PV-Anlage berechnet - sind die Zahlen plausibel?

  • Schönen Abend in die Runde,


    heute habe ich das mir vorliegende PV-Angebot geprüft und geschaut, auf welche Wertte ich komme.

    Es geht um eine PV-Anlage mit 9,75 kwp in Süd-West/Nord-Ost-Ausrichtung (ziemlich genau 45/-135 Grad)

    Nordost ist mit 12 Module mit 375 W vorgesehen, Südost 14 Module.

    Mein Problem sind Bäume hinter dem Grundstück auf der Südwest Seite in 10 bis 20 m Entfernung. Es sind Buchen, derzeit 10 bis 12m hoch, die aber noch wachsen. ich gehe von ca. 0,5 m pro Jahr aus

    Das Angebot, was mir vorliegt, geht von ca. 8600 kwh Ernte pro Jahr aus. Das wäre ja ganz okay!

    Nach PV-Gis würde die Anlage allerdings nur7700 kw erbirngen, eine Horizontdatei habe ich dort nicht eingegeben, das habe ich nicht hinbekommen. Aber die Differenz ist schon erheblich!

    Dann habe ich mit mit PV-Sol in der Testversion beschäftigt.

    Dort würde die Anlage 8.300 kw ohne Bäume erbringen. Das ist ja noch in der Nähe des Angebots, was mir vorliegt

    Mit dem aktuellen Baumbestand komme ich dann auf 8000 kw und in 10 Jahren, wenn alle Bäume 4 bis 5 m höher sind noch 7600 kw.

    In 20 Jahren nach weiterem Wachstum dann noch 6.900 kw. Und nach 20 Jahren soll die Anlage ja noch weiter laufen ... und die Buchen auch. Eine Degration ist in den Berechnung nicht berücksitigt.

    Ich denke mein Bauchgefühl ist nicht ganz falsch, die Ausrichtng/Lage ist nicht wirklich optimal. ;(

    Die Stadt will im Winter eventuell die Bäume radikal kürzen. Ich bin nicht der einzige Anlieger, der sich über die Bäume ärgert. Ich habe ja nix gegen Bäume, ganz im Gegenteil, aber Buchen gehören m. E. nicht in ein relativ enges Wohngebiet.

    Nach einem Rückschnitt der Bäume würde ich die Situation sicherlich anders beurteilen.


    Was sagt ihr zu den ermittelten Zahlen? Sind die plausibel??


    Danke und Gruß

    Ghostbiker

  • Plausibel sind die Zahlen auf alle Fälle.


    Vielleicht eine Anmerkung: PGIS rechnet in der Default-Einstellung Gesamtverluste von 14% ein. Wenn Du diese Einstellung nicht verändert hast, könnte das den niedrigen Wert erklären: Mit einer aus heutiger Sicht realitätsnäheren Einstellung von 10% Verlusten kommen ungefähr 8.000 kWh heraus. Die Angabe aus dem Angebot halte ich dagegen für optimistisch – nicht weil ich die Verhältnisse vor Ort kennen würde, sondern weil das bei Angeboten meistens so ist. Deshalb würde ich an Deiner Stelle konservativ mit 8000-8.100 kWh "ohne Bäume" rechnen.


    Die Degradation zu vernachlässigen halte ich für richtig. Bei unserer Anlage aus 2010 rechne ich mit 0,1% pro Jahr, und heutige Anlagen sind da womöglich noch stabiler. Im Vergleich zu dem Effekt der wachsenden Bäume sind das jedenfalls Peanuts.


    Zu dem Effekt der Bäume kann ich wenig sagen, nur eine Erfahrung beisteuern: Unser – normalerweise unverschattetes – Süddach ist zur Zeit wegen Umbauarbeiten mit einem etwa 1m hohen Sicherungsnetz versehen, welches bei dem niedrigen Sonnenstand den dortigen Teil der Anlage etwa zur Hälfte abschattet. Obwohl es sich nur um ein grobmaschiges Netz handelt, geht aktuell unter Clear Sky-Bedingungen die Leistung der Südanlage durch den Schatten auf die Hälfte zurück – fast als ob eine Decke drüber läge. Die Auswirkungen des Baumschattens (auch ohne Blätter) würde ich mindestens ähnlich einschätzen. Bei bewölktem Himmel ist der Effekt weniger ausgeprägt, aber da ist auch der Gesamtertrag der Anlage naturgemäß weit geringer. An Deiner Stelle würde ich deshalb konservativ ansetzen, dass die abgeschatteten Teile der Anlage in dieser Zeit praktisch keine Leistung bringen. Module, die nicht wenigstens über die Mittagsstunden (im Sommerhalbjahr bei einem SW-Dach mindestens 11-16 Uhr) ununterbrochen in der Sonne liegen, würde ich deshalb lieber weglassen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)