BHKW im Mehrfamilienhaus (Neubau 9-10 Parteien)

  • Noch mal zurück zum Thema.

    Wieso 4KW BHKW? Hast du oben nicht das Neo Tower 7,2 als kleinstes gelistetes BHKW benannt.

    Hab' ich. Aber im nächsten Satz habe ich gesagt, dass ich dieses BHKW wegen der hohen thermischen Leistung für viel zu groß halte und stattdessen ein BHKW mit 4 kW(el) und halber thermischer Leistung empfehle. Meiner Meinung nach sollte ein BHKW ohne Speicher möglichst hohe jährliche Laufzeiten erreichen, um einen möglichst hohen Eigenverbrauchsanteil zu ermöglichen. Gewährleistet ist das, wenn das BHKW thermisch – grob geschätzt – etwa 40% der Nennheizlast abdeckt. Deshalb die o.g. Empfehlung. Bei einem in dieser Hinsicht richtig dimensionierten BHKW entfallen schon nur 10-20% der jährlichen Wärmeerzeugung auf den Spitzenlast-Erzeuger.


    Macht man das BHKW größer, um z.B. den Strombedarf einer WP zu decken, so wird es logischerweise einen noch höheren Teil des Wärmebedarfs abdecken. Beispielsweise der Einsatz eines NeoTower 7,2 mit 18,1 kW thermischer Leistung würde bei der von mir geschätzten Heizlast (23 kW) dazu führen, dass sich ein Spitzenlast-Erzeuger überhaupt erst bei Temperaturen zwischen -5°C und -10°C zuschaltet. Jetzt kann mir keiner erzählen, dass eine Luft-WP, die ausschließlich mit Lufttemperaturen zwischen minus 5°C und minus 16°C läuft, auch nur eine durchschnittliche Leistungszahl von Drei erreicht. Wichtiger ist aber, dass die Leistungszahl in dem Fall wegen des geringen Gesamtverbrauchs überhaupt keine Rolle mehr spielt.


    Angenommen die WP würde in dem Fall 10% des Jahreswärmebedarfs übernehmen (ich würde eher 5% schätzen), so wären das 5.300 kWh im Jahr. Mit einer Gastherme (Eta = 98%) entstehen dafür Brennstoffkosten (5 ct/kWh) von 270 EUR. Die WP läuft in dem Beispiel ausschließlich mit BHKW-Strom (4 ct/kWh) und verbraucht davon mit einer Leistungszahl von 3 ca. 1.770 kWh bzw. 70 EUR. (Mit einer Leistungszahl von 3,5 wären es 60 EUR). Der Vorteil bei den Wärmekosten beträgt also in dem Beispiel ca. 200 EUR/Jahr.


    Für eine Luft-Wärmepumpe mit 9 kW Leistung werden lt. Google Preise um 10.000 EUR aufgerufen; die Installationskosten kommen dazu. Gasthermen mit gleicher Leistung findet man für weit weniger als 2.000 EUR plus Installation.


    Mit einem Betriebskostenvorteil von 200 EUR/Jahr müsste die WP also 40 Jahre laufen, bis man die 8.000 EUR Mehrkosten hereingeholt hätte. Kann sein, dass die Rechnung unter anderen Randbedingungen günstiger aussieht. Aber im vorliegenden Fall kann ich eine WP jedenfalls nicht empfehlen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hier Fallen so gut wie keine Installationskosten an, nur Wasser und Strom anschliesen.

    Habe grade zufällig genau so eine installiert, deshalb ein Kommentar von mir:

    - "So gut wie keine Kosten" kostet trotzdem den einen oder anderen Hunni, bis die Leitungen vom Standort zur Heizzentrale gelegt sind. Aber man kann das ohne Kältetechniker gegebenenfalls auch selber machen. War echt easy

    - mit 5k sollte man hinkommen.

    - Der Anrag bei Bafa ist auch eine Sache von 10 min und dann bekommt man noch 35% zurück (bei Öl-Ersatz 45%)

    - Allerdings braucht das Teil auch seinen Platz, das steht nicht in einer Ecke im Heizkeller. Dabei muss man auch darauf achten, dass das nicht so leise läuft wie ein Kühlschrank.


    Unter dem Strich bin ich unentschieden, weil das Ding ja nur läuft, wenn es grade am ineffizientesten ist.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • OK, es gibt also bei E-bay eine 9 kW Wärmepumpe für 4.200 EUR.


    Es gibt beispielsweise auch Gasthermen für 1050 EUR. Höhere Installationskosten als für eine WP dürften dafür auch nicht anfallen, zumal wenn man gleichzeitig ein Gas-BHKW installiert.


    Dann ist die Differenz immer noch 3.150 EUR. Mit den o.g. 200 EUR Betriebskosten-Differenz wäre die Amortisationszeit für die Mehrinvestition 16 Jahre – davon ab, dass die 200 EUR eine Abdeckung von 10% des Wärmebedarfs voraussetzen und daher unter den gegebenen Umständen wahrscheinlich viel zu hoch gegriffen sind.


    Eine WP ist nun mal im Vergleich zu einer Gastherme gleicher Leistung um den Faktor 4-5 teurer. Wenn die WP einen hohen Anteil am Wärmebedarf decken kann, schadet das nichts, weil sie dann über niedrigere Betriebskosten die Mehrinvestition schnell wieder herein holen kann. Bei einem Einsatz als Spitzenlast-Wärmeerzeuger kann sie das aber in aller Regel eben nicht.


    Sicher gibt es auch Ausnahmen, z.B. im gewerblichen Bereich oder vielleicht auch bei einer Villa mit Schwimmbad und großer PV-Anlage. Das muss man dann im Einzelfall rechnen. Aber im vorliegenden Fall eines Mehrfamilienhauses bleibe ich dabei, dass sich die Kombination eines großen BHKW (z.B. 7,1 kWel/18,1 kWth) mit einer WP (9 kWth) als Spitzenlastkessel voraussichtlich weitaus schlechter rechnet als ein kleineres BHKW (z.B. 4 kWel/8,8 kWth) mit einer Gastherme (18 kW) für die Spitzenlast.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Eine WP ist nun mal im Vergleich zu einer Gastherme gleicher Leistung um den Faktor 4-5 teurer.

    Sorry lieber Skipper, aber Deine Rechnung ist recht einseitig und negativ für die WP.

    - Eine Gastherme selber anschließen (oder vom Nachbar anschließen lassen) ist was anderes als einen Stecker für ne WP reinstecken.

    - Die von Dir genannte Therme ist schon eher ein Billigprodukt, während die Panasonic ein echtes Markenprodukt ist.

    - Ich hab keine billige gesehen, wo die Umlaufpumpe schon drin ist.

    - Für die WP bekommt man 35% auch für alle Zusatzkosten


    Für den Anschluss der Therme sind schnell €500 fällig, wo die WP nur €300 kostet.

    Dann kostet die Umwälzpumpe (in dem Fall tut es eine billige) mit Anschluss auch nen Humnni

    Selbst die Billigtherme kommt unter dem Strich auch min €1700 mit Anschluss.

    Und wenn ich mal davon ausgehe, dass für die WP 35% auf alles gilt (so steht es jedenfalls da),, auch wenn ich da noch Pufferspeicher und allerlei sonstiges verbaue, was am Ende auch vom BHKW genutzt wirden, dann stimmt deine Rechnung halt bei weitem nicht.

    Ich will hier niemanden in eine WP reinquatschen, aber man sollte schon halbwegs objektiv rechnen.


    p.s. mit der Größe des BHKWs hat das nur sehr bedingt zu tun. Man kann auch ein kleines BHKW und eine WP nehmen.

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  • Googel solltest du nochmal üben. https://www.ebay.de/itm/Warmep…81dacc:g:pZQAAOSwuwVfXzTK

    Hier Fallen so gut wie keine Installationskosten an, nur Wasser und Strom anschliesen.

    Gerade wenn man eine WP paralell zur Stromerzeugung betreiben will würde ich kein Monoblock Gerät verwenden. Die Gefahr des ein oder auffrierens wäre mir zu groß. Splitgeräte sind teurer, sollten aber für einen Fairen vergleich schon sein. Ich denke wenn man gleichwertige Produkte vergleicht und die Bafa Förderung berücksichtigt ist die WP etwa doppelt so teuer wie eine Gastherme. Es steht und fällt also alles mit dem COP, und der ist Vorlauftemperatur und Standort abhängig.


    Ansonsten fände ich es ganz angenehm wenn auch hier ein gemäßigterer Ton wieder Einzug hält.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung