Beiträge von uschaurischuum

    Die Zahlen von Mephastopheles in diesem Thread sowie die Erkenntnisse über die Mindestlaufzeit und die Warmwasser-geführte Steuerung haben mich zur Überzeugung gebracht, dass die Vitovalor PT2 für unseren Haushalt nicht das Richtige wäre.


    Nun gibt es ja noch den Dachs 0.8 und in Zukunft vielleicht eine BSZ von Remeha, beide mit größerem 300L Wasserspeicher. Ist irgendetwas dazu bekannt, ob diese Geräte sich von der Steuerung her ggf. anders verhalten? Dann würde es ja für unseren Haushalt noch ein Fünkchen Hoffnung geben...

    Nachdem ich den Thread Vitovalor PT2 - Verbrauchs-/ Erzeugungszahlen noch einmal gründlich durchgelesen und mit meinen Verbrauchsaufzeichnungen verglichen habe, ist eine Vitovalor leider für uns vom Tisch. Gründe sind ja hier schon ein paar genannt worden, aber ausschlaggebend für mich waren die speziellen Eigenschaften der Brennstoffzelle im Betrieb (höchtstens 2 Starts pro Tag, Mindestlaufzeit 2h, Steuerung ausschließlich durch WW-Speichertemperatur), wie sie im genannten Thread ausführlich diskutiert wurden, zusammen mit dem niedrigen Warmwasserverbrauch in unserem Haushalt (nach meinen Aufzeichnungen verbrauchen wir mit 4 Personen unter 5kWh/d WW). Die BSZ liefe bei uns in der Übergangszeit und im Winter wahrscheinlich praktisch nie, die Therme dafür um so mehr. Wir werden nicht anfangen, täglich ein Vollbad zu nehmen, um die Laufzeiten der BSZ zu erhöhen...


    Schade eigentlich, mit einer etwas anders ausgelegten oder für den Endverbraucher besser zugänglichen / einstellbaren Regelung wäre es bei uns, glaube ich, durchaus möglich, auf akzeptable Betriebszeiten zu kommen.

    Was ich damit nach meinem laienhaften Verständnis meine: Nach meiner Rechnung erhöht die PT2 die Temperatur des Speichers pro Stunde um ca. 4K. Wäre es also möglich, die Speichertemperatur um 20K zu variieren, so könnte sie selbst im Hochsommer täglich ca. 4,5h bequem laufen und dabei die Speichertemperatur (sagen wir mal) von 45°C auf 65°C erhöhen. Unser WW-Bedarf wäre damit gedeckt und immerhin würden noch 3,5 kWh Strom erzeugt. Wenn das nachts passieren würde, könnte man morgens schön warm duschen. Die Abgabetemperatur könnte ggf. durch Zumischen von Kaltwasser konstant gehalten werden. Wenn 65°C zu heiß für die BSZ ist, könnte die gleiche Energie auch in 2 Läufen á 2,25h abgegeben werden, und die Therme könnte im Sommerhalbjahr in den Urlaub. So hatte ich mir das vorgestellt. Bin halt Physiker, nicht Ingeneur.


    Aber vermutlich gibt es irgendwelche Betriebsparameter der BSZ, die solch einen Betrieb unmöglich machen. Wie gesagt, schade eigentlich.


    Ein Riesenkompliment nochmal an alle hier, dieses Forum ist unglaublich nützlich und hilfreich!!

    sailor773 , ich schließe aus deinen Ausführungen, dass es sich bei der Idee des "mit selbst erzeugtem Ökostrom geladenen E-Autos" noch mehr um ein modernes Märchen handelt, als ich dachte, zumindest für Normalverdiener-Privathaushalte. Mit PV mag das an ein paar Tagen im Jahr klappen, wenn die Sonne scheint, der Akku gerade leer ist und das Auto in der Garage steht. Mit einer BSZ funktioniert's, wie du ausgeführt hast, praktisch nicht. Am ehesten würde vielleicht noch "PV + Speicher" funktionieren, aber dagegen gibt es ja eine Menge anderer Argumente auf diesem Forum und anderswo. Ich bin nicht mal sicher, ob handelsübliche Batteriespeicher die Ladeleistung bringen, die nach deinem Beitrag ein E-Auto benötigt. Und Verluste fallen dabei natürlich sowieso auch an.


    Blöd. Aber gut, das wenigstens klar zu einzusehen, bevor man viel Geld ausgibt.

    Vorsicht, ich sagte "15 plus X", und es war keine Rechnung sondern eine grobe Schätzung.

    Hab' ich verstanden, danke. Dachte schon beim Abschicken des Kommentars, dass ich besser nicht "Rechnung" geschrieben hätte. Ich werde mir das alles nochmal genau durchrechnen.


    Zitat

    Angenommen Du lädst 30 kWh (für 200 Kilometer) aus einer 11 kW Wallbox, dann dauert das knapp drei Stunden. Dann sind bei den 30 kWh nicht mal 2 kWh aus der Brennstoffzelle dabei, und danach speist Du wieder BZ-Strom ins Netz.

    Guter Punkt, das zeigt dem Laien, wie genau man hinschauen muss :-). Ich bin noch nicht tief genug in der Materie drin, dachte, man kann den Ladestrom limitieren (noch habe ich ja kein e-Auto). Für den Alltagsbedarf wäre es bei uns ausreichend, pro Nacht 40km aufzuladen, das ginge ganz gut mit 650W.

    Vielen Dank für Eure Antworten. sailor773 , "am Ende" würde für mich in der Tat bedeuten, dass die Investition sich im Laufe ihrer Lebensdauer amortisiert - möglichst ein bisschen früher, wenn deine Rechnung mit 15 Jahren aufgeht, wäre ich zufrieden. Ich vermute, mit eigener Stromerzeugung wären wir an ein paar Stellen vielleicht nicht mehr ganz so sparsam im Verbrauch.


    Die Sache mit den 20 Jahren Maximal-Lebensdauer beschäftigt mich allerdings schon. Ab wann genau zählen die 20 Jahre? Inbetriebnahme der Anlage, oder schon irgendein früherer Zeitpunkt zB Herstellung der Zelle? Lassen sich die Zellen theoretisch austauschen, oder muß man sich zwangsläufig nach 19 Jahren über einen Komplett-Ersatz Gedanken machen? (Mir ist klar dass in 20 Jahren die politischen und technischen Gegebenheiten andere sein werden, wer weiß, vielleicht gehen fossile Brennstoffe dann gar nicht mehr - aber das ist eine andere Diskussion).


    Ich nehme an, dass es nicht viele Handwerker gibt, die die Kombination PV/BSZ technisch und wirtschaftlich / juristisch (hinsichtlich Fördermöglichkeiten, Anmeldung etc.) sauber hinkriegen, oder? Bisher sehe ich immer nur Anbieter von PV (meist mit Batteriespeicher) oder BSZ. Falls jemand eine aktuelle Empfehlung im Raum OWL / NRW hat, wäre ich dankbar. Ein paar habe ich hier im Forum ja schon gefunden.

    Mir ist schon an anderer Stelle gesagt worden, dass sich meine Verbräuche sich nicht wirklich für eine BSZ eignen und ich lieber

    in Richtung PV denken sollte. Nur hat mich die Idee der KWK eben "angefixt", und deshalb frage ich hier noch einmal mit mehr Details an.

    Es muss ja nicht zwingend eine BSZ sein, aber bei der Größe käme alternativ nur ein Stirlingmotor in Frage, und sowas wird ja offenbar kaum noch angeboten, ist durch die fehlende Förderung nicht konkurrenzfähig zur BSZ und offenbar auch recht störungsanfällig, wie ich einigen Threads hier entnommen habe. Also müßte es, wenn KWK, dann wohl doch zwingend eine BSZ sein.


    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: knapp über 4000 kWh, Tendenz steigend (Kinder), könnte durch Anschaffung eines e-Autos steigen

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 16000 - 18000kWh


    Derzeitige Heizung

    Energieträger der Heizung: Erdgas

    Alter und Typ der der Heiztechnik: 30 Jahre, normaler Gasbrenner (kein Brennwert), Erneuerung steht an

    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: nein

    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: n/a

    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: Separater gasbeheizter Speicher

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: Wir sind "Pulliträger", heizen eher sparsam.

    Hydraulischer Abgleich durchgeführt: bisher nicht, Heizungsmonteur wollte nicht

    Temperaturen der Heizkreise: um die 60°

    Art der Heizkörper: Plattenheizkörper


    Immobilie und Rahmendaten

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 130qm, 4

    Art und Baujahr der Immobilie: Doppelhaushälfte, verklinkert, 1989

    Erfolgte Modernisierungen: Fensterscheiben getauscht. Nach Gutachten eines Energieberaters war das die einzige Investition zur Wärmedämmung, die halbwegs wirtschaftlich war.

    Weitere geplante Modernisierungen: PV, ggf. Verbesserung der Kellerdecken-Dämmung

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: nein, aber ich vermute "kaltes" Abgas zB aus Brennwerttherme könnte ohne Schornstein abgeleitet werden. Zumindest hat mir das mal ein Heizungsbauer gesagt.

    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: ja

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: eher nicht


    Die Sache mit den Nachbarhäusern interessiert mich. Aber es ist ja hier im Forum oft von der überbordenden Bürokratie im Zusammenhang mit häuslicher Energieerzeugung die Rede. Das wird vermutlich noch viel schlimmer, wenn man so eine Anlage gemeinsam mit mehreren Parteien betreibt. Ich will nicht mit Stromerzeugung reich werden, aber ich will meine Erträge auch nicht unbedingt an Rechtsanwälte weiterleiten.


    Das Geldverdienen steht für mich generell bei dieser Sache nicht im Vordergrund. Ich will mein Geld nicht verbrennen, aber es reicht mir wenn am Ende die "schwarze Null" steht :-)

    Klar kann man die wissenschaftlichen Grundlagen der klassischen Ökonomie in Frage stellen. Ich bezweifle auch nicht, dass die Wirtschaftswissenschaften ideologisch geprägt sind. Allerdings, bernhardy , würde mich interessieren, welche der von dir vorgeschlagenen Wissenschaftszweige denn wohl deiner Meinung nach fundierter und weniger ideologisch ausgerichtet sind und auf besser begründeten "erkenntnistheoretischen Annahmen" fußen? Diejenigen Wissenschaften, für die das zweifellos zutrifft (Mathematik, Naturwissenschaften, Ingeneurwissenschaften, Philosphie fallen mir ein, ein paar mehr gibt es sicherlich noch) vermisse ich eigenartigerweise in deiner Liste.


    Bei aller berechtigten Kritik an einseitig gepolten BWLern und VWLern, ihre Methodik ist solider als das meiste, was ich aus Soziologie und Pädagogik kenne. Von Ideologie wollen wir bei diesen beiden Disziplinen lieber gar nicht reden. Viele Soziologen sind offen bekennende Linke und machen keinen Hehl daraus, dass ihre politische Einstellung auch in ihren wissenschaftlichen Fragestellungen und Methoden widerspiegelt. Man mag das mit gewissem Recht als Gegenpol zur liberal-konservativ geprägten Ökonomie verstehen. Diese Gegenpole in einem wissenschaftlichen Beirat für das Wirtschafts- und das Finanzministerium zu integrieren kommt mir aber wenig sinnvoll vor. Es ist auch nicht wirklich notwendig, denn die entsprechenden Personen und Verbände verschaffen sich in der Öffentlichkeit ja auch so durchaus erfolgreich Gehör.

    Arbeitet für eine Firma in Köln, die BZ (Viessmann) verkauft und installiert. Ich hatte über ein Online-Vermittlungsportal eine Anfrage gestellt (zu einer PV Anlage), eine davon war besagte Firma. Ein MA rief mich an und versuchte mich zu überzeugem, dass eine BZ die bessere Investition sei. Er behauptete auch, die BZ könne das ganze Jahr durchlaufen. Aber als ich dann meinen Jahresverbrauch nannte, änderte er seine Meinung, s.o.

    Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Anbieter einer Brennstoffzelle. Der Verkäufer versprach mir großzügige staatliche Förderung. Ich wurde nach meinem aktuellen Verbrauch gefragt und gab wahrheitsgemäß 4000kWh Strom- und 16000kWh Gasverbrauch an. Daraufhin erklärte mir der Verkäufer, mein Haus würde für die Förderung nicht in Frage kommen, da ein Mindest-Gasverbrauch von 20000kWh dafür Voraussetzung sei. Ich habe daraufhin im Netz gestöbert, konnte aber im KfW Merkblatt 433 keinen Hinweis darauf finden, und woanders auch nicht.


    Kann das jemand aufklären?


    PS: mir ist durchaus klar, dass ich mich mit meinen Verbräuchen hart an der Untergrenze für den sinnvollen Betrieb einer BZ befinde.