Austausch Pelletheizung gegen BHKW

  • Hallo!


    ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Mathias. Ich bin Privatperson und kleiner Vermieter. Ich habe mich kurz vorher in diesem Forum angemeldet, weil ich nicht so recht weiß, wie und wo anzufangen.


    Aktuell betreibe ich eine sehr frühe Paradigma Holzpelletheizung mit 32 KW Leistung (eingebaut 2002, also rund 19 Jahre alt). Dazu betreibe ich eine Solaranlage mit (geschätzt) 15 qm. Damit beheize ich in einem umgebauten Bauernhof das denkmalgeschützte und schlecht isolierte Haupthaus (ca. 160 qm Wohnfläche), ein gut isoliertes Einfamilienhaus (früherer Schweinestall, ca. 125 qm Wohnfläche) und in einem dritten Gebäude eine weitere, gut isolierte Einliegerwohnung (ca. 75 qm Wohnfläche). Ich verbrauche im Jahr zwischen 12 und 13 Tonnen Holzpellets, wobei das Haupthaus etwa 7 Tonnen (= 57%), das Einfamilienhaus ca. 3,5 Tonnen (= 29%) und die Einliegerwohnung rund 1,8 Tonnen (= 14%) Pellets verbraucht (jeweils inklusive Warmwasser).


    Die Pelletheizung macht zusehends mehr Ärger und jetzt steht eine größere Reparatur an. Im Zuge dessen überlege ich, die Heizung lieber gleich zu erneuern. Und dabei liebäugele ich schon seit einiger Zeit damit, eine KWK Anlage zu installieren. Diese darf aber nicht auf Basis von fossilen Energieträgern betrieben werden! Meine Idee ist natürlich naheliegend, die Heizung weiter mit Pellets zu betreiben.


    Jetzt weiß ich aber auch nicht wirklich, wo ich anfangen soll. Ich habe ein wenig recherchiert, und gelesen, dass ein BHKW dort lohnt, wo auch über den Sommer hinweg ein höherer Wärmebedarf besteht. Und dass in dem Zusammenhang eine Solaranlage sogar eher KONTRAproduktiv wäre, weil diese ja den Betrieb des BHKW im Sommer völlig obsolet macht? Ich bin mir also gerade mehr als unsicher, ob sich denn ein BHKW bei mir überhaupt rechnet. Denn SO dicke habe ich es finanziell auch wieder nicht?!? Ökologie sehr gern! Auch gern etwas mehr ausgegeben. Aber natürlich kann ich den Kostenfaktor auch nicht völlig außer acht lassen...

    Darf ich hierzu um eure Erfahrungen, euren Rat bitten? Vielen Dank!


    Grüße,
    Mathias

  • Hallo und Willkommen MathiasS im BHKW-Forum. :)


    Grundsätzlich haben wir für Beratungsanfragen eine kleine Checkliste, mit der die meisten relevanten Daten abfragt werden.


    Ist die Solaranlage schon eine mit "nur" Wasser? Auch wenn nicht: Eine Solaranlage und ein BHKW passen i.d.R. nicht so super zusammen. Mit einer Pelletheizung und einer Solarthermie seid Ihr Heizungstechnisch schon sehr gut aufgestellt. Pellets sind "grün" und nicht besonders teuer - eher sogar recht preiswert.


    Ganz allgemein gesprochen, würde ich an Eurer Stelle den Pelletkessel gegen ein modernes Gerät austauschen. Dabei auch bei der Solarthermie und in den Heizkreisen Hocheffizienzpumpen setzen sowie einen hydraulischen Abgleich machen. Bei der Anbindung der anderen Häuser muss man mal schauen, wie die Rohre dahin verlegt sind. Wenn die Isolierung nicht so gut ist, wäre über dezentrale Pufferspeicher in den einzelnen Häusern nachzudenken, damit die Nahwärmeleitung nicht rund um die Uhr den Boden heizt.


    Was die Stromseite betrifft, ist zu bedenken, dass jede Stromlieferung an Dritte EEG-Umlagepflichtig ist. Ob es sich daher "lohnt" die Mieter zu verorgen ist insgesamt fraglich, weil die Liefermenge und der Eigenverbrauch messtechnisch mit Zeitgleichheit abzugrenzen sind. Bei der Beschreibung fällt mir sofort eine PV-Anlage bis 10 kWp für Euch ein (10 kWp wegen EEG-Umlagefreigrenze).


    Wenn es Spaß macht: Es gibt von ÖkoFEN auch Pellektkessel mit BHKW. Ist aber teuer und nur was für Idealisten (Absatz "Vorreiter ÖkoFEN"). Ich würde mir lieber eine PV legen und von den 8.500 Euro für den Pelletstirling einen Batteriespeicher kaufen.

  • Es gibt von ÖkoFEN auch Pellektkessel mit BHKW. Ist aber teuer und nur was für Idealisten

    Hallo Neuendorfer, sorry wenn ich das einfach gerade heraus sage, aber es erscheint mir nicht sehr verantwortungsbewusst, unbedarfte Anfrager mit solchen Themen zu konfrontieren und gegebenenfalls Illusionen zu wecken.


    Wenn überhaupt, dann geht so ein System allenfalls für "Überzeugungstäter", die Geld in ein Risiko stellen wollen, bei dem es im Gewinnfalle, also im Besten Falle, nur noch kleine Verluste gibt, die aber auch einen Totalverlust (und evtl auch mehr, siehe Sunmachine) nach sich ziehen können. Also mehr was für Leute, die gerne mit ihrem Geld russisches Roulet spielen.

    (Ich bin bestimmt ein Stirling-Fan, aber die Maschien war imho schon vor 10 Jahren konzeptionell zum Scheitern verurteilt.)

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Hallo Neuendorfer und bluwi,


    schon einmal herzlichen Dank für diese ersten Infos!


    Ob die Solaranlage schon mit Wasser läuft...?!? Ähnmm... laufen nicht alle Solaranlagen mit Wasser? Also ich denke meine tut es, ich kann ad hoc nur sagen, dass es einen Überlauf gibt, der aber (zum Glück?) noch nie gebraucht wurde. Warum ist das mit dem Wasser wichtig?


    Das mit dem Kessel hatte ich mir auch gedacht. Und mein bevorzugter Lieferant ist auch ein großer ÖkoFEN Fan, deswegen suche ich eben auch potentielle 'andere Ideen/Anbieter'. Die Solaranlage habe ich in der Tat auch schon seit 18 Jahren (9,1 kWp) und die Hochleistungspumpen hatte ich vor mehreren Jahren einbauen lassen. D.h. insgesamt stehe ich schon nicht so schlecht da mit meinem Ökogewissen.


    Und das mit dem Batteriepack wird natürlich AUCH ein potentielles Thema, spätestens, wenn im Januar 2023 meine PV Anlage aus der Förderung fällt. Wobei ich noch immer hoffe, dass ich über meinen Stromlieferanten (Greenpeace Energy) dann eine andere (bessere (?) Lösung finde, den Strom zu nutzen, oder nutzen zu lassen (man denkt bei GE offenbar gerade daran, an eine Lösung des lokalen Energie-Poolings aufzubauen?!? Aber offenbar ist das alles noch weit von einer marktreifen Lösung entfernt).


    Das mit dem hydraulischen Abgleich verstehe ich jetzt noch nicht, da werde ich mal die Suchmaschine meiner Wahl anwerfen. Vielen Dank für diesen Hinweis!


    Die ÖkoFEN Lösung mit dem Stirling Motor hatte ich auch gesehen. Auch, dass man eventuell den Motor nachrüsten könnte. Also jetzt ÖkoFEN Heizung mit einem Erweiterungskit (?) kaufen, und den Motor bei Bedarf nachrüsten?!? Macht das Sinn?


    bluwi: Deinen Einwand verstehe ich nicht? Warum fandst Du den Hinweis von Neuendorfer nicht so 'verantwortungsbewusst'?



    Vielen Dank!
    Mathias

  • Moin Mathias,

    Ob die Solaranlage schon mit Wasser läuft...?!? Ähnmm... laufen nicht alle Solaranlagen mit Wasser? Also ich denke meine tut es

    Die Solaranlage habe ich in der Tat auch schon seit 18 Jahren (9,1 kWp)

    Das heißt, verstehe ich das richtig: Du hast zwei "Solaranlagen", eine Solarthermie-Anlage mit 15 m2 und eine PV-Anlage (Baujahr 2002, also Volleinspeiser bis Ende 2022) mit 9,1 kWp?


    Rein technisch wäre in Ergänzung dazu ein BHKW nicht blöd, zumal die PV-Anlage in zwei Jahren aus der Förderung läuft und dann auf Überschusseinspeisung umgeklemmt werden kann. Dann hast Du in den Sommermonaten (wo das BHKW weitgehend steht, weil die ST den Wärmebedarf abdeckt) immerhin tagsüber günstigen Strom aus Eigenerzeugung. Wir machen das auch so (siehe Signatur).


    Und die 10.000 kWh Gesamtstrombedarf würden auch für ein BHKW sprechen


    Nur solltest Du dabei ein paar Dinge beachten:


    Erstens die ärgerliche Sache mit der EEG-Umlage bei Stromlieferung an Mieter: Das verschlechtert die Wirtschaftlichkeit pro kWh BHKW-Strom, die an "Dritte" geht, um ca. 8 ct/kWh. Für den Eigenverbrauch von PV-Strom gilt das später übrigens auch, nur macht es da nicht so viel aus, weil Du mit Deiner alten PV-Anlage ab 2023 kaum Kosten und keinen Amortisierungs-Bedarf hast.


    Zweitens gebe ich bluwi grundsätzlich Recht, auch wenn ich seine Kritik am Stirlingmotor ("von vornherein konzeptionell zum Scheitern verurteilt") nicht teile. Aber die Kombination Pelletheizung plus Stirling ist aus meiner Sicht eine extreme Pioniertechnologie, bei der Dir niemand garantieren kann, ob und insbesondere wie lang das in der Praxis funktioniert. So etwas würde ich daher nur jemand empfehlen, der a) ökologisch denkt, handwerklich begabt ist und Spaß an solchen Dingen hat, und b) finanziell so gut aufgestellt ist, dass ihn ein zumindest denkbarer "Totalverlust" des BHKW nicht gleich umwerfen würde.


    Drittens ist zu berücksichtigen, dass ein BHKW aus Laufzeit-Gründen die Hauptheizung niemals ersetzen kann, sondern immer nur ergänzt. Wenn also Dein alter Pelletkessel ersetzt werden muss, ist in jedem Fall die Anschaffung eines neuen erforderlich. Ob Du den neuen wegen zwischenzeitlich durchgeführter energetischer Sanierungen etwas kleiner auslegen kannst als 32 kW weiß ich nicht. Aber jedenfalls sollte der neue Kessel immer noch groß genug sein, um die Anwesen unabhängig vom BHKW notfalls allein zu heizen.


    Unter diesen Gesichtspunkten erscheint mir die Idee an sich gut, einen nachrüstbaren ÖkoFEN Kessel zu kaufen (sofern es das gibt) und ggf. einen Stirling in z.B. fünf Jahren nachzurüsten, wenn sich jedenfalls herausgestellt hat ob die Technologie Bestand hat oder nicht. Ich kann aber keinerlei Aussagen über Qualität und Preiswürdigkeit der ÖkoFEN Kessel machen, und schon gar nicht ob sich das bei Dir rechnet.

    Ich habe ein wenig recherchiert, und gelesen, dass ein BHKW dort lohnt, wo auch über den Sommer hinweg ein höherer Wärmebedarf besteht. Und dass in dem Zusammenhang eine Solaranlage sogar eher KONTRAproduktiv wäre, weil diese ja den Betrieb des BHKW im Sommer völlig obsolet macht?

    Ein BHKW rechnet sich wegen der vergleichsweise hohen Investition um so besser, je höhere Laufzeiten es erreicht, weil es so entsprechend mehr günstigen Strom zur Eigenversorgung bereitstellen kann. Je mehr Wärmebedarf die ST im Sommer abdeckt, um so weniger läuft das BHKW in dieser Zeit. Insoweit ist eine ST-Anlage tatsächlich "kontraproduktiv". Aber so wahnsinnig viel länger würde das BHKW im Sommer auch nicht laufen. Außerdem spart eine ST-Anlage Brennstoff, und auch Holzpellets kosten etwas. Und meines Wissens ist der Betrieb eines Pellet-Kessels im extremen Teillast-Bereich nicht gerade ökonomisch. Hinzu kommt, dass in Deinem Fall (ab 2023) der Strombedarf gerade in der kritischen Sommerzeit zu einem erheblichen Teil von der PV-Anlage abgedeckt werden könnte. Wir haben selbst eine solche Combo (siehe Signatur) und haben durchaus gute Erfahrungen gemacht. Beispielsweise im Sommer 2019 stand das BHKW wegen der ST von Juni bis August vollständig still, aber wir konnten unseren Strombedarf (14,3 kWh/Tag) in dieser Zeit zu 57,5% aus der PV-Anlage decken. Übers Jahr gerechnet schätze ich, dass uns die ST-Anlage etwa 600 Stunden BHKW-Laufzeit kostet.

    Das mit dem hydraulischen Abgleich verstehe ich jetzt noch nicht, da werde ich mal die Suchmaschine meiner Wahl anwerfen.

    Ein hydraulischer Abgleich hat das Ziel, den Durchfluss für jeden Heizkörper so einzuregeln, dass alle unabhängig von der Leitungslänge mit derselben (möglichst niedrigen) Vorlauftemperatur auskommen. Das kann den Komfort steigern und (insbesondere bei Brennwertheizungen) ein paar Prozent Energie einsparen. Die im Internet gehandelten zweistelligen Prozentzahlen halte ich hingegen (außer in extremen Fällen) für unrealistisch, und ob das bei einer Pelletheizung viel bringt, ist auch noch die Frage. Aber wie dem auch sei: Ein HA ist obligatorische Voraussetzung für praktisch jede staatliche Heizungsförderung. Außerdem kostet er (im Vergleich z.B. zu einem BHKW) nicht viel und wird seinerseits ebenfalls gefördert.

    Und das mit dem Batteriepack wird natürlich AUCH ein potentielles Thema, spätestens, wenn im Januar 2023 meine PV Anlage aus der Förderung fällt.

    Spätestens? Also vorher mal ganz bestimmt nicht, und auch danach wohl nur, wenn es bis dahin Speicherlösungen gibt, die fertig installiert einschl. Umsatzsteuer weniger als 500 EUR/KWh kosten. Berücksichtigen solltest Du dabei, dass die EEG-Umlage nach Ablauf von 20 Jahren (bei Dir ab 2023) auf den gesamten selbst verbrauchten PV-Strom anfällt, bei gespeichertem Strom auch auf die Speicherverluste. Das vermindert die Wirtschaftlichkeit eines Speichers nochmals ganz erheblich. Ich würde Dir also empfehlen, die Speicherfrage in aller Ruhe nicht vor 2023 anzugehen und dann sehr genau zu rechnen ob sich das (zu dann geltenden Bezugsstrom- und Speicherpreisen) tatsächlich lohnt.


    Gruß, Sailor

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

  • Ob die Solaranlage schon mit Wasser läuft...?!? Ähnmm... laufen nicht alle Solaranlagen mit Wasser? Also ich denke meine tut es, ich kann ad hoc nur sagen, dass es einen Überlauf gibt, der aber (zum Glück?) noch nie gebraucht wurde. Warum ist das mit dem Wasser wichtig?

    Normalerweise laufen Solarthermieanlagen mit einem Wasser-Glykol-Gemisch. Dafür braucht es im Pufferspeicher einen Wärmetauscher und bei Stagnation kann das Zeug zähflüssig werden. Paradigma hat ein System mit "nur" Wasser, was diese beiden Nachteile nicht hat und direkt mit Heizungswasser durchströmt wird.

    Das mit dem Kessel hatte ich mir auch gedacht. Und mein bevorzugter Lieferant ist auch ein großer ÖkoFEN Fan, deswegen suche ich eben auch potentielle 'andere Ideen/Anbieter'. Die Solaranlage habe ich in der Tat auch schon seit 18 Jahren (9,1 kWp) und die Hochleistungspumpen hatte ich vor mehreren Jahren einbauen lassen. D.h. insgesamt stehe ich schon nicht so schlecht da mit meinem Ökogewissen.

    Pellektkessel sollte man von einem Pellektkesselhersteller kaufen und nicht von einem Vollstortimenter, der von Pellektkesseln wenig Ahnung hat. Von daher ist ÖkoFEN eine gute Adresse. KWB und Fröhling fallen mir noch ein - kenne aber niemanden, der mit den beiden Erfahung hat. Von ÖkoFEN habe ich bisher nur Gutes von Betreibern gehört.


    Wenn Du in drei Jahren den PV-Strom verwerten musst und dafür keine Vergütung bekommst, würde ich darauf warten und das Geld für den dann notwendigen Batteriespeicher zurücklegen.

    Zitat

    Wobei ich noch immer hoffe, dass ich über meinen Stromlieferanten (Greenpeace Energy) dann eine andere (bessere (?) Lösung finde, den Strom zu nutzen, oder nutzen zu lassen (man denkt bei GE offenbar gerade daran, an eine Lösung des lokalen Energie-Poolings aufzubauen?!? Aber offenbar ist das alles noch weit von einer marktreifen Lösung entfernt).

    Sowas gibt es seit Jahren. Wegen Steuern, Umlagen und Abgaben lohnt sich das unterm Strich nicht! Wenn es gut läuft, bekommst Du zum Ende der Vergütung den EEX-Baseload von einem Direktvermarkter, wenns schlecht läuft, dann nichts - nada. Alles andere sind Marketing-Bullshit-Versprechen.

    Zitat

    Die ÖkoFEN Lösung mit dem Stirling Motor hatte ich auch gesehen. Auch, dass man eventuell den Motor nachrüsten könnte. Also jetzt ÖkoFEN Heizung mit einem Erweiterungskit (?) kaufen, und den Motor bei Bedarf nachrüsten?!? Macht das Sinn?

    Wenn Du das als Hobby betrachtest, macht das Sinn. Wenn Du es wirtschaftlich betrachtest, macht das keinen Sinn. Denn die 8.500 Euro bekommst Du nie wieder rein mit einem Stirling im Pelletkessel. Zudem kommt der Stirling oben in die kleine Pellematic Smart mit kleinem Speicher. Bei Dir passt eher eine Pellematic Condens bzw. die Pellematic Plus.

  • sailor773:
    +++
    Ganz herzlichen Dank für die ausführlichen und verständlichen Ausführungen!

    Ja, das mit den zwei Solaranlagen hattest Du genau richtig verstanden. Nach dem zähen Kampf mit dem Denkmalschutz und einer dann eher großzügigen Auslegung des Bewilligungsbescheids habe ich jetzt diese beiden Anlagen auf dem Dach.


    Auch einen herzlichen Dank für Deine Einschätzung mit dem BHKW. Auch wenn ich handwerklich eine vollkommene Niete bin, ist doch der Heizungsbauer um die Ecke und freut sich über jeden Auftrag :-D Aber die Umwelt wäre es mir eventuell schon wert. Da wäre es eventuell auch eine Idee, mit der Nachrüstung (so diese überhaupt funktioniert, siehe Anmerkung von Neuendorfer) zu warten, bis ich absehen kann, wie das mit der PV Anlage weitergehen wird. Aber ich bin recht zuversichtlich, dass die Kosten für Batterien bis dahin noch wesentlich fallen werden.


    Neuendorfer:

    +++

    Auch Dir einen ganz herzlichen Dank für die neuerliche Einschätzung und Deine ausführlichen Erklärungen, sowie Deine Meinung.



    Ich glaube ich werde jetzt noch einmal in mich gehen, die Dinge durchdenken, die (erhofften) Antworten auf meine zweite Anfrage (bezüglich des Pufferspeichers - noch nicht freigeschaltet) abwarten und mich noch einmal mit dem eigentlich sehr guten Heizungsbauer beraten. Bis zur nächsten Heizperiode ist ja zum Glück noch etwas hin, und über den Sommer reicht auch eine kleine notdürftige Reparatur meines 'alten Schätzchens' noch.

  • Deinen Einwand verstehe ich nicht? Warum fandst Du den Hinweis von Neuendorfer nicht so 'verantwortungsbewusst'?

    Weil ich denke, dass man niemanden in eine Illusion schicken sollte, ohne klar zu sagen, dass das eine Illusion ist.


    auch wenn ich seine Kritik am Stirlingmotor ("von vornherein konzeptionell zum Scheitern verurteilt") nicht teile.

    Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt: Ich spreche da nicht vom Stirlingmotor an sich, ich spreche von der konkreten Ausführung von Enerlyt.

    Wie oben und auch andernorts betont, bin ich ein Fan von Stirlingmotoren und hoffe inständig, dass Frauscher das schafft. Aus meiner Sicht hat aber Enerlyt keine Chance, weil das Motorkonzept vielleicht sexy ist, aber das alleine reicht nicht, wenn es ansonsten hinten und vorne klemmt. Ich kenne das Konzept seit 2007, aber ich kennen niemanden, der was davon versteht und an das Konzept glaubt, außer dem Erfinder.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Deinen Einwand verstehe ich nicht? Warum fandst Du den Hinweis von Neuendorfer nicht so 'verantwortungsbewusst'?

    Weil ich denke, dass man niemanden in eine Illusion schicken sollte, ohne klar zu sagen, dass das eine Illusion ist.

    Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt: Ich spreche da nicht vom Stirlingmotor an sich, ich spreche von der konkreten Ausführung von Enerlyt. Wie oben und auch andernorts betont, bin ich ein Fan von Stirlingmotoren und hoffe inständig, dass Frauscher das schafft. Aus meiner Sicht hat aber Enerlyt keine Chance, weil das Motorkonzept vielleicht sexy ist, aber das alleine reicht nicht, wenn es ansonsten hinten und vorne klemmt. Ich kenne das Konzept seit 2007, aber ich kennen niemanden, der was davon versteht und an das Konzept glaubt, außer dem Erfinder.

    Du kannst die drei Geräte von ÖkoFEN (Microgen-Motor) von dem ich sprach, von Naturfeuer (Gimsa-Motor) und von Frauscher Thermal Motors nicht auseinanderhalten, aber wirfst mir vor, Leuten einen "nicht sehr verantwortungsbewussten" Rat zu geben, wenn ich klar sage, dass sich so ein "Spaß" mit Pellet-Stirlingmotor finanziell nicht lohnt und man das nur machen soll, wenn man das zum Spaß als Hobby sieht. Du bist mir einer. ;)

    :-)_:-)

    :-)@@(-:

  • Du kannst die drei Geräte von ÖkoFEN (Microgen-Motor) von dem ich sprach, von Naturfeuer (Gimsa-Motor) und von Frauscher Thermal Motors nicht auseinanderhalten,

    Na, auseinanderhalten kann ich die schon :-) allerdings hab ich da in der tat ÖkoFEN und Naturfeuer verwechselt. (sorry dafür;(und Asche auf mein Haupt.)


    Wobei sich der Microgen in GAS -BHKW ja auch nicht mit Rum bekleckert hat und Pellets sind da noch eine Nummer schwieriger. (Von der Kostenkalkulation ganz zu schweigen) Also sachlich wohl kein großer Unterschied

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Wie gesagt, wir sind uns einig, dass ein Stirling mit einem gewissen Risiko behaftet ist. Und wir sind uns auch einig, dass ein Stirling im Holz-BHKW für 8.400 Euro sich voraussichtlich nie rechnen wird, man das aber als Hobby oder ökologischem Spieltrieb machen kann. :hutab:

  • MathiasS

    Hallo Mathias,

    ich habe mich gerade hier im Forum registiert, weil ich der Diskussion vielleicht etwas nützliches beitragen kann.

    Unsere Ausgangssituation im Jahr 2001:

    • Einfamilienhaus Baujahr. 1989
    • 220 m2 Wohnfläche
    • 4 Personen
    • Gasverbrauch ca. 28000 kWh
    • Stromverbrauch ca. 3000 kWh

    Folgende Renovierungsarbeiten wurden dann im Laufe der Jahre durchgeführt:

    • 2002 14m2 Solarthermie mit 1000l Pufferspeicher
    • 2006 17 kW Kachelofen mit 12,5 kW Wassertasche
    • 2013 9,87 kW PV Anlage
    • 2015 Anschaffung Elektro Auto
    • 2018 ÖkoFEN Pelletofen Condens e mir e-ready Paket
    • 2019 Kostal Plenticore Wechselrichter mit 9kW Speicher
    • 2019 Stirlingmoter für Condens e

    Situation nach den Renovierungsarbeiten:

    • Pelletverbrauch ca. 4,5 Tonnen
    • Stromverbrauch ca. 5000 kWh, wovon ca. 3500 kWh von der PV Anlage und ca. 1000 kWh vom Stirlingmotor abgedeckt werden
    • Autarkiegrad ca. 90%
    • 16.000 km pro Jahr werden dabei mit dem Elektro Auto zurückgelegt.
    • 6500 kWh von der PV Anlage werden ins öffentliche Stromnetz eingespeist.

    Von der Firma Ökofen kann ich nur positiv berichten. Der Service ist immer ansprechbar und es wird zeitnah weitergeholfen.

    Im ersten Monat nach der Installation des Stirlingmotors musste die Steuerung ausgetauscht werden, danach lief die Anlage störungsfrei.


    Argumente für Pellets:

    • CO2 neutraler Brennstoff/Betrieb
    • Unabhängigkeit von aufgezwungenem LPG Gas () bzw. Putin Gas
    • Regionale Wertschöpfung (unter der Voraussetzung das das Holz aus heimischen Wäldern kommt)
    • Pellet sind relativ Preisstabil (Tonne kostet bei uns etwa 214 € incl. Mwst., einblasen und Anlieferung)
  • Also wenn der Stirling im ÖkoFEN der Microgen-Motor ist, so stimmt zwar, dass der sich in der Anfangsphase "nicht mit Ruhm bekleckert" hat. Aber dafür wird er jetzt immerhin schon seit knapp zehn Jahren hergestellt, und die Kinderkrankheiten, die es vor allem bei den 2011 bis 2014 hergestellten Motoren gegeben hat, sollten jetzt so langsam behoben sein. Will heißen: Innen in dem (voll gekapselten) Motor müsste mittlerweile alles OK sein.


    Die kritische Stelle beim Betrieb mit einem Pelletkessel ist wohl eher die Beheizung des Stirlingkopfes. Brenngase aus einem Pelletkessel sind meines Wissens (im Vergleich zu Erdgas) alles andere als sauber und wohl auch nicht besonders homogen, und ich weiß einfach nicht, wie ÖkoFEN das Problem möglicher Ablagerungen und ungleichmäßiger Hitzeverteilung am Stirlingkopf auf Dauer gelöst hat. Die Gas-Stirlinge waren (bzw. sind) jedenfalls schon gegen kleinere Unregelmäßigkeiten am Gas-Ringbrenner sehr empfindlich und reagieren sofort mit Leistungsabfall.


    Dieses Thema ist also alles andere als trivial, und deswegen würde ich tatsächlich lieber einige Jahre warten, bis sich herausstellt, ob das System auch im harten Praxisbetrieb zuverlässig und dauerhaft funktioniert. Aber davon ab spricht die Verwendung des Microgen Stirlings aus meiner Sicht eher für das ÖkoFEN System, denn Microgen hat mit seinem Motor immerhin schon zehn Jahre Lernkurve abgearbeitet. Bei den (mir unbekannten) anderen Motoren scheint das ja eher nicht der Fall zu sein.


    Edit: PelletKiste , das hört sich hochinteressant an. Berichte doch mal von Zeit zu Zeit, ob und wie Dein Gerät läuft. Aber eines fiel mir schon auf:

    Stromverbrauch ca. 5000 kWh, wovon ca. 3500 kWh von der PV Anlage und ca. 1000 kWh vom Stirlingmotor abgedeckt werden

    Warum 3500 kWh aus PV und nur 1000 kWh aus dem Stirlingmotor? Läuft er betriebsbedingt so selten? Gab es Stillstände wegen Störung? Oder hast Du das absichtlich so geschaltet, dass Strom vorrangig aus PV verbraucht und BHKW-Strom eher eingespeist wird – und falls ja, warum?

    Viessmann Vitotwin 300-W (1 kWel, 6 kWth) seit 2012

    PV-Anlage 8,45 kWp (65 x Solarworld SW 130poly Ost/Süd/West, SMA 5000 TL und 3000) seit 2010

    Solarthermie 14 qm Flachkollektoren seit 2004 (Vorgänger 8 qm 1979-2003)

    Einmal editiert, zuletzt von sailor773 () aus folgendem Grund: Frage zu neuem Post

  • Was mir gerade auffällt (oder verstehe ich das nur falsch?), dann seht das mit dem ÖkoFEN auf Pelletbasis durchaus kritisch (aber nicht absurd)? Aber ihr alle habt ein BHKW? Seit auch ihr auch alle Enthusiasten, oder nutzt ihr 'nur' keine Pellets als Energieträger?


    @PelletKiste: Dir einen herzlichen Dank für Deine Erfahrungen! So etwas ist immer spannend zu hören! Aber wie sailor773 würde eine fortlaufender Erfahrungsbericht interessieren. Ich versuche das bei mir auch so zu handhaben, wenn ich mit dem ganzen Thema weiter bin...