei der thermischen Wasserspaltung und der Elektrolyse sind grundverschieden.


    -Die Verbrennungsprozesse unter Zugabe von H2O oder H2 und O oder 2H und O sind vollkommen spekulativ. Zunächst ist ein einzelnes H nicht beständig. Es handelt sich um ein hochreaktives Radikal, welches mit ALLEM und JEDEM in seiner Umgebung sofort reagiert - notfalls auch mit dem Metall der Zylinderwand. Auch das O Diradikal ist nicht besonders gerne allein (aber noch immer deutlich beständiger als das H-Radikal). Die Existenz von HHO ist unbewiesen, der Einfluss auf die Verbrennung auch. Unter den Bedingungen in einem Verbrennungsmotor entsteht H2 und O2 oder H2O. Bestenfalls hast du also Knallgas (H2 und O2) in deiner Verbrennung und schaffst damit Bedingungen in deinem Motor, für welche er nicht konstruiert wurde. Eine Verbrennung von Knallgas in einem Ottomotor hat höhere Verbrennungstemperaturen und höhere Zylindermitteldrücke zur Folge. Solange das Material (vor allem Ventile, Kolbenböden und Zylinderkopf) das aushält ist es ok. Ein BHKW Motor ist darauf jedoch nicht ausgelegt, sondern eher auf hohe Laufzeit.


    -Die durch das Abgas entweichende Restwärme führte zur Entwicklung der Brennwerttechnik. Dieses Problem ist also bereits ganz passabel gelöst.


    -Die Zugabe von Wasser hat andere Ziele. Bei Rennsportmotoren wird Wasser in der Ansaugluft zugesetzt, um die Temperatur der Ansaugluft abzusenken. Du hast hier üblicherweise einen Turbolader, welcher die Ansaugluft verdichtet und dabei erwärmt. Im darauf folgenden Ladeluftkühler erfolgt Wassereinspritzung. Durch die Phasenumwandlung (flüssig->gasförmig) nimmt das Wasser erheblich Wärmeenergie auf und kühlt somit die Luft (zusätzlich zum Kühleffekt des Ladeluftkühlers). Kalte Luft hat höhere Dichte, also bekommst du mehr Luft in den Zylinder und kannst somit mehr Kraftstoff verbrennen. In der Folge steigt die Leistung.


    -Direkte Zugabe von Wasser in den Zylinder ist nicht (mehr) üblich. Das Wasser hatte die Aufgabe den Zylinderkopf zu kühlen, falls die Gemischanfettung dazu nicht mehr ausreichte. Leider ist heisser Wasserdampf (hier reden wir von 900-1200 Grad C - nicht von 100+x Grad einer Dampfmaschine) sehr korrosiv und beschädigt in kurzer Zeit das Material der Kolben, Ventile und des Zylinderkopfes.


    -Der Wirkungsgrad einer Wärmekraftmaschine hat ein theroretisches Maximum. Schau dir mal ein Buch zur physikalischen Chemie oder Thermodynamik an (Stichwort: Carnotscher Kreisprozess).

    Ein paar Überlegungen meinerseits:
    Wie du bereits geschrieben hast, brauchst du Abnehmer für Wärme und Strom. Die Wärme kannst du nicht weit transportieren; deshalb steht und fällt die Geschichte mit diesem Abnehmer. Könnte z.B. ein Schwimmbad sein, oder eine Gärtnerei, oder ein städt. Bauhof, oder eine große Autowerkstatt oder, oder oder. Mach dich zunächst auf die Suche nach diesem Abnehmer (langfristig), wenn du keinen findest kannst du es vergessen.
    Dann ist die Wartung in meinen Augen zu teuer. Ich gehe bei den Maschinen in unserer Firma üblicherweise von 10% der Anschaffungskosten für einen jährlichen Vollwartungsvertrag aus (wobei diese Maschinen erheblich komplexer sind als ein BHKW). Außerdem ist eine Versicherung nötig, die außerpanmäßige Schäden an der Anlage abdeckt, falls diese nicht Bestandteil des Wartungsvertrages ist. Zudem wäre eine Versicherung für Verdienstausfälle sinnvoll. Was machst du z.b., wenn einer deiner Kunden insovent wird und sich das Insovenzverfahren über Jahre hinscheppt ? Und bei Insolvenz des Herstellers brauchst du jemanden, der die Anlage weiterhin warten und am laufen halten kann....
    Die Kraftstoffkosten sind schon angesprochen worden. Du könntest hier das Risiko verringern, indem du auf einen Brennstoff mit geringen Preisschwankungen zurückgreifst (Flüssiggas). Die steigenden Kraftstoffkosten kannst du natürlich in gewissem Umfang an deine Kunden weitergeben; muss eben vertraglich geregelt sein. Wenn du Betreiber der Anlage bist musst du dich um alles selbst kümmern. bist du nur "Finanzierer", bauchst du einen Betreiber, der sich kümmert.


    Entscheiden ob oder ob nicht musst du.....

    Wie ich oben überschlägig geschätzt habe, ist überschüssiger (!) Strom kostenneutral. Insofern kann ich ihn einspeisen oder verheizen und bin - rein wirtschaftlich betrachtet - gleichgestellt. Wenn du jetzt davon ausgehst, dass das betrachtete BHKW modulierend gefahren werden kann, umgehst du das Problem mit Stromzukauf zu BHKW-Stillstandszeit und gewinnst trotzdem noch dabei, da das BHKW nicht unter Vollast läuft und sich das Wartungsintervall verlängert. Nicht zu vergessen der eingesparte Spitzenlastkessel für 3-4T€ (plus dessen Brennstoffverbrauch), wovon man fairerweise noch die 100-300€ für einen Heizstab (geschätzt) abziehen muss.
    Bei einem nicht modulierenden BHKW wie dem Dachs kommst du bei bestehenden Objekten nicht so einfach damit hin, das gebe ich zu; trotzdem könnte man so mit einem Dachs Objekte beheizen, für welche er eigentlich zu klein ist. Brauchst du in den wenigen harten Winterwochen (wir hatten heute morgen übrigens -12 Grad) deine 15-18kW Heizleistung im Bauernhaus, dann kannst du dir noch immer den Spitzenlastkessel sparen, wenn du eigenproduzierten Strom verbrätst. Natürlich immer nur, wenn er "übrig" ist. Andernfalls müsstest du für monovalenten Betrieb ein zu grosses BHKW anschaffen, welches dann im Sommer zu oft taktet.
    Ich halte es also noch immer für sinnvoll, diese Option mit in die Planung aufznehmen.


    Dass es fast schon moralisch verwerflich ist, Strom zu verheizen ist klar. Aber offenbar ist dies politisch so gewollt oder zumindest billigend in Kauf genommen.

    Gut, lass es mich anders formulieren.
    Ich habe ein BHKW nach der 10-Jahres Förderung, welches mir zuviel Strom liefert, welchen ich also verkaufen muss. In meinem Fall wäre es ein Erdgas-BHKW. Eine kwh Erdgas kostet mich - geschätzt 6ct (Gas + anteilig Grundgebühr). Ich bekomme für die kwh Strom auf dem Markt wieviel ? 6 ct ? Wäre ein Nullsummenspiel. Für den Preis muss ich aber verkaufen um meine Bude zu heizen, denn die Wärme brauche ich ja; das BHKW ist schliesslich auf meinen Heizbedarf ausgelegt. Jetzt kann ich meinen Strom verheizen und dadurch z.B. 10% meines Hauses mit Wärme versorgen. Diese 10% kosten mich 6ct pro kwh, welche ich nicht mehr durch den Verkauf bekomme, sparen mir aber 10% BHKW-Laufzeit ein, denn ich muss weniger Wärme produzieren um damit zu Heizen. Zusätzlich habe ich 10% weniger Verschleiss und bis zur nächsten Wartung habe ich auch noch 10% mehr Zeit. Also ?
    Und oben drauf kommt noch die Summe für den eingesparten Spitzenlastkessel (3-4T€ plus Zinsen) den ich vor 10 Jahren nicht kaufen musste, denn das BHKW ist ja nicht auf extreme Winterkälte dimensioniert. Habe ich 8kwh Wärme und 3kwh Strom (bei meinem ecopower 3), dann kann ich 11kwh Wärme draus machen, wenn ich den Strom z.B. komplett über einen Tauchsieder im Pufferspeicher verheize. Das BHKW läuft dann wie eine Gasheizung. Eine steuerbefreite noch dazu - oder endet die Steuerbefreiung auch nach 10 Jahren ?


    Sinnvoll ? Kann man drüber streiten. Wirtschaftlich ? Auf jeden Fall.

    Das ist die Frage.....wenn die Maschine Tag und Nacht läuft und die Wärme genutzt wird - der Strom aber nicht oder nur teilweise, dann wäre es manchmal denkbar, den Strom zu verheizen statt unter Wert zu verkaufen. Mit dem verheizten Strom sinkt der Wärmebedarf und das BHKW summiert weniger Betriebsstunden, was sich in niederigeren Wartungskosten und Verschleiss niederschlägt.
    Wie gesagt - das kann sich nur lohnen bei hohem Stromüberschuss nach der Phase der subventionierten Einspeisung und evtl. bei der Vermeidung einer Anschaffung eines neuen Spitzenlastkessels. Der kostet auch ein paar große Scheine (z.B. Gas Brennwert-Therme an der Wand) und das muss über Stromverkauf erstmal wieder reinkommen. Da verheize ich doch lieber überschüssigen Strom über einen Tauchsieder im Pufferspeicher, wenn ich mir damit den Zusatzkessel spare.
    Kommt eben immer auf den Einzelfall an...wie meistens beim Thema BHKW.

    Moment - ich habe nicht gesagt, dass der Stom verschwendet werden sollte. Nur der Anteil an Eigennutzung sollte größer werden. Durch eine Stromheizung im Fußboden fällt Heizenergie weg, die ansonsten durch Wasser bereitgestellt werden müsste. Folge ist, dass das BHKW seltener läuft um diese Wärme zu produzieren, was wiederum die Lebenszeit der Anlage verlängert. Der Strom wird eben selbst verbraten statt (unwirtschaftlich nach Förderende) eingespeist.
    Der Einwand mit Knallgas ist natürlich berechtigt. Müsste man sich vielleicht eine andere Batterietechnologie ansehen...BleiGel vielleicht.
    Geliches Problem wirst du mit dem Wasserstoff bekommen. Wasserstoff ist in privater Hand nicht sinnvoll zu handhaben. Das Zeug haut überall hin ab, durch nahezu jede Dichtung. Die Rohrleitungen müssen den speziellen Anforderungen entsprechen; zur Lagerung braucht es Druckbehälter mit Pumpe um den Wasserstoff zu komprimieren...weche dann wieder Strom benötigt usw. Das ist schlichtweg nicht machbar. Brennstoffzellen - gerne, aber wenn, dann höchstens mit Methanol.

    [Mod:fire]
    an dieser Stelle ein abgespaltenes Thema
    rund um die Frage, ob ein Verheizen von (Überschuss-) Strom sinnvoll sein könnte


    In meinen Augen ist ein ecopower 4.7, wie von dir weiter oben genannt noch zu groß. Wir haben gerade ein ecopower 3.0 mit 800l Pufferspeicher angeschafft bei Verbrauchsdaten, die sogar noch über deinen liegen (Berechnung eines Energieberaters - 79000kWh; Eigenverbrauch geschätzt 3000kWh). Ergibt ca. 5000 Vollbenutzungsstunden pro Jahr (ecopower 3.0) bei ca. 6000 Betriebsstunden. Für einen Dachs/Giese sieht die Sache deutlich schlechter aus, denn die produzieren zuviel Wärme und Strom und kommen nicht auf vergleichbare Laufzeiten. Die Förderung wäre geringer, denn die Anlagen laufen seltener. Die Wartungen wären seltener, aber der häufigere Motorstart wirkt sich sicher nicht positiv auf die Lebesdauer aus. Die Anschaffung ist etwas teurer, aber sie halten vermutlich länger. Welche Variante nun unter dem Strich günstiger ist, wäre nur zu errechnen, wenn die Reparaturkosten, Ersatzteilpreise und Wartungskosten beider Anlagen über den Amortisierungszeitraum vorhanden wären. Sind sie jedoch nicht und werden sie nie sein. Hier musst du also schätzen. Ich persönlich schätze z.B. den Dachs langlebiger ein; trotzdem habe ich das ecopower gekauft. Warum ? Laufzeit ! Nichts armortisiert ein BHKW derzeit so schnell wie Laufzeit. Das Problem mit den Wartungsintervallen im modulierten Betrieb haben die ecopower-Leute im Blick (und reagieren auf die typisch amerikanische Art) - das Wartungsintervall ist um 1000h verlängert bei Modulation. Da der Ecopower-Motor aber als etwas anfälliger angesehen wird fragt sich, ob man das ausnutzen sollte...
    Wenn du nun nach 10 Jahren aus der Förderung herausfällst, rettet dich nur der Eigenstromverbrauch. Der Dachs produziert dir heute zuviel Strom und wird es auch in 10 Jahren tun. Also wäre es sinnvoll, in den Jahren des gesicherten Stromverkaufs dein Nutzungsverhalten auf höheren Stromverbrauch zu "optimieren". Hier gibt es viele Optionen. Elektroauto wäre der Königsweg, aber auch z.B. eine Fussbodenheizung oder Wandheizung mit Strom statt Wasser ist sehr günstig. Spitzenlastkessel sind in deinem Fall Unsinn; ein Tauchsieder im Pufferspeicher oder eine nachgeschaltete Stromheizung ist hingegen sehr gut. Ideal wäre ein Kurzzeitspeicher für eigenerzeugten Strom. Keine volle Insellösung, sondern z.B. ein Akkupack im Keller auf Basis einiger Autobatterien. 10-20 Stück plus Lade-/Entladeregelung wie z.B. im Elektroauto. 30-60min Speicherzeit reichen schon und du kannst kochen ohne Fremdstrom usw....
    Nicht aus den Augen verlieren sollte man die technische Entwicklung. Die Anlagen von heute entsprechen teilweise der Technik von vor 10 Jahren. Die Modellzyklen sind sicher bei BHKWs länger als z.B. bei Autos, aber bei manchen BHKWs (Dachs) hat sich ja in den letzten 10 Jahren nichts getan. Neue, kleinere Anlagen sind überall in der Entwicklung (z.B. RMB 2-4) und das fördert die Verbreitung. Wer weiss, ob eine neue, kleinere Anlage in 10-15 Jahren nicht billiger kommt, als die alte große zu überholen. Ich würde mir allein unter diesem Gesichtspunkt keine Anlage in den Keller stellen, die 15 Jahre oder länger für die Amortisation braucht.