Sollen wir eine Viessmann PT2 kaufen?

  • Liebes Forum!


    Wir sind eine 5-köpfige Familie aus Augsburg.


    Unsere Heizung Buderus GB 112 Bj. 1999 21,4 kw, Heizung mit Brauchwasser ist nicht mehr zu retten. Uns liegt ein Angebot über eine BSZ PT2 über 23.599€, 19 kw vor. Förderung bereits abgezogen.

    Wir verbrauchen 4500 kWh Strom und 15'500 kWh Gas.

    120 qm Wohnfläche, Bj 75.


    Was haltet ihr davon? Wir sind technisch nicht so versiert und sind uns unsicher.


    Vielen Dank für eure wertvollen Beiträge.


    Herzlichst


    Alex

  • Moin Alex,


    von den Verbrauchsdaten her könnte sich eine PT2 bei Euch rechnen. Der Stromverbrauch müsste das hergeben, und mit fünf Personen sollte der Warmwasserverbrauch hoch genug sein, um auch im Sommer vernünftige Laufzeiten zu erreichen.

    Uns liegt ein Angebot über eine BSZ PT2 über 23.599€, 19 kw vor. Förderung bereits abgezogen.

    23.600 EUR plus 9.300 EUR KfW-Förderung ergibt einen Angebotspreis von 32.900 EUR. Wenn das brutto ist, oder wenn in dem Angebot zumindest die Kosten für den obligatorischen zehnjährigen Wartungsvertrag bereits mit enthalten sind (prüfen!), könnte das in Ordnung gehen. Ansonsten erscheint mir das ziemlich teuer. Und insbesondere wenn der Anbieter EW Energy World sein sollte (die Firma ist bekannt für ihre, sagen wir, hochmotivierten Vertreter), empfehle ich Dir ein weiteres Angebot von einem für die PT2 zertifizierten Heizungsbauer aus Deiner Region einzuholen.

    Was haltet ihr davon? Wir sind technisch nicht so versiert und sind uns unsicher.

    Von der Angebotshöhe ggf. abgesehen, erscheinen mir die Grundvoraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb einer PT2 bei Euch gegeben. Eine Brennstoffzelle (oder überhaupt ein BHKW) ist allerdings kein Rundum-Sorglos-Paket. Zum Einen hängt – anders als bei einer gewöhnlichen Heizung – ein gerüttelt Maß an Bürokratie daran. Hierzu empfehle ich Dir, den Leitfaden durchzulesen. Und zweitens sollte man sich auch nach der Inbetriebnahme ein wenig um das Gerät kümmern, z.B. regelmäßig die Werte ablesen und beobachten wie es arbeitet, damit man bei allfälligen Störungen oder auch nur Unzulänglichkeiten (z.B. geringe Laufzeiten trotz gegebenem Wärmebedarf wegen irgendwelcher falsch eigestellter Parameter) schnell reagieren kann. So ein BHKW hat immer auch ein wenig Hobby-Charakter, und wer sich überhaupt nicht damit beschäftigen möchte, dem würde ich – auch bei ansonsten günstigen Voraussetzungen – eher davon abraten.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • ....So ein BHKW hat immer auch ein wenig Hobby-Charakter, und wer sich überhaupt nicht damit beschäftigen möchte, dem würde ich – auch bei ansonsten günstigen Voraussetzungen – eher davon abraten.

    Insgesamt und besonders das Zitat ein sehr guter Beitrag zur beantwortung Deiner Frage. In diesem Sinne wirst Du wenn Du googlest hier im Forum und auch außerhalb dies lesen können.


    Leider ist nicht immer das Neuste auch das am besten geeignete, besonders da die gesetzlichen Vorgaben ( Bürokratie ) unangemessen hoch für eine derartig kleine Anlage sind.


    Ich kenne persönlich einige die daran regelrecht verzweifelt sind, so das ich Sailor uneingeschränkt zustimme.

    Ein Negativbeispiel einer Vitowin - 300 hier um zu erklären, was in Einzelfällen passieren kann.

  • Lieber Sailor,


    Danke für deine prompte Antwort!


    Das Angebot ist brutto

    und inkl. Wartungskosten.


    34.699 € abzüglich 11.100 € Förderung.


    Ein örtlicher Heizungsbauer hat es erstellt.


    Alternativ wurde Gasheizung mit Solarthermie empfohlen oder nur die Gasheizung, Komplettpreis mit Speicher 8500 €, auszutauschen....


    2 Heizungsbauer, 4 Meinungen!


    Von der Idee her fänden wir eine BSZ am attraktivsten.


    Irgendwie müssen wir uns jetzt entscheiden oder nochmals ein Angebot über eine PT2 einholen.


    LG


    Alex

  • Unter diesen Bedingungen – brutto einschl. Wartungskosten – ist das Angebot OK. Und wenn das vom örtlichen HB kommt, brauchst Du m.E. kein weiteres Angebot einzuholen. Es ist einfach immer besser, wenn der Vertragspartner vor Ort verfügbar ist.


    Gasheizung mit Solarthermie ist die Standardlösung, die geht immer. Aber meine Empfehlung an Dich wäre, jetzt den Leitfaden durchzulesen, damit Du weißt was auf Dich als Betreiber einer KWK-Anlage zu kommt. Wenn Du danach immer noch der Meinung bist dass Du das mit der PT2 angreifen möchtest, solltest Du es machen.


    Und nachdem Euer Dach offenbar solartauglich ist könntest Du – wenn noch Geld übrig ist – statt einer ST-Anlage (die mit einer PT2 ohnedies unverträglich wäre) eine PV-Anlage installieren, natürlich ohne Stromspeicher. So etwa 5 kW(p) – größer geht natürlich auch – wären für eine PT2 eine gute Ergänzung, weil Du dann auch außerhalb der Heizperiode, wenn die PT2 nicht durchläuft, tagsüber eigenen Strom zur Verfügung hast.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • Moin,

    also bei deinen Verbräuchen halte ich eine Brennstoffzelle für betriebswirtschaftlichen Unsinn.

    800€ Gas/Jahr und 1200€ Strom/Jahr ( wenn ich grob rechne ) 2000€ Gesamtkosten.

    Wie willst du da über die eingesparten Energiekosten 23000€ zusammenkriegen.

    Also da würde ich auf jedenfall eine normale Gasbrennwerttherme nehmen und wenn du Fußbodenheizung hast evtl. auch Solarthermie.

    wenn keine Fußbodenheizung dann lieber das Dach mit Photovoitaik voll machen und optional Batteriespeicher vorsehen.

    Gruß

    JoGo

  • Nach meiner Schätzung müssten sich die Mehrkosten zur Gastherme in ca. 15 Jahren amortisieren. Das wäre gerade noch im Rahmen.


    Aber wenn es kein BHKW sein soll und tatsächlich eine Heizung mit niedriger Vorlauftemperatur (max. 50°C) vorhanden sein sollte, würde ich als Alternative zur Gastherme auch noch eine Luft-Wärmepumpe rechnen. Auch dazu wäre eine PV-Anlage eine sehr gute Ergänzung, jedenfalls besser als eine Solarthermie.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 9,2 qm (brto.) Vakuumröhren (Vorgänger 14 qm Flachkollektoren 2004-2021, davor 8 qm 1979-2003)

  • Moin Leoony,

    das Lied der gewinnbringenden Heizung singen sie alle, sie kommen und gehen wieder. Wenn es so ist, wie Du in Beitrag

    #1 schreibst, dass Du technisch auf Hilfe angewiesen bist, dann entscheide Dich für etwas Duchschaubares.

    Deine Buderus GB112 hat doch recht lange gehalten. Wenn es die GB112-24 war, dann tausche sie gegen die GB192.

    Es passen dann alle Anschlüsse wie vorhanden und gut ist und sehr preiswert.

    Die immer wieder gepriesene Stromkostenreduzierung erreichst Du durchschaubarer mit dem Einsatz verbrauchsreduzierter Geräte und Leuchten und hast hier auch keine sich ständig ändernden gesetzlichen Regularien

    zu befürchten.


    Gruß Dietrich