PV-Anlage und Steuererklärung 2021

  • Hallo an alle,



    habe diese Woche noch Zeit durch Fristverlängerung meine Steuererklärung zu erledigen. Habe versucht über einen Steuerberater Hilfe zu bekommen aber sind alle ausgebucht.

    Seid August 2021 habe ich eine PV Anlage mit 13kwp, habe auf die Kleinunternehmerreglung verzichtet. Ob das so gut war bin ich mir auch nicht mehr so sicher.

    Bei mir geht es um die Steuererklärung 2021. In denUsatzsteuervoranmeldungen habe ich beim Umsatz immer 0€ angegebnen weil ich noch keine Abschlagszahlungen vom Netzbetreiber erhalten habe im Jahr 2021 außer die Vorsteuer (3054€) von der Anlagenrechnung (19131,00€) habe ich im vierten Quartal angegeben. Diese wurde am 21.1.2022 auf mein Konto überwiesen.Auch die Gutschrift von den Pfalzwerken am 24.02.2022 mit 401€.

    Meine Frage ist, kann ich diese Gutschriften noch angeben für das Jahr 2021 weil die Buchung im Jahr 2022 war? Oder erst mit der Steuererklärung 2022.



    Vielen Dank im vorraus.



    Grüße Thomas

  • Moin Thomas,


    bei der Einkommensteuer werden Einnahmen und Ausgaben grundsätzlich in dem Jahr versteuert, in dem sie auf Deinem Konto eingegangen bzw. abgeflossen sind. Die von Dir genannten Einnahmen gehören somit in das Steuerjahr 2022.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • Danke für die Antwort.

    Die Umsatzsteuer für den Eigenverbrauch habe ich erst ab 2022 angegeben weil ich noch keine genaue Zahlen vom Netzbetreiber hatte. Muss ich diese für 2021 jetzt in der Erklärung mit angeben oder reicht das in für die Erklärung 2022 aus und auch die AfA?

    Habe eh vor mir einen Steuerberater zu suchen, bevor ich noch mehr Fehler mache.

    Grüße Thomas

  • AfA wird monatsweise abgerechnet. Wenn Deine Anlage im August 2021 in Betrieb gegangen ist, so werden 5/12 des AfA-Jahresbetrages in 2021 angesetzt.


    Die Umsatzsteuer wird in dem Jahr angegeben wo sie gezahlt bzw. vereinnahmt wurde.


    Der Wert des Eigenverbrauchs von August bis Dezember 2021 gehört in das Steuerjahr 2021.


    Ich hänge hier mal den amtlichen Leitfaden zur steuerlichen Behandlung von PV-Anlagen an. M.E. ist es damit möglich, eine PV-Anlage auch ohne Steuerberater abzuhandeln.


    Alternative: Wenn die Anlage kleiner ist als 10 kWp, kannst Du rückwirkend ab Inbetriebnahme die einkommensteuerliche Behandlung als Liebhaberei beantragen. Dann hast Du die ESt insoweit aus den Füßen. Das letzte BMF-Schreiben dazu hänge ich auch an. Die Umsatzsteuer-Erklärungen musst Du aber auch dann weiterhin machen.

  • Vielen Dank für Deine Hilfe. Morgen gehts weiter mit der Bearbeitung. Meine Anlage ist 13Kwp groß.


    Grüße Thomas

  • Ab 2023 wird die Grenze für die "Liebhaberei-Option" auf 30 kWp erhöht. Dann kannst Du noch mal rechnen ob sich das lohnt. Ob die Neuregelung (so wie die jetzige, siehe BFM-Schreiben) auch rückwirkend für noch offene Steuerfälle gilt, weiß ich allerdings nicht.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie Vakuumröhren 13,8 qm (Vorgänger Flachkollektoren 14 qm 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)