Inselanlage: Der technische Weg zur Strominsel ohne Bürokratie

  • Moin zusammen,


    nachdem die letzten Jahre so vor sich hingeplätschert sind, in Sachen PV und BHKW nichts großartig neues innovatives geschehen ist, kommt jetzt wohl langsam wieder Blutdruck auf.


    Wie man auf verschiedenen Portalen und Foren lesen kann, hirnt unsere in Sachen Klima- und Umweltschutz "hirnlose" und der Wirtschaft hörige Politik scheinbar schon die nächste Eskaltationsstufe in den Hinterzimmern der entsprechenden Lobbyisten aus. Ein wahres Schreckenszenario und im Boot sitzt auch noch die Bundesnetzagentur. Ich hoffe es sind nur Gerüchte die gegen uns "Prosumer" (das neue Schimpfwort und Modewortkreation bei denen) gerichtet sind.


    Daher mache ich mir seit geraumer Zeit Gedanken, da meine PV-Anlagen aus 2000 nächstes Jahr aus dem EEG fallen. Ich werde jedenfalls Sylversternacht 2019 die Anlage erstmal auf Eigenverbrauch umklemmen und warten was passiert. Da es bisher keine Nachfolgeregelung für das auslaufene EEG gibt, weiß man eigentlich nicht ob die Anlagen überhaupt noch am Netz hängen dürfen, ist mir aber erstmal egal. Bis von denen jemand aufwacht ist Sylvester 2030.


    Da man uns ja demnächst auch mit diesem Intelligenten Zählern (braucht kein Mensch, habe ich schon seit 2005) beglücken wird, natürlich mit absolut haarsträubenden Kosten und noch einige weitere Geängeleien geplant oder schon umgesetzt werden (Ladesäule muß gemeldet werden, 70% Abregelung, EEG-Umlage auf selbst genutzen Strom usw., usw. , deren Fantasien sind ja bekanntlich keinerlei Grenzen gesetzt) und so Sachen wie Abrechnung über Leistung usw. im Raum stehen, bin ich nun am Überlegen mir eine Insel (der Glücksseeligkeit) zu bauen, dann können die machen und beschliesen was sie wollen und ich kann meine Energiewende so gestalten wie ich mir das vorstelle.


    Die Infrastruktur dafür steht ja größtenteils schon, dank der bisherigen Gängeleien und versenken von massenhaft Geld.


    Da das für mich auch Neuland ist, die Frage, wer kennt sich in diesem Gebiet aus und hat praktische Erfahrung und möchte diese teilen (werden sicherlich auch noch mehr das Problem haben irgendwann)?


    Istzustand:

    - BHKW Dachs HR5.3 Baujahr 2001(steht noch voll im Saft)

    - PV mit 4,3kWp aus 2000

    - PV mit 2kwp aus 2004

    - PV mit 1,2kwP aus 2009 (ist als Dach auf einer Pergola, daher kaum Neigung und Ertrag)

    - Wärmepumpe Panasonic Aquarea mit 5kW therm. (nimmt max. 2kW auf), Smartgrid ready, über 0-10V steuerbar

    - 6kW Heizstab im Puffer

    - Splitgerät (heizen (4kW) / kühlen (3,5kW)

    - E-Auto mit 64kWh Batterie und selbstgebauter regelbareer (0-10V) Wallbox

    - Solarthermie mit 7m²

    - 2 Puffer (825/800l).

    - Komplette Steuerung und Regelung dieser Geräte (frei programmierbar). Live unter http://www.online-bhkw.de (quält den RASPI nicht so ;))


    Sollzustand:

    Alles wie oben, nur betrieben mit Inselnetz 3-phasig und Batteriespeicher (bisher ca. 12-15kWh geplant). Netzanschluss wird gekündigt.


    Geschätze Kosten laut bisheriger Recherche ca. 15000€ für den Inselbetrieb. Ich zahle aktuell ca. 1500€/a für den zugekauften Strom, wäre also im Idealfall nach 10 Jahren erledigt. Ob das bei den 1500€ bleibt ist fraglich (gehe eher von Steigerungen aus) aufgrund der oben beschriebenen und auf uns zukommenden Kosten für die Lobbyarbeit und Ertragssteigerungen der Großkonzerne.


    Grobe Planung bisher:

    - In die nähere Wahl habe ich bisher ein System mit Sunny Island 8.0 (3 Stück nötig) oder Victron MultiPlus II (3 Stück) sowie ein System von Fenecon Pro AC-GW-Serie genommen.

    Als Batteriespeicher entweder BYD oder Pylontech.


    Sind meine Gedanken und Planungen für die Tonne oder kann man da was mit anfangen?

    Gibt es evtl. einfacherere Lösungen, habe was von Netzersatzanlagenlösungen gelesen, dann wäre das Netz noch da, aber man ist vom EEG usw.. weg?


    Anbei auch ein Bildchen wie das dann aussehen könnte.


    Dann legt mal los :S


    Grüße

    Tom

  • Moin,


    leider sind es nicht nur Gerüchte. Das "3-Säulen-Modell" wurde vom BMWi Erfüllungsgehilfe BNetzA und BDE sehr breit gestreut.

    Leider verstehen viele Aktive nicht was und wer sich hinter den schönen Bildern und Zahlen versteckt. Auch wird wieder die Entsolidarisierung durch Eigenverbrauchsoptimierung und Batteriespeicher hervorgehoben - genau davor habe ich ja seit Jahren gewarnt und nun kommt es Knüppeldicke.

    Ziel ist es ganz klar jeden Eigenstromproduzenten durch überbordende Bürokratie verbunden mit künstlich erzeugten Entgelten für neue/alte Marktakteure zur Aufgabe zu zwingen. Also eine Stärkung des Oligopols durch die Hintertür - vielen Dank Herr Altmaier.


    mfg

  • Moin, leider sind es nicht nur Gerüchte. Das "3-Säulen-Modell" wurde vom BMWi Erfüllungsgehilfe BNetzA und BDE sehr breit gestreut.

    Das ist so nicht richtig. Die BNetzA hat es nur dem BMWi vorgelegt. Breit gestreut haben es Social-Media-Influencer und Verschwörungstheoretiker. Dadurch hat es eine sehr große Verbreitung erfahren und ist jetzt mehr als nur den üblichen Energiewendebremsern in den Behörden ein Begriff. Und das, worüber jeder spricht, kommt dann in diversen Sitzungen zur Sprache und wird Gesetz. Eine selbsterfüllende Prophezeiung...


    Die Verhinderung der Energiewende in Bürgerhand ist nämlich ein Prozess, der seit dem Jahr 2012 aktiv vom Gesetzgeber und Behörden wie der Bundesnetzagentur verfolgt wird. Angefangen hat dieser Prozess mit einer drastischen Vergütungskürzung für Solarstrom um gut 55 Prozent zwischen den Jahren 2010 und 2012. Dieser erste Schritt vernichtete damals schätzungsweise rund 80.000 Arbeitsplätze in der zu diesem Zeitpunkt weltweit führenden deutschen Solarindustrie, die heute in Trümmern liegt.


    Der zweite Sargnagel war im Jahr 2014 die Einführung der EEG-Umlage auf private Eigenstromnutzungen. Wie zuvor auch die plötzliche und drastische Vergütungskürzung wurde diese abstruse Maßnahme („Sonnensteuer“) vom Bund der Energieverbraucher sowie auch allen Solarverbänden und Verbraucherschutzorganisationen auf das Schärfte kritisiert. Der geballte Protest hatte nur eine kleine Auswirkung: Lediglich eine Bagatellgrenze für den Eigenverbrauch aus Anlagen bis 10 kWp durch die Person des Betreibers wurde als Ausnahme in das Gesetz aufgenommen. Aus diesem Grund werden heute nur noch kleine Anlagen mit 10 kWp auf Dächern installiert, auf denen eigentlich Anlagen mit 20 oder 30 kWp installiert werden könnten - und sollten. Versorgen PV-Anlagenbetreiber andere Personen, wie Angehörige in einer Einliegerwohnung oder Mieter, mit erneuerbarem Strom aus ihrer PV-Anlage, so wird dieser Strom mit der vollen EEG-Umlage belastet. Daher mit eben der Umlage, die eigentlich auf Kohle- und Atomstrom erhoben die PV-Anlagen finanzieren sollte. Ein aberwitziger Zustand, der über 6 Jahre von CDU/CSU, FDP und SPD nicht abgestellt wurde. Und das obwohl die Erneuerbaren-Richtline der EU Deutschland inzwischen verpflichtet, Anlagen bis 30 kWp von derartigen Belastungen pauschal auszunehmen. Deutschland ist in der EU jedoch vom Vorreiter im Jahre 2000 mit dem damals revolutionären Erneuerbare-Energien-Gesetz in den letzten 10 Jahren zum Bremser im Auftrag der Atom- und Kohlelobby verkommen und trägt Europaweit die rote Laterne, wenn es um die Energiewende geht.


    Zu diesen Bremsmaßnahmen zählt auch das sogenannte „Mieterstromgesetz“ von 2017, das in Wahrheit mit 0,3 bis 1,5 Cent/kWh Förderung die unsinnige Belastung mit der EEG-Umlage in Höhe von über 6 Cent/kWh nichtmal im Ansatz ausgleicht und ein perfektes Bürokratiemonster ist, weshalb bisher nur gut 1 Prozent des mit dem Gesetz vorgesehenen Mieterstromvolumens erreicht wurde. Dieser Missstand ist seit zwei Jahren bekannt und da in dieser Zeit keine Korrektur des Gesetzes erfolgt ist, muss der Verdacht naheliegen, dass dieser Flopp gewollt ist, um sich in Sonntagsreden mit einer Unterstützung der Energiewende rühmen zu können, während in Wirklichkeit die Interessen der großen Vier sowie der Fossilwirtschaft geschützt werden.


    Als vierten Sargnagel der Bürgerenergiewende kann man die allgemeine Überbürokratisierung der dezentralen Stromerzeugung in Bürgerhand betrachten. Dazu zählt auch das überkomplizierte Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, bei dem sich alle Anlagenbetreiber – ob man nun ein Atomkraftwerk oder eine PV-Anlage auf dem Gartenschuppen betreibt – in einem hochkomplexen Verfahren anmelden müssen. Selbst dann, wenn bereits eine Anmeldung bei dem zuvor bestehenden „PV-Anlagenregister“ erfolgte. Versäumen Anlagenbetreiber die Meldung, drohen rückwirkende Streichungen der Einspeisevergütung und Bußgelder.


    Aber es kommt noch schlimmer: Nach dem Niedergang der Solarindustrie mit über 80.000 verlorenen Arbeitsplätzen knickte im letzten Jahr der Windkraftzubau auf den niedrigsten Wert seit dem Jahr 1998 – also aus der Zeit vor dem EEG und dem was wir als "Energiewende" verstehen – ein, was nach aktuellen Schätzungen rund 100.000 Beschäftigten in dieser Branche den Job kosten könnte, während sich die Politik ausschließlich um die 20.000 Arbeitsplätze in der Kohleindustrie sorgt und sich mit Milliardenförderungen für eine sanfte Landung des überkommenen fossilen Geschäftsmodells überbietet.


    Der sechste Sargnagel ist der 52-Gigawatt-Deckel, der in den kommenden Monaten für einen vollkommenen Verlust der Einspeisevergütung aus PV-Anlagen sorgen dürfte. Bei dem aktuellen Anlagenzubau wird der PV-­Deckel voraussichtlich zwischen Juni und August 2020 erreicht. Während im September 2019 die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD am PV­-Deckel festhalten wollte, zeichnete sich im Oktober 2019 das Gegenteil ab. Selbst Vertreter der CDU/CSU­Fraktion sagten eine schnelle Abschaffung des PV-­Deckels zu. Eine entsprechende Gesetzesänderung wurde im November 2019 in den Referentenentwurf zum Kohleausstiegsgesetz aufgenommen. In der vom Kabinett am 29. Januar 2020 beschlossenen Fassung des Gesetzentwurfes fehlte die Streichung des PV-­Deckels jedoch plötzlich wieder. Dem Vernehmen nach soll dies auf Drängen des CDU­Wirtschaftsflügels und von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erfolgt sein. Die Regierungskoalition soll erst vor zwei Wochen die Beratung des Gesetzentwurfes zur Streichung des Solardeckels erneut von der Tagesordnung gestrichen haben, wie die Abgeordnete Julia Verlinden mitteilte.


    Ob ein vollständiges Ende der PV-­Förderung nun in den kommenden Monaten kommt – oder nicht – ist völlig offen. Warum sich die öffentliche Aufmerksamkeit angesichts der dramatischen Entwicklung in den Bereichen Mieterstrom, EEG-Umlage auf Eigenstrom und dezentrale Bürgerenergieprojekte, Bürokratiebelastung sowie einem möglichen Verlust der kompletten Einspeisevergütung in wenigen Monaten nun wiederum auf ein Monate altes und nahezu unbedeutendes Strategiepapier aus der Bundesnetzagentur konzentriert, über das im Social-Media-Bereich von fast schon den Verschwörungstheorien nahen YouTube-Kanälen berichtet wird, die von Stromspeicherherstellern finanziert werden und zuvor PR für höchst umstrittene und fragwürde Unternehmen wie „Care Energy“ betrieben haben, erschließt sich angesichts der realen und existenzbedrohenden Probleme, mit denen die Bürgerenergiewende zu kämpfen hat, absolut nicht. Hier beschleicht einen fast der Eindruck, dass dieses Strohfeuer von den realen Problemen ablenken soll.


    Zum Hintergrund: Das Modell 1 aus dem genannten Papier entspricht der heutigen Situation unter Berücksichtigung des bereits angelaufenen Smart-Meter-Rollouts sowie bestehender Direktvermarktungsmodelle, die von Anbietern wie buzzn und demnächst auch der EWS praktiziert werden. Dieses Modell stellt Anlagenbetreiber nicht schlechter und ist erst recht keine Bedrohung für die „Bürgerenergiewende“. Die Modelle 2 und 3 sind optional und nachteilig für Prosumer, kommen jedoch ohne ein Smart-Meter („intelligentes Messsystem“) aus. Der Nachteil beschränkt sich bei kleinen Anlagen in einer schnellen Excel-Simulation in etwa auf den 1,5-fachen Preis eines Smart-Meter (iMSys). Aber nochmal: Dabei handelt es sich um die Idee von drei Beamten der Bundesnetzagentur und nicht um einen Gesetzentwurf – nichtmal einen Vorstoß des der Behörde übergeordneten Ministeriums.


    Ein weiteres großes Problem ist, dass nach dem Ende der 20-jährigen EEG-Vergütung PV-Anlagen nicht mehr in das Netz einspeisen dürfen - nichmal ohne Vergütung. Dies behindert massiv die Weiternutzung dieser auf Wohngebäuden installierten Anlagen zur vorrangigen Eigenversorgung. Es braucht entsprechend der bestehenden Gesetze zum Weiterbetrieb eine Direktvermarktung für diese Kleinanlagen mit einem Messsystem oder einer Lastgangmessung (Modell 1 aus dem BNetzA-Papier). Sodann ist mit einer Vergütung um 5 Cent/kWh zu rechnen - bei Kosten für Messung und Direktvermarktung im Bereich von 100 bis 170 Euro pro Jahr. Das ist nicht nur für Anlagen- und Hausbesitzer unwirtschaftlich, sondern auch für die Direktvermarkter, weshalb es mit einer Ausnahme keine Direktvermarktungsangebote für diese Kleinstanlagen gibt. Hier droht zum Jahreswechsel 2020/2012 über Zehntausend noch gut funktionierende PV-Anlagen unnötig eine Abschaltung und Verschrottung.


    Die Energiewende in Bürgerhand hat mit dem drohenden PV-Deckel, daher dem Ende der Einspeisevergütung, der EEG-Umlage auf Eigenstrom sowie Mieterstrom, Bürokratiemonstern wie dem Marktstammdatenregister, dem „Mieterstromverhinderungsgesetz“ sowie auch dem Kampf mit dem Finanzamt in jedem Einzelfall selbst für kleinste PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern, aber auch der drohenden Zwangsabschaltung bzw. Verschrottung 20 Jahre alter aber noch gut funktionierende PV-Anlagen mit realen und existenzbedrohenden Gefahren zu kämpfen. Man sollte nicht der Stromspeicherlobby und deren PR-Kanälen auf den Leim gehen, sondern sich für eine sofortige Beseitigung der bestehenden Bedrohungen einsetzen. Dazu kann ich Euch nur ermuntern, das Gespräch mit den lokalen Bundestagsabgeordneten aus Eurem Wahlkreis zu suchen und dort die eigene Meinung zu vertreten. Posts auf Webseiten und Petitionen bewegen – das zeigt die Erfahrung – nichts. Abgeordnete sind es hingegen nur selten gewohnt, von gut informierten Bürgern aus Ihrem Wahlkreis belehrt und zur Verantwortung für ihr Abstimmungsverhalten gezogen zu werden. Aus diesen Gründen hat ein solches freundliches Gespräch z.B. im Rahmen von Bürgersprechstunden erhebliches Gewicht.

  • Min,


    Zitat

    Dazu kann ich Euch nur ermuntern, das Gespräch mit den lokalen Bundestagsabgeordneten aus Eurem Wahlkreis zu suchen und dort die eigene Meinung zu vertreten. Posts auf Webseiten und Petitionen bewegen – das zeigt die Erfahrung – nichts. Abgeordnete sind es hingegen nur selten gewohnt, von gut informierten Bürgern aus Ihrem Wahlkreis belehrt und zur Verantwortung für ihr Abstimmungsverhalten gezogen zu werden. Aus diesen Gründen hat ein solches freundliches Gespräch z.B. im Rahmen von Bürgersprechstunden erhebliches Gewicht.

    und du meinst die blicken das halbwegs?? Schade um die Zeit und Energie die man da reinsteckt. Diese verlorene Zeit investiere ich lieber in meine eigene Energiewende, da weiß ich am Ende des Tages das wenigstens was dabei rumkommt.


    Die interessiert das Thema Umwelt und Klima doch nicht mal ansatzweise. Wirtschaft, Wirtschaft und Kohle, noch mehr Kohle, das ist was in diesem Land interessiert, nichts anderes und das auf Kosten der Allgemeinheit (wie immer bekommt der kleine Bürger einen Tritt in den Arsch). Unser ganzes System baut nur auf mehr, mehr und nochmals mehr. Wie soll sich das jemals mit Klima in Einklang bringen? Sieht man doch aktuell sehr gut. Zwei Wochen Schnupfen wegen Corona und schon müssen die ersten den Staat anpumpen, vorher aber mit allen Tricks versuchen keine Steuer an den Staat zahlen zu müssen (oft durch Kauf dicker Autos die ja so gut zum Klima sind weil die so eine saubere Verbrennung haben und maximal den Gewinn aufzehren). Das ganze Sytem ist krank. Wartet mal ab wenn das eintritt was die Wissenschaftler schon seit Jahren erzählen (und keinen interessiert, ebenso wie das mit einer Pandemie keinen interessiert hat), dann ist das was durch Corona entstanden ist pillepalle.


    Aber zurück zum Thema -> Inselanlage, sonst bekomme ich noch Bluthochdruck ;):P:saint:<3


    Grüße

    Tom

  • Für Insel hast du viel zu wenig PV und viel zu wenig Batteriespeicher.

    Bei 3 Batteriewechselrichter wirst du deine 12-15KWh Batterie zu tode quählen.

    Du wirst in der Übergangszeit zu wenig PV Strom haben und mit dem Dachs bekommst du die Wärme nicht weg.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Ok, PV aufrüsten wäre das kleinste Problem, kann ja dann an meiner Insel machen was ich will.

    Von welchem durchschnittlich täglichen Verbrauch gehst du aus wenn du behauptest das der geplante Speicher zu klein ist?

    Hast du irgenweinen Daumenwert um den Speicher optimal auszulegen oder einen Link, habe da bisher nichts brauchbares gefunden?


    Grüße

    Tom

  • Unter 20KWh nutzbar würde ich nicht anfangen aber eigentlich wäre Kapazität für 3 Tage sinnvoll . Abgesehen davon sollte der Batteriespeicher mindestens so groß sein, dass du mit 3 Wechselrichter nicht über max Belastung der Akkus kommst. In den Heizkreislauf würde ich ein Bypass einbauen, dass du übern Kühler wärme abgeben kannst.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • 3 Tage mit einem BHKW, ist das nicht bisschen viel?

    Notkühlen ins freie kommt nicht in Frage, dann bin ich auch nicht besser als unsere Dinosauriertechnik. Wenn dann einen weiteren Puffer, Platz ist vorhanden und kostet auch nicht die Welt. Heizung läuft bis Anfang mitte Mai meistens auch noch, Abnahme wäre also noch da.

    Mein durchschnittlicher Stromverbrauch liegt bei ca. 12-13kWh/Tag. Die PV liefert um diese Jahreszeit ca. 15kWh. Das sollte eigentlich reichen oder? Das ist eben das Problem, hier fehlt mir das Gefühl/Erfahrung in welchen Dimensionen man sich hier bewegt. Was bringt mir dann ein größerer Speicher wenn ich den nicht voll bekomme? Ich bräuchte dann also einen Speicher mit 45kWh?

    Das bedeutet, PV muß dann verdoppelt werden?

    Meine Idee war das die PV+Solarthermie ab ca. April/Mai die Wärmeerzeugung über die Wärmepumpe und evtl. Heizstab deckt (im Notfall dann auch mit dem Splitgerät), so das der Dachs nur bei Spitzen mal dazu kommen muß und das über den kompletten Sommer bis in den Oktober.


    Merke schon, eine korrekte Auslegung wird nicht so einfach werden :/


    Grüße

    Tom

  • Tom3244 Du hast doch die Daten aller Anlagen und des Verbrauchs. Kannst Du doch mal simulieren, ob Du mit allen Anlagen zusammen über alle Jahreszeiten kommst. Im Winter halt weniger Sonne, im Sommer weniger BHKW. Das sollte sich eigentlich recht gut ergänzen. Nur wenn Du zum Jahresende umbaust, verlierst Du die Einspeisevergütung der beiden neueren PV-Anlagen. Ob sich das dann lohnt, da habe ich Zweifel.


    Wichtig ist: Die EEG-Umlagenbefreiung gilt nur, wenn die Anlage dauerhaft nicht mit dem Netz verbunden ist! Der Netzbetreiber wird dann bei einem Einfamilienhaus ggf. auch den Netzanschluss rückbauen wollen. Aber wenn man zwei Wohneinheiten im Haus hat, kann ja die eine einen Vollbezug aus dem Netz mit einem Tarif, der eine ganz kleine monatliche Grundgebühr hat, nutzen und die andere Wohneinheit wird aus der Insel gespeist. :pfeifen:

  • PV Inseln planen mit 10 Tage Puffer. Mit BHKW brauchst du natürlich nicht so viel. Aber du willst im Frühjahr/Herbst nicht unnötig das BHKW laufen lassen weil mal keine Sonne scheint. Und wenn du Strom aus dem BHKW brauchst, dann solltest du auch die Wärme verbrauchen können. Wenn du die Wärme nicht los bekommst musst du das BHKW aus machen oder schwitzen. Ausmachen bedeutet dann aber eventuell kein Strom haben.


    Ich bin zwar nicht vom Netz getrennt, aber mein BHKW ist nicht Netzgekoppelt, sondern mit DC Generator nur mit der Batterie verbunden.

    Und da hatte ich Anfangs auch Probleme z.B:

    Batterie voll und Wärmespeicher kalt, BHKW macht aber nur Warm wenn Stromverbrauch da ist.

    Batterie leer und Warmwasserspeicher bei 80Grad, BHKW kann nicht laufen weil Wassertemperatur zu hoch.


    Für die zwei Situationen brauchst du ein Lösung.

    Dein Dachs kann nicht laufen wenn dein Batteriespeicher voll ist. Du musst also den Strom verbraucht bekommen wenn du Warm haben willst.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Zitat

    Wichtig ist: Die EEG-Umlagenbefreiung gilt nur, wenn die Anlage dauerhaft nicht mit dem Netz verbunden ist! Der Netzbetreiber wird dann bei einem Einfamilienhaus ggf. auch den Netzanschluss rückbauen wollen. Aber wenn man zwei Wohneinheiten im Haus hat, kann ja die eine einen Vollbezug aus dem Netz mit einem Tarif, der eine ganz kleine monatliche Grundgebühr hat, nutzen und die andere Wohneinheit wird aus der Insel gespeist.

    Nette Idee ;)

    Problem ist, immer wenn ich was an der Elektrik ändere (und das wird sich anfangs bei einer Insel nicht vermeioden lassen eben durch Zubau PV usw.) , brauche ich eine Unterschrift, weil ich als E-Techniker keine Ahnung von Strom habe und einen konzessionierten Elektromeister der dem EVU hörig ist zum Unterschreiben brauche :thumbdown: Das alleine geht mir schon gegen den Strich.


    Batterie voll und Wärmespeicher kalt, BHKW macht aber nur Warm wenn Stromverbrauch da ist.

    Batterie leer und Warmwasserspeicher bei 80Grad, BHKW kann nicht laufen weil Wassertemperatur zu hoch.


    Für die zwei Situationen brauchst du ein Lösung.

    Dein Dachs kann nicht laufen wenn dein Batteriespeicher voll ist. Du musst also den Strom verbraucht bekommen wenn du Warm haben willst.

    Genau das ist der Spagat den man hinbekommen muß und da braucht es praktische Erfahrung. Mit Theorie kommt man da denke ich nicht weit.

    Ist dein Speicher Blei oder Li?


    Batteriespeicher voll ist denke ich das kleinere Problem, einmal Auto ansaften und der ist leer oder Wärmepumpen - E-Heizung an und Strom weg.


    Das ganze soll dann über den SOC der Batterie gesteuert werden, also wenn z.B. unter 20%, dann BHKW an bis z.B. 50%. Wenn SOC über 90%, dann Wärmepumpe (im Sommer wird gekühlt) und weitere Stromverbraucher an. Wenn SOC unter 10%, dann wird ein Lastmanagement aktiv das Verbraucher wegschaltet. Das ist im Prinzip alles vorhanden, müsste nur softwareseitig angepasst werden. Es werden mit Sicherheit ein zwei Jahre Erfahrungen aus dem Betrieb einfliessen müssen, das wird nicht anderes gehen, stellt aber kein Problem dar.

    Problem wird das Wärmemanagement werden.


    Was ist von den Batterien her besser, Li oder Blei, hier scheiden sich ja auch die Geister?


    Wie zufrieden bist du mit den Victrons, kann man die empfehlen? Sind ja einiges günstiger wie die SMA.

    Wie sieht es da im Servicefall aus?


    Grüße

    Tom

  • Also ich bin sehr zufrieden mit Victron, kann ich sehr empfehlen. Läuft absolut problemlos und du hast 100% Kontrolle über alle Einstellungen und Funktionen.


    Bei dir sehe ich aber ein Problem welches ich mit dem DC Generator nicht habe. Dein Dachs läuft ja hinter den Victrons/SMA und die geben ja das Netz vor. Das heist die müssen immer mehr als die 5,5KW abnehmen können um das Netz zu halten. Wenn deine Batterien jetz mal bei 90% sind werden die aber keine 5,5KW aufnehmen können, erstrecht wenn du nur 15KWh Batteriespeicher hast. Theoretisch müssten Die Wechselrichter die Frequenz erhöhen und der Dachs geht aus. Ich habe jetzt keine praktische Erfahrung mit AC gekppelten BHKW in der Insel, aber ich gehe davon aus, dass du deine Batterie nie voll bekommst. Ich kenne auch niemand der den Dachs in der Insel hat.

    Dachse hinter den Victrons kenne ich, aber die sind immernoch netzgekopelt.

    Kubota D722 mit Sincro FB4-48/100
    48V 775AH (C5) Bater, 2 Victron Multigrid
    9,9 KWp PV u. 2,7 KWp PV

    WP Panasonic Aquarea 9KW

  • Nur wenn Du zum Jahresende umbaust, verlierst Du die Einspeisevergütung der beiden neueren PV-Anlagen. Ob sich das dann lohnt, da habe ich Zweifel.

    Da dreht es sich nur um die eine Anlage die 2024 ausläuft, das wäre mir egal. Die andere Anlage bringt so wenig Ertrag, da reden wir von 100€/a + dem Eigenverbrauch (ca. 650kWh), die hat dafür aber auch kaum was gekostet.


    Ich habe bisher den Großteil der Vergütung die ich für die PV bekommen habe in die Haustechnik investiert. Ansonsten hätte ich das Sammelsurium im Haus nicht. Mir geht es da nicht ums Geld, sondern um die Technik. Andere haben halt ne Eisenbahn und fahren sinnlos im Kreis damit, jedem das seine :S

    Ob das alles sinnvoll ist, ist auch dahin gestellt. Ausserdem braucht man auch mal wieder eine neue Aufgabe.

    Des weiteren sehe ich schwere Zeiten auf uns zukommen, wer weiß was das Geld auf der Bank zukünftig noch wert ist. Das was ich in sparsame Technik investiere, kann mir keiner mehr nehmen und ich kann im Alter evtl. mit niedrigeren Nebenkosten rechnen.

    Wenn dann mal ein Wechselrichter stirbt oder die Batterie den Löffel abgibt, ist denke ich das mal nicht der Rede wert. Wenn ich sehe was ich damals für die PV gezahlt habe und jetzt nach 20 Jahren ist ein SMA Wechselrichter abgehimmelt, dann ist das auch nicht der Rede wert, das Teil kostet heute noch ganze 649€, lachhaft. So wird es sich auch weiter entwickeln, vermute ich stark.


    Grüße

    Tom

  • Das heist die müssen immer mehr als die 5,5KW abnehmen können um das Netz zu halten. Wenn deine Batterien jetz mal bei 90% sind werden die aber keine 5,5KW aufnehmen können, erstrecht wenn du nur 15KWh Batteriespeicher hast. Theoretisch müssten Die Wechselrichter die Frequenz erhöhen und der Dachs geht aus.

    Der macht max, 5,29kW (ist ein HR), kann man aber auch bisschen reduzieren, ich lasse den mit 5kW laufen. Gibt es da irgendwo Ladekurven, ist mir noch nie aufgefallen in den Datenblättern? Klar das die Frequenz dann hoch geht wenn nicht genug abgenommen wird.

    Das bedeutet, ich müsste die Frequenz auch noch berücksichtigen und nicht nur den SOC, wäre ja kein Problem, habe ich noch gar nicht dran gedacht :thumbup:. Bin davon ausgegangen das die Batterie da immer genügend ziehen würde. Gleiches gilt dann ja bei Überlast wenn die Frequenz sinkt. Die Grenzen kann man am Dachs auch etwas anpassen, soweit ich noch weiß (ist ja erst 20 Jahre her wo ich da damals dran rumgespielt habe).

    So langsam sieht man wie komplex das doch wird.


    Grüße

    Tom