Wie kann über den selben Wechsel-/Gleichrichter der Akku-Speicher von einer PV und einer BHKW-Anlage genutzt werden?

  • Ich bin nagel-neu hier und betreibe seit längerem ein DACHS BHKW 5,5.

    - Habe in 09.2022 eine PV-Anlage aufs Dach gebaut (AXiPremium) ca. 10 kWhp

    - dazu einen Sungrow Wechselrichter SH10RT

    - in Kombination mit 4 * BYD B-Box HVS 2.56 (Speicher-Modulen) = 10 kWh Speicher Kapazität


    Mir wurde der Wechselrichter unter der Angabe verkauft, dass ich über ihn auch überschüssigen DACHS Strom in die Akkus einspeisen könnte.

    Nun ist das laut Sungrow nicht möglich und ich suche nach einer Ersatzlösung.


    Ich habe schon heftigst in den Foren gestöbert, aber leider keinen passenden Hinweis gefunden.


    Für konkrete Hinweise wäre ich sehr dankbar!

  • Ich kenne leider keine "all in one" Lösung, und leider auch keine gängige Kombination, die mit deiner Batterie funktioniert. Dein BYD system ist ein Hochvoltspeicher, richtig?


    Ich kenne keinen Hybrid-Wechselrichter, der eine BHKW-Vorbereitung hat. Wenn es den gibt, wüsste ich das auch gerne! ;)

    Davon losgelöst kann man natürlich der Steuerung sagen, dass das BHKW arbeiten und der Hybrid-WR aus dem Netz die Batterie laden soll. Der Ladestrom der Batterie ist dann im Endeffekt Eigenverbrauch des BHKW-Systems. Das bestimmungskonform umzusetzen, ist ein bischen aufwändig, aber möglich. Selbstgemachte Lösungen im Graubereich können dagegen ausgesprochen einfach sein. Im noch grenzwertig legalen Fall könnte das BHKW über einen Laderegler die Batterie laden. Dann sollte der WR so konfiguriert sein, dass er keinen Batteriestrom ins Netz einspeist, sonst verstößt das gegen viele Regeln. Macht aber auch nicht viel Sinn. Wenn du BHKW-Strom einspeisen willst, dann mach das offiziell. Dafür gibt es aktuell deutlich mehr Geld, als für Solarstrom. Ist dumm, aber sowas kommt dabei raus, wenn man Idioten Gesetze machen lässt. ;)


    Es gibt aber kommerzielle Kombinationen von mehreren Geräten, die das können. Das sind Inselsysteme, die Generatorbetrieb mit Solarwechselrichter und falls verfügbar Netz kombinieren. Allerdings haben die alle ihre Schwächen. Zunächst mal sind die nicht für Einspeisung gedacht, sondern eben Inselsysteme. Der Grundbaustein ist einphasig und müsste für 3Ph Betrieb kaskadiert werden. Die beiden Systeme unten arbeiten mit maximal 48V Batterien. Also vermutlich nicht dein BYD-System


    Fronius/Victron Stichwort "Micro Grid"

    SMA Sunny Island

  • Aktueller Stand der Diskussion:

    habe eben, 22.09. (auch noch) mit SenerTech telefoniert, die bestätigt haben, dass der Dachs (G 5.5) nach MK F4 oder sogar nach MK E4 geschaltet werden dürfte (Dank an alikante für die Info), um auch über den Wechsel-/Gleichrichter Überschuss-Strom in den Akku einzuspeisen, wenn dort Kapazität frei ist. (Ist rein wirtschaftlich betrachtet aktuell unsinnig: Arbeitspreisfür Bezug: ca. brutto 38,4 C/kWh; für Lieferung: voraussichtl. etwas höher). Die finale Bestätigung von Sungrow, dass der SH10RT das kann steht noch aus.

  • Also bei mir lädt der SunGrow aus dem Netz, wenn sein SmartMeter Einspeisung registriert.


    Die Grenze ist einstellbar - ich empfehle ab 200W Einspeisung zur Minimierung von Verlusten im WR.


    BHKW-Speicherung mach wirtschaftlich keinen Sinn.


    Deshalb überwache ich den BHKW-Zustand und setze die Einspeisegrenze per IObroker hoch, sobald das BHKW läuft.


    Als Wert schreibe ich die BHKW-Leistung abzüglich einer durchschnittlichen Grundlast.

  • PV & BHKW an einem Wechselrichter:

    Wie ist das rechtlich, wenn hier ein Teil auch eingespeist wird?

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • BHKW Strom Speicherung kann durchaus mal Sinn machen, wenn man Speicherkapa frei hat, der nächste Sonnentag noch ein paar Stunden hin ist, und man die Wärme braucht. Nicht jedes BHKW soll einspeisen (kann dafür sehr billig sein), bzw bei manchen Betreibern überwiegt der Autarkiegedanke. Und simmer mal ehrlich: Solange die BHKWe nicht netzseitig bei Strommangel angefordert werden können, ist das Gesetz eh eine Steißgeburt. Das werden unsere Energiekonzerne aber mit allen Mitteln verhindern wollen...


    PV & BHKW an einem Wechselrichter:

    Wie ist das rechtlich, wenn hier ein Teil auch eingespeist wird?

    Genau da liegt das Problem. Das müssen sauber getrennte Anlagen sein, wenn beide einspeisen sollen. Ich weiß gar nicht, ob es die entsprechenden Gesetze es überhaupt hergeben, das zusammenzufassen. Ich kenne auch nur Umsetzungen, in denen Beide unabhängige Systeme sind, aber keinen Fall, in denen das BHKW dann die Batterie lädt. Das kenne ich nur bei Inselsystemen. Aber ich kann nicht ausschließen dass es das gibt. All in one Lösungen sind mir aber unbekannt.

  • Notwendig ist die Auftrennung über Zählerkaskade ...

    Das ist ja einfach gesagt, aber wenn beide Quellen in einen Speicher ablegen und dann irgendwann doch einspeisen, wird dann PV oder KWK-Strom eingespeist?

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  • das ganze funktioniert, wenn beide Erzeugeranlagen (EA1 und EA2) nach Messkonzept MK B4 der VBEW geschaltet werden. Die Info habe ich von alikante, Vereinsvorstand bekommen.

    Zu finden sind die Messkonzepte unter dem Link unten.


    https://www.swm-infrastruktur.de/dam/swm-infrastruktur/dokumente/strom/netzanschluss/vbew-messkonzepte-verdrahtungsschemen.pdf


    don't worry, ich habe auch etwas Zeit gebraucht, bis ich es kapiert habe!

  • das ganze funktioniert, wenn beide Erzeugeranlagen (EA1 und EA2) nach Messkonzept MK B4 der VBEW geschaltet werden.

    MK B4 sieht keinen Speicher vor. Ist es hier dennoch anwendbar? Es könnte, denn alle relevanten Energieflüsse werden erfasst, wenn auch manchmal nur implizit. Aber Auflagen müssen nicht immer logisch sein.


    Am Ende braucht es für dieses Konzept 4 abrechnungsrelevante Zähler. ~100€ im Jahr verbrannt nur um die Bürokratie zu befriedigen, die man erstmal wieder rein holen muss. Das meinte ich mit "möglich aber aufwendig". Für eine Kleinanlage kann das schon der Sargnagel in der Wirtschaftlichkeit sein.


    Den Speicher müsste man sich logisch in oder neben der PV (Erzeugungsanlage 1) vorstellen. In manchen MKs braucht der Speicher einen eigenen Zähler - warum auch immer.

  • Es könnte, denn alle relevanten Energieflüsse werden erfasst, wenn auch manchmal nur implizit.

    Kannst Du das mal aufzeichnen?

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