Modernieiserung DHH 140 m2 - Vitovalor wirtschaftlich ?

  • Moin,


    für eine Dachdämmung gibt es auch die Möglichkeit der Aufdachmontage, es werden Dämmstoffplatten auf der vorhandenen Schalung aufgebaut darauf dann die neu Dachhaut. Ob das bei Deinem Dach geht wäre durch einen Fachmann zu klären auch ob es evt. Sinnvoll wäre das dein Nachbar mitzieht sonst gibt es einen Höhenversatz zwischen beiden Dächern - schaut blöd aus.

  • . . . würde sich eine Brennstoffzelle bei Dir rechnen

    Mit der Aussage wäre ich aber sehr vorsichtig. Rechnen kann man natürlich immer, aber ob es richtig gerechnet ist und ob was positives dabei rauskommt steht auf einem anderen Blatt.


    Wie im Thread PT2/PA2 vorgerechnet, kommen bei aktuellen Preisen mit einer sehr optimistischen Rechnung auf die gesamte angegebene Lebensdauer der BSZ maximal €15.400 Amortisationsbeitrag raus. Bei realistischer Rechnung eher nur 13-14T€ und mit den geplanten Preissteigerungen für Gas ???


    Nehmen wir eine staatliche Förderung von €11.000 dazu, dann dürfen die Gesamtkosten für Investition und Wartung im optimistischsten Fall €26.500 erreichen, aber wahrscheinlich ist man schon ab €24.000 in den roten Zahlen. (Die enthaltene Gastherme muss man natürlich mit bewerten)


    Und man hat natürlich den ganzen bürokratischen Sch... am Hals. Nicht zu vergessen, dass auch schon Manches schief gegangen ist, was "garantierten Reichtum" bersprochen hatte.


    Der positive Fall setzt selbstverständlich voraus, dass die angegebenen Zahlen richtig sind (ein Schelm, der annimmt, dass die etwas optimistisch angegeben sein könnten), dass über die gesamte angegebene Lebensdauer der maximale el. Wirkungsgrad erhalten bleibt (was passiert eigentlich so in den letzten Tagen der Lebensdauer?) und dass auch sonst nichts schief geht (man könnte hier im Forum ja mal nachlesen, ob schon mal was schief gegangen ist) .


    OK, ich sehe das vielleicht zu primitiv, wenn ich einfach über die angegebene Lebensdauer die Kosten rechne. Wenn man die Lebensdauer in kleinere Häppchen aufteilt, das ganze mit ein wenig Hokus-Pokus mal Pi mal Bodennebel rechnet und dann noch gut schüttelt, dann kann man sich über ne Menge eingespartes Geld freuen. *versuch*

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Hallo zusammen,


    ich möchte mich wieder bedanken für Eure Zeit und Eure wertvollen Hinweise zum Thema.

    Ein paar Punkte über die ich am WE nachgedacht habe:


    Solarthermie:
    Vielleicht habe ich es mißverständlich formuliert: Das Angebot von 15k EUR nach Abzug Förderung beinhaltet das ganze Paket - ST + neue Gastherme inkl. Entfernen alter Öltank etc.. (Das Angebot über nur GasTherme war bei 12.5k EUR). Mit der evtl. angedachten Erneuerung der Radiatoren liegen dann beide Angebote in etwa gleichauf.

    Bin allerdings aus den von Euch genannten Gründen kein Fan von ST.


    Verbrauch alte Heizung / Dachdämmung

    Ich hab nochmal mit einigen Nachbarn in der Strasse bzgl. Ölverbrauch und Dachdämmung gesprochen (hier stehen 5 DHH baugleich zu unser). Die Dachdämmung aller Häuser scheint ähnlich zu sein, (ausgebautes DG bei Hausbau Ende der 70er) niemand hat bisher das Dach neu decken lassen oder neu gedämmt. Die Dachpfannen sind aus Beton und bisher hat noch keiner meiner Nachbarn (die z.Z seit 1978 hier leben) Probleme mit dem Dach gehabt.

    Ich würde denken: beim meinem Heizöl Verbrauch von ca. 2.100 l pro Jahr für 140 m2 (190 m2 Gesamtfläche) kann die Dämmung doch dann aber gar nicht sooo schlecht sein? Das ist ja in einem ähnlich Bereich bzw. sogar knapp drunter wie z.B. bei der Jens.

    Laut Energieausweis von 11/2013 hat unser Haus einen Endenergieverbrauch von 121 kWh/M2*a). bzw. Primärenergieverbrauch von 133.7 kWh/(m2*a). Das liegt nahe an den von mir ermittelten Werten.



    Brennstoffzelle:

    Eure Kommentare berücksichtigend, denke ich, macht es Sinn einmal die Alternative Hybridheizung (Wärmepumpe + PV) durchrechnen zu lassen. Evtl. auch Gas Therme + PV?
    Das macht mein aktueller HB nicht. Habt Ihr Empfehlungen und Erfahrungen, an wen Ich mich dafür wenden muss?

    Sind das unabhängige Gewerke?

    Evtl. habt ihr ja auch Tipps, wo ich mich am besten in das Thema Photovoltaik einlesen kann?


    Danke und LG

  • Evtl. habt ihr ja auch Tipps, wo ich mich am besten in das Thema Photovoltaik einlesen kann?

    Was ich über PV weiß, habe ich hier gelernt.

    Gas Therme + PV?

    Das sind zwei völlig unabhängige Gewerke. Gastherme könnte natürlich Dein HB machen. Für eine PV solltest Du – davon unabhängig – von Fachbetrieben aus Deiner Region ("Solarteure", meist aus der Elektriker-Branche) Angebote einholen. Bei Gastherme und Wärmepumpe müssten die beiden ersteren vom HB eingebaut werden, d.h. das geht nur mit einem HB, der sich mit WP auskennt. Wie man dann den Betrieb der WP mit PV optimiert, kann man unabhängig davon mit dem Solarteur besprechen, der die PV anbietet.


    Was die Frage der ST betrifft: Gastherme plus ST zur Warmwasserbereitung (plus PV) würde schon gehen, wenn genug Platz auf dem Dach ist und Du was für die Umwelt tun willst. Es gibt z.B. auch die Möglichkeit, eine ST lotrecht an die Hauswand zu hängen (natürlich nur wenn die Wand weitgehend unverschattet ist und nach Süden plusminus 45° ausgerichtet ist), oder eine ST mit Vakuumröhren-Kollektoren als Balkongeländer einzusetzen. Diese Lösungen konkurrieren nicht mit PV um Flächen. Sie bringen übers Jahr gerechnet deutlich weniger Ertrag als eine gleich große Dach-ST, aber im Winterhalbjahr mehr. Ob sich das alles (einschl. Förderung) jemals rechnet, ist eine andere Frage. Aber ich würde meine generelle Einstellung zu ST (unter der Voraussetzung dass eine geeignete Fläche überhaupt zur Verfügung steht) wie folgt präzisieren:

    • Im Parallelbetrieb mit einer Vitovalor geht ST gar nicht, oder nur mit erheblichen hydraulischen Klimmzügen. Mit anderen Brennstoffzellen oder BHKW's ist der Parallelbetrieb möglich, aber die Wirtschaftlichkeit der kombinierten Anlagen wird immer schlechter sein als die jeder Anlage für sich allein.
    • ST zur Warmwasserbereitung (für 4 Personen z.B. 5-6 qm) geht ansonsten eigentlich immer, und ist mit einer Pelletheizung sogar empfehlenswert. Der Platzverbrauch ist relativ gering, so dass eine Konkurrenz zur PV nur selten gegeben sein dürfte. Ökologisch ist so eine Anlage i.d.R. sinnvoll. Ob man das macht, ist deshalb eine rein wirtschaftliche Frage.
    • ST zur Heizungsunterstützung (für ein EFH eher 15 m2 oder größer) sehe ich auf Dächern kritisch: Sowohl ökonomisch als auch ökologisch, weil im Sommer (anders als bei einer PV) eine Menge erzeugte Energie weggeworfen werden muss, und weil dadurch womöglich Platz für eine PV verloren geht. Im Zweifel ist es immer besser, das Dach für PV zu nutzen.
    • Wenn man (aus ökologischen Gründen oder um bestimmte Förderungen zu bekommen) eine ST zur Heizungsunterstützung machen möchte, sollte man an Stelle des Daches auch unorthodoxe Lösungen prüfen. Bei lotrechter Anbringung geht im Sommer weit weniger überschüssige Energie verloren (weil sie gar nicht erst erzeugt wird), und im Winter ist die Energieausbeute i.d.R. höher als bei einer Dachanlage. Aber ob sich so etwas rechnet, muss jeder selbst entscheiden.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • Kurzer Input von meiner Seite, da ich gerade über den Artikel gestolpert bin und in diesem Thread auch schon darüber diskutiert wurde:

    CO2- und Erdgaspreise: Studie: Strompreis steigt bis 2030 um 50 Prozent - Handelsblatt

    Zitat

    Steigende CO2- und Erdgaspreise sorgen in den kommenden Jahren für einen massiven Anstieg der Stromgroßhandelspreise. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognos-Studie. Die Wirtschaft ist alarmiert.

  • Interessant, und aus meiner Sicht realistisch.


    Preissteigerung plus 50% klingt brutal, deswegen geht auch das Gejammer der Lobbyisten schon wieder los. Aber um das mal ins Verhältnis zu setzen:

    • Plus 50% in neun Jahren entspricht gerade mal 4,6% pro Jahr. Das sind so eben 2 Prozentpunkte mehr als die für diese Zeit erwartete allgemeine Preissteigerungsrate. Immerhin. Aber:
    • Wenn der Börsenstrompreis bis 2030 tatsächlich auf 6 ct/kWh steigt, hätte er damit knapp wieder das Niveau erreicht, das er in den Jahren 2006 und 2008 bereits hatte. Das war vor der Finanzkrise – die Älteren unter uns werden sich noch erinnern... :)

    Aber natürlich droht schon wieder die De-industrialisierung Deutschlands. Darunter macht's heutzutage ja keiner mehr.


    Erfreulich ist andererseits die folgende Schlussfolgerung des Industrieverbandes:

    Zitat

    Um das Strompreisniveau zu dämpfen, sei ein ambitionierter Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich. „Wir brauchen die Erneuerbaren für niedrige Strompreise. Industrieinteressen und Klimaschutz wachsen zusammen“

    Also da zieh' ich jetzt mal die Mütze. :hutab:

    Die Jungs (und Mädels?) von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sind offensichtlich dem Bundeswirtschaftsministerium um mindestens zehn Jahre voraus. :applaus:


    Für die Eingangsfrage, ob es sinnvoll ist Strompreissteigerungen in die Wirtschaftlichkeitsabschätzung für eine Brennstoffzelle einzubeziehen: 2 Cent/kWh Preissteigerung bis 2030 entspricht einschl. Umsatzsteuer ca. 2,4 Cent/kWh. Bezogen auf den aktuellen Strompreis von ca. 30 ct/kWh wären das 8% in 9 Jahren, bzw. 0,9% pro Jahr – also vermutlich weniger als die allgemeine Preissteigerungsrate. Immer vorausgesetzt, unser Staat führt keine neuen Abgaben auf den Strom ein, um damit irgendwelche Wahlgeschenke zu finanzieren.

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