Finanzamt hat meine Vitovalor als Liebhaberei eingestuft

  • Moin sailor773


    Danke für deine Nachricht. Urlaub ist immer gut. ich hoffe Du hattest eine schöne Zeit und konntest dich gut erholen.


    In Deinem speziellen Fall liegen die Dinge besser, denn umsatzsteuerlich verkaufst Du ja auch einen Teil der Wärme an Deine Mieter. Der unten errechnete auf die vermietete Wohnung entfallende Wärmeanteil (40,53% der insgesamt erzeugten kWh) zählt umsatzsteuerlich bei der betrieblichen Nutzung mit.

    Wie berechnest Du den Wärmeanteil für die vermietetet Wohnung? du kommst auf 40,53 %? 40,53% wäre doch der Wärmeanteil für unsere Wohnung (88 qm) . Der auf die vermietete Wohnung anfallende Anteil müsste doch (118/(118+88))*94,89= 54,35% sein


    oder man rechnet es wie folgt:

    Gesamtverbrauch Gas (abgelesener Wert / nachweislich in der Abrechnung vom energieversorger): 20.463 kWh


    17.183,663 kWh + 1424,71 (aus BZ) = 18.608,37 kWh erzeugte Wärme gesamt

    Vermietet sind 118 m² und wir bewohnen 88m². Somit sind 118/(118+88)*100= 57,28% vermietet.

    57,28% von 18.608,37 kWh (gesamte erzeugte Wärme) = 10.658,87 kWh

    10.658,87 kWh wären 52,1% von 20.463 kWh (Gesamtverbeauch Gas)


    Die Berechnung zur Aufteilung der Investitionskosten kann man m.E. durchaus auf "plausiblen Werten" basieren lassen. Am besten wäre dazu einen Zeitraum von zwölf Monaten ab Vorliegen der "richtigen" Einstellung zu nehmen. Rumpfjahre (z.B. 1.1.-12.7.22) sind dafür weniger geeignet, da der Anteil des Zusatzbrenners jahreszeitlich stark variiert.

    Da ich leider noch kein ganzes Jahr habe auf das ich zurückblicken kann, weil die Anlage erst seit Oktober/November 2021 richtig läuft. Könnte ich plausible Werte annehmen? Was für Werte würdest Du nehmen?


    Bzw. kann ich das nicht nach den Werten aus dem Datenblatt berechnen? Ich nehme den tatsächlichen Gesamtgasverbrauch (laut Energieversorger) 20.463 kWh und nehme dann an , dass von den insgesamt 4767 h Betrieb der Anlage die Brennstoffzelle zu 70% der Zeit (=3.337h) lief (das ist ja gar nicht unrealistisch, ich meine der Hersteller gibt Laufzeiten der BRennstoffzelle von bis zu 7.300 Vollbenutzungsstunden an).

    3337h x 2,25 kWH = 7.508,25 kWh
    7508,25 x 82,5% (Wirkungsgrad der BZ) = 6194,3 kWh erzeuget Energie aufgeteilt in 33,4% el (2.507,75 kWh) und 49,1% Wärme (3686,55 kWh)

    laut Schema


    Erzeugte Energie aus der Brennwerttherme: 20.463 kWh (Gesamtgas input) - 7508,25 kWh (BZ input) = 12.954,75 kWh (input Brennwertgerät)

    bei 98 % Wirkungsgrad = 12.954,75 kWh * 0,98 = 12.695,66 kWh Wärmeproduktion (output)


    Wärme insgesamt: 12.695,66 kWh (Brennwertgerät) + 3686,55 kWh (BZ) = 16.385,21 kWh gesamte abgegeben Wärme

    Der Stromanteil mit 2.507,75 kWh wäre dann 2.507,75/(2507,75+16.385,21)*100 = 13,27%


    Anlage inkl. Installation usw. 30.672,26 € - Förderung KfW 9300 € = 21.372,26 €

    21.372,26 € * 0,1327 = 2836,09 €





  • Der auf die vermietete Wohnung anfallende Anteil müsste doch (118/(118+88))*94,89= 54,35% sein

    Hab' ich wohl verwechselt, es zählt jedenfalls der Anteil der vermieteten Wohnung.

    Bzw. kann ich das nicht nach den Werten aus dem Datenblatt berechnen? Ich nehme den tatsächlichen Gesamtgasverbrauch (laut Energieversorger) 20.463 kWh und nehme dann an , dass von den insgesamt 4767 h Betrieb der Anlage die Brennstoffzelle zu 70% der Zeit (=3.337h) lief (das ist ja gar nicht unrealistisch, ich meine der Hersteller gibt Laufzeiten der BRennstoffzelle von bis zu 7.300 Vollbenutzungsstunden an).

    Genau hier liegt das Problem,. Normalerweise sollte die BZ bei dem von Dir genannten Gesamtverbrauch allein schon mindestens 5-6.000 VBh erreichen. Aber mach das mal dem Finanzamt klar. Gegen den Versuch spricht natürlich nichts, aber was machst Du wenn die Deine Schätzung nicht akzeptieren?


    Mein Vorschlag wäre, mit dem Sachbearbeiter (m/w/d) beim FA zu telefonieren, die Sache mit dem stotternden Anfangsbetrieb und der deswegen unklaren Datenlage klarzustellen und zu fragen, welche Lösung sie für die Aufteilung akzeptieren. Eine Möglichkeit wäre zu vereinbaren, dass das FA den Steuerbescheid auf Basis Deiner Schätzung erstellt aber sich vorbehält diesen zu ändern, sobald Daten aus einem "ordentlichen" Betriebsjahr etwas anderes ergeben.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)