Petition gegen EEG Umlage auf eigenproduzierten Strom

  • Das würde es nicht bedeuten! Der Grund dafür ist aber einfach, dass die meisten dieser Konzerne wegen der Besonderen Ausgleichsregelung ohnehin so gut wie keine EEG-Umlage zahlen und deshalb von einer Befreiung für KWK-Strom auch nicht profitieren könnten.


    Da wäre es mir lieber, diese Konzerne würden EEG-Umlage zahlen wie alle anderen Stromkunden auch. Dann dürften sie aus meiner Sicht auch gerne von einer Befreiung für KWK-Strom profitieren.

    Interessante These sailor773 - woher hast Du dieses "Wissen"?
    Ich bin zwar sicher, dass diese These in Dein Weltbild passt - aber...


    Kleiner Fakten-Check
    Fakt ist aber, dass z. B. die Autobauer in Deutschland volle EEG-Umlage auf den Strombezug zahlen - und Beyer und BASF auch.

  • Ich meine auch mal gehört zu haben das die EEG Umlage nur deshalb so hoch ist weil sie nur für 1/3 der Gesamtstrommenge bezahlt wird, da die Energieintensiven Unternehmen befreit sind. Ist aber schon einige Zeit her, so das ich gerade nicht mit einer Quellenangabe dienen kann. War warscheinlich irgendeine Doku.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Kleiner Fakten-Check
    Fakt ist aber, dass z. B. die Autobauer in Deutschland volle EEG-Umlage auf den Strombezug zahlen - und Beyer und BASF auch.

    Ich bin immer für Fakten-Checks, aber jetzt zu faul um das alles zu recherchieren. Einstweilen nur ein Beispiel: Laut dieser Quelle (eine der ersten die bei Google hochkam) hätte BASF der Wegfall der Besonderen Ausgleichsregelung im Jahr 2014 ca. 300 Mio EUR gekostet. Jetzt ist das zugegeben schon eine Weile her. Die EEG-Umlage war damals etwas niedriger als heute. Aber hast Du Quellen dazu, dass seit 2014 die Privilegien für die stromintensive Industrie zumindest zum Teil abgeschafft wurden und beispielsweise BASF mittlerweile die volle EEG-Umlage zahlt?

    Ich meine auch mal gehört zu haben das die EEG Umlage nur deshalb so hoch ist weil sie nur für 1/3 der Gesamtstrommenge bezahlt wird, da die Energieintensiven Unternehmen befreit sind.

    Ganz so schlimm ist es nicht. Die Privilegierungen machten 2019 in der Summe etwa 5,1 Mrd EUR aus, bei einem Gesamtvolumen von ca. 24 Mrd EUR. Ohne Privilegien läge die EEG-Umlage also um ca. 1,3 ct/kWh niedriger.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Die gesetzliche Grundlage für diese Reduzierung der EEG-Umlage ist die „Besondere Ausgleichsregelung“ (BesAR)


    Erfüllt ein Betrieb die Voraussetzungen der BesAR, zahlt er für die erste Gigawattstunde (GWh) die EEG-Umlage in voller Höhe.

    Alles darüber hinaus wird mit einem günstigeren Satz von maximal 15 Prozent abgerechnet.

    Gleichzeitig legt die BesAR eine Untergrenze und Höchstgrenze für die Zahlung der EEG-Umlage fest.

    Zu zahlen sind maximal vier Prozent der Bruttowertschöpfung .

    Liegt die Stromkosten-Intensität des Betriebs über 20 Prozent, beträgt die Umlage maximal 0,5 Prozent.

    Die Untergrenze kann im günstigsten Fall – beispielsweise in der Chemie- oder in der Aluminiumindustrie – bei 0,05 Cent je kWh liegen.


    Die Anzahl der Betriebe, die versuchen in den Genuss der Ausnahmeregelung zu kommen, steigt von Jahr zu Jahr an.

    2010 waren es 521 Betriebe, 2018 schon 2156.

    In der langen Liste der Unternehmen befinden sich z.B. Tierfutterproduzenten, Textilfaserhersteller oder Sägewerke.

    Und mit jedem Unternehmen, das von der Ausnahmeregelung Gebrauch macht, steigt die EEG-Umlage für die Verbraucher.


    Diese Sonderregelung verleitet auch dazu, dass Betriebe Stromsparmaßnahmen nicht einführen, weil Vielverbraucher den Strom günstiger bekommen!

    Hinzu kommen Tricks, die Unternehmen mit ihren Energieanbietern machen.

    Es werden mehr Kilowattstunden abgerechnet, als verbraucht werden.

    Im Gegenzug wird weniger Gas in Rechnung gestellt.

    Die Rechnung zahlt wieder der Verbraucher!

  • Hier die Liste der begünstigte Betriebe: https://www.bafa.de/SharedDocs…_blob=publicationFile&v=8


    Bedenken sollte man, dass diese Liste vor Jahren medial dazu genutzt wurde, die Unternehmen an den Pranger zu stellen, weshalb heutzutage vermutlich einige Tarnunternehmen auf der Liste die in Wirklichkeit Begünstigten verschleiern dürften. Auf den ersten Blick sehe ich z.B. keine Supermarktketten mehr, die damals alle Filialen zusammengefasst hatten. Golfplätze usw. sind auch nicht mehr direkt zu sehen. Irgendwann, so vor 5 Jahren etwa, gab es allerdings auch eine Novellierung der BesAR im EEG, wo die Beschränkung auf bestimmte Branchen eingeführt bzw. verschärft wurde.


    Edit

    Google hat da was schönes gefunden: https://www.ebnerstolz.de/de/3…3_elektronische_Kopie.pdf

  • Danke, super Zusammenfassung!:thumbup:

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Hier die Liste der begünstigte Betriebe: https://www.bafa.de/SharedDocs…_blob=publicationFile&v=8

    Danke an Neuendorfer für den spannenden Link.

    Leider ist die Liste etwas kryptisch bzw. das tatsächliche Geschäftsfeld der begünstigten Unternehmen nicht wirklich durchschaubar.

    Mich würde nämlich brennend interessieren, wie viele Firmen da "energieintensiv" umkonstruiert wurden.

    z.B. bei den Fleischverarbeitern: Wie viele haben ihre Betriebsstätten einfach zu eigenständigen Firmen umkonstruiert, die dann der anderen Konzerntochter "Warm" vermieten. Bei dem Stromverbrauch der Kältemaschinen sicher ein lukratives Geschäft - auf Kosten der privaten Verbraucher und des kleinen Gewerbes,

    Nach Angaben des Fraunhofer ISE Instituts spart die Industrie durch die Strom-Verbilligung (früher billiger Tages-Spitzenstrom wird jetzt verschleudert) mehr als die EEG-Umlage ausmachen würde...


    Andererseits, da bin ich ganz ketzerisch, halte ich es für nicht unangebracht, dafür zu bezahlen, dass man das Netz so quasi als "Müllkippe" für allen nicht selbst verbrauchten Regenerativstrom verwenden darf. Die EEG-Umlage auf hohen Eigenverbrauch halte ich deshalb für prinzipiell vertretbar.

    PV Anlage 4,9 kW, 20 * Trina 245W, WR Imeon 9.12, 3-phasig, On/Off Grid

    Batterie Hawker 48V, 575Ah, E-Auto Renault Zoe

  • Andererseits, da bin ich ganz ketzerisch, halte ich es für nicht unangebracht, dafür zu bezahlen, dass man das Netz so quasi als "Müllkippe" für allen nicht selbst verbrauchten Regenerativstrom verwenden darf. Die EEG-Umlage auf hohen Eigenverbrauch halte ich deshalb für prinzipiell vertretbar.

    Klar muss jemand dafür bezahlen, nur ist die Art der Errechnung der Umlage in sich unlogisch. Nach Deiner Logik kippen die am meisten auf den Müll, die am wenigsten selbst verbrauchen und bekommen dafür auf der anderen Seite die meiste Förderung. Umgekehrt bezahlen die am meisten Umlage, die am wenigsten auf die Kippe schmeißen. Sowas tut mir im Kopf weh!


    p.s. Zur Klarstellung: Das war kein Seitenhieb gegen Dich, das Kopfweh betrifft nur die Logik der Umlage

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

    Einmal editiert, zuletzt von bluwi () aus folgendem Grund: p.s. Nachtrag / Klarstellung

  • Nimm von denen die haben und verschone die, die viel haben.

    Die Version, die ich kenne, geht so:

    "Nimm von denen, die wenig haben, denn ihrer sind viele" (und sie können sich nicht so gut wehren)...


    Im Übrigen ist die Eigenverbrauchsumlage im Prinzip noch das, was ich als ehestens verstehe.


    Das EEG ist m.E. unter schwarz-gelb-rot zu einem trojanischen Pferd umgebaut worden.

    Allein schon das Faktum, dass die Befreiung von der EEG-Umlage ohne Verpflichtung auf einen Effizienzpfad oder gar netzdienliche Lastentnahme erfolgt. Auch die Befreiung großer Verbraucher von den Netzkosten gehört in diese Kategorie.

    Darüber hinaus die absolut widersinnige Förderung von Biogas aus Feldfrüchten. Im Amazonas werden Urwälder für Viehfutter gerodet und bei uns wird die Verklappung von Viehfutter für "Bioenergie" gefördert... Die "Abwärmenutzung" von Biogasanlagen wird nochmal extra vergütet - bei mir im Dorf existiert ein "Flat-Rate-Wärmenetz" - der Biogasbetreiber verdient vor allem an der Wärmevergütung. Und in Garagen und Scheunen bollern Heizkörper.

    Die "Vermarktung" - besser Verramschung - des EEG-Stroms über den Spotmarkt ist ein weiteres Unding. Denn: Die Kraftwerksbetreiber kaufen den EEG-Strom am Spotmarkt, um ihre Terminmarkt-Verpflichtungen zu erfüllen. Eine Einladung zum Insiderhandel...

    Die Einschränkung der Netzkapazität im Übertragungsnetz ist der nächste Abriss.

    Führt zu Redispatching...


    Als Verbraucher sind wir geteert, gefedert und aufgespießt...

    Weshalb ich als langfristiges Ziel StromAutarkie anstrebe.

    PV Anlage 4,9 kW, 20 * Trina 245W, WR Imeon 9.12, 3-phasig, On/Off Grid

    Batterie Hawker 48V, 575Ah, E-Auto Renault Zoe

  • m Übrigen ist die Eigenverbrauchsumlage im Prinzip noch das, was ich als ehestens verstehe.

    Dazu erzähl ich Dir doch mal ein Beispiel aus dem echten Leben:

    Wasserkraft gilt ja allgemein als Optimum an erneuerbarer Energie, weil sie vorwiegend im Winter und dann berechenbar und recht gleichmäßig zur Verfügung steht. Die Einspeisung von Wasserkraft kann deshalb sicher nicht unter EEG-Müll eingestuft werden. Aber der Gesetzgeber versteht das wohl nicht ganz.


    Ich hab in jahrelanger Arbeit und mit viel Geld aber ohne irgendwelche Subverntionen, ein kleines Wasserkraftwerk wieder soweit in Schuss gebracht, dass es ca. 9kW liefert. Damit kann ich im Jahr ca. 50.000 kWh Strom produzieren. Wenn es kalt ist brauche ich den Strom selber und im Sommer gibt es nicht genug Wasser für die volle Leistung, aber in den Übergangszeiten habe ich Überschuss. Allerdings verbrauche ich ca. 35.000 kWh selbst über Wärmepumpen für 3 Gebäude.


    Das EEG stellt nun Regeln auf, die ich nur erfüllen könnte, wenn ich weitere 110.000 investieren würde. Das läßt sich in keiner Weise darstellen und ich kann bzw. könnte deshab nur ohne Förderung einspeisen. Außerdem ist das Kraftwerk formal eine eigenständige Einheit. D.h. wenn ich das Kraftwerk ans Netz bringen würde, müsste ich für den gesamten Eigenverbrauch die volle Umlage von 6,7ct. bezahlen und bekäme für die überschüssigen 15.000kWh ca 3-4 ct. Die Bilanz kannst Du sicher selber ausrechnen. Nebenbei ginge die Rechnung auch nicht auf, wenn ich die 12ct nach EEG zugrunde lege, zumal alleine der Anschluss für so eine Anlage mehrere 1000 Euro kosten würde.


    Als Resultat der EEG-Umlage auf absolut sauberen Strom muss ich aus wirtschaflichem Zwang pro Jahr 15.000 kWh durch den Leerschuß schicken. Ich kann ihn nicht mal verschenken, weil ich auch keine Leitung zum Nachbarn legen darf.


    OK, das ist sicher keine verbreitete Situaltion, aber sie zeigt, dass das Strickmuster der Umlage einfach bescheuert ist.


    Das EEG ist m.E. unter schwarz-gelb-rot zu einem trojanischen Pferd umgebaut worden.

    Ich will ja nicht sagen, dass das EEG unter Schwarz-Gelb viel besser geworden ist, im Gegenteil wurde es für mich persönlich zur Katastrophe. Aber das war vorher schon bodenlos krude. Z.B. wurde die von Dir monierte "Verklappung von Viehfutter für "Bioenergie" von Rot-Grün über den NawaRo-Bonus eingeführt, der den Einsatz von Mais und Getreide massiv förderte, aber den Einsatz aller Bioabfälle wie Rasenschnitt aus dem Garten oder vom Straßenrand unter Androhung härtester Sanktionen untersagte. Auch die von Dir monierten Wärme-Flat-Rate wurde damals eingeführt. Beides wurde von Schwarz-Gelb (viel zu spät) korrigiert. Ja, auch heute wird viel Müll im EEG produziert, aber die gute alte Zeit, als das EEG noch in Ordnung war, die gibt es nicht.

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    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Zitat

    Allerdings verbrauche ich ca. 35.000 kWh selbst über Wärmepumpen für 3 Gebäude.

    Dann arbeitest Du also strom-autark - spannend! Vermutlich im Sommer im Tandem mit einer PV-Anlage?

    Was die EEG-Geschichte bzw. Eigenverbrauchsabgabe angeht bist du tatsächlich eine arme Sau.

    Meine Bemerkung bezog sich vor allem auf die PV-Anlagenbetreiber, die ja wirklich das Netz als Mülleimer für ihren Stromüberschuss nutzen können.


    wurde die von Dir monierte "Verklappung von Viehfutter für "Bioenergie" von Rot-Grün über den NawaRo-Bonus eingeführt,

    Meiner Erinnerung zufolge ging es damals darum, den Betrieb der Biogasanlagen kontinuierlicher gestalten zu können.

    Aber du kannst davon ausgehen, dass die Landwirte mit solchen gut gemeinten Subventionen sofort ein Riesen-Geschäft aufziehen.

    Wie mir ein Freund mal sagte: "ich müsste eigentlich nicht Landwirt, sondern Subventionswirt heißen..."

    Warum Landschaftspflegematerial da nicht rein sollte, ist mir nicht mehr geläufig. Vermutlich ging es darum, dass da kein Müll reingekippt wird.

    Ich hab 2003 an der FH Basel meine Diplomarbeit gemacht zum Thema Biogas. Damals war die Reststoffvergärung ein Riesen-Thema.

    Mit der Folge, dass da viel Dreck reinkam, der den Gärrest als Dünger unbrauchbar oder mindestens zweifelhaft machte.

    PV Anlage 4,9 kW, 20 * Trina 245W, WR Imeon 9.12, 3-phasig, On/Off Grid

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    Einmal editiert, zuletzt von Bernhard_Konrad () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Dann arbeitest Du also strom-autark

    Nein, das bin ich aktuell (noch) nicht. Ich betreibe nur eine zusätzliche Insel, in der inzwischen alle großen Verbraucher hängen, die aber gelegentlich auch abgeschaltet sind, wenn Arbeiten am system anstehen. (Sowas ist nicht von heute auf morgen fertig, das reift)

    Warum Landschaftspflegematerial da nicht rein sollte, ist mir nicht mehr geläufig.

    Es durfte nichts rein, was "nicht explizit für diesen Zweck geerntet" wurde. D.h. wenn man Mais gedroschen hat, dann durfte der Rest nicht mehr in die Nawaro-Anlage, weil Mais nur Nawaro ist, wenn alles reinkommt. Ebenso durfte ein Baum als ganzes zerkleinert und in ein Dampfkraftwerk, aber wenn man da zuerst einen Balken draus gesägt hat, dat durfte der Rest nicht mehr in ein Nawaro-Dampfkraftwerk. (einfach hirnrissig)

    Mit der Folge, dass da viel Dreck reinkam, der den Gärrest als Dünger unbrauchbar oder mindestens zweifelhaft machte.

    Das halte ich für ein Gerücht. Der Gärprozess ist eine Wissenschaft für sich, da kommt kein Müll rein.


    Aber wir sind hier doch recht OT und sollten das gegebenenfalls anderswo diskutieren.

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