Planung eines BHKW

  • Hallo zusammen,


    wir haben vor 2 Monaten ein größeres Gebäude gekauft und sind am liebäugeln mit einem BHKW.

    Das Objekt steht im Raum Hannover.

    Allerdings sind wir uns bei dem Hersteller eher unschlüssig.

    Wir hatten bisher 3 Firmen vor Ort und jeder erzählt was anderes.

    Es handelt sich bei den bisherigen Anbietern um folgende Geräte:


    Atron E20-43

    EC Power XRGI 20
    Smartblock 16


    Aktuell besitzen wir 2 E Fahrzeuge, geplant sind allerdings 5 Wallboxen

    Die Überlegung ist später noch eine Photovoltaikanlage mit 20-30 Kwp zu installieren.


    Hier mal ein paar Daten:


    Verbrauchsdaten

    Jährlicher Stromverbrauch: 45.000-60.000 kw/h (geschätzt)

    Jährlicher Brennstoffverbrauch: laut dem ehemaligen Besitzer ca 85-90 Watt je qm


    Derzeitige Heizung

    Energieträger der Heizung: aktuell ÖL

    Alter und Typ der der Heiztechnik: 2x Öl Heizung Buderus 21kw

    Ist bereits eine Solarthermie vorhanden: ja aber aktuell laut Vorbesitzer nicht angeschlossen und aus dem Jahr 2004

    Vorhandener Heizungspufferspeicher und Größe: im Gerät integriert, kann also nicht all zu groß sein

    Art der Warmwasserbereitung und Vorratsvolumen: wird über die Ölheizung bereit gestellt

    Gibt es ein besonderes Strom-/Wärmeverbrauchsverhalten:

    Hydraulischer Abgleich durchgeführt: nein

    Temperaturen der Heizkreise: 65 Grad

    Art der Heizkörper: verschiedene, werden aber aktuell getauscht


    Immobilie und Rahmendaten

    Beheizte Fläche, Anzahl Bewohner: 1300qm, 18-24 Bewohner

    Art und Baujahr der Immobilie: 1905 Haupthaus ca 360qm, 1970 Nebengebäude

    Erfolgte Modernisierungen: Dachdämmung bis in die Spitzen, 12cm Aussenfassade, Fenster 1995-2005 erneuert

    Weitere geplante Modernisierungen:

    Zweiter Abgasstrang für BHKW frei: nein

    Erdgasanschluss vorhanden oder möglich: vorhanden

    Zusammenschluss von Nachbarhäusern möglich: nein


    Eventuell kann uns hier jemand Helfen durch den Dschungel an Anbietern durchzusteigen.


    Wir wollen halt nur nicht Unmengen an Geld ausgeben um danach ein Fass ohne Boden zu besitzen.


    Danke

  • Bei den Daten würde ich eher ein BHKW <15kW incl Batteriespeicher nehmen + Gas Brennwerttherme als Spitzenlast Kessel.

    Also den Spitzenlastkessel haben sie uns bei allen dreien empfohlen.

    Größer als 15Kw elektrische Leistung sind alle 3.

    Mit der Batterie hat es uns noch keiner empfohlen

  • Mit der Batterie hat es uns noch keiner empfohlen

    Ist auch richtig so, aktuell noch zu teuer und wenig Netzdienlich. So eine Batterie kann aber unabhängig von PV und BHKW zur richtigen Zeit nachgerüstet werden.

    Soll das ein Mietobjekt werden ? Sollen die Mieter Strom von BHKW und PV kaufen ?

  • Mit der Batterie hat es uns noch keiner empfohlen

    Ist auch richtig so, aktuell noch zu teuer und wenig Netzdienlich. So eine Batterie kann aber unabhängig von PV und BHKW zur richtigen Zeit nachgerüstet werden.

    Soll das ein Mietobjekt werden ? Sollen die Mieter Strom von BHKW und PV kaufen ?

    Das mit den Kosten der Batterie ist einleuchtend.


    Das Gebäude hat insgesamt 6 Wohneinheiten, 1 Büro und 5 Messezimmer.

    Es werden nur 2 Wohneinheiten fremdvermietet, ob es sich lohnt das diese beiden Parteien den Strom von uns beziehen ? Keine Ahnung

    Der rest ist alles Nutzung innerhalb der Familie, die Messezimmer haben ja einen Tagespreis da können wir den Strom ja verwenden?

  • Der rest ist alles Nutzung innerhalb der Familie

    nach dem Buchstabe des Gesetzes ist auch hier EEG Abgabe fällig

    die Messezimmer haben ja einen Tagespreis da können wir den Strom ja verwenden?

    Wenn die vermietende Firma identisch mit der das BHKW/ die PV betreibenden Firma ist

  • Wie haben heute eine schöne Botschaft vom Netzbetreiber erhalten.

    Dich die Hohe Leistung die wir für das Gebäude planen, muss der Hausanschluss verstärkt werden.


    Hier mal Lastenberechnung


    6 x Wohneinheit à 14,5kVA Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6


    6 x Messezimmer à 5kVA

    Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6


    1 x Wohnhaus ca. 22kVA

    Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6


    5 x Wallbox 11kVA

    Gleichzeitigkeitsfaktor 1


    1 x Scheune ca. 10kVA

    Gleichzeitigkeitsfaktor 0,4


    1 x PV á 28 kVA


    1 x BHKW à 18 kVA


    Der Anschluss hat aktuell 63 Ampere, uns ist klar das der viel zu klein für das Vorhaben ist.

    Der Netzbetreiber möchte für den neuen Anschluss schlappe 35.000-40.000€ haben..


    Ist das normal?


    Sorry aber bei einer solchen Summe für den Hausanschluss muss man sich echt 2x überlegen, ob man was für die Umwelt tun möchte oder es einfach sein lässt.

  • Ob die genannte Summe gerechtfertigt ist, weiß ich nicht. Aber die genannten Zahlen ergeben doch ohne BHKW und PV in der Summe schon 142,4 kVA, also etwa das Sechsfache von dem was jetzt da ist. Ich glaube kaum, dass Dich das ohne PV und BHKW billiger käme.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Sorry da stimmt was nicht.


    ich komme auf unter 100KVA, die PV und das BHKW speisen ein - sie reduzieren also die aus dem Netz bezogene Leistung ! Bei der Berechnung bleiben sie aber aussen vor.

    Der Preis kann auch nicht stimmen, übliche Preise für Neuanschlüsse bis 100KW/3*160A sind 3500-4500€ zuzüglich Schachtarbeiten ( in Eigenleistung möglich ) und natürlich das Kabel selbst.

  • Das BHKW läuft sicherlich nicht immer und die Sonne scheint auch nicht immer. Insoweit ist für mein Verständnis die Anschlußleistung nicht um die mögliche Einspeiseleistung zu reduzieren.


    Es ist kein Neuanschluss, sondern die Verstärkung eines bestehenden Anschlusses. Anderst wie in einem Neubaugebiet ist die Infrastruktur ist also schon vorhanden und muss dementsprechend angepasst werden. Das vorhandene Kabel muss ausgetauscht oder eins wird parallel für einen zusätzlichen Hausanschluss verlegt. In beiden Fällen ist eine Straße aufzubudeln oder im Falle bei einer noch vorhandenen Freileitung die Querschnitte zu erhöhen.


    Ich kann mir also schon vorstellen, dass in dem vorliegenden Fall diese Kosten entstehen. Wir können hier noch ordentlich darüber diskutieren, ob die Kosten gerechtfertigt sind. Sinnvoller für den Themeneröffner ist es, eine Kostentransparenz vom Netzbetreiber zu erbitten. Z.B. in welcher Entfernung liegt die nächste Niederspannungsverteilung? Anders wie in einem Neubaugebiet wird sich auch danach der Preis richten.


    Sorry aber bei einer solchen Summe für den Hausanschluss muss man sich echt 2x überlegen, ob man was für die Umwelt tun möchte oder es einfach sein lässt.

    Unabhängig davon, ob Du was für den Umweltschutz tust oder nicht, die Verstärkung des Hausanschlusses ist schon allein wegen dieser Anschlussleistungen erforderlich.


    Und ob bei den Wallboxen mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 1 gerechnet werden sollte, ist auch noch zu hinterfragen.


    6 x Wohneinheit à 14,5kVA Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6


    6 x Messezimmer à 5kVA

    Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6


    1 x Wohnhaus ca. 22kVA

    Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6

  • Das BHKW läuft sicherlich nicht immer und die Sonne scheint auch nicht immer. Insoweit ist für mein Verständnis die Anschlußleistung nicht um die mögliche Einspeiseleistung zu reduzieren.

    Hat auch keiner behauptet.


    in welcher Entfernung liegt die nächste Niederspannungsverteilung?

    In der Regel wird eine Abzweigmuffe im Hauptkabel gesetzt, ein neues Kabel zum Ortsnetztrafo ist bei dieser Leistung noch lange nicht nötig.

  • Und ob bei den Wallboxen mit einem Gleichzeitigkeitsfaktor von 1 gerechnet werden sollte, ist auch noch zu hinterfragen.

    Am Markt werden Wallboxen angeboten, die untereinander vernetzt sind und ein gestaffeltes Laden erlauben. Aber an der Anschlussleistung wird man nur drehen können, wenn vernetzte Boxen eingebaut und ("verplombt", d.h. vom Betreiber nicht änderbar!) so programmiert werden, dass eine bestimmte Gesamtleistung nicht überschritten werden kann.


    M.E. kann und muss der NB ansonsten durchaus damit rechnen, dass fünf Bewohner abends von Arbeit kommen und ihre E-Autos mehr oder weniger gleichzeitig in die Wallboxen stecken.

    ich komme auf unter 100KVA

    Ich hätte gerechnet: 6*14,5*0,6 + 6*5*0,6 + 22*0,6 + 5*11*1 + 10*0,4. Da kommt insgesamt 142,4 kVA raus, ohne PV und BHKW. Macht man das nicht so?

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Ich hätte gerechnet: 6*14,5*0,6 + 6*5*0,6 + 22*0,6 + 5*11*1 + 10*0,4. Da kommt insgesamt 142,4 kVA raus, ohne PV und BHKW. Macht man das nicht so?

    Sorry mein Fehler, ich hatte nur mit 1 Wallbox a11KW gerechnet - damit kommen 44KW mehr raus.


    Es muß also ein 156KW Anschluss sein ( 3*250A) da liegen die Baukostenzuschüsse über 20.000€.

  • Die Kosten sind meines Erachtens plausibel.


    Hängt stark von den örtlichen Gegebenheiten ab.

    Muss eine geteerte Straße oder nur ein gepflasterter Gehweg geöffnet werden.

    Wieviel Meter Kabel müssen gelegt werden, in welcher Dimension.

    Und in der Größenordnung muss definitiv ein neues Kabel gezogen werden.

    Da wird der VNB nix muffen, ganz einfach nach Verursacherprinzip.

    Den Baukostenzuschuss für die übergeordneten Netzebenen (abzüglich 30kw Freibetrag) nicht zu vergessen.


    Ich würde hier eher versuchen die beantragte Leistung zu reduzieren.

    Eine Scheune mit 10kva ? Was steht da an Maschinen drin ?

    Die Leistung oder die Gleichzeitigkeit für Wohnräume sehe ich auch überdurchschnittlich hoch.

    Durch die vielen Wohneinheiten, welche nie vollkommen zeitgleich maximale Leistung abrufen werden,

    kann man meines Erachtens die Gleichzeitigkeit wesentlich niedriger ansetzen.

    Wer braucht den in einem Wohnhaus (ohne E-Heizung) 22x0,6=13,2 kva ?

    50kw elektrisch Erdgas BHKW von Yados

    Absorptionskältemaschine aus BHKW-Abwärme

    Photovoltaikanlage 99,9 kwp