Heizen ohne Kachelofen und ohne Gasanschluß

  • Hallo zusammen,

    ich bin Besitzer eines Resthofes ca. 1km vom Deich an der Nordsee in Niedersachsen der bisher mit Holz & Kohle geheizt
    wurde, denn es gibt keine Gasleitung. Als "Notfallwärme" gibt es zusätzlich noch elektrische Heizkörper. Nun stelle
    ich mir die Frage, wie ich am besten das Haus warm bekommen, ohne dass ich weiter Holz hacken muss.

    Da es ja auch kleine Heizkörper im Haus habe, stelle ich mir die Frage was wohl die sinnvollste Alternative zu meinen
    Kachelofen ist.

    Mein erster Gedanke zu meiner neuen Heizung war Geothermie, aber da habe ich vermutlich das Problem, dass ich das komplette Hausumbauen muß und die momentane Struktur nicht behalten kann, da ich ja keine Heizkörper habe.

    Mir würde also eine alternative gefallen, am besten auf Strombasis mit Solarenergie oder eine Kleinwindanlage wenn diese lautlos ist. :)

    Ich bin gespannt, ob Ihr mir einen Tip geben könnt.


    Viele Grüße

    Jan

  • Wie wäre es mit Pellets? Entweder als einzelne Öfen oder als Zentralheizung mit Heizkörpern.

    Eine direkte Stromheizung ist im Betrieb zu teuer, eine Wärmepumpe ist da deutlich preiswerter - aber die läuft am besten mit Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung).

  • Ohne Angaben zu Größe, Alter und Isolierung usw. wird das schwierig.

    Flüssig Gas?

    Ansonsten gibts ja noch Ölöfen wie früher.

    DC gekoppeltes Eigenbau BHKW

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100

    2 Victron Multigrid

    28KWh Lifepo4 (32x 280Ah EVE Zellen, REC BMS)

    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Wer tut sich sowas heute noch an mit Öl??

    Flüssiggas wäre natürlich auch möglich, aber nachhaltig ist das auch nicht.

    Das Problem ist eher, dass ein Resthof meist recht groß und nicht gut isoliert ist.

    Da sehe ich mit WP ein Problem. Generell haben wir vom TE aber zu wenig infos.

    DC gekoppeltes Eigenbau BHKW

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    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

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  • Wenn keine Flächenheizung (WP-Ausschlusskriterium) und kein Erdgas gibt und kein Flüssiggas gewünscht wird, dann bleibt eigentlich nur Pellets entweder dezentral mehrere Zimmeröfen oder zentral aber dann Heizkörper oder Luftregister. Gibt auch dick Fördergeld momentan: https://www.energieverbraucher…t__982/NewsDetail__18403/ Aber Achtung, die Abgase von Holz stehen bereits in der Kritik, besser ein Gerät mit guten Abgaswerten bzw. sauberer Verbrennung anschaffen: https://www.energieverbraucher…__2016/NewsDetail__18573/


    Mit eigenem Strom heizen kannst eigentlich vergessen. PV bringt im Winter viel zu wenig. Kleinwind ist auch Spielzeug. Split-Klimaanlagen mit Heizfunktion (A+++) wäre noch eine Idee - aber bei richtig Frost sind die auch nichts…


    PS: Gibt wohl auch winterfeste Varianten -> https://www.christherm.de/luft…rea-nz9-ske-und-nz12-ske/

  • Das Problem scheint mir zu sein, dass Heizkörper nicht vorhanden sind und wegen des hohen Aufwandes auch nicht eingebaut werden können bzw. sollen. Geht man also davon aus, dass eine Zentralheizung nicht möglich ist (wodurch Wärmepumpen oder Pelletkessel ausscheiden), und dass Ölöfen oder Flüssiggas-Einzelthermen wegen mangelnder Nachhaltigkeit nicht in Frage kommen, bleibt neben Holzöfen eigentlich nur Strom.

    Mir würde also eine alternative gefallen, am besten auf Strombasis mit Solarenergie oder eine Kleinwindanlage wenn diese lautlos ist. :)

    Solarenergie scheidet meiner Meinung nach aus, weil sie gerade dann am wenigsten Energie liefert, wenn am meisten davon benötigt wird. Natürlich könntest Du – wenn ein geeignetes Dach vorhanden ist – eine Solarthermie-Anlage installieren und damit den Warmwasserbedarf im Sommerhalbjahr weitgehend und im Jahresdurchschnitt vielleicht zu 50-60% decken (wie das WW jetzt erzeugt wird wissen wir nicht, aber unter den geschilderten Umständen fürchte ich mit Strom).


    Bei ausreichender Dachfläche geht natürlich auch zusätzlich eine PV-Anlage, aber die kann – selbst wenn sie riesig wäre – zur Lösung des Heizproblems im Winter nicht viel beitragen.


    Wenn es möglich ist eine Klein-Windanlage für die Erzeugung von (Heiz-)Strom zu installieren, hätte diese jedenfalls den Vorteil, dass sie (anders als eine PV) im Winter statistisch mehr Strom erzeugt als im Sommer, und gerade an der Küste auch relativ hohe Laufzeiten erreicht. Ob die Leistung einer solchen Anlage aber ausreicht um das Haus zu heizen, weiß ich nicht – und auch nicht, welche genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen daran hängen. Überschüssigen Strom könntest Du m.W. gegen EEG-Vergütung ins Netz einspeisen, aber reich wirst Du davon bestimmt nicht.


    Bei den Heizkörpern solltest Du in dem Fall darüber nachdenken, die bestehenden E-HK (die wahrscheinlich asbach-uralt und wenig effizient sind) durch moderne E-HK zu ersetzen, die wirksamer sind und vor allem eine möglichst hohe Wärmespeicherfähigkeit haben. Das kostet auch Geld, aber wahrscheinlich weit weniger als eine Umrüstung des Hauses auf Fußbodenheizung.


    Und bei längerer Flaute musst Du dann halt doch wieder auf den Kachelofen zurückgreifen. Bei Flaute für eine Direktheizung Strom aus dem Netz zu beziehen wäre jedenfalls weniger nachhaltig als z.B. Flüssiggas-Einzelthermen zu betreiben. So ganz ohne Holzhacken wird es also auch mit einer Windanlage nicht gehen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Im Thema steht was von "Kachelofen". Wie viele Heizstellen gibt es denn? Ist da im wesentlichen ein einzelner Kachelofen oder mehrere Öfen verteilt?

    Und wichtig wäre auch, wie viel Holz / Kohle wurde bisher über das Jahr verbrannt?

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Nachtrag: Ich entnehme dem Internet, dass man für Kleinwindanlagen bis 100 kW mit Investitionskosten zwischen 3.000 und 9.000 EUR pro installiertem kW rechnen muss. Jetzt wissen wir absolut nichts über den Wärmebedarf Deines Hauses, aber bei einem vermutlich eher mittelgut isolierten Bauernhaus in einer windreichen Gegend wird der übliche Winterbedarf wohl kaum unter 10 kW liegen. Da können 50.000 EUR für die Windanlage schnell zusammenkommen, auch das Doppelte halte ich für möglich. Die Genehmigungsproblematik und die Frage der Schallimmissionen kommen hinzu – und ein verlässlicher Strom-bzw. Wärmelieferant kann so eine Anlage auch an der windreichen Küste niemals sein.


    Also beim nochmaligen Nachdenken würde ich Dir raten, stattdessen ein Energiegutachten für das Haus anfertigen zu lassen (ist für die meisten Förderungen sowieso Voraussetzung) und Dir auf dieser Basis Angebote über eine (ggf. Teil-) Sanierung des Gebäudes einschl. Einbau einer Zentralheizung und eines Pelletkessels einzuholen. Ich glaube da gibst Du unterm Strich weit weniger Geld aus und hast mehr davon, zumal solche Projekte (im Gegensatz zu Kleinwindanlagen) üppig gefördert werden.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)