BHKW im Mehrfamilienhaus (Neubau 9-10 Parteien)

  • Hallo,


    es ist in Planung ein BHKW in einem Neubau von 9-10 Parteien einzusetzen.

    Der jährliche Wärmebedarf liegt bei ca, 53.500 kWh/a. Der Stromverbrauch wird auf 27.000 kWh/a geschätzt.

    Nun wurden schon ein paar Anbieter kontaktiert und es sind ein paar Fragen aufgestoßen die unabhängig beantwortet werden müssen.

    Es sollte definitiv ein Verbrennungsmotor beinhalten.


    - Wie groß sollte das BHKW optimalerweise sein ?

    - Die Jahreslaufzeit ist aktuell nur mit ca. 3500 Stunden angegeben. Sollten es nicht mindesten 5000 sein ?


    Wie sind eure Erfahrungen mit folgenden BHKW´s ? Könnt ihr die BHKW`s weiterempfehlen ?


    - A-TRON Blockheizkraftwerke E12/30

    - EC Power Barsties XRGI 9

    - KW Energie Smartblock 7,5

    - RMB/Energie neoTower 7.2

    - RMB/Energie neoTower 9.5



    Vielen Dank im voraus.

  • Moin,


    Ich habe keine Erfahrung mit den genannten BHKW's, aber meiner Meinung nach sind sie allesamt für das Projekt deutlich zu groß.

    - Die Jahreslaufzeit ist aktuell nur mit ca. 3500 Stunden angegeben. Sollten es nicht mindesten 5000 sein ?

    Das ist genau der Punkt. Die Vorgabe mit den 3.500 Stunden kommt wahrscheinlich daher, dass die KWK-Zulage zukünftig auf 3.500 Vollbetriebsstunden pro Jahr begrenzt wird. Der wichtigste Treiber bei der Wirtschaftlichkeit eines BHKW ist aber nicht die KWK-Zulage (zumal die ja durch die Begrenzung nicht verloren geht, sondern sich nur über einen längeren Zeitraum verteilt), sondern ein möglichst hoher Anteil des eigenverbrauchten Stroms an der Gesamterzeugung. Und dafür sind möglichst lange Laufzeiten notwendig, zumal ein Stromspeicher in einem Mehrfamilienhaus wegen der EEG-Umlage noch viel unwirtschaftlicher wäre als in einem EFH.


    Das kleinste in der Liste aufgeführte BHKW, das neoTower 7.2, moduliert mit 3,9-7,2 kW(el) und bringt 12,7-18,1 kW(th). Die thermische Leistung reicht bei 53,5 MWh Wärmeverbrauch vermutlich nicht aus um es monovalent laufen zu lassen (ich schätze die Heizlast auf 20-25 kW). Aber selbst angenommen das wäre möglich, so würde man mit diesem BHKW nicht mal auf 3.000 Volllaststunden kommen. Natürlich könnte man es – auf Kosten des elektrischen Wirkungsgrades! – die meiste Zeit in Teillast laufen lassen, aber wozu dann ein so großes BHKW?


    An Deiner Stelle würde ich daher ein modulierendes BHKW wie das neoTower 4.0 einsetzen (plus Gastherme für die Spitzenlast). Mit 8,8 kW(th) könnte das in Deinem Objekt auf mindestens 5000 Vollbetriebsstunden kommen und würde (durch die Modulation im Sommerhalbjahr) wahrscheinlich mehr als 6000 tatsächliche Betriebsstunden schaffen. Bei 4,0 kW(el) wäre die jährliche Stromerzeugung mit gut 20.000 kWh/a kaum weniger als das, was mit den kürzer laufenden größeren BHKW's erreicht werden kann, aber auf nahezu die doppelte Zeit verteilt und würde daher einen weit höheren Eigenverbrauch ermöglichen.


    Dass auf den Mieterstrom die volle EEG-Umlage entrichtet werden muss, ist Dir ja vermutlich bekannt. Das hat aber auf die Größenoptimierung des BHKW keinen Einfluss.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • zumal ein Stromspeicher in einem Mehrfamilienhaus wegen der EEG-Umlage noch viel unwirtschaftlicher wäre als in einem EFH.

    Dem Ansatz, ein kleineres BHKW zu nehmen würde ich folgen, aber nicht mehr der Ablehnung eines Stromspeichers. Noch vor einem Jahr hätte ich das auch so gesehen, aber heute würde ich dem nicht mehr beipflichten. Man darf so eine Entscheidung ja nicht nur von aktuellen Preisen abhängig machen, sondern muss etwas in die Zukunft schauen und wenn heute 10kWh Stromspeicher noch €5.000 kosten, dann werden dafür in 3 Jahren €2.500 prognostiziert. (Manche sind da auch noch forscher).


    Auch wenn das kleinere BHKW im Winter durchläuft, wird es in den Stoß-Zeiten die Last nicht abdecken, da bringt der Speicher eine Menge. Und im Zusammenhang PV & BHKW lassen sich heute oft tragende Kostenrechnungen aufstellen. Allerding würde ich den Speicher nur einplanen, aber erst in 2-3 Jahren kaufen, weil sich in diesen 2-3 Jahren nicht so viel einsparen lässt, wie der Speicherpreis vermutlich fallen wird. Will heißen, auch wenn sich der Speicher bei heutigem Preis rechnet, macht es Sinn, ihn erst später zu kaufen.|__|:-)

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  • Ich würde die Spitzenlasttherme weglassen, und dafür eine WP mit installieren. Den Überschuss vom BHKW kannst du somit in der WP verbrauchen und kommst damit auf ausreichend Betriebstunden und Wärme. Und nicht zu vergessen ist der damit absolut unschlagbare Wärme KWH Preis.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Den Überschuss vom BHKW kannst du somit in der WP verbrauchen

    Na ich weiß nicht...


    Angenommen das Anwesen hat eine Heizlast von 23 kW und das BHKW bringt 9 kW(th), dann muss die WP im Extremfall 14 kW bringen. Warmwasser ist da noch gar nicht dabei. Nimmt man eine L/W-WP (was anderes kann sich unmöglich rechnen), so würde ich bei Auslegungstemperatur (-16°C) mit einer Leistungszahl von maximal 2,5 rechnen. Man müsste die WP also wohl schon mit einer Leistungsaufnahme von 6 kW auslegen. So lang sie läuft, braucht sie also das Eineinhalbfache dessen, was ein 4 kW-BHKW überhaupt bringt, und das Haus braucht ja auch nachts Strom. Selbst wenn es möglich sein sollte, die WP normalerweise (d.h. bei den üblichen Wintertemperaturen um 0°C) nur zu lastschwachen Zeiten laufen zu lassen, kann meiner Meinung nach höchstens die Hälfte des WP-Stroms aus dem BHKW gedeckt werden.

    der damit absolut unschlagbare Wärme KWH Preis.

    Setzt man für BHKW-Strom die Opportunitätskosten (entgangene Einspeisevergütung) mit 4 ct/kWh an und für Strom aus dem Netz marktübliche 30 ct/kWh, so ergibt sich bei hälftiger Deckung ein mittlerer Strompreis für die WP von 17 ct/kWh. Mit einer durchschnittlichen Leistungszahl von 3 (mehr ist bei einem fast ausschließlichen Einsatz von November bis März m.E. nicht drin) ergibt sich ein Wärmepreis aus der WP von 5-6 ct/kWh, also ungefähr so viel wie für Erdgas. Dabei kostet aber eine WP soweit ich weiß mindestens das Drei- bis Fünffache einer Gastherme mit gleicher Leistung.


    Die genannten groben Schätzwerte enthalten zweifellos noch Optimierungspotential. Aber dass sich eine WP als Spitzenlastheizung im Vergleich zu einer Gastherme rechnet, halte ich dennoch für so gut wie ausgeschlossen.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Wieso 4KW BHKW? Hast du oben nicht das Neo Tower 7,2 als kleinstes gelistetes BHKW benannt.

    Mit 18 KW thermisch bräuchte er dann maximal eine 9KW WP, die braucht max 3KW, also weniger als die Hälfte vom BHKW.

    Aus eigener Erfahrung, mein Panasonic läuft mit einer Jaz von 4.

    Bei einem Erzeugungspreis von 6-7 Cent pro KWh Strom, liegt dann die Wärme KWh unter 2 Cent.

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  • Aus eigener Erfahrung, mein Panasonic läuft mit einer Jaz von 4.

    Diese Behauptung hatten wir hier schon so oft von Dir, leider bist Du bislang jeden Beweis Schuldig geblieben .

    Nicht nur deshalb ist es absolut richtig mit konservativem COP / JAZ zu rechnen.

    |__|:-)

  • Nein, ich bin das hier noch nie schuldig geblieben. Habe hier jedes mal mit Foto hinterlegt.

    Auch heute wieder.


    Ganz gut zu erkennen, der schlechteste Monat Cop 3,7 der beste 5,0

    Und das obwohl meine Steuerung je nach Bedarf die WP auf 150% regelt, damit das BHKW nicht ohne Last läuft.


    Gruß

    Thomas

  • Und wieder erkläre ich dir das ein Beweis mindestens aus Messwerten eines geeichten Wärmemengenzählers und eines Stromzählers besteht - die Anzeige deiner Wärmepumpe hat keinerlei Aussage genau wie die Verbrauchanzeige im Auto.

  • Kein Hersteller kanns sich leisten bei sowas zu schummel, weils eben ganz einfach nachzumessen/rechnen ist. Beim Auto noch viel einfacher.

    Bei meinem PKW ist die Differenz beim Nachtanken weniger als 1 Liter auf 800 km.

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  • Hier ging es nicht um den Verbrauch sondern um Abschaltung von Abgasreduzierenden Funktionen.

    Den Verbrauch kann jeder mit Grundschulwissen spätestens an der Tankstelle nachrechnen. Hier zu schummeln wäre schon extrem dumm.

    Zum Cop der WP, die Verbrauchsdaten kann ich mit den Energiezählern von meiner SMA und meiner Victron Anlage vergleichen und da gibts keine Abweichung.

    Vorlauf liegt zwischen 35 u. 40 Grad, Karlsruhe.

    alikante , Stimmt deine Verbrauchsanzeige wirklich nicht, was fährst du für ein Auto?

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  • Die Anzeigen von SMA und Victron kannst Du genauso vergessen, die sind errechnet nicht gemessen.

    Beispiel : mein PV-WR hat über 13Jahre eine Differenz von 326kWh zum geeichten Zähler

    Es geht nicht um schummeln, kein Hersteller behauptet das die Verbrauchsanzeige im Cockpit ein geeichtes Messgerät sei. Abweichungen von 1l/100km sind keine Seltenheit ( Fiat, Opel ), aktuell fahr ich Mercedes da beträgt die Abweichung "nur" 0,4l/100km.


    Klemm Dir nen Wärmemengenzähler hinter die WP und nen Stromzähler davor dann kannst Du Dich für Deinen Traum COP feiern lassen, bis dahin sind es übertrieben gut gemeinte Schätzungen.

  • Die Abweichung zwischen Victron und SMA sind keine 5 KWh auf ca. 8000KWh im Jahr, und zum Zähler des Netrzbetreibers keine 10KWh.

    Die sind nicht errechnet sondern gemessen, weil die Zähler direkt hinterm Zähler vom Netzbetreiber hängen.

    Mein Zafira C Tourer zeigt auf eine Tankfüllung max 1 Liter Differenz zur Zapfsäule. Beim Vorgänger war die Differenz auch nicht größer. Aktuell habe ich noch ein VW Bj. 2017, da ist die Abweichung pro Tankfüllung auch nicht größer als 1 Liter.

    0,4 Liter auf 100 Km, wären bei einer Tankfüllung von 800km immerhin 3,2 Liter, das ist eine ganz andere Welt.

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