Neue Ölheizung gesucht. Buderus, Remeha oder Vissmann?

  • Hallo, ich suche derzeit ein paar hilfreiche Informationen die mir helfen sich in den unzähligen Meinungen und Kritiken im Netz zurecht zu finden. Mein Vater möchte sich eine neue Ölheizung zulegen(Bitte keine Alternativen, er hat sich bereits entschieden.). Möglich wären derzeit Buderus, Remeha oder Vissmann. Wir benötigen ca. 19kw für ein 140qm Einfamilienhaus.

    Vissmann war unsere erste Wahl aber die unmengen an negativen Kritiken haben uns dann doch schwer verunsichert.

    Unser derzeitiger Favorit: Buderus.

    logano +sb105 Brenner

    logamatic 310 Regler

    logalux su160 Warmwasserspeicher

    Ich wäre euch sehr dankbar, wenn der eine oder andere von euch ein paar aufrichtige Erfahrungen mit uns teilen könnte. Ich würde die Informationen dann sehr gerne an meinen Vater weiter leiten.

    Viele Grüsse, Alexander.

  • Vissmann war unsere erste Wahl aber die unmengen an negativen Kritiken haben uns dann doch schwer verunsichert.

    Wenn Du mit den negativen Kritiken das Forum hier meinst, so habe ich das nicht so empfunden. Viessmann hatte halt Pech mit den Stirling-BHKW's, so wie z.B. Remeha auch. Weil es aber viel mehr BHKW's von Viessmann gab bzw. gibt, stand natürlich meist Viessmann im Mittelpunkt der Kritik. Dabei waren – nach den Berichten hier im Forum – die Erfahrungen mit dem Kundendienst und der Garantiepolitik von Viessmann zwar auch gemischt, aber jedenfalls im Mittel besser als bei anderen Herstellern.


    Wie dem auch sei: Wenn ich – Gott behüte – heute noch eine Ölheizung einbauen müsste, würde ich jederzeit wieder Viessmann nehmen. Unser letzter Ölkessel von Viessmann war von 1979 bis 2012 in Betrieb und hat bis zum letzten Tag einwandfrei funktioniert. Kann schon sein, dass heutige Kessel weniger lang halten. Aber von heute an gerechnet wäre das im Jahr 2053: Ich glaube nicht, dass Ölheizungen bis dahin überhaupt noch erlaubt sein werden.


    Unabhängig davon ist bestimmt auch Buderus ein verlässlicher Hersteller. Ich kenne zwei Häuser von Verwandten, wo Brennwert-Ölheizungen dieser Firma seit Jahren einwandfrei arbeiten. Zu Remeha-Ölkesseln ist mir dagegen nichts bekannt, die Firma war mir nur als Hersteller des "Evita" Stirling-BHKW's ein Begriff.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Auch ich würde heute nicht mehr auf Öl setzen. Das hat keine Zukunft.

    Wenn Gas nicht möglich ist, geht auch noch Pellets. Die haben immerhin den Vorteil, daß sie preisstabil sind - im Gegensatz zu Öl und Gas.

    Und es stimmt - Viessmann als großer Hersteller erntete mit dem Vitotwin viele Probleme. Die hatten andere Hersteller aber auch - nur waren diese nicht so zahlreich im Markt vertreten.

  • Hallo

    Bei uns wird unsere Ölheizung altersbedingt auch in 5 - maxxximal 10 Jahren weichen müssen. Da das Öl derzeit auch günstig ist, drängt der Neukauf noch nicht. Ich beschäfte mich dennoch schon mit Alternativen. Was haltet ihr von Pellet-Heizung? Die Anschaffungskosten schrecken mich etwas ab aber es gibt dafür schon verschiedene Pelletarten. Als Alternative steht auch Fernwärme.

    Gruss

  • Als Alternative steht auch Fernwärme.

    Wenn Fernwärme bei Dir tatsächlich eine Alternative ist (d.h. FW-Leitung liegt vor dem Haus?), wäre es in meinen Augen ökologisch unverantwortlich, eine andere Art der Heizung zu wählen als den FW-Anschluss. Die einzige noch bessere Alternative wäre vielleicht der Umbau zu einem Passivhaus mit reiner Solarheizung (und vielleicht 1-2 Holzöfen zur Unterstützung an sehr kalten Wintertagen).

    Was haltet ihr von Pellet-Heizung?

    Als Alternative zu einem Fernwärmeanschluss: Gar nichts.


    Aber auch ansonsten glaube ich, dass Pelletheizungen nur bedingt empfehlenswert sind.


    Einsetzen würde ich sie nur in einem Haus mit relativ hohem Wärmebedarf und vergleichsweise hohen Vorlauftemperaturen. Je besser das Gebäude energetisch saniert ist (was neben dem geringeren Wärmebedarf meist auch mit niedrigeren VLT einhergeht) desto eher würde ich stattdessen eine elektrische Wärmepumpe empfehlen. Angesichts mittlerweile weit über 50% klimaneutralem Strom in unseren Netzen kann man das heutzutage wohl auch ökologisch rechtfertigen.


    Wenn Du noch eine funktionierende Heizung hast, wirst Du die Investition in einen Pelletkessel allein über Einsparungen bei den Brennstoffkosten voraussichtlich nicht über dessen Lebensdauer hereinholen. In dem Fall bleibt nur die ökologische Motivation.


    Und hier muss man sich klarmachen, dass die CO2-Emission beim Heizen mit Holz (bezogen auf die damit erzeugte Wärme) vor Ort zunächst mal dieselbe ist wie bei Braunkohle. Zum "Null-Emissions"-Brennstoff werden Holzpellets erst, wenn der darin gebundene Kohlenstoff ansonsten auch relativ zeitnah (z.B. über Verrottung oder Verbrennung) als CO2 in die Umwelt gelangt wäre. Dies trifft zu, wenn die Pellets aus Abfallholz aus dem verarbeitenden Gewerbe (Sägespäne etc.) hergestellt wurden oder wenn es sich um Windbruch, Schwachholz, Ausforstungs-, Wurzel- oder Kronenmaterial handelt – mit der Zusatzbedingung, dass es sich um Holz aus einem nachhaltig bewirtschafteten Forst (am besten aus Deiner Region) handeln muss. Wer Billig-Pellets zweifelhafter osteuropäischer oder nordamerikanischer Provenienz verheizt (genauer: Aus jeder Quelle, wo gesunde Bäume ausschließlich dazu gefällt werden, um daraus Holzpellets zu machen), kann m.E. unter Klima-Gesichtspunkten stattdessen auch Braunkohle verheizen. Ich nehme aber an, dass es diesbezüglich zertifizierte Pellets gibt.


    Im Betrieb muss man sich um eine Pelletheizung jedenfalls mehr kümmern als um eine Gasheizung. Zumindest der Aschekasten muss regelmäßig geleert werden. Wie weiland bei der Ölheizung muss man regelmäßig Brennstoff bestellen (und bei der Pellet-Lieferung muss jemand da sein). Die Wartung ist aufwändiger, nicht nur wegen Säuberung des Kessels, sondern auch weil die Mimik zur Pellet-Förderung gewartet werden muss. M.W. sind Pelletheizungen auch immer noch störanfälliger als z.B. eine Gasheizung.


    Und schließlich arbeiten Pelletheizungen im extremen Teillast-Betrieb (v.a. im Sommerhalbjahr) nicht wirklich gut. Möglicherweise kann man das dadurch lösen, dass man zusätzlich eine Solarthermie-Anlage installiert und den Pelletkessel im Sommer einfach ausschaltet.


    Aber wenn man das alles in Kauf nimmt und – wie oben beschrieben – tatsächlich klimaneutrale Pellets einsetzt, hat man jedenfalls einen Klimavorteil im Vergleich zu Gas- oder gar Ölheizungen.

    |__|:-)

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hallo

    Bei uns wird unsere Ölheizung altersbedingt auch in 5 - maxxximal 10 Jahren weichen müssen. Da das Öl derzeit auch günstig ist, drängt der Neukauf noch nicht. Ich beschäfte mich dennoch schon mit Alternativen. Was haltet ihr von Pellet-Heizung? Die Anschaffungskosten schrecken mich etwas ab aber es gibt dafür schon verschiedene Pelletarten. Als Alternative steht auch Fernwärme.

    Gruss

    Hi Heizkessel,

    Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen das die Pelletheizung eines meiner großen Überraschungen war. Ein Freund von mir hatte mir seine nach einem Umzug überlassen. Und ich kann nur sagen, dass ich wirklich überrascht und beeindruckt bin. [Mod: Werbung entfernt]


    Der Ruf der Pellet heizung ist zu unrecht schlecht. Das kann ich dir sagen. Wenn du umweltbewusst leben möchtest kann ich dir zudem sagen, dass die Pellets sogar umweltschonend sein können. Siehe Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Holzpellet

    Die Pellets kannst du nach Gusto schön dosieren. Das ist das wunderbare daran. Und die Heizung hat auch richtig Dampf.

    Also meine absolute Empfehlung. Natürlich schrecken die Anschaffungskosten etwas ab, aber langfristig lohnt es sich im Gegensatz zu andern Heizarten.

    Pellets kannst du bspw. auch günstig besorgen, wenn du Rabatte findest oder gute Freunde hast, die dir welche geben.


    Beste Grüße

  • Alles schön und gut, aber ich bleibe dabei: Wenn ein Fernwärme-Anschluss möglich ist, wäre es sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch unsinnig, zum Heizen etwas anderes zu nutzen als Fernwärme. Besser ist nur noch die Energie überhaupt zu sparen (durch Isolierung und/oder passive Solarnutzung), oder auf dem eigenen Grundstück zu sammeln (Solarthermie).

    |__|:-)

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • hallo sailor773

    schon mal einen Fernwärmevertrag durchgelesen ? , sind meistens Knebelverträge . z.B. sehr lange Vertragslaufzeiten oder wenn man sein Haus verkauft muß der Käufer den Vertrag übernehmen u.s.w. Ökologisch ?? , je nachdem mit was die Fernwärme erzeugt wird , teilweise werden Hackschnitzel oder Pellets aus den letzten europäischen "Urwäldern " verheizt .

  • sehr lange Vertragslaufzeiten

    Dass die Verträge langfristig sind ist aus meiner Sicht – angesichts der hohen Investition für die Fernwärmenetze – völlig normal. Und warum auch nicht? Eine einmal installierte Fernwärmeheizung später rauszureißen und durch eine eigenständige Heizung zu ersetzen dürfte selbst bei kürzer laufenden Verträgen in den seltensten Fällen wirtschaftlich sinnvoll sein. Davon ab sind auch privat getroffene Entscheidungen – beispielsweise für eine Pelletheizung – aus wirtschaftlichen Gründen in aller Regel mindestens 20 Jahre "bindend".

    Ökologisch ??

    Ich bin keineswegs der Ansicht, dass Fernwärme (oder auch Nahwärme für Quartiere) langfristig die ökologischste oder gar allein selig machende Lösung für die gesamte Wärmeversorgung ist. Wegen der Leitungsverluste ist FW, jedenfalls wenn zur Erzeugung Brennstoff eingesetzt werden muss, nur was für (kleine oder große) Gebiete mit hoher Wärmebedarfsdichte – und auch dann nur, wenn sie mit KWK verbunden ist. Durch einen zusätzlichen Anschluss vergrößern sich die Leitungsverluste jedoch nicht, so dass der inkrementelle Nutzungsgrad für einen zusätzlichen Anschluss an eine vorhandene FW-Leitung jedenfalls nahe 100% liegt.

    teilweise werden Hackschnitzel oder Pellets aus den letzten europäischen "Urwäldern " verheizt

    Hast Du dafür eine seriöse Quelle, oder ist das nur eine urban legend, die in irgendwelchen sozialen Medien herumgeistert?


    Üblicherweise kommt Fernwärme jedenfalls aus Müllverbrennung oder Erdgas-Heizkraftwerken, teilweise auch noch aus Kohle – wobei letzteres in der nächsten Dekade aufhören wird – und vielerorts aus Abwärme ortsansässiger Industriebetriebe. Auch bei fossilen Quellen ist dabei (wegen der meist damit verbundenen KWK) der Gesamtwirkungsgrad fast immer höher als selbst bei den besten reinen Stromerzeugern.


    Übrigens muss man auch beim Betrieb einer Pelletheizung – um die ging es ja – darauf achten, dass man ökologisch verantwortungsvoll einkauft. Wenn Bäume (egal ob aus europäischen "Urwäldern" oder von anderswo) ausschließlich für die Verarbeitung zu Hackschnitzeln oder Holzpellets gefällt werden – und ansonsten stehen geblieben wären – ist solches Brennmaterial nicht ökologischer als Braunkohlebriketts. Klimaneutral (von ökologisch ganz zu schweigen) ist nur die Verbrennung von Holz, dessen Kohlenstoff auch sonst als CO2 in die Atmosphäre gelangt wäre: also Abfälle aus der Holzverarbeitung (Sägespäne), Schwach-/ Ausforstungsholz, Ast-, Wurzel- und Kronenmaterial, ggf. auch Holz aus Windbruch oder aus Borkenkäfer-Fällungen: und alles auch nur, wenn die Wälder nachhaltig bewirtschaftet werden.

    |__|:-)

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)