Mit welcher Leistung das E-Auto laden?

  • Hallo zusammen

    Aus dem Beitrag



    bin ich auf das richtige Laden von E-Autos aufmerksam geworden, wonach die Ladeleistung nicht zu stark abgesenkt werden soll.

    Unser Kindertaxis ist seit dem 26.02. ein Golf VIII Style ehybrid. Dieser hat einen Akku von 13,4 kWh. Geladen wird er über eine Wallbox von VW mit max. 3,6 kWh. Laut App und VW e-manager kann ich die Ladeleistung um 50% reduzieren.

    Wir haben zuhause eine 3,6 kWh Photovoltaikanlage. Unser Händler sagte uns, im Sommer wenn die PV rund 2 bis 3 kWh bringt immer mit halber Leistung Laden, um den Eigenverbrauch zu optimieren und keinen Strom vom örtlichen Versorger zu beziehen, es geht zwar Strom verloren, aber das ist egal, da er "Umsonst" ist. Im Winter immer mit Vollast Laden um so günstig und effizient wie möglich mit Strom vom örtlichen Energieversorger zu laden.

    Ich selber habe diese "Ladetechnik" nicht hinterfragt, da ich berufsbedingt über wenig bis gar keine Grundlagen über Ladetechnik verfüge. Daher meine Frage, teilt Ihr die Auffassung vom Händler?

    Beste Grüße und vielen Dank für Eure Antworten


    Bernigo

  • Ich kenne das Fahrzeug und seinen Lader nicht. Ein 1-phasiger Lader klingt aber schonmal sehr gut für langsamladen! Was Du einfach ausprobieren kannst: Akku leer fahren (bei einem Plugin kein Problem) und dann Aufladen mit einem Messgerät. Einmal mit 16 A und einmal mit 8 A. Dann wirst Du sehen, ob und um wie viel der Verbrauch zur Aufladung mit verringerter Ladeleistung steigt. Ich selbst konnte bei einem Prius PHV den optimalen Ladewirkungsgrad übrigens bei 14 A messen.


    Das Schema sollte sich aber auch im Winter lohnen, wenn es wolken- und dunstfreie Tage gibt. :)

  • Die Ladeelektronik vom Auto benötigt 0,15 bis 0,35 kWh d.h. wenn du dein Auto lange lädst, dann hat die Elekronik auch viel Leistung verbraucht. Also wenn du möglichst wenig Leistung verbrauchen willst, dann schnell laden. Die geringsten Ladeverluste hast du bei CCS laden, da findet keine Wandlung DC/AC und wieder AC/DC statt. Schnelles laden geht angeblich aber auf die Lebensdauer es Akkus. Das konnte ich aber bisher noch nicht nachvollziehen. Mein Auto ist mittlerweile fast 8 Jahre alt, hat 88000km gelaufen und hat noch keinen nennenswerten Kapazitätsverlust.

  • Hallo Bernigo,

    die Aussage von Deinem Händler ist richtig. Die Ladegeräte haben aber i.d.R. einen recht guten Wirkungsgrad, sodass Du den Unterschied der Ladeleistung nicht merkst. Der Tip von Neuendorfer sollte da Klarheit bringen.

    Wenn das Auto tagsüber neben der PV-Anlage steht, würde ich auch mit 50% Laden. Da steigt die Chance pure Sonne zu tanken. Das bisschen Kinder-Kutscherei erfordert sicherlich auch kein tägliches Laden. Das erlaubt Wetter-orientiertes Laden.

    Citroen C-Zero, 35qm PV, 12kWh LiFePo (15x250Ah, Winston), 4kW Taiwan-Inverter, DIY BMS
    Hausdämmung 16cm PS 0.035

  • der Rest ist mir egal.

    Verluste sind das eine, Lebensdauer das andere.

    Gibt es Informationen, wie die Zellen auf eine minimale Ladungsleistung reagieren?


    p.s. wie wird die openWall angesteuert? bzw. woher weiß die, was ansteht?

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Die "Verluste" hast du auch durch die längere Nutzung der Ladeelektronic im Fahrzeug.
    Früher bei der ersten Zoe waren die extrem hoch-
    Bei allen heutigen Fahrzeugen sind die Verluste aber optimiert worden und sind im akzeptablen Bereich.
    Die neuen förderfähigen Ladeboxen sollten eigentlich alle PVunterstützung mit anbieten.

  • Die neuen förderfähigen Ladeboxen sollten eigentlich alle PVunterstützung mit anbieten.

    Alle nicht, aber die besseren schon, z.B. die von Heidelberg. Allerdings genügt dafür nach meinem Verständnis die "smarte" Ladebox allein nicht: Man braucht außerdem einen "Home Energy Manager" wie z.B. diesen hier, mit dem sich die Ladebox verbinden kann. Einschließlich Anschlusskosten sind da für beides zusammen 2000 € schnell weg. Immerhin gibt es für die Ladebox selbst einen KfW-Zuschuss von 900 EUR. Aber einen guten Tausender muss man für so eine Lösung wohl jedenfalls rechnen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Die neuen förderfähigen Ladeboxen sollten eigentlich alle PVunterstützung mit anbieten.

    Alle nicht, aber die besseren schon, z.B. die von Heidelberg. Allerdings genügt dafür nach meinem Verständnis die "smarte" Ladebox allein nicht: Man braucht außerdem einen "Home Energy Manager" wie z.B. diesen hier, mit dem sich die Ladebox verbinden kann.

    Oh oh! Bitte bei allem immer ganz genau lesen, was es kann und welche Sprache es spricht! Die Heidelberg Wallbox ist qualitativ super - kann als groß beworbene PV-Regelung aber nur Ein/Aus. Das Connect ist eine RS485 zwischen mehreren Ladeboxen, damit mehrere Boxen nicht eine Anschlussleitung überlasten. Also ein 11 kW Kabel für 4 Wallboxen ist damit z.B. kein Problem. Aber die Box kann nicht von 1,8 bis 11 kW die Ladeleistung nach dem aktuellen Ertrag von PV und BHKW regeln. Dafür braucht es wirklich smarte Boxen. Wer den Home Manager von SMA hat, kann z.B. den neuen SMA Charger nehmen (proprietäre Lösung). Eine OpenWB Wallbox lässt sich hingegen eigentlich immer verbauen, weil offene Protokolle. Dann braucht es jedoch einen Stromsensor oder ggf. Protokollkonverter. Und in einer OpenWB ist die "Intelligenz" schon drin. Den Smartfox zur Aufrüstung "dummer" Wallboxen finde ich preislich völlig überzogen. Wenn man aber den Salat hat und einen Problemlöser braucht, kann es einem das Geld natürlich auch wert sein.


    Leider alles weit weniger einfach als man zunächst glaubt!

  • der Rest ist mir egal.

    Verluste sind das eine, Lebensdauer das andere.

    Gibt es Informationen, wie die Zellen auf eine minimale Ladungsleistung reagieren?


    p.s. wie wird die openWall angesteuert? bzw. woher weiß die, was ansteht?


    Meine OpenWB ist die "Vollausstattung" d.h. die schaltet sogar selbstständig zwischen einphasiger u. dreiphasiger Ladung um.

    Da geht der i3 mit einer Startladung von 1,4 kW bis 11kW maximal. Die Box selbst könnte bis 22kW.


    Die Leistung wird bei mir anhand der Einspeisung am Übergabezähler vom Hausanschluss geregelt.


    Verbaute Komponenten bei mir, weil Anlage etwas umfangreich ist mit BHKW und PV in Kaskade sowie ein Batteriespeicher:


    - Open WB

    - Senertec Dachs inkl. Erzeugungszähler im Netzwerk

    - SMA WebBox für PV-Anlage mit 50 kWp als EV Anlage (3 x SMA Tripower 17.0)

    - SMA Sunny Island

    - SMA Home Manager (1. Generation)

    - SMA Energy Meter (1. Generation)

    - BMW i3


    Und alles kommuniziert untereinander über das Heimnetz und funktioniert wirklich prima!

    Zumal sich der Herr Wieland von OpenWB wirklich sehr in die Anlage vor ein paar Jahren reingedacht hat und damals oft mit mir telefonieren musste. Großes Lob, weil er damit wirklich ein extrem universelles System geschaffen hat...