Beiträge von Bernhard_Konrad

    In meinem früheren Job in der "Chips-"Branche hatten wir immer die Situation, dass die Automobilhersteller (Kundschaft) quasi militärische Qualität bzw. Zuverlässigkeit) zu Jubelelektronik-Preisen wollte. Was natürlich nicht geht...


    Berücksichtigt man die Einsatzbedingungen (Hitze, Kälte, Vibrationen, Feuchtigkeit, Salz, und das alles ständig wechselnd) dann ist Automobilelektronik im Grunde ein Himmelfahrtskommando.

    nesami : Also ich hatte in den 90ern das zweifelhafte Vergnügen, mit einem BMW316 zigtausende km jährlich durch die Republik düsen zu müssen - ohne Klima und el. Fenster... Mann, hab ich tierisch geschwitzt - heute würde das mein Kreislauf nicht mehr mitmachen. Und der Boss steigt aus dem klimatisierten Auto aus und motzt dich an, weil du mit Baumwollhose und -Hemd zum Kundenbesuch erscheinst. Da kommt Freude auf...

    Heute wäre Fahren ohne Klima mit den Hunden hinten drin "Tierwohlgefährdung"...

    Und was die Fensterheber angeht: Je nach Fahrgeschwindigkeit ergibt sich bei (teilweise) heruntergelassenen Fenstern ein ganz ekliges Flattern, das nur mit koordinierter Einstellung der vorderen und hinteren Scheiben weggeht. Bei Einfahrt in einen Tunnel hast du ohne elektrische Scheiben das nächste Problem.

    Die Rückfahrkamera: in unserer Straße hat es viele kleine Kinder und ich hab in den seltensten Fällen einen Beifahrer, der hinten steht. Und die heutigen Autos sind sowas von unübersichtlich.

    LED-Scheinwerfer: Meine Frau sieht schlecht bei Nacht und ist extrem glücklich über die neuen LED-Scheinwerfer (sogar am Rad nützlich).

    Geschwindigkeitsbegrenzer: Wir sind oft in der Schweiz unterwegs - und wenn du das erste Mal einen Hunderter abgedrückt hast für unter 10km/h zuviel dann bist du auch dafür dankbar...


    Du darfst ja gerne verzichten - aber mach dich nicht zum Maß aller Dinge.

    Also bei allem Genöle: Elektrische Fensterheber, Klimaanlage und Zentralverriegelung sind schon nett.

    Und auch Abstandswarner (beim Parken) ebenso wie die Rückfahrkamera und die Tote-Winkel-Warnung sind nicht blöd.

    Ebenso wenig wie ein DVB-Radio und die Freisprechanlage. Airbags und Gurtstraffer sowieso, auch wenn letztere ich in meinem bisherigen Autofahrerleben zum Glück noch nicht gebraucht hab.

    Auch nicht gescheite LED-Scheinwerfer, automatische Fernlicht-Abblendung, Geschwindigkeitsbegrenzer, Wischintervallsteuerung....

    Also ziemlich viel ist nützlich, wirklich überflüssig ist wenig.

    Viele Elektronik ist beim Stromer essenziell, z.B. Ladesteuerung, BMS einschließlich Balancing,


    Also seien wir ehrlich: wirklich überflüssig iat wenig.

    Die "Ideologie"-These verblüfft mich doch etwas. Zumal ich als Ingenieur und Betriebswirt aus meinem fachlichen Hintergrund heraus meine Meinung zu bilden gewohnt bin. "Ideologisch" ist allenfalls meine Überzeugung, dass auch meine Kinder und Enkelkinder Anspruch auf einen lebenswerten Lebensraum haben.


    Vielleicht sollten wir uns in der Diskussion der Gründe für den Wechsel in der Antriebstechnologie besinnen:

    Die Menschheit hat ein Ressourcenproblem und ein Emissionsproblem. Beides erheblich: Die Ressourcen schwinden, die Emissionen sind untragbar hoch geworden.

    Als Ausweg werden die Erneuerbaren Energien angesehen, von denen einzig Sonne und Wind so viel Potential haben, dass sie mittelfristig Energiemengen erzeugen können, die in die Nähe des aktuellen - v.a. fossilen - Weltverbrauchs kommen.

    (Dass diese auch noch in gewissem Umfang "demokratisch" wirken, d.h. der Einzelne, sofern er eine Immobilie besitzt, durch eigene Erzeugung die Abhängigkeit von Oligopolen deutlich reduzieren kann, ist ein netter Nebeneffekt.)


    Dass diese Erneuerbaren Energien zunächst als - hochwertige - elektrische Energie anfallen führt doch ziemlich direkt zum batterieelektrischen Antrieb. Alle Versuche hingegen, irgendwie die konventionellen Antriebstechniken (i.e. Verbrenner) ins Spiel zu bringen sind doch letztlich Rückzugsgefechte.

    Die Stromliga müsste schon einen ziemlich miesen Job machen bzw. die Verbrennerliga einen super guten Job, um an dieser Situation etwas zu ändern.

    (Nischenanwendungen sind dabei wie immer spezielle Liga).


    Beides ist aber nicht sichtbar.


    Die verbleibende Diskussion ist deshalb eine, die sich mehr um - vernünftiges und von der Gesellschaft hinnehmbares - Konsumverhalten im Allgemeinen drehen muss als um spitzfindiges "Haar in der Suppe finden".

    Dass Straßenpanzer (als Beispiel) auch mit Elektroantrieb im Grunde inakzeptable Auswüchse sind, muss man doch nicht diskutieren.


    Auch die Reduktion von Emissionen durch Bremsabrieb, Reifenabrieb... muss ein gemeinsames Ziel sein. Ökologisch gesehen ist ohnehin die umweltfreundlichste Mobilität immer die, die nicht erzeugt wird...

    Die E-Schleifer bringen genug Feinstaub aus dem Reifenabrieb mit,

    Wo bringen die "E-Schleifer" mehr Reifenabrieb mit als die entsprechenden Verbrenner?

    Ich würde das Gegenteil vermuten: Die Reifen der Stromer sind gezielt auf niedrigen Rollwiderstand getrimmt, mithin weniger Abrieb.

    Und der Feinstaub aus dem Bremsenabrieb ist sowieso weniger, der Nutzbremsung sei Dank.

    Für mich alles Vorteile.

    stromsparer99: Wie steuerst du den NEEY Balancer?

    Über den NEEY Balancer hab ich mir einige Youtube Videos angeschaut

    Er wird ja über einen Bluetooth-Link parametriert, wenn ich das richtig verstanden hab, und man kann auch die Zustände der Zellen da drüber beobachten via Smartphone oder Tablet App.

    Hat der NEEY keinen Link für einen Controller bzw. zum Auslesen und Speichern der Zustandsdaten?

    Die Korrosion entsteht durch das Zusammenspiel von Hitze, Wasser und Salz. Wie im Chemieunterricht gelernt

    Weniger Bremsverluste -> weniger Hitze -> weniger Korrosion.

    So erlebe ich das.

    In der Tat haben Bremsscheiben vor allem in Kombination mit offenen Alufelgen das Problem, dass Regen und Stillstand auch Rostbelag verursachen. Aber das ist viel weniger stark als an den wirklich durch Hitze belasteten Teile am Verbrenner.

    Und lässt sich mit etwas Sandpapier leicht beheben. Am besten VOR der Fahrt zum TÜV.

    Da ich am Berg wohne ist das für mich noch weniger ein Problem - meine Fahrten beginnen immer mit kräftigen Bremsvorgängen...

    Trotzdem: Der Unterschied zwischen den Bremstrommeln am Polo bzw. an der Zoe ist frappierend.

    Ich hatte in den letzten Wochen bei beiden Autos das "Vergnügen", nach den Bremsen sehen zu müssen.

    Bei der Zoe war eine der Bremsbacken festgeklebt und dann der Belag vom Träger abgerissen, vermutlich durch langes Stehen mit angezogener Handbremse. Das gab dann eine ziemliche Sauerei mit ausgelaufener Bremsflüssigkeit...

    Aber dass Trommelbremsen lange Stillstandszeiten mit angezogener Handbremse nicht mögen (erst recht am Berg), das ist keine neue Erkenntnis.

    Dafür gibt es Radkeile.

    Die Trommel beim Polo hingegen war/ist viel stärker eingelaufen und korrodiert und der Bremsstaub rieselte heraus.

    Aktuell schraube ich an meinem Verbrenner-Bulli (T4). Und schimpfe den ganzen Tag.

    Überall, wo's im Betrieb regelmäßig heiß wird, sitzen Schrauben fest, brechen beim lösen. Sehne den Tag herbei, wo ich ihn umrüsten kann.

    Die Bremsenteile sind dick verrostet (ohne den Nadelentroster müsste alles weggeworfen werden)

    Alles in Auspuffnähe: Rost, Rost, Rost

    An meiner Zoe (70 Tkm) sind die Bremstrommeln nahezu wie neu, an meinem Polo (ähnlich alt, ähnlich viele Kilometer) sind sie stark korrodiert.

    Und der Öldreck... Beim Polo musste schon 3!!! Mal das AGR-Ventil getauscht werden - die Reparatur ist ein Alptraum.


    Für mich ist es absolut klar: der Verbrenner ist ein Auslaufmodell!

    Aber im Winter summiert sich das, weil ich da nicht ins Topbalancing komme, da ich nur bis 90/95% lade.

    Da sind die zellen im Frühjahr doch mal mehr als 10AH auseinander.


    Schwache Zelle?

    Das sind die Zellen die immer etwas hinterherhinken und ein etwas längeres Balancen brauchen.

    Sind es nicht eher die die starken Zellen, die "hinterherhinken"?

    Von der Logik her müssten die "schwachen" schneller voll und schneller leer sein.

    Oder vermutest du starke Lade-/Entladeverluste?


    Und hast die ungefähre Daten, wie groß die Unterschiede zwischen den Zellen sind?

    Du hast die ja ausgemessen, wie du sagt.

    Das ist ja ein wesentliches Kriterium, ob ein serielles Design oder ein paralleles Design günstiger ist (für mein Auto-Umrüstungsprojekt).

    Beim parallelen Aufbau kannst du ja schwache und starke Zellen so kombinieren, dass die Reihenschaltungen möglichst gleich sind.