Neue Anlage - mit PV Wasserstoff erzeugen und BHKW

  • Guten Morgen,


    ich benötige eine neue Heizung. Bin mich in die verschiedenen Themen am einarbeiten. Bitte entschuldigt, wenn meine Fragen so banal sind.

    Ich möchte mit einer noch nicht vorhandenen PV-Anlage Wasserstoff produzieren. Mit dem Wasserstoff soll dann das BHKW betrieben werden und Strom/Wärme für das Haus produziert werden. Geht das so und macht das Sinn? Oder ist das vollkommener Quatsch


    Ich habe ein ca. 250m" großes Süddach für die PV Anlage. Also groß genug.


    Jährlicher Stromverbrauch: 9.000 kWh

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: 33.000 kWh


    Energieträger der Heizung: Gas

    Alter und Typ der der Heiztechnik: Viessmann-26 Jahre alt - noch voll funktionsfähig

    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: nein

    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: 200L

    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: Zentral durch Gasheizung

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten: nein

    Hydraulischer Abgleich durchgeführt: keine Ahnung

    Temperaturen der Heizkreise: 60 Grad

    Art der Heizkörper: Wandradiator


    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 260 m2 8 Personen

    Art und Baujahr der Immobilie: MFH 1996 nur Familie

    Erfolgte Modernisierungen: nein

    Weitere geplante Modernisierungen: nein

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: keine Ahnung, bestimmt :)

    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: ja

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: nein


    Freue mich auf eure Anworten/Anregungen


    LG maboe

  • Moin,


    Laut Website kostet so eine Anlage um die 85-125.000 EUR. Für die PV-Anlage kommt da mindestens noch mal die Hälfte hinzu. Meiner Meinung nach gibt es da günstigere Lösungen, zumal diese Wasserstoff-Anlagen für Häuser mit hervorragendem energetischem Zustand ausgelegt sind, was hier nicht der Fall ist.


    33.000 kWh Brennstoffverbrauch entspricht (bei optimistisch angesetztem Wirkungsgrad der Therme von 90% Hs) einem Wärmebedarf von 30.000 kWh. Setzt man den TWW-Bedarf von 8 Personen mit 8.000 kWh an, so bleiben für den reinen Heizwärmebedarf ca. 22.000 kWh, also ca. 85 kWh/m2 im Jahr. Das ist nicht grottenschlecht, aber immerhin das Dreifache des Neubaustandards. Nachdem an dem Haus bislang nichts gemacht wurde, würde ich deshalb als erstes mit Hilfe eines Energieberaters versuchen, energetische Schwachstellen zu orten und diese (wenn das angesichts aktueller Energiepreise und Förderung mit vernünftigem Aufwand gemacht werden kann) zu beseitigen. In Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich sollte das auch ermöglichen, die für heutige Umstände nicht mehr zeitgemäßen 60° HK-Temperatur deutlich zu reduzieren, d.h. auf 50°C oder weniger.


    Wenn Letzteres gelingt, wäre die aus meiner Sicht optimale Heizung eine monovalente Wärmepumpe, ergänzt durch eine große PV-Anlage (in dem Fall mit Stromspeicher). Ohne energetische Sanierung käme eine PV-gestützte Hybrid-Wärmepumpe in Frage, die dann etwa acht Monate im Jahr das Haus allein beheizt und im Winter als Rücklauf-Vorwärmer die Gasheizung unterstützt. In dem Fall würde ich ein Kombigerät wie die Viessmann Vitocaldens empfehlen, denn die alte Gastherme wird auch nicht mehr ewig leben.


    Hätten wir nicht das aktuelle Gasversorgungs-Problem (verbunden mit m.E. extrem hohen Preisen auf Jahre hinaus), so würde ich Dir bei dem genannten Stromverbrauch alternativ eine BG-15 Brennstoffzelle oder ein NeoTower 2.0 BHKW empfehlen – Erstere ohne PV für den Fall, dass Du eine energetische Sanierung vornimmst, Zweiteres mit PV wenn nicht. Die bestehende Gastherme könntest Du für die Spitzenlast weiter betreiben. Aber unter den aktuellen Umständen zögere ich überhaupt Empfehlungen für KWK-Geräte auszusprechen, da diese tendenziell den Gasverbrauch erhöhen anstatt ihn zu vermindern.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • maboe es ist theoretisch möglich sowas zu machen. Aber Wirtschaftlich wird es nur in großen Stil. Du hast eine höhe Stromkosten, da kann eine PV Anlage (ohne Speicher oder sonst was) sehr gut passen. Da bekommst du dein Geld innerhalb 10J zurück. Ich weiß nicht wie viel Fläche du auf deinem Dach für eine PV Anlage hast. Wenn es deutlich über 10 kWp geht, kannst du natürlich das System mit ein Wärmepumpe ergänzen.

  • Ich weiß nicht wie viel Fläche du auf deinem Dach für eine PV Anlage hast. Wenn es deutlich über 10 kWp geht, kannst du natürlich das System mit ein Wärmepumpe ergänzen.

    Anscheinend sind es 250 Quadratmeter, da würde man locker 40-50 kWp drauf kriegen – vorausgesetzt es sind keine Dachfenster etc. in der Fläche.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)