Austausch Pelletheizung gegen BHKW

  • Wirtschaftlich kannst Du ein BHKW nur mit Gas betreiben – vorzugsweise Erdgas. Heizöl gibt es quasi nicht mehr (war auch Wartungs[kosten]intensiv) und Flüssiggas ist schon so teuer, dass es sich eigentlich nicht lohnt. Holzpellet-BHKW lohnen sich faktisch nicht. Die Frage ist nur, ob sich immer alles lohnen muss. Eine dicke Karre oder ein Urlaub lohnen sich auch nicht, machen aber auch Freude...


    Dass es den Condens von ÖkoFEN inzwischen auch wirklich mit dem Stirling zu kaufen gibt, wusste ich nicht. Der Weg von PelletKiste könnte daher auch für MathiasS gangbar sein, wenn er Lust an der Pelletstromerzeugung hat.


    PelletKiste Du schriebst nur, was Ihr vom Pelletstrom selbst verbraucht. Wie viel Strom kommt aus der Condens pro Jahr bei 4,5 Tonnen (21.600 kWh) Pellets?

  • Was mir gerade auffällt (oder verstehe ich das nur falsch?), dann seht das mit dem ÖkoFEN auf Pelletbasis durchaus kritisch (aber nicht absurd)? Aber ihr alle habt ein BHKW? Seit auch ihr auch alle Enthusiasten, oder nutzt ihr 'nur' keine Pellets als Energieträger?

    Die meisten von uns nutzen – glaube ich – Erdgas als Energieträger, einige User aus dem "Urgestein" wohl auch noch Heizöl (Dachs), und manche, die keine Alternative haben, auch teures Flüssiggas. Außer PelletKiste (seit vorgestern) kenne zumindest ich keinen, der es bislang gewagt hat, Pellets als Energieträger für ein BHKW einzusetzen.


    Ein BHKW auf Pelletbasis mit Stirlingmotor empfinde ich nach der Papierform als geniale technische Lösung, die sich aber im breiten Markt erst noch bewähren muss. Und sie sollte sich (nach Förderung) nicht wesentlich schlechter rechnen als andere BHKW's, was eine gewisse Lernkurve auch für den Hersteller voraussetzt. Bis dahin ist diese Art von Produkt aus meiner Sicht etwas für hartgesottene Pioniertypen, die willens und in der Lage sind, sich mit dem Gerät und seinen Eigenheiten zu beschäftigen, nicht gleich zu jammern anfangen wenn etwas schief geht, und finanziell ausreichend solide aufgestellt sind um allfällige Rückschläge zu verkraften. Enthusiast muss man vielleicht nicht sein (Enthusiasmus ist auch schnell enttäuscht), aber Hobby-Charakter hat so ein Projekt schon. Ein Rundum-Sorglos-Paket für jeden, nach der Devise "einschalten und vergessen", ist es jedenfalls nicht.


    Und der Hersteller muss – jedenfalls während der mehrjährigen Einführungsphase – selbst stabil aufgestellt sein und einen hervorragenden Service sowie langjährige Garantien bieten. Ein Start-Up (so genial es auch sein mag) hat das meist nicht im Kreuz: Dafür braucht es einen renommierten Hersteller, der auch ein paar Cash-Kühe im Portfolio hat, um die unvermeidlichen Anfangsverluste aus Innovationen wie dem Pellet-Stirling aufzufangen. Nach den Äußerungen von PelletKiste scheint ÖkoFEN diese Voraussetzung zu erfüllen – ich selbst kann dazu keine Aussage treffen.


    Deswegen sehe ich den ÖkoFEN – genau wie Du schreibst – als kritisch, aber jedenfalls bis zum Beweis des Gegenteils als keineswegs absurd.

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 ()

  • Außer PelletKiste (seit vorgestern) kenne zumindest ich keinen, der es bislang gewagt hat, Pellets als Energieträger für ein BHKW einzusetzen.

    Bei der Aussage vernachlässigst Du aber Sunmachine. Da gab es ein ganze Menge, die das gewagt haben und ich gehe davon aus, dass der eine oder andere "Schrauber" sein System noch am Laufen respektive Humpeln halten kann.


    @PelletKiste

    Mich würde vor allem interessieren, welche Kosten real zusammenkommen. So wie ich das verstanden habe (ich finde keine eindeutige Aussage), sind die 8.400 für den Motor selbst. Aber der spezielle Brenner und das drumrum (Wartung?) kostet ja sicher auch mehr. Kannst Du da Zahlen nennen?

    Leider ist ja auch ÖkoFen nicht ganz ehrlich, wenn es um die Kostenrechnung geht. Wenn man von "Null Kosten" für den Strom spricht, dann unterschlägt man sowohl die dazugehörigen Wartungskosten, als auch den recht offensichtlichen Anteil am Heizwert, der in Strom umgesetzt wird. Ob der "Stirling-Brenner" die gleiche Güte erreicht wie einer, der auf den Motor keine Rücksicht nehmen muss, dazu finde ich auch keine Aussage.


    Da wäre es hilfreich, Infos aus erster Hand zu bekommen.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Finde die Idee KWK mit Pellets interessant, aber entscheidend die Erfahrungen mit den Ökofen System. Funktioniert es einwandfrei = Praxis? Wer besitzt so ein System hier im Forum?

    Auch die Kombination mit Fronius Hybrid Wechselrichter der im Notstromfall auch den Akku per Pellets Bhkw laden kann. Wobei der Hybrid jetzt vom Gen24plus abgelöst wird. Wenn dann Eigennutzung, wenn Negative Börsenstrompreise die Einspeisung belasten wird das nichts mehr mit Gewinnen mit dem Stromverkauf.....

  • Hallo @bluwi, Solarstrom_Simon, sailor773,

    bei mir steht das Ökofen System im Keller. Allerdings habe ich nicht den Fronius Hybrid Wechselrichter mit dem entsprechenden Akku genommen, sondern den Kostal Plenticore Puls mit dem BYD Speicher. Für die Anbindung Condens mit dem Kostalwechselrichter habe ich einen ensprechenden Proxy entwickelt, der sich für den Condens wie ein Fronius Hybrid Wechselrichter verhält.
    Man muss wissen, bei dem Ökofen System geht es darum, ohne Einsatz von fossilen Brennstoffen Wärme und Strom für den Eigenbedarf zu erzeugen. Stromverkauf ist nicht das primäre Ziel. Der Stirlingmotor erzeugt bei uns pro Tag zwischen 5 und 10kW an Strom, dies ist abhängig vom Wärmebedarf. Im ersten Monat nach der Installation des Motors gab es immer wieder Fehlermeldungen vom System. Ökofen hat daraufhin die Steuerung ausgetauscht, seitdem läuft das System ohne Störungen.

    Für den Stirlingmotor gibt Ökofen 7 Jahre Garantie (ersten 3 Jahre Vollgarantie und die weiteren den Zeitwert).

    Das gesamte System mit PV-Anlage, Elektro-Auto, Speicher und Stirlingmotor rechnert sich für uns schon. Unsere Energiekosten haben sich von 3400€ (Gas für ca. 28000kWh 1200€, Benzin für 16000km 1200€, Stromkosten für 3000 kWh 1000€) pro Jahr auf 200€ ( Pellets 4,5T 950€, zukauf von Strom 300€, Stromverkauf PV 1050€, Energie für das Auto 0€) gesenkt.

    Auf 20 Jahre gesehen sind das 64000€. Von den 64000€ müssen dann halt alle Investitionkosten und höhere Wartungskosten abgezogen werden + die Differenz für die höheren Kosten des E-Autos.

    Zitat

    sailor773
    wie ÖkoFEN das Problem möglicher Ablagerungen ...

    Ökofen hat dafür ein automatisches Reinigungssystem entwickelt.