Immer wieder Ärger mit der SEplus von SenerTec

  • Ich weiß nicht, ob es in diesem Forum viele DACHS Betreiber gibt, die die SEplus Brennwerttherme als Zusatzheizung verwenden. Der Kessel stammt eigentlich von Brötje und machte uns bisher nicht sehr viel Freude.


    Erst hatte der Wärmetauscher einen Haarriss. Wir vermuteten eine Leckage im betagten Heizsystem unseres Hauses, konnten aber die Ursache über lange Zeit nicht ausfindig machen. Das war deswegen schwierig, weil das austretende Wasser zusammen mit dem Kondensat der Therme abgeleitet wurde.

    Dann hatte die SEplus in den vergangenen 18 Monaten immer wieder Probleme beim Zünden. Erst nach dem 20. oder 30. Startversuch klappte es. Wir hatten schon das Magnetventil im Verdacht. Brötje kannte nicht nur das Problem mit dem Haarriss, sondern wusste auch um diesen Fehler.


    Ich will gar nicht wissen, wie viele Senertec Kunden 500 € oder mehr für den Austausch der SEplus (Brötje / Siemens) Steuerungsplatine LMU74 bezahlen mussten. Selbst Senertec weist im Betriebshandbuch darauf hin, dass die Platine gerne schon mal vorschnell von den Dachspflegern getauscht wird. Ursache für das Nichtanspringen der Therme war gemäß Brötje ein angeblich alternder (oder unterdimensionierter?) Entstörkondensator auf der SEplus Steuerungsplatine, der zu einem Abfall der Spannung des Flammenwächters führte. Zur Lösung des Problems bietet Brötje eine zusätzliche „hucke-pack“ Platine an (LMU 7633389). Aber es geht auch anders: Ein Ersatzkondensator mit doppelter Kapazität kostete beim Elektronik Versand gerade mal 58 Cent - jetzt springt die Therme wieder problemlos an.


    Was mich daran ärgert: Wenn ein angeblicher Marktführer wie Senertec Fremdmaterial unter eigener Bezeichnung in seinen Anlagen verbaut, sollte das Unternehmen das „Ohr auf der Schiene“ haben und seine Kunden proaktiv(!) über erkannte Defekte informieren. So habe ich meinem Heizsystem über lange Zeit unnötig viel Frischwasser zugemutet und ungezählte Stunden mit dem vergeblichen Anwerfen der Therme verbracht. Das ist nicht nur ziemlich ärgerlich und total frustrierend, sondern für mich auch ein Beweggrund, den Anbieter zu wechseln, wenn mein DACHS das Zeitliche segnet. Wie seht Ihr das?


    BG maxnicks

  • Naja, das der SEplus ein Zukauf ist, war ja nicht geheim. Ärgerlich sind/waren die nicht vorhandenen Diadnoseanzeigen am SEplus. Das macht es kompliziert.

    Und löten an der Platine ist keine Option, da sicherheitsrelevant! Da ist das sogar verboten (ausser für Hersteller und deren Fachleute).

  • Jetzt weiss ich, was ich die letzten Monate vermisst habe: Diese Belehrungen. Dabei geht es doch um was ganz anderes.


    Die qualifizierte Fehleranalyse ist einer try-and-error Mentalität gewichen. Nicht lange suchen, sondern wegwerfen, anstatt zu reparieren. Alte Platine raus, neue rein. Der Kunde zahlt ja. Wie beim Fahrzeug meines Sohns: Als alle Anzeigen im Armaturenbrett angehen, heisst es von der Fachwerkstatt, das Steuergerät sei kaputt (1.000€ plus Einbau). Sein Hausmechaniker fand heraus: Auslöser war ein verschmutzter ABS Sensor. Unglaublich.


    Der andere Punkt ist die mangelnde Kundenorientierung der Hersteller. Beeindruckende Prospekte mit schönen Fotos auf dickem Papier. Wenn man dann gekauft hat, steht man ziemlich alleine da. Rückrufe der Automobilhersteller kennt man schon. Warum gibt's sowas nicht auch bei BHKWs, deren Preis rasch den Bereich eines Neuwagens erreicht?

  • Man muß dem Service auch ermöglichen, die Defekte richtig zu orten - din das ist beim SEplus mangels Display und wenig Daten schlecht möglich. Inwieweit die clipin-Platine von Senertec aus mitgeteilt wurde weis ich nicht. Sie wird aber spätestens im Wartungsheft erwähnt.

    Und Rückrufe / Updates gibt es auch, gerade Senertec hat da einiges gemacht.

  • Wenn sich die "Analyse" auf die Interpretation der Warncodes (610, 620, 630) am MSR2 beschränkt, ist das ziemlich daneben. Senertec bietet seinen Technikern ein Servicegerät zum Auslesen der FEHLER-Codes (Ennn) an. Wenn der Techniker aber gar nicht davon weiss oder "es gerade mal nicht dabei" hat, hätte schon ein simples Voltmeter ausgereicht, um festzustellen, dass die Ionisationsspannung des Flammenwöchters weit unter dem erforderlichen Wert lag. Aber auch dieser Check wurde (offenbar mangels Kenntnis der SEplus) einfach übergangen.


    Auch schadet auch nichts, sich weiterzubilden. Damit meine ich nicht die Hersteller-eigenen Seminare, sondern das, was wir Kunden auch machen, wenn wir vor einem Problem stehen: Eigene Recherche ("Google ist Dein Freund") und die Aufnahme in die Email-Verteiler der relevanten Hersteller. Ich gebe zu, dazu bedarf es der Begeisterung für das Thema und der Freude am Beruf. Doch das scheint heute eher die Ausnahme, denn die Regel zu sein.

  • Es lohnt nicht, Auslesegeräte zu kaufen wenn diese kaum benötigt werden. Hier entscheidet die Gerätemenge. Für 50 oder 100 Geräte kann man das kaufen - wenn man aber davon nur 10 betreut, eher nicht.

    Und nein, man kann sich nicht stundenlang in eine Regelung hineinarbeiten. Die IO-Stromstärke (nicht Spannung) zu messen, ist Standard. Aber man muß den korrekten Wert des jeweiligen Geräts auch kennen. Dieser ist leider nicht überall angegeben.

    Als Fachmann weis man was man darf und was nicht. Und wenn man da nichts vom Clipin Modul weis, (zB weil auf heutigen Schulungen nicht mehr erwähnt), dann wird das LMU erneuert, Punkt. Zumal, solche Baugruppen sollten ohnehin nach 10 Jahren erneuert werden.

  • Es lohnt nicht, Auslesegeräte zu kaufen wenn diese kaum benötigt werden. Hier entscheidet die Gerätemenge. Für 50 oder 100 Geräte kann man das kaufen - wenn man aber davon nur 10 betreut, eher nicht.

    Braucht man auch nicht in jedem Fall. Es genügt bereits, sich die zwei Seiten von Kapitel 8 der "Anleitung zur Montage, Inbetriebnahme, Bedienung und Wartung vom SEplus mit MSR2" anzuschauen.

    Und nein, man kann sich nicht stundenlang in eine Regelung hineinarbeiten. Die IO-Stromstärke (nicht Spannung) zu messen, ist Standard. Aber man muß den korrekten Wert des jeweiligen Geräts auch kennen. Dieser ist leider nicht überall angegeben.

    Siehe Seite 44 der o.a. Wartungsanleitung. Wie heisst es noch? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    Als Fachmann weis man was man darf und was nicht. Und wenn man da nichts vom Clipin Modul weis, (zB weil auf heutigen Schulungen nicht mehr erwähnt), dann wird das LMU erneuert, Punkt. Zumal, solche Baugruppen sollten ohnehin nach 10 Jahren erneuert werden.

    Das Clip-In Modul sichert den Gewährleistungsanspruch des Kunden (der bei Lötarbeiten entfallen würde). Auch erleichtert es dem Techniker die Arbeit. Wer aber die LMU austauscht, obwohl der Hersteller ein günstiges Hardware Update anbietet, und sich dann darauf beruft, er habe es nicht gewusst, gehört für mich zu jener Gruppe angeblicher "Fachleute", die den Ruf der Branche schädigen und um die ich inzwischen einen großen Bogen mache. Denn deren Nichtwissen (oder teure Lernkurve) landet dann als dicke Rechnung beim Kunden und nährt dessen Frust.

  • Jetzt weiss ich, was ich die letzten Monate vermisst habe: Diese Belehrungen.

    Wer da was Basteln will und kann, und auch weiß das es eigentlich nicht zulässig ist, bitte. Aber man kann doch von einer Fachfirma nicht erwarten dass sie Arbeiten ausführt die nicht zulässig sind, wenn dann was schief geht wer hält wohl den Kopf dafür in?

    Warum gibt's sowas nicht auch bei BHKWs, deren Preis rasch den Bereich eines Neuwagens erreicht?

    Weil es einige Millionen Autos gibt, für die das KBA zuständig ist. Wieviele BHKWs gibt es denn?

    Hier entscheidet die Gerätemenge. Für 50 oder 100 Geräte kann man das kaufen - wenn man aber davon nur 10 betreut, eher nicht.

    Da erwarte ich dann aber von der Fachfirma dass sie den Kunden darauf hinweist, dass sie bei entsprechendem Gerät nicht voll ausgestattet ist und deshalb nur normale Wartungen aber keine Fehleranalyse anbietet!

    Siehe Seite 44 der o.a. Wartungsanleitung. Wie heisst es noch? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    Nun stellt sich die Frage ob man den vielleicht etwas teuereren Betrieb beauftragt, der Zeit und Geld in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter investiert, oder doch lieber den beauftragt der 10€ die Stunde günstiger ist... Irgendwo muss diese Einsparung ja herkommen. Wenn dann das Personal nicht ausreichend mit den Geräten vertraut ist, mangels Weiterbildungen und der Kunde vielleicht die Bedienungsanleitungen gar nicht zur Hand hat damit man da nachschlagen kann, woher soll dann das Wissen kommen?

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Wenn ich alle notwendigen Geräteunterlagen von Geräten dabei haben müsste (nur "meine" Hersteller), dann brauch ich dafür schon nen großen LKW. Und für die, die meinen daß geht auch digital - in der Theorie ja, praktisch funktioniert das nicht. Es ist immer besser, die Unterlagen gedruckt vor sich zu haben. Schlecht, wenn diese nicht vor Ort vorhanden sind.



    Hier entscheidet die Gerätemenge. Für 50 oder 100 Geräte kann man das kaufen - wenn man aber davon nur 10 betreut, eher nicht.

    Da erwarte ich dann aber von der Fachfirma dass sie den Kunden darauf hinweist, dass sie bei entsprechendem Gerät nicht voll ausgestattet ist und deshalb nur normale Wartungen aber keine Fehleranalyse anbietet!

    Ähm - Weshalb? Diese Ausstattung ist keine Pflicht, entgegen manch anderen Werkzeugen beim Dachs.

    Und das Problem mit dem Kondensator ist eigentlich längst abgearbeitet.

    Abgesehen davon - der Fehler (Ausfall SEplus) wird durch das neue LMU beseitigt, oder? Also ist die Analyse und Beseitigung erfolgreich.

  • Ich meine das grundsätzlich nicht nur auf die SE Plus bezogen. Wenn ich für ein Gerät nicht die erforderlichen Diagnosetools habe, bzw. mit einem Gerät nicht viel Erfahrung habe sollte das der Kunde wissen.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Ich habe zB weder von Junkers, Buderus Viessmann,...... Diagnosetools oder ähnliches. Warum auch? Zum einen kostet das nicht nur in der Anschaffung, sonfern auch jährliche Lizenzgebühren. Die Kosten kann man sich durchaus sparen. Mit reicht da mein Fachwissen, die Serviceanleitung und ein Multimeter.

    Und "unbekannte" Hersteller lehne ich ab.