Qual der Wahl - Heizung im Reihenmittelhaus

  • Wenn man mal probeweise im PGIS die Daten für den Standort Leipzig, 42° Dachneigung und Azimut 110° (WNW) eingibt, so ergeben sich bei angenommenen 10% Systemverlust 728 kWh Stromertrag pro kW(p), wohlgemerkt ohne Schatten. Das unterste Modul links neben der Dachgaube wäre m.E. fast den ganzen Tag teilverschattet, das würde ich weglassen. Dann bleiben für das WNW-Dach sieben Module mit 7*0,34= 2,38 kW(p) und einem Jahresertrag von 1.730 kWh.


    Die Südostseite ist wegen des Schattens mit PGIS nur eingeschränkt kalkulierbar. Ohne Schatten ergibt PGIS für Leipzig, 42° und Azimut -70° (ESE) einen Jahresertrag von 926 kWh/kW(p). Bei acht Modulen wären das 8*0,34= 2,72 kW(p), ohne Berücksichtigung des Schattens also ein Jahresertrag von 2.520 kWh. De facto wird man froh sein müssen, wenn insgesamt 4.000 kWh im Jahr herauskommen – immer noch genug für die Stromversorgung des Haushaltes, aber nicht für eine WP.

  • Wow danke Sailor für die Aufschlüsselung!


    Nach deiner Analyse hätte ich 2 Fragen:


    1. Das Thema Luft/Wasser-WP ist durch. Jedoch würde ich gern eine Brauchwasser-WP installieren. Würde es dafür noch reichen? :)


    2. Würdest du mir generell von einer PV-Anlage abraten?

  • Moin,

    wenn ich aus dem Foto die Dachziegelreihen zähle und mit 35cm multipliziere kommen mehr als 2meter von Gaube zu First raus. Das bedeutet das Standardmodule mit ca. 1,7m dort locker draufpassen, bei 10,5 Metern Dachlänge also mindestens 9 Stück = 3kwp auf dem Westdach.

    Das Ostdach ist nicht so schön, ganz links fällt der Schatten vom Nachbardach und Mittig der Schornstein. Benötigt ihr den linken Dachausstieg ? Wenn nein könnte man den totlegen und den Steg bis zum Schornstein zurückbauen. Damit wäre Platz für 3 unverschatete Module. Weitere Module würde ich ganz rechts und zwischen den Dachfenstern platzieren, maximal 10-11 Stück bzw. 3,3-3,6kwp sollte passen.

    Nimmt man Sailors Berechnung als Grundlage sollten damit 2000kWh vom West- und 3000kWh vom Ostdach locker möglich sein.

  • Würde es dafür noch reichen? :)

    Im Sommer wohl schon, wenn es möglich ist, WW tagsüber zu produzieren und bis zum nächsten Morgen in ausreichender Menge zu speichern.

    Würdest du mir generell von einer PV-Anlage abraten?

    Nein, es kann schon sein dass sich das rechnet. Einen groben Überblick über den möglichen Eigenverbrauchsanteil (ohne Berücksichtigung einer WP) kannst Du Dir mit diesem Tool verschaffen, allerdings brauchst Du auch dafür eine Schätzung zum zukünftigen Stromverbrauch. Und weil das Tool nicht für ungünstig ausgerichtete PV-Anlagen ausgelegt ist, solltest Du die einzugebende Leistung in kW(peak) so nach unten anpassen, dass die Jahresproduktion dem PGIS-Ergebnis für deine Anlage (minus Abschlag für den Schatten) entspricht. Damit kannst Du dann abschätzen, wie viel Strombezug Dir die Anlage sparen würde. Für den eingespeisten Strom bekommst Du ca. 8 ct/kWh. Wenn sich daraus für die Angebotssumme insgesamt eine Amortisationszeit von sagen wir 15 Jahren oder weniger ergibt, rechnet sich das. Amortisationszeiten von 20 Jahren oder mehr würden bedeuten, dass es ein reines Hobby wäre.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Irgendwie kommen mir gerade die Waermepumpen zu schlecht weg

    Ja, der Ansicht bin ich auch. Was auch immer die Ursachen sind kann ich nicht sagen, aber da fehlt hier im Forum ein bisschen die Offenheit für flexibles Denken.


    Ich bin kein Freund von monovalenten Wärmepumpen, schon gar nicht, wenn es LWP sind, aber es gibt Nischen, da sind LWP einfach unschlagbar. So hatten wir jetzt 3 Monate, da brachte eine LWP im Durchschnitt einen COP oberhalb 5. Das läßt sich nicht mal mehr mit bösem Willen schlechtrechnen. Man muss so eine LWP halt als das sehen und betreiben, was sie gut kann: Eine Ergänzung für die Übergangszeiten.

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  • Irgendwie kommen mir gerade die Waermepumpen zu schlecht weg.

    Ich hatte weiter vorn empfohlen, eine WP zumindest mal auf Basis eines Angebotes durchzurechnen. Dann hat aber der TS im Beitrag #9 klargestellt, dass er für die Aufstellung einer LWP auf seinem RMH-Grundstück keine Möglichkeit sieht. Deswegen haben wir eine LWP für die Heizung (unabhängig von der Frage, wie viel oder wenig PV-Strom dafür genutzt werden kann) in der Folge nicht mehr erörtert, und es ist nur noch eine BWW-WP in der Diskussion.

    Man muss so eine LWP halt als das sehen und betreiben, was sie gut kann: Eine Ergänzung für die Übergangszeiten.

    Einverstanden.


    In Bestandsbauten kommt halt im Allgemeinen für eine WP nur Luft in Frage. Wenn es dann noch – wie meist – darum geht, einen Uralt-Heizkessel mit schlechtem Wirkungsgrad und unsicherer Zuverlässigkeit zu ersetzen, bedeutet eine bivalente LWP die Anschaffung von zwei neuen Wärmeerzeugern statt nur einem. Das muss sich auch nach Abzug der Förderung erst mal rechnen, wobei die Unterstützung durch eine ausreichend große PV-Anlage (so sie denn, anders als hier, möglich ist) zur Wirtschaftlichkeit gerade einer bivalent betriebenen WP erheblich beitragen kann.


    Für den wirtschaftlichen Einsatz einer monovalenten LWP ist aus meiner Sicht ein Niedertemperatur-Heizsystem zwingend erforderlich und eine energetische Sanierung zumindest dringend empfehlenswert. Mit einer ausreichend großen PV-Anlage schafft man dann in einem EFH im Jahresmittel vielleicht 30-40% PV-Anteil am WP-Strom, aber mehr ist definitiv nicht drin.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

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  • Okidoki!


    Ich hab jetzt mal bissl rumgerechnet. Nebenbei hab ich die Seite hier gefunden:


    https://my-pv.com/de/prinzip/power-coach#


    Die ist zwar nicht sonderlich genau aber interessanterweise reicht es für eine Schätzwertberechnung. Wenn ich da pi*daumen eintrage was mein verbrauch mit und ohne PV wäre lässt sich schon grob rechnen. wenn man zB Frankfurt mit 45° und Ostausrichtung eingibt dann nennt er mir bei 5kWp einen Ertrag von ca. 3600kWh. Das ist, denke ich mal, pessimistisch genug. (einziger unrunder punkt: die rechnen mit einem heizstab statt einer WW-WP)


    Demnach würde sich die Anlage, bei einem Netto Preis von 10600€ in ca. 15 Jahren rechnen. Dies ist dann schon Worst-Case.


    Sollte die Anlage billiger werden oder der Ertrag höher ausfallen, so rechnet sie sich auch eher. Ich denke das ist noch vertretbar.


    Jetzt habe ich nur noch die Sorge eine Firma zu finden die nicht fast 1800€ pro kWp haben will. :( bei 1500€ pro kWp und einer vernünftigen Auslegung würde ich sofort unterschreiben. :*


    alikante : Das Fenster kann leider nicht weg, da es der einzige Zugang für Schornsteinfeger und Co zum Dach ist. Ich kann ja schlecht verlangen, dass die über den Nachbarn draufsteigen. :S Und so ganz blicke ich bei der Verlegung auch nicht durch, aber vielleicht versucht sie wirklich das meiste rauszuholen.


    zum Thema Wärmepumpe:


    Wäre vom Wärmebedarf total super bei uns und ich habe es wirklich versucht, dass hier irgendwo möglich zu machen. Aber ich komme nirgends auf die geforderten Abstände. Ist halt bissl die krux. Ich hab total niedrigen verbrauch da RMH aber auch sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Deswegen bin ich ja dann auch von der LW-WP auf die Brennstoffzelle gekommen. Mit der würde ich mir den ganzen PV-wärmepumpen-Klimbim sparen. Allerdings werde ich wohl weder von der Wärme noch vom Strombedarf hinkommen. :(

    Der eine Heizungsbauer meinte zwar das Ding hätte sich in unter 10 Jahren bezahlt gemacht aber bissl Bammel bleibt.

  • Das Fenster kann leider nicht weg, da es der einzige Zugang für Schornsteinfeger und Co zum Dach ist.

    mir schwant da gerade was. Wo endet Euer Haus ? An der nördlichen Dachkante oder am Schornstein ?

  • Unser Schornsteinfeger wollte noch nie aufs Dach und wir haben auch keinen solchen Ausgang oO


    Und bezueglich der Abstaende: Wenn die Nachbarn ebenfalls Eigentuemer sind, sollte man mal mit denen reden? Die Mindestabstaende gelten natuerlich nur, wenn einer klagt...

  • alikante es endet in der Mitte vom Schornstein :) wenn es Ende Dachkante wäre hätten wir ne 310m² Hütte und ich hätte keine Probleme mit der PV 😅


    jarekin in Sachsen gelten für PV Anlagen auf dem Dach wohl keine Mindestabstände. Hab trotzdem irgendwie Bauchschmerzen das Fenster wegzubauen :/

  • es endet in der Mitte vom Schornstein :)

    damit ist mir klar warum du mich nicht verstehst. Ich ging von den 10,5metern Dachlänge aus Beitrag #14 aus, nun sind es aber nur 5,2meter. 8|

    Da passen natürlich nur 5-6 Standartmodule ( ca. 65*165cm ) auf das Westdach. Osten würd ich aber trotzdem nur oben und rechts vom Dachfenster belegen weil der Dachüberstand vom Nachbarhaus zu viel Schatten wirft Unterm Dachfenster würde auch noch eines passen, also in Summe 5 Module

  • Puh das wären dann insgesamt dann ja nur noch 10 module und die Anlage hätte dann ja nur noch 3,5kWp. :/ (bei einem 350W modul) die module mit 400W usw sind ja gleich mal 1,7m lang. da passen dann wieder nicht genügend hin. ich gaub viel billiger werden die dann auch nicht. eher wird der preis pro kWp dann noch steigen <X hach ist das alles ärgerlich.


    mal noch was anderes: habe heute tapete usw. im DG entfernt. Alter Falter war das eine Hitze. Wir hauen jetzt definitiv eine Klimaanlage in die beiden DG Zimmer. Sollte maximal so 300kWh mehr im Jahr sein. Dazu habe ich noch eine Verständnisfrage:


    Ein Brennstoffzelle ist wärmegeführt, richtig? Das heißt im Sommer produziert sie eher wenig Strom und im Winter beim Heizen dann mehr. Also würde mir eine Brennstoffzelle bei einer Klimaanlage (auch wenn der jährliche Stromverbrauch steigt) wenig nützen und hierbei eine PV-Anlage der bessere Weg sein. Oder profitiert eine Brennstoffzelle dann auch irgendwie von dem Mehrverbrauch? :/

  • Eine dumme Frage habe ich noch:


    Ist der Gebäude-Energie-Spar-Check unter https://webapps.viessmann.com/energy-check für voll zu nehmen oder ist der humbug?


    Wenn ich dort einfach mal ein Gasbrennwertgerät gegen eine Brennstoffzelle antreten lasse, so rechnet sich laut deren Plan die Zelle nach 10 Jahren. :/ hab als Gegner eine Gasbrennwerttherme genommen die "modern" ist und 11kW Leistung hat. Dazu 8000kWH Gasverbrauch und 4200kWh Stromverbrauch. Kann mir das nicht vorstellen, dass die Rechnung da wirklich so aufgehen würde. 8|


    (Das Programm berücksichtigt dabei jedoch nicht die Anschaffungskosten besagter Brennwerttherme.)

  • Ein Brennstoffzelle ist wärmegeführt, richtig? Das heißt im Sommer produziert sie eher wenig Strom und im Winter beim Heizen dann mehr. Also würde mir eine Brennstoffzelle bei einer Klimaanlage (auch wenn der jährliche Stromverbrauch steigt) wenig nützen und hierbei eine PV-Anlage der bessere Weg sein.

    Genau, jedenfalls ist das so bei der Vitovalor. Aus diesem Grund kann eine PV-Anlage (selbst wenn sie nur klein ist) eine gute Ergänzung für eine Vitovalor sein.


    Zu dem Spar-Check kann ich nicht viel sagen. Humbug ist das bestimmt nicht. Aber 10 Jahre Amortisation für eine Vitovalor-BZ (bezogen auf den Mehrpreis im Vergleich zu einer Gastherme) halte ich bei 4.200 kWh Stromverbrauch für schwer erreichbar – zumal bei den von Dir angenommenen 8.000 kWh Gasverbrauch die Laufzeit einer Vitovalor auf kaum mehr als 5.000 Stunden (d.h. 3.750 kWh Strom) im Jahr kommen dürfte.

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