Inselanlage: Der technische Weg zur Strominsel ohne Bürokratie

  • Du kannst den Datenverkehr auf einer realen Seriellen Schnittstelle einfach über einen zweiten COM-Port samt Terminalprogramm "mithören". Mit einem Zwischenstecker bestehend aus einer Sub-D-Buchse und Stecker kommst Du an die RX und TX-Pins bequem heran. Ich schicke Dir heute abend noch ein Programm-Link, mit dem man das auch ohne Löten hinbekommt. Mit diesen Informationen kann ich den WR jetzt soweit fernsteuern, dass er zwangsweise in den Bypass-Modus geht, wenn der SOC der Batterie zu niedrig ist. Willst Du den Quellcode (in C) für den ATtiny haben?

    Citroen C-Zero, 35qm PV, 12kWh LiFePo (15x250Ah, Winston), 4kW Taiwan-Inverter, DIY BMS
    Hausdämmung 16cm PS 0.035

  • Falls du Windows nutzt, ginge putty z.B.


    Du brauchst noch folgendes: Welcher COM-Port ist der richtige? Welche Einstellungen fuer die serielle Schnittstelle musst du vornehmen (Bitrate, Start/Stop-Bit, Parity)? Welche Befehle gibt es?

    Ich habe inzwischenn Hterm085 (https://www.heise.de/download/product/hterm-53283) installiert und es scheint irgendwie mit dem Wechselrichter zu kommunizieren. Die Verbindung über den seriellen Port steht.


    Die Einstellungen laut Anleitung habe ich im Terminalprogramm eingestellt: 2400 Baud 8 Bits 1 Stoppbit Parity = None


    Wenn ich dann von der Liste der Befehle in der Anleitung was eintippe, passiert aber nicht das, was ich mir erwarten würde.

    Da steht z.B. unter Punkt 1.1

    Computer: QPI<cr>s
    Device: (PI<NN><cr>


    Tippe ich QPI ein und drücke dann die Entertaste ( die ist auf cr eingestellt im Terminalprogramm), dann erscheint als Antwort:


    NAKss und so ein unleserlicher Fliegendreck dahinter (könnte cr bedeuten)


    Es ist eigentlich ganz egal was ich eintippe, die Antwort ist immer:

    NAKss


    Auch wenn ich nur die Entertaste drücke, kommt als Antwort NAKss.

    Wenn ich aber das serielle Kabel aus dem Wechselrichter ziehe, dann kommt keine Antwort mehr.

    Das bedeutet doch, dass Computer und Wechselrichter miteinender kommunizieren.


    Was also könnte ich falsch machen?

  • Bei meinem PIP4048 war immer noch ein Checksummenzeichen zu senden. Möglicherweise ist das aber protokollabhängig. Mein Watchpower verwendet es aber.

    Citroen C-Zero, 35qm PV, 12kWh LiFePo (15x250Ah, Winston), 4kW Taiwan-Inverter, DIY BMS
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  • Bei meinem PIP4048 war immer noch ein Checksummenzeichen zu senden. Möglicherweise ist das aber protokollabhängig. Mein Watchpower verwendet es aber.

    Mein Watchpower verwendet es, wenn es denn nötig sein sollte, auch, denn Watchpower funktioniert ja, auch über den seriellen Port. Was muss ich mir denn unter dem Checksummenzeichen vorstellen?

  • Gestern habe ich mein Haus größtenteils, das heißt EG und OG, von Drehstrom auf 1-Phasen-Wechselstrom umgestellt. Dazu musste ich die Elektroherde auf 230V umklemmen, was kein Problem was. Dann musste ich noch den Nullleiter der Herdzuleitung verstärken, da dort ja nun der dreifache Strom fließen kann wie zuvor.

    Dann habe ich bei den drei Hybrid-Wechselrichtern die Phasen miteinander verbunden und die WR auf Parallelbetrieb konfiguriert.

    Das KG ist jetzt noch im Drehstrombetrieb (direkt am öffentlichen Netz), da dort eine Abwasserhebeanlage eingebaut ist, die zwingend Drehstrom braucht. Die Steinmetzschaltung hat an der Hebeanlage leider nicht funktioniert. Ich werde mir einen Frequenzumrichter besorgen, der Wechselstrom zu Drehstrom umwandelt und dann das KG auch noch umstellen.

    Die Umstellung hat einwandfrei und ohne Überraschungen funktioniert, alles läuft einwandfrei.

    Ich kann nun einen oder zwei Wechselrichter ausschalten, wenn ich wenig Strom verbrauche. Brauche ich mehr Strom, schalte ich einen oder zwei Wechselrichter dazu, das geht ganz einfach, da in meinen Wechselrichtern ein separater Schalter verbaut ist, der nur den Wechselrichter ein- und ausschaltet.

    Die Umstellung auf 1-Phasen-Betrieb hat mehrere Vorteile:

    -Meist läuft nur ein Wechselrichter, das spart 120 Watt Bereitstellungsleistung

    -Es kommt nicht mehr vor, dass ein Wechselrichter überlastet ist und die anderen Wechselrichter unterfordert sind, da die Last sich gleichmäßig verteilt

    -Der Geräuschpegel der Wechselrichter ist nun geringer, da sie nicht mehr in den Grenzbereich kommen weil sie gemeinsam gegen große Lasten kämpfen

    -Dadurch, dass sich die Last nun gleichmäßig verteilt, kommen die Wechselrichter nicht mehr in den Grenzbereich und werde sich weniger stark erwärmen, was der Lebensdauer zuträglich ist

    -Die Ausgangsspannung der Wechselrichter ist beim Parallelbetrieb stabiler, als wenn je nur ein Wechselrichter pro Phase verfügbar ist. So ist das Flackern meiner LED-Beleuchtung, wenn die Kaffeemaschine eingeschaltet ist, im Einphasenbetrieb nun fast weg

    -Ich kann Waschmaschine und Wäschetrockner, die zufällig an derselben Phase hingen, nun gleichzeitig betreiben


    Alles in Allem bringt mir diese Umstellung viel Vorteile.

    Nicht ohne Grund sind Privathäuser in über 90% der Länder weltweit nur an Einphasen-Wechselstrom angeschlossen, das ist einfach viel simpler und man muss sich keine Gedanken machen, wie man größere Verbraucher auf die einzelnen Phasen verteilt.


    Lediglich für den betrieb der Abwasserhebeanlage muss ich mir noch was einfallen lassen, damit ich auch das KG umstellen kann. Entweder werde ich die Hebeanlage direkt mit dem öffentlichen Drehstromnetz verbinden oder einen Umrichter besorgen, der aus Wechselstrom Drehstrom macht. Solche Geräte sind für relativ kleines Geld verfügbar.

  • oder einen Umrichter besorgen, der aus Wechselstrom Drehstrom macht. Solche Geräte sind für relativ kleines Geld verfügbar.

    Da wäre ich für einen Tipp aufgeschlossen :/

    Vielleicht sowas in der Art:
    https://www.ebay-kleinanzeigen…-g110/1433075408-168-1223


    Wenn kein Bedienpanel dabei ist, dann soll der Verkäufer die Werte einprogrammieren, die Du brauchst.


    Frag doch mal Stephans Garage hier im Forum, der kennt sich aus.

  • Wegen Wechselrichtern:

    Das Thema Dreiphasen-Hybrid-Wechselrichter konnte ich durch intensives Suchen auf der Inter-Solar schon vor einigen Jahren halbwegs befriedigend abhaken:

    Mein Imeon 9/12 Dreiphasen-Wechselrichter (ein Franzose) enthebt mich weitgehend der von einigen beschriebenen Sorgen.

    Daten:

    String-Spannungen 400-600V, womit selbst bei 6kW PV-Stringleistung ein 6mm² Faden vollauf ausreicht.
    (Bei meinen fast 40 Meter Distanz vom Modulfeld zum WR nicht ganz unwichtig).

    Leistung 12kW im Netzbetrieb, 9kW Inselbetrieb (2 Strings)

    Batteriespannung: 48V, BHKW netzparallel (bzw. an den Netzklemmen, falls Inselbetrieb) zuschaltbar.

    Ein Batteriemanagement für Bleibatterien ist integriert und per Schnittstelle parametrierbar.

    Auch Lithium ist vorgesehen, natürlich mit externem BMS/Balancing.

    Er hat auch ein paar Probleme, v.a. ca. 150Watt Leerlaufverbrauch. Und er ist laut wegen der Lüfter...

    Aber sonst ganz brauchbar.

    PV Anlage 4,9 kW, 20 * Trina 245W, WR Imeon 9.12, 3-phasig, On/Off Grid

    Batterie Hawker 48V, 575Ah, E-Auto Renault Zoe

  • Ich hatte seit 2003 einen Dachs HR5,3 in Betrieb mit dem 750 l Pufferspeicher, sowie seit 2013 (Dachs renoviert 50%) eine 3-Phasen Notstromversorgung von Victron (5 kW Leistung Drehstrom) mit 24kWh Bleibatteriespeicher (12V). Mein Wärmebedarf ist ca. 50.000 kWh/a, Mein Strombedarf bedrägt durchschnittlich 22 kWh/d. Seit 2 Wochen arbeitet jetzt ein Flüssiggasdachs mit 5,5 kW bei mir.

    Mit der ersten Anlage konnte ich meinen Strombezug gut verringern. Lediglich bei Netzausfall gab es Probleme mit der Heizung, weil der Anlasser des HR5,3 einen Startstrom von >400 A kurzzeitig benötigt, was der USV zu viel war und daraufhin der Dachs auf Störung ging.

    Beim neuen Dachs soll das Problem wegen geänderter Technulogie nicht mehr auftreten (startet mit dem Generator), könnte also ohne Netz laufen.

    Das zweite "Problem" trat im Winter auf, wenn der Stromspeicher nicht mehr aufnahmefähig war (Dachs lief 24 Stunden am Tag) -> Stromüberschuß von 30 kWh/d an EON trotz Heizstab.

    Dafür durfte ich im Sommer Strom zukaufen (mein I3 ist mit dem Strom von 5 Photovoltaikplatten mit 4 kWp senkrecht nach Süden = 1,5 kW max. meist zufrieden).

    Fazit: Großer Stromspeicher mit mindestens 3-fachem Tagesbedarf und evtl elektr. Zusatzheizung im Winter, Wärmeabfuhr im Sommer, wenn der Dachs den ganzen Strom liefern soll oder große PV Anlage mit Tagesleistung > Eigenbedarf.

  • Ich hab das auch so wie du nur das meine Batterie 13,8kWh hat und Lithium statt Blei ist, was also in etwa aufs gleiche rauskommt. Strom und Wärmebedarf sind auch recht ähnlich. Was ich aber nicht verstehe, bei mir laufen auch 3 Victrons (Mulitplus II) die kommen etwa auf 6 kW und das reicht für das Starten des Dachs HR aus. Deine müssen also knapp darunter gewesen sein. Wie regelst du deinen Heizstab das du so viel Einspeist? Wenn ich bei meinem Heizstab alle 3 Phasen an habe komm ich pro Monat auf 3 - 10 kWh Einspeisung. Meine PV ist etwa doppelt so groß und für nen I3 hat es bisher nicht gereicht, ich plane gerade noch eine WP um den Ölverbrauch zu reduzieren.

    2005 Dachs HR 5.3 mit Kondenser 51.000 Betriebsstunden

    2007 Dachs RS 5.0 mit Kondenser 32.000 Betriebsstunden

    2008 PV 12,9 kWp Süd 30° Volleinspeisung

    2019 BYD 13,8 kW und 3 x Multiplus II-48 3000 35-32

    2019 PV 9,8 kWp Ost West 10° Überschusseinspeisung

  • Moin,


    so hier mal wieder ne Wasserstandsmeldung.

    Nach Abwägung eurer Vorschläge und Bedenken, viel Überlegen und rechnen, habe ich folgende Lösung in Angriff genommen und umgesetzt, alte Anlage abgerissen (welch ein ökologischer Schwachsinn) und eine neue 6,96kWp PV-Anlage gebaut :)

    Das ganze Batteriegedöns rechnet sich nie und nimmer, ausser die Teile halten 20 Jahre oder das Material fällt vom LKW.

    Jetzt noch das Energiemanagement programmieren (Grundgerüst steht) und gut ist. Prio1 ist Auto laden, dann Steckdose Wasserbett, dann Entfeuchter Keller, dann Wärmepumpe, dann Splitgerät. Heizstab läuft immer und regelt etwaige Überschüsse am Zähler auf 0. Mal schauen was mir noch einfällt.

    Meine Hauptverteilung werde ich noch komplett erneuern damit alles den neusten Vorschriften entspricht. Habe dann Platz für 6 eHz Zähler, sind also zwei Reserve (man weiß nie was noch kommt).

    Damit habe ich wieder 20 Jahre meine Ruhe, bis dahin wird mir wahrscheinlich eh kein Zahn mehr weh tun :/


    Grüße

    Tom


    P.S. wenn jemand jemanden kennt der evtl. Kyocera KC-120-1 Module (laufen noch bestens) benötigt, habe 36 Stck. auf Lager.

  • Stimmt Akku ist nicht Wirtschaftlich Funktion aktuell nur Leistung verschieben und im Gewerbe Lastspitzen vermeiden denn die Kosten Geld...

    Wenn man die Energie Management Regelung selbst aufbaut ist es langfristig günstiger wer weis wie lange es die einzelnen Anbieter am Markt gibt... Welches System bzw. Hersteller setzt Du ein?

    mit sonnigen Grüßen Josef

  • Stimmt Akku ist nicht Wirtschaftlich

    Das würde ich nicht mehr so pauschal sagen. Aktuell ist es noch eng, aber es gibt schon Rahmenbedingungen wo es aufgehen kann.

    In 1-3 Jahren sieht das sowieso anders aus und das sollte man einplanen. Bei einem Verbrauch von 0,15kWh pro km kosten 100.000 km ca. €5.000 an Strom, Tendenz steigend. Das ist nicht übermäßig viel, aber auch kein Pappenstiel.

    Lesen gefährdet die Dummheit! Denken gefährdet Vorurteile!
    Der geistige Horizont mancher Menschen hat einen Radius von NULL. Das nennen sie dann Standpunkt.

  • Der Akku erzeugt kein Strom, aber gerade mit PV und BHKW kann man den viel schneller Wirtschaftlich rehnen als nur mit PV.

    Mein Speicher spart mir über 3000KWh Bezug pro Jahr, und erspart meinem BHKW das Takten. Ich bin bei ca. 130KWh Bezug pro Jahr.

    Meine Kombi aus BHKW, PV und WP würde ohne Speicher bei weitem nicht so rund laufen wie jetzt.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW