Baseload wohin gehst Du ?

  • Welche Erwartungen habt Ihr ? 5

    1. Baseloadpreis steigt (5) 100%
    2. Baseloadpreis bleibt so (0) 0%
    3. Baseloadpreis sinkt wieder (0) 0%

    Nachdem der Monats Baseload Preis im Januar 2021 auf 5,281ct / kWh gestiegen ist, erwarten viele ein weiteres Ansteigen des Baseload Preis.


    Durch die Abschaltung von Großkraftwerken verändert sich Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt und besonders im Winterhalbjahr mit hohem Strombezug ( wenn man u.a. an Frankreich und die Elektroheizungen dort denkt ) werden Kostendeckende Vergütungen erzielt werden können. Ein Quartalspreis von über 5 ct scheint möglich.


    Werden wir in zwei Jahren wieder eine 8 vor dem Komma haben, was meint Ihr ?

  • Hallo Dachsfan,


    habe zwar keine Ahnung von der Thematik, aber zukünftig soll jeder eine Wärmepumpe haben, ein E-Auto fahen, grüner Strom soll in Wasserstoff umgewandelt werden und gleichzeitig steigen wir aus Atom und Kohlestrom aus, da muss der Baseload doch steigen, oder?

  • Schon, aber dafür werden die regenerativen Erzeugungskapazitäten zukünftig mehr (wollen wir doch hoffentlich annehmen) und preisgünstiger (das ist m.E. sicher). Deshalb traue ich mich nicht, eine Prognose über das durchschnittliche Preisniveau abzugeben. Was ich erwarte, sind deutlich stärkere Preisschwankungen: Im Sommerhalbjahr v.a. im Tagesverlauf (morgens und abends hoch, mittags und nachts niedrig), im Winterhalbjahr v.a. abhängig vom Windangebot. Der Preis für "Residuallast-Strom" wird natürlich steigen, wegen angemessener CO2-Zertifikatepreise (wollen wir doch hoffentlich annehmen) und wegen des steigenden Anteils der teureren Gaskraftwerke (das ist m.E. sicher). Aber im Gegenzug wird der Anteil dieses Stroms im Mix von derzeit noch 50-60% deutlich zurückgehen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • solange wir Kernkraft, Steinkohle und Braunkohle durch Gas ersetzen und keine Stromspeicher einsetzen (damit meine ich auch Wasserstofferzeugung und -umsetzung) wird das nichts. Wir werden Energie weiterhin nach Erfordernis im Ausland kaufen oder dorthin verschenken. Noch gibt es keine Glättung zwischen Erzeugung und Verbrauch der regenerativen Energieerzeugungen durch Speicher.


    Gruß Dietrich

  • Wir werden Energie weiterhin nach Erfordernis im Ausland kaufen oder dorthin verschenken. Noch gibt es keine Glättung zwischen Erzeugung und Verbrauch der regenerativen Energieerzeugungen durch Speicher.

    Wenn man denn den Strom ledigich nur verschenken würde, aber man legt ja jede Menge Geld auf den verschenkten Strom dazu. Im Jahre 2020 war der Strompreis 298 Stunden, im Vorjahr 211 Stunden im negativen Bereich, im Vorvorjahr ( 2018 ) lediglich 134 Stunden.

    Seit 2008 steigen die Anzahl der Stunden mit negativen Preisen in Deutschland mit jedem Jahr.

    Zusätzlich zu den Negativen Stundenkontrakte, also an der Strombörse gehandelte Kontrakte einer Stunde mit negativen Preisen kommen noch die Nullwerte ( 2020 = 4 h ) wo der Strom keinen Wert hat.

    Schon, aber dafür werden die regenerativen Erzeugungskapazitäten zukünftig mehr .... Aber im Gegenzug wird der Anteil dieses Stroms im Mix von derzeit noch 50-60% deutlich zurückgehen.

    Ja die regenerativen Erzeugungskapazitäten werden zukünftig weiter steigen, aber damit werden die Schwankungen bei fehlender Sonnenenergie bzw. fehlendem Wind und deren Vorhandensein noch größer und schwerer Auszuregeln. Die negativen Strompreise werden weiter zunehmen, was den Strompreis senkt.


    Noch mehr Gaskraftwerke werden ganzjährig nur für Regelleistung benötigt, was den Strompreis antreibt.


    Was meinst Du mit der Anteil dieses Strom im Mix wird zurückgehen, der Gaskraftwerke ? oder Kohlekraftwerke ?

  • Interessant dürfte es werden, wenn tatsächlich variable Stromtarife kommen seinen eigenen Strom speziell zu "Hochzeiten" zu produzieren und Verbraucher bei "Niedrigzeiten" laufen zu lassen.

    Mit dem BHKW hat man zumindest die Möglichkeit beide Peaks zu nutzen.


    Die Schwankungen werden größer werden, aber ob nachhaltig nach oben orientierte Durchschnittswerte entstehen?

    Sehr fraglich...

  • Interessant dürfte es werden, wenn tatsächlich variable Stromtarife kommen seinen eigenen Strom speziell zu "Hochzeiten" zu produzieren und Verbraucher bei "Niedrigzeiten" laufen zu lassen.

    Der Haupteffekt variabler Tarife dürfte sein, dass Verbraucher im Allgemeinen sich darauf einstellen könnten und die Waschmaschiene bei Niedrigtarif laufen lassen. Die vergleichsweise (leider) kleine Gemeinde der BHKWler wird da den Kohl nicht fett machen, zumal da eine Optimierung auf "Eigenverbrauch" auch weiterhin im Vordergrund stehen dürfte.


    Solange wir EE-Strom nicht speichern, werden Kohle und/oder Kernkraft weiterlaufen (leider müssen), denn neue Gaskraftwerk als Lückenfüller für die "Dunkelflaute" will keiner bezahlen. |__|:-)


    p.s. In wenigen Jahren werden wir auch nicht mehr in der Lage sein, größere Mengen an Gaskratwerke zu bauen, weil auch hier die Kapazitäten abgebaut werden. Laut Nachrichten gestern 7000 Stellen.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Was meinst Du mit der Anteil dieses Strom im Mix wird zurückgehen, der Gaskraftwerke ? oder Kohlekraftwerke ?

    Beides. Kohle sowieso, die soll ja bis 2038 ganz verschwinden. Aber auch der Anteil der fossilen Erzeugung (d.h. zukünftig im Wesentlichen auf Erdgasbasis) an der Stromerzeugung insgesamt geht kontinuierlich zurück. Ob er übrigens absolut zurückgeht oder nur prozentual müssen wir sehen, denn auch ich erwarte zukünftig eine erhebliche Steigerung des Stromverbrauchs. Aber selbst dann wird sich das auf den Durchschnittspreis für Strom (über den reden wir ja hier) immer weniger auswirken, weil dieser zukünftig weitgehend von den Kosten der regenerativen Stromerzeugung bestimmt werden wird. Und hier erwarte ich eher einen Rückgang.

    damit werden die Schwankungen bei fehlender Sonnenenergie bzw. fehlendem Wind und deren Vorhandensein noch größer und schwerer Auszuregeln.

    Sag' ich ja. Und dann stellen sich zwei Fragen:


    1) Inwieweit wird sich zukünftig – bei entsprechend massiven preislichen Anreizen! – die Nachfrage der zwangsläufig schwankenden Erzeugung anpassen? Bei manchen Grundstoffindustrien mit hohem Stromverbrauch geht das insbesondere bei stundenweisen Schwankungen ganz gut. Den Strombedarf von Wärmepumpen und Kühlaggregaten kann man über Wärme- und Kältespeicherung (beides viel billiger als Stromspeicherung) in gewissem Rahmen steuern, zumindest um Tagesschwankungen auszugleichen. Auch für E-Autos geht das beim Laden zu Hause oder tagsüber beim Arbeitgeber recht gut, beim Laden unterwegs dagegen gar nicht. Ansonsten dürfte das Potential bei der Masse der Stromverbraucher eher beschränkt sein, und zum Ausgleich mehrtägiger Angebotsschwankungen ("Dunkelflaute") sind alle diese Ansätze weitgehend ungeeignet. Der Großteil der Schwankungen wird sich also nur mit Hilfe von Speichern und Reservekapazitäten ausgleichen lassen. Und damit wird die zweite Frage wichtig:


    2) Wie werden künftig die erheblichen Kosten für Stromspeicherung und Reservekapazitäten (z.B. Gaskraftwerke, die nur 500-1000 Stunden im Jahr laufen) auf die Verbraucher umgelegt? Auf die Erzeugerpreise – die ja allein den Baseload-Preis bestimmen – würde sich das nur dann auswirken, wenn man den Residualerzeugern (Gaskraftwerke, Pumpspeicher etc.) erlauben würde – anders als jetzt – auch ihre Fixkosten auf die Erzeugerpreise umzulegen. Damit würden dann in Zeiten hoher Last und niedriger EE-Erzeugung die Börsenstrompreise ganz erheblich stärker steigen als sie das jetzt schon tun, und zwar auch für die Industrie. Das könnte dann schon auch im Durchschnitt zu höheren Baseloadpreisen führen. Ich halte es aber wahrscheinlicher, dass die genannten Kosten großenteils über die Netzentgelte verrechnet werden, die dann m.E. für alle Verbraucher variabel sein müssten (mit Smart Metern ist das möglich). Für den Verbraucher käme das weitgehend aufs gleiche hinaus, aber bei Verrechnung über die Netzentgelte hätten die Speicher- und Reservekosten auf die Baseload-Preise keinen (steigernden) Einfluss.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • ...Den Strombedarf von Wärmepumpen und Kühlaggregaten kann man über Wärme- und Kältespeicherung (beides viel billiger als Stromspeicherung) in gewissem Rahmen steuern, zumindest um Tagesschwankungen auszugleichen. Auch für E-Autos geht das beim Laden ...zum Ausgleich mehrtägiger Angebotsschwankungen ("Dunkelflaute") sind alle diese Ansätze weitgehend ungeeignet.

    Tolle Beiträge von allen, Danke !


    Auch ich gehe davon aus, dass kleine EFH mehr und mehr mit Wärmepumpen ausgestattet werden, Elektrofahrzeuge sich imemr stärker durchsetzen und diese gesteuert geschaltet werden müssen, je nach Stromangebot. Betreffend der Dunkelflaute, ich denke mal an die dunklen windlosen Wintertage werden Gaskraftwerke die Last zu tragen haben, die zum Teil mit Wasserstoff betrieben werden, der bei Stromüberschuß zu produzieren ist. ( Thema Langzeitspeicher )


    So weit mir bekannt ist hat die Regelleistung ( sowohl positiv als auch negativ ) Einfluss auf den Baseloadpreis, wenngleich wie zutreffend geschrieben, die Kosten selbst über die Netzkosten abgewickelt werden, da diese zur Netzstabilisierung zwingend erforderlich sind.

  • Hallo Dachsfan,

    schön das der verlorene Sohn zurückgekehrt ist. Ich kann mich noch gut an die erste Veranstaltung zur Wartung des Dachses in Bochum erinnern. Wie lange ist das schon her? Eine große "Speicherbatterie" in Norwegen (Wasserkraft) wurde gerade über eine 1 GW Leitung angeschlossen. Auch die zukünftig stark kommenden Elektroautos können mit ihren relativ großen Speichern einen Tagesausgleich von Erzeugung und Verbrauch unterstützen (bidirektionales Laden). Der jahreszeitliche Ausgleich bleibt zunächst mal ein Problem, wenn konventionelle Kraftwerke vom Netz gehen. Dazu wäre KWK ideal, wobei der EE-Anteil am Brennstoff ständig erhöht werden müsste. In meinem "Reich" sind alle erwähnten Komponenten im Einsatz, außer Wind- und Wasserkraft.


    Viele Grüße


    Udo

    Viele Grüße

    Hololoy


    Senertec Dachs HR 5,3 kW (2004), PV 1: 10 kWp (2008), PV 2: 5 kWp (2009), PV 3: 3,75 kWp mit Eigenstromnutzung (2013), PV 4: 7,5 kWp mit Eigenstromnutzung (2015), Speicherakku stationär: 24V, 10kWh brutto (2010), Zero SR: 13 kWh (mobiler Speicher, 2016), Opel Ampera: 16 kWh (mobiler Speicher mit Wärmeerzeuger, 2013), ELCO Wärmepumpe AEROTOP G (Luft-Wasser, 2022)

  • Eine große "Speicherbatterie" in Norwegen (Wasserkraft) wurde gerade über eine 1 GW Leitung angeschlossen.

    Wenn Du NordLink meinst ist das eine 1,4 GW Leitung, eine absolut notwendige Stromtrasse wenn man AKW`s und Kohlekraftwerke abschalten will. Meines Wissens wird noch eine weitere 2 Milliarden Euro teure Leitung gebaut.


    Die Leitung(en) dienen dazu, dass wir noch besser bei Dunkelflauten Strom teuer einkaufen können und überschüssigen EEG Strom zum negativen Strompreis ( also wir zahlen noch auf unseren gelieferten Strom drauf ) an Norwegen liefern können.


    Aber wie gesagt notwendig ohne wenn und aber.


    Elektroautos können mit ihren relativ großen Speichern einen Tagesausgleich von Erzeugung und Verbrauch unterstützen (bidirektionales Laden).

    Udo, dass werden wir nicht mehr erleben !


    Aus zahlreichen Gründen wird nie, bis auf einzelne Fahrzeuge natürlich, ein Entladen von Fahrzeugspeichern geben. Die Fahrzeughersteller sind froh das die Energie drin ist und die Ladetechnik ist dazu ungeeignet und auch nicht dafür vorgesehen. Auch die Elektrotankstellen, sowohl die öffentlichen als auch die privaten Wallboxen sind dafür nicht geeignet.


    Ansonsten will ich den Beitrag nicht verwässern, viel wäre zu erzählen und zu sagen, aber es liebt alles in der Vergangenheit und die sollte man auch "ruhen lassen können". Nach vorn blicken und gemeinsam die Zukunft mitgestalten ist gefragt und ich danke dejenigen der hier im Forum ( wieder) eingetretenen zu den netten Einladungen doch den Schritt zu machen und zu versuchen die Technologie der Kraft - Wärme - Kopplung in der schweren Zeit zu fördern.


    Zutreffend wurden gewisse KWK Anlagen vom Netz genommen, gewissen Technologien haben sich als nicht brauchbar herausgestellt, andere waren in Objekten unter dem Eindruck hoher Baseloadpreisen und KWK Zuschlägen, sowie aus technischer Neugier usw. eingesetzt. Der Markt hat es bereinigt, Stirlings sind aus technischen Gründen bereinigt usw.


    Vieles für das wir gekämpft haben ist den Bach runter gegangen, mir wäre lieber die vorhandenen und absolut technisch einfandfrei funktionierenden KWK Anlagen wären weiterbetrieben worden und hätten beim Heizen Strom erzeugt und eingespeist. Jedoch bei einer Einspeisevergütung von ca. 3 ct / kWh und einem Gaspreis von 5 ct/kWh erzeugt niemand Strom um ihn einzuspeisen.


    Faire Information und Beratung soll künftig so etwas verhindern, Politisch muss man prüfen ob derartige Anlagen nicht gewünscht und gefördert werden sollten. Versuchen wir gemeinsam uns dafür einzusetzen.

  • Udo, dass werden wir nicht mehr erleben !

    Nicht alles glauben, was der Arzt Dir erzählt :)

    https://www.electrive.net/2021…nergiesektor-und-politik/


    Technisch ist Bidirektionalität der Inverter kein großes Ding. Einfach formuliert wird der Eingangs-Gleichrichter durch eine geschaltete Brücke ersetzt. Ein Pendeln des SOC der Batterie von 100% <-> 80% reduziert deren Lebensdauer nur geringfügig.

    Citroen C-Zero, 35qm PV, 7kWh LiFePo (15x250Ah), PIP-4048MS, 4kW Daikin comfora Luft-Luft Wärmepumpe

  • Zunächst wollen die Kfz Hersteller die Funktion gar nicht, da sie eine lange Akkulebenserwartung wollen und keine Akkunutzung "freigeben".


    Ich erwarte auch nicht das die großen Hersteller diese Linie in den nächsten zehn JAhre verlassen werden, außer der Gesetzgeber zwingt sie.


    Technisch ist alles möglich, das habe ich nie bestritten.

  • Da die großen Automobilhersteller den Strommarkt für sich entdeckt haben ist es nur eine Frage der Zeit bis sie mit Ihren Flotten auch Regelleistung bereitstellen werden - natürlich für gutes Entgelt am Fahrzeugbesitzer vorbei in die eigene Tasche. |__|:-)