Modernisierung EFH

  • Nee, zusätzliche Betriebsstunden bedeutet das nicht, denn die sind ja – mit oder E-Auto – durch den Wärmeverbrauch und die thermische Leistung des Dachs limitiert. Aber natürlich könnte man mit dem Dachs z.B. in den Wintermonaten (wo er wahrscheinlich auch nachts läuft) ein E-Auto laden und auf diese Weise – wenn auch bei gleichbleibenden Betriebsstunden – zusätzlichen Eigenverbrauch generieren.

    Stimmt da hab ich mich mal wieder unklar ausgedrückt, der ausschlaggebende Punkt ist "vorausgesetzt du bekommst die 30 kWh Wärme weg".


    Mein Fazit war auch die Kombi aus BSZ und PV. Das bedeutet entweder 30% weniger Eigenverbrauch aus der BSZ oder 30% weniger Laufzeit aufs Jahr gerechnet, dafür aber (Falls das mit dem Laden in den Abendstunden klappt) zumindest das halbe Jahr ausreichend Strom zum Auto laden aus der PV. Was aus Sicht des Auto ladens bedeutet das ca. 1/3 des Stromes aus dem Netz kommt.

    Aus finanzieller Sicht ist also die PV die erste Wahl, ob sich dann dennoch die BSZ lohnt bzw. ob die PV überhaupt Einfluss auf die Stromnutzung aus der BSZ hat hängt also vom Wärmebedarf im Sommer ab, und ob man diese Wärme ggf. auch Nachts erzeugen kann und für den Tag Puffern.


    Ich bin am Überlegen, da wir auch den kachelofen neu machen, damit evtl. noch Warmwasser zu erzeugen, was heißt, dass die BSZ weniger laufen wird ...

    Das glaube ich nicht, denn im Sommer wirst du es dir sicher nicht antun den Wohnraum zu heizen nur um Warmwasser zu haben, und im Winter reicht die wärme der BSZ eh nicht aus und es muss zugeheizt werden. Deshalb würde der Kachelofen nur die Laufzeit der Spitzenlasttherme reduzieren.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Mein Fazit war auch die Kombi aus BSZ und PV.

    Eine solche Kombi ist auf alle Fälle nützlich. Den Hauptnutzen einer PV-Anlage für das Laden eines E-Autos sehe ich allerdings nur am Wochenende (tagsüber) beim direkten Laden. An Werktagen ist der Nutzen eher eingeschränkt.


    Vor 18:00h wird ein normaler Werktätiger mit seinem E-Auto kaum zu Hause sein, und da bringt beispielsweise unsere West-Anlage im Mai bis Juli durchschnittlich kaum mehr als 0,3 kW pro kW(p). Bis etwa 20:30h geht das auf Null zurück, d.h. der durchschnittliche Ertrag von 18:00h bis 20:30h liegt unter 0,4 kWh/kW(p), und das auch nur in den drei Sommermonaten. Aus einer 10 kW(p) West-Anlage kämen also im Sommer ab 18:00h noch ca. 4 kWh. OK, bei Sonne ist es doppelt so viel. Andererseits hat ein normaler Haushalt genau in dieser Zeit den höchsten Strombedarf. Dafür gehen bestimmt auch noch 1-2 kWh weg, so dass fürs E-Auto aus einer West-PV mit 10 kW(p) im Schnitt vielleicht 2-3 kWh pro Abend bleiben: bei Sonne auch mal 6-7 kWh, dafür bei Regen Null. Bei einer Süd-Anlage ist es noch deutlich weniger.


    Der größere Nutzen der PV-Anlage in der Kombi liegt m.E. darin, dass man damit den ganzen Tag Strom hat und deshalb außerhalb der Heizperiode die Laufzeit der Brennstoffzelle in die Abend- und Nachtstunden verlegen kann. Angenommen der Wärmebedarf im Sommer liegt bei 11 kWh/Tag für Warmwasser, dann läuft eine PT 2 dafür zehn Stunden lang. Legt man diese zehn Stunden in die Zeit zwischen 20:00h und 06:00h, dann hat man im Sommer die ganze Nacht über 0,75 kW Strom und könnte wie oben berechnet täglich ca. 4,8 kWh aus der Brennstoffzelle ins E-Auto laden. (Ob das allerdings – mit Hilfe des Energiemanagers – auch in der Praxis klappt, wissen nur die Betreiber.)


    Beim Dachs würde das im Prinzip genau so gehen, aber der läuft selbst in Stufe 1 gerade mal 90 Minuten bis der TWW-Speicher mit 11 kWh geladen ist. In dieser Zeit erzeugt er 4,3 kWh. Abzüglich Hausverbrauch bleibt da nicht viel fürs E-Auto übrig.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Zitat

    (Ob das allerdings – mit Hilfe des Energiemanagers – auch in der Praxis klappt, wissen nur die Betreiber.)

    Meine Aussagen beziehen sich auf eine PT2 aus dem Jahr 2018. Der Energiemanager kann ein- oder ausgeschaltet werden. Wenn er eingeschaltet wird, kann eine ökologische oder ökonomische Fahrweise gewählt werden.

    2019 hatte ich einen Warmwasserverbrauch von 2 - 4 m3 pro Monat. Die Warmwasserbereitung lege ich seit Juli 2020 in die Nachtstunden, indem ich abends die BSZ per Hand ein- und morgens per Hand (nicht per App, sondern am Bedienpanel der Heizung) ausschalte. Dadurch erreiche ich eine Laufzeit von 4 bis 5h pro Nacht.

    Eine automatisierte Fahrweise, wie BSZ nur Nachts einschalten, ist mit den aktuell vorhanden Bordmitteln nicht möglich.


    Gruß

    Loule