Beiträge von Bernhard_Konrad

    Der Stromer Renault Zoe ist nahezu baugleich mit dem Verbrenner Renault Clio (Du wolltest realistische Vergleichsmöglichkeiten)

    Übrigens habe ich auch den Polo 1,2TDI (6R) zum Vergleich.

    Wenn ich den auch nur annähernd auf die angeblichen 3,8 Liter bringen will, dann fahre ich wie eine Schnecke.

    Den Stromer (Zoe) fahre ich "normal", selbst im eco Modus viel spritziger und im Verbrauch mindestens so effizient wie den Polo.

    Hätten wir nur Wärmekraftwerke in der Stromerzeugung (Kohle, Öl, Gas), so hätten BEV im Vergleich zum Diesel keinen Klimavorteil.

    Das ist nicht richtig so.


    Ein optimal betriebenes thermisches Kraftwerk (z.B. GUD) erreicht einen Exergie-Wirkungsgrad über 60%.

    Selbst Kohlekraftwerke erreichen bis 45% Wirkungsgrad.

    Die Option der Wärmenutzung ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.

    Ein Verbrenner im Stadtverkehr hingegen erreicht maximal 25%.

    Der Vorteil des Stromers ergibt sich gerade im Lastwechselbetrieb, wo er mühelos 90% Wirkungsgrad erzielt.

    Stehe ich mit dem Stromer im Stau, dann belaste ich die Batterie gerade mal mit dem Strom für das Wenige an Bordelektronik und Klimatisierung (meist in Wärmepumpentechnik ausgeführt) oder auch nur einen Lüftungsventilator.

    Der Verbrenner hingegen muss mindestens seine 1000 Touren in extrem ineffizienten Betriebspunkten machen.

    Deswegen ist der Stromer eigentlich immer besser und noch viel besser mit erneuerbaren Energien.


    (Der Schwerverkehr ist übrigens viel effizienter, denn er arbeitet mit sehr fein abgestuften Getrieben, die ihm fast immer den Betrieb in günstigen Lastpunkten ermöglichen.)


    stephans-garage : Der Stromer Renault Zoe ist nahezu baugleich mit dem Verbrenner Renault Clio (Du wolltest realistische Vergleichsmöglichkeiten)

    ... plus der CO2 Rucksack der Batterie. Hält die lange und wird viel gefahren, ist der E-Antrieb umweltfreundlicher.

    Wie lange und wie viel, darüber streiten sich die Gelehrten halt.


    Unterstellt man einen "cradle-to-cradle"-Ansatz mit vollständiger Recyclierung der wertvollen Rohstoffe, dann sieht das viel besser aus als wenn die Batterie nach dem Ende der Gebrauchsdauer weggeworfen wird, weil halt neue Rohstoffe billiger sind.

    Ebenso, ob für die Produktion der Batterie Regenerativstrom (Wind, Sonne) eingesetzt wird oder im Extremfall Braunkohle.

    Man sollte übrigens den Umfang der eingesetzten (Elektro-)Mechanik in einer Batterie nicht vernachlässigen. Da steckt eine Menge an Material drin, das bei einer möglichst langen Gebrauchsdauer - auch falls die Zellen mal zu tauschen wären - am sinnvollsten genutzt ist. Das Drumherum macht übrigens auch einen erheblichen Teil des Gewichts der Batterie aus.

    stephans-garage :

    Der Verbrauch beim BEV ist wie der von Verbrennern stark abhängig von den Nutzungs- und Umgebungsbedingungen, aber eben anders als bei Verbrennern. Deshalb sind "realistische" Verbrauchsdaten schwierig zu nennen.


    Im Gegensatz zu Verbrennern sind Stromer vor allem im Lastwechselbetrieb sehr effizient. Verbrenner setzen da die Energie aus dem Brennstoff ineffizient in Exergie (~Antriebsenergie) um. Im Stau ist der Stromer hoch effizient, der Verbrenner miserabel.

    Dafür fällt bei konstanten Betriebsbedingungen (~Autobahn...) die tatsächliche Dauerlast viel eher ins Gewicht. Da ist der Verbrenner relativ besser dran.

    Außerdem mögen die Batterien Kälte gar nicht. Will man sie deshalb normal belasten, müssen sie erst auf Betriebstemperatur gebracht (i.e. geheizt) werden - was Energie frisst. (War /ist? ein Forendiskussionen zufolge ein großes Problem beim ID3). Und im Winter ist die Innenraumheizung beim Verbrenner ein natürliches Nebenprodukt, während sie beim Stromer die Batterie belastet.

    Im Gebirge lädt bei Abfahrten die Rekuperation die Batterie, beim Stromer geht die Energie auf die Bremsen.


    Aktuell fahre ich meine Zoe z.B. auf Landstraßen (ca 20km typische Fahrtstrecke) mit durchschnittlich 14 kWh/100km. Auf der Autobahn mit 120km/h sind es ca. 20kWh/100km

    Im Winter rechne ich mit der Hälfte mehr. Autobahndaten hab ich für den Winter nicht.


    Man sollte allerdings gewisse Milchmädchenrechnungen bzw. Vergleiche vermeiden:

    Diese Erläuterung ist zwar in diesem BHKW-Forum "Eulen nach Athen tragen", aber weil's so oft passiert:

    Der Energieinhalt von Diesel bzw. Benzin wird üblicherweise über die bei vollständiger Verbrennung entstehende Wärme angegeben.

    Bei der Stromerzeugung in Verbrennungskraftmaschinen geht naturgesetzlich ein erheblicher Energieanteil als Wärme verloren.

    Wird der Stromer also aus thermischen Kraftwerken geladen, braucht er mindestens das doppelte bis dreifache der vom Bordcomputer errechneten (Primär)Energie.

    Bei PV bzw. Windenergie als Quelle sieht's natürlich viel besser aus.

    Also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!

    In meinem früheren Job in der "Chips-"Branche hatten wir immer die Situation, dass die Automobilhersteller (Kundschaft) quasi militärische Qualität bzw. Zuverlässigkeit) zu Jubelelektronik-Preisen wollte. Was natürlich nicht geht...


    Berücksichtigt man die Einsatzbedingungen (Hitze, Kälte, Vibrationen, Feuchtigkeit, Salz, und das alles ständig wechselnd) dann ist Automobilelektronik im Grunde ein Himmelfahrtskommando.

    nesami : Also ich hatte in den 90ern das zweifelhafte Vergnügen, mit einem BMW316 zigtausende km jährlich durch die Republik düsen zu müssen - ohne Klima und el. Fenster... Mann, hab ich tierisch geschwitzt - heute würde das mein Kreislauf nicht mehr mitmachen. Und der Boss steigt aus dem klimatisierten Auto aus und motzt dich an, weil du mit Baumwollhose und -Hemd zum Kundenbesuch erscheinst. Da kommt Freude auf...

    Heute wäre Fahren ohne Klima mit den Hunden hinten drin "Tierwohlgefährdung"...

    Und was die Fensterheber angeht: Je nach Fahrgeschwindigkeit ergibt sich bei (teilweise) heruntergelassenen Fenstern ein ganz ekliges Flattern, das nur mit koordinierter Einstellung der vorderen und hinteren Scheiben weggeht. Bei Einfahrt in einen Tunnel hast du ohne elektrische Scheiben das nächste Problem.

    Die Rückfahrkamera: in unserer Straße hat es viele kleine Kinder und ich hab in den seltensten Fällen einen Beifahrer, der hinten steht. Und die heutigen Autos sind sowas von unübersichtlich.

    LED-Scheinwerfer: Meine Frau sieht schlecht bei Nacht und ist extrem glücklich über die neuen LED-Scheinwerfer (sogar am Rad nützlich).

    Geschwindigkeitsbegrenzer: Wir sind oft in der Schweiz unterwegs - und wenn du das erste Mal einen Hunderter abgedrückt hast für unter 10km/h zuviel dann bist du auch dafür dankbar...


    Du darfst ja gerne verzichten - aber mach dich nicht zum Maß aller Dinge.

    Also bei allem Genöle: Elektrische Fensterheber, Klimaanlage und Zentralverriegelung sind schon nett.

    Und auch Abstandswarner (beim Parken) ebenso wie die Rückfahrkamera und die Tote-Winkel-Warnung sind nicht blöd.

    Ebenso wenig wie ein DVB-Radio und die Freisprechanlage. Airbags und Gurtstraffer sowieso, auch wenn letztere ich in meinem bisherigen Autofahrerleben zum Glück noch nicht gebraucht hab.

    Auch nicht gescheite LED-Scheinwerfer, automatische Fernlicht-Abblendung, Geschwindigkeitsbegrenzer, Wischintervallsteuerung....

    Also ziemlich viel ist nützlich, wirklich überflüssig ist wenig.

    Viele Elektronik ist beim Stromer essenziell, z.B. Ladesteuerung, BMS einschließlich Balancing,


    Also seien wir ehrlich: wirklich überflüssig iat wenig.

    Die "Ideologie"-These verblüfft mich doch etwas. Zumal ich als Ingenieur und Betriebswirt aus meinem fachlichen Hintergrund heraus meine Meinung zu bilden gewohnt bin. "Ideologisch" ist allenfalls meine Überzeugung, dass auch meine Kinder und Enkelkinder Anspruch auf einen lebenswerten Lebensraum haben.


    Vielleicht sollten wir uns in der Diskussion der Gründe für den Wechsel in der Antriebstechnologie besinnen:

    Die Menschheit hat ein Ressourcenproblem und ein Emissionsproblem. Beides erheblich: Die Ressourcen schwinden, die Emissionen sind untragbar hoch geworden.

    Als Ausweg werden die Erneuerbaren Energien angesehen, von denen einzig Sonne und Wind so viel Potential haben, dass sie mittelfristig Energiemengen erzeugen können, die in die Nähe des aktuellen - v.a. fossilen - Weltverbrauchs kommen.

    (Dass diese auch noch in gewissem Umfang "demokratisch" wirken, d.h. der Einzelne, sofern er eine Immobilie besitzt, durch eigene Erzeugung die Abhängigkeit von Oligopolen deutlich reduzieren kann, ist ein netter Nebeneffekt.)


    Dass diese Erneuerbaren Energien zunächst als - hochwertige - elektrische Energie anfallen führt doch ziemlich direkt zum batterieelektrischen Antrieb. Alle Versuche hingegen, irgendwie die konventionellen Antriebstechniken (i.e. Verbrenner) ins Spiel zu bringen sind doch letztlich Rückzugsgefechte.

    Die Stromliga müsste schon einen ziemlich miesen Job machen bzw. die Verbrennerliga einen super guten Job, um an dieser Situation etwas zu ändern.

    (Nischenanwendungen sind dabei wie immer spezielle Liga).


    Beides ist aber nicht sichtbar.


    Die verbleibende Diskussion ist deshalb eine, die sich mehr um - vernünftiges und von der Gesellschaft hinnehmbares - Konsumverhalten im Allgemeinen drehen muss als um spitzfindiges "Haar in der Suppe finden".

    Dass Straßenpanzer (als Beispiel) auch mit Elektroantrieb im Grunde inakzeptable Auswüchse sind, muss man doch nicht diskutieren.


    Auch die Reduktion von Emissionen durch Bremsabrieb, Reifenabrieb... muss ein gemeinsames Ziel sein. Ökologisch gesehen ist ohnehin die umweltfreundlichste Mobilität immer die, die nicht erzeugt wird...

    Die E-Schleifer bringen genug Feinstaub aus dem Reifenabrieb mit,

    Wo bringen die "E-Schleifer" mehr Reifenabrieb mit als die entsprechenden Verbrenner?

    Ich würde das Gegenteil vermuten: Die Reifen der Stromer sind gezielt auf niedrigen Rollwiderstand getrimmt, mithin weniger Abrieb.

    Und der Feinstaub aus dem Bremsenabrieb ist sowieso weniger, der Nutzbremsung sei Dank.

    Für mich alles Vorteile.

    stromsparer99: Wie steuerst du den NEEY Balancer?

    Über den NEEY Balancer hab ich mir einige Youtube Videos angeschaut

    Er wird ja über einen Bluetooth-Link parametriert, wenn ich das richtig verstanden hab, und man kann auch die Zustände der Zellen da drüber beobachten via Smartphone oder Tablet App.

    Hat der NEEY keinen Link für einen Controller bzw. zum Auslesen und Speichern der Zustandsdaten?

    Die Korrosion entsteht durch das Zusammenspiel von Hitze, Wasser und Salz. Wie im Chemieunterricht gelernt

    Weniger Bremsverluste -> weniger Hitze -> weniger Korrosion.

    So erlebe ich das.

    In der Tat haben Bremsscheiben vor allem in Kombination mit offenen Alufelgen das Problem, dass Regen und Stillstand auch Rostbelag verursachen. Aber das ist viel weniger stark als an den wirklich durch Hitze belasteten Teile am Verbrenner.

    Und lässt sich mit etwas Sandpapier leicht beheben. Am besten VOR der Fahrt zum TÜV.

    Da ich am Berg wohne ist das für mich noch weniger ein Problem - meine Fahrten beginnen immer mit kräftigen Bremsvorgängen...

    Trotzdem: Der Unterschied zwischen den Bremstrommeln am Polo bzw. an der Zoe ist frappierend.

    Ich hatte in den letzten Wochen bei beiden Autos das "Vergnügen", nach den Bremsen sehen zu müssen.

    Bei der Zoe war eine der Bremsbacken festgeklebt und dann der Belag vom Träger abgerissen, vermutlich durch langes Stehen mit angezogener Handbremse. Das gab dann eine ziemliche Sauerei mit ausgelaufener Bremsflüssigkeit...

    Aber dass Trommelbremsen lange Stillstandszeiten mit angezogener Handbremse nicht mögen (erst recht am Berg), das ist keine neue Erkenntnis.

    Dafür gibt es Radkeile.

    Die Trommel beim Polo hingegen war/ist viel stärker eingelaufen und korrodiert und der Bremsstaub rieselte heraus.

    Aktuell schraube ich an meinem Verbrenner-Bulli (T4). Und schimpfe den ganzen Tag.

    Überall, wo's im Betrieb regelmäßig heiß wird, sitzen Schrauben fest, brechen beim lösen. Sehne den Tag herbei, wo ich ihn umrüsten kann.

    Die Bremsenteile sind dick verrostet (ohne den Nadelentroster müsste alles weggeworfen werden)

    Alles in Auspuffnähe: Rost, Rost, Rost

    An meiner Zoe (70 Tkm) sind die Bremstrommeln nahezu wie neu, an meinem Polo (ähnlich alt, ähnlich viele Kilometer) sind sie stark korrodiert.

    Und der Öldreck... Beim Polo musste schon 3!!! Mal das AGR-Ventil getauscht werden - die Reparatur ist ein Alptraum.


    Für mich ist es absolut klar: der Verbrenner ist ein Auslaufmodell!