Petition gegen EEG Umlage auf eigenproduzierten Strom

  • Ich denke, dass hier auch eine gewisse Skepsis angebracht ist. Man darf ja auch nie vergessen, dass solche Produktionen immer aus einer bestimmten Perspektive entstehen und nie frei und "objektiv" sind. Ich hätte das aber auch eher so verstanden übrigens

  • Na wenn das klappt, gratuliere ich. Wer es schafft sich auf eine "Insel" zu begeben, der kann dem Treiben unserer Politiker und Lobbyisten in dieser Sache mit einem Schmunzeln zusehen.


    Nur leider scheint das nicht ganz so einfach zu sein. Vor einiger Zeit hatten wir doch hier den Fall eines EFH-Besitzers, dem der Netzbetreiber den Abbau des Stromanschlusses androhte, falls er nicht eine hohe fünfstellige Summe für dessen Sanierung aufbringt. Eine stärkere Motivation, eine Strominsel zu bauen, kann ich mir kaum vorstellen. Ich weiß nicht wie die Sache ausgegangen ist. Aber allein die Diskussion unter den Fachleuten hier im Forum über den besten Weg zu einer Insel zog sich über viele Seiten, mit teils weit auseinander gehenden Meinungen und dem vorläufigen Endergebnis, es sei jedenfalls besser, "zu klagen bis der Arzt kommt".


    Spätestens seit diesem Thread habe ich den Eindruck, so eine Insel ist weder was für Anfänger noch für Weicheier. Jedenfalls würde ich so ein Projekt nicht einfach nur deshalb anpacken, weil ich eine ausgeförderte (und abgeschriebene) PV-Anlage nicht so betreiben darf wie ich das möchte.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Solardachs : Es gibt aber nicht viele die so eine große Anlage haben und auch noch einen entsprechend hohen Eigenverbrauch realisieren können.


    Spätestens seit diesem Thread habe ich den Eindruck, so eine Insel ist weder was für Anfänger noch für Weicheier. Jedenfalls würde ich so ein Projekt nicht einfach nur deshalb anpacken, weil ich eine ausgeförderte (und abgeschriebene) PV-Anlage nicht so betreiben darf wie ich das möchte.

    So kompliziert ist das auch nicht, nur in dem von dir angmerkten Fall die wäre die Insel auch nicht günstiger gekommen. Im Fall von Solardachs ist ja alles eine Hausnummer größer, da rechnet sich das leichter, vor allem da BHKW und PV ja schon vorhanden sind und nur noch die Batterie samt Wechselrichter angeschafft werden muss. In dem Beispiel mit dem stilllegen des Netzanschlusses müsste ja das Komplettpaket angeschafft werden, in entsprechender Größe um auch Spitzen abzudecken, aber ohne die Möglichkeit Überschüsse verkaufen zu könnnen wäre das nicht günstiger als der Neuanschluss gewesen.

    Wer schon PV und BHKW hat, und im Notfall auch einen guten Service was Störungen am BHKW angeht für den ist eine Insel zumindest nicht grundsätzlich uninteressant.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Im Fall von Solardachs ist ja alles eine Hausnummer größer

    Das ist wohl der Punkt: Je größer eine Insel ist, um so eher kommt sie als Lösung in Frage.


    Aber ein massenhafter Einsatz von Strominseln würde (selbst wenn er sich für den Einzelnen rechnen könnte) mit ihrem Bedarf an Speichern und Backup-Erzeugern und der fehlenden Möglichkeit, Überschüsse wertig einzusetzen, aus volkswirtschaftlicher Sicht eine gigantische Verschwendung von Ressourcen bedeuten. Ich kann deshalb nur hoffen, dass die von Neuendorfer drastisch skizzierten Fehlsteuerungen bei der Energiewende die Leute nicht auf lange Sicht in solche "Lösungen" treiben.

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  • Da hast du recht, bleibt zu hoffen das die Gesetzgebung hier bessere Rahmenbedingungen schafft, alles andere wäre Verschwendung. Im Grunde ersetzt der private Energiespeicher ja nur die Möglichkeit den Strom halbwegs attraktiv zu verkaufen. Will der Netzbetreiber also sein Geschäft nicht verlieren und ließe sich die Politik nicht auf die Lobbyarbeit ein wäre die sinnvolle Lösung ein vernünftiges Konzept zum Stromverkauf (PV, BHKW, Wind, etc.) sowie die Schaffung von dezentralen Großspeichern (welcher Art auch immer, im Norden würde sich vermutlich eher P2G im Süden eher Batteriespeicher anbieten) von Seiten des NB.

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  • Jedenfalls würde ich so ein Projekt nicht einfach nur deshalb anpacken, weil ich eine ausgeförderte (und abgeschriebene) PV-Anlage nicht so betreiben darf wie ich das möchte.

    Das sehe ich nicht aus Eigensinn, sondern rein wirtschaftlich!

    Es ist eine voll funktionsfähige Anlage auf dem Dach, welche vermutlich noch 20 Jahr laufen wird (Schott Doppelglasmodule) - ich brauch relativ viel Strom und müsste diesen für ca. 24 Cent netto kaufen.


    D.h. jede selbst erzeugte kWh ist diesen Preis wert, bei einer Anlage die keine (oder nur unwesentliche) Kosten verursacht!

    Und einen Schritt weiter gedacht mit 15 Cent Speicherkosten (Abschreibung/Verluste usw.) ist dann die eigenerzeugte kWh immer noch 9 Cent wert - mehr als es z.Z. bei Neuanlagen Einspeisevergütung gibt.


    Wie gesagt, die Insel erscheint hier durchaus attraktiv! Bei Stromkosten am Betrieb jenseits der 10.000,- € jährlich kann man selbst bei nur fünfjähriger Betrachtung schon einiges Geld in die Hand nehmen und die Erzeuger stehen ja schon praktisch kostenlos da.

    Aber noch habe ich ein paar Jahre Zeit und es tut sich ja einiges, sowohl beim Gesetzgeber als in der der Speichertechnologie.


    Das einfachste in meinen Augen wäre eine Einspeisung zu EEX-Preis wie beim BHKW - und Eigennutzung ohne EEG-Umlage o. max. 1/4.

    Alternativ wäre eine 0% Hart Regelung technisch leicht umsetzbar - analog zur 70% Regelung - d.h. es darf kein Strom ins Netz zurück gespeist werden. Das ginge mit den meisten der vorhandenen WR und einer Regelung wie dem SolarLog problemlos ohne viel Aufwand

  • Vielleicht wäre es sinnvoll, frühzeitig eine Petition zu starten, bevor die Steigerung des Wahnsinns in Gesetzestext gefasst ist?

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Das einfachste in meinen Augen wäre eine Einspeisung zu EEX-Preis wie beim BHKW - und Eigennutzung ohne EEG-Umlage o. max. 1/4.

    Völlig einverstanden. Nur wird damit halt nicht das von der BNA angesprochene Problem mit den Standardlastprofilen und den daraus resultierenden "vagabundierenden Strommengen" adressiert.


    Ich kann nicht beurteilen, ob dieses Problem tatsächlich schon jetzt netzrelevante Ausmaße hat. Die BNA-Präsentation spricht von 5 TWh Eigenverbrauch im Jahr, das wäre ca. 1% des Stromverbrauchs in Deutschland. Das erscheint zunächst mal nicht viel, macht aber zu bestimmten Zeiten (mittags an sonnigen Sommertagen) natürlich weit mehr aus. Auch hier muss man indessen bei den Schätzungen die Kirche im Dorf lassen. Laut BNA-Präsentation wurden am 18.08.2019 (das war wohl der bisherige Spitzentag, sonst hätte man den nicht genommen) insgesamt 25% des deutschen Stromverbrauchs in Niederspannungs-PV erzeugt. Selbst wenn alle diese Anlagen Überschusseinspeiser gewesen wären, kann der Eigenverbrauchs-Anteil daran kaum mehr als ein Viertel (also 7-8% des Stromverbrauchs) betragen haben. Rechnet man alle Volleinspeiser heraus, die auch am Niederspannungsnetz hängen und deshalb bei den 25% mitgezählt wurden, waren es mit Sicherheit auch am Spitzentag weniger als 5% Eigenverbrauchsanteil.


    Die Frage ist also, ob niedrige einstellige EV-Prozentzahlen vom Stromverbrauch an Spitzentagen, bzw. 1% im Durchschnitt, bereits ein netzrelevantes Problem darstellen – oder ob dieses Thema womöglich zum jetzigen Zeitpunkt an den Haaren herbeigezogen wurde, um ganz andere Interessen durchzusetzen.


    Aber ohne Frage wird die Bedeutung dieser Thematik zunehmen, wenn (was wir ja alle wollen) nach Aufhebung des "Deckels" weiterhin möglichst viele PV-Anlagen mit Überschusseinspeisung zugebaut werden. Bei uns in Bayern wird ja sogar eine Pflicht für PV-Anlagen auf Neubauten diskutiert. Und wenn jetzt zusätzlich alle bis 2008 auf Dächern errichteten PV-Anlagen nach Ende der Förderung auf Überschusseinspeisung umgebaut würden (was ja an sich sinnvoll wäre), kämen die noch hinzu. Deshalb wird die Sache meiner Meinung nach langfristig auf Lösungen wie die im "Modell 1" hinauslaufen. Die Frage ist nur, welche Übergangslösungen möglich sind, bis solche Modelle technisch und organisatorisch umgesetzt werden können. Dass dabei um jeden Preis vermieden werden muss, dass alte PV-Anlagen massenhaft vom Netz genommen werden, versteht sich von selbst.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

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  • Vielleicht wäre es sinnvoll, frühzeitig eine Petition zu starten, bevor die Steigerung des Wahnsinns in Gesetzestext gefasst ist?

    Das wäre sicherlich keine schlechte Idee. Ich frage mich jeweils nur, ob es mir das Wert ist, diesen Aufwand und Energie zu investieren, wenn am Ende doch wieder alles unterdrückt wird. Vielleicht bin ich aber da auch ein wenig zu pessimistisch...

  • Nur wird damit halt nicht das von der BNA angesprochene Problem mit den Standardlastprofilen und den daraus resultierenden "vagabundierenden Strommengen" adressiert.

    Zunächst ist es doch dem Strom egal, durch welche Zähler er läuft und wie er abgerechnet wird. Im Netz "außerhalb" der Zäler ist das doch ohne Auswirkung.

    Lediglich kleine Verschiebungen durch bewusste Verbrauchsverlagerung bestimmter Verbraucher führen zu gewissen Verschiebungen, aber die schlagen sich doch genauso in den statistischen Lastprofilen nieder. Da sind Einflüsse wie die Halbzeit bei Länderspielen viel Tiefgreifender.


    oder ob dieses Thema womöglich zum jetzigen Zeitpunkt an den Haaren herbeigezogen wurde, um ganz andere Interessen durchzusetzen

    imho ist genau das der Punkt!


    Ich frage mich jeweils nur, ob es mir das Wert ist, diesen Aufwand und Energie zu investieren, wenn am Ende doch wieder alles unterdrückt wird


    Sorry, wenn ich das offen sage, aber genau diese Haltung führt dazu, dass man mit der breiten Masse Schindluder treiben kann und es überhaupt wagt, so hirnrissige Gesetze zu verbrechen. Nur wenn viele aufbegehren und das immer wieder tun, kann das wirken. Ansonsten ist das wie bei den Schafen in der Warteschlange am Schlachthof.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
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    Einmal editiert, zuletzt von bluwi ()

  • Friday for Forture oder " wir sind das Volk"

    Im Gegenteil. Gerade durch FFF hat die Regierung in diesem Falle hier keine Narrenfreiheit mehr. Der Fotovoltaikdeckel musste fallen, weil der politische Flurschaden sonst zu groß wäre. Die EU-Rechtswidrige Sonnensteuer auf EV ist auch nicht mehr lange tragbar. Wir erleben das Rückzugsgefecht der Energiedinosauriere. Ihr letztes Husarenstück waren die Entschädigungzahlungen des Braunkohleaustieg.

    Da BHKWs bei FFF fast keiner kennt, haben wir es schwerer. Das wird sich aber sicherlich ändern wenn die "Powerwall" im Carport normal wird.

    Citroen C-Zero, 35qm PV, 12kWh LiFePo (15x250Ah, Winston), 4kW Taiwan-Inverter, DIY BMS
    Hausdämmung 16cm PS 0.035

  • Zunächst ist es doch dem Strom egal, durch welche Zähler er läuft und wie er abgerechnet wird. Im Netz "außerhalb" der Zäler ist das doch ohne Auswirkung.

    Ich versuche mal, mit Hilfe des angehängten Diagramms zu erklären, worum es nach meinem Verständnis geht.


    Die blaue Kurve (nachts von der grünen Kurve verdeckt) zeigt ein Standardlastprofil für Haushalte am Montag bis Freitag im Sommer, und zwar in diesem Beispiel bezogen auf einen hypothetischen Haushalt mit 16 kWh Tagesverbrauch. Natürlich sieht kein einzelnes Haushaltsprofil in der Realität auch nur annähernd so aus, aber aus dem Verbrauch von Tausenden Haushalten ergibt sich eine Kurve, die so aussieht wie die blaue. Lesebeispiel: Nachts zwischen 03:00h und 04:00h liegt der Verbrauch eines Haushalts mit 16 kW Tagesverbrauch statistisch bei ca. 300 W, in der Abendspitze etwa ab 19:30h bei ca. 1,1 kW.


    Da kleine Verbraucher keinen Viertelstundenzähler haben ist alles, was der NB über diesen Haushalt weiß, der Jahresverbrauch – in dem Fall 5.840 kWh. Um Angebot und Nachfrage zu jedem Zeitpunkt auszugleichen, kann der NB aber den Strom nicht auf Jahresbasis kontrahieren, sondern muss das auf Stunden- oder Viertelstundenbasis tun. Angenommen er hätte tausend solcher Haushalte zu versorgen, die im Jahr zusammen 5,84 GWh verbrauchen, würde er also auf Basis des Standardprofils im Sommer Montags bis Freitags jeden Tag zwischen 03:00h und 04:00h eine Stromleistung von (1000*0,3=) 300 kW kontrahieren und hoffen, dass es Dank der Statistik halbwegs ausgeht. Von 19:30h bis 20:00h an denselben Sommertagen würde er (1000*1,1=) 1.100 kWh kontrahieren.


    Und jetzt kommen wir zum Problem.


    Angenommen der beschriebene Haushalt betreibt eine PV-Anlage mit 6 kWp und Überschusseinspeisung und hätte einen Stromverbrauch, der exakt dem Standardlastprofil entspricht, so wird sein tatsächlicher Netzbezug der grünen Kurve folgen. Zwischen 07:30h und 18:30h deckt eine 6 kWp Südanlage (ich habe hier einfach die Werte unserer Anlage hochgerechnet) den durchschnittlichen Tagesverbrauch im Juni vollständig, da ist der Netzbezug Null. (Dass in dieser Zeit PV-Strom eingespeist wird, hat mit dem Thema nichts zu tun.) Andererseits ist zwischen 21:00h und 05:30h die Sonne weg, so dass in dieser Zeit der Netzbezug derselbe ist wie in einem Haushalt ohne PV-Anlage.


    Das Problem ist jetzt einfach, dass der NB das nicht weiß. Was er weiß ist, dass der Jahresverbrauch dieses Haushalts (bei angenommenen 30% PV-Abdeckung) statt vorher 5.840 kWh nur noch 70% = 4.088 kWh beträgt. Und weil er nur diese Information hat und sonst nichts, bleibt ihm nichts anderes übrig als seine Kontrahierung nunmehr an 70% des vorherigen Jahresverbrauchs (entsprechend der roten Kurve) auszurichten. Weil aber der tatsächliche Verbrauch entlang der grünen Kurve verläuft, wird der kontrahierte Strom in Höhe der Differenz zwischen roter und grüner Kurve tagsüber nicht abgenommen. Im Gegenzug wird dieser Haushalt zwischen etwa 20:00h und 06:00h (insbesondere am Abend) mehr Strom aus dem Netz beziehen als aufgrund des Lastprofils erwartet.


    So lang das nur ein Haushalt macht, ist das kein Problem: Da sorgen Ereignisse wie Faschingsfeiern, Fußball-Weltmeisterschaften oder Urlaubsfahrten für individuell weit größere Abweichungen, die aber in der Statistik untergehen. Mit steigender Zahl von PV-Anlagen, die statistisch alle zum gleichen Netzbezugs-Verhalten führen, nimmt jedoch die Bedeutung des Problems zu.


    Das Problem ist also real. Was mir an den Aussagen der BNA hingegen absolut nicht einleuchtet ist die Behauptung, dass es nicht möglich sei, Standardlastprofile für Haushalte mit PV-Anlagen zu erstellen. Das Diagramm in der Anlage habe ich in 30 Minuten Arbeit so hingerotzt. Um das seriös zu machen, müsste man sicher ein paar Menschen an die Rechner setzen, einige hundert oder tausend Szenarien für verschiedene Jahreszeiten, Wetterverhältnisse und PV-Größen simulieren und ausmitteln. Aber ich behaupte, dass man Standardlastprofile für Haushalte mit PV-Anlage damit jedenfalls schneller erstellen könnte als es dauert, intelligente Messeinrichtungen flächendeckend einzuführen.

    Bilder

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    2 Mal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Typo

  • Moin,


    sailor773 :thumbup:sehr gut beschrieben die Problematik.


    Mal eine kurze Zwischenfrage. Da ja öfter die Idee kam dann eine Insel zu realisieren (bin da auch in der Planung für den Fall der Fälle), wenn wirklich so ein Mist "erschaffen" wird, wie verhält es sich mit der Anschlußpflicht? War auf einer Schulung zwecks Batteriepeicher und da wurde mir gesagt das es eínen Anschlusszwang für Wohngebäude in Deutschland gibt, ist das korrekt?

    Wenn dem so ist und man sich einfach eine Batterie-Anlage baut (noch Netzparallel mit evtl. Überschusseinspeisung bei Anlagen die Ende 2020 aus dem EEG fallen), das EVU auf dicke Hose macht, was können die überhaupt fordern ausser "wenn Sie sich nicht an die Regeln halten dann kappen wir den Anschluss", ist dann also das Ziel erreicht, also Stromanschluss weg und alles gut?


    Anderes Szenario, Anlage Sylvesternacht umklemmen auf Eigenverbrauch und warten was passiert? Was wollen die groß machen? Ist doch rechtlich alles noch Grauzone.


    Grüße

    Tom

  • Mal eine kurze Zwischenfrage. [...] War auf einer Schulung zwecks Batteriepeicher und da wurde mir gesagt das es eínen Anschlusszwang für Wohngebäude in Deutschland gibt, ist das korrekt?

    Wenn man Mieter hat, dann haben die ein Recht auf Netzzugang, wenn man sich aber nur selbst auf die Insel setzt, wäre mir jetzt keine Norm bekannt, die einen zum Netzanschluss zwingt. Im Gegenteil: Das EEG sagt eindeutig, dass man keine Umlage zahlen muss, wenn man eine Insel hat.


    Umklemmen auf Eigenverbrauch würde ich vor dem Jahreswechsel empfehlen. Ab dem 1. Januar werden VNB das voraussichtlich nur machen, wenn man einen Direktvermarkter hat. Die Anlagen die am 1. Januar aber bereits auf Eigenverbrauch laufen, denen muss erstmal der VNB hinterherlaufen, wenn er den geschenkten Strom nicht haben will