Wie soll die Spreizung im Solar-Kreis eingestellt sein?

  • Hallo,


    ich hätte gerne eine Erklärung für folgende Aussage eines Pufferspeicherherstellers:


    "Der Wärmetauscher hat die Aufgabe, die Wärme des Sonnenkreislaufes

    an das Speicherwasser abzugeben. Dabei ist es wichtig,

    dass dies mit möglichst kleinem Verlust erfolgt (deltaT max. 5–10 °C)."


    Ich verstehe deltaT in der obigen Aussage als Spreizung, also der Temperatur-

    unterschied zwischen Vor- und Rücklauf im Solarkreis.


    Im Gegensatz zur oben gewünschten kleinen Spreizung ist bei folgender

    Formel die Wärmemenge größer, wenn deltaT erhöht wird.


    Q = m * C * deltaT


    Q = die gesuchte Wärmemenge in wh

    m = die vorhandene Masse in kg (1 Liter Wasser entspr. ca 1 Kg)

    c = speziefische Wärmekapazität von Wasser 1,163 wh/kg * K

    deltaT = die Temperaturdifferent


    Warum und unter welchen Bedingungen ist die Aussage des

    Pufferspeicherherstellers richtig?


    Ich bedanke mich für eine klärende Antwort

    Gerry

  • Da bringst Du was durcheinander. Die Spreizung ist gewünscht, weil damit Energie gespeichert wird, sollte also hoch sein. Verluste sind unerwünscht, sollten also klein sein.


    Typischerweise geht das über einen Gegenstromwärmetauscher. da hast Du zwei gegenläufige Strömungen drin. Jede hat eine Zulauf und eine Ablauf Temperatur, das ist die Spreizung.


    Dann hast Du aber auch noch eine Differenz zwischen den beiden Strömen. Das sind die Verluste. Je größere der WT, desto kleiner die Differenz, desto weniger Verlust.

    (Alles vereinfacht dargestellt)

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Meine Regelung stellt die Differenz Vorlauf zu Rücklauf der Solarflüssigkeit auf 10 Kelvin ein. Falls sinnvoll geht auch weniger.

  • Die Ausgangstemperatur von beide Strömen meinst du?

    Nein!
    Angenommen Du hast auf der einen Seite (Primärseite) im Wärmetauscher Wasser, das Wärme abgeben soll und sich dabei von 40°C auf 30° C abkühlt, um Wärme abzugeben.


    Auf der anderen fließt Wasser in Gegenstrom (Sekundärseite) und sollte sich idealer Weise von 30° auf 40° erwärmen. Das geht aber physikalisch nicht, weil für die Übertragung ein Gefälle da sein muss. Deshalb wird die Sekundärseite z. B. nur von 28 auf 38° erwärmt.


    Dann hast Du jeweils eine Spreizung von 10° (formal richtig geschrieben 10K) und kannst in deinem Speicher die Wärmekapazität von 10° speichern. Der Wärmetauscher bringt aber einen Verlust von 2° ins Spiel.

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  • OK, vielleicht nennt man das so. Das Wort Verlust klingt für mich aber sehr negativ. Wenn man versucht diese "Verlust" zu reduzieren, braucht man nicht nur eine größere Wärmetauscher, aber auch möglicherweise mehr Pumpenleistung -> mehr Stromverbrauch.

  • Das Wort Verlust klingt für mich aber sehr negativ. Wenn man versucht diese "Verlust" zu reduzieren, braucht man nicht nur eine größere Wärmetauscher, aber auch möglicherweise mehr Pumpenleistung -> mehr Stromverbrauch.

    Was Verluste sind und was negativ ist, ist oft eine Frage der Perspektive. Der Fragesteller (solar2013gr) spricht initial von einem deltaT als Verlust, der möglichst klein gehalten weren soll.

    Dabei ist es wichtig, dass dies mit möglichst kleinem Verlust erfolgt (deltaT max. 5–10 °C)

    Ich habe nur versucht, Ihm dieses Delta und die zugehörigen Zusammenhänge verständlich zu machen. Wenn man es im Detail sehr genau nimmt, dann wird das Thema auch entsprechend komplex, aber ich denke nicht, dass es bei der Fragestellung darum ging, hier die Feinheiten der Wärmelehre auszuarbeiten.

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