Installation und Betrieb einer PA2

  • Hallo,


    zunächst einmal ein dickes Lob an alle Mitwirkenden die sich hier so intensiv beteiligen und damit auch diejenigen mit Wissen „füttern“, die wie ich, zwar allein schon aus technischem Interesse hier mitlesen aber auf Grund fehlendes Fachwissen oder Erfahrungen nichts oder nur sehr wenig beitragen können.


    Da es sich in dem vorangegangenen Threads hauptsächlich um den Betrieb des Vitovalor PT2 dreht, möchte ich hier gerne die Besonderheiten der Installation und den Betrieb der PA2 mit diesem Beitrag im Vordergrund stellen. Ein für mich wesentlicher Grund hierfür ist natürlich, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, mir ebenfalls eine solche Anlage ins Haus zu stellen.


    Bevor ich meine Fragen los werden möchte, zunächst zu meiner Situation:

    Stromverbrauch: ca. 4000 KW ( Tendenz steigend, da mittelfristig Anschaffung E-Fahrzeug geplant)

    Gasverbrauch. ça. 20000 KW


    Die bestehende ATAG Brennwerttherme ist 15 Jahre alt (funktioniert tadellos und wird regelmäßig gewartet) Angeschlossenen ist aktuell ein 100l Warmwasserspeicher.


    1.
    Ungefähr 45% meines oben genannten Stromverbrauchs wird aktuell durch eine PV-Anlage (22 KW) abgedeckt. Hier im Forum habe ich gelesen, dass die BZH mittels sog. Kaskadenschaltung an das Hausnetz angeschlossen werden sollte, um vorrangig den BZH-Strom als Eigenverbrauch zu priorisieren, was ich aufgrund der deutlich höheren Einspeisevergütung meiner PV-Anlage natürlich auch zwingend dann beabsichtige. Ist diese Denkweise so nachvollziehbar und richtig?


    2.

    Das „Projekt PA2“ würde ich gerne aus Gründen der Kostentranzparenz in 5. Bereiche einteilen:

    1. Kauf eines PA2

    2. Kauf eines Pufferspeichers

    3. Installation und Montage durch den von Viessmann qualifizierten Heizungsbauer vor Ort (HB)

    4. Inbetriebnahme

    5. Basis-Servicepaket

    Der Hintergrund für diesen Ansatz ist, dass es online attraktive Paketangebote für den Erwerb der in Ziff. 1,2,4 und 5 genannten Punkte gibt. Somit erfolgt dann lediglich nur noch die Installation durch den örtlichen HB (siehe Ziff. 3) Ist diese Herangehensweise empfehlenswert oder bringt es weitere Nachteile bringt mit sich, außer dass man bei Mängel etc. unterschiedliche Ansprechpartner hätte und man sich natürlich selbst kümmern muss (Förderung, Registrierung der Anlage etc.)


    3.

    Welcher Pufferspeicher (Typ) wäre in welcher Größe empfehlenswert, um die BZH möglichst effektiv auszulasten, wenn der vorhandene 100l Warmwasserspeicher der Firma inventum nicht ausreicht oder nicht zu empfehlen wäre?


    Mike

  • Also ich teile mal als erstes meine Meinung zu Punkt 2.


    Ich gehe in ein Restaurant, bitte den Kellner, mein selbst im Internet gekauftes Steak zu braten, dazu die im Supermarkt gekaufte Hollandaise zu erwärmen und einen Salat aus dem Garten meines Nachbarn zu arrangieren und frage nach dem Preis für dieses Paket.


    Ich denke, jedem ist klar, was ich damit sagen möchte.


    Was spricht dagegen, einen vernünftigen HB vor Ort mit dem Komplettpaket zu beauftragen, auch wenn hier sagen wir mal 1000 € mehr fällig sind? Spätestens bei Inbetriebnahme und den anfänglichen Problemchen wird sich dieser Betrag schnell als gute Investition erweisen. Außerdem kann er die einzelnen Komponenten sinnvoll kombinieren, um Probleme im Vorfeld auszugrenzen. Du scheinst ja auch jemanden zu haben, der sich bisher um deine Heizung gekümmert hat.

    Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es dem Internet sch... egal ist, wie du bei auftretenden Problemen deine Bude warm bekommst.


    Noch was:

    Wenn jemand von mir anderweitig besorgte Teile einbauen lässt, wird grundsätzlich der doppelte Stundensatz fällig. Kann gut sein, dass andere das auch so handhaben. Solltest du dann auch einkalkulieren.


    Punkt 1.


    sehe ich auch so als sinnvoll an


    Punkt 3.


    das kommt darauf an..... da müssten ein paar mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden, im Zweifel hilft auch hier: der freundliche HB vor Ort.

    Werkstatt:

    Photovoltaik 4,8 kWp Netzeinspeisung

    BHKW Senertec Dachs HR Altölumbau

    Holzvergaser Atmos DC30GSE

    Haus:

    Photovoltaik 3,2 kWp mit Inselwechselrichter 5,0 kW und 26 kWh Batteriespeicher,

    BHKW Senertec Dachs HR NE als Batterieladegerät 4,5 kW

    Holzvergaser Buderus Logano S161

  • Vielen Dank für deinen Beitrag. Diese möchte ich gerne kommentieren


    Zitat:
    Was spricht dagegen, einen vernünftigen HB vor Ort mit dem Komplettpaket zu beauftragen, auch wenn hier sagen wir mal 1000 € mehr fällig sind?”


    Wenn es tatsächlich 1000€ sind, dann spricht auch gar nichts dagegen, weil die Vorteile durch die Mehrkosten dann doch aus meiner Sicht überwiegen. Bei 2000€ und mehr sieht für mich die Sachlage aber anders aus.


    Zitat:

    “das kommt darauf an..... da müssten ein paar mehr Informationen zur Verfügung gestellt werden, im Zweifel hilft auch hier: der freundliche HB vor Ort.“


    Welche Informationen wären das? Und vielen Dank für den Hinweis auf den HB vor Ort, denn ich sicherlich auch dazu noch befragen werde. Ich lass mich aber auch gerne in einem Forum von Experten unterstützend beraten.:)

  • Mike64 ,

    Hallo Mike64,

    ich habe Ende 2019 vor den gleichen Fragen gestanden. Ich wollte meine vorhandene Kesselanlage mit einer PA2 ergänzen. Hab mir dazu ein Komplettpaket von einem HB vor Ort (Oldenburg/NDS.) mit PA2 anbieten lassen. Bereits in der Planungsphase haben sich einige Probleme aufgetan, die mich dann veranlasst haben, das ganze Projekt nicht ausführen zu lassen. Insbesondere das das Problem der Abgasführung, mit dem der Schornsteinfeger nicht einverstanden war, hat maßgeblich zum Abbruch geführt (sihe auch mein Beitrag mit Thread "Abgasanlage für Vitovalor PA2). Meine gesamte Konstellation mit 300 l WW-Speicher und 2x 500 l Pufferspeicher hat recht gute Voraussetzungen für einen Dauerbetrieb der PA2 gehabt. Auch die Solarthermie passte in das System. Allerdings ergaben sich sehr lange Aufheizzeiten für den halben WW-Speicherinhalt (150 l).

    Wie ist denn die Abgasführung für die PA2 bei Dir geplant? Separater Abgasschornstein oder Reserveschacht vorhanden? Der jetzige Schornstein ist ja durch den Kessel belegt und eine Kaskade ist nicht zugelassen.

    MfG

    jzwayer

  • Die wichtigsten Punkte hat dir Stefan schon genannt.

    Wichtig ist aber auch, daß Pakete eben nicht alles enthalten - oder manchmal auch Mist, den ein erfahrener Fachmann durch besseres Material ersetzt. Das und eine gute Vorplanung ist durch nichts zu ersetzen. Ein guter Fachbetrieb lehnt solche Anfragen direkt ab

  • @jzwayer

    Hallo, habe dein “Schornsteinproblem” mit großem Interesse gelesen. Ich hätte allerdings die Möglichkeit, das Abgasrohr direkt durch die Außenwand zu führen. Allerdings würde der Auslass sich dann direkt unter dem Carport befinden und eine Schornsteinverlängerung außerhalb wäre damit nicht möglich. Ein einfacher Auslass sollte aber wohl reichen, wenn ich das hier im Forum gelesene richtig interpretiere - mal sehen ob mein Schornsteinfeger das auch so sieht.


    Da ich nicht so weit entfernt (LK Leer) von Oldenburg wohne, würde mich natürlich das Komplettpaket und die Firma interessieren. Gerne auch als PN.

  • Wozu die ganze Diskussion überhaupt, bei dem Strombezug von um die 2000 kWh kann man doch eh keine BSZ wirtschaftlich betreiben. Und der finanzielle Faktor scheint ja hier nicht ganz unwichtig zu sein...

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • bei dem Strombezug von um die 2000 kWh kann man doch eh keine BSZ wirtschaftlich betreiben

    Na ja, wenn er jetzt 1.800 kWh im Jahr aus der PV bezieht und 2.200 kWh zukauft, könnte er zukünftig ca. 2.700 kWh aus der BZ beziehen und vielleicht noch 900 kWh aus der PV-Anlage. In der Wirtschaftlichkeitsrechnung für die BZ darf man dann den substituierten PV-Strom (in dem Beispiel 900 kWh) nur mit der EEG-Einspeisevergütung bewerten (je nach Alter der Anlage vielleicht 12 ct/kWh) und nicht wie den eingesparten Bezugsstrom mit 25-30 ct/kWh. Rechnen könnte sich das unter Umständen trotzdem – wobei dann noch die Frage wäre ob es wirtschaftlich nachhaltig ist, eine PA2 als Ergänzung zu einer bereits 15 Jahre alten Gastherme zu installieren, nur um die 2.000 EUR oder so Mehrkosten für eine PT2 zu sparen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Präzisierung

  • Hmm ja gut und ggf. kommen mit viel Glück die 900 kWh dann fürs Auto laden wieder dazu so dass man doch mit 4000 kWh rechnen könnte. Mir ging es darum

    Wenn es tatsächlich 1000€ sind, dann spricht auch gar nichts dagegen, weil die Vorteile durch die Mehrkosten dann doch aus meiner Sicht überwiegen. Bei 2000€ und mehr sieht für mich die Sachlage aber anders aus.

    dass es den Eindruck erweckt als würde schon genau aufs Geld geschaut, nicht falsch verstehen, es spricht nichts dagegen sich das günstigste Angebot auszusuchen, aber auf mich macht es den Eindruck als müsse die Anlage Gewinn abwerfen. Und ich schätze das eher grenzwertig ein. Berücksichtigt man noch den Aufwand mit dem Finanzamt etc. würde ich das Projekt an seiner stelle nicht voraussichtlich nicht umsetzen. Kämen aber Ideologische Gründe dazu (die ich aber nicht sehe) wäre das ganze zumindest ohne Verlust machbar.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Ich würde auch davon abraten, "zu sparen, koste es was es wolle".


    Ob die Vorgehensweise unter Punkt 2 in der Praxis überhaupt möglich ist, weiß ich nicht (welcher HB sollte sich auf so etwas einlassen?), aber selbst wenn, würde ich davon abraten. Wenn dann später mal irgendwas ist, wird jeder der fünf Vertragspartner versuchen, die Verantwortung auf die vier anderen abzuschieben. Diese Art von potentiellem Ärger zu vermeiden, wäre zumindest mir nicht nur 2.000 sondern sogar 5.000 EUR wert.


    Wenn man Geld sparen möchte, kann man sich z.B. drei Angebote machen lassen anstatt einem und vergleichen. Aber dann sollte man im eigenen Interesse die unterm Strich beste Firma nehmen und mit der das ganze Paket durchziehen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)