Meine Erfahrung mit SOLIDpower BlueGEN: Totalschaden

  • Schwefel/Schwefelwasserstoffe kann man relativ günstig mit Aktivkohlefilter zu 100% entfernen.

    Die Aktivkohlefilter sind natürlich irgendwann gesättigt und müssen getauscht werden.

    Bei Biogasanlagen ist das Standard.


    Daher verstehe ich immer noch nicht, warum man nicht regelmässig Filter tauscht.

    Ich bin sicher dass die Kosten für Filter auf die 10 Jahre Garantie weniger als 1/50 im Verhältniss zum Stack Tausch kosten.

    Deshalb meine Frage, ob wirklich nur Schwefel für die defekte verantwortlich ist.


    https://www.gutmbh.de/BiogasAktivkohlefilter.htm

    DC gekoppeltes Eigenbau BHKW, Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100

    2 Victron Multigrid, 28KWh Lifepo4 (32x 280Ah EVE Zellen, REC BMS)

    9,9 KWp PV, 2,7 KWp PV, 3,85KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

    Smart Forfour EQ

  • stromsparer99 die Aktivkohlefilter Filtern leider nicht alle Schwefelverbindungen aus.

    Haben mit die Landwirte zum einem auf der Arbeit gesagt und zum anderen habe ich in der angehängten Abschlussarbeit beim Überfliegen was dazu gelesen.


    Es gibt wohl bei den Brennstoffzellen einmal je nach Type verschiedene Schwefel Empfindlichkeiten


    Und zum 2. Je nach Art der entschwefeleung 2 verschiedene Wirkungsklassen

    Seite 11 Punkt 2.3.1


    Ich Frage mich welche entschwefler bei der Panasonic Zelle drin ist.

  • 1 Stack, nicht 20 Stacks...

    Bedeutet, bei Dir wurde bereits gewechselt ?


    Daher verstehe ich immer noch nicht, warum man nicht regelmässig Filter tauscht.

    Soweit ich weiß müssen regelmäßig die Filter gewechselt werden, hatte ich mal gehört.


    Wir machen keine BZ Geräte, ich besitze keinerlei Herstellerwissen, da wir auf dem Feld nicht tätig sind.

    Ich habe einige Freunde die im Wissenschaftsbereich tätig sind und mir dies geraten haben, da die Marktreife am Brenngasnetz noch nicht erreicht sei und es keine Langzeiterfahrungen gibt. Das ist dann für uns immer ein NOGO und auch aus Haftungsgründen bis ich aus dem BZ an Gasnetz da raus.


    Deshalb meine Frage, ob wirklich nur Schwefel für die defekte verantwortlich ist.

    Wie gesagt, mir wurde von guten Freunden die Forschend tätig sind geraten, auf dem Feld nicht tätig zu werden.

    Wasserstoff betriebene BZ sollen gut und nachhaltig arbeiten


    .. Filtern leider nicht alle Schwefelverbindungen aus.

    Ist so ebenfalls mein Wissensstand, wie gesagt kein Filter kann hundertprozentig alles ausfiltern wenn diese Energiemengen wirtschaftlich durch sollen. So wurde es mir berichtet und das mir bekannte Ergebnis, dass es da Probleme gibt, zeigen mir das es offenbar so ist.


    Ich kenne niemanden, dessen Stack nicht nach einigen Jahren wegen Leistungsverlust getauscht d.h. erneuert wurde und dies wesentlich vor erreichen des Garantieablauf von 10 Jahren.

  • Als Kompensation bietet SOLIDpower für den Monat Stillstand 180 € an. Der Betrag wird jedoch gegen die Kosten des gegenwärtig nutzlosen Vollwartungsvertrags gerechnet, welcher 714 € pro kostet.

    Übrigens, wenn das BlueGEN steht, würde ich auch verlangen, dass die Kosten für den Wartungsvertrag ausgesetzt werden.

    22 kWp Anlage
    2x STP 9000TL-20
    1x SB 4000TL-21
    3x SI 6.0h-11 mit Power-Rack-110 und 106kWh (20x 5,3kWh Tesla Module)
    Seit dem 09.03.17 ergänzt mit dem BlueGEN :thumbup:

    Model Y LR

  • Hallo, um nochmal zum Thema zurückzukommen. Ich habe ebenfalls eine BlueGen BG15 und betreibe diese seit einem Jahr (ohne Probleme, hoffentlich habe ich jetzt nichts beschrien, je mehr ich hier lese, um so besorgter werde ich)🥹


    Ich habe bis jetzt maximal eine E-Mail wegen fehlender Konnektivität erhalten, über diese Form der Ausführung des Wartungsvertrages habe ich mich auch schon gewundert. 😟



    Weiter bin ich ebenfalls auf der Suche nach der Möglichkeit Spannungsspitzen (negativ u. positiv) aufzufangen. ;)

  • Anbei noch weitere Details aus der Betriebsphase und der Wartung durch SOLIDpower:


    Das System wurde - wie schon erwähnt - von SOLIDpower online überwacht. D.h. es wurden kontinuierlich Betriebsdaten übertragen, die dann ggf. zur Ankündigung von Wartungseinsätzen führten. Das hier im Zentrum der Diskusion stehende Filtersystem fällt auch darunter und es war nach meiner Kenntnis auch stets der Anlass für folgende vor Ort Einsätze (ich berufe mich dabei auf die Aussagen der Monteuer vor Ort):


    Apr 20 Inbetriebnahme

    Feb 20 Wartung

    Sep 20 Wartung

    Nov 20 Wartung

    Jun 21 Wartung

    Okt 21 keine Reaktion

    Jan 22 keine Reaktion

    Mrz 22 keine Reaktion

    Apr 22 Wartung

    Jul 22 Außerbetriebnahme


    Interessant, dass die "Nichteinsätze" im Zeitraum Oktober/ 2021 bis März/2022 von SOLIDpower wie folgt begründet wurde:

    " Leider sind uns hier aufgrund diverser Krankheitsausfälle die Termine über den Kopf gelaufen."


    Professionelles Assetmanagement sieht anders aus!


    Nach meiner jetztigen Lesart wurde mit dem vorstehenden Verhalten der Totalschaden wissentlich in Kauf genommen, da der Filterwechsel in der Betriebszeit davor quasi die "Lebensversicherung" war.


    Anbei teile ich auch noch 1. die Übersicht der gesamten Erzeugung (2019-2022) und 2. den Niedergang der Anlage infolge Nichtwartung in 2022 .

  • Du meinst sicher nicht Spannungsspitzen, sondern Verbrauchsspitzen. Dazu kannst Du beispielsweise einen oder mehrere Victron Multiplus mit Batterie, hier evtl. Pylontech, einsetzen.

  • den Niedergang der Anlage infolge Nichtwartung in 2022 .

    Merkwürdig ist dabei schon, dass sich die Erträge im Mai/Juni anscheinend noch mal kräftig auf 1 kW erholt haben. Das passt eigentlich nicht zu einer allmählichen Stack-Vergiftung durch Schwefel oder was auch immer – und auch nicht zu einer langsamen Zusetzung überlasteter Filter.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • Nach meiner jetzigen Lesart wurde mit dem vorstehenden Verhalten der Totalschaden wissentlich in Kauf genommen, da der Filterwechsel in der Betriebszeit davor quasi die "Lebensversicherung" war.

    Das sieht dann wohl so aus.


    Nach allem, was hier bis hierher zu lesen war, kann so ein Gerät an unserem Gasnetz wohl nicht verlässlich betrieben werden. Ein Wartungsintervall von 10 Monaten (April 19 bis Februar 20) ist ja schon kurz, aber die darauf folgenden 2-6 Monate pro Wartung (mit potentiellem Exitus bei deutlicher Überschreitung) sind für den Anbieter unter einem Wartungsvertrag wirtschaftlich nicht darstellbar. Und die Kapazitäten dafür kann selbst ohne Krankheitsfälle keiner auf die Dauer vorhalten.


    Ob die Probleme bei der Niedertemperatur-BZ (Panasonic) auch so heftig auftreten wissen wir nicht. Aber vielleicht ist es ganz gut, dass die staatliche Förderung für Brennstoffzellen-Systeme erst mal eingestellt wurde. :tot:

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • Tecator

    Die Aufzeichnungen von

    Apr 20 Inbetriebnahme

    Feb 20 Wartung

    Sep 20 Wartung

    Kann man die sich anzeigen lassen / auslesen?

    Dein Bericht ist erschreckend. 😕

    Du meinst sicher nicht Spannungsspitzen, sondern Verbrauchsspitzen.

    Ja den Verbau meine ich ☺️


    mehrere Victron Multiplus mit Batterie, hier evtl. Pylontech

    Ich bin schon seit mehren Monaten auf der Suche nach einem Elektriker/ was auch immer, der mir einfach nur eine Batterie/ Akku einbaut. Am besten ein System, was nicht Strom von „außen“ bezieht, sondern nur von der Brennstoffzelle … (sry für den amateurhaften Ausdruck)

  • Erst einmal vielen Dank für die vielen interessanten Beiträge zu meinem BlueGen-Erfahrungsbericht!


    Ich habe darauf aufbauend ein Schreiben an SolidPower/ nunmehr SolydEra formuliert, in welchem ich primär die Schwefelproblematik angesprochen habe.


    Nachfolgend werde ich sowohl mein Schreiben als auch das Antwortschreiben von SolydEra/ vormals SolidPower veröffentlichen:



    Laut SolydEra/ SolidPower wird also der Schwefel "freigesprochen" und die Prozesswasserqualität für "schuldig erklärt"!

    Immerhin wird zugegeben, dass die nicht vorgenommene Wartung das Problem hervorgerufen hat.


    Und was stimmt jetzt? Wie kann mangelnde Wasserqualität den Stack beschädigen? Ist das überhaupt plausibel?

  • Wie kann mangelnde Wasserqualität den Stack beschädigen? Ist das überhaupt plausibel?

    Da ich das Konstruktionsprinzip der BlueGen nicht kenne, kann ich nur spekulieren: Es ist ja ausdrücklich von "Prozesswasser" die Rede, also nicht von Kühlwasser o.dgl., welches irgendwelche Wärmetauscher zusetzen könnte. Gereinigtes Prozesswasser kann eigentlich nur im Reformer benötigt werden, wo es mit Methan (CH4) zu CO2 und Wasserstoff umgesetzt wird. Ob das CO2/H2-Gemisch dann direkt durch den Stack läuft oder ob der Wasserstoff vorher durch eine Membran abgetrennt wird, weiß ich nicht. Grundsätzlich wäre es aber denkbar, dass Verunreinigungen aus dem Prozesswasser mit dem Gas aus dem Reformer in den Stack eintreten und dort Schaden anrichten. Die Frage ist dabei nur, was das sein könnte, denn es wird ja wohl sehr sauberes Trinkwasser aus der Leitung verwendet. Die wesentlichen "Verunreinigungen" darin sind üblicherweise Calcium- und Magnesium-Hydrogencarbonat, in weit geringeren Mengen auch andere Salze wie Natriumchlorid oder Natriumsulfat. Die ganzen Metallsalze müssen natürlich ausgefiltert werden (die HCO3--Anionen machen nichts), aber wenn das wegen eines defekten Filters nicht geschieht, hätte ich erwartet, dass sie im Reformer Schaden anrichten und nicht im Stack. Denkbar wäre immerhin, dass solche Substanzen als "Feinstaub" in den Stack getragen werden und sich dort absetzen. Aber wie gesagt, das ist reine Spekulation.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Viessmann Vitosol 300 Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

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